AUTOR: Yellow
TITEL: Zeit
RATING: G
KATEGORIE: MoW
SPOILER:
DISCLAIMER: Mulder und Scully gehören Chris Carter und Fox
Broadcasting. Die Charaktere sind für diese Geschichte nur
ausgeliehen.
VORSCHAU: In einem Waldstück werden Mulder und Scully Zeugen
einer physikalischen Erscheinung, welche die Zeit beeinflusst.
FEEDBACK: Ist erwünscht!
AUTHORS NOTES: Es ist meine erste FanFiction! Für Kritik
bin ich dankbar. Einen Kritikpunkt kann ich schon vorweg nehmen -
es hat sich bestimmt der ein oder andere grammatikalische Fehler
eingeschlichen. Sorry im Voraus!
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Samstag 11.23 Uhr
Mulder saß am Steuer des Leihwagens und fuhr auf einer Straße
Richtung Süden. Obwohl es bereits nach 11:00 Uhr war, schien die
Sonne noch längst nicht aufgegangen zu sein. Es schien, als ob
sie heute überhaupt nicht aufgehen würde. Dicke Wolken standen
am Himmel und verdunkelten ihn.
Rechts und links neben der Straße waren Wälder. Wälder soweit
das Auge reichte. Die Tannen waren sehr hoch und wirkten düster.
Verstärkt wurde der düstere Eindruck durch den feinen
Nieselregen. Langsam summte der Scheibenwischer und befreite die
Frontscheibe vom Regen. Eigentlich war es weder die Jahreszeit
noch das Wetter, um einen netten Ausflug in den Wald
zu machen. Der Grund der Reise war jedoch so faszinierend, dass
das Wetter sogar noch schlechter werden könnte. Nein, Mulder
verwarf den letzten Gedanken das Wetter war eklig genug!
Neben ihm saß Scully und studierte vertieft die Blätter, die
auf ihrem Schoss lagen. Sie schien von den Details noch
faszinierter als Mulder zu sein. Hierbei brauchte sie weniger ihr
medizinisches sondern vielmehr ihr physikalisches Fachwissen.
Mulder hatte sie am frühen Morgen angerufen. Er habe Material,
dass sie sicher auch interessieren würde. Normalerweise bedeutet
dies nur, dass sich Mulder zu sehr in eine Sache vertieft hatte
und es Scullys Aufgabe war, ihn wieder auf den Boden der
Tatsachen zu bringen. Aber dieses Mal hatte er Recht. Und wie
Recht er hatte.
Sie hielt zwei Luftbilder in den Händen. Die Bilder zeigten das
gleiche Waldgebiet jedoch zu unterschiedlichen Zeiten. Und was
darauf zu erkennen war, war unglaublich. Dieses Phänomen kannte
sie von Galaxien oder weit entfernten Sternen, aber auf
Luftbildern? Die Photos schienen jedoch echt zu sein. Es waren
keine Fehler zu entdecken. Sie mussten einfach echt sein. Doch
zurzeit dachte sie nicht darüber nach, ob sie echt waren oder
nicht, sondern vielmehr was der Inhalt der Fotos sein könnte.
Wahrscheinlich hatten auch andere diese Fotos erhalten. Sie
würden nicht alleine dorthin unterwegs sein.
Als Mulder ihr die Bilder am Morgen zeigte,
erklärte er, dass er diese gerade eben von drei guten Freunden
erhalten habe. Scully kannte diese Freunde. Es waren dieEinsamen
Schützen. Woher die drei die Bilder hatten, mochte Scully
lieber nicht wissen. Aber dies ist auch egal, Mulder und sie
waren bereits auf dem Weg dorthin. Mulder hatte ein Auto gemietet
und sie waren unverzüglich aufgebrochen. Sie fuhren schon eine
ganze Weile und bald würden sie am Ziel sein. Was sie dort
erwartet, wusste keiner von beiden.
Und? Was konnten Sie nach langer Studie der Bilder
erkennen? Womit haben wir es zu tun, Scully? Scully seufzt
nur. Keine Ahnung!
Mit den Luftbildern schien auf den ersten Blick alles in Ordnung
zu sein. Doch bei näherer Betrachtung fiel auf, dass eine kleine
Hütte am rechten oberen Bildrand mehrfach erschien. Gegenüber
dem ersten Luftbild war der Abstand zwischen diesen Hütten auf
dem zweiten Luftbild geringer. Das erste Luftbild war ca. 24h
alt, das zweite ca. 12h. Beide stammen von einem
Fernerkundungssatelliten. Dies konnte sie an der Signatur im
rechten unteren Bildrand erkennen. Das faszinierende daran war,
dass es dort im Wald in Wirklichkeit nur eine Hütte gab!
Es scheint Ähnlichkeit mit einem Einsteinkreuz zu haben!
stellte Scully fest. Mulder nickte zustimmend. Doch damit
Licht im Raum der Massen gekrümmt wird, sind unwahrscheinlich
hohe Massen erforderlich! setzte Scully erneut. Ja,
sagte Mulder und egal was es ist, es scheint der Erde immer
näher zukommen! Wenn sich dieses Objekt gleichmäßig bewegt und
seine Richtung nicht ändert, muss es in etwa einer Stunde die
Hütte auf den Erdboden erreicht haben. Scully runzelte die
Stern Wer hat das berechnet? Unsere drei
Freunde., grinste er. Scully war es egal, wann das Objekt,
wie es Mulder nannte, oder was es auch sei, den Erdboden
erreichte. Auch wenn es nicht den Erdboden erreichte, wollte sie
gerne zu dieser Hütte. Sie hoffte es sehen zu
können. Bei dieser Masse müsste das Objekt
Satellitenbahnen und Schweremessungen in den angrenzenden
Gebieten beeinflussen. Haben unsere Freunde darüber etwas
gehört? Mulder zuckte mit den Schultern. Wenn sie
etwas gehört haben, haben sie nichts davon erzählt. Ich halte
es aber für unwahrscheinlich, da man sonst längst von
öffentlicher Seite her reagiert hätte. Oder auch
nicht., sagte Scully Immerhin handelt es sich um ein
unbewohntes Gebiet. Genauso ist es möglich, dass keine
Maßnahmen ergriffen wurden, um Panik zu vermeiden und dieses
Phänomen ungestört untersuchen zu können. Gut
möglich, antwortete Mulder auf jeden Fall glaube ich
nicht, dass wir dort alleine sein werden! Scully nickte
zustimmend und starrte wieder auf die Bilder.
Nach 20 Minuten hatten die beiden Agenten
eine kleine Raststätte erreicht. Der Nieselregen hatte
inzwischen aufgehört. Die Raststätte bestand aus einem sehr
kleinen Parkplatz mit Splittbelag für maximal 20 Fahrzeuge und
außer zwei Holzbänken und einem hölzernen Tisch gab es dort
Nichts. Ihr Auto stand alleine auf dem Parkplatz. Dies war kein
Wunder, die Straße war kaum befahren. Während der ganzen Fahrt
waren ihnen nur sehr wenige Fahrzeuge entgegen gekommen.
Mulder und Scully saßen im Auto und studierten eine Karte.
Es ist besser, wenn wir das Auto hier stehen lassen und zu
fuß zur Hütte gehen. Wenn wir nicht alleine sind, bietet uns
der Wald Schutz., sagte Mulder. Da konnte Scully nicht
widersprechen, Wenn wir uns beeilen, erreichen wir die
Hütte in fünfzehn Minuten. Wir sollten die Karte mitnehmen.
Mulder nickte. Scully reichte ihm die Karte. Er verstaute sie in
seinem Rucksack. Dann stiegen sie aus.
Sie trugen nicht ihre übliche Dienstbekleidung. Wieso auch, sie
waren außerdienstlich, so zu sagen privat, hierher gekommen.
Scully und auch Mulder trugen Jeans und hohe Wanderschuhe. Mulder
trug eine dunkelblaue Jacke mit einer Kapuze und war gerade dabei
seinen Rucksack aufzusetzen. Mit dabei hatte er seinen kleinen
digitalen Camcorder, seine Kamera, einen kleinen GPS- Empfänger,
ein Fernglas, ein elektrisches Hydro-/Barometer mit integriertem
Thermometer und natürlich eine Taschenlampe. Unter seiner Jacke
trug er seine Dienstwaffe. Auch Scully hatte ihre Dienstwaffe
dabei. Sie trug eine schwarze Jacke, die tailliert an ihrem
Körper lag. Die Jacke war angenehm warm und bot bei diesem
Wetter genügend Schutz vor Wasser.
Nachdem Mulder das Auto abgeschlossen hatte, steckte er den
Schlüssel in die Innentasche seiner Jacke. Er warf einen letzen
Blick auf sein Handy. Kein Empfang. Unsere Handys können
wir hier draußen vergessen., stellte er fest.
Er betrachtete den Parkplatz und die Straße. Jenseits der
Straße lagen mehrere große Felsbrocken. Sie boten die
Möglichkeit, sich dahinter zu verstecken und für längere Zeit
unerkannt zu bleiben. Er schaute Scully an. Wenn wir
getrennt werden, treffen wir uns hinter diesen Steinen.
Scully nickte, setzte ihre Kapuze auf und ging in den Wald. Kurz
hinter ihr folgte Mulder.
Mulder und Scully vermieden es Wege zu benutzen. Von denen gab es
ohnehin recht wenig. Bis jetzt schienen sie alleine zu sein.
Außer dem Knacken des Unterholzes durch ihre Schritte war
gelegentlich nur eine Eule zu hören. Einige Male wogen sich die
Tannen in einem leichten Luftzug und knackten dabei. Sonst
herrschte absolute Stille. Es schien alles ganz normal zu sein.
Man spürte weder einen größeren Druck noch irgendwas anderes
ungewöhnliches, was auf das bevorstehende Ereignis hinwies.
Der Wald war übersäht von Felsbrocken, ähnlich den Felsbrocken
die am Parkplatz lagen. Das Waldgebiet war recht eben und nur die
Hütte stand auf einen kleinen Hügel. Einen Berg konnte man es
nicht nennen, es war nur ein Hügel. Dieser Hügel war ihr Ziel.
Mulder folgte Scully immer noch und war in seinen Gedanken schon
längst bei den bevorstehenden Ereignissen. Vielleicht hatte
dieses Etwas gar keine sehr große Masse wie Scully vermutete.
Vielleicht sollte nur Etwas versteckt, so zu sagen unsichtbar,
gemacht werden. Dies klang sehr nach Science Fiction und er
äußerte von seinen Überlegungen nichts gegenüber Scully. Aber
diese Möglichkeit bestand durch aus. Er selber hatte gelesen,
dass nicht nur die amerikanische Regierung bereits Experimente
mit diesem Ziel durchgeführt hatten. Wieso sollten sie also
nicht den Durchbruch geschafft haben. 50km südlich gab es einen
kleinen Militärstützpunkt.
Natürlich reizte Mulder der nächste Gedanke viel mehr. Was war,
wenn dieses etwas nicht irdisch war? Egal ob irdisch oder nicht,
die andere große Frage war, ob sie es überhaupt sehen könnten.
Immerhin war auf den Fotos nichts zu sehen.
Scully schien davon überzeugt zu sein, dass das Einsteinkreuz
durch ein Objekt mit großer Masse verursacht wurde. Was dieses
Objekt sei, konnten sie sich nicht vorstellen. In der Astronomie
könnten dies andere sehr massereiche Sterne sein oder auch
schwarze Löcher. Aber auf der Erde?
Mulder wurde aus den Gedanken gerissen, als Scully plötzlich
stoppte und sich hinter einem großen Felsbrocken versteckte. Aus
Reflex folgt er ihr und versteckte sich ebenfalls hinter dem
Steinbrocken. Lautlos holte er das Fernglas aus seiner Tasche.
Scully zeigte mit dem Kopf in die Richtung direkt vor ihnen.
Vorsichtig legte sich Mulder in das Unterholz. Den Kopf gerade so
hoch, dass er mit dem Fernglas in diese Richtung schauen konnte.
Doch er sah nichts. Er ging wieder hinter den Stein in Deckung.
Er zuckte mit den Schultern und gab Scully das Fernglas. Die
beiden brauchten nicht zu reden. Sie wussten, was der andere
dachte.
Jetzt legte sich Scully in das Unterholz und
versuchte zu erkennen, wieso sie sich so erschrocken hatte. Sie
schaute eine ganze Weile durch das Fernglas, doch auch sie konnte
nichts entdecken. Nachdem sie sich wieder aufgerichtet und hinter
den Felsbrocken in Deckung gegangen war, flüsterte sie Ich
dachte, ich hätte zwei Männer in grauen Jacken gesehen. Sicher
bin ich mir jedoch nicht. Mulder nickte mit den Kopf Auch
wenn niemand da war, sollten wir jetzt vorsichtiger sein. Die
Hütte ist nicht mehr weit entfernt. Beide traten aus der
Deckung und gingen lautlos weiter. Diesmal vertiefte Mulder seine
Gedanken nicht. Sie mussten aufmerksam sein.
Wenig später hatten sie ihr Ziel erreicht. Sie hatten
beschlossen nicht direkt bis zur Hütte zu gehen, sondern in
sicherer Entfernung zu bleiben. Zwischen den Felsen gab es
mehrere Lücken, durch die sie die Hütte und auch den Himmel
darüber beobachten konnten.
Mulder betrachtete die Hütte durch das Fernglas. Die Hütte
schien leer zu sein und seit längerer Zeit nicht benutzt worden
zu sein. Insgesamt machte sie jedoch einen sehr robusten
Eindruck. Es war nur eine sehr kleine Hütte, höchstens 4 mal 4
Meter. Von ihrer jetzigen Position aus konnten sie die
Eingangstür und eine weitere Seite erkennen. Auf dieser Seite
war ein Fenster, das jedoch von dicken Klapptüren verschlossen
war. Vor der Hütte lag ein großer Haufen Holz, der mit einer
Plane abgedeckt war. Um die Hütte herum gab es einen Streifen
Grasfläche. Dank dieser war die Hütte auf den Luftfotos
überhaupt zu erkennen.
Nachdem Mulder nichts entdecken konnte, gab er das Fernglas an
Scully weiter. Mulder öffnete seinen Rucksack. Er verstaute die
Kamera in der linken Brusttasche seiner Jacke, positionierte
seinen digitalen Camcorder zwischen den Steinen und schaltete ihn
auf Aufnahme. Anschließend betrachtete er das Hydro-/ Barometer.
Er konnte nichts Ungewöhnliches feststellen. Dann schaute er
nochmals auf seine Armbanduhr. Es war 11:50Uhr. Der Einsame
Schütze hatte das Auftreffen des Phänomens auf die
Erdoberfläche für 12:05Uhr berechnet.
Scully betrachtete nicht nur die Hütte sondern das ganze Areal.
Auch sie konnte an der Hütte nichts Besonderes entdecken. Ich
kann niemanden entdecken, aber ich glaube nicht das wir alleine
sind., sagte Scully.
Sind sie auch nicht!, antwortete eine tiefe Stimme
hinter ihnen.
Mulder und Scully schauten erschrocken auf
und schauten direkt in den Lauf einer automatischen Waffe. Der
Mann hatte schwarze sehr kurze Haare und trug eine graue Jacke.
Er hatte sowohl die Haltung als auch die Stimme und das Aussehen
eines Soldaten. Hinter ihm stand ein zweiter, kleinerer Mann, der
ebenfalls mit einer grauen Jacke bekleidet war.
Los, nehmen sie schon die Hände hoch!, forderte der
Mann mit der Waffe Mulder und Scully auf. Beide hatten sich von
dem Schreck erholt und legten die Gegenstände, die sie noch
immer in den Händen hielten vor sich hin. Danach verschränkten
sie die Hände hinter dem Kopf. Aufstehen!, kläffte
der Mann. Es schien ein finsterer Geselle zu sein. Unterstützt
wurde der Eindruck durch seinen 3-Tage-Bart und der Narbe auf
seiner linken Wange.
Bevor Mulder und Scully sich aufrichteten, konnte Mulder noch
einen hastigen Blick auf das Barometer werfen. Der Luftdruck
schien zu steigen.
Der Mann wies mit dem Lauf seiner Waffe den Weg. Mulder und
Scully gingen voran. Sollte die Unternehmung beendet sein, bevor
sie überhaupt richtig angefangen hatte? Darf man nicht
einmal wandern gehen?, fragte Mulder. Wandern?
wiederholte der Mann mit der Narbe. Ja. Ist das ein
Verbrechen? Wo bringen sie uns hin? Was soll das?, sagte
Mulder ärgerlich. Mulder bekam mit dem Lauf der Waffe einen
kräftigen Schubs von hinten und drohte zu stolpern. Er konnte
den Fall mit einem Ausfallschritt vermeiden. Schnauze,
war die Antwort des Mannes. Der andere folgte der Gruppe stumm.
Der Wind wurde stärker und es begann wieder zu nieseln. Mulder
ging nicht aus dem Kopf, dass der Luftdruck gestiegen war.
Innerhalb weniger Sekunden war er um 25 hPascal gestiegen. Nach
den Berechnungen der Einsamen Schützen, musste dieses Etwas bald
den Erdboden berühren.
Nach 10 Minuten hatten sie die Hütte, die immer noch 100 Meter
von ihnen entfernt lag, zur Hälfte umrundet. Sie erreichten
einen einzelnen besonders großen Felsen. Der schweigsame zweite
Mann trat vor Mulder und Scully und kratzte mit dem Fuß auf der
Erde umher. Er legte eine hölzerne Falltür frei und gab mit dem
Fuß ein Klopfzeichen. Nach wenigen Sekunden öffnete sich die
Klappe und zwei weitere Männer traten heraus. Sie trugen
Uniformen der Armee. Name, Rang oder Dienstzeichen waren nicht zu
erkennen.
Die haben wir bei 0600 gefunden., berichtete der Mann
mit der Narbe, der seine Waffe immer noch auf Mulder und Scully
richtete. Angeblich Wanderer., setzte er fort.
Der größere von beiden Männern in grüner Uniform fragte:
Kann ich bitte mal ihre Ausweise sehen?
Als Mulder gerade in seine Jackentasche greifen wollte, um seinen
Ausweis vorzuzeigen, stellte er fest, dass es plötzlich absolut
still war. Das Rauschen der Bäume aber auch die Tiergeräusche
waren von einer auf die andere Sekunde verstummt. Er sah zu
Scully. Sie stand wie versteinert neben ihm. Erschrocken
betrachtete er die beiden Männer in den Armee- Uniformen vor
ihm. Der eine schien etwas sagen zu wollen, sein Mund war weit
geöffnet. Aber es war nichts zu hören.
Genauso schnell wie die Stille gekommen war,
war sie auch wieder weg. Jetzt brüllte der Mann vor Ihnen Mulder
an Nicht so schnell, Wanderer!
Mulder, der mit den letzten Eindrücken noch beschäftigt war,
hielt inne. Nach einigen Sekunden, fasste er in seine
Jackentasche und holte seinen Ausweis hervor. Der kleinere Mann
in Uniform betrachtete die Ausweise. Ich wusste gar nicht,
dass das FBI Wanderkurse anbietet. Da wäre ich doch mitgekommen.,
sagte er und grinste Mulder und Scully an. Verboten ist es
beim FBI auf jeden Fall nicht wandern zu gehen., antwortete
Mulder trocken. Scully sagte kein Wort. Wenn Mulder und die Lone
Gumen Recht hatten, drohte bald größere Gefahr als die Waffe
und die vier Herren um sie. Sie hoffte, dass dies Mulder klar
war. Jedoch mussten sie erst einmal mit dieser Situation fertig
werden, eh sie sich mit den nächsten Problemen
beschäftigen konnten.
Nach näherer Betrachtung der Ausweise steckte der kleinere von
beiden Männern diese in seine Jackentasche und ging Richtung
Falltür. Gestoppt wurde er von einem lautem Halt!
seines Kollegen. Was ist los?, fragte er verwundert.
Wo ist er hin? kam als Antwort. Gemeint war der
stumme Begleiter in der grauen Jacke. Er schien wie vom Erboden
verschluckt zu sein. Jeder suchte das umliegende Gebiet ab.
Keiner konnte ihn entdecken. Ich bin hier unten!,
drang eine Stimme aus der Tür. Wie zum Teufel kommst Du da
hin?, fragte der kleine Mann, der jetzt weiter Richtung
Tür ging. Er bekam keine Antwort.
Mulder fragte sich, was hier los war. Es schien alles normal zu
sein. Kein besonders starker Wind, immer noch ein leichter
Nieselregen. Aber die letzten beiden Minuten waren alles andere
als normal. Erst die Starre der anderen und jetzt das
Verschwinden und plötzliche auftauchen des Mannes.
Scully wusste auch nicht so recht, was sie von dem verschwinden
und wundersamen auftauchen des Mannes halten sollte. Plötzlich
völlige Stille. Sie betrachtete die Gegend und musste
feststellen, dass alle wie versteinert auf der Stelle standen.
Was war passiert? Sie ging ein paar Schritte, aber niemand
reagiert darauf. Sie ging zu dem kleineren Mann in grüner
Uniform und bewegte ihre Hand vor seinem Gesicht. Keine Reaktion.
Sie öffnete die Tasche und nahm die Ausweise wieder an sich.
Keine Reaktion. Was ist hier los? Sie ging wieder zu Mulder
rüber. Ein Schritt bevor sie ihn erreicht hatte, war die Stille
vorbei. Der kleinere Mann setzte seinen Gang zur Tür fort. Er
schien von den letzten Minuten nichts mitbekommen zu haben.
Warte, ich komme mit., sagte er und stieg die Leiter
hinunter.
Scully sah Mulder verwundert an. Egal was eben gerade passiert
war, es schien Mulder auch passiert zu sein. In seinem Gesicht
war der Ausdruck von Panik zu erkennen. Scully glaubte, dass der
Grund der letzten Erscheinungen mit dem Phänomen auf den
Luftbildern in Zusammenhang stehen musste. Es ist allgemein
bekannt, dass Masse, Gravitation und Zeit miteinander verbunden
sind. Wie diese Verbindung aussieht oder funktioniert, ist nicht
geklärt und wird höchstwahrscheinlich in absehbarer Zeit nicht
geklärt werden. Was ist, wenn das Einsteinkreuz nicht durch ein
Objekt mit extrem großer Masse verursacht wurde, sondern durch
ein Phänomen, dass die Zeit beeinflusste und durch die
Verbindung zwischen Gravitation und Zeit eine ähnliche
Erscheinung wie das Einsteinkreuz verursacht? Konnte so etwas
möglich sein? Sie lies ihre Augen in den Himmel wandern und
schaute anschließend wieder Mulder an. Der nickte nur kurz.
Zwischenzeitlich standen sie nur noch zu
viert um die Falltür. Was zum Teufel ist hier los?,
wiederholte der bewaffnete Mann, der gerade noch hinter Mulder
und Scully gestanden hatte. Jetzt stand er neben dem Mann in
grüner Uniform vor den beiden Agenten. Seine Waffe war immer
noch auf sie gerichtet. Mulder glaubte langsam zu verstehen, was
hier geschah. Plötzlich raschelte es im Unterholz, hinter Mulder
und Scully. Alle zuckten zusammen. Der Mann mit der Waffe schien
sehr nervös geworden zu sein. Wer ist da?, brüllte
er und zielte mit seiner Waffe auf diese Stelle. Keine Antwort.
Wer ist da?, wiederholte er seine Frage
nachdrücklich und schien in die Richtung des Geräusches feuern
zu wollen. Bevor er den Zeigefinger durchdrücken konnte und
Mulder sich bereits innerlich auf den Knall eingestellt hatte,
schien die Welt wieder still zu stehen. Es herrschte völlige
Stille. Mulder, es ist besser, wenn wir von hier
verschwinden., sagte Scully. Mulder schaute erschrocken zu
Scully. Sie schaute ihn an und wiederholte, Verschwinden
wir lieber. Außer ihrer Stimme war kein Geräusch zu
hören. Die anderen beiden standen wie angewurzelt da. Mulder
nickte und beide liefen los. Im Lauf schaute Mulder nach rechts
zur Hütte und glaubte Scully gut 5 Meter von ihm stehen zu
sehen. Dann schaute er nach links. Dort rannte Scully neben ihm.
Los, kommen sie schon!, brüllte sie.
Plötzlich der Knall. Mulder und Scully zuckten zusammen. Die
Zeit schien wieder normal zu laufen. Plötzlich konnte Mulder
nicht mehr weiter laufen. Ein stechender Schmerz raubte ihn den
Atmen. Die Welt schien sich zu drehen. Der Mund war wie
ausgetrocknet. Er sackte zusammen und blieb mit dem Gesicht nach
unten liegen. Er rang nach Luft.
Mulder!, brachte Scully vor Schreck hervor. Sie blieb
stehen und war für einen Moment wie versteinert. Auf Mulders
Rücken zeichnete sich ein Fleck ab, der schnell größer wurde.
Blut. Erschrocken machte sie einen Schritt Richtung Mulder und
schaute dabei kurz zu den beiden Männern. Diese beiden standen
ebenfalls starr da. Die Waffe war genau Richtung Scully
ausgerichtet. Als Mulder und Scully los gelaufen waren, hatten
sie den Weg der Kugel gekreuzt. Der Schuss, der in das Unterholz
gehen sollte, hatte Mulder direkt in den Rücken getroffen.
Vorsichtig drehte Scully Mulder um. Sein Gesicht war blass und er
atmete sehr schwer. Verdammt! sagte sie und hielt
Mulders Kopf. Mulder konnte nichts sagen. Keine Luft,
war sein einziger Gedanke. Die Welt drehte sich um ihn. Keine
Luft!, flüsterte er.
Verdammt was hast Du getan!, fauchte der Mann mit der
grünen Uniform den Mann in der grauen Uniform an. Der stand
immer noch wie gelähmt da und konnte nicht begreifen, was eben
passiert war. Verdammt.
Scullys Gesicht war blass. Sie hielt Mulders Kopf und hört sein
Röcheln. Sie wusste, dass sie nichts tun konnte. Sie wollte
etwas sagen, doch sie brachte keinen Ton hervor. Ihr Kopf war wie
leer gefegt. Angst und Panik machten sich breit.
Mulders Röcheln wurde stärker. Er lag leblos in ihren Armen.
Seine Augen drehten sich. Der Brustkorb hob und senkte sich kaum.
Die Atmung wurde schwächer, das Röcheln wurde stärker. Bald
schloss er seine Augen. Er lag völlig reglos da. Scully hockte
nun starr neben ihm. Nein!, war das einzige was sie
sagen und denken konnte.
Scully hockte neben Mulder und schien für
einen Moment Meilen weit weg zu sein. Die beiden uniformierten
Männer standen immer noch neben der Falltür. Sie unterhielten
sich sehr laut. Scully hörte nicht was sie sagten. Sie schaute
die beiden mit glasigen Augen an. Wie von Wunderhand war der eine
in einem Moment verschwunden und im nächsten wieder aufgetaucht.
Scully stand wie angewurzelt da. In ihrem Kopf herrschte völlige
Leere, es war als hätte man ihr den Boden unter den Füßen
weggezogen. Ihr wurde schwindelig. Sie musste sich zwingen, sich
wieder zu konzentrieren. Was nun? Plötzlich stand die Zeit
wieder still. Scully schaute zu Mulder herunter, der leblos neben
ihr lag. Die beiden anderen standen neben der Holztür. Scully
versuchte sich zu sammeln und ihre Gedanken zu ordnen. Es fiel
ihr schwer einen klaren Gedanken zu fassen.
Sie musste dem Mann in der grauen Jacke die Waffe abnehmen. Ihr
Blick wandte sich erneut auf Mulder, der scheinbar unendlich
friedlich neben ihr lag. Sie wischte sich die Tränen aus den
Augen. Nein, ging ihr wieder durch den Kopf.
Sie ging nicht direkt auf die beiden Männer zu, sondern machte
einen großen Bogen. Scully wich dabei in Richtung Hütte aus.
Plötzlich wurde ihr übel. Der Magen rebellierte, die Kehle
schien wie ausgetrocknet zu sein, sie musste gegen ein starkes
Schwindelgefühl ankämpfen, ihre Knie wurden ganz weich. Was
war nur los? So plötzlich wie die Übelkeit kam, so
plötzlich war sie auch wieder verschwunden.
Sie drehte sich um. Die Hütte war nun hinter ihr. Sie wollte zu
Mulder schauen. Aber was sie dann sah, raubte ihr den Atem. Sie
sah Mulder nicht auf den Waldboden liegen. Sie sah, wie sie
beide, Mulder und sie, scheinbar vor den anderen beiden wegrennen
wollten. Alle standen wie versteinert da. Sie wussten nicht, was
passiert war, aber sie wusste, was gleich passieren würde und
sie wusste, was sie dagegen tun musste. Sie rannte so schnell sie
konnte Richtung Mulder und machte einen Hechtsprung, um ihn zur
Seite zu stoßen. Gerade, als sie ihn erreicht hatte folgte ein
Knall.
Mulder fiel zur Seite auf eine hervorstehende Baumwurzel. Auf ihm
landete Scully. Der Schuss schlug in einen Baum ein.
Die Scully, die eben noch neben Mulder lief, war wie vom Erdboden
verschluckt. Mulder landete sehr unsanft auf der großen Wurzel.
Er verzog das Gesicht. Vorsichtig, Scully., brachte
er hervor. Sie brechen mir sonst alle Rippen. Scully,
die weich auf Mulder gelandet war, stand auf, wischte sich die
restlichen Tränen aus den Augen und lächelte nur Seien
sie froh, dass es nur die Rippen sind. Sie war erleichtert.
Sie wusste zwar nicht was passiert war, vielleicht würde sie es
irgendwann verstehen. Aber wichtig war nur, dass Mulder sich
jetzt wieder aufrichtete. Er hielt sich den linken unteren Teil
des Brustkorbs, auf den er gefallen war. Sein Gesicht war
schmerzverzerrt. Alles halb so wild., sagte Scully
glücklich und schaute Mulder an. Dieser schien verärgert zu
sein, wusste nicht, wie er Scullys Reaktion auffassen sollte - er
wusste nicht, was vorher geschehen war!
Nehmen Sie ihr Hände wieder hoch!,
kläffte der Mann mit der Waffe. Er stand immer noch an derselben
Stelle und hatte immer noch die Waffe in der Hand. Vorsichtig hob
Scully ihre Hände und verschränkte sie hinter ihren Kopf.
Passen sie besser auf, wohin sie damit zielen., sagte
Scully und nickte mit ihrem Kopf in Richtung Waffe. Mulder
verschränkte seine Arme ebenfalls hinter seinem Kopf. Er und
Scully standen jetzt etwas weiter von ihren Bewachern entfernt.
Es waren bestimmt an die 20 Meter.
Der Mann in der grünen Uniform holte zwei Handschellen aus
seiner Jackentasche. Kaum hatte er die Handschellen herausgeholt,
spürte Scully das Metall bereits auf ihrer Haut. Der Mann in der
grünen Uniform war gerade wieder auf den Weg zu seinen Kollegen.
Auch Mulder spürte das kalte Metall auf seinem Handgelenk. Sie
hatten nicht bemerkt, wie er ihnen die Handschellen angelegte
hatte. Sie waren einfach auf einmal da. Egal was hier vor sich
ging, sie mussten hier weg. Die Lage war außer Kontrolle geraten
und was noch schlimmer war, es bestand keine Möglichkeit sie
unter Kontrolle zu bekommen.
Das Stechen beim Atmen lies bei Mulder nach. Sicherlich war
mindestens eine Rippe angebrochen, doch dies war jetzt nicht das
Hauptproblem. Aus der Falltür kletterte der stumme Mann mit der
grauen Jacke wieder hervor und sprach kaum hörbar mit den beiden
anderen. Als die drei kurz abgelenkt waren, flüsterte Scully zu
Mulder Egal was passiert, nehmen Sie ihm die Waffe ab.
Mulder nickte und schaute zu den dreien rüber.
Was machen wir mit unseren beiden Wanderern vom FBI?,
fragte der Mann mit der Waffe laut. Mulder und Scully standen nur
da und hofften bald eine Gelegenheit zu erhalten, die Waffe in
ihren Besitz zu bringen. Der Wind der vorhin aufkam, legte sich
etwas. Wie lange sie hier schon standen, konnte keiner der
Anwesenden schätzen. Es musste schon eine lange Zeit gewesen
sein, da es begann dunkel zu werden. Alle Fünf standen sich nun
gegenüber und starrten sich an. Mulder hoffte, dass bald wieder
die absolute Stille einsetzen würde. Wenn sie die Waffe in ihren
Besitz bringen könnten, könnten sie fliehen. Für einen kurzen
Augenblick kam ihm die Idee zu versuchen seine eigene Waffe zu
ziehen. Dies würde jedoch keine Vorteile bringen. Es würde eine
Patt- Situation entstehen, aber fliehen könnten sie immer noch
nicht. Wenn sie die Waffe hätten, würde wahrscheinlich aus der
Holztür Nachschub gereicht werden, bzw. die Drei finsteren
Gestalten würden die Waffen ziehen, die sie unter ihren Jacken
trugen. Sie trugen mit Sicherheit Waffen, dachte Mulder.
Einen Moment später lagen die Handschellen vor Mulder auf dem
Waldboden. Laufen Sie, rief Scully, die bereits ein
paar Meter vor Mulder war und die Waffe in ihren Händen hielt,
die bis vor kurzem noch der Mann mit der grauen Jacke auf sie
gerichtet hatte. Mulder überlegt nicht und folgte ihr. Wir
müssen den Rucksack holen., schrie Mulder. Scully
korrigierte ihren Kurs leicht und rannte noch schneller. Mulder
hatte Probleme Scully zu folgen. Er konnte noch immer nicht tief
Durchatmen und dies war beim Laufen alles andere als hilfreich.
Die verwunderten Gestalten schrieen Halt! Bleiben sie
stehen! Und wie Mulder bereits spekuliert hatte, zogen sie
die Waffen, die sie unter ihre Jacken verbargen. Mulder und
Scully konnten währenddessen noch ein paar Meter gut machen. Die
ersten Schüsse waren zu hören. Zahlreiche Felsen boten einigen
Schutz, sodass Mulder und Scully recht sicher ihre
Ausgangsposition erreichten. Mulder packte die Sachen schnell
zusammen, während Scully ihm Rückendeckung gab und ziellos mit
der Waffe in Richtung der Verfolger schoss.
Während Mulder das Barometer einsteckte, warf er einen kurzen
Blick darauf. Der Luftdruck war wieder normal. Das erste Problem
hatte sich scheinbar erledigt, dachte er und rief zu Scully
Los, kommen sie! Mulder hatte seinen Rucksack bereits
wieder aufgesetzt. Beide rannten so schnell sie konnten Richtung
Parkplatz. Die Verfolger waren knapp hinter ihnen. Den Weg
zurück zum Auto zu finden war nicht einfach. Die bereits weit
fortgeschrittene Dämmerung lies den Wald anders erscheinen als
bei ihrem Hinweg. Sie rannten so schnell sie konnten und
versuchten immer Schutz hinter Felsen zu finden.
Die Felsen wurden spärlicher und die Verfolger schienen nicht
mehr entschlossen zu sein ihnen zu folgen. Noch immer schossen
sie wie wild um sich. Und die Schüsse wurden gezielter. Mehrer
Schüsse schlugen in den Baum neben Mulder ein. Direkt in
Kopfhöhe. Schneller!, rief er Scully zu. Scully lief
direkt neben ihn.
Scully glaubte die Straße bereits sehen zu können, war aber
enttäuscht, als es nur ein Waldweg war. Sie konnte sich an den
Waldweg erinnern. Sie waren nicht mehr weit vom Parkplatz
entfernt. Die Stimmen der Verfolger wurden immer leiser, doch
für Scullys Geschmack waren sie noch viel zu laut. Der Abstand
betrug jetzt 70, vielleicht auch 100 Meter. Gleich würden sie
das Auto erreichen. Sie sah zu Mulder. Der versuchte bereits den
Schlüssel für den Wagen aus der Jackentasche zu fischen. Da
plötzlich erhalte wieder ein Schuss. Er klang sehr viel näher.
Hatten die Verfolger so schnell aufholen können? Ein weiterer
Schuss schallte durch den Wald. Scully spürte einen stechenden
Schmerz im rechten Oberarm. Treffer, dachte sie. Sie lies die
Waffe fallen, die sie noch immer hielt. Ihr drohte abermals
Übelkeit. Sie würgte trocken und versuchte Mulder weiter zu
folgen. Mulder schrie Scully kommen sie, ich kann das Auto
schon sehen!. Scully biss sich auf ihre Lippen. Verdammt,
dachte sie, das kann doch nicht sein, reiß dich zusammen. Der
Schmerz ließ etwas nach.
Endlich hatten sie den Parkplatz erreicht. Mulder rannte jetzt
gut 10 Meter vor ihr. Er hatte bereits das Auto geöffnet und
stieg ein. Rasch öffnete er von innen Scullys Tür. Während
Scully einstieg, lies Mulder den Motor starten. Kaum klappte
Scullys Tür zu, trat er aufs Gas. Die Räder drehten auf
den Schotter durch. Die Verfolger hatten Mulder und Scully fast
eingeholt und schossen auf das Auto. Die Heckscheibe ging
klirrend zu Bruch. Dann fasten die Reifen und das Auto raste auf
der Straße davon.
Niemand hatte die Verfolgung der beiden Agenten mit einem Auto
oder einem Hubschrauber aufgenommen. Noch immer fuhr Mulder mit
Vollgas die Straße entlang. Als er auf seine Armbanduhr sah,
zeigte diese 19:00Uhr an. Sie waren über sieben Stunden im Wald
gewesen!
Scullys Arm wurde von einer Kugel leicht gestreift. Es war nicht
weiter dramatisch. Sie hatte sich mit Hilfe der unter ihrem Sitz
befindlichen Sanitasche selber verarztet. Trotzdem sah ihr
Gesicht blass aus. Sie merkte, dass ihre Hände noch immer
zitterten. Die Bilder der letzten Stunden gingen ihr durch den
Kopf und ein bestimmtes Bild immer wieder. Sie schaute zu Mulder.
Mulder ging es ebenfalls wieder besser. Das Stechen im Brustkorb
war zurückgegangen, die Übelkeit hatte er verdrängen können.
Jetzt machte sich Wut in ihm breit. Der digitale Camcorder, den
Scully bereits untersucht hatte, zeigte nur die Hütte. Keine
ungewöhnlichen Dinge waren zu sehen. Für die Ereignisse der
letzten Stunden gab es absolut keine Beweise. Keine Aufnahme,
keine Waffe oder Handschellen mit Fingerabdrücken, einfach
nichts, außer seiner gebrochenen Rippe, Scullys Schussverletzung
und einer zerbrochenen Heckscheibe. Das wäre ja auch mal etwas
Neues gewesen, dachte er.
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