Titel: Akte-X "Verlorene Zeiten" Teil 1
Autor: Andreas Krämer
Kontakt/Feedback: akraem313@aol.com
Kategorie: X-File
Rating: Ab 15 Jahren
Disclaimer: Ich habe mir Mulder, Scully, Mister X, Skinner und weitere bekannte Charaktere aus Akte-X nur ausgeliehen und möchte mich dabei höflichst bei 20th Century Fox entschuldigen, ebenso liegt es mir fern auch nur einen Cent mit der Geschichte zu verdienen.
Short-Cut: Als Mulder durch eine Zeitungsmeldung auf das Verschwinden eines Tankers in der Nähe des Bermudadreiecks aufmerksam gemacht wird, stoßen er und seine Kollegin Scully während der Recherchearbeiten auf ein dunkles Geheimnis der Regierung, was die ganze Weltwirtschaft destabilisieren könnte, falls die Wahrheit ans Tageslicht kommt.

 

 

Verlorene Zeiten

                                                      

 

1.Kapitel

 

Mulder´s Wohnung, Washington D.C. 23:05Uhr, 26.Sep.1996

Es war kurz nach 23.00Uhr, Mulder saß vor seinem Fernseher und sah sich den Film

"Lautlos im Weltall" an.

Er döste im Halbschlaf vor diesem, als es plötzlich an seiner Haustür klopfte.

Mulder schreckte auf, griff zur Pistole, ging zur Tür und entriegelte das Sicherheitsschloss.

"Warum so schreckhaft Mr. Mulder?", fragte ein Mann.

Mulder erkannte ihn sofort. Es war Mr.X, ein mysteriöser Charakter, der Mulder oft geholfen hatte, ihn aber auch davor warnte, falls er der Wahrheit zu nahe kam.

Mulder war sich nicht sicher auf wessen Seite er stand, dennoch steckte er die Pistole wieder weg.

"Was wollen Sie?", fragte Mulder leicht übermüdet.

"Das sollten wir besser in Ihrer Wohnung besprechen!", sagte Mr. X mit tiefer ernster Stimme. Mulder bat den Mann hinein und setzte sich mit ihm an den Wohnzimmertisch.

Schließlich holte Mr.X ein Päckchen aus seiner braunern Jacke und legte es auf den Tisch.

"Was ist das?", fragte Mulder, als er das unscheinbare Päckchen sah.

"Etwas, was Sie bestimmt interessieren wird!", sagte Mr.X und machte sich auch schon auf den Weg zur Tür.

Mulder lief ihm hinterher und packte ihn am Arm.

"Wieso helfen Sie mir?", fragte Mulder skeptisch.

"Es gibt Zeiten Agent Mulder, wo die Lügen die Wahrheit nicht mehr vertuschen können!", sagte er.

"Und nun lassen Sie meinen Arm los!", sagte Mr.X wütend.

Mulder löste den Armgriff und ließ ihn gehen, danach begab er sich wieder in die Wohnung und öffnete das unscheinbare Päckchen.

Es fielen eine Kassette und ein Zeitungsausschnitt aus diesem. Mulder betrachtete die Zeitung und las folgendes:

 

                        

                                                        25.Sep.1996 The Norfolk Tribune   2$

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                                  TANKER SPURLOS VERSCHWUNDEN!

Norfolk/Virginia

In der Nacht vom 23. auf den 24. September 1996 verschwand der japanische Tanker Sikanjo vom Radarschirm der Kontrollstation. Die Ursachen sind bis heute ungeklärt, ein Team der Küstenwache konnte keine Spuren des Tankers finden.

Laut Aussage der amerikanischen Niederlassung der japanischen Firmengruppe SitecGroup Inc. befand sich der Tanker auf dem Weg nach Norfolk um eine Ladung von 400.000 Barrel Öl zu laden.

"Der Tanker ist zwischen den Bahamas und Puerto Rico verschwunden". So James Striker, Sprecher der Küstenwache.

Es scheint als habe das Bermuda-Dreieck wieder ein Schiff verschlungen. Wollen wir hoffen, dass es  keine weiteren Fälle wie diesen gibt, denn das Bermuda-Dreieck ist eines der großen Geheimnisse unserer Erde.

Stephen Richards

 

Mulder hatte die Zeitungsmeldung aufmerksam durchgelesen, und wieder seinen Forscherdrang in ihm aktiviert, aber da war noch die Kassette.

Er nahm sie und legte diese in einen Recorder.

"Hier Captain Ikashi Tokano vom japanischen Tanker Sikanjo, nehmen Kurs auf Norfolk um Öl zu laden, bitten  um Anweisun...."

"Sikanjo... Sikanjo können Sie uns empfangen over".

"Ja...warten...Moment, sehe großes Licht auf.....kommen...benötigen Hilfe, over".

"Licht?, over".

"Ja.....es ist weiß und halt...Hilfe...es umhüllt uns..........".

"Sikanjo...können Sie nicht mehr empfangen, over".

Rauschen

Als die Aufnahme endete, nahm er die beiden Beweisstücke mit und fuhr damit zu Scullys Wohnung um ihr die Aufnahme und den Zeitungsausschnitt zu zeigen.

 

Scully´s Wohnung, Washington D.C, 26.Sep.1996, 23:45Uhr.

Die Wohnung von Scully lag in einem Mietshaus im 3.Stock.

Es herrschte Ruhe in dem Haus und Mulder begab sich ins 2.Stockwerk, die Tür hatte die Nummer 18 und er klopfte an dieser.

Scully erschien im Schlafanzug an der Wohnungstür und schaute Mulder müde an.

"Mulder!“ Sie gähnte. „Was suchen Sie denn um diese Zeit bei mir?", fragte Scully.

"Ich habe etwas Interessantes entdeckt", erwiderte er freundlich.

"Das letzte Mal als Sie mir Beweise zu etwas Interessanten zeigten, wären wir beinahe erschossen worden", erwiderte Scully weniger enthusiastisch.

"Es ist kalt hier draußen", hauchte Mulder, als er in seine Hände hauchte, um die Kälte los zu werden.

"Ok… Mulder kommen Sie rein!", sagte Scully.

Scully führte Mulder in die kleine aber geräumige Küche.

In deren Mitte lag ein kleiner Tisch, worauf eine Vase mit Blumen stand.

"Kaffee?", fragte Scully.

Mulder nickte und Scully schaltete die Kaffeemaschine ein, man konnte hören wie der Kaffee durchlief.

"Also Mulder, was ist so wichtig, dass Sie mich so spät stören?", fragte sie daraufhin.

Mulder holte die Zeitung und die kleine Kassette aus seiner Jackentasche.

Scully nahm die Zeitung und las diese durch.

"Eine ganz normale Zeitungsmeldung, Mulder", sagte Scully.

"Hören Sie sich diese Aufnahme mal an!", sagte Mulder.

Scully nickte, nahm die Kassette entgegen und hörte sie sich an. Während die Aufnahme lief, ging Mulder zur Kaffeemaschine und schüttete etwas Kaffee in eine Tasse.

"Mulder, ich glaube wir sollten nachforschen und das Rätsel lösen", sagte sie.

"Gut, wir treffen uns dann morgen in der FBI-Zentrale und beginnen mit den Nachforschungen", sagte er.

Mulder fuhr wieder nach Hause und schlief erstmal, um für den morgigen Tag ausgeruht zu sein.

 

FBI-Zentrale, Washington D.C, 27.Sep.1996, 8:30Uhr.

Mulder hatte die ganze Nacht kaum geschlafen und kam recht übermüdet in sein Büro an. Es war klein, überall hängen Fotos von Ufo´s, auf dem Schreibtisch stand ein PC. Ein großes Poster war am meisten auffällig, es zeigte ein Ufo, das über einem Wald schwebte. Darunter stand in großen weißen Buchstaben „I want to Believe!“.

Auf seinen Regalen lagen Bücher, Aufzeichnungen und ein seltsames Metallstück, es stammte aus der Lagerhalle von Area 51, wo Mulder das Roswell-Ufo gesehen und auch betreten hatte.

Plötzlich tauchte Scully im Büro auf.

"Morgen Mulder, wir sollten zur Küstenwache fahren und nachfragen", schlug sie vor.

"Ok", erwiderte Mulder.

Mulder nahm sein Jackett, zog es an, und ging mit Scully und der Kassette im Gepäck zur Kontroll-Station der Küstenwache.

 

Norfolk Naval-Base, Norfolk/Virginia 27.Sep.1996, 10:15Uhr.

Das Hauptgebäude lag inmitten des Stützpunktes umringt von Hafenanlagen, im Hafenbecken ankerten mehrere Zerstörer und ein Atom-U-Boot der LosAngeles-Klasse

Der Stützpunkt war umzäunt und auf einem blauen Schild, stand in weißen großen Buchstaben: UnitedStatesNavy, Norfolk-Naval Base

Vor dem Zaun stand ein Kontrollhäuschen, das von einem Navy-Offizier besetzt war.

Mulder fuhr vor und musste anhalten, ein Sergeant klopfte an sein Fenster.

Er öffnete die Fensterscheibe.

"Guten Morgen, Ihr Name?", fragte der Sergeant.

"Fox Mulder und das ist meine Kollegin Dana Scully", sagte er und zeigte die Ausweise vor.

"FBI?", fragte der Sergeant.

"Ja, wir sind hier um Nachforschungen anzustellen", erwiderte er.

"Haben Sie eine Genehmigung dafür?", fragte er.

"Was denken Sie denn!", erwiderte Mulder.

"Ok, Sie dürfen passieren", sagte der Sergeant, gab die Ausweise zurück und ließ das Tor öffnen.

Mulder startete den Motor wieder und stoppte seinen Ford Mondeo auf dem Parkplatz des Stützpunktes.

Die Beiden stiegen aus, gingen zu der großen Eingangstür und öffneten diese.

Dort angekommen stand ein Sergeant und bat die Agenten ihre Ausweise vorzuzeigen, sie durften passieren.

Der Sergeant begleitete die beiden zu dem Commander des Stützpunktes, ein großer langer grauwandiger Gang führte an Türen vorbei, einiges Navy-Personal schaute die Agenten komisch an, nach ungefähr 70m passierten sie eine Linksabbiegung, an deren Ende lag eine große hölzerne Eichentür.

Der Sergeant klopfte an dieser und eine ältere Stimme bat sie herein.

Das Büro des Commanders war rustikal und geräumig eingerichtet, an der rechten Wand stand eine alte Standuhr, an der linken Seite war ein großes Bücherregal aufgestellt und davor stand eine große Glasvitrine mit einem Schlachtschiff, die S.S Virginia.

"Commander Mainsfield, diese beiden Leute möchten mit Ihnen reden. Sie sind vom FBI.", sagte er.

"Danke Sergeant Briggs, Sie können den Raum verlassen!", sagte Com. Mainsfield streng.

Sergeant Briggs verließ den Raum sofort  und schloss die Tür.

Commander Mainsfield war ein älterer weißhaariger Mann und trug eine Brille, er studierte gerade eine Zeitung.

"Setzen Sie sich doch", sagte Com. Mainsfield freundlich, schaute die Agenten an und wies mit seiner rechten Hand auf die beiden Stühle.

Mulder und Scully setzten sich auf die bequemen weichen Stühle.

"Sie sind vom FBI?", fragte er.

"Ja, ich bin Special Agent Fox Mulder und das ist meine Kollegin Dana Scully", sagte er.

"Gut, aber was führt Sie zu mir?", fragte der Commander, als er sich eine Zigarre ansteckte.

"Nun, es geht um das verschwinden eines Tankers aber lesen Sie selbst", sagte Mulder.

"Ach...Sie meinen den Artikel in der Norfolk-Tribune?", fragte Com. Mainsfield.

"Ja, genau, Sie wissen davon?", fragte Mulder.

"Nun...in der Nacht als der Tanker verschwunden ist, haben wir ca. 2 Stunden später ein Notsignal von einer Rettungsinsel aufgefangen", erwiderte er.

"Wollen Sie damit sagen, Sie haben einen Überlebenden?", fragte Scully energisch.

"Ja...sein Name ist Takashi Yamato, er war Koch auf dem Tanker", sagte er zögernd.

"Können wir mit ihm reden und was ist mit den Radaraufzeichnungen?", fragte er.

"Die Radaraufzeichnungen sind merkwürdigerweise seit gestern verschwunden", erwiderte der Commander.

"Verstehe...können wir jetzt den Überlebenden sehen?", fragte Mulder.

"Es tut mir leid, er ist heute morgen gegen 8:00Uhr aus dem Marinekrankenhaus entlassen worden und seine Adresse habe wir leider nicht", erwiderte der Commander.

"Das ist schade. Trotzdem, danke. Wir müssen jetzt leider los, kommen Sie, Scully.", sagte Mulder streng.

"Nicht zu danken", sagte der Commander und die Beiden verließen das Büro.

 

                                                        2.Kapitel

 

Als Mulder und Scully das Büro des Commanders verlassen hatten, telefonierte er

mit einem Büro des Marineministeriums in Washington.

 

Marine-Ministerium, Washington D.C. 27.Sep 1996, 10:39Uhr.

"Ja!", sagte Mr. Steinberg.

"Sind Sie mit dem Phoenix-Projekt vertraut?", fragte Com. Mainsfield.

"Ja, ist etwas passiert?", fragte Mr. Steinberg bedächtig.

"Das FBI ist auf uns aufmerksam geworden, zwei Agenten waren hier", erwiderte er.

"Haben Sie ihre Namen?", fragte Mr.Steinberg.

 "Fox Mulder und Dana Scully", sagte Com. Mainsfield.

"Verstehe, ich werde veranlassen, dass Sie die Nachforschungen aufgeben", sagte er.

"Gut", sagte Commander Mainsfield und legte auf.

Kurz danach telefonierte Steinberg mit einem anderen Büro des Pentagons.

Mulder und Scully waren inzwischen an ihrem Ford angekommen und stritten sich über den Sinn der Nachforschungen.

"Mulder, dieser Fall ergibt keinen Sinn!", sagte Scully energisch.

"Die verbergen etwas, da bin ich mir ganz sicher", sagte Mulder nervös.

"Und was ist wenn Mr.X Sie wieder reingelegt hat!", schrie Scully.

"Ich traue ihm zwar nicht, aber wir sollten trotzdem weiterforschen", sagte Mulder.

"Auf Ihre Verantwortung Mulder, aber nun lassen Sie uns diesen Koch finden.“, gab sie leicht säuerlich nach

Mulder und Scully bestiegen daraufhin das Auto, fuhren zum Flughafen und buchten einen Flug nach Washington.

 

FBI-Zentrale, Washington D.C, 27.Sep.1996, 2.Stunden später.

Die beiden Agenten waren inzwischen an der FBI-Zentrale angekommen.

Mulder machte sich auf den Weg ins Büro, während Scully zur FBI-Bücherei ging, um Nachforschungen anzustellen.

Auf den Weg zu seinem Büro wurde Mulder plötzlich von Skinner aufgehalten und in sein Büro gebeten.

"Agent Mulder dürfte ich Sie in mein Büro sprechen?", fragte Skinner streng.

Mulder zögerte erst, ging aber doch in Skinners Büro.

Das Büro von Skinner war größer als Mulders, an der Wand hing ein Bild des Präsidenten und auf seinen Tisch stand ein kleines Aluminiumschildchen. „Thank you for no Smoking“ stand darauf.

Mulder setzte sich auf Wunsch von Skinner, dem Assistent Director des FBI hin.

"Was wollen Sie?", fragte Mulder sauer.

"Sie haben ohne Genehmigung von mir Nachforschungen angestellt und deswegen habe ich bereits Druck von ganz oben bekommen", sagte Skinner energisch, aber ruhig.

"Aber.....", sagte Mulder.

"Sie und Agent Scully haben Ihre Kompetenzen bereits überschritten, aber ich werde vorerst nichts veranlassen, es sei denn Sie oder Agent Scully befinden sich in Gefahr", sagte Skinner, wobei er Mulder mitten im Satz unterbrach.

"Ich danke Ihnen", erwiderte Mulder skeptisch.

"Und nun verlassen Sie mein Büro!", sagte Skinner unfreundlich.

Mulder verließ Skinners Büro mit einem unguten Gefühl in der Magengegend und machte sich auf den Weg zur FBI-Bücherei um Scully zu helfen.

Die FBI-Bücherei lag tief unter dem Hauptgebäude, dort lagerten tausende von Aufzeichnungen über Personen, Zeitungsmeldungen etc.

Diese Bücherei war abgedunkelt und hatte keine Fenster, um die Bänder zu schützen.

Scully saß an einem Mikrofilmlesegerät und sah die Bänder durch.

Mulder ging auf das Lesegerät zu und sprach mit Scully, die aufmerksam das Gerät bediente.

"Na Scully, irgendwas gefunden?", fragte Mulder.

"Sie sehen so gestresst aus Mulder, hat Skinner Sie fertig gemacht?", erkundigte diese sich.

"Er hat uns beide beschimpft und gedroht uns von diesem Fall zu entfernen, da wir wie er gesagt hat unsere Kompetenzen überschritten hätten", erwiderte Mulder.

"Dann müssen wir wohl aufpassen, wir scheinen da auf etwas gestoßen zu sein, was niemand erfahren darf", kommentierte Scully besorgt.

Mulder nickte und deutete auf den Monitor.

"Ich denke, ich habe da etwas Interessantes herausgefunden", reagierte Scully auf seinen Blick.

"Und was?", fragte Mulder.

"Nun in den letzten fünf Jahren verschwanden auf merkwürdiger Weise Tanker, Containerschiffe. Sowie die Rising Star, ein 825.000Brt. Tanker zum Beispiel, der 1991 spurlos verschwand. All diese Schiffe haben eins gemeinsam, sie passierten die selbe Route und sind japanisch ", erwiderte Scully.

"Wie viele Schiffe waren es?", fragte Mulder.

"Soweit ich diesen Aufzeichnungen trauen kann, waren es über 14 Schiffe und sie gehörten der selben Gesellschaft", erklärte Scully.

"Der Sitec-Firmengruppe", schlussfolgerte Mulder.

"Ja....", sagte Scully erstaunt.

"Dann sollten wir unseren japanischen Freunden mal einen Besuch abstatten und nachfragen, ob Sie einen Takashi Yamato beschäftigen", schlug Mulder vor.

"Ja und außerdem würde ich vorschlagen, danach ein Forschungsinstitut aufzusuchen, um mehr über das Bermuda-Dreieck und sein Geheimnis zu erfahren", sagte sie.

"Ok, dann machen wir es so", erwiderte er.

 

Die Beiden verließen die Bücherei und machten sich auf den Weg zu ihren Auto.

Unten in der Tiefgarage angekommen, stiegen sie ein, starteten den Ford und fuhren zu der amerikanischen Niederlassung der Sitec-Gesellschaft.

 

Amerik.Verwaltung der Sitec-Gesellschaft, Orangeburg in South Carolina, 14:32Uhr.

Das Bürogebäude war ein fünfstöckiges Bürohaus mit teurer Silberglasfassade, der Eingangsbereich wies eine große Automatik-Tür aus Glas aus, die mit blauem Kunststoff umrahmt war.

Das Gebäude lag abseits in einem Gewerbegebiet.

Die beiden Agenten verließen ihren Wagen und gingen in das Gebäude, innen bestand der Boden und die Decke aus Marmor und vom Infoschalter, der ca.10m vom Eingang entfernt lag, führten zwei Aufzüge nach oben in die Büros des großen Bauwerks.

Hinter dem Infoschalter stand in großen silbernen Buchstaben SitecGroup Inc. auf der Marmorwand.

Eine junge schwarzhaarige Frau stand hinter dem Infoschalter und arbeitete an ihrem PC, wo sie anscheinend Daten eingab.

Als Mulder und Scully zu dem Infoschalter gingen, sprachen sie mit der Empfangsdame.

Auf einem kleinen Schildchen stand ihr Name: Cathy Hanson.

"Mrs.Hanson?", fragte Mulder.

"Ja", erwiderte Cathy, nachdem sie aufhörte Daten in den PC einzutippen, um sich mit den Beiden zu unterhalten.

"Was wünschen Sie?", fragte Cathy.

" Nun…Wir sind Agent Mulder und Scully vom FBI. Wir suchen jemanden, der bei ihrer Firma arbeitet", erklärte Mulder.

"Einige Schiffe ihrer Gesellschaft sind verschwunden. Ich denke, Sie wissen davon bescheid.", steuerte Scully bei.

"Haben Sie einen Termin?", fragte Cathy.

"Ja...ähm", sagte Mulder zögernd.

"Ihr vollständiger Name?", fragte Cathy.

"Fox Mulder", sagte er.

Cathy blickte kurz auf einen Terminkalender hinab und schüttelte energisch den Kopf.

"Tut mir leid...bitte besorgen Sie sich einen Termin", bat Cathy und wendete sich wieder ihrem PC zu.

"Danke", sagte Mulder leicht sauer.

Auf dem Weg zum Eingang unterhielt sich Scully mit Mulder.

"Mulder...wir können den ganzen Fall vergessen, ohne den Koch kommen wir sowieso nicht weiter", erklärte Scully streng, aber sanft.

"Warum interessiert sich eine Gesellschaft wie Sitec nicht für das verschwinden ihrer Schiffe. Sie stellen doch sicher einen enormen Wert dar", grübelte der Agent vor sich hin.

"Was vermuten Sie?", fragte Scully.

"Nun dieser Fall riecht irgendwie nach Verschwörung, erstmal sollten wir diesen Koch ausfindig machen", erwiderte Mulder. "Ich werde mal wieder Mr. X kontaktieren, vielleicht weiß er etwas",

"Mr. X?", fragte Scully.

"Ja...ich mache mich dann auf den Weg nach Hause und warte", erwiderte Mulder.

"Ok, ich werde dem Institut für Meeresforschung einen Besuch abstatten und Sie dann informieren", sagte Scully.

"Schön...ich setze Sie dann dort ab", sagte er.

 

Mulder setzte seine Partnerin an dem Institut ab und fuhr nach Hause, um Mr.X zu kontaktieren.

 

Mulder´s Wohnung, Washington D.C, 27.Sep.1996, 3 Stunden später.

Es war kurz nach 17:30Uhr. Mulder holte Klebeband aus einer seiner Schubladen und klebte zwei Streifen in Form eines X auf die Fensterscheibe und beleuchtete diese mit einer Lampe. Der Agent setzte sich auf seine Couch und wartete. Nach einigen stillen Sekunden fiel ihm ein, dass er noch nicht nach seinen E-Mails geschaut hatte, also machte er es, vielleicht befand sich wieder anonyme Post darunter.

Mulder startete den PC und öffnete seine Mailbox, es befand tatsächlich ein anonymer, aber mit einer Online-Adresse versehener Brief.

Er klickte diesen an und fand eine Nachricht von einem gewissen YamTak@sitnet.com

Mulder erkannte in diesem Online-Namen Takashi Yamato, dem vermutlichen Koch des Tankers. Er sollte ihn morgen gegen 7:00Uhr am Washingtoner Memorial treffen, die Nachricht schien schnell geschrieben worden zu sein.

Er schaltete den PC aus und wartete auf ein Zeichen von Mr. X.

Endlich, nach 3 Stunden warten, klopfte es an seiner Tür und Mulder öffnete diese und Mr. X trat ein und blieb im Flur stehen.

"Na.. Mr .Mulder, schon weiter gekommen?", fragte er.

"Nein...es scheint mir fast so, als ob Sie mich reinlegen wollen", erwiderte Mulder provozierend.

"Wenn ich Sie reinlegen würde, dann hätte ich ihnen schon längst den Laufpass gegeben, aber ich bin bereit ihnen soweit zu helfen, wie ich es für richtig halte", sagte Mr.X streng.

"Ok...wie Sie wollen, aber ich lasse mich nicht von ihnen benutzen!", erwiderte Mulder.

"Gut...Agent Mulder, aber was wollen Sie wieder von mir?", fragte Mr.X.

"Ich wüsste gerne, ob Sie mir mehr Informationen geben könnten?", fragte er.

"Auf gar kein Fall, Agent Mulder", sagte Mr.X, verschwand aus der Wohnung und fuhr mit dem Auto weg.

Mulder guckte noch aus dem Fenster und sah wie er wegfuhr, er konnte im Licht der Straßenbeleuchtung das Nummernschild des Wagens erkennen:TMA-37-20.

Er schrieb die Nummer auf einen Zettel, vielleicht würde diese Nummer ihm irgendwann weiterhelfen, um Mr. X aufzuspüren oder sein Wohnort ausfindig zu machen.

Mulder steckte den Zettel in seine Brieftasche, danach legte er sich schlafen.

Kurz nach 6:30 klingelte der Wecker, Mulder schreckte auf und zog sich schnell um, denn er wollte diesen Japaner treffen.

Er lief aus der Wohnung, stieg ins Auto und fuhr zum Washingtoner Memorial, wo er nervös wartete.

 

Washingtoner Memorial, Washington D.C, 28.Sep.1996, 6:57Uhr.

Mulder setzte sich auf eine Bank, es war dunkel und der Morgenebel schuf eine beklemmende Atmosphäre, die sofort Mulder spürte. Plötzlich tauchte im Nebel eine Silhouette auf. Sie kam näher und man konnte erst jetzt sehen, dass es eine Person war, ein Japaner. Er kam auf Mulder zu und setzte sich neben ihn auf die Bank.

"Entschuldigen Sie, dass ich mich verspätet habe", sagte er mit japanischem Akzent.

"Ok...was wollen Sie von mir, Sie sehen mir nicht wie ein Koch aus?", fragte Mulder.

"Ich komme vom japanischen Geheimdienst und möchte ihnen einiges sagen, was Sie bestimmt interessiert, es eilt", sagte er.

"Vom japanischen Geheimdienst?", fragte Mulder leicht verwirrt, aber interessiert.

"Ja...ich sollte nachforschen, warum so viele Schiffe der Sitec-Gesellschaft in letzter Zeit verschwinden und deshalb wurde ich auf einen Tanker der Firma eingeschleust und bin dort auf etwas Unheimliches gestoßen", sagte er.

"Und was?", fragte Mulder.

Der Japaner sah sich um, bevor er zu sprechen begann.

"Wir...kreuzten zwischen Puerto Rico und den Bermuda-Inseln, als plötzlich ein greller Lichtstrahl das Schiff erfasste und förmlich umschloss. Wir hielten uns die Ohren zu, da das grelle weiße Licht von einem hohen Summton begleitet wurde. Auf der Brücke zersprangen die Fenster. Plötzlich wurde der Tanker von einem starken Ruck erfasst und in eine Art Lichttunnel gesogen. Ich rannte zum Vorderdeck des Schiffes, um den Tunnel zu fotografieren, aber dann verlor ich das Gleichgewicht und stürzte ins Meer. Durch einen Peilsender, den ich bei mir hatte, konnte ich ein Dauer-SOS-Signal absetzen", erwiderte er zögernd und mit ängstlicher Stimme, wenn er daran dachte.

"Soll das heißen, dass das Schiff möglicherweise in eine Art…?“ , fragte Mulder.

"Ja.....möglicherweise...aber...hier" Als würde er Mulder Gedanken erraten, antwortete der Mann hastig. Etwas schien mit ihm nicht zu stimmen. Er zitterte und Schweiß bildete sich auf seiner Stirn. Er wollte fortfahren, doch der Japaner brach zusammen. Von einer Sekunde auf die Andere  löste er sich sprichwörtlich in Luft auf und hinterließ lediglich eine schwarze Substanz auf den Boden. Kurz vorher hatte er noch einen kleinen Zettel und ein Foto aus seinem Jackett gezogen, die nun auf den Boden gefallen waren.  Auf dem Schwarzweißfoto war eine große runde Steintafel zu sehen, davor standen mehrere Leute, die sich an die Scheibe lehnten.

Mulder erschrak und starrte einige Momente nur auf den Boden. Dann nahm er den Zettel und das Foto, auf diesem Zettel stand die Adresse eines Professors:

 

Prof. James Ferguson

South Avenue.27

557436 Raleigh/North Carolina

 

Mulder rannte zu seinem Auto und fuhr so schnell wie möglich zur FBI-Zentrale, um Scully dieses unglaubliche Erlebnis zu erzählen.

 

FBI-Zentrale, Washington D.C, 28.Sep.1996 ,7:25Uhr.

Mulder befand sich gerade in seinem Büro, als Scully eintrat und mit ihm redete.

Er war ziemlich aufgeregt und nervös, dies bemerkte Scully sofort.

Mulder saß an seinem Tisch und fuhr sich zitternd durch die Haare.

"Was ist denn los, Mulder?", fragte sie erstaunt.

"Sie werden nicht glauben, was ich in der letzten 30 Minuten erlebt habe!", erwiderte er.

"Was erlebt?", fragte Scully fordernd.

"Ich habe mich mit unserem japanischen Freund getroffen. Er war kein Koch, sondern ein Agent des japanischen Geheimdienst", erwiderte er nervös, aber gefasst.

"Vom Geheimdienst?", fragte sie verwirrt und sah ihn mit großen Augen an.

"Ja...er wurde auf diesem Tanker eingeschleust, um der Sache nachzugehen und hat mir auch gesagt, was er erlebt hatte", erklärte er.

"Das Erlebnis scheint nicht gut gewesen zu sein, oder?", fragte sie interessiert.

"So, wie er es erzählt hat, nein. Das ganze Schiff war vom Licht umgeben, was von einem hohen Summton begleitet wurde. Aber das war noch nicht mal das Unglaublichste an diesem Agenten. Er hat sich förmlich aufgelöst, als er mir gerade was Wichtiges sagen wollte. Vorher fiel noch ein Zettel aus seinem Jackett. Ich kann es ihnen zeigen", erwiderte er angespannt.

"Aufgelöst?", fragte Scully verdutzt.

"Ja.....aber nun kommen Sie, ich bin mir sicher dieser Professor kann uns weiterhelfen", sagte er.

"Ich wollte ihnen noch etwas über das Bermuda-Dreieck sagen“

"Das können Sie mir auf den Weg nach Raleigh sagen, Ok?", fragte er.

Scully nickte und die beiden fuhren zum Flughafen.

 

Mulder und Scully saßen nebeneinander in der Boeing 747 von Continental-Airlines, das Flugzeug war voll besetzt und es war laut, aber man konnte sich noch unterhalten.

"Nach den neuesten Forschungen soll gefrorenes Methangas für das verschwinden von Flugzeugen und Schiffen verantwortlich sein", sagte Scully.

"Methangas......aber was hat es mit diesem Licht auf sich?", fragte Mulder.

"Tja...darauf wusste auch das Forschungsinstitut keine Antwort", sagte Scully.

"Die wollen die Wahrheit nicht verstehen....", kommentierte Mulder energisch.

"Ist schon gut Mulder, regen Sie sich nicht auf!", erwiderte seine Partnerin und versuchte ihn zu besänftigen. .

"In dieser X-Akte steht, dass sich die Besatzung nach des Philadelphia-Experiments in einer Hafenbar förmlich in Luft auflöste oder einfach verbrannte", sagte er.

"Dieses Experiment hat offiziell nie stattgefunden und das merkwürdige Benehmen der Besatzung kurz nach dem Experiment ist nur auf hören sagen zurückzuführen und die meisten Zeugen, die das erlebt haben sollen, sind entweder tot oder schweigen, zwar hat es einen kleinen Artikel in einer bedeutungslosen Zeitung gegeben, aber....", sagte Scully.

"Aber.....Scully vielleicht gehört dieser Doktor zu dem überlebenden Zeugen!", versuchte er sie zu überzeugen.

"Schön Mulder, wir landen aber jetzt"

Das Flugzeug landete in Raleigh und die beiden Agenten nahmen sich ein Mietwagen und fuhren zu dem Wohnhaus des Professors. Es lag ganz am Ende einer Neubausiedlung. Er wohnte zurückgezogen in einem alten Wohnhaus, das im viktorianischen Stil gebaut war und sich unauffällig den anderen Häusern anpasste.

 

 

3. Kapitel

 

Dr. Fergusons Haus, Raleigh in North Carolina, 28.Sep.1996, 9:20Uhr.

Mulder klopfte in Begleitung von Scully an der weißen Haustür und ein älterer grauhaariger Mann erschien an der Tür und öffnete diese.

Der Professor war ein alter Mann, in seinem Gesicht konnte man sehen, das er ein arbeitsreiches Leben hinter sich hatte.

"Was wünschen Sie?", fragte er.

"Wir möchten mit ihnen reden", erwiderte Mulder.

"Um was geht es denn?", fragte er zögernd.

"Ein Freund hat mir ihre Adresse gegeben", sagte Mulder.

"Gut...kommen Sie rein", sagte er, bat die Beiden hinein und verschloss die Haustür hinter ihnen.

Das Wohnzimmer des Professors war altmodisch eingerichtet: Eine alte Couch, ein Schreibtisch, ein Fernsehgerät und PC, der auf den Schreibtisch stand, hinter der Couch stand ein großes Bücherregal.

Auf dem Tisch, der vor der Couch stand, befanden sich mehrere Magazine, unter anderem auch das WallStreetJournal. Der Professor schien sich für Wirtschaft zu interessieren.

Durch das Fenster, das mit einer unschönen grünen Gardine behangen war, schien die Nachmittagssonne hindurch und beleuchtete das Wohnzimmer mit einem matten Lichtschein und schuf eine wohnliche Atmosphäre.

Dr. Ferguson setzte sich mit den Agenten auf die lange braune Couch.

"Schönes Wohnzimmer haben Sie", sagte Scully.

"Danke, aber was wollen Sie genau von mir?", fragte Dr. Ferguson.

"Was wissen Sie über das Philadelphia-Experiment?", erkundigte Mulder sich sofort.

"Ich bin der Einzige von zwei Wissenschaftlern, die bis heute überlebt haben, ich kann ihnen fast alles über das Projekt erzählen.....", erwiderte Mr. Ferguson.

"Gut, schießen Sie los, wo kann ich denn ihren Kollegen finden?", fragte Mulder.

"Mit meinem ehemaligen Kollegen habe ich den Kontakt abgebrochen, da er seine Dienste einem großen Konzern zur Verfügung gestellt hat", erwiderte er verbittert und ging zu einem Wandschrank, holte eine Flasche Whisky hervor, goss etwas davon in ein Glas und trank zwei Gläser davon hintereinander.

Mulder und Scully guckten etwas besorgt zu, anscheinend war er eine sehr schlechte Meinung über seinen Kollegen.

"Wollen Sie auch was?", fragte Dr. Ferguson.

"Nein, danke…im Dienst trinken wir nicht, sorry", sagte Scully.

Dr. Ferguson setzte sich wieder an den Wohnzimmertisch, nachdem er die Flasche Whisky wieder in den Wandschrank gestellt hatte.

"Sie sind sehr verbittert über ihren Kollegen, oder?", fragte Scully.

"Ja...sein Name ist Franklin Reno, er soll seit mehr als 20 Jahren bei Sitec arbeiten, habe aber Gerüchte gehört, dass er tot ist", erwiderte er säuerlich.

"Sitec......", murmelte Mulder.

"Ihnen ist die Firma bekannt?", fragte Dr. Ferguson.

"Ja...ich war dort und wollte anfragen, ob Sie einen Takashi Yamato beschäftigen", sagte Mulder.

"Wenn Sie möchten...erzähle ich ihnen etwas über diese japanische Firma", bot der alte Mann an.

"Ok", erwiderte Mulder.

Scully nickte, holte einen Notizblock und einen Kugelschreiber aus ihrer Jacke und schrieb alles auf, was er sagte.

Der Professor stand auf und holte eine Schüssel Plätzchen aus einem Schrank.

"Bedienen Sie sich...es wird lange dauern, ihnen alles zu erzählen", sagte der Doktor.

Die Beiden nickten und hörten interessiert den Worten des Wissenschaftlers zu.

"Diese Gesellschaft wurde 1957 von Takamoto Ikara gegründet, seine Firma wurde durch den Handel von Öl und Rohstoffen sehr reich. Im Laufe der Jahre baute er die Firma zu einem schwer überschaubaren Konglomerat aus. Merkwürdig ist nur, dass dieser Konzern seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr im japanischen Handelsregister eingetragen ist,", erklärte er.

"Aber das war nicht der einzige Grund, warum Sie nachgeforscht haben, stimmts?", fragte Mulder.

"Ja, im Jahre 1972 übernahm er eine kleine Firma vom amerikanischen Staat, die eigentlich gar nicht zu seinem Unternehmen passt", sagte Professor Ferguson ruhig.

"Was für ein Unternehmen war es?", fragte Scully.

Der Professor zögerte und kratzte sich nachdenklich am Nacken.

"Ähm....warten Sie.....ich glaube, sie hieß Anderson & Litchfield Electronics, ein kleiner Technologiekonzern, der keine finanziellen Schwierigkeiten, hatte aber trotzdem für lächerliche 20Mio.$ übernommen wurde, mit Segnung des Handelsministeriums, aber der Marktwert lag bei über 250Mio.$, merkwürdig, oder??", erwiderte Ferguson bestürzt.

"Schön und gut, aber worauf wollen Sie hinaus?", fragte Mulder ungeduldig.

"Ist ja gut....Anderson & Litchfield arbeitete eng mit der Regierung zusammen, in alten Unterlagen einer Lagerhalle der Firma fanden Angestellte von Sitec Ergebnisse und Aufzeichnungen des Philadelphia-Experiments, die wohl von der Regierung vergessen wurden, man wertete die Unterlagen aus und stieß auf meinen Namen. Ich wurde gefragt, ob ich Interesse hätte das Projekt weiterzuführen, ich lehnte dankbar ab.....", sagte er und atmete durch.

"Ihr Kollege aber....", sagte Mulder, der Professor stand auf und ging in den Raum auf und ab, wobei er seine Arme hinter seinen Rücken verschränkte.

"Ja...er nahm das Angebot an und nahm das Projekt wieder auf. Genug Kapital stand ja zur Verfügung...aber nach einiger Zeit wurde der CIA darauf aufmerksam und wollte das Projekt unter allen Umständen stoppen, da es aber schwarze Schafe im CIA gab, ließen sich einige überreden für die Firma zu arbeiten. Eines dieser schwarzen Schafe hatte soviel Macht, dass es den CIA umstimmen konnte, das Projekt zu decken und mit der japanischen Firma zusammen zuarbeiten. Der Name dieses Mächtigen lautet Fabian Steinberg, ein ehemaliger deutscher Wissenschaftler, der auch an diversen Geheimprojekten mitgewirkt haben soll, aber das sind nur Gerüchte. Er arbeitet zurzeit beim Marine-Ministerium", erwiderte Ferguson streng.

"Korrupter geht es nicht mehr", sagte Mulder ernüchternd.

"Das sind schwarze Programme des CIA, die offiziell nicht existieren", sagte Scully, die sonst eigentlich eher skeptisch war.

"Tja...das ist eben unsere Regierung.....das Philadelphia-Experiment ist nun in den Händen dieses Konzerns und des CIA. Es wurde in Phoenix-Projekt umbenannt und fortgeführt, das Ziel des Philadelphia-Experimentes war es Schiffe von einem Ort zum Anderen zu teleportieren. Die U.S.S Eldrigde, ein Geleit-Zerstörer der US-Marine, wurde 1943 von ihrem Heimathafen in Philadelphia zu der Marineweft in Norfolk in Virginia teleportiert. Die Experimente wurden 1956 eingestellt", sagte Professor Ferguson ebenfalls ernüchternd.

"Weil ein Teil der Besatzung das Experiment nicht überlebte, oder?", fragte Scully neugierig.

"Ja.....ein Teil der Besatzung ging nach dem Experiment in eine Hafenbar, um sich zu erholen. Einige fielen immer wieder in die Unsichtbarkeit zurück oder wurden wahnsinnig, was wohl durch die Teleportation zu erklären war. Wir waren damals noch nicht soweit auch Lebewesen zu teleportieren. Die Navy jedoch wollte es nicht wahrhaben und wiederholte das Experiment an  der Eldrigde mit Besatzung ", sagte er verbittert.

"Woher haben Sie diese Information?", fragte Scully.

"Hab’s durch eine Kellnerin erfahren, die früher in der Hafenbar Gin Mill gearbeitet hat, das war die Bar, wo die Besatzung Landurlaub gemacht hat. Sie wurde 1 Woche später geschlossen, aber ich habe die Kellnerin seit 15 Jahren nicht mehr gesehen. Wo sie wohnt, weiß ich nicht", antwortete der Professor wirsch.

 "Aber über das Phoenix-Projekt wissen Sie nichts?", fragte Mulder nach.

"Nein, tut mir leid!", erwiderte er nachdenklich.

Mulder nahm das Foto aus seiner Jacke und zeigt es dem Professor.

"Hmmmm......ich weiß nicht, was diese runde Ding zu bedeuten hat. Warten Sie, da steht ja mein ehemaliger Kollege Franklin Reno neben dem Ding", sagte der Professor.

„Was könnte er dort zu suchen haben?“, fragte Mulder neugierig.

Der Professor fuhr sich nachdenklich durch die Haare.

„Ich habe keine Ahnung, wirklich.“, grübelte er vor sich hin. "Aber nun müssen Sie mich wirklich entschuldigen. Ich habe zu tun…", sagte er und forderte das Agentenpaar damit Indirekt zum Gehen auf. .

"Geht klar, kommen Sie, Scully", reagierte Mulder.

Der Professor jedoch holte einige Unterlagen hervor und übergab sie Scully.

"Danke, aber was ist das?", fragte Scully.

"Kopien von meinen Recherchenarbeiten und meinem Tagebuch, wo fast jeder Tag beschrieben ist, an dem ich an dem Philadelphia-Experiment beteiligt war. Normalerweise war so etwas verboten, aber ich hab’s einfach aus Solidarität getan, denn ich konnte es nicht ertragen, dass Menschen für das Projekt geopfert wurden, denn die Marine hatte nur militärische Interessen an den Projekt und auf die Menschen haben die keine Rücksicht genommen, falls Sie verstehen, was ich meine", sagte er verbittert und verabschiedete sich von den Beiden.

Mit den neuen Erkenntnissen begaben sich die beiden Agenten zu ihrem Auto und fuhren zum Flughafen.

"Neue Beweise Scully, falls es stimmt, was der Mann uns da erzählt hat, dann stehen wir vor der größten politischen Verschwörung seit dem Watergate-Skandal und das ist wohl nicht das Einzige, was wir mit der Zeit entdecken werden", sagte Mulder energisch.

"Falls es wirklich so ist, wie Sie sagen, dann sollten wir die Hände von diesem Fall lassen. Was ist, wenn das Phoenix-Projekt noch etwas viel Schlimmeres ist und Menschen ohne sie zu fragen dafür von höchster Stelle geopfert wurden? Ich würde vorschlagen, dass wir nach Washington zurückfliegen und uns eingehender über Anderson & Litchfield informieren ", schlug Scully vor.

"Scully, schön, dass Sie sich langsam meiner Meinung anschließen. Vielleicht sollten ich Sie mal zum Essen einladen", sagte Mulder mit einem Augenzwinkern.

"Mulder, dafür habe ich momentan nicht die Ruhe, aber was werden Sie machen?", fragte Scully erneut mit energischen Unterton nach.

"Mal sehen, vielleicht passiert ja etwas völlig Unerwartetes und ich komme dem Geheimnis des Phoenix-Projektes auf die Spur", erwiderte Mulder.

"Ihre Erwartungshaltung ist beispielhaft Mulder", sagte Scully.

Auf dem Weg zum Flughafen bemerkte Scully, die gerade das Tagebuch aufschlug, im Rückspiegel einen schwarzen Wagen, der sie schon seit ca.15min zu verfolgen schien.

"Mulder, wir werden verfolgt, geben Sie Gas", sagte Scully laut.

"Nein Scully, wir sollten abwarten und so tun, als hätten wir Sie nicht bemerkt", schlug er vor.

Scully nickte und studierte das Tagebuch, es war blau und mit einem kleinen Schildchen versehen und es sah alt aus, so als hätte es jahrzehntelang in einen Schrank gelegen.

 

Raleigh International Airport in North Carolina, 28.Sep.1996, 11:35Uhr.

Am Flughafen angekommen, stiegen die Beiden aus und gingen ruhig zu einem Schalter. Ihre Verfolger waren dicht hinter ihnen, sie verließen kurz nach den Agenten den Wagen. Es waren schwarz gekleidete Männer. Sie trugen schwarze Sonnenbrillen und traten sehr selbstbewusst auf. Sie schauten sich nach Mulder und Scully um.

In der Abfertigungshalle herrschte Hochbetrieb, denn zur Mittagszeit machten sich die meisten Geschäftsleute und Kurzurlauber wieder auf den Weg nach Hause.

Mulder und Scully bevorzugten Continental-Airlines, wenn sie einen Fall an einem Ort zu erledigen hatten.

Die Schalterangestellte sah sehr gestresst aus und hatte wenig Geduld.

"Wohin wollen Sie?!", fragte Paula Richards unfreundlich.

"Zwei Tickets nach Washington, Economyklasse bitte!", erwiderte Mulder.

"Ok, hier… macht 175 Dollar", sagte sie und übergab den Beiden die Tickets.

"Der Flug wurde schon aufgerufen!", sagte Paula streng.

Mulder und Scully liefen zur Gangway, doch sie wurden von den beiden Männern verfolgt.

An der Gangway angekommen, zog einer der Männer plötzlich eine Waffe.

"Halt! Stehen bleiben oder ich schieße!", schrie der dickere Mann.

Der Mann zögerte nicht und schoss tatsächlich. Einige Kugeln pfiffen durch die Halle und Menschen liefen erschrocken und schreiend davon. Eine Kugel traf einen älteren Mann an der rechten Schulter, wieder eine Andere schlug 10 cm über Mulders Kopf ein und hinterließ ein kleines Loch in der Wand der Gangway.

Durch die Schießerei wurden die Sicherheitskräfte des Flughafens darauf aufmerksam und liefen den Männern hinterher, die sich auf den Weg zu ihrem Auto machten.

Die Sicherheitskräfte eröffneten anschließend das Feuer. Einer der Männer wurde am Arm verletzt, konnte sich aber trotzdem zum Auto retten und startete ihren Wagen. Durch einen kräftigen Druck auf das Gaspedal verschwanden sie. Der ältere Mann wurde von einem Notfall-Team versorgt.

"Mulder, ist alles in Ordnung?", fragte Scully besorgt.

"Ja, wir sollten besser von hier verschwinden", erwiderte er durchatmend.

Die Agenten stiegen in das Flugzeug und eine Stewardess, die sich geduckt hatte, stand wieder auf und nahm die beiden Tickets entgegen.

"Es geht schon wieder", sagte Mulder zur Stewardess, die ihn besorgt anschaute.

Im Flugzeug, einer Boeing 747-300, nahmen die Agenten Platz und warteten, bis alle Passagiere Platz genommen hatten und die Maschine abhob.

Kurz nach dem Start führte eine Stewardess die Sicherheitsvorkehrungen vor, falls das Flugzeug in einer Notsituation kommen sollte.

Da in den Sitzen kleine Fernsehgeräte eingebaut waren, guckte Mulder sich eine Sendung an, doch die wurde durch eine Sondermeldung unterbrochen.

"Guten Tag, meine Damen und Herren, meine Name ist Peter Franklin, auf dem Flughafen Raleigh in North Carolina kam es zu einer Schießerei zwischen Sicherheitsbeamten und zwei unbekannten Männern. Einer der Männer wurde verletzt, dennoch war ihm die Flucht möglich. Die Hintergründe sind uns leider unbekannt", sagte der Nachrichtensprecher.

"Scully!", rief Mulder aus.

"Hm…? ", erwiderte sie, denn sie war in das Tagebuch vertieft und suchte nach Anhaltspunkten, warum die Besatzung des Zerstörers das Experiment nicht überlebte.

"Scully, haben Sie gerade die Nachrichten mitgekriegt?", fragte er.

"Nein…", gab sie zu.

„Gerade war ein Bericht über unsere schwarz gekleideten Freunde im Fernsehen und wir wurden nicht mal erwähnt. Vielleicht will uns jemand schützen und hoffentlich bekommt Mr.Steinberg kalte Füße, denn ich vermute, er ist für das Phoenix-Projekt verantwortlich und ich will endlich wissen, was damit los ist", sagte er leicht sauer.

Scully störte es nicht und sie studierte das Tagebuch weiter, Mulder hatte genug und legte sich schlafen. Währen dessen wurden einige Leute im Pentagon nervös.

 

Marine-Ministerium, Washington D.C, 28.Sep.1996, 30min später.

In einem Büro des Marineministeriums saßen vier ältere Herren zusammen und beratschlugen sich.

"Ihre Leute haben versagt, das könnte unser Projekt gefährden", sagte Mr.Steinberg.

"Es waren gute Leute und Sie haben sie verschwinden lassen", sagte der Krebskandidat.

Fabian Steinberg stand auf und lief in dem recht großen Büro hin und her, jetzt konnte man auch die beiden anderen Männer erkennen.

Diese saßen in ihren Sesseln und grübelten über die Situation nach.

Der eine war ein junger dicker Japaner. Er trug einen Manageranzug, der Andere sah aus wie ein Professor, dieser trug einen Laborkittel und machte einen gebildeten Eindruck.

"Irgendwelche Vorschläge, meine Herren?", fragte Mr.Steinberg streng.

"Nun...diese Neuentwicklung zwingt uns wohl dazu unseren Plan etwas vorzuverlegen", sagte Mr. Yutano Takamato, 27-jähriger Sohn von Ikara Takamato, dem Chef von Sitec und Leiter der amerikanischen Geschäfte der Firmengruppe, die international im Rohstoffmarkt tätig war und offiziell 7 Mrd. Dollar Umsatz machte.

"Mr. Reno, wann wird die Archimedes auslaufen?", fragte Mr. Takamoto.

"Sobald die Mannschaft bereit ist", antwortete dieser.

"Hört sich an, als hätten Sie Probleme, nicht wahr Herr Professor?", fragte Steinberg mit beleidigtem Unterton.

"Hmmm...Ja, einige Mannschaftsmitglieder weigern sich strikt das Serum zu nehmen, weil sie Nebenwirkungen befürchten, aber bis jetzt waren haben doch alle Mannschaften, die das Portal passiert haben, überlebt, sie scheinen Angst zu haben", erklärte Prof. Sinclair.

"Angst? Die kenne ich nicht, ich werde ihnen das Gehalt verdoppeln, wenn Sie die ihrigen Spezialisten dazu bringen, das Schiff zu betreten und das Serum zu schlucken, verstanden!", gab Mr. Takamoto kund.

"Mr. Takamoto.....schön, aber ich werde nicht mitfahren, verstanden!", erwiderte er.

"Die Archimedes ist das letzte Schiff, also ich dürfte Sie höflichst bitten, mitzufahren, denn wir wollen ja nicht, das unser Projekt durch ihre Sturheit misslingt oder Herr Professor?", fragte der Krebskandidat provozierend.

"Aber......", klagte der Professor.

"Aber.....Sie wissen was passiert, wenn Sie unsere Befehle nicht befolgen", sagte der Japaner drohend.

"Ok...wie Sie wollen, aber dürfte ich vorher noch nach Hause?", fragte er.

"Schön...Herr Professor aber bitte keine Tricks, wir haben die Abfahrt des Schiffes auf den 30. September, gegen 5 Uhr festgelegt, Sie haben also genug Zeit", erklärte Mr.Steinberg.

"Meine Herren, ich muss leider wieder züruck zu meiner Firma, wenn sie entschuldigen", sagte der Japaner.

"Ok...Sie dürfen den Raum verlassen", erlaubte der Krebskandidat.

"Mr...könnten Sie veranlassen, dass die beiden FBI-Agenten den Fall endgültig aufgeben?", fragte Mr. Steinberg hoffnungsvoll.

"Ja...ich werde es so veranlassen", sagte der Krebskandidat.

"Die Presse hat über die Schießerei berichtet, aber das Problem haben wir bereits in den Griff bekommen", erklärte der Zigarettenraucher.

"Danke...aber nun lassen Sie mich allein, bitte!", sagte Mr.Steinberg und lehnte sich in seinen Sessel und zündete sich zufrieden eine Zigarre an, denn das Projekt schien gerettet zu sein, glaubte er jedenfalls.

 

Allison-Luftwaffenstützpunkt, Petersburg in NorthCarolina, 28.Sep1996, 12:47Uhr.

Der Allison-Luftwaffenstützpunkt war mit einer Luftabwehreinrichtung ausgestattet, die mit neuen Luftabwehraketen ausgerüstet war und dazu in der Lage waren auch höher fliegende Flugzeuge abzuschießen. Im Moment wurden die Raketen auf einen Testflug vorbereitet.

Vor dem Radarschirm saß ein erfahrener Spezialist, der sich bestens mit den Raketen auskannte.

Plötzlich kam ein Offizier zu ihm und gab ihm einen Befehl, den er nur ungern ausführte.

"Mr. Price, checken Sie bitte die Raketen nochmals durch!", sagte Colonel Grand.

"Aber Sir, das habe ich schon vor einer halben Stunde getan", erwiderte Price säuerlich.

"Dann machen Sie’s halt noch einmal", schrie Colonel Grand. „Wir müssen sicher gehen, dass alles perfekt funktioniert.“

John Price verließ nicht gerne seinen Platz, denn er war auch für die Einstellung der Kursdaten der Raketen zuständig.

Nachdem Price gegangen war, gab der Colonel unbemerkt einen neuen Kurs für die Raketen ein. Der Befehl kam von dem Krebskandidaten und der Colonel hatte es nicht gewagt, diesen Befehl zu verweigern.

Er gab also den Kurs auf der Tastatur ein und wartete.

Der Spezialist war inzwischen zurückgekehrt und hatte schlechte Laune.

"Die Sundown-Rakete sind in Ordnung!", sagte er grummelnd.

"Gut so, dann machen Sie die Raketen mal startklar", befahl der Colonel.

Der Colonel hatte den Kurs so eingegeben, dass Price nicht sofort bemerkte, dass der Kurs geändert worden war.

John Price entriegelte die Schutzvorrichtung, drehte einen kleinen Schlüssel um. Die Rakete startete und nahm Kurs auf das Ziel. Der Colonel beobachtete mit einem Fernglas, wie die Rakete aufstieg.

 

 

4.Kapitel

 

Irgendwo über der amerikanischen Küste, 2 Minuten später.

Wir befinden uns im Cockpit des Jets, wo der Pilot einen beunruhigenden Funkspruch erhielt.

"Continental-Flug 734, ein schnell fliegendes Objekt, wahrscheinlich eine Rakete, nimmt Kurs auf Sie, bitte steigen Sie auf 18.000ft", sagte der Fluglotse aufgeregt.

"Roger, wie viel Zeit bleibt uns noch?", fragte der Pilot hastig und leicht entsetzt.

"Ca.4min", erwiderte der Fluglotse.

Der Pilot beruhigte die Passagiere mit einer Lüge.

"Meine Damen und Herren, wir müssen eine Schlechtwetterfront umfliegen und daher müssen wir aufsteigen", sagte er so ruhig wie möglich.

Da Scully einen Fensterplatz hatte, schaute sie heraus. Draußen herrschte schönes Wetter und es war keine Wolke zu sehen.

Das Flugzeug stieg langsam und einige Passagiere wurden nervös. Die Rakete hatte bereits mit ihrem Infrarot-System die Triebwerke erfasst und nahm nun Kurs darauf.

Mit einem riskanten Flugmanöver, bei dem die Maschine fast auf dem Rücken flog, konnte der Pilot der Rakete ausweichen, doch bei diesem Manöver entdeckte Scully die Rakete, die knapp unter dem rechten Flügel vorbei flog. Danach änderte die Rakete wieder ihren Kurs und richtete ihn wieder  auf das Flugzeug aus. Während eines erneuten  riskanten Flugmanövers fielen einige Gepäckstücke aus den Ablagen, so dass die Passagiere zu schreien begannen und in Panik gerieten. Die Stewardessen beruhigten einige dieser Passagiere.

"Mulder, man hat es auf uns abgesehen, eine Rakete will uns vernichten!", sagte sie außer Atem.

"Scully, ich hab’s gemerkt, aber nun lassen Sie mich weiterschlafen, Ok", sagte er gespielt träge.

"Ihre Ruhe macht mich langsam nervös, Mulder", gab Scully zu.

Während die Rakete weiterhin das Flugzeug verfolgte, wurde der Colonel, der den Befehl zum Abschuss der Rakete gegeben hatte, nervös und gab den Befehl, die Rakete auf Selbstzerstörung einzustellen. Der Radarspezialist weigerte sich zuerst, doch er drückte schließlich doch den Knopf zur Selbstzerstörung.

Die Rakete explodierte 100m vom Flugzeug entfernt, weshalb eines der vier Triebwerke ausfiel, aber da der Pilot erfahren war, konnte die Maschine sicher landen.

Auf dem Rollfeld standen schon mehrere Notarztwagen und Löschfahrzeuge bereit, um verletzte Passagiere zu versorgen, denn einige wurden durch herumfliegende Gepäckstücke verletzt oder hatten einen Schock.

Die Stewardessen begleiteten einige der Passagiere zu den Notarztwagen, Mulder und Scully waren zum Glück nicht verletzt und konnten ohne Hilfe die Maschine verlassen. Ein Löschfahrzeug begann sofort damit, das ausgefallene Triebwerk zu löschen und zu kühlen.

Die beiden Agenten und noch andere unverletzte Passagiere wurden von einem Bus zur Abfertigungshalle gefahren. Sie wurden vorher noch darauf aufmerksam gemacht, dass die Presse und das Fernsehen sie interviewen würden.

An der Halle angekommen, durften die Passagiere einen Nebeneingang benutzen, um den Presseleuten aus dem Weg zu gehen. Auch Mulder und Scully benutzten diesen Eingang und mieteten sich wieder ein Auto und da Scully sich näher über Anderson & Litchfield informieren wollte, machten sich die Beiden auf den Weg zum Handelsministerium.

"Wir leben noch, Scully!", sagte Mulder.

"Ja, aber ich habe etwas interessantes im Tagebuch entdeckt!", sagte Scully.

"Und was?", fragte Mulder.

"Auf mehreren Seiten steht etwas über ein Serum, das entwickelt werden sollte, um der Besatzung die schlechten Nachwirkungen zu ersparen, die nach der Teleportation erfolgte, nämlich das die Besatzung wahnsinnig wurde, aber die Entwicklung dieses Medikamentes wurde vom Marineministerium nicht genehmigt, zu hohe Kosten, so steht es jedenfalls hier drin, Mulder", sagte Scully besorgt.

"Ein Serum.....hmmm...es muss doch eine Firma gegeben haben, die für die Entwicklung dieses Mittels vorgesehen war, vielleicht wurde das Serum doch einfach entwickelt, nur, dass es der Besatzung nicht mitgeteilt wurde, man kennt die Militärs ja, oder Scully?", überlegte Mulder.

"Warten Sie........hmmmm, ja...Moment, ich hab so etwas irgendwo gelesen!", erwiderte Scully, als sie in dem Tagebuch blätterte.

"Und haben Sie’s?", fragte Mulder.

"Ja, hier steht, dass eine Firma namens Kulani Pharmaceutics Inc. mit Sitz in Orangeburg den Entwicklungsauftrag erhalten sollte...Orangeburg, dort hat Sitec doch eine Filiale, Mulder!"

"Merkwürdig.....könnten Sie....", begann Mulder, doch Scully ahnte schon, was er wollte.

"Ist klar Mulder, ich werde glaube, wenn ich mal das FBI verlasse, werde ich Wirtschaft studieren und eine eigene Firma eröffnen"; erwiderte Scully grinsend.

"Danke.....für ihre Hilfe, ich werde mich auch später revanchieren, versprochen Scully", sagte Mulder einfühlsam.

"Ich werde die Unterlagen lesen, falls ich Sie verstehe", erwiderte Mulder.

"Also gut Mulder, schön das Sie mir helfen!", sagte Scully und übergab Mulder ein großes dünnes Buch, das mit Kopien von den Recherchearbeiten und Diagrammen und Formeln des Professors beschrieben war.

Mulder nahm das Buch entgegen und legte es auf den hinteren Sitz des Wagens.

Inzwischen kamen die Beiden am Handelsministerium an und Mulder setze Scully dort ab.

"Viel Erfolg, Scully!“ Scully nickte dankbar, lief zu der Eingangstür des Ministeriums und öffnete diese.

Mulder, der sich die Unterlagen anschauen wollte, fuhr zu einer kleinen Gaststätte, in der er ruhig die Unterlagen durchlesen konnte.

Die Gaststätte lag an einer Kreuzung gegenüber von einem Einkaufszentrum mitten in Washington und nicht weit von der FBI-Zentrale entfernt.

 

Franklins’ Restaurant, Washington D.C, 28.Sep.1996, 14:49Uhr.

Die Gaststätte war leicht verraucht und es herrschte wenig Betrieb. Sie war rustikal, aber funktionell eingerichtet. Die Besitzer waren die Franklins, ein älteres Ehepaar, das früher eine Anwaltskanzlei besessen hatte. Sie hatten die Kanzlei verkauft und mit dem Erlös diese Gaststätte gekauft, modernisiert und die Geschäfte liefen gut.

Mulder setzte sich an einen leeren Platz und begann damit, die Unterlagen zu studieren. Der komplexe Inhalt mit Formeln, Diagrammen und Zeichnungen bereiteten Mulder Kopfzerbrechen, schließlich, nach mehr als einer Stunde, bestellte er sich einen Kaffee und einen Apfelkuchen. Als er gerade den ersten Schluck Kaffee nahm, erschien plötzlich ein älterer Mann in der Gaststätte. Er sah sehr gestresst aus und schaute sich nervös um.

Schließlich entdeckte er Mulder.

"Fox Mulder?", fragte er ängstlich.

"Ja, was führt Sie zu mir und wer sind Sie?", erkundige Mulder sich skeptisch.

"Ich.....bin Professor Franklin Reno", erwiderte er zögernd.

"Reno... sie waren der Kollege von Dr. Ferguson, stimmt’s?", fragte Mulder.

"Ja...das Geld, das Sitec mir geboten hatte, hat mich dazu gebracht, für sie zu arbeiten, aber jetzt sehe ich klarer, ich wurde ausgenutzt und nicht zu knapp", erwiderte er.

Der Professor bestellte sich schließlich einen Kaffee, um seine Nerven zu beruhigen. Er schüttete sehr viel Zucker in diesen, rührte ihn um und trank einen Schluck.

 "Etwas zuviel Zucker, oder?", sagte Mulder freundlich.

"Tja...Zucker......ein Rohstoff, damit handelt auch Sitec", erwiderte er, als er ein paar Körner Zucker zwischen seinen beiden Fingern zerrieb und in die Tasse fallen ließ.

"Sie sind sauer auf Sitec......", schlussfolgerte Mulder.

In seinem Gesicht machte sich Enttäuschung breit. Er kratzte sich an seinem Kinn und sagte schließlich nach einigem Zögern etwas zu Mulder, der interessiert zuhörte.

"Erfasst, aber ich sehe gerade, dass Sie Unterlagen von meinem Kollegen bei sich haben, kompliziert zu lesen, nicht wahr?".

Mulder nickte und übergab dem Professor die Unterlagen.

"Es geht um Teleportation, soweit ich lesen konnte", sagte Mulder.

"Ja.....aber das Phoenix-Projekt ist eine gewaltige Weiterentwicklung, es ist ein Geheimprogramm der CIA und dem Konzern Sitec, wo ich leider noch mitwirke", sagte er verbittert.

"Der CIA deckt das Projekt und Sitec finanziert es, Steinberg ist, so vermute ich, der Leiter des ganzen Projektes", stimmte Mulder zu.

"Steinberg...ja, ein fanatischer ehemaliger deutscher Wissenschaftler. Wenn er sich ein Ziel gesetzt hat, dann will er es auch erreichen, ohne Rücksicht auf Verluste", sagte er.

"Aber nun erklären Sie mir endlich das Prinzip der Teleportation!", drängte der Agent.

"Teleportation funktioniert nach dem Prinzip der Raumkrümmung, bei der ein Gegenstand von einem Ort zum anderen gebeamt wird. Es ist eine enorme Energie notwendig, um so einen Transport durchzuführen. Die Materie wie etwa ein Schiff oder ein Mensch wird in ihre Moleküle aufgelöst und an ihrem Bestimmungsort wieder zusammengesetzt. Das Muster des Objekts wird in einer Datenbank gespeichert", erklärte der Wissenschaftler.

"Aber 1943 gab es noch keine Computer", stimmte Mulder zu.

"Das stimmt, es interessiert Sie bestimmt was die Weiterentwicklung des Philadelhia-Experiments ist, oder?", fragte Reno..

"Ja, ich vermute da etwas, aber glauben kann ich es nicht", sagte Mulder.

"Ihre Vermutung ist richtig, aber ich wurde dazu gedrängt mit dem letzten Schiff der Archimedes auszulaufen, um die Teleportation zu überwachen. Wenn Sie wollen, dann könnte ich Sie dort einschleusen. Hier ist das Serum. Nehmen Sie es und schlucken Sie es kurz vor dem Auslaufen"

"Und meine Kollegin? Sie führt gerade Recherchearbeiten zu zwei Firmen durch", sagte er.

"Wir haben noch 2 Tage Zeit. Die Archimedes liegt am Pier 17 in Norfolk, aber sie wird stark überwacht. Warum weiß ich nicht. Ich bin zwar verantwortlich für die wissenschaftliche Seite des Phoenix-Projekts, aber ich weiß nicht, was das Schiff geladen hat", gab Professor Reno zu und holte ein Reagenzglas aus seiner Jacke und schob es über den kleinen Tisch. Darin befand sich eine blau-grüne Flüssigkeit. Mulder betrachte das Reagenzglas einige Sekunden und steckte es dann weg.

"Ich muss mich jetzt leider von ihnen verabschieden, aber wenn Sie noch Fragen haben, dann besuchen Sie mich mal zuhause", bot Professor .Reno an.

"Warten Sie, was ist das auf diesem Foto?", fragte Mulder.

Der Professor nahm das Foto und betrachtete es, anschließend gab er seine Information  preis.

"Ja, das ist auf Puerto Rico. Im Jahre 1972 machte Sitec eine Expertise für ein neues Ölbohrfeld. Man fand aber durch Zufall bei Bohrarbeiten diese Scheibe. Sie trägt eine merkwürdige Schrift an beiden Seiten. Ich wurde gebeten sie zu begutachten", sagte er.

"Und?", fragte Mulder.

"Die Schrift stammte von den Inkas. Am unteren Ende dieser Scheibe stand: Die Zeit ist etwas Unheimliches. Etwas, das man nicht verändern kann. Mit dieser Scheibe jedoch kann man den Fluss der Zeiten beeinflussen, aber nur wenn die Planeten in einer Bahn stehen und sich die Energie freisetzt. Interessant oder? Mit Computern analysierte ich und andere Kollegen die Zeichen an der linken und rechten Seite dieser Scheibe. 1991 gelang es uns und Sitec ein Schiff, die Rising Star und andere Schiffe, in eine andere Zeit zu schicken. Sitec verband die Technologie der Teleportation mit der Technologie der Scheibe, mit Erfolg", sagte er.

"Da läuft einem ein Schauer über den Rücken… Was wurde aus dieser Verbindung?", fragte Mulder, der wieder ein Stück Kuchen aß.

"Tut mir leid, das kann ich Ihnen leider nicht sagen", erwiderte er.

Der Professor verabschiedete sich und verließ die Gaststätte. Mulder, der kaum etwas gegessen und getrunken hatte, verließ diese ebenfalls. Vorher legt er noch 10 Dollar auf den Tisch für den Apfelkuchen und Kaffee.

Mit den Unterlagen stieg er ins Auto und machte sich auf den Weg zum Ministerium, denn Scully hatte bestimmt schon etwas Neues gefunden, was die beiden Firmen betraf.

 

Handelsministerium in Washington D.C, 28.Sep.1996, 15:35Uhr.

Mit Hilfe einer EDV-Anlage fand Scully einige Akten über Anderson &L itchfield sowie Kulani Pharmaceutics. Aber über Sitec gab es überhaupt keine Aufzeichnungen, obwohl die Firma eine Filiale in den USA unterhielt.

Sie war schon total gestresst. Durch das lange Blättern taten ihre Augen weh. Scully nahm die Brille ab, rieb sich die Augen und trank ein Schlückchen Kaffee.

Eine ganze Zeit lang beobachtete sie ein Jugendlicher. Schließlich kam er auf sie zu und sprach Scully an.

Der Jugendliche hatte einen Laptop bei sich und nahm ihn auch mit zu Scullys Platz.

"Ich beobachte Sie seit geraumer Zeit, Sie suchen etwas über Sitec, habe ich recht?", sagte er.

Scully betrachtete den etwas unruhig wirkenden jungen Mann mit einem skeptischen Lächeln und antwortete schließlich.

"Ja.....sie haben recht, wie heißen Sie eigentlich?"

"Nennen Sie mich einfach John Rockwell", sagte er leicht nervös.

"Schön John, aber was wissen Sie denn schon über Sitec?", fragte Scully leicht verwirrt, aber neugierig.

"Anderson & Litchfield hat Kulani Pharmaceutics 1967 übernommen und wie sie sicher wissen, übernahm 5 Jahre später ungewöhnlicher weise die Sitec Group Anderson & Litchfield", erwiderte er schnell.

"In den Unterlagen steht aber nichts darüber, dass Anderson & Litchfield, Kulani übernommen hat"; sagte Scully.

"Ist doch klar, die Regierung will etwas vertuschen und dafür ließ sie eben einige wichtige Akten verschwinden", sagte er.

"Ich schließe mich ihrer Meinung an, Dana Scully ist mein Name", sagte sie.

"Scully? Sie arbeiten mit Spooky Mulder zusammen", rief John aus.

"Ja...er ist mein Kollege, woher wissen Sie das schon wieder?", fragte Scully etwas verdutzt.

"Ich habe meine Quellen....", erwiderte John nachdenklich.

Scully deutete auf den Laptop, John sah es und beantwortete ihre Geste.

"Ich versuche seit Monaten in das interne Netzwerk von Sitec einzubrechen, aber bis jetzt schlug jeder Versuch fehl", sagte John, öffnete den Laptop und hackte weiter auf der Tastatur herum.

"Das ist illegal, aber was wissen Sie über Anderson & Litchfield? In den Unterlagen steht nur die Firmenadresse, sonst nichts", sagte Scully.

"Mir ist es egal, aber was ich über Anderson & Litchfield Technologies weiß ist, dass die Firma auf dem Gebiet der Energieforschung  gearbeitet hat. Soweit ich weiß ist es einigen Wissenschaftlern der Firma gelungen einen kleinen Reaktor zu bauen, der mehr Energie liefern soll, als der zur Zeit modernste Atom-Reaktor, ohne Radioaktivität zu hinterlassen", erklärte John.

"Ja, Professor Ferguson hat mir erzählt, dass man in einer Lagerhalle der Firma Unterlagen von dem Philadelphia-Experiment gefunden haben soll", sagte Scully.

"Scully, das stimmt und es ist durchaus möglich, dass Anderson mit Hilfe dieser Unterlagen einen gewaltigen Schritt nach vorn gemacht hat, was die Entwicklung neuer Energien betrifft und so wie es scheint, haben sie den Durchbruch nach über 15 Jahren geschafft", sagte John wissend.

"Schön und gut...für die Teleportation braucht man bestimmt viel Energie und dieser neue Reaktor könnte die Energie dazu liefern", schlussfolgerte Scully.

"Klasse kombiniert, Sie machen ihren Kollegen Konkurrenz", sagte John und hob seinen Zeigefinger, wendete sich aber wieder seinem Laptop zu.

"Aber über Kulani Pharmaceutics wissen Sie zufällig auch nichts, oder?", fragte Scully.

"Und ob, dieses kleine Pharmaunternehmen gehörte dem Staat und hat während des Golfkriegs, also nachdem Anderson & Litchfield es für 75Mio$ übernommen hatte, ein Mittel entwickelt, das die Soldaten vor Giftgas schützen sollte, aber eigentlich hat dieses Mittel bewirkt, dass sich das Golfkriegssyndrom bei einigen Soldaten stärker ausbreitete, als bei solchen, die es nicht genommen haben!", erwiderte John nachdenklich.

Scully, die ihm aufmerksam zuhörte, bemerkte plötzlich einen schwarz gekleideten Mann, der die Beiden und besonders John schon seit einiger zu Zeit beobachten schien.

"John, ich glaube wir werden beobachtet, drehen Sie sich nicht um, hier ist meine Adresse. Melden Sie sich bei mir. Ich verschwinde jetzt. Dasselbe würde ich ihnen auch vorschlagen", sagte Scully leise.

Er nickte, schloss den Laptop und verließ langsam den Archivraum. Der Mann, der gerade noch Zeitung gelesen hatte, schloss diese, folgte John und packte ihn an der rechten Schulter.

John drehte sich um, schaute den Mann ins Gesicht und hielt den Laptop noch fester. Die Angst stieg in ihm hoch. Er wusste, was ihm nun bevorstand.

"John Rockwell, Nationale Sicherheit, ich dürfte Sie bitten mit mir zu kommen!", sagte er streng.

Doch er blieb ruhig, riss sich los und rannte Richtung Ausgang. Der Agent folgte ihm schnell.

John rannte so schnell er konnte, sein Herz klopfte, denn er war im zweiten Stock und wollte so schnell wie möglich den Ausgang erreichen. Am Lift angekommen drückte John den Knopf und wartete ungeduldig. Der Lift kam und kam nicht. Er entschied sich das Treppenhaus zu benutzen. Der Agent kam schon näher, aber auf dem glatten Boden rutschte er aus, rappelte sich wieder auf und nahm die Verfolgung wieder auf. Im Treppenhaus schrie er hinter ihm her.

"Warte, dich krieg ich noch!", schrie er.

John hatte es gehört, öffnete die Tür zum Erdgeschoß und lief zum Ausgang. Der Agent kam aber zu spät um ihn noch zu kriegen, denn John hatte sich unter die Menschenmenge gemischt und war nun erstmal sicher.

Die Verfolgung hatten einige Leute in der Eingangshalle mitgekriegt und sie schauten den schwarz gekleideten Mann verwirrt an, doch dieser drehte sich um, nahm ein Handy aus seiner Jackentasche und telefonierte.

"Mr. Takamoto? Hätte ihn fast gehabt, aber er war schneller!", sagte der Agent.

"Versager! Aber ich habe bereits etwas ausgearbeitet, was unseren Freund zwar hilft aber uns weiterhilft, um ihn aufzuspüren", sagte Mr. Takamoto und legte auf.

Der Agent steckte das Handy wieder in seine Jackentasche und verließ das Gebäude.

Scully, die sich besorgt durch die Haare fuhr, spürte plötzlich wie jemand auf ihre Schulter klopfte.

 

5.Kapitel

 

"Mulder? Müssen Sie mich so erschrecken?“

Er setzte sich neben sie und antwortete schließlich auf ihre Frage.

"Nein, habe etwas Interessantes herausgefunden", erwiderte Mulder.

"Ich auch", sagte Scully.

"Nun.....dann sollten wir unsere Ergebnisse miteinander verbinden und Rückschlüsse daraus ziehen", schlug er vor.

"Ok.....ich habe mich mit Dr. Reno getroffen, Scully", sagte Mulder.

"Dr. Reno?", fragte Scully, die erneut einen Schluck Kaffee nahm.

"Ja.....er hat mir das Prinzip der Teleportation erklärt, soweit ich behalten habe, funktioniert das Prinzip der Teleportation nach dem Prinzip der Raumkrümmung, bei dem ein Objekt, wie ein Mensch oder sonstiges in seine Moleküle aufgelöst wird und an seinen Zielort wieder zusammengesetzt wird", sagte Mulder, wobei er mit Handbewegungen versuchte, die Teleportation zu erklären.

"Die Enterprise lässt grüßen! Aber es gab doch Probleme mit der Besatzung der Eldrigde, als sie teleportiert wurde", sagte Scully.

"Ja.....das stimmt aber aus ihrem Gesichtsausdruck erkenne ich schon, dass Sie die Lösung kennen!", sagte Mulder.

"Genau...John Rockwell hat mir geholfen, er ist Hacker und hat mir einiges über die beiden Firmen erzählt", sagte Scully.

"John Rockwell? Aber egal, schießen Sie los, Scully!", sagte Mulder.

"Kulani Pharmaceutics wurde 1967 von Anderson & Litchfield Technologies übernommen und hat raten sie mal, wer schließlich Anderson & Litchfield übernommen hat!", sagte sie.

"Sitec? Es könnte durchaus sein, dass dieses Pharmaunternehmen das Serum entwickelt hat. Ich habe sogar das Serum bei mir. Ich werde mit der Archimedes am 30.9 auslaufen und das Rätsel lösen", erklärte Mulder sein Vorhaben.

"Es könnte stimmen, das mit dem Serum, meine ich. Aber es ist sehr gefährlich, Mulder. Sie wissen doch gar nicht was Sie erwartet! Übrigens Anderson & Litchfield hat einen Reaktortyp entwickelt, der mit kalter Fusion arbeiten soll. Dieser könnte doch als Energiequelle für die Teleportation genutzt werden, da bin ich mir ganz sicher", erwiderte Scully.

"Aber ihre Vermutung ist nur teilweise richtig, das mit der Teleportation und dem Reaktor stimmt, aber meine Vermutung ist, dass Sitec es gelungen ist die Technolgie der Scheibe mit der Technologie der Teleportation zu verbinde. Vielleicht haben sie eine programmierbare Zeitmaschine in den Händen, Scully!", rief Mulder aufgeregt aus.

Scully lachte leise.

"Scheibe? Zeitreisen? Mulder, selbst Teleportation ist für mich unbegreiflich", warf Scully ein, in der Hoffnung seine Phantasie zügeln zu können. .

"Diese Scheibe hier fanden Leute von Sitec bei Bohrungsarbeiten auf Puerto Rico. Neben ihr steht Professor Reno. Die Aufnahme entstand 1972, also in dem gleichen Jahr, als Sitec diesen Technologiekonzern übernahm", erwiderte Mulder und zeigte Scully das Schwarzweißfoto.

"Aber wie soll die Zeitreise funktionieren?", fragte Scully skeptisch.

"Das weiß selbst ich nicht! Aber es ist beängstigend", erwiderte Mulder.

"In der Tat, mit dieser Technologie könnte man die Geschichte beeinflussen", sagte Scully ernüchternd.

Mulder nickte und bat Scully, endlich von hier zu verschwinden.

"Wir sollten von hier weg und abwarten!"

Scully stimmte zu und die Beiden begaben sich zu ihrem Auto und fuhren los.

 

Marineministerium, Washington D.C, 28.Sep.1996, 17:02Uhr.

Im Büro von Steinberg herrschte eine beunruhigende Stille. Nur der Stundenanzeiger der Wanduhr unterbrach ab und zu diese Stille. Doch plötzlich hallte die Stimme eines Japaners durch den Raum.

"Einer unserer Agenten hätte unseren alten Freund John Rockwell bald gehabt", sagte Mr. Takamoto.

"Er versucht seit ca.2 Jahren in das interne Netzwerk von Sitec zu gelangen", erklärte Mr. Steinberg. .

"Ich habe mit Mr. Takamoto bereits einen Plan ausgearbeitet, mit dem wir Rockwell reinlegen könnten, ob es klappt, weiß ich nicht!", sagte der Krebskandidat.

"Gut zu wissen, ich habe übrigens erfahren, dass Mulder und Scully unserem Plan sehr nahe sind. Ich kann nur hoffen, dass dies unser Phoenix-Projekt nicht gefährdet, denn das Schiff wird in 2 Tagen auslaufen und wir können uns momentan keinen Fehler erlauben, dafür steht zuviel auf dem Spiel. Ich werde übrigens mitfahren", sagte Mr.Steinberg streng.

"Ihr Plan ist doch perfekt, also was sollte schief gehen, Steinberg?", fragte Mr. Takamoto.

"Man weiß ja nie, was noch passiert und nun lassen sie mich allein!", erwiderte er.

Der Zigarettenraucher und der Japaner verließen das Büro. Steinberg setzte sich wieder in seinen Sessel, steckte sich eine Zigarette an und dachte nach.

 

The Rockwell House, Redmont bei Washington, 28.Sep.1996, 2 Stunden später.

John, der über 2 Stunden durch die Innenstadt irrte, um unentdeckt zu bleiben, entschied sich nach Hause zu gehen, um sich an den Computer zu setzen.

Sein Zimmer war gerade mal so groß wie eine Studentenwohnung. Wenn man hereinkam, entdeckt man an den Wänden Poster von Flugzeugen.

Gegenüber vom Bett stand der kleine Schreibtisch. Darauf steht ein Multimedia-PC, neben diesem leuchtete eine Tischlampe. Das Licht dieser spiegelte sich im Monitor wieder, denn die Rollläden waren zu und das Zimmer dunkel. Nur die Tischlampe erleuchtete den Bereich, wo er saß.

John, der bereits zwanzigmal versucht hatte in das interne Netzwerk der Sitec-Firmengruppe, wollte heute noch einmal versuchen. Er hat ein gutes Gefühl, dass es heute klappen könnte.

Er starte den PC, aktivierte Windows, lud ein spezielles Terminalprogramm und schaltete das Modem ein.

Mit der Maus wählte er unter den Menüpunkt Internetsites die Homepage von Sitec aus.

Das Modem piepte, die Lämpchen des Modems leuchteten auf und nach wenigen Minuten war er auf der Homepage von Sitec. Die Werbeseite interessiert John wenig, im Übrigen nervte es ihn, dass das Netz für Werbung entfremdet wurde.

Auf der Werbeseite stellte sich die Sitec-Group als modernes und soziales Unternehmen dar. Unter Tochtergesellschaften aber fand man Anderson & Litchfield nicht, obwohl sie Sitec übernommen hatte. Normalerweise ist es üblich, dass übernommene Firmen auch in Werbe- und Infobroschüren erwähnt werden.

Ihn interessierte die Werbung wenig. Er wählte den Menüpunkt Enigma. Dieser Menüpunkt und überhaupt das ganze Terminalprogramm hatte er von einem Hacker bekommen.

Unter Enigma befand sich eine Spezialfunktion, mit deren Hilfe man in interne, das heißt für den normalen Nutzer verschlüsselte, Bereiche aktivieren konnte.

Auf der Werbeseite waren einige Punkte verschlüsselt, man konnte diese zwar anklicken, aber man bekam nachher nur merkwürdige Zeichen zu Gesicht. Mit Enigma jedoch gelingt es ihm ins interne Netzwerk von Sitec zu gelangen.

Er klickte den gleichen verschlüsselten Bereich an, den er schon in den letzten zwei Jahren immer benutzt hatte, aber nur mit geringem Erfolg.

Die verschlüsselten Zeichen lösten sich auf und verwandelten sich in lesbare Buchstaben. Kurz danach erschien auf dem Bildschirm ein schwarzer Hintergrund. Auf diesem waren die internen Betriebsdaten von Sitec aufgelistet:

 

SITEC  GROUP INC.

Bitte wählen Sie.

 

1- Finanzen

 

2-Tochtergesellschaften

 

3- Personaldaten

 

4- Schiffsrouten & Schiffe

 

5- Projects -Classified-

 

Mit einer falschen Benutzerkennung konnte er nun in aller Ruhe die Daten nach Hinweisen durchstöbern. Was sich hinter Sitec verbarg und warum die übernommenen Firmen nicht auf der Werbeseite aufgelistet waren hoffte er herauszufinden.

Da es ihn brennend interessierte, warum der CIA mit Sitec zusammenarbeitete, rief er zuerst den Menüpunkt Finanzen auf.

Da John sich nur für die Finanzdaten von 1972-1991 interessierte rief er nur diese Daten auf. Was ihm besonders auffiel war, dass die Sitec-Zentrale in Japan seit 1972  immer größere Summen für Forschungsmittel überwiesen hatte und 1975 wurden sogar über 1.5Mrd. $ für die Errichtung eines Forschungszentrums in Puerto Rico ausgegeben.

Er rechnete die ganzen Summen zusammen und ihm blieb die Luft weg. Insgesamt die Sitec-Zentrale über 4 Mrd.Dollar für Forschungsmittel und den Bau von Tankern und Spezialschiffen überwiesen, darunter befand sich auch die Archimedes, ein Spezialschiff, das dafür ausgerichtet war, auch sehr schwere Ladungen wie Raketen zu transportieren und außerdem besaß dieses Schiff ein großes Laboratorium und eine Raffinerie zählte ebenfalls zu der Ausrüstung.

Ungewöhnlich für einen Rohstoffkonzern, so ein Spezialschiff in Auftrag zu geben. Wozu brauchte Sitec dieses Spezialschiff?

John speicherte diese wichtigen Daten auf der Festplatte und forschte anschließend weiter.

Er wählte den zweiten Menüpunkt Tochtergesellschaften an und wählte aus den über 40 Tochterfirmen Anderson & Litchfield Electronics and Kulani Pharmaceutics Inc. aus.

In einem kleinen Bericht, den John fand, stand folgendes:

 

 21.7.1989                   Forschungsbericht Nr.17

Betreff:                              Phoenix-Projekt

Objekt: Steinscheibe und die damit verbundene Technologie.

 

Nach jahrelanger Forschung kommen ich und mein Spezialistenteam zu dem Schluss, dass es möglich ist mit Hilfe dieser Scheibe Zeitreisen zu ermöglichen. Die Schreibe  stammt aus der Inka-Zeit und hat ein Alter von 4000 Jahren.

Die Scheibe hat einen Durchmesser von 20m und eine Höhe von 10, In der Mitte befindet sich eine kleine Jadescheibe, die mit einem unbekannten Metall umrahmt ist., An den Seiten weist diese Scheibe mehrere merkwürdige Zeichen und Schriften auf, ähnlich den Hieroglyphen in Ägypten. Am unteren Ende fanden wir eine Art Anleitung für die Benutzung der Scheibe. Durch das Forschungszentrum in Puerto Rico ist es gelungen die Anleitung zu verstehen und zu übersetzen.

Die Scheibe muss in einem Winkel von 45 Grad aufgebaut werden, so dass  die Sonne durch die kleine Jadescheibe scheint und einen Lichtstrahl erzeugt. Allerdings ist dies nur möglich, wenn die Planeten in einem Szygize stehen. Das heißt, dass alle neun Planeten in einer Bahn stehen müssen, damit die Zeitreise möglich ist. Es handelt sich in der Tat um eine

nicht programmierbare Zeitmaschine, wenn wir jedoch die Technologie der Teleportation mit dieser Technologie verbinden, wäre ein programmierbarer Zeitsprung durchaus möglich.

Außerdem rate ich ihnen das von Kulani Pharmaceutics entwickelte Serum den Besatzungsmitgliedern zu verabreichen, denn die negative Auswirkung des Philadelphia-Experiments dürfte ihnen ja allen bekannt sein, oder irre ich mich?

Die modifizierte Zeitmaschine ist in ca.2 Jahren einsatzbereit, vorausgesetzt es werden mir weitere Mittel in Höhe von 450Mio. $ zur Verfügung gestellt, denn die beiden Technologien müssen kompatibel sein.  Das nächste Szygize findet am 17.9.1991 statt und dann alle fünf Jahre. Also ereignet sich am 30.9.1996 ein weiteres Szygize.

 

Gezeichnet

Franklin Reno

 

John konnte kaum glauben, was er da gelesen hatte. Sollte es Sitec tatsächlich gelungen sein eine programmierbare Zeitmaschine zu bauen? So wie es schien, ja.

So wie bei den meisten Konzernen üblich, würde wohl auch Sitec diese unheimliche Maschinerie  dazu benutzen, Profit zu erzielen.

Dieser Verdacht ließ ihm keine Ruhe und er wählte den nächsten Menüpunkt aus.

Dort waren alle Schiffe und Schiffsrouten aufgelistet mit der jeweiligen Ladung.

                                              

Auflistung

Schiffe & Schiffsrouten

Kobe-Rotterdamm

 

Schiffstyp:                           Ladekapazität:      Ladung:                Auslaufdatum:

Tanker:       Rising Star     825.000Brt.            keine                            17.09.1991

                    Hatamoto       972.000Brt.           keine                           30.10.1996

                   Meteor            800.000Brt.           keine                           30.10.1996

                  Sikanjo           2.000.000Brt.         keine                             17.09.1991

 

Frachter:  Ocean Star    280.000Brt.          Bohrgestänge                    17.09.1991

                 Terano           395.000Brt.          Stahlträger & Stahlrohre  17.09.1991

                 Seashore II   475.000Brt.          Elektronik & Computer    17.09.1991

                Weatherfield  985.000Brt.          Öl- & Erdgasplattform     17.09.1991      

               Canyon           750.000Brt.          Fahrzeuge                         17.09.1991

Spezial-

schiffe: *  Archimedes  1.725.000Brt.       Geheim                              30.10.1996

*Hinweis: Das Schiff Archimedes fährt von Norfolk aus.              

 

Warum wurde die Ladung der Archimedes als geheim eingestuft und wozu brauchte ein Rohstoffkonzern eine Satellitenanlage?

Und wieso lief die Archimedes von Norfolk aus?

Vielleicht würde der letzte Menüpunkt Auskunft darüber geben, an diesem Punkt scheiterte John bis jetzt jedes Mal, da er durch ein Passwort geschützt war.

Mit der Tastatur wählte er diesen letzten Punkt aus, als er diesen jedoch auswählte, erschien folgende Meldung: This Information is classified, Please enter Password:

Was für ein Passwort könnte es denn nun sein?

Plötzlich aber blinkte ein kleiner Briefkasten auf seinem Bildschirm auf. Er hatte eine E-Mail von einem unbekannten User erhalten. John öffnete die Nachricht und fand eine kurze Mitteilung:

 

Du willst Geheiminformationen von Sitec?

Dann löse folgendes Rätsel: Sitec Astronomy.

Gibt dieses Wort einen Sinn?

Löse das Rätsel und du wirst die Geheiminformationen erhalten.

Gruß

Ein Freund

 

John dachte nach. Sitec Astronomy? Das ergab keinen Sinn.

Was hat Sitec mit Astronomie zutun?

Er versuchte irgendeinen Satz oder etwas Ähnliches daraus zu bilden. Nach einigen Versuchen bildeten sich 2 Wortfolgen daraus. Monterays Coast und Too many Secrets.

Der Hacker musste sich nun entscheiden, das erste oder zweite Passwort?

Er dachte nach und wählte das zweite.......und tatsächlich, er bekam Zugang zu den Geheiminformationen:

 

                                     <<<TOP SECRET>>>

15.8.1993                 Ziel des Phoenix-Projekts

                                        Zwischenbericht

 

Die Sitec-Firmengruppe braucht neue Märkte, besonders in Europa. Mit der neuen Technologie, die wir dank der Inka-Scheibe und der Hilfe von Dr. Reno entwickelt bzw. entdeckt haben, ist uns eine große Chance geboten eine hohe Geldsumme einzunehmen.

Die Firma hat insgesamt über 4Mrd.Dollar in die Entwicklung dieser Technologie und den Bau von elf Schiffen investiert und diese Investitionssumme werden wir schnell wieder refinanziert haben.

Bereits 1991 schickten wir 5 Transportschiffe mit Material zum Bau einer Öl- und Erdgasplattform und 2 teure Erdgastanker in die Vergangenheit Europas.

Leider schloss sich zu diesem Zeitpunkt durch einen Fehler im Fusionsreaktor auf Puerto Rico, der die Teleportations-Anlage versorgt, das Zeitfenster. Ein kontrollierter Zeitsprung war aber möglich gewesen. Die Besatzungen der Frachter schienen überlebt zu haben.

Am 30.10.1996,  genau drei Jahre später, findet das nächste Szygize statt. Ein weiterer Zeitsprung wäre also möglich.

Professor Reno arbeitet derzeit daran, dass auch ohne ein Szygize ein kontrollierter Zeitsprung sowohl in die Zukunft, als auch in die Vergangenheit möglich ist.

Die Archimedes, unser neues Spezialschiff, ist mit einer Titan-Rakete, die uns die NASA als Gegenleistung für einen Kredit überlassen hat und einem Region-Satelliten, den wir von der staatlichen Procton Communications Company Inc. mit Sitz in Tonopah/Texas erhalten haben, beladen.

Mit diesem Satelliten ist es uns möglich, die Öl- und Erdgasfelder aufzuspüren.

Der Konzern hätte also das absolute Monopol bei Erdgas und Öl und da wir diese Felder bereits in der Vergangenheit ausbeuten, bleibt nichts übrig für die Zukunft.

Falls das Projekt erfolgreich verläuft, dann stünde einer weiteren Nutzung nichts im Wege.

Das Phoenix-Projekt wird durch den CIA geschützt. Die Gefahr, dass Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, besteht folglich nicht.

 

Gezeichnet

 

Yutano Takamoto                                                                        Fabian Steinberg

 

John blieb der Atem stehen. Diese Informationen mussten an die Öffentlichkeit. Er hatte ja noch die Adresse von Scully, eine User-ID stand ebenfalls darauf.

Er speicherte die Daten auf der Festplatte und sendete diese per Modem zu Scullys PC.

Hoffentlich würde sie die E-Mail bald lesen.

Doch währenddessen.......

 

Sitec-Gesellschaft, Orangeburg/NorthCarolina, 28.Sep.1996.

Wir befinden uns in der Systemzentrale der Sitec-Gesellschaft, dort liefen alle Informationen des Konzerns zusammen. Ein Sysop saß vor einem Terminal und versuchte den Systemeinbruch, den John verursacht hatte, zurückzuverfolgen.

Der Sysop telefonierte kurze Zeit später mit Mr. Takamoto.

"Mr. Takamoto, ich konnte den Anruf zurückverfolgen, er wohnt in Redmont bei Washington", sagte er.

"Sehr gut", erwiderte Mr. Takamoto.

Takamoto beratschlagte sich nun kurz mit den Zigarettenraucher und Steinberg. Diese entschieden sich Spezialisten auf John anzusetzen.

 

The Rockwell House, Redmont bei Washington, 28.Okt.1996, 22:10Uhr.

Es war schon spät und John war übermüdet. Er löschte noch vorher die Informationen, die er von Sitec erhalten hatte, danach legte er sich mit einem Seufzer ins Bett.

Plötzlich hörte John im Halbschlaf Geräusche in der Wohnung. Es waren mehrere Schritte. Sie kamen langsam näher und blieben vor der Tür stehen.

Schließlich hörte er, wie sich Leute unterhielten. Die Stimmen waren dunkel und männlich. Eine schien nervös und ängstlich zu sein. Man konnte die Angst richtig hören, als er sprach. Diese Stimme war auch heller als die des Anderen.

Sie unterhielten sich darüber, was sie machen sollten, falls sie John in diesem Zimmer finden würden.

John  begriff sofort. Er stand leise auf, zog sich seine gelb-blaue Baseball-Jacke über und öffnete leise das Fenster. Er wohnte im zweiten Stock über der Wohnung seiner Eltern, die schon schliefen.

Das Fenster klemmte etwas und die beiden Personen versuchten die Tür zu öffnen, das würde ihnen aber nichts nutzen. John hatte die Tür vorher abgeschlossen.

Er wurde langsam nervös, wie durch ein Glück öffnete sich das Fenster schließlich doch noch und er stieg aus. Er hockte auf den Fenstersims, die Nacht war kühl, Nebel zog auf und die Sterne konnte man ebenfalls sehen.

Er sprang, wobei er laut schrie, als er auf den Boden fiel und sich das Knie leicht verletzte. Diesen Schrei hörten die beiden Männer, traten die Tür ein und liefen zum geöffneten Fenster.

"Junge!! Halt! Bleib stehen oder wir müssen das Feuer eröffnen!", schrie die dunkle Stimme.

Vom Fenster aus konnte man sehen wie John weglief.

Der Mann mit der helleren Stimme ergriff seine Pistole und zielte auf John. Er traf ihn mit zwei Schüssen am Bein, worauf er zusammenbrach.

Durch den Lärm war Johns Vater aufgewacht und schaute nach oben, zu den beiden Agenten, die gerade aus den Fenster schauten.

"Hey!!! Ruhe!!! Was sucht ihr in dem Zimmer meines Sohnes?", schrie er erbost.

Der Mann mit der hellen Stimme ergriff erneut seine Pistole und schoss nach unten.

Gott sei dank verfehlten die meisten Schüsse Johns Vater und trafen nur den Boden.

"Warte Freundchen!!! Das gibt’s doch nicht, ich rufe die Polizei", schrie er.

Durch das Geschrei wurde seine Frau wach und schaute Johns Vater verdutzt an.

"Troy? Was schreist du so?", fragte sie leicht übermüdet.

"Darleen! Bitte sei ruhig und rufe den Krankenwagen, John wurde angeschossen und bitte stell jetzt keine Fragen, ich werde dir alles später erklären", erwiderte Troy einfühlsam.

Darleen nahm den Hörer vom Telefon, das auf den kleinen Nachtisch lag und wählte die Nummer der Notrufzentrale 911.

Troy holte währenddessen aus einem Wandschrank ein Gewehr hervor und lud es.

Er lief nach draußen, gerade soweit, dass er die beiden Typen sehen konnte.

Doch diese liefen vom Fenster weg und begaben sich nach unten. Troy versuchte sie zu verfolgen, doch sie waren schon durch den Hintereingang verschwunden und waren wie vom Erdboden verschluckt, so als wären sie nie da gewesen.

Troy lief zu John, der Notarztwagen traf auch schon mit Blaulicht ein. Zwei Ärzte kümmerten sich um John und unterhielten sich mit dem Vater.

"Was ist hier passiert? Ihr Sohn ist angeschossen worden!", sagte der Arzt.

"Weiß nicht genau, sie waren oben in Johns Zimmer und wollten ihn wohl mitnehmen oder töten, ich bin von den Schüssen aufgewacht, habe versucht sie zu kriegen aber sie sind wie vom Erdboden verschluckt!", erwiderte Troy besorgt.

Darleen kam schließlich aus dem Haus und begab sich zu John.

"Die E-Mail.....", flüsterte John, aber seine Mutter war zu aufgeregt und hatte den Satz nicht gehört.

"Wird er durchkommen?", fragte sie umsorgt.

"Ja...er wird’s schaffen. Ich würde ihnen raten das FBI zu informieren. Das Ganze hat den Anschein, als hätte man diese Typen auf ihren Sohn angesetzt", sagte der Arzt.

Der Krankenwagen fuhr mit John zum Washingtoner Memorial Hospital.

Die Eltern begaben sich wieder ins Haus und informierten das FBI, das den Fall schließlich untersuchte.

       

6.Kapitel

 

FBI-Zentrale/Washington D.C, 29.Sep.1996, 8:37Uhr.

Die beiden Agenten Mulder und Scully wurden am nächsten Morgen zu Skinner, dem stellvertretenden FBI-Direktor, gebeten.

Sie setzten sich auf die beiden Stühle vor den großen Schreibtisch des Direktors.

"Ist kalt da draußen, danke, dass Sie uns reingeholt haben", sagte Mulder.

"Keine Zeit für Scherze Agent Mulder, in Redmont gab’s gestern Nacht eine Schießerei und ich möchte, dass Sie den Fall untersuchen", sagte Skinner.

"Können das nicht andere für uns übernehmen?", fragte Mulder.

"Wurde jemand getötet oder verletzt?", fügte Scully hinzu.

Skinner, ein loyaler Diener des Staates, zögerte erst, gab aber schließlich doch eine Antwort.

"Ja, John Rockwell ein Student wurde verletzt, er liegt zur Zeit im Krankenhaus", sagte er.

"Mulder....", sagte Scully.

"Pssst.....Ok, wir übernehmen den Fall", erwiderte Mulder.

Mulder und Scully begaben sich gerade zur Tür, als Skinner aufstand und Mulder aufhielt.

"Mulder? Bitte geben Sie ihren momentanen Fall auf. Es ist nur eine Warnung und ich will Sie und Agent Scully schützen", sagte Skinner besorgt, aber fordernd.

Mulder drehte sich kurz um, hörte Skinners Worte und verließ ohne eine Antwort das Büro.

Auf den Weg zu ihrem Auto unterhielten sich die Beiden und beratschlagten sich, wer was übernehmen sollte.

"Mulder.....ich werde zum Krankenhaus fahren und John besuchen", sagte Scully.

"Eine neue Freundschaft? Ok...ich werde dann mal die Eltern besuchen", erwiderte Mulder.

"Ihr Charme ist.....wie soll man es ausdrücken.....unverschämt", sagte Scully.

"Das ist Arbeitsteilung Scully, sie übernehmen den leichten und ich den schweren Teil der Arbeit", sagte Mulder.

Sie bestiegen das Auto und begaben sich nach Redmont, dort hatte auch Bill Gates Firma Microsoft ihren Sitz.

Während der langen Fahrt unterhielten sich die beiden Agenten...es regnete stark und der Regen prasselte gegen die Windschutzscheibe.

Mulder schaute konzentriert auf die Strasse und Scully lehnte sich ans rechte Fenster.

"Was halten Sie von Microsoft, Scully?", fragte Mulder.

Scully schaute Mulder verdutzt an.

"Nun.....ich weiß nur, dass Bill Gates damit reich geworden ist und fast jeder Haushalt das Windows-Betriebsystem besitzt", erwiderte sie ruhig.

"Ja, Scully aber Microsoft, eine Softwarefirma mit weltweit fast 90% Marktanteil könnte, wenn Bill Gates es wirklich plant, eine Bank zu gründen, sogar den Geldmarkt kontrollieren. Er hat ja bereits Lizenzen für Bilder aufgekauft", sagte Mulder besorgt.

"Keine schöne Vorstellung, dieser Unternehmer mischt sich wirklich überall ein, er hat doch genug Geld"

"30 Mrd. Dollar soll er besitzen, offiziell", sagte Mulder, als er mir seinen Fingern auf das Lenkrad tippte, eine Ampel schaltete gerade auf Grün und sein Vordermann wollte nicht weiterfahren.

"Mulder? Wieso hupen Sie nicht?", fragte Scully.

"Geht doch, er fährt gerade", sagte Mulder und gab wieder Gas.

"Es ist nun mal Tatsache Mulder, dass die Reichen und Mächtigen nie verlieren", stellte die Agentin fest.

"Stimmt, da haben Sie recht", sagte Mulder.

Scully deutete auf das Krankenhaus, sie waren da.

Mulder fuhr auf den großen Parkplatz des Krankenhauses und setzte Scully dort ab.

"Viel Erfolg, Scully“

Scully rannte durch den Regen, ihren Kopf bedeckte sie mit einer Zeitung, um nicht nass zu werden.

Ihr Kollege verließ den Parkplatz des Krankenhauses und begab sich auf den Weg nach Redmont.

 

The Rockwell House/Redmont bei Washington, 29.Sep.1996, 9:45Uhr.

Das Rockwell-Haus lag inmitten eines Neubaugebietes nicht unweit entfernt von den großen Firmen, die sich dort angesiedelt hatten, unter anderem auch Microsoft. Dort arbeitete Johns Vater als Leitender Angestellter in der Softwareentwicklung, ein wichtiger Posten.

Seine Mutter bekleidete ebenfalls einen leitenden Posten bei derselben Firma in der Werbeabteilung. Microsoft investierte jährlich mehrere hunderte Millionen Dollar in die Werbung, um die Produkte auf den Markt zu werfen.

Das neuste Betriebssystem Windows´95 verkaufte sich am ersten Verkaufstag wie warme Semmeln in den großen Kaufhäusern. Eine wahre Goldgrube, wenn man der größte auf den Markt ist, was Bill Gates Firma ja auch erreicht hatte.

Aufgrund des hohen Einkommens der Rockwells konnten sie sich ein modernes luxuriöses Wohnhaus mit Swimmingpool und großem Garten leisten.

Vor der Auffahrt der Garage parkte ein neuer metallic-blauer Pontiac.

Mulder parkte seinen Wagen auf den Bürgersteig vor dem großen Haus. Es besaß eine weiße Außenfassade aus teurem Backstein. Das Dach war in einem 45Grad Winkel angelegt und war mit schwarzen Steinziegeln belegt.

Mulder begab sich mit ruhigen Schritten zu der Haustür, einer Eichentür.

Er klingelte und nach einigen Minuten erschien Troy Rockwell, ein großer Mann mit selbstbewusstem Auftreten.

Troy bat den Agenten hinein und führte ihn ins Wohnzimmer, nachdem Mulder ihm den FBI-Ausweis vor der Nase gehalten hatte.

Es war großzügig eingerichtet mit einem Breitbild-Fernseher, einem Kamin, einer Sitzgruppe und einem großem runden Tisch.

An den Wänden hingen Fotos von den Bauarbeiten des Hauses und eine Ehrung für einen Programmierwettbewerb lag inmitten dieser Bilder.

Mulder schaute sich diese Ehrung an.

"Von ihrem Sohn, oder?", fragte der Agent neugierig.

"Ja...er hat 1992 einen neuen Programmcode entwickelt, eine große Softwarefirma kaufte uns diesen Code für viel Geld ab", sagte er freundlich.

"Ähm.....ihr Sohn war Hacker?", fragte Mulder erneut.

"Hmm.....ja.....ich wollte es ihm ausreden, aber er ist sehr eigensinnig, wenn es um seine Interessen geht", erwiderte der Vater.

Plötzlich kam seine Frau Darleen, eine schöne junge Frau mit Kaffee und Kuchen ins Wohnzimmer und setzte sich auf ein Sofa.

"Danke...aber ich habe keinen Durst", sagte Mulder.

"Könnten Sie Männer erkennen, die John angeschossen hatten?", fragte Mulder.

"Ähm...nein, dazu war es zu dunkel", erwiderte Troy.

"Kommen Sie, ich zeige ihnen Johns Zimmer, ich habe alles so gelassen und nichts angerührt, um keine Spuren zu verwischen", schlug Darleen vor.

Mulder nickte zustimmend und begab sich mit ihr ins 2.Stockwerk. Ein langer Flur führte zu Johns Zimmer.

Die Tür war aufgebrochen...gesplittertes Holz von dem weißem Türahmen wies auf ein schnelles Eindringen hin.

Darleen begab sich wieder nach unten ins Wohnzimmer.

Das Zimmer war leicht verwüstet, ein Poster hing zerrissen von der Wand und auf dem Boden lagen vier Patronenhülsen.

Mulder hob eine davon auf und untersuchte sie. Es war ein 6mm Geschoß einer Smith & Wesson Pistole.

Der Agent nahm seine Schutzhandschuhe heraus und bestäubte mit einem schwarzen Pulver die Türklinke. Vielleicht würde ein Fingerabdruck die Identität der beiden Männer klären, die John angeschossen hatten.

Er steckte die Hülsen in eine kleine Plastiktüte und steckte sie in seine Jackentasche.

Vielleicht hatte John eine Nachricht auf seinem PC hinterlassen.

Mulder startete den PC und rief Windows auf, er kontrollierte den Postausgang auf ausgehende E-Mail Post und tatsächlich, er fand eine Nachricht, die an Scully adressiert war.

Plötzlich fiel ihm ein kleiner oranger Zettel auf, der auf den Boden unter der Fensterbank lag. Eine Sozialversicherungskarte, ein Anhaltspunkt.

Mulder hob sie auf und studierte sie:

 

Sozialnummer: 1256889

Name: Eaton Corduna

Wohnort: Anderson Apartments

                Apartment.23

                Fifth Avenue.35        

                New York

Geb.Datum:12.09.1964

Alter:  32 Jahre

Stand:  ledig

Beruf:  unbekannt

 

Eine Spur. Mulder verließ das Zimmer und ging wieder ins Wohnzimmer der Rockwells.

Die Beiden hatten es sich inzwischen gemütlich gemacht und schauten Fernsehen.

"Ich habe eine Spur gefunden, werde mal sehen, ob ich die Männer kriege, die ihren Sohn angeschossen haben", sagte Mulder.

"Ja.....wir hoffen’s!", sagte Darleen, begleitete Mulder zur Haustür und verabschiedete sich.

Mulder begab sich zu seinem Wagen und telefonierte mit seinem Handy.

"Scully? Ich habe eine Spur.....einer dieser Typen hat seine Sozialversichertenkarte hier verloren"

"Gut......John ist noch etwas benommen von der Operation und ist zur Zeit nicht ansprechbar", erwiderte Scully.

"Ähm...Scully, Sie sollten ihre E-Mails kontrollieren.....", schlug Mulder vor.

"Ok...werd’s machen, sobald ich mit John gesprochen habe", sagte Scully und legte auf.

Mulder legte ebenfalls auf und begab sich zu der Adresse, die auf der Karte aufgeführt war.

 

Anderson Apartments, New York, 29.Sep.1996, 13:27Uhr.

Das 4-stöckige Apartmenthaus lag in einer abgelegenen Seitenstrasse in blau-roten Neonfarben flackerte der Name des Apartmenthauses: Anderson Apartments

Es sah nicht gerade einladend aus, schwarzer Ruß und Schmutz bedeckten die weiße Außenfassade des Hauses.

Mulder öffnete die Glastür, innen nicht weit entfernt vom Eingang lag die Rezeption. An einer Holzwand hingen die Schlüssel für die Apartments.

Die Innenwände waren mit Graffitis verschmiert, wirklich kein einladender Ort.

Aber trotzdem begab sich Mulder trotz eines unwohlen Gefühls an die Rezeption und betätigte die Klingel.

Plötzlich erschien der Manager, ein älterer Herr hinter der Rezeption.

"Was wünschen Sie?", fragte der Manager mit dunkler Stimme.

"Ähm...wohnt ein Eaton Corduna bei ihnen?", erkundigte Mulder sich.

"Ich darf solche Informationen nicht ohne weiteres preisgeben", erwiderte er.

Der FBI-Agent holte schließlich seinen Ausweis aus der Jackentasche und hielt sie ihm vor der Nase.

Der Manager verzog die Mine und händigte Mulder den Schlüssel für das Apartment aus.

"Halt, warten Sie......dieser Umschlag kam heute für ihn an", sagte der Manager zögernd.

"Danke...wissen Sie, wann Mr. Corduna wiederkommt?", fragte Mulder.

"Nun...er hat gesagt, er müsse noch was beim Arbeitsamt erledigen und käme erst in 3 Stunden wieder", erwiderte er zögernd.

"Ähm...könnten Sie den Umschlag wieder in den Posteingang legen?", sagte Mulder und zog seine Brieftasche heraus und übergab ihm einen 100-Dollar Schein.

Mr. Simmons, so hieß der Manager, nahm den Geldschein gierig entgegen, steckte ihn seine Hosentasche und legte den Umschlag wieder in den Posteingang.

Mulder schaute ihn streng an.

"Keine Sorge.....werde ihm nichts sagen", erwiderte er und verschwand in den hinteren Bereich der Rezeption.

Mulder begab sich zu dem kleinen Aufzug, drückte den Rufschalter und der Aufzug öffnete sich, es war eine kleine Aluminiumtür.

Das Apartment befand sich im 3.Stockwerk des Hauses, also drückte er die entsprechende Taste und der Aufzug setzte sich in Bewegung. Nach knapp einer Minute hielt der Aufzug in diesem Stockwerk an.

Ein langer Flur führte zu den Apartments. An dessen Ende erhellte ein kleines Fenster den wenig einladenden Gang.

Mulder entdeckte nach einigem Suchen das Apartment Nr. 23 und öffnete mit dem Schlüssel die braune Eingangstür des Apartments.

Innen führte ein kleiner Flur ins Wohnzimmer und in die kleine Küche, sowie ins Schlaf- und Badezimmer.

Das Wohnzimmer war nur leicht möbliert: Ein Fernseher, eine Sitzgarnitur und ein großer Tisch.

Der Raum war abgedunkelt, vom Fenster aus konnte man sehen wie der Name des Apartmenthauses in Neonfarben leuchtete.

Überall auf dem Tisch lagen Zeitungen und eine Chipstüte herum. Der Bewohner war wohl ein unordentlicher Mensch.

In der Küche befanden sich noch unbenutzte Töpfe und Geschirr. Das Apartment machte den Eindruck, als sei es erst vor ein paar Tagen bezogen worden und dass der Mieter nur selten zuhause war. Nun.....Mulder musste auf diesen warten, setzte sich in den Sessel und holte seine Dienstpistole heraus, um sich eventuell zu wehren.

 

                                                 7. Kapitel

 

Washington Memorial Hospital/ Washington D.C, 29.Sep.1996, 16:23Uhr.

Scully, die schon seit mehr als drei Stunden an Johns Bett saß und das Tagebuch weiter studierte, wartete darauf, dass John aufwachte.

Plötzlich hörte sie ein leises Durchatmen und Gähnen. Er wachte auf und erblickte Scully.

John lag mit zwei Gipsbeinen im Bett und verspürte Schmerzen.

"Hab schon bessere Tage erlebt?!", sagte John mit schmerzverzerrten Gesicht.

Scully legte das Tagebuch zur Seite, stand auf und beruhigte ihn, indem sie ihn leicht am Kopf berührte und streichelte.

"Das geht vorbei...mit den Schmerzen meine ich...deine Beine haben einen mehrfachen Bruch und du wirst wohl erst in ein paar Monaten wieder richtig laufen können", sagte Scully ernüchternd.

"Keine schöne Aussichten.....ich habe ihnen übrigens eine E-Mail geschickt", sagte John lächelnd.

"Ich weiß...was steht drin, etwas über Sitec, habe ich recht?", fragte Scully.

John dachte erst nach und schloss die Augen um seine Schmerzen zu ertragen.

"Diese verdammten Schmerzen...könnte mich zum Jupiter schießen deswegen...ja, in der E-Mail steht etwas über Sitec, genauer gesagt geheime unternehmensinterne Berichte", sagte John.

Scully atmete kurz durch.

"Unternehmensinterne Berichte?", fragte Scully.

"Ja.....Sitec hat insgesamt über 4 Mrd. Dollar in das Phoenix-Projekt investiert, bei dem Phoenix-Projekt geht es darum....", setzte John an, doch Scully unterbrach ihn.

"Das......man Dinge in eine andere Zeit schicken kann, ich kann’s nicht glauben! Aber sollten diese Berichte an die Öffentlichkeit gelangen...dann könnte es sein...dass die Weltwirtschaft auseinander bricht, denn ich schätze mal...Sitec benutzt diese Technologie um Gewinn daraus zu schlagen", mutmaßte Scully.

"Genau.....eine 4000 Jahre alte Inkascheibe war der eigentliche Schlüssel und hat Sitec jetzt eine unheimliche Technologie beschert.....1991 schickte dieser Konzern schwere Tanker und Transportschiffe in die Vergangenheit Europas“.

"Womit waren diese Transportschiffe beladen? Und wo finde ich diese Inkascheibe, die für alles verantwortlich ist?", fragte Scully.

"Ha.....diese Schiffe waren mit Ausrüstung zum Bau einer Ölbohrinsel und einer Erdgaspipeline beladen. Die Archimedes, ein Spezialschiff, ist mit einem Satelliten und einer Rakete ausgerüstet", erklärte John mit ernüchterndem Blick.

Scully stand auf und stemmte ihre Hände in die Rippen.

"Wirklich unglaublich! Nicht zu fassen! Was erlauben sich diese Konzernherren eigentlich?", schrie Scully entsetzt und lief in dem kleinen Krankenzimmer umher.

"Hey...beruhigen Sie sich doch! Warum so aufgeregt?", fragte John, der versuchte sich mit seinen beiden Händen vom Bett zu erheben.

"Mein Partner will mit der Archimedes fahren… Aber wozu braucht Sitec diesen Satelliten und eine Rakete bekommt man nicht in jedem Spielzeuggeschäft!!", sagte Scully erbost.

"Verstehe...die Titan-Rakete bekam Sitec von der NASA als Gegenleistung für einen Kredit...und den Satelliten hatte Sitec von einer staatlichen Firma in Texas abgekauft", erklärte er und wurde müde.  

"John? Gibt es vielleicht etwas, was verhindern könnte, dass die Zeitmaschine anläuft?", fragte Scully und rüttelte ihn auf.

"Hä? Achso...ja.....auf Puerto Rico besitzt Sitec eine Forschungseinrichtung und dort, so schätze ich mal, ist auch die Scheibe...die Einrichtung wird mit einem Fusionsreaktor betrieben, dessen Magnetspulen, die die Energie erzeugen, wohl noch sehr unzuverlässig funktionieren", meinte John gähnend und schlief langsam ein.

"Halt John...haben Sie die Adresse von dieser Einrichtung?", fragte Scully und rüttelte John erneut.

John wachte auf und wies mit seiner Hand auf die obere Schublade des Nachtkästchens und schlief endgültig ein, denn die Schmerzen waren immer noch unerträglich, trotz der Schmerzmittel, die ihn verabreicht wurden.

Scully öffnete die Schublade des weißen Nachtkästchens und holte eine Visitenkarte hervor, auf deren Rückseite folgende Adresse stand:

 

Cochran Research & Development Facility for Advanced Technologies Inc.

Silent Lane.12

Puerto Rico

 

Unter der Adresse stand noch ein Hinweis von John: Ist eine Firma des CIA.

Scully verabschiedete sich von John, verschwand aus dem Krankenhaus und fuhr mit einem Taxi zum Flughafen.

 

Anderson Apartments/New York, 29.Sep.1996, 19:28Uhr.

Mulder, der es sich inzwischen in dem Sessel gemütlich gemacht hatte und fast fünf Stunden gewartet hatte, wurde plötzlich durch Schritte außerhalb der Wohnung aufmerksam. Eaton Corduna kam wieder!

Er stand vor der Tür und öffnete sie langsam. Der Knauf drehte sich und kurze Zeit später stand die Tür offen. Eaton schaltete das Licht ein und ging ins Wohnzimmer.

Der Mann begab sich zum Fernseher und bemerkte Mulder nicht.

Dann erhob der Agent sich streng vom Sessel und bedrohte ihn mit seiner Waffe.

"Ok...ruhig bleiben…drehen Sie sich nicht um!! Wer ist ihr Auftraggeber?", schrie er laut.

"Schon gut.....gut...ist ja ok, Mann......nehmen sie den Umschlag", erwiderte er arrogant.

Eaton Corduna ein schlanker, eingebildet wirkender Mann drehte sich um und holte den Umschlag aus seiner Fliegerjacke hervor.

"Danke!! Warum wurde John angeschossen?!", fragte Mulder erneut.

Eaton dachte nach, zögerte erst und antwortete schließlich.

"Er war dem Konzern im Weg und meine Auftraggeber wollten nicht riskieren, dass das Projekt gefährdet wird. Man hat mir 35.000 Dollar bezahlt für die Ausführung des Auftrages!!!", schrie er zurück.

Die Wut kochte schließlich in Eaton hoch und er fuhr hastig herum. Mit einem geübten Griff schleuderte er den Agenten gegen die Wand, wovon dieser leicht bewusstlos wurde.

Doch er rappelte sich wieder auf, griff zur Pistole, die auf den Boden gefallen war und schoss auf die Schulter des Mannes. Dieser sackte kurz zusammen und floh aus der Wohnung. Mulder ließ ihn laufen.

Der FBI-Agent setzte sich erschöpft in den Sessel und öffnete den braunen Umschlag. Er war mit folgender Adresse versehen: Sitec Group Inc. Orangeburg/North Carolina.

Im Umschlag befanden sich mehrere Bündel von 500-Dollar Scheinen.

Mulder nahm den Umschlag und verließ die Wohnung.

 

Mulder’s Wohnung, Washington D.C, 29.Sep.1996, 21:47Uhr.

Die Wohnung von Mulder war offen. Er wurde misstrauisch, holte erneut seine Pistole hervor und ging vorsichtig durch die Wohnung.

Plötzlich hörte er eine Stimme, er kannte sie, es war die Stimme des Krebskandidaten.

Er erhob sich mit rauchender Zigarette in der Hand aus dem Sessel und ging sehr selbstbewusst auf Mulder zu, der noch im Flur stand.

"Stecken Sie die Pistole weg, Agent Mulder!!", befahl er streng.

" Was fällt ihnen ein in meine Wohnung einzudringen und was wollen Sie von mir?!", schrie Mulder ihn an und steckte die Pistole wieder in seinen Halfter.

"Ich rate ihnen die Nachforschungen einzustellen, Sie sind schon zu tief in die Materie eingedrungen und es könnte ihnen den Kopf kosten!!“, sagte er einschüchternd.

"Wenn das an die Öffentlichkeit gelangt und das wird es...müssen Sie und ihr Konsortium einpacken.....", sagte Mulder sauer.

"Es ist ihre Entscheidung, Fox! Aber wir standen dem Phoenix-Projekt nicht ablehnend gegenüber, es ist eine große Chance für uns einiges zu ändern!?", sagte er sehr streng und trat näher an Mulder heran.

"Die Geschichte zu ändern ist ein Verbrechen...aber Sie und ihr verdammtes Konsortium haben nicht das Recht dazu, verstanden!!!", schrie Mulder ihn an.

"Türen, die man nicht kennt, sollte man nicht öffnen, Agent Mulder und Sie sind gerade dabei eben dies zutun!!", erwiderte der Raucher ermahnend, zog an seiner Zigarette und verschwand aus der Wohnung.

Mulder ließ sich nicht von dem Krebskandidaten einschüchtern und begab sich ins Schlafzimmer, denn morgen gegen 5 Uhr würde die Archimedes mit unbekanntem Ziel auslaufen.

Am nächsten Morgen gegen 3:10Uhr wachte Mulder aus seinem unruhigen Schlaf auf und zog sich um. Er nahm einen Fotoapart mit, um Beweise zu fotografieren.

Mit dem Auto fuhr er zum Flughafen und begab sich zum Norfolk-Marinestützpunkt.

 

Norfolk-Naval Base Pier 17, Norfolk/Virginia, 30.Sep.1996, 4:52Uhr.

Die Archimedes, ein Schiff von annähernd 300m Länge, lag umgeben von Nebel im Hafen.....man kann die großen Aufbauten wie einen Kran erkennen, allerdings wurde das Schiff von zwei mit Gewehren bewaffneten Soldaten bewacht.

Mulder parkte seinen Wagen hinter einem der großen Container, die überall auf dem Hafengelände standen.

Mit ungutem Gefühl ging er durch die Kälte auf das Schiff zu. Einer der Wachen bemerkte ihn und sprach ihn an.

"Sie sind spät dran.....bitte beeilen Sie sich, die Anderen sind schon da", sagte die Wache und ließ ihn passieren.

Fox Mulder bestieg den Aufstieg, der zum Deck führte. Dort wartete Dr. Reno, der ihn schon erwartete, ansonsten befanden sich keine Besatzungsmitglieder auf dem Deck.

Der Professor war mit einer dicken Wolljacke bekleidet und hielt seine Hände in den Taschen warm.

"Habe Sie schon erwartet, Mr. Mulder, aber nun kommen Sie"

Er packte Mulder am Arm und flüsterte.

"Es ist gefährlich...ich werde Sie in den Ladebereich des Schiffes führen...denn ich möchte wissen, was das Schiff geladen hat", sagte er leise.

Mulder nickte und ging mit dem Professor ins Innere des Schiffes. Die Gänge waren klein und eng und schufen eine beklemmende Atmosphäre. Außerdem war es eiskalt in dem Schiff.

Plötzlich hörte man wie sich die Maschinen in Bewegung setzten, das Schiff legte ab und fuhr los, sein Ziel noch immer unbekannt.

"Wohin fährt das Schiff?", fragte Mulder.

In einer dieser Gänge begegneten die Beiden einem Matrosen. Er grüßte den Professor, schaute Mulder aber unglaubwürdig an.

"Es nimmt Kurs auf die Bermuda-Inseln, um in den Bereich des Zeitfensters zu gelangen", erwiderte er.

"Man darf die Geschichte nicht verändern", sagte Mulder laut.

"Ich verstehe Sie...ach...dort diese Treppe führt ins unterste Zwischendeck zu den Ladebereich", erklärte Professor Reno.

Die Beiden bestiegen die kalte Metalltreppe und befanden sich schließlich auf Deck.4, dem untersten Ladebereich.

Der lange kahle Gang sah wenig einladend aus und es war wirklich bitterkalt.

"Haben die hier keine Heizungen?", fluchte Mulder.

"Nicht, dass ich wüsste. Sitec hat an alles gedacht nur nicht an Heizungen. Das Schiff soll über 1 Mrd. Dollar gekostet haben", erwiderte er auf Mulders Frage.

Er schaute den Professor verdutzt an.

"Tja.....da sieht man mal, dass Sitec der Gesundheitszustand der Besatzung egal ist", kommentierte Mulder.

"Apropos Gesundheit… haben Sie das Serum geschluckt?", fragte Professor Reno. Die beiden Männer waren inzwischen am Ende des Ganges angekommen, keine Tür, kein Fenster befand sich in diesem Gang.....alles war dunkel......die kleinen Lampen, die diesen beleuchteten, schufen kaum Abhilfe.

Am Ende dieses Ganges lag eine schwere Stahltür, die mit einem Sicherheitssystem und einem Soldaten bewacht war.

Fox nahm das Reagenzgläschen heraus und schluckte das Zeug. Es schmeckte wie flüssiger Schwefel.

"Pah......uahhhhh.....Pfui schmeckt ja ekelhaft und so bitter", sagte Mulder mit verzogenen Gesicht.

"Dieses Zeug verhindert, das Sie wahnsinnig werden.....", warf Professor Reno ein.

Professor Reno und Mulder versteckten sich in eine große Einkerbung, die ungefähr 10m von der Stahltür entfernt lag.

"Professor? Ich werde dem Soldaten mit meiner Waffe bedrohen", schlug Mulder vor.

"Ok...", erwiderte der Professor und verschränkte die Arme.

Mulder schlich geduckt durch den Gang, der Soldat versuchte gerade eine Zigarette anzuzünden.

"Verdammt, dieses Feuerzeug will einfach nicht angehen", fluchte er und war derart abgelenkt, dass Mulder die Chance ergriff und aufsprang, ihm die Pistole vor die Nase hielt und schrie. Vor Schreck ließ der Soldat die Zigarette fallen.

"Was wollen Sie???!!!!!", schrie der Soldat.

"Geben Sie mir den Zugangscode für die Tür und ihnen passiert nichts, Ok?", erwiderte Mulder streng.

"Ok.....Ok.....der Code lautet 257896, aber lassen Sie mich leben", sagte der Soldat ängstlich und übergab Mulder das Gewehr.

Mulder nickte, schaute ihn aber misstrauisch an und steckte die Pistole wieder weg.

Inzwischen erschien der Professor auf der Bildfläche und stellte sich vor die Beiden.

"So wollen wir hier jetzt einfrieren?", fragte Prof. Reno zynisch.

Der Soldat gab den Code in das Tastenfeld vor der Tür ein. Sie öffnete sich mit einem dumpfen Ton.

Mulder, der Soldat und der Professor begaben sich in den großen Laderaum. Flutlichter schalteten sich ein und der Raum erhellte sich.

Innen befand sich eine Startrampe mit startbereiter Titan-Rakete. Die Startrampe befand sich noch in Halteposition und lag flach in einer Verankerung, die sich löste sobald sich die schwere Ladeluke öffnete.

Sie begaben sich zu der Computeranlage, die die Rakete überwachte.

Der Professor machte sich sofort daran Anhaltspunkte für den Verwendungszweck der Rakete zu finden.

"Das ist ja unglaublich...was befindet sich bloß in der Rakete.....", grübelte Mulder.

"Sehen Sie doch nach", sagte der Soldat.

Mulder zögerte nicht und begab sich zur Rakete. Er musste sich durch die Verstrebungen der Startrampe zwängen.....doch schließlich kam er an der Spitze der Rakete an.

Eine kleine Abdeckung, die sich durch einen kleinen Knopf unterhalb dieser öffnen ließ, konnte Einblick verschaffen.

Der Agent drückte den kleinen weißen unscheinbaren Knopf, die Abdeckung entriegelte sich und es kam ein Satellit zum Vorschein.

"Ein Satellit......ist wohl für Erderkundungen bestimmt......vielleicht für Rohstoffe", sagte Mulder ernüchternd.

"Mr. Mulder? Kommen Sie mal......ich habe etwas gefunden", schrie der Professor.

Mulder begab sich zu der Computeranlage.

Professor Reno wies mit einer Hand auf dem  Bildschirm.

"Sie haben recht.....der Satellit ist darauf programmiert die Region in der Nordsee nach Rohstoffen zu untersuchen. In der Vergangenheit versteht sich“, gab der Professor kund.

Doch plötzlich wurde die Stille durch einen Lautsprecher unterbrochen.

"Mr. Mulder...kommen Sie zur Brücke", sagte eine tiefe ernste Stimme.

Ein paar Wachmänner erschienen im Raum und führten die Drei zur Brücke.

Die Brücke war mit modernen Geräten geradezu voll gestopft. Ein Radar zählte ebenso zur Ausrüstung wie ein GPS-System.

Auf der Brücke stand Steinberg mit verschränkten Armen und schaute aus dem Fenster.

Am Ruder stand ein älterer Kapitän und überwachte den Kurs.

"Wir werden die Bermuda-Inseln bald erreicht haben....", sagte er streng.

"Ja......aber es ist kriminell die Geschichte zu verändern, wieso tun Sie das?", fragte Mulder gereizt, der von der Seite mit einem Gewehr bedroht wurde.

"Die Firma steht vor dem Ruin.....insgesamt investierte ich 4Mrd.Dollar in die Erforschung und Entwicklung der Technologie und das Projekt muss ein Erfolg werden, sonst.....", erwiderte er kalt.

"Sonst würden Sie von ihren Kollegen im Konsortium nicht mehr ernst genommen", sagte Mulder.

"Ja.....genau...die einzige Schwachstelle bei diesem Projekt ist der Fusions-Reaktor", erwiderte Steinberg unruhig.

"Genau.....die Magnetspulen arbeiten noch nicht synchron", erklärte der Professor.

"Ich weiß Herr Reno, Sie und ihre Freunde können auf der Brücke bleiben und das Wunder miterleben", sagte er.

Es waren inzwischen über 2 Stunden vergangen und das Schiff nahm immer noch Kurs auf die Bermuda-Inseln.

 

                                               Letztes Kapitel

 

Cochran Forschungseinrichtung/Puerto Rico, 30.Sep.1996, 8:49Uhr.

Scully hatte sich schnell aufgemacht um das Projekt zu stoppen, sie musste sich durchfragen, denn die Forschungseinrichtung war nur schwer zu finden.

Ein freundlicher Truckfahrer jedoch kannte den Weg und führte sie zu einer Lichtung.

Es war ein langer staubiger Weg, an der linken und rechten Seite säumten Bäume den Weg, die Sonne machte Scully zu schaffen. Am Ende dieses Weges versperrte ein kleines Tor den Weitergang und außerdem war das ganze Gebiet von einem hohen Drahtzaun umgeben und die Einrichtung lag auf einem Plateau.

An dem Tor hing ein kleines weißes Schild: Do not trespass- Private Property -

Ein Privatgrundstück…Aber Scully schlug die Warnung in den Wind, bestieg das Tor und landete mit ihren Füssen auf der anderen Seite.

Kaum 50m entfernt lag das kleine Forschungsgebäude. Es war grau in grau gehalten und bestand aus nacktem Beton. Nur ein Schild aus Aluminium wies auf den Zweck der Einrichtung hin.

Außerdem so fiel Scully auf, besaß die Einrichtung eine große Kuppel, die aber verschlossen war.

Sie wurde neugierig und öffnete die Tür. Sie war nicht verschlossen und die Einrichtung war verlassen. Komisch, wer sollte denn den Reaktor überwachen?

Ein kurzer runder Gang führte an Labors vorbei zu dem Reaktor, eine schwere Tür schützte ihn vor unbefugtem Zutritt. Auf dieser stand in weißen Buchstaben: Fusions-Reaktor <<Vorsicht Strahlung>>.

Das Zeichen für atomare Strahlung prangte unter den weißen Buchstaben auf einem gelben Kunststoffschild.

Scully öffnete die Tür. Der Raum war klinisch sauber eingerichtet. Eine Computeranlage kontrollierte die Funktion des Reaktors, der in eine große kreisförmige Betonumantelung eingelassen war und leicht surrte. Ein dickes Schutzfenster schützte vor radioaktiver Strahlung. In drei Konsolen aus blankem Stahl waren die Monitore und die Computer montiert. Auf einem dieser Monitore  war ein Bild ein animiertes Diagramm zu sehen. Es zeigte wie der Elektromagnetismus die Magnetspulen umgab, allerdings fluktuierte das Magnetfeld manchmal.

Von dem Reaktor aus führten zwei Energieleitungen zu einem anderen Nebenraum, der rechts von diesem Raum lag.

Auf dem anderen Monitor konnte man erkennen, wie zwei Energieleitungen sich mit der Inka-Scheibe verbanden. Diese Leitungen schienen die Scheibe mit Energie zu versorgen, aber zurzeit floss keine Energie durch die Leitungen. Auf dem Monitor lagen alle Werte auf Null.

Plötzlich hörte Scully ein lautes Knirschen. Die Kuppel öffnete sich. Durch eine Tür, die zu der Inka-Scheibe führte, konnte Scully die Scheibe jetzt genau erkennen.

Die Scheibe war in einem runden Stahlmantel in einem Winkel von 45Grad befestigt.

In der Mitte befand sich eine Jadescheibe. Sie war mattgrün.

Scully konnte die Scheibe nur von einer Plattform aus betrachten. Keine Treppe führte zu der geheimnisvollen Scheibe.

Es geschah das Unfassbare. Das Kuppeldach hatte sich bereits ganz geöffnet und nun konnte man sehen, dass die neun Planeten des Sonnensystems in einer Bahn, in einem Szygize, standen.

Ein heller weißer Lichtstrahl kam auf das Kuppeldach zu und erfasste genau die Jadescheibe. Sie erhellte in grellem, grünem Licht und ein matter grüner Lichtstrahl schoss in den Himmel. Der Reaktor lief jetzt auf Hochtouren und versorgte die Scheibe mit noch mehr Energie, anscheinend lief der Reaktor erst an, wenn eine gewaltige Energiemenge die Initialzündung gab. Bis jetzt lief  er problemlos, nur stellte sich die Frage wie lange dies anhalten würde.

Scully hockte sich hin, denn der Strahl erzeugte eine beständige Hitze und gab ein dauerhaftes Surren von sich.

 

In der Nähe der Bermuda-Inseln, 30.Sep.1996, 9:12Uhr.

Die Leute auf der Brücke der Archimedes schreckten auf. Unter anderem auch Mulder, der Professor und der Soldat.

"Da, sehen Sie!!!", rief der Soldat und wies mit seiner Hand auf einen grünen Lichtstrahl, der das Schiff streifte und den Ozean aufwühlte. Schließlich öffnete sich eine Art Lichttunnel, der durch den grünen Lichtstrahl ausgelöst wurde.

"Das Zeittor!!", sagte Steinberg.

"Ja.....fragt sich nur.....wie lange es offen bleibt", schlug der Professor ein.

"Und was passiert jetzt?", fragte Mulder.

"Abwarten, Mr. Mulder", sagte Steinberg streng.

Plötzlich schoss ein breiter weiß-grüner Lichtstrahl auf das Schiff zu und umschloss es, darauf folgte noch ein hoher Summton. Die Leute hielten sich die Ohren zu, das Bugfenster zerbarst und schleuderte Glas in den Raum. Dabei erlitt ein Offizier leichte Schnittwunden.

Ein starker Ruck erschütterte plötzlich das Schiff. Die Besatzung musste sich an etwas festklammern, um nicht zu stürzen.

Mulder fotografierte das Ganze erfürchtig...Der Film war schon fast voll.

Das Schiff erhob sich mindestens 5m aus dem Wasser und wurde in den Tunnel gesogen, doch dann fluktuierte der Tunnel plötzlich, der Reaktor schien Probleme zu haben.

"Scheiße......wir müssen die Reise abbrechen...Mr. Steinberg...kommen Sie", schrie der aufgeregte Professor ihn an.

"Nein!!!!!", schrie er streng zurück, griff zur Pistole und bedrohte Mulder, den Professor und den Soldaten.

"Das Tor wird stabil bleiben......und mir sagenhafte Gewinne bescheren", sagte er.

"Sie sind verrückt......kommen Sie, geben Sie mir die Pistole!!", schrie Mulder ihn an.

Doch Steinberg ließ nicht locker und schoss auf den Boden der Brücke.

"Sie alle bleiben hier.....verstanden...das Tor wird sich nicht schließen", schrie er die ganze Besatzung an.

"Hey.....sehen Sie mal....dort.......ein Schiff.....es ist die Rising Star einer unserer Tanker das 1991 verschwunden ist", stotterte ein Matrose, der erstaunt aus dem Fenster blickte und mit der Hand auf das Schiff wies, das immer näher kam und drohte die Archimedes zu rammen.

"Wir sollten das Schiff verlassen, die Rising Star wird uns rammen!!", meldete Mulder sich zu Wort, der sich an einem Stuhl klammerte.

"Ok.....ihr Angsthasen könnt das Schiff verlassen...ich aber nicht, verstanden??", sagte Steinberg energisch und steckte die Pistole weg.

Der wahnsinnig gewordene Steinberg wand sich wieder dem Bugfenster zu und schaute raus, vorher löste er noch den Alarm aus.

Mulder und seine beiden Freunde schauten Steinberg unglaubwürdig an und machten sich auf den Weg zu den Fluchtbooten.

Die Brückenbesatzung und der Rest der Mannschaft verließen die Brücke und ihre Mannschaftsquartiere. Panik machte sich breit, die Leute flüchteten zu zwei Barkassen, die jeweils 20Mann aufnehmen konnten.

Professor Reno und Mulder konnten sich einen Platz ergattern, ein Matrose löste die Seilwinde aus und sie prallte aufs Wasser.

Der Matrose ergriff das Steuerrad und gab Gas. Die Barkasse entfernte sich von der zum Untergang geweihten Archimedes mit Steinberg an Bord.

Das Zeittor fluktuierte immer mehr und das andere Schiff kam näher und rammte schließlich die Archimedes, die RisingStar bohrte sich mit ihrem Bug voran in den vorderen Bereich des Schiffes, der Stahl zerbarst und Wasser drang ein. Plötzlich erschütterte eine gewaltige Explosion den Ozean...die Archimedes wurde immer noch in den Tunnel gesogen und rammte sich dadurch immer mehr in das andere Schiff hinein und explodierte schließlich. In dem Tunnel erschien ein grellweißer Feuerball. Die explodierenden beiden Schiffe hatten den Tunnel endgültig zum Zusammenbruch gebracht. Der grelle weiße Explosionsherd wechselte seine Farbe, wurde tiefschwarz......und verschwand...die Schiffe versanken anschließend im Ozean. Mulder hatte alles mitgekriegt und fotografiert, die Barkasse war schon ca. 5 Meilen von der Explosion entfernt, aber trotzdem konnte man sie noch sehen.

Das Rettungsboot würde, wenn alles gut ging......ihren Heimathafen in 5 Stunden erreichen.

 

Marineministerium, Washington D.C, 30.Sep.1996, 9:21Uhr.

Der Krebskandidat und der Japaner hatten durch einen Informanten von dem missglückten Experiment erfahren und waren außer sich, besonders Mr. Takamoto. Er fluchte vor sich hin.

"Verdammt, entschuldigen Sie...ich muss mit Japan telefonieren und meine Aktien loswerden...meine Existenz steht auf den Spiel und wie soll ich das alles meinem Vater erklären?!!", fluchte Yutano Takamoto und verließ fluchtartig das Büro, dabei fluchte er etwas in japanischer Sprache und knallte die Tür zu.

Der Krebskandidat schlug mit seinen Fäusten auf den Eichentisch, zündete sich schließlich eine Zigarette an und telefonierte.

 

Edwards AirforceBase/Kalifornien, 30.Sep.1996, 9:28Uhr.

Der Anruf führte zu Colonel Blanchard, dem Commander des Stützpunktes. Er nahm den Telefonhörer und hob ab.

"Blanchard....", sagte er streng.

"Könnten Sie einen B-2 Bomber zu folgenden Koordinaten dirigieren und lassen Sie die Bomber mit zwei Arestorol-Bombem beladen, will wirklich sicher gehen, das alles zerstört wird.....vor allem die Scheibe", befahl der Krebskandidat.

"Sir.....aber....", sagte Col. Blanchard leicht irritiert.

"Tun Sie es und stellen Sie keine Fragen oder wollen Sie, dass ihre Karriere einen Knick bekommt?!", erwiderte der Krebskandidat streng auf die zögernde Haltung des Colonels

und legte auf.

Colonel Blanchard führte den Befehl ohne jeden Widerwillen aus und beorderte Andrew Wilson einen erfahrenen B-2 Bomber Piloten mit dem Auftrag die Forschungseinrichtung auf Puerto Rico zu zerstören...aber dort war noch Scully.

Der Bomber rollte aus seinem beleuchteten Hangar raus, fuhr zu dem Rollfeld und startete schließlich die Turbinen. Sie liefen leise an und als das Flugzeug die Startgeschwindigkeit erreicht hatte, hob es ab und nahm mit seiner explosiven Fracht Kurs auf Puerto Rico.

 

10.000m über Puerto Rico, 30.Sep.1996, 2 Stunden später.

Der Pilot kreiste mit dem schweren Bomber über der Forschungseinrichtung und öffnete den Bombenschacht. Mt seiner Hand entfernte er die Schutzvorrichtung von dem Auslöseknopf und drückte ihn anschließend.

Die zwei Bomben fielen mit Fallschirmen langsam auf die Forschungseinrichtung zu. Das Flugzeug drehte ab und nahm wieder Kurs auf die Edwards AirforceBase.

Der Reaktor lief langsam aber sicher heiß, eine Kernschmelze stand kurz bevor. Scully hatte versucht durch eine neue Justierung der Magnetspulen den Reaktor zu stabilisieren, aber es wurde schlimmer. Die Terminals sprühten bereits Funken und das für sie ein Zeichen von hier zu verschwinden. Gerade noch rechtzeitig konnte sie das Gelände verlassen bevor die Bomben fielen.

Etwas entfernt von der Absperrung konnte Scully das Einschweben der Arestorol-Bomben sehen. Diese waren dazu in der Lage den ganzen Sauerstoff um sich herum zusammenzuziehen und schließlich zu explodieren.

Die Bomben fielen auf die Forschungseinrichtung, explodierten in einem hellen Blitz und zerstörten die gesamte Einrichtung.

 

FBI-Zentrale/ Washington D.C, 3 Tage später, 8:47Uhr.

Die beiden FBI-Agenten wurden zu Skinners Büro zu einer disziplinarischen Anhörung zitiert. Sie setzten sich auf die beiden Stühle vor Skinners Schreibtisch.

Mulder hatte die Fotos zur Sicherheit mitgenommen.

Skinner erhob sich von seinem bequemen Stuhl und beugte sich mit seinen Händen über den Tisch und begann mit seiner Rede.

"Sie haben mir viel Ärger verursacht Agent Mulder und Scully, Sie können nur froh sein, dass ich verhindert habe, dass Sie beide aus den aktiven Dienst entlassen werden", sagte Skinner sauer.

"Für die Wahrheit muss man halt mal ohne Vorschriften arbeiten.....", sagte Mulder und holte die Fotos heraus.

"Diese Fotos werden beschlagnahmt und unter Verschluss gehalten", erwiderte Skinner.

Mulder wurde sauer und schlug mit seinen Fäusten auf Skinners Tisch.

"Agent Mulder.....bitte geben Sie mir die Fotos oder wollen Sie riskieren, dass Sie gefeuert werden?", schlug Skinner ein.

"Ok...aber wurden keine weiteren Beweise gefunden?", fragte Mulder.

"Nein.....man hat die Wracks der beiden Schiffe nicht gefunden und auf Puerto Rico fand man nichts als Trümmer.....", erwiderte Skinner sachlich.

"Es gibt Beweise...die Fotos", warf Scully ein.

"Ja.....aber die Beweise jetzt zu veröffentlichen wäre zu gefährlich!", erwiderte Skinner und wies mit der Hand auf die Tür.

Mulder legte die Fotos auf Skinners Tisch und verließ mit Scully das Büro.

Kurze Zeit später erschien der Krebskandidat in Skinners Büro und begab sich zu dessen Schreibtisch.

Skinner sah ihn und schaute ihn ernst an.

"Wieso setzen Sie sich nicht?", fragte er.

"Nein...danke...haben Sie die Fotos?", erkundigte der Krebskandidat sich fordernd.

Skinner übergab dem rauchenden Mann den Umschlag mit den Fotos zögernd.

"Danke für die Fotos...und ihre Zusammenarbeit", sagte er und verschwand aus dem Büro.

Skinner setzte sich nachdenklich in seinen Stuhl und dachte nach, auf wessen Seite er wirklich stand.

Scully hatte ja noch die Dateien mit den Geheimdaten über das Projekt. Draußen vor Skinners Büro übergab sie Mulder einen Computerausdruck.

Er bedankte sich bei ihr und begab sich in die FBI-Garage zu seinem Auto. Er wollte es gerade öffnen, als plötzlich vor einem Betonpfosten Mr. X erschien und langsam auf Mulders Auto zukam.

"Mr. Mulder......haben Sie das Geheimnis entdeckt?", fragte Mr. X streng.

"Ja...aber ich habe nur Computerausdrucke von Sitec", erwiderte Mulder leicht enttäuscht.

"Das ist die Wahrheit, aber diese Ausdrucke werden ihnen nichts mehr nutzen. Ich würde zuhause die Wirtschaftsnachrichten mal ansehen", sagte er und verschwand.

Mulder stieg nachdenklich ins Auto und fuhr nachhause.

 

Mulders Wohnung, Washington D.C, 2.Okt.1996, 9:25Uhr.

Zuhause angekommen schaltete Mulder das Licht ein, setzte sich in seinen Sessel und sah sich Economy News auf CBS an.

 

„Guten Morgen, mein Name ist Tanja Prudent, die japanische Firmengruppe Sitec mit Sitz in Kobe und im Rohstoffmarkt tätig ist, wurde von der amerikanischen Investment-Gesellschaft Global Concepts Inc. für 5Mrd.Dollar übernommen.

Grund für diese Übernahme ist die Tatsache, dass Sitec extrem viel Kapital in neue Märkte investiert hat und eine Refinanzierung aus eigener Kraft nicht mehr möglich gewesen war.

Nach der Übernahme erschoss sich der Firmengründer in seinem eigenen Büro.

Eine traurige Geschichte, wenn Sie mich fragen, aber nun weiter mit den News.

 

Mulder schaltete den Fernseher aus und schaute die Ausdrucke nach, die Scully ihm gegeben hatte.

                                                 

 E N D E

  by

  (c) 1997 Andreas Krämer