Insignificant
Warum ist es nur so schwer mich zu konzentrieren?
Die schwarz gedruckten Zeilen auf dem Papier der Akte, verschwimmen vor meinen Augen.
Immer wieder schweifen meine Gedanken davon.
Hin zu jenem Augenblick.
Zwei Stunden ist es jetzt her.
Ich sollte langsam beginnen die Dinge wieder klarer zu sehen.
Ich kann es nicht.
Etwas in mir hält mich davon ab.
Immer und immer wieder aufs neue spielt sich die Szene in meinen Gedanken ab.
Ich kann mich nicht davon lösen.
Ganz deutlich sehe ich sie wieder vor mir stehen.
Sehe in ihr erwartungsvolles Gesicht.
Erkenne wie ihre großen blauen Augen anfangen zu strahlen, vor Freude.
Und wie sie dann ihren Mund auf meine Lippen drückt.
Ganz kurz. Sekunden nur.
Nicht mehr als eine flüchtige Berührung.
Ein kaum wahrzunehmender Kuss.
Doch ich kann ihn immer noch spüren.
Er brennt tiefer als sie es jemals erahnen wird.
Ich sollte mir darüber klar werden, was wirklich war.
Sie empfindet nichts für mich.
Sie tat es ohne Überlegung.
Es war nur Dankbarkeit, die keinen anderen Weg wusste.
Sonst nichts.
Sie hat nicht nachgedacht, das ist alles.
Hätte sie es doch nur getan.
Hätte sie mich nur nicht geküsst.
Ich müsste mich jetzt nicht an diesen törichten Gedanken ärgern.
Mir wird immer klarer, dass mir das nur in Sekundenbruchteilen geschehene viel zu Nah geht.
Es bedeutet mir mehr als mir lieb ist.
Sie bedeutet mir mehr als mir lieb ist.
Sie bedeutet mir alles.
Es wäre mir jetzt nicht so deutlich bewußt, hätte sie es nicht getan.
Sie hätte es nicht tun sollen.
Für sie bedeutet es nichts.
Ende