Titel: Black Flight
Autor: DAS WoD
Kontakt: Marion.Death@t-online.de
Kategorie: Scully-P.O.V., CD?
Rating: PG-13
Spoiler: nichts?
Disclaimer: Sie gehört nicht mir…usw. usw. usw.
Short-Cut: Er war dunkel…ihr Flug in die Freiheit.


Black Flight

 

Es ist dunkel.
Die Sterne fallen
Verdorben ist das Land.
Zerflossen ist deine Hand.
Die mich hielt.

Ich sehe hinab
In die unendliche Tiefe
Entdecke nichts
Nur die Angst
Tief in mir
Verletzt.

Ich fühle.
Breite meine Arme aus
Spüre den Wind
Der vorbeistreift
An meinen Armen
Fühle dich.

Ich fliege.
Weit hinaus.
Wie ein Vogel
Der das Meer überquert
Doch ich fliege nicht in die Freiheit
Ich fliege in die Dunkelheit
In den Tod.

Langsam setze ich meinen Fuß auf den kalten Boden. Streiche mit der Fußsohle über das Metall, das im seichten Mondlicht funkelt. Sehe auf den verschwommenen Schatten meiner Selbst, der sich in den Stahlplatten spiegelt.

Ich zittere. Es ist kalt. Ich habe nichts weiter an als ein dünnes, weißes Kleid, das an mehreren Stellen aufgerissen ist. Blut klebt daran. Zwei Tage ist es alt. Es ist nicht mein Blut, genau genommen weiß ich gar nicht mehr, wessen Blut es ist. Soviele Menschen waren in meinen Armen gestorben, zuviele Gesichter waren an mir unaufhaltsam vorbeigezogen, vorbeigezogen in das Nichts, das wir den Tod nennen. Wie Fotos reiht sich jedes einzelne Bild, das ich in diesen Sekunden sehe, in meinen Gehirn aneinander. Es ist, als will es sie speichern, aufbewahren für die Zukunft, damit ich später wissen werde, wie sie aussahen, meine letzten Minuten. Doch ich vermag keinen Sinn darin zu erkennen. Liegt vor mir doch lediglich eine große immer schwärzer werdende Landschaft. Gefüllt von nichts. Kein Baum sprießt aus dem Boden. (Gibt es einen Boden?) Kein Vogel zieht seine Kreise in der Luft. (Gibt es einen Himmel?).

Ich richte mich auf. Sehe zum Himmel. Trüb liegt er da, schwarze, von Staub umgebene Wolken ziehen an ihm vorbei, nehmen mir das letzte Licht, das mir verbleibt in dieser Welt, diese Welt ohne einen Anderen. Ich bin allein. Allein und gefangen in einem Käfig voller Zweifel, voller Verlust, voller Angst. Alle sind sie gegangen. Ich weiß nicht warum. Ich weiß nicht, was passiert ist. Alles, was einmal gewesen ist, existiert nicht mehr. Ich kann mich nicht daran erinnern. Ich bin der Einzige, der sich an etwas erinnern könnte und solange wie niemand sagen kann, ob etwas dagewesen ist, existiert die Vergangenheit nicht.

Vielleicht wissen die Vögel es. Gibt es hier noch Vögel? Vielleicht wussten die Steine es…doch sie sprechen nicht, hüllen sich schweigsam in ihren Schmerz, lassen mich zurück.

Was soll ich tun?

Meine Hand gleitet durch die aufkommenden Windböen. Sie durchtrennt die Luft, die mich umgibt. Es gefällt mir, wie der Wind mich umspielt, an mir vorbeigleitet, als sei ich ein Vogel. Ich breite meine mit Blut beschmierten Arme aus, lasse ihn ziehen…Das Kleid wirbelt hinter mir, meine Haare erheben sich zu einem monotonen Tanz um meinen Kopf herum. Ich schreite näher. Schritt für Schritt. Ich sehe den Weg, den Weg und die Landschaft, in der er endet. Ich lächle und ich fliege.

 

Ende

Okay, mit dem Gedicht sind es 474 Wörter…