Titel: Vergib mir
Autor: Cat
E-Mail: CrazyCat179@aol.com
Rating: PG
Spoiler: Zum Wohle des Kindes
Keywords: Angst, Scully POV, not-more-than-500-words-fic (genau 478)
Disclaimer: Als ich vorhin nachgesehen habe, musste ich leider feststellen, dass weder Akte X, noch Scully, noch sonst wer, mein Eigentum ist. Aber mein Auto, das ist mir, jawohl!
Short-Cut: Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt!
Widmung: Diese Shortfic widme ich all denen aus dem SOX-Forum, die ich in so kurzer Zeit soooo lieb gewonnen habe.

 

Vergib mir

 

Die ersten Sonnenstrahlen, Boten des sich ankündigenden Tages, fielen in das in trübe Dunkelheit getauchte Apartment. Doch das fahle Licht vermochte es nicht, die reglos auf einer Couch sitzende Gestalt zu erreichen. Fast schien es, als hätte sich eine düstere Aura um sie ausgebreitet, um jegliche Helligkeit von ihr fernzuhalten. Zu tief war die Schwärze bereits in sie eingedrungen, die alle anderen aufkeimenden Gefühle nahezu erstickte. Tiefe Trauer, Verzweiflung und Hilflosigkeit herrschten mit grausamer Hand vor, zogen einen immer enger werdenden Kreis um das Herz ihres wehrlosen Opfers. Alle Tränen waren vergossen worden, hatten Haut und Kleidung getränkt und hinterließen nur noch Leere, Hoffnungslosigkeit und Selbstzweifel. Die Logik und das Wissen, nur zum Wohle ihres Kindes gehandelt zu haben, waren in der letzen Nacht verblasst, einzige Hinterlassenschaft waren bittere Vorwürfe und ein winziger Babystrampler in ihren zitternden Fingern. Würde ihr Sohn ihr jemals verzeihen können, würde er die Notwendigkeit dieser Entscheidung erkennen können? Nagende Zweifel, ob der Vater ihres Babys ihr jemals wieder ins Gesicht schauen würde, wenn sie ihm das Unfassbare erst unterbreitet hatte. War die Weggabe Williams nicht die größte Sünde, die eine Mutter begehen konnte? Sie war unfähig, ihn zu schützen, ihm eine sichere Zukunft zu ermöglichen. Noch immer starrte sie, jeglicher Bewegung unfähig und mit glasigem Blick aus dem Fenster, doch konnte ihr umnebelter Blick nichts erkennen außer einer alles umgebenden Leere. Entrückt war die Wirklichkeit, ihr eigenes Dasein hatte an Substanz verloren. Abermals hatte ein über alles geliebter Mensch ihr Leben verlassen und eine klaffende Wunde in ihr zurück gelassen. Und niemand außer ihr selbst trug die Schuld daran. Sie hatte das Wichtigste, ihren kleinen Jungen, aufgegeben! Ging es ihm gut? Hatte er sie bereits vergessen? Würde er sie später hassen? Würde sie selbst jemals wieder in den Spiegel blicken können und nicht die Mutter, die ihr Kind weggegeben hatte, erkennen? Wie sollte sie jetzt weiterleben? Ohne William, ohne Mulder. Sie war nun alleine, hatte ihre eigene kleine Familie verloren. Ein unbeschreibbares und zugleich unglaublich grausames Gefühl stieg in ihr auf, drängte mit aller Macht an die Oberfläche, richtete sich wütend und drohend gegen sie selbst. Entsetzt erkannte sie, worum es sich handelte. Es war purer Haß!

Und abermals nahm ein hilfloses Schluchzen von ihrem Körper Besitz und schnürte ihr die Kehle zu. Ein heftiges Zittern schüttelte sie und ihre Finger krallten sich verzweifelt in das blaue Stück Stoff, als wäre es ein Rettungsring und vermochte, sie vor dem Ertrinken in ihren eigenen Gefühlen zu retten. Und dennoch spürte Dana Scully, wie sie haltlos in den Wogen untergehen zu drohte. Hohe Wellen schwappten über sie hinweg, rissen sie immer tiefer dem Grund entgegen. Mit einem spitzen Aufschrei fiel sie auf ihre Knie, die Augen weit aufgerissen, das Gesicht erstarrt. Monoton und leise fiel sie in ein nicht aufhörendes Matra, es immer und immer wiederholend murmelte sie: "Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt!"

The End