Autor: Isa
Titel: The Magic Of Christmas
Spoiler: -
E-Mail:
incredibly_moooo@gmx.net
Rating: PG-13
Keywords: DSR; ein klein wenig MSR; Scully POV
Disclaim: Nein, nicht einmal in der Weihnachtszeit ist es mir vergönnt, Scully, Doggett und all die anderen mein Eigen zu nennen. Aber wisst ihr was? Nächstes Jahr wünsch ich mir die ganze Truppe von Chris zu Weihnachten. PLUS einer roten Schleife! *lach*
Zusammenfassung: Er war es stets, der mich dazu anhielt, die Hoffnung nicht aufzugeben. Er war der Lichtstrahl in einer scheinbar undurchdringlichen Finsternis...
Autorenbemerkung: Im Grunde setzt die Handlung in der achten Staffel ein, ABER Mulder arbeitet wieder an den X-Akten und Scully ist nicht schwanger!

Widmung: Diese Story möchte ich einer sehr, sehr guten Freundin widmen. Meinem Petzibärchen. Sie ist stets für mich da und unterstützt mich, wo sie nur kann. Danke, Süße! Ohne dich währe mir wohl die meiste Zeit über langweilig... und somit möchte ich mich hiermit auch gleich bei dir entschuldigen, dass ich dich ständig mit Sachen zulabere, die dich nicht wirklich interessieren! Aber das heißt noch lange nicht, dass ich jetzt aufhöre, dich mit Doggett zu nerven! *zwinker* Frohe Weihnachten, meine Kleine!


Alles hatte Inhalt:
unserer Worte
unsere Blicke
unserer Berührungen.

Reden, das fließt
Lachen, das hingehört.
Schweigen, das lebt.
Vertrautheit
von Anfang an.
Von unseren wenigen
ersten Stunden
wird viel bleiben
und viel
wird daraus werden.

Das erlaube ich mir
zu wissen.

- Schon jetzt von Jörn Pfennig -



The Magic Of Christmas

 

 

Schon als Kind habe ich mich stets auf den 24. Dezember gefreut. Es war immerhin der Tag vor dem Weihnachtsmorgen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich am Morgen des 25. Dezembers reglos in meinem Bett gelegen habe, den Blick auf die Uhr an der Zimmerwand gerichtet, und darauf wartend, dass meine Mom endlich das "Zeichen zum Angriff gab", wie Melissa es immer bezeichnete. Als Moms Kopf dann endlich zur Tür herein schaute, gab es für Melissa und mich kein Halten mehr. Wir stürmten nach unten und hielten erst vor dem, jedes Jahr aufs neue, wunderschön geschmückten Weihnachtsbaum an. Blaue Christbaumkugeln hingen an den Zweigen, silbernes Lametta hüllte den Baum in einen wunderbaren Glanz und das Engelshaar, dessen Strähnen um die Kerzen gewunden waren, machte alles perfekt. Die Kerzen erleuchteten den ganzen Raum und das Knistern, wenn eine der Flammen einen Ast des Baumes erreichte, machte Weihnachten erst zu dem, was es mir heute bedeutet. Ohne dieses Knistern fehlte immer irgendetwas. Natürlich versuchte meine Mom gleich heraus zu finden, woher dieses Geräusch kam, um die Kerze weiter weg zu setzen. Aber dennoch fand ich es einfach wunderbar.

Melissa und ich waren lange vor den anderen unten und wir betrachteten voller Ehrfurcht den wunderschönen Baum. Mein Dad hatte immer darauf bestanden, den Stern, der die Spitze des Baumes zierte, dort hinauf zu stecken. Das war schon zu so etwas wie einer Tradition geworden.

Ich kann mich noch genau erinnern, wie Melissa und ich es einmal nicht mehr länger aushielten, und uns einfach in der Nacht nach unten schlichen, um den Baum zu bewundern. Und natürlich um heraus zu finden, was sich unter dem Geschenkspapier versteckte.

Wenn ich jetzt daran zurückdenke, fehlt mir all dies. Zwar feiere ich jedes Jahr Weihnachten, wie ich es auch als Kind gefeiert habe, aber dennoch fehlt etwas. Der Baum ist zwar geschmückt, aber der Stern wurde nicht von meinem Vater an die Spitze gesetzt. Die Äste knistern, weil ich die Kerzen manchmal absichtlich für einen kleinen Moment zu nahe an die Äste setze, aber es ist niemand da, der in Windeseile nach dem Übeltäter sucht. Und es ist niemand da, mit dem ich mich schon in der Nacht vor dem Weihnachtsmorgen vor den Baum setzen könnte.

Als mich das FBI angeworben hat, hat sich so vieles verändert. Ich hatte nicht mehr so viel Zeit, um Weihnachten gemeinsam mit meiner Familie zu verbringen, mein Vater... ist gestorben, genauso wie meine Schwester. Mein Bruder Bill kann meinen Partner nicht leiden... Ach, es gibt so viele Dinge, die nun anders sind. Manchmal bereue ich, dass sich so viel verändert hat. Andererseits aber, bin ich froh darüber.

Wären manche Sachen nicht so gekommen, hätte ich vielleicht niemals Mulder kennengelernt. Dies ist einer der Punkte, die ich auf jeden Fall bereuen würde. Wenn ich Mulder nicht getroffen hätte, wären mir so viele wunderbare Dinge verborgen geblieben. Hätte ich ihn nicht kennen gelernt, hätte ich niemals heraus gefunden, was Vertrauen wirklich bedeutet und ich hätte niemals eine solch wundervolle Freundschaft, wie die unsere, erfahren.

Es gibt allerdings nicht nur positive Sachen. Es gibt Begebenheiten, die ich bereue. Dinge, ohne die ich ohne weiteres hätte auskommen können: meine Entführung, der Tod meiner Tochter und... Mulders Verschwinden.

Die Zeit der Ungewissheit würde ich gerne missen. Es war eine Zeit voller Angst, voller Trauer und doch voller Hoffnung. Wie oft habe ich daran gedacht, einfach aufzugeben. Ich wollte aufgeben, nach Mulder zu suchen. Aber aus einem unbestimmten Grund habe ich es nicht getan. Nein, ich denke, es gab einen Grund dafür. John Doggett. Er wurde mir damals zur Seite gestellt, um mir bei der Suche nach Mulder zu helfen. Er war es stets, der mich dazu anhielt, die Hoffnung nicht aufzugeben. Er war der Lichtstrahl in einer scheinbar undurchdringlichen Finsternis.

John... Mein neuer Partner hat mich allerdings auch dazu gebracht, Dinge anders zu sehen, sie aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Und er hat es geschafft, mich zum zweifeln zu bringen. Es sind Zweifel, die ich früher niemals gehegt hätte. Mit seinem Auftauchen aber, begannen sie sich in meinen Kopf zu schleichen und ich konnte nicht anders, als Tag ein Tag aus darüber nach zu denken. Alle aber drehten sich um ein und den selben Mann. Mulder. Ich fragte mich, ob meine Gefühle zu ihm wohl aufrichtig wären; ob ich nicht schon längst den Schritt gemacht hätte, wenn meine Liebe aufrichtig wäre. Ich begann sogar an der Liebe selbst zu zweifeln. Nein, nicht an der Liebe. Sondern an der Liebe zu meinem Partner... an meiner Liebe zu Mulder. Jemand anders hatte seinen Platz eingenommen und ich war auch irgendwie froh darüber. Gewiss, ich habe mit Mulder sieben Jahre lang Seite an Seite gegen Aliens, Mutanten und was weiß ich noch gekämpft. Aber diese verdammten Zweifel!

Noch immer ringe ich mit mir selbst, zwinge mich immer wieder dazu, eine Entscheidung zu treffen. Ich liebe Mulder, dass weiß ich. Aber auch John hat einen Teil meines Herzens erobert.

Zu Mulder fühlte ich mich schon zu Beginn unserer Partnerschaft hingezogen. Gegensätze sollen sich ja bekanntlich anziehen. Ich habe mit ihm viel erlebt, habe Freude erfahren, musst aber auch viel Leid ertragen.

In John erkenne ich jenen Mann, der mir Sicherheit geben kann... Er könnte derjenige sein, der mir das normale Leben bieten könnte, das ich mir immer so sehnlichst gewünscht habe. Ein Leben ohne Aliens; ein Leben ohne Angst; einfach ein ganz normales Leben.

 

Ich will nicht weiter darüber nachdenken, denn mein Kopf beginnt zu schmerzen. Langsam hebe ich eine Hand an meine Schläfen und beginne diese leicht zu massieren.

"Alles OK, Scully?", vernehme ich eine Stimme. Ich drehe mich zur Seite und erblicke Mulder, der mich besorgt ansieht. Nach seiner Rückkehr hat er wieder angefangen an den X-Akten zu arbeiten. So bilden wir jetzt ein Dreierteam, da Kersh es für richtig hielt, uns John zur Seite zu stellen. Er hätte so gute Arbeit geleistet, so Kersh, dass es sich nicht vermeiden ließe, ihn weiter mit mir zusammen arbeiten zu lassen. Ich muss zugeben, dass dies eine der wenigen Entscheidungen von Kersh ist, mit denen ich einverstanden bin.

"Ja. Es geht mir gut. Ein wenig Kopfweh, aber sonst ist alles in Ordnung.", gebe ich zurück als ich zu Johns Schreibtisch hinüber blicke. Doch er ist immer noch leer. Ich weiß nicht, zum wievielten Mal ich meinen Blick auf seinen Stuhl wende. Dabei müsste ich mich doch langsam mit dem Gedanken angefreundet haben, dass Mulder und ich wohl die einzigen FBI Agenten sind, die zu Weihnachten arbeiten! Und wieder einmal weiß ich nicht, wie ich dazu gekommen bin.

"Sie wissen genau, dass ich ein ‚es geht mir gut’ nicht durchgehen lasse." Noch während er spricht, erhebt sich Mulder von seinem Sessel und kommt auf mich zu. "Jetzt mal ganz im Ernst. Irgendwas geht doch in Ihrem kleinen Kopf vor, nicht wahr?"

In der Tat, dass tut es. Aber das werde ich dir ganz sicher nicht auf die Nase binden! Ich schüttle meinen Kopf und lächle ihn an. Es tut gut, seine Nähe zu spüren. Es tut gut, ihn bei mir zu wissen. Vorsichtig lege ich meine Hand auf die seine, die auf meinem Tische ruht, und wiederhole meine Worte: "Es geht mir gut, danke." Von einem Lächeln begleitet wendet er sich wieder zum Gehen. Diese Momente sind es, die mich nicht an der Aufrichtigkeit meiner Liebe zweifeln lassen.

"Äh.. Scully?", fragt er beinahe schüchtern. Das Lächeln, welches soeben noch meine Lippen zierte, verblasst und ich wende mich in die Richtung, aus der die Stimme kommt. "Haben... ich meine, haben Sie heute Abend schon etwas vor?" In dem Augenblick, in dem er den Satz zu Ende gesprochen hat, macht mein Herz einen kleinen Satz. Vorfreude beginnt sich in mir auszubreiten und ich schüttle meinen Kopf. "Nein, warum?" Im Grunde kenne ich die Antwort, aber ich will sie aus seinem Munde hören.

"Na ja. Ich habe mir gedacht, dass wir vielleicht gemeinsam etwas Essen gehen könnten." Das war es. Auf eben diese Worte habe ich gehofft. Auf einmal scheinen alle Zweifel verflogen. Wenigstens für den Bruchteil einer Sekunde sind sie wie ausgelöscht. Nur noch er und ich scheinen zu existieren.

"Gerne.", gebe ich zurück während ich nicke. Ein Weihnachtsessen mit Mulder. Ja. Es ist richtig. Hoffe ich.

Mit einem Grinsen nimmt er meine Antwort entgegen und seine Augen scheinen zu leuchten. "Gut. Dann... dann hole ich Sie um acht Uhr ab. Wäre Ihnen das recht?"

"Acht Uhr ist gut."

 

Erneut breitet sich ein Lächeln auf meinen Lippen aus und ich wende mich wieder meiner Arbeit zu. Trotz der Einladung reden wir die darauffolgende Stunde nicht miteinander. Ob nun die Arbeit daran schuld ist, die jeder von uns so schnell wie möglich vollenden möchte, oder ob es schlicht die Gedanken sind, die sich in unseren Köpfen ansammeln, weiß ich nicht. Ich kann nur mit Sicherheit sagen, dass sich ein angenehmes Gefühl in mir ausbreitet. Ein Gefühl von Zufriedenheit. Und ich deute dies einfach mal als ein gutes Zeichen.

Die Zeit scheint nun geradezu zu verfliegen und als ich nun auf meine Uhr sehe, schließe ich die Akte, die vor mir liegt, erhebe mich und ziehe meinen Mantel an. "Also dann bis acht. Und vergessen Sie nicht, dass wir jetzt Dienstschluss haben, Mulder.", witzle ich. Punkt 18 Uhr. Ich mag 18 Uhr. Wahrscheinlich einfach nur deshalb, weil es das Ende der regulären Arbeitszeit ankündigt. Außerdem habe ich absolut keine Lust, heute Überstunden zu machen.

Immer noch in seine Akten vertieft, gibt Mulder nur ein kurzes "Mmhh" zurück. Ich bin mir bewusst darüber, dass er mir nicht zugehört hat, aber es ist mir in diesem Moment egal. Langsam greife ich nach dem Türknopf und trete aus dem Büro heraus.

Ein Glücksgefühl überkommt mich in dem Moment, als ich die Tür hinter mir wieder ins Schloss fallen lasse. Einen Moment später aber, breitet sich eine eigenartige Traurigkeit in mir aus und scheint das zuvor empfundene Glück zu überdecken. Ich weiß nicht, woher diese Traurigkeit kommt. Und selbst wenn ich es wüsste, bin ich in diesem Moment nicht bereit dazu, mir dies einzugestehen.

 

Ich trete aus dem FBI- Gebäude heraus ins Freie und halte dort für einen Moment inne. Die Straßen von Washington D.C. sind mit Schnee bedeckt und überall sind bunte Lichterketten aufgehängt. Irgendwo in dem Gewirr von Menschen, die noch Weihnachtsgeschenke besorgen müssen, und Häusern steht ein Maroniverkäufer, der lautstark versucht, die Leute auf sich aufmerksam zu machen. Ich weiß noch, dass ich als Kind diese Hektik vor Weihnachten nicht leiden konnte. Mittlerweile ist aber auch die zu einem Teil meines Lebens geworden. Ich gehöre leider auch zu jenen Menschen, denen immer erst im letzen Moment einfällt, dass sie noch Geschenke brauchen. Dieses Jahr allerdings nicht! Ich habe mich schon Anfang Dezember in die Geschäfte gestürzt, um vorzeitig alle Namen von der Geschenkliste streichen zu können. Wenn ich mir jetzt das Gedränge von Menschen ansehen, die scheinbar alle in das gleiche Kaufhaus stürmen, bin ich wirklich erleichtert darüber.

Langsam greife ich in meine Manteltasche und hole meine Handschuhe hervor. Es ist schon lange her, dass wir einen so kalten Winter hatten und dennoch genieße ich ihn. Ich genieße es, morgens aufzustehen und die Eisblumen zu bewundern, welche die Kälte an meine Fensterscheiben gezeichnet hat. Ganz besonders aber sind mir die kalten, meist sternenklaren Nächte ans Herz gewachsen. Man meint oft, wenn man nur noch eine Sekunde länger in den Himmel blickt, die ganze Galaxie sehen zu können. Nur selten taucht eine Wolke am scheinbar dunkelblauen Firmament auf. Und selbst sie scheint ein Teil des Weltalls zu sein. Auch der Mond scheint in diesen Nächten, besonders kurz vor Weihnachten, sein Bestes zu tun, um die Welt mit einem unbekannten Zauber zu belegen. Ich bin diesem Zauber bereits verfallen.

Immer noch ein wenig in Erinnerungen versunken blicke ich wieder auf die Straße und trete den Weg zu meinem Auto an. Bevor ich dieses aber erreiche, betrachte ich noch einmal die hell erleuchteten Schaufenster mir gegenüber. Schnell suche ich nach meiner Uhr und beschließe sogleich, dass ich wohl noch genug Zeit habe, um einen kleinen Weihnachtsbummel zu veranstalten. Früher bin ich oft mit Freundinnen um die Häuser gezogen, habe einfach die vielen Sachen in den Schaufenstern bewundert. Diese Leidenschaft ist bist heute bestehen geblieben. So entferne ich mich wieder von meinem Auto und folge den Menschenmassen ins Stadtzentrum. Eine Sache, die ich auch von Herzen liebe, ist, einfach durch die Straßen zu schlendern, in der Gewissheit, dass man nichts mehr zu besorgen hat. All die Menschen um einen herum hetzen von Geschäft zu Geschäft, überlegen, was sie noch alles brauchen. Ich aber kann in aller Ruhe an ihnen vorüberziehen. Es könnte sogar sein, dass das ein kleiner Anflug von Schadenfreude ist.

Dieser Gedanke bringt mich unweigerlich zum Lachen. Nein, normalerweise liegt es nicht in meiner Natur, schadenfroh zu sein. Aber ich denke, an Weihnachten kann man da mal eine Ausnahme machen.

 

Die Augen nicht von den prachtvoll geschmückten Schaufenster lassend, der Weihnachtsmusik lauschend, die von allen Geschäften heraus an mein Ohr dringt und den Duft von Weihnachten, der aus heißen Maroni, Glühwein und Gebäck zu bestehen scheint, tief in mich aufnehmend, setze ich meinen Weg fort.

Meine Gedanken sind ganz wo anders, als ich plötzlich, auf der anderen Straßenseite, eine mir wohl bekannte Person entdecke.

"John!", rufe ich quer über die Straße und die Leute in meiner näheren Umgeben drehen sich nach mir um. "Entschuldigung", sage ich lächelnd zu ihnen und kämpfe mir den Weg zu dem sichtlich verwirrten Mann frei. Erst jetzt erkennt er, wer nach ihm gerufen hat.

"Dana. Schön, dich hier zu treffen!", begrüßt er mich, während wir uns umarmen. Es verwundert mich ehrlich gesagt immer wieder, dass ich mit Mulder, trotz der sieben gemeinsamen Jahre, immer noch per Sie bin, während John und ich uns schon... sehr lange beim Vornamen nennen. Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, oder ob es ein weit verbreitetes Gefühl ist, aber ich kann mir eigentlich schon gar nicht mehr vorstellen, mit jemandem wie John nicht per du zu sein. Er ist zu einem meiner besten Freunde geworden und ich genieße jeden Augenblick, den ich mit ihm verbringe. Soll das etwa ein... Nein, Ende! Nicht wieder daran denken, sonst bekomme ich wieder Kopfschmerzen! Apropo Kopfschmerzen. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann diese abgeklungen sind. Aber ich denke mal, das Wichtigste ist, dass sie aufgehört haben.

"Was machst du hier?", will ich nach einiger Zeit des Schweigens von ihm wissen. Er scheint ein wenig überrascht von der Frage. "Ähm, das Gleiche, wie du. Denke ich mal. Noch ein paar Weihnachtsgeschenke besorgen." Nun muss ich mir ein lautes Auflachen verkneifen, woraufhin mir ein fragender Blick zu Teil wird. "Ooooh nein.", beantworte ich seine Frage.

"Was heißt hier ‚Ooooh nein’?" Breit grinsend sehe ich ihn an und mache eine Geste der Erleichterung. "ICH hab meine Weihnachtsgeschenke schon Anfang Dezember besorgt." Nun ist es an John zu lachen. Ich weiß nicht, ob er wegen der Geste, oder wegen der Antwort lacht- vermutlich wegen beidem- aber ich stimme mit ein.

"Hab ich da gerade Schadenfreude aus deinem Tonfall heraus gehört?", scherzt John, als er sich wieder halbwegs beruhigt hat. Mit dem besten Hundeblick, den ich bieten kann - den ich übrigens von Mulder abgeguckt habe - sehe ich zu ihm auf. "Würdest du mir glauben, wenn ich ‚nein’ sage?" Mein Tonfall ist nun neckend und ich warte auf eine Reaktion. John mustert mich mit einem skeptischen Blick, sieht an mir hinunter und wieder nach oben. Während er den Kopf schüttelt sagt er: "Nein." Abermals breche ich in Gelächter aus.

Er ist wirklich jemand, der mich fast immer zum Lachen bringen kann. Und das schätze ich wirklich sehr an ihm. Ich kann noch so deprimiert sein... treffe ich John, ist die Schwermut auf der Stelle wie weggeblasen.

 

Erst als seine Hand nach unten reicht, bemerke ich, dass er eine Tasche bei sich hat. "Ich dachte mir, da ich dich vielleicht nicht mehr sehe, gebe ich dir gleich dein Weihnachtsgeschenk." Während er mir feierlich ein kleines Päckchen übereicht, das in rotes Geschenkpapier eingepackt ist, verschlägt es mir die Sprache. Er hat mir tatsächlich ein Weihnachtsgeschenk besorgt. OK, ich habe auch eines für ihn, aber trotzdem hätte ich irgendwie, ich weiß nicht warum, nicht damit gerechnet. Ich müsste John mittlerweile eigentlich besser kennen. "John, dass wäre doch nicht..." Weiter komme ich nicht. Er unterbricht mich, bevor ich zu Ende reden kann. "Ich weiß. Es wäre nicht nötig gewesen. Aber ich wollte dir einfach etwas schenken. Sozusagen als... kleines Dankeschön." Ich sehe von dem Päckchen auf, welches sich nun in meiner Hand befindet, und blicke in das wunderschöne Blau seiner Augen. Anscheinend erkennt er die Frage, die mich beschäftigt, und er redet weiter. "Ein Dankeschön dafür, dass ich dich als Partnerin haben darf. Und vielleicht ein kleines Bestechungsgeschenk, auf das du heute Abend mit mir essen gehst."

Willkommen zurück, liebe Sorgen! Ich hab euch ja schon richtig vermisst! Was jetzt? Abermals fühle ich mich hin und her gerissen, zwischen Gefühlen, Ängsten und allem, was mir ansonst noch so in den Sinn kommt. Aber die Entscheidung, die ich nun fällen muss, ist mir schon vor langer Zeit abgenommen worden. Ich habe Mulder schon zugesagt und wünsche mir, dass ich es nicht getan hätte. Warum ich meine vorherige Entscheidung, die mich anscheinend so glücklich gemacht hat, nun bereue, weiß ich nicht. Ich tue es einfach.

"Danke... für das Geschenk und das Kompliment.", beginne ich ein wenig traurig. "Aber ich habe heute Abend schon etwas vor." Ich atme hörbar aus und fühle mich von Atemzug zu Atemzug schlechter.

"Oh. Macht nichts. Dann ein andermal." Diese Antwort scheint alles nur noch schlimmer zu machen, obwohl sie mich eigentlich erleichtern sollte.

Lange kann ich meinen Gedanken allerdings nicht nachhängen, da mich seine Stimme schnell wieder in die Realität zurück ruft. "Aber dafür musst du jetzt ein Stück näher herkommen." Was hat das nun wieder zu bedeuten? Ohne weiter darüber nachzudenken, trete ich näher an ihn heran und erst als es zu spät zu sein scheint, bemerke ich einen Mistelzweig über uns. In dem Moment, in dem ich registriere, was vor sich geht, scheint mein Körper wie erstarrt. Ich kann mich nicht mehr bewegen, nur noch mein Gegenüber anstarren. Dann kommt mir allerdings ein anderer Aspekt in den Sinn: vielleicht will ich mich ja gar nicht bewegen; vielleicht will ich ja, dass geschieht, was geschehen wird. Sekunden scheinen plötzlich zu Minuten zu werden und eine unbeschreibliche Spannung beginnt sich in meinem Körper aufzubauen. Ich sehe, wie seine Lippen den meinen immer näher kommen und dann... drehe ich meinen Kopf zur Seite, sodass ich ihn auf die Wange küssen kann. OH MEIN GOTT! Was war das jetzt gerade? Das sollte jetzt eigentlich nicht wirklich SO ablaufen. Reflex? Ein schlechtes... ja, ein schlechtes Gewissen. Etwas überrascht sehe ich ihm wieder in die Augen und erkenne darin deutlich, dass er enttäuscht zu sein scheint. Äußerlich aber, lässt John sich nichts anmerken.

"Ich wünsche dir noch frohe Weihnachten! Und feiere heute Abend nicht zu viel!" Gespielte Heiterkeit ist alles, was ich aus diesem Satz heraus hören kann. Doch ich tue es ihm gleich. "Dir auch. Und danke noch mal."

"Immer wieder." Mit diesen Worten wendet er sich von mir ab und erst jetzt spüre ich ein leichtes Kältegefühl auf meinem Rücken... wo vorher sein... Arm lag. Ja, er hatte seinen Arm auf meinen Rücken gelegt, als er mich küssen wollte. Ruckartig wird mir klar, dass er im Begriff ist, zu gehen. Ich kann aber nichts tun. Mein Körper scheint immer noch wie festgefroren zu sein und meine Augen sind noch immer gerade aus gerichtet. "Warte! Ich..." Doch er ist schon in der Masse untergetaucht. "... habe auch ein Geschenk für dich.", vollende ich den Satz, spreche aber mehr mit mir selbst.

Bei dem Stichwort Geschenk sehe ich wieder zurück auf meine Hand, die das soeben erhaltene Päckchen noch immer fest umklammert hält. Plötzlich fällt ein kleiner weißer Punkt auf das rote Papier und ich blicke hinauf zum Himmel. Viele kleine Schneeflocken beginnen aus den Wolken zu fallen, in der Luft umher zu tanzen. Einige von ihnen landen auf meinem Gesicht. Die angenehme Kälte, die sich darauf ausbreitet, hilft mir dabei, wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Ich bin mit Mulder verabredet... Habe ich mir das nicht immer gewünscht?

 

Das Päckchen in die Manteltasche steckend begebe ich mich auf den Rückweg zu meinem Auto. Irgendwie ist mir jetzt die Lust auf Schaufensterbummel vergangen. Zu viele Gedanken, zu viele Fragen, deren Antworten ich nicht kenne, schwirren nun in meinem Kopf umher. Zwar beginnt sich langsam die Nacht über Washington zu legen, und die Lichterketten entfalten nun ihre volle Pracht, aber dennoch will ich jetzt nur noch nach Hause.

 

Die ganze Heimfahrt hindurch denke ich an diesen winzigen Augenblick zurück, in dem ich mein Herz entscheiden lassen wollte. Und es hat sich entschieden, bis plötzlich mein Verstand wieder einsetze.

Die Schneeflocken werden immer größer, der Schneefall immer dichter und der Himmel verfärbt sich langsam schwarz.

Ich bin froh zu Hause zu sein, bevor es noch stärker anfängt zu schneien. Allerdings wird mir plötzlich bewusst, dass dies die längste Heimfahrt meines Lebens war. Ich habe geschlagene 47 Minuten vom Hauptquartier hier her gebraucht! Das heißt also, ich habe nur noch... 53 Minuten Zeit, um mich fertig zu machen! OK. Eigentlich dürfte ich noch genug Zeit haben. Ich MUSS!

Schnell landet der Mantel am Boden und auch der Rest meiner Kleidung leistet ihm Gesellschaft. Für Gedanken jeglicher Art bleibt keine Zeit mehr und so schnell mich meine Beine tragen, verschwinde ich im Badezimmer.

 

Kurz vor acht stehe ich schließlich in dem siebten Kleid, welches ich schon anprobiert habe, vor dem Spiegel und befinde, dass es passt. Ein dunkelblaues Kleid, knöchellang und ohne Ärmel. "Oh mein Gott. Dir wird so was von kalt sein.", sage ich zu mir selbst. Noch bevor ich mich allerdings nochmals um entscheiden kann, läutet es an der Tür. Ich hätte wissen müssen, dass Mulder entweder zu spät, oder, wie in diesem Fall, zu früh auftaucht. Ich hätte es wissen müssen! Schnell schlüpfe ich in die dazu passenden Schuhe, renne zur Tür und öffne.

Alles, was ich zu Gesicht bekomme, ist ein Mulder mit einem Strauß Rosen in der Hand und einem offen stehenden Mund. "Scully... Sie... Sie sehen wundervoll aus.", stammelt er, während ich ihm mit einer Geste zeige, dass er eintreten soll. "Und das aus ihrem Munde. Dankeschön.", erwidere ich. Zögernd streckt er mir die Rosen entgegen. Ich achte nicht auf sie, sondern lege sie auf den kleinen Tisch direkt neben mir. Mulder scheint dieses aber nicht zu bemerken, denn er ist viel zu viel damit beschäftigt, mich zu betrachten. Ich muss zugeben, dass ich mich geehrt fühle. Und dennoch sind meine Gedanken nicht bei ihm, sondern wo anders...

"Warten Sie noch eine Sekunde! Entweder ich hole mir eine Erkältung, oder ich finde eine dicke Jacke!" Ein Lächeln huscht über sein Gesicht und er flüstert: "Ich würde dich auch ohne etwas an mitnehmen." Diese Aussage schockiert mich und ich tue so, als hätte ich nicht recht verstanden. "Wie bitte?" Mein Gegenüber räuspert sich und sagt dann schnell: "Nichts! Ich habe nur gesagt, dass Sie sich vielleicht doch besser für die Jacke entscheiden sollten!" Zustimmend nicke ich. Dieser... egal. Nicht wieder aufregen. Ich habe diese Bemerkung einfach überhört. Doch während ich nach einer passenden und warmen Jacke suche, hallen seine Worte immer und immer wieder in meinem Kopf wieder. Durch leichtes Schütteln versuche ich sie zu vertreiben und es scheint zu gelingen, als ich endlich das finde, wonach ich gesucht habe. Meine schwarze Winterjacke. Das Wärmste, dass ich je anhatte.

Als ich Mulder wieder Gesellschaft leiste fällt mir auf, dass er eine schwarze Anzughose trägt. Wahrscheinlich hat er sich einen Smoking ausgeliehen, der allerdings durch die dicke Jacke, die ihn vermummt, verdeckt ist. Er gibt sich wirklich alle Mühe.

Ohne ein weiteres Wort geleitet er mich zur Tür hinaus und wir fahren in seinem Auto zu einem Lokal, das ich bis jetzt noch nicht kannte. Es ist ein kleines französisches Restaurant. Da ich kein Französisch spreche, werde ich jetzt auch nicht versuchen, den Namen richtig auszusprechen. Es ist einfach ein französisches Restaurant.

Wir treten ein und ein Kellner kommt uns entgegen. Freundlich begrüßt er uns, nimmt uns unsere Jacken ab und führt uns zu einem Tisch, den Mulder scheinbar reserviert hatte. Tatsächlich. Ein Smoking. Ich muss zugeben, normalerweise hätte mich dies beeindruckt. Heute allerdings nicht.

Meine Blicke schweifen durch den Raum, mustern die Weihnachtsdekoration. Mulder scheint es mit Sprachen besser getroffen zu haben als ich, denn er bestellt alle Gerichte auf französisch.

 

Wir verbringen die Zeit mit scheinbar sinnlosen Unterhaltungen und von Minute zu Minute wird mir klarer, dass ich im Grunde nicht hier sein will, sondern wo anders... bei jemand anderem.

Ich scheine mich endlich entschieden zu haben.

Gedankenverloren lausche ich Mulders Stimme, die sich immer mehr und mehr zu entfernen scheint. Auf einmal wird mir bewusst, dass ich nicht einmal mehr verstehe, was er mir sagt. Immer dann, wenn er eine Pause macht, nicke ich und lächle. Von Wort zu Wort aber werde ich weiter weg getragen.

Gerade als Mulder eine weitere Flasche Rotwein bestellen will, bitte ich ihn höflich darum, mich nach Hause zu fahren. Anfänglich etwas verunsichert gibt er meinem Wunsch letztendlich doch nach.

 

Vorsichtig öffne ich die Wagentür, als wir wieder vor meinem Appartement angekommen sind, und steige aus. Mulders Stimme hält mich für einen Moment zurück. "Kann ich... noch mit nach oben kommen?" Ich sehe ihn für den Bruchteil einer Sekunde an. Ein Zögern wäre eigentlich nicht notwendig gewesen, denn tief in meinem Inneren weiß ich, wie die Antwort lautet. "Nein. Ich denke nicht." Mit diesen Worten schließe ich die Wagentür und lasse einen sichtlich gekränkten Mulder zurück. Ja, es ist nicht fair ihn einfach ohne genauere Erläuterung zurück zu lassen, aber ich weiß ja im Moment noch nicht einmal selbst, was genau ich jetzt vor habe. Mit Sicherheit weiß ich nur, dass ich jetzt so schnell wie möglich nach oben will, ein besonderes Geschenk für einen besonderen Mann hole, und dann zu ihm fahre.

Als sich die Tür zu meinem Appartement hinter mir schließt, fällt mein Blick plötzlich auf das rote Päckchen, welches ein Stück aus meiner Manteltasche heraus ragt. Ich frage mich, warum ich es nicht schon früher geöffnet habe. Normalerweise kann ich es nicht abwarten, endlich Geschenke zu öffnen. Scheinbar hat mich etwas abgelenkt. Auch nach diesem Gedanken muss ich lachen. Etwas ist gut...

Meine Hand reicht nach unten und umklammert das Geschenk. Beinahe ungeduldig reiße ich das Papier herunter. Parfum. Ich lächle, als ich das Label erkennen kann. Woher kennt er meine Lieblingsmarke?

So viele Gründe kommen mir in den Sinn. Doch so schnell sie aufgetaucht waren, verschwinden sie auch wieder. Ich eile ins Wohnzimmer, wo all die Geschenke für meine Verwandten und Bekannten gestapelt sind, und nehme das oberste an mich. Das Geschenk für John. Ich wusste nicht so recht, was ich ihm kaufen sollte und so bekommt er eine vergoldete Krawattennadel. Ich weiß, sehr sinnvoll. Da er aber immer darüber klagt, dass er seine Krawattennadeln in einem konstanten Rhythmus verliert...

Die Wohnungsschlüssel, die vor wenigen Sekunden noch auf dem Tisch neben der Tür ruhten, sind nun wieder in meiner Hand. Mit der gleichen Eile, mit der ich das Appartement betreten habe, verlasse ich es nun wieder.

 

Den gesamten Weg zu Johns Wohnung über, werde ich von einem atemberaubenden Gefühl verfolgt. Die Straßenbeleuchtungen scheinen nur so an mir vorüber zu fliegen und die Zweifel, die ich noch wenige Stunden zuvor hegte, sind verschwunden. Genauso wie die vielen Leute, die nun scheinbar all ihre Wünsche erfüllt bekommen haben. Die Straßen von Washington D.C. sind nun mehr fast unbelebt. Einige Autos kurven noch umher und einige wenige Passanten überqueren die Zebrastreifen.

 

Als ich Johns Wohnung endlich erreicht habe, umgibt mich eine wohlige Wärme, als ich die vielen Lichterketten erblicke, die zur Zierde dienen. Langsam, ein wenig zögernd, trete ich zur Eingangstür und klingle. Ich blicke zu Boden und muss lächeln als ich die Fußmatte genauer betrachte. Im nächsten Moment wird die Tür geöffnet und ich blicke ruckartig auf.

"Dana, was machst du hier?" Er ist sichtlich verwundert über meinen nächtlichen Besuch und auch meine Abendgarderobe scheint ihm nicht entgangen zu sein. "Weißt du, ich... war mit jemandem essen, aber meine Gedanken waren dauernd wo anders. Und außerdem muss ich dir doch noch dein Weihnachtsgeschenk geben." Ich ziehe das Päckchen hinter meinem Rücken hervor und John scheint die versteckte Bedeutung meiner Worte verstanden zu haben. Mit einer einladenden Handbewegung fordert er mich auf, die Wohnung zu betreten. Ein angenehmer Zimtgeruch dringt an meine Nase und ich kann die leisen Töne eines Fernsehers wahrnehmen. Als ich in der Mitte des Zimmers stehe, erblicke ich einen wunderschön geschmückten Christbaum. Ich kann nicht anders und noch während John mir meine Jacke abnimmt und aufhängt, frage ich: "Hast du den Baum geschmückt?" Mein Augenmerk ist nun auf den großen goldenen Stern gerichtet, der auf der Spitze des Baumes thront. Der Stern sieht fast genauso aus wie der, den mein Dad immer auf die Spitze unseres Christbaumes setze. John gibt mir nur ein Nicken als Antwort, bevor er zu einer neuen Frage ansetzt. "Darf ich dir ein Glas Sekt anbieten?"

"Gerne.", entgegne ich. Er verschwindet in der Küche und ich trete ein Stück näher an den Fernseher heran. Als ich erkenne, dass er sich gerade "Die Weihnachtsgeschichte" ansieht, fühle ich mich wieder als Kind. Früher habe ich mit Melissa immer darüber gestritten, welcher Geist wohl am meisten dazu beigetragen hat, dass sich Ebenizer Scrooge so sehr verwandelt hat. Inzwischen weiß ich, dass keiner der drei erfolgreicher war, als der andere. Es war der Geist von Weihnachten, der ihn zu Besinnung brachte.

Ich setze mich auf die Couch, den Blick noch immer auf den Bildschirm gerichtet. Plötzlich erinnere ich mich an noch etwas, dass ich vor dem weggehen in meine Jackentasche gesteckt habe. So schnell es geht erhebe ich mich wieder, gehe auf meine Jacke zu, hole etwas heraus und setze mich schließlich wieder auf die Couch, das kleine Etwas verbergend.

Im nächsten Moment kommt John aus der Küche zurück, zwei Gläser mit Sekt in der Hand haltend.

"Ich würde dir ja jetzt gerne Kekse anbieten, aber im Backen bin ich eine Niete.", sagt er, während er mir das Glas entgegen streckt und sich schließlich neben mich setzt. Dankend nehme ich das Glas in empfang und deuten dann mit dem Kopf in Richtung Fernseher. "Ich liebe die Weihnachtsgeschichte...", werfe ich ein, bevor er nach der Fernbedienung greifen kann. Nun werden seine Lippen von einem Lächeln umspielt und er greift nach seinem Glas.

"Warte!", stoppe ich John, ehe er einen Toast ausbringen kann. "Ich möchte zuerst noch einen Fehler korrigieren, den ich vor gar nicht all zu langer Zeit begangen habe." Schnell ziehe ich den Mistelzweig, den ich von zu Hause mitgebracht habe, hinter meinem Rücken hervor und halte ihn über mich. Jetzt ist es an John zu lachen. Ich rücke ein Stück näher an ihn und er tut es mir gleich. Bevor sich unsere Lippen treffen, sage ich: "Frohe Weihnachten John." "Frohe Weihnachten, Dana.", ist die schlichte Antwort.

 

Eine unendlich lange Zeit später, gelingt es uns endlich einen Toast auszusprechen. Übermütig öffnet John sein Geschenk und ist überrascht, eine Krawattennadel vorzufinden.

 

Der Christbaum ist, nachdem der Fernseher aus ist, die einzige Lichtquelle, die noch den Raum erhellt, während zwei Körper aneinander geschmiegt auf der Couch sitzen.

Der Schneefall wird nun immer dichter und ein weisser Schleier legt sich über Washington D.C.


Eine unglaublich starke Kraft hat mir den rechten Weg gewiesen, hat mir gezeigt, wohin ich gehöre.

Es war die Magie von Weihnachten.




~ The End ~

 




Autorenbemerkung 2: An dieser Stelle gebührt natürlich noch Tally und Trinity ein gaaaanz großes DANKESCHÖN! Ohne euch zwei wären so viele meiner Stories nicht zu Stande gekommen. Danke! *knuddel*

Und bevor ich’s vergesse! Danke fürs lesen und, wie ihr ja schon wisst, würde ich mich sehr über FB freuen!



In diesem Sinne wünsche ich euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das Jahr 2002!