Titel: Akte-X
"Nebenwirkungen"
Autor: Andreas Krämer
Kontakt/Feedback: akraem313@aol.com
Kategorie: X-File, Mythologie
Rating: Ab 15 Jahren
Disclaimer: Ich habe mir Mulder, Scully und weitere bekannte Charaktere aus
Akte-X nur ausgeliehen und möchte mich dabei höflichst bei 20th Century Fox
entschuldigen, ebenso liegt es mir fern auch nur einen Cent mit der Geschichte
zu verdienen.
Short-Cut: Ein Bezirksmanager eines Pharmakonzerns verschwindet spurlos. Als zur
gleichen Zeit Ufos gesichtet werden, ruft dies Mulder und seine Kollegin Scully
auf den Plan. Es scheint als sei der Fall Routine....
Nebenwirkungen
1.Kapitel
150km vor der Westküste Amerikas 2.April 1997, 11:58Uhr.
Eine Staffel bestehend aus drei Lockheed C5-Galaxy befindet sich auf einen Routinetransportflug.
In Dreier-Formation überfliegen die Transporter in 1500 Meter den Küstenabschnitt, als plötzlich eine der Maschinen ausschert. Es ist die Galaxy von Capt. Richard Atkins.
Die anderen Zwei bemerken das Verschwinden ihres Kollegen erst später und versuchen Kontakt mit Atkins aufzunehmen.
"Atkins...Atkins...bitte melde dich! Over!", rief Hendson in das Mikro, doch die Antwort war nur Rauschen. Als Gegenmaßnahme starteten die Zwei sofort eine Suchaktion und meldeten den Zwischenfall ihrer Heimatbasis, da der Treibstoff jedoch knapp wurde, mussten die beiden Maschinen landen.
In der Nähe von Medford/Oregon, 4 Tage zuvor/28.März.1997, 14:37Uhr
Die Wärme in dem Wohnwagen war einfach unerträglich. Eine lange staubige Strasse führte Julian Garcia weg von Medford. Dort hatte er in den letzten Tagen eine neue Filiale seines Konzerns eingerichtet. Um die Hitze zu ertragen, drehte er die Klimaanlage auf Maximum, nahm eine Bierdose aus dem Ablagefach und öffnete sie, doch in diesem Moment konnte er in der Mittagssonne eine Silhouette erkennen, die den Gold Hill knapp überflog und in einen Blitz verschwand. Kurz danach versagte der Motor.
"Verdammt! Was ist das??", fluchte Julian und drehte den Schlüssel um, es rührte sich nichts, der Motor blieb stumm. Vor Wut stieg er aus und öffnete die Motorhaube, da bemerkte er plötzlich hinter sich eine seltsame Wärme und einen Schmerz im Nacken. Er drehte sich um, seine Augen wurden stark geblendet. Das Einzige, was er noch mitbekam, war wie er über den Wohnwagen schwebte...
FBI-Zentrale/Washington D.C, 30.März.1997, 8:45Uhr
Mulder saß in seinem Büro, nippte an seiner Kaffeetasse und studierte gleichzeitig zwei X-Akten. In diesem Moment trat Scully herein und begrüßte ihren eifrigen Kollegen.
"Guten Morgen Mulder!", begrüßte sie ihn freundlich.
"Morgen Scully! Wollen Sie ein Kaffee??", fragte Mulder fröhlich.
"Gerne...was sind das für Akten?", erkundigte Scully sich wissbegierig.
"Vor zwei Tagen verschwand ein Bezirksmanager eines Großkonzerns spurlos in der Nähe von Medford", erwiderte Mulder offenkundig.
"Medford?", fragte Scully zögernd.
"Erfasst...dieser Mann, Julian Garcia verschwand zum gleichen Zeitpunkt, als in der selben Gegend Ufos gesehen wurden", antwortete Mulder.
Scullys Gesichtsausdruck wurde nachdenklich.
"Und was steht in diesen Akten?", erkundigte sich Scully neugierig.
Mulder öffnete eine und übergab diese seiner Kollegin.
"Entführungsfälle!", kommentierte Scully, während sich in Mulders Gesicht ein leichtes Grinsen breitmachte.
"Genau! Dieser und die beiden anderen Fälle haben eines gemeinsam, die Entführten kamen völlig verändert zu ihren Familien zurück!", kam es wie aus einer Pistole geschossen aus Mulders Mund heraus.
"Hier steht, dass man bei einer ärztlichen Untersuchung, eine Art Chip im Nacken fand", sagte Scully und zeigte Mulder eine Vergrößerung dieses Chips.
"Das Komische ist nun...dass nach dem Entfernen dieses Chips die betreffenden Personen anschließend keine Beschwerden mehr hatten und ihrer Arbeit wieder nachgingen", sagte Mulder, zu diesem Zeitpunkt verzog sich Scullys Mundwinkel fragend.
"Und was ist nun an unserem Fall so besonders?", seufzte Scully.
"Dieser Fall weicht von den anderen Entführungsfällen ab! Die Anderen hatten keine bedeutende Berufe aber dieser hier...war Bezirksmanager eines Großkonzerns", kommentierte Mulder freundlich.
"Was vermuten Sie?", fragte Scully.
"Unser Entführungsopfer scheint gezielt ausgewählt worden zu sein und.....", schlug Mulder ein.
"Was??", fragte Scully verdutzt.
"Ähm… Sie sollten zuerst mal der Familie von Julian Garcia einen Besuch abstatten, während ich den Wohnwagen und Tatort untersuche!", sagte Mulder.
"Wohnwagen?", fragte Scully irritiert.
"Ja.. .als Bezirksmanager ist man oft und lange unterwegs und dieser Konzern, New Land Pharmaceutics, unterhält eine große Apothekenkette im Osten der USA.", erklärte Mulder und begab sich zur Tür, Scully folgte ihm auf den Flur.
"Ein Pharmaunternehmen?", fragte Scully fordernd.
"Ja...ist vor ein paar Monaten von einer japanischen Firmengruppe übernommen worden.", erwiderte Mulder.
"Japaner? Sitec vielleicht?", fragte Scully wissend.
"Kann sein, aber Yutano Takamoto, der CEO von Sitec ist tot...aufgelöst, falls Sie’s nicht mehr wissen", kommentierte er.
"Naja...wir sollten erstmal Garcias Familie einen Besuch abstatten, während Sie seinen Wohnwagen untersuchen.", schlug Scully vor.
Die Beiden waren inzwischen an ihrem Auto angelangt, stiegen ein und fuhren zum Flughafen, Scully nahm einen Flug nach Portland/Oregon, während ihr Kollege einen Flug nach Medford buchte, doch währenddessen...
The RockwellHouse/Redmont bei Washington, 30.März 1997, 10:37Uhr.
Während der letzten sieben Monate unternahm John viel mit Diane, seiner Freundin. Obwohl sie auch gerne im Internet surfte, wollte Diane nicht, dass er immer im Haus hockte und vor dem Bildschirm versauerte. Das letzte Abenteuer, das die Beiden mit Mulder und Scully erlebt hatten war noch in Erinnerung.
John hatte sich in der Hinsicht geändert, dass er den PC nur noch spät abends nutzte, wenn seine Freundin weg war, aber heute war Diane gut drauf und wollte unbedingt im Netz surfen.
Im Zimmer lief gerade das Lied der Gruppe La Bouche Be my Lover, Johns Lieblingslied, er hörte es fast jeden Tag drei oder viermal hintereinander, Diane stand eher auf Musikgruppen wie Nana , die ihr Freund auch gerne hörte.
Alles in allem passten die Beiden gut zusammen. Sie hatten keinen Streit, redeten oft miteinander, es gab einfach keine Probleme wie bei anderen Beziehungen und dies war Johns erste, allererste Beziehung.
Diane legte ihre Hände auf Johns Schulter, während er auf den Bildschirm schaute und den Internetbrowser aktivierte.
"John?", fragte Diane einfühlsam.
"Ja, Diane?", erwiderte er.
"Ähm...du willst doch nicht schon wieder in eine Datenbank eindringen, oder??", fragte sie misstrauisch.
John wurde nachdenklich und drehte sich zu ihr um.
"Mal sehen...habe Gerüchte gehört, dass Sitec immer noch existiert, allerdings unter dem falschen Namen Townsend AirService &Construction Group Inc.", erwiderte John und rief die zuständige Homepage des Konzerns auf, während Diane ihre weichen Hände um Johns Hals legte, er sich zu ihr hindrehte ihr einen Kuss gab.
"Deine Küsse sind viel besser als am Anfang", sagte Diane freundlich.
"Danke!", erwiderte John lächelnd.
"Ich bin jetzt auf der Hauptseite des Konzerns ...mich interessieren die Tochtergesellschaften und Unternehmensbereiche, schätze mal die Bereiche sind gleich geblieben", kommentierte John und klickte auf den blauen Link ‚Holdingcompany’.
Diane nahm den zweiten Drehstuhl, setzte sich neben John und schaute ihn von der Seite an, gleichzeitig schaute sie auf den Bildschirm, wo jetzt die Liste der Tochterfirmen stand, hinter blauen Hintergrund:
TOWNSEND CONSTRUCTION&AIRSERVICE-GROUP INC.
Tochtergesellschaften und Unternehmensbereiche
HAUPTGESELLSCHAFT
TOWNSEND CONSTRUCTION&AIRSERVICE-GROUP INC.
Sitz:Portland/Oregon
TOCHTERUNTERNEHMEN/SITZ
UNTERNEHMENSBEREICH
Townsend Group FarEast Inc./Kobe Bau- und Luftfahrt
*NewLandPharmaceutics Inc./Tokio Pharmaunternehmen
*NewLandResearchCenter Inc./Tokio Forschungszentrum
*NewLand TradeCompany Corp./Raleigh Apothekenkette
Townsend Shipping Company/Tokio Reederei
Townsend MiningCompany Inc./Nagoya Minengesellschaft
*NewLand Investmentgroup Inc./Portland Investment
*Cetisan Technologies Corp./Portland Mikroelektronik
Umsätze nach Unternehmensbereichen
Unternehmensbereich Umsatz/Gewinn/Verlust in Dollar
Bau- und Luftfahrt 2,8Mrd.$/300Mio.$ +15%
Pharmabereich 5,6Mrd.$/800Mio.$ +28%
Rohstoffhandel 0,4Mrd.$/27Mio.$ -70%
Filialketten 0,7Mrd.$/100Mio.$ +17%
Reederei 1,2Mrd.$/-300Mio.$ -40%
Investmentfirma 1,5Mrd.$/-200Mio.$ -21%
Forschungszentren Keine Angaben
Mikroelektronik 2,28Mrd.$/15Mio.$ +4%
Gesamtumsatz: 14,03Mrd.$/842Mio.$ +125%
* Die NewLand Pharmagesellschaften und die Cetis Technologiegesellschaft sind Neuerwerbungen.
----------------------------------------------------------------------
John hatte die Website durchgelesen und wurde nachdenklich, er tippte mit einem Finger auf den Monitor, dies bemerkte Diane.
"Was ist los?", fragte sie neugierig.
"Cetis und New Land Pharmaceutics sind übernommene Firmen und Townsend ist nur ein Tarname für Sitec!", offerierte John.
"Sitec...nun ja der Japaner hat sich vor sieben Monaten sprichwörtlich vor uns in Luft aufgelöst und Cetis heißt rückwärts Sitec. Nicht sehr einfallsreich.", zögerte Diane.
"Genau...wir sollten gemeinsam der Hauptgesellschaft einen Besuch abstatten und die Sache mit der Investmentgesellschaft und Cetis kommt mir auch merkwürdig vor", betonte John.
"Wieder ein Abenteuer...toll John, wir sollten sofort nach Portland aufbrechen!!", freute sich Diane, wobei sie fast einen kleinen Luftsprung machte.
John stand auf, ging zu seinem Nachtschränkchen und holte aus einer kleinen Schatulle Geld hervor. Seine Freundin schaute ihn verdutzt an, als mehrere Hundert-Dollarnoten zum Vorschein kamen.
"Soviel Geld?? Müssen ja über 1000 Dollar sein…Woher hast du soviel Geld?", fragte Diane.
"Ähm...konnte über 100 Exemplare meines Bildbearbeitungsprogramms absetzen, habe so ungefähr 10.000 Dollar verdient. 9000 Dollar will ich mitnehmen, wer weiß wozu wir das Geld noch brauchen", erwiderte John zögernd, nahm seine Baseballjacke und zog sie über, nahm seinen Laptop mit, übergab seiner Freundin ihre Sommerjacke und ging mit ihr zu der gegenüberliegenden Busstation. Dort warteten die Beiden bis der nächste Bus nach Portland fahren würde. Also setzten sie sich in die überdachte Busstation und unterhielten sich.
2. Kapitel
The GarciaHouse/Portland in Oregon, 30.März.1997, 18:57Uhr.
Scully fuhr ihren Mietwagen vor dem Eingang des großen Einfamilienhauses, das in einer belebten Seitenstraße in einer Neubausiedlung lag. Es war eines dieser Ranch Style Häuser, die nur eine Etage und keine Keller besaßen.
Die Agentin stieg aus ihren Wagen aus und begab sich zur Eingangstür, klingelte und wartete Die Sonne schien und spendete Wärme, allerdings schwitzte Scully in ihrem Jackett und wischte sich etwas Schweiß von der Stirn. Plötzlich ging die weiße Tür auf und eine junge ca.30-jährige schwarzhaarige Frau erschien in der Tür, mit ihren kleinen blauen Augen musterte sie die Agentin.
"Wer sind Sie? Und was wollen Sie?", fragte die Frau streng.
"Mein Name ist Dana Scully", erwiderte Scully und hielt der Frau ihren FBI-Ausweis vor der Nase.
"Schon gut! Kommen Sie rein!", kommentierte Manuela, schloss die Tür und führte Scully zum Wohnzimmer, nachdem die Beiden eine blaue Schiebetür passiert hatten.
Im Wohnzimmer angekommen führte eine Glastür in den Garten, dort angekommen setzten sich die Zwei auf weiße Sommerstühle, die um einen runden Tisch standen.
Die Nachmittagssonne knallte und Scully wischte sich den Schweiß von der Stirn. Ihre Gastgeberin bot ihr ein Glas Limonade an, Scully nahm dieses Angebot dankbar an und trank einen Schluck.
"Sie sind wegen meinem Mann hier, stimmt’s?", fragte Manuela skeptisch.
"Ja, ihr Mann ist seit 3 Tagen verschwunden. Mich würde interessieren, was er vor seinem Verschwinden gemacht hat ", forderte Scully.
"Julian arbeitet seit ungefähr 1 Monat bei der New Land Trade Company, einer erst vor Kurzem übernommenen Tochtergesellschaft der Townsend-Firmengruppe als Bezirksmanager", erwiderte Manuela nachdenklich.
"Warum so nachdenklich?", fragte Scully sorgsam.
"Es gab Differenzen bei der Geschäftsführung und daher hatte mein Mann häufig Stress!!", erwiderte Manuela sauer.
"Er war Alkoholiker?", fragte Scully vorsichtig.
"Nein...er leidet an der Zuckerkrankheit!", sagte Manuela und zündete sich eine Zigarette an. "Julian erzählte mir an diesem Tag, dass ihn dieser Pharmakonzern ein neues Insulin-Präparat gegeben hätte und er hat mir erzählt dass zwei weitere Angestellte des Konzerns ebenfalls ein neues Medikament bekommen haben sollen…", erwiderte Manuela weinend, Scully klopfte ihr beruhigend auf die Schulter.
"Die Geschäftsführung gibt ihren Mitarbeitern neue Medikamente, sehr merkwürdig, was wissen Sie über diesen Konzern?", fragte Scully, obwohl sie bereits wusste, dass Sitec hinter all dem steckte.
"Wir sind erst vor drei Monaten hierher gezogen und dieser Konzern suchte dringend einen Bezirksmanager für ihre Apothekenkette...die die Townsend-Group erst vor kurzem übernommen hatte", erklärte Manuela nachdenklich, wobei Scully gerade etwas loswerden wollte, als sie von Manuela unterbrochen wurde.
"Julian sollte soweit er mir gesagt hatte, eine Großlabor in Medford einrichten. Er hatte mich kurz vorher angerufen und da sagte er mir, er fühle sich nicht besonders gut und klagte über Kopfschmerzen und Übelkeit dann...na ja Sie wissen ja, dass er seit diesem Tag verschwunden ist", erklärte Manuela nervös.
Während des ganzen Gesprächs hatte sich Scully Notizen gemacht und entschloss sich, Näheres über dieses Medikament in Erfahrung zu bringen. Sie ließ sich die Adresse von New Land geben, verabschiedete sich und buchte einen Flug nach Raleigh, dem Sitz der Apothekenkette.
Hauptsitz der NewLandGesellschaft/Tokio in Japan, 30.März.1997, 20:07Uhr.
Patrick Newland, ein 35-jähriger erfolgreicher Unternehmer, Gründer und 1.Vorstandsvorsitzender seines Konzerns, saß in seinem großen weiträumigen Büro im 35.Stock der New Land-Hauptverwaltung, die mitten im Stadtzentrum Tokios liegt.
Von seinem Büro aus, schaute er aus dem Fenster. Unten herrschte Rushhour, die meisten Japaner gehen noch spätabends einkaufen, als sich plötzlich die Tür öffnete und ein älterer Japaner eintrat. Patrick drehte sich um und erkannte ihn. Es war Ikara Takamoto, Gründer des Sitec-Konzerns, den sein Sohn aber in Townsend Construchtion & Aviation-Group Inc, umbenannte, um ein geheimes Experiment zu tarnen.
Der Japaner zündete sich eine Zigarre an, blieb stehen und ergriff das Wort.
"Viel Betrieb da unten, nicht wahr?", kommentierte der 60-jährige Japaner streng und fordernd.
"Ja...weshalb kommen Sie hierher? Die Entwicklung des Anti-Krebspräparats ist weit fortgeschritten und unser jetziges Versuchskaninchen scheint es anzunehmen!", erwiderte Patrick Newland zögernd.
"Unser Plan kann nur funktionieren, wenn Sie mit uns zusammenarbeiten. Mein Sohn ist tot, aber ich bin von seiner Sache überzeugt...Also, bitte setzen Sie es ein!!", erwiderte der Japaner und stellte sich neben Patrick. Der starke Geruch der Zigarre flog Patrick in die Nase. Er musste beinahe niesen, hielt aber inne.
"Aber…das ist doch unmenschlich, denken Sie an die Nebenwirkungen!!", kommentierte Patrick, doch er wurde unfreundlich unterbrochen.
"Keine Sorge...unser Patient...wird wieder gesund werden und diese Nebenwirkungen kommen mir auch für meinen Plan gerade recht", erklärte Ikara kalt. Patricks Gesicht machte einen nachdenklichen Ausdruck.
"Ihr erster Plan ist der Rückkauf von 100% des Aktienkapitals von Sitec bzw. Townsend. Derzeit halten Sie nur 25%...die anderen 75% sind in den Händen einer Hong Konger Investorengruppe...Ihr zweiter Plan würde mich interessieren!!", fauchte Patrick ihn an.
Der Japaner wurde leicht nervös und gab schließlich eine kurze aber knappe Antwort.
"Gut...ich stehe kurz vor der Pleite, aber durch Ihre Finanzhilfe kann ich es schaffen....meine beiden Pläne zu erreichen...Plan Nr.1 ist Ihnen bekannt, Nr.2 darf ich Ihnen aus Geheimhaltungsgründen nicht nennen, also fackeln Sie nicht lange und telefonieren Sie mit unserem Labor. Sagen Sie ihnen, dass sie das Präparat einsetzen sollen!!!", schrie der Japaner und verließ das Büro, sogleich nahm Patrick den Telefonhörer und wählte zögernd eine US-Telefonummer.
"Hier NewLand...Befehl von Mr. Takamoto… setzen Sie das Präparat ein!!", sagte Patrick.
"Aber...es ist noch nicht ausgereift...Sie wissen, was mit den anderen beiden Patienten passiert ist!", tönte es am anderem Ende.
"Tun Sie es...liegt nicht in mein Verantwortungsbereich!!", rief Patrick in den Hörer.
"Aber.....", doch Patrick hatte schon aufgelegt.
Stephens Car Repair/Medford in Oregon, 31.März.1997, 8:17Uhr
Der Wohnwagen des Managers wurde zu einer Reparaturwerkstatt in Medford geschleppt, Mulder fuhr dorthin um Anhaltspunkte zu finden.
Die Autowerkstatt war eine Kombination aus einer Texaco-Tankstelle, einem Mini-Markt und einer Autowerkstatt. Mulder stieg aus seinem Wagen, erblickte einen Mechaniker, dessen Arbeitskleidung total verölt war und der gerade dabei war einen Transporter zu reparieren.
"Sorry, hab Sie nicht gesehen...Guten Morgen erstmal!"; begrüßte Stephen ihn und reichte ihm die Hand, wobei Mulders Hand ölig wurde. Er holte ein Taschentuch hervor und wischte sich das klebrige Zeug von der Hand.
"Eine nette Begrüßung, aber egal, Fox Mulder, mein Name...Ich bin vom FBI. Könnte ich mir den Wohnwagen mal ansehen??", fragte Mulder fordernd und hielt dem Mechaniker seinen Ausweis vor der Nase, dieser nickte kurz und verschwand wieder in seiner Werkstatt.
Es war einer dieser Großraumwohnwagen mit Aluminiumaußenbekleidung, einer Küche, Schlafgelegenheit und einem kleinem Badezimmer. Die Tür der Fahrerkabine stand offen. Sofort fiel Mulder die Bierdose auf, die auf dem rechten Sitz lag und ausgelaufen war. In diesem Moment blickte er auf das Armaturenbrett und entdeckte, dass die Batterieanzeige auf Null gesunken war.
Als nächstes ging Mulder durch die Durchgangstür, die zum Wohnbereich führte. Auf Boden herrschte Unordnung. Zeitschriften, Chipstüten und Unterlagen lagen verstreut herum. Eine dieser Unterlagen fiel ihm sofort auf. Es war eine Arbeitsanweisung direkt vom NewLand - Konzern aus Tokio mit der Bitte ein Großlabor in Medford einzurichten. Diese Anweisung war mit einem Dringlichkeitsverweis versehen und stammte vom 23.März 1997. Er nahm die Unterlage mit und schaute sich weiter um. Bim Blick auf das Bett fiel ihm eine kleine Ampulle in die Hände. Er setzte sich aufs Wasserbett und betrachtete die Ampulle genauer. An der Seite entdeckte er die Beschriftung Latona Insulin Präparat, der Hersteller war, ob Zufall oder nicht, NewLand Pharmaceutics, die Firma bei der Julian Garcia arbeitete.
Sofort nahm Mulder sein Handy und rief seine Partnerin an.
"Scully!", tönte es am anderen Ende.
"Hier ist Mulder, Scully unser Mann leidet an Zucker!", rief Mulder.
"Ja...ich weiß, seine Frau hat es mir erzählt und dieser Pharmakonzern gab seinen Mitarbeitern neue Medikamente", erklärte Scully ruhig.
"Hmm...ich habe hier eine Ampulle Insulin, der Hersteller ist NewLandPharmaceutics und ich werde diesem Großlabor mal einen Besuch abstatten", sagte Mulder drängend.
"Gut...ich werde mich mal näher über diesen Konzern und seine Machenschaften informieren...wir scheinen da auf etwas Unheimliches gestoßen zu sein!", schlug Scully vor.
"Schön und gut dann treffen wir uns in Portland, machen Sie einen Treffpunkt aus!". rief Mulder.
"Das hatte ich eh vor...Wir sehen uns dann in Portland“, sagte Scully und legte auf. Ihr Kollege tat dasselbe und fuhr zu diesem Labor.
3.Kapitel
Hauptverwaltung Townsend-Firmengruppe/Portland in Oregon, 31.März.1997, 9:25Uhr
Die Busstation lag an der Northern Greely Avenue mitten am Fluss, John hatte seinen Arm um Dianes Schulter gelegt und schlenderte zu gegenüberliegenden Straßenseite. Einige Geschäfte säumten den Weg und waren geöffnet. Plötzlich erblickten die Beiden die Broadway-Bridge. Sie überragte den Fluss und wirkte rostfarben. Schräg gegenüber dieser Brücke stand ein großes imposantes Bürogebäude, in dessen silberner Außenfassade sich die Morgensonne und die Silhouette der Brücke widerspiegelten. Oberhalb dieser Fassade prangte der Firmenname Townsend Construction&AirService-Groupt Inc., das Firmenlogo bestand aus einem Planeten, der von einem Kometen umflogen wurde.
Wiedereinmal schlenderten die Beiden zur gegenüberliegenden Seite und begaben sich zum Haupteingang des Gebäudes. Eine große Automatiktür mit Messingrahmen öffnete sich und eine weiträumige Eingangshalle kam zum Vorschein. Ein glatter Marmorboden führte die Beiden zum Empfang, dort saß die Empfangsdame, eine Japanerin, die das Paar aufmerksam mit ihren kleinen Augen musterte.
"Sie wünschen??!!", fragte Ikoni Katai unfreundlich, schaute die Beiden streng an und antwortete schließlich.
"Ähm...John Rockwell mein Name und das ist Diane.", erklärte er hastig.
"Schön…freut mich, was wollen Sie denn nun??!!", fauchte Ikoni ihn streng an.
"Informationen über die NewLandInvestmentGroup und Cetis Technologies!", fauchte John im gleichen Ton zurück.
"Sie spinnen, hauen Sie ab!!", schrie die Japanerin die Beiden an und griff zum Telefon.
"Schon gut...schon gut.....wir verschwinden ja!!", sagte John und verschwand mit Diane an der Hand aus dem Gebäude, die Japanerin jedoch telefonierte.
"Hier Ikoni Katai...ich sollte Sie doch informieren wenn etwas Merkwürdgies passiert", sagte Ikoni.
Am anderen Ende meldete sich eine dunkle, rauchige Stimme.
"Was ist denn passiert??", fragte die Stimme.
"Ein John Rockwell war mit seiner Freundin hier, er wollte Infos über unsere Investmentgesellschaft und Cetis Technologies, ich vermute.......", doch sie wurde unterbrochen.
"Rockwell? John Rockwell...danke für die Information, damit haben Sie mir schon geholfen!", erwiderte die unbekannte Stimme und legte auf, die Japanerin tat das Gleiche.
Draußen angekommen unterhielten sich John und Diane
"Eine unfreundliche Begrüßung John, findest du nicht?", fragte Diane, die ihren Arm um Johns Taille gelegt hatte.
"Egal...ich kenn einen anderen Weg. Wir informieren uns einfach woanders!!", sagte John entschlossen.
"Und wo bitteschön??", Dianes Stimme wurde strenger, blieb aber freundlich.
"An der Börse, die Townsend-Firmengruppe ist an der WallStreet notiert und da gibt es bestimmt jemanden, der sich mit diesen Konzern und seiner Struktur auskennt", erklärte John und nahm seine Freundin mit zu der Busstation. Diane ging ohne zu murren mit. An der Busstation angekommen, setzten sich die Beiden auf die Bank.
"Der nächste Bus nach NewYork kommt in 3 Stunden", sagte John und nahm Diane in den Arm. Sie lehnte ihren Kopf gegen seine Schulter und schlief ein. Er kraulte Diane sanft am Hinterkopf und wartete geduldig auf den Bus...
Handelsministerium/Washington D.C, 31.März.1997, 10:07Uhr.
In dem kleinen Büro herrschte Ruhe, nur das Ticken der Wanduhr unterbrach ab und zu diese Stille. Jerry Cindrel, ein junger 35-jähriger aufstrebender Regierungsangestellter war verantwortlich für die Vergabe von Regierungsaufträgen. Er saß über einer seiner Akten und studierte diese, als sich plötzlich die Tür öffnete und ein älterer Mann eintrat. Es war der Krebskandidat, der sich gerade eine Morley-Zigarette ansteckte und sich in den kleinen Bürostuhl vor Jerrys Schreibtisch setzte und einige Sekunden wartete, ehe er das Wort ergriff.
"Ein 300 Mio. Dollar-Projekt verschwindet nicht einfach spurlos...Sie haben den Auftrag vergeben...nur wüsste ich gerne an welche Firma!", sagte der Krebskandidat streng.
Jerry schaute seinen Kontrahenten in die Augen.
"An den NewLand-Pharmakonzern…einer Tochtergesellschaft der Townsend-Firmengruppe", erwiderte Jerry müde.
Der Gesichtsausdruck des Krebskandidaten wurde nachdenklich.
"Sie haben den Entwicklungsauftrag an diese Firma vergeben???", fragte er erzürnt.
"Ja…diese Firma schien mir am besten dafür geeignet, um ein Anti-Krebspräparat zu entwickeln", erklärte Jerry, während der Krebskandidat nervös an seiner Morley zog.
"Das war ein großer Fehler, zum Glück können Sie in Ihrem Amt bleiben…dürfte ich Ihr Telefon benutzen??", fauchte der Krebskandidat ihn an, griff zum Hörer ohne eine Antwort abzuwarten und wählte eine NewYorker Telefonnummer.
"Gentleman, wir haben ein Problem, wir sollten uns unterhalten!", sagte der Krebskandidat, legte auf und verließ das Büro. Zurück blieb ein leicht verwirrter Beamter.
Außerhalb von Medford/Oregon, 31.März.1997, 10:45Uhr.
Mulder parkte seinen Wagen direkt vor dem Großlabor. Es war ein großes einstöckiges Gebäude, an dessen betonartiger Außenfassade bereits der Beton teilweise abbröckelte. Die Tür des Vordereingangs stand zur Mulders Verwunderung offen, innen jedoch fand er nicht wie vermutet eine Laboreinrichtung vor, sondern nur einen verschmutzten verdunkelten Raum. Mit der Taschenlampe leuchtete er umher und in dem Lichtkegel der Lampe fand er zu seiner Verwunderung eine Abdeckplane vor. Mulder ging dorthin und öffnete diese, was er fand war eine kleine Pillenmaschine...auf dem Ablageblech entdeckte Mulder eine kleine Ampulle. Sie hatte dieselbe Größe wie zuvor gefundene Ampulle, die Mulder im Wohnwagen des Bezirksmanagers fand. An der Unterseite prangte ein kleines weißes Schildchen mit der Bezeichnung: Neverland Project.
Anscheinend, so vermutete Mulder, war dieses Labor kein Labor, sondern eine reine Produktionsstätte für ein neues Medikament und dieser Pharmakonzern schien sehr daran interessiert zu sein diese Produktionsstätte möglichst abseits zu betreiben. Dieses Gebäude stand kurz vor dem Verfall, schien aber gut genug für die Produktion des Neverland -Medikamentes zu sein, dessen Zweck Mulder nicht kannte. Er wurde neugierig, vielleicht hatte Scully näheres in Erfahrung gebracht.
Ein Bürohaus in NewYork/NewYorkCity, 31.März.1997, 11:25Uhr.
In dem großen Salon roch es stark nach Zigaretten, das Konsortium, eine mysteriöse Gruppe älterer Männer, die an mehreren Geheimprojekten der Regierung beteiligt waren und immer noch sind, saßen in dem verrauchten Salon und unterhielten sich mit dem Krebskandidaten, der die Konferenz einberufen hat.
Der Krebskandidat saß hinter seinem Schreibtisch und wendete sich dem Fenster zu, das durch eine grüne Gardine verdunkelt war. Nur das Sonnenlicht drang durch das Fenster ein und erhellte den ansonsten dunklen Salon etwas.
Einer der Männer, ein älterer dürrer und manikürter Mann, ergriff sofort das Wort. Er saß in einer der vier Sesseln, die in dem Salon um einen großen Glastisch standen.
"Wir haben wieder Ärger mit Sitec, stimmts? Ich denke, dieser Konzern wäre endgültig schachmatt gesetzt!", sagte der manikürte Mann streng, sogleich drehte der Krebskandidat sich dem Konsortium zu.
"Sitec existiert noch, unter welchen Namen, das wissen Sie ja bestimmt alle, oder?", fragte der Krebskandidat, wobei er gleichzeitig an seiner Morley zog.
Ein anderer Mann mit Vollbart, dickem Bauch und großer Statur ergriff das Wort.
"Townsend Airservice & Construction Group mit Sitz in Portland, vor kurzem übernahm diese Firma den Pharmakonzern NewLandPharmaceutics......" war der dicke Typ ein.
"Leider ist bei der Genehmigung unseres Forschungsprojektes mit den Namen Neverland etwas schiefgelaufen...unser Mann beim Handelsministerium hat fälschlicherweise dieses 300-Mio.Dollar Projekt an NewLand vergeben und ich habe erst vor kurzem erfahren, dass Ikara Takamoto im Vorstand von NewLand sitzt…und alles daran setzt...ein neuentwickeltes Medikament auf den Markt zu werfen.....", sagte der Krebskandidat.
"Takamoto braucht frisches Kapital um wieder 100% von seinen ehemaligen Unternehmen zu erlangen und da kommt ihm dieses neue Medikament gerade recht, die Genehmigung für den Release des Anti-Krebspräparats ist bald durch. Wir müssen unter allen Umständen verhindern, dass dieser Kerl seine Pläne, die wir nicht genau kennen, verwirklicht. Dazu wäre ich sogar bereit mit dem FBI, genau gesagt mit Mulder und Scully zusammenzuarbeiten!", erwiderte der manikürte Mann, während der Krebskandidat nervös an seiner Morley zog, als er diese Sätze hörte und knallte einige Fotos auf seinen Schreibtisch.
"Das sind John Rockwell und seine Freundin Diane.....", kommentierte der Krebskandidat müde, zur gleichen Zeit stand der manikürte Mann auf und sah sich die Fotos an.
"Die zwei scheinen glücklich zu sein...wo wurde dieses Foto geschossen??", fragte der manikürte Mann.
"In Portland...die zwei haben der Townsendfirmengruppe einen Besuch abgestattet, wurden aber abgewiesen....", sagte der Krebskandidat offenkundig.
"Wo sind die zwei jetzt?", fragte der dicke Typ.
"Sie befinden sich auf den Weg nach New York und da die Firmengruppe an der Wallstreet notiert ist, vermute ich...dass Sie sich über diese Firma schlau machen wollen", erwiderte der Krebskandidat.
Der manikürte Mann steckte sich eine Zigarette an und zog an dieser.
"Wir sollten unsere besten Leute auf John und Diane ansetzen...falls die zwei Erfolg haben, könnten wir mit ihren Wissen den Konzern zerschlagen!!", sagte der manikürte Mann nachdenklich.
"Gut...setzen Sie Krycek und einen anderen Experten an!", befahl der Krebskandidat und wendete sich wieder dem Fenster zu, während der manikürte Mann telefonierte.
Waterkant Restaurant&Cafe/Portland in Oregon, 31.März.1997, 14:37Uhr.
Das Luxusrestaurant lag inmitten der Stadt, war teuer und hatte eine großzügige Inneneinrichtung, sobald man hereinkam, erblickte man sofort den großen Kronleuchter, der direkt über die Sitzgelegenheiten hing, die kreisförmig angeordnet waren.
Mulder hatte es sich in einem bequemen Sessel gemütlich gemacht, das weiche Leder tat Mulder gut. Gleich schräg gegenüber seines Sitzplatzes stand die langgeschwungene Bar hinter der ein Kellner grade einen Martini mixte.
Es war ziemlich leer in dem Restaurant und Mulder schien wohl der einzige Gast zu sein. Er wartete auf Scully und hatte sich nur eine Tasse Kaffee bestellt. Gerade als er den Kaffee bekam, entdeckte er Scully, die sich umschaute. Mulder winkte ihr zu.
"Da sind Sie, Mulder!!", rief Scully aus , setzte sich gegenüber von Mulder und bestellte sich ebenfalls eine Tasse Kaffee.
"Was haben Sie rausgekriegt??", fragte Mulder.
"Ich habe mich über dieses Insulin-Präparat informiert, es ist handelsüblich, NewLand fertigt es in Lizenz von einem mexikanischen Pharmakonzern", erwiderte Scully.
"Hmmm.....diese Ampulle fand ich in der Produktionsstätte", sagte Mulder und holte die Ampulle hervor und zeigte diese Scully.
"Neverland-Project.....die Ampulle ist leer, wüsste gerne, was es mit diesem Projekt auf sich hat", murmelte sie. Kaum hatte sie diesen Satz beendet, hörte sie eine helle ernste Stimme.
"Das würde ich ihnen gerne sagen...wenn ich mich zu ihnen setzen darf!", sagte der Mann und setzte sich hin.
Mulder erkannte diesen Mann, es war der manikürte Mann. Einen anderen Namen kannte der Agent nicht. Der Mann sah sehr gepflegt und gebildet aus, sein steifer Anzug und sein ruhiges Auftreten machten ihn irgendwie unheimlich.
"Sie schon wieder! Also was hat es mit diesem Projekt auf sich?", fragte Mulder wirsch.
"Sie sind nicht sehr erfreut über mein Auftauchen, aber dieses Neverland-Projekt war ein Entwicklungsauftrag für ein neues Anti-Krebspräparat!", sagte der Mann freundlich.
"Und was ist so schlimm daran??", fragte Scully.
"Dieser Auftrag wurde aus versehen an den NewLand-Konzern vergeben, in dessen Vorstand Ikara Takamoto sitzt, leider hat dieses Medikament eine schlimme Nebenwirkung und steht kurz davor patentiert und für den Markt freigegeben zu werden.....", kommentierte der manikürte Mann, Mulder nippte an seiner Tasse Kaffee.
"Nebenwirkungen? Was für welche? Und was wollen Sie von uns?", fragte Scully.
"Schlimme Nebenwirkungen…sobald man das Medikament eingenommen hat, verfällt man kurze Zeit später in einer Art Trancezustand und ist willenlos. Ich will, dass Sie diesen James Atkins aufsuchen, sobald er aufgetaucht ist!", befahl der Mann.
"Gibt es kein Gegenmittel?", fragte Mulder.
"Wie wollen Sie die Freigabe des Medikamentes verhindern??", fragte Scully erzürnt.
"Es gibt ein Gegenmittel...da Mr. Garcia an Zucker leidet ist es möglich, dass er erreichbar ist. Und die Freigabe des Medikamentes wollen wir verhindern, indem wir mit John und Dianes Hilfe den Konzern zerschlagen.", erwiderte der Mann offenkundig.
"John und Diane arbeiten für Sie?", fragte Scully empört.
"Indirekt...wir haben Krycek und einen anderen Experten auf die Beiden angesetzt. Sie sind nach New York gereist, um sich über den Townsend-Konzern schlau zu machen…und wenn wir genug Informationen haben, könnten wir diesen Konzern zerschlagen!!", sagte der Mann und stand auf.
"Halt! Sie lassen die Beiden doch am leben, oder??", fragte Mulder skeptisch.
"Ja...wir haben Krycek gewarnt Gewalt anzuwenden, Sie müssen mich aber jetzt entschuldigen", sagte der Mann und verschwand aus dem Restaurant.
4.Kapitel
Außerhalb von Medford/Oregon, 31.März.1997, 0:47Uhr.
Die Nacht war stürmisch, kalt, es regnete stark und donnerte ebenfalls. Frank Owens, ein Taxifahrer, fuhr die lange Landstrasse entlang, die direkt nach Medford führte. Der Regen prasselte gegen die Windschutzscheibe, selbst die Scheibenwischer konnten dem Regen nicht Herr werden. Im Radio liefen grade die Top-Hits der Singlecharts.
Frank war ein erfahrener Fahrer, aber so ein Unwetter machte selbst ihm schwer zu schaffen. Er starrte aus der Windschutzscheibe auf die Strasse, als er plötzlich eine Person entdeckte, die sich mit hochgestreckten Armen dem Fahrzeug näherte und wankte. Er trat auf die Bremse und stoppte kurz vor dieser Person.
Erst jetzt konnte Frank erkennen, dass er einen Mann beinahe verletzt hätte. Er stieg sofort aus dem Auto und ging zu diesem Mann, der mit der Hälfte seines Oberkörpers auf der Kühlerhaube lag und keucht. Als Frank ihn anfassen wollte, rutschte er auf den kalten Asphalt und stieß sich den Kopf. Frank griff ihm unter die Arme und schaffte ihn auf den Hintersitz des Wagens.
So schnell wie möglich fuhr Frank den Verletzten ins nächstgelegene Krankenhaus in Medford.
Die Innenstadt von NewYorkCity/NewYork, 1.April.1997, 9:37Uhr.
In der Innenstadt von New York herrschte Rushour. John und seine Freundin Diane stiegen aus dem Bus in der Nähe der WallStreet aus. Über einem Internetchat hatte John vorher Kontakt zu einem Börsenmakler geknüpft und einen gemeinsamen Treffpunkt vereinbart.
John sollte mit seiner Freundin auf einen jüngeren Mann in Streifenanzug achten, der eine Zeitung las und tatsächlich...gleich an der Busstation bemerkte John einen nervöswirkenden Mann, der gegen einen Lampenpfeiler gelehnt mit einer Zeitung in der Hand alle paar Minuten auf die Uhr schaute.
Dieser Mann erblickte John und kam auf ihn. Diane blieb hinter ihren Freund mit dem Rucksack in der Hand und wartete, als dieser Typ in Streifenanzug das Wort ergriff.
"John Rockwell? Keine Angst! Bitte folge mir und nimm deine Freundin mit!", sagte der Mann, dessen Stimme hell und freundlich klang.
John winkte Diane zu, worauf sie etwas beruhigt zu ihrem Freund ging und ihn an der Hand nahm. Leise fragte Diane nach, wohin sie nun gehen wollten, doch John wusste keine Antwort und folgte dem Mann weiter bis zu einem kleinen HotDogstand, der an der Ecke von Wallstreet und BroadStreet stand und auf Kunden wartete. Der Hot-Dog-Betreiber war ein kleiner dicker Italiener, der die drei entdeckte und auf seine ersten Verkäufe hoffte.
"Drei Hotdogs bitte!!", sagte der Mann freundlich betonend.
Der kleine Italiener nahm die nötigen Zutaten, machte rasch drei HotDogs fertig und übergab diese dem Mann im Streifenanzug.
"Das macht dann 6 Dollar!", sagte der Italiener und nahm einen Zehn-Dollarschein entgegen.
"Der Rest ist für Sie!", entgegnete der Mann und übergab die anderen zwei Hotdogs John und Diane.
"Außer Hotdogs haben Sie wohl nichts zu bieten, oder??!!", pfiff John den Mann an.
"Doch!! James Hamilton ist übrigens mein Name", erwiderte James und begab sich zu einer gegenüberliegenden Limousine und blieb stehen.
Die beiden Jugendlichen standen hinter James und warteten geduldig. Es öffnete sich die Hintertür des Wagens und James stieg ein. Die Beiden mussten draußen bleiben.
James kam mit einem schwarzen Koffer wieder aus der Limousine. Diese fuhr weg und verschwand im dichten Straßenverkehr.
"Was war das denn für ein Typ in den Wagen??", fragte John neugierig.
"Ein Investor...der mit Insiderinformationen handelt!", erwiderte James direkt.
Diane hatte ihren Arm um Johns Taille geschwungen und schaute James fragend an.
"Insiderinformationen? Ist doch strafbar…", fragte Diane ruhig.
James kratzte sich an der Nase.
"Ist schon klar...aber ihr wollt doch Infos über die Struktur des Konzerns, oder? In diesem Koffer sind genug Informationen, unter anderem auch ein interner Unternehmensbericht um den Konzern an den Pranger zu stellen!!", erwiderte James streng und zückte seine Brieftasche hervor.
"Ich habe euch die Infos besorgt, also wo sind die vereinbarten 3.500$??!!", fragte James betonend.
"Diane!", bat John und nahm von seiner Freundin das Geld entgegen und übergab es James.
"Dankeschön", sagte dieser, nahm das Geld entgegen, winkte sich ein Taxi zu und verschwand in den Straßenschluchten von New York City.
"So...den wären wir los...wir sollten die Unterlagen an einen ruhigen Ort durchlesen", schlug Diane vor, nahm John an ihre Hand und sie gingen die Broadstreet entlang. Diese führte an Geschäften, Restaurants und Cafes vorbei, plötzlich blieb Diane an einen Juweliergeschäft stehen und schaute ins Schaufenster. In den Ablagen lagen Ketten, Uhren und Ringe der bekannten Marken Cartier und Rolex.
Diane fiel eine Goldkette ins Auge, die mit einem Namensschild und mit einem kleinen Diamanten besetzt war.
"Diese Kette trägt meinen Namen, guck doch mal John!!", sagte Diane sanft und zog ihren Freund nah an das Schaufenster.
"Musst du mich so ziehen? Guck doch mal auf den Preis!", pfiff John seine Freundin freundlich an.
"Siebzehntausend Dollar!! Na und...ich denke deine Programme werfen genug Profit ab?", neckte Diane und schaute die Kette mit funkelnden Augen an.
"Schon gut Diane, sobald ich das Geld habe, kaufe ich dir die Kette, aber wir sollten gehen, dreh dich langsam um...diese zwei Männer verfolgen uns seitdem wir hier in New York eingetroffen sind!!", sagte John einfühlsam, nahm seine Freundin an die Hand und ging die Strasse weiter.
Diane nahm diese Vorgangsweise ihres Freundes zwar krumm, aber ihre Sicherheit schien John wohl am wichtigsten im Moment.
"Nicht gerade nett, John, aber du willst mir ja die Kette schenken. Danke John!", sagte Diane nett und gab ihren Freund ein Kuss auf die Wange.
Die beiden Verliebten schlenderten noch etwas durch die Stadt und fanden schließlich ein kleines Hotel in der WallStreet. Dort buchten sie sich ein Zimmer und schauten sich die Unterlagen an. Die beiden Männer hatten sie vorerst abgehängt.
The GarciaHouse/Portland in Oregon, 1.April.1997, 12:28Uhr.
Julian Garcia wurde nach einem kurzen Aufenthalt in einem Medforder Krankenhaus entlassen und nach Hause gefahren. Seine Frau empfing ihren Mann glücklich, doch etwas stimmte nicht mit ihm. Er hatte sich irgendwie verändert.
Zur Vorsicht hatte Manuela Garcia Mulder und Scully angerufen und ihnen mitgeteilt, dass ihr Mann wieder da war.
Manuela und die beiden Agenten saßen in dem großen Wohnzimmer auf einer Ledercouch, die Mittagsonne schien durch das Fenster, das zur Veranda führte.
In Manuelas Augen konnte Scully sehen, dass sie geweint hatte und ihre Augen unterlaufen waren.
Mulder drehte seinen Kopf und schaute sich in dem Wohnzimmer um. An der Wand prangten Auszeichnungen von Universitätsabschlüssen und eine Wanduhr tickte im Takt der Zeit.
"Diese Auszeichnungen...hat sich mein Mann hart erarbeitet!", schluchzte Manuela.
"Und wo ist ihr Mann??", fragte Mulder sanft.
"Er wollte runterkommen...ach da kommt er ja…", sagte Manuela und schaute zu der Tür, sie war offen und man konnte Schritte hören. Langsam trat Julian Garcia, ein stattlicher, großer gutaussehender Mann in das Wohnzimmer.
"Schatz! Setz dich doch!", sagte Manuela und zeigte mit ihrer linken Hand auf den freien Sessel gegenüber der Ledercouch.
"Was sind das für Leute, Manuela??", fragte Julian wirsch.
In diesem Moment stand Mulder mit einem leichten Lächeln auf und begrüßte Julian mit einem Handdruck.
" Ich Fox Mulder und das ist Dana Scully, meine Kollegin. Wir sind vom FBI", begrüßte Mulder ihn und setzte sich wieder neben seiner Kollegin.
"Vom FBI? Nichts für ungut...entschuldigen Sie mein Auftreten. Manuela, mach unseren Gästen doch einen Kaffee!", sagte Julian und seine Frau zögerte, ging jedoch in die Küche.
"Ihre Frau hat geweint.....", kommentierte Scully freundlich.
"Ja...ich weiß, liegt wohl daran, dass ich so lange weg war.", erwiderte Julian.
"Mr. Garcia...wo waren Sie in den letzten zwei Tagen?", fragte Mulder zuvorkommend.
Julian Garcia schaute die Agenten fragend an.
"Weiß nicht...ähm...das Einzige, was ich noch weiß ist, dass...ja ein kleiner Raum und dann dieses helle Licht...", erklärte Julian zögernd, wobei er kurz den Kopf schüttelte, so als wolle er diese Gedanken loswerden.
"Helles Licht? Wissen Sie noch mehr?", fragte Scully freundlich, doch Julian schwieg, schüttelte erneut den Kopf und packte sich an die Stirn.
"Dieser Schmerz...kaum auszuhalten!!", kommentierte Julian mit schmerzverzerrten Gesicht.
"Haben Sie Kopfschmerzen? Ist der Schmerz stechend?", fragte Mulder besorgt.
"Ja...so als würde man mir eine Stecknadel in den Kopf bohren...und dann diese Gedanken...!", sagte Julian mit starren Blick.
"Gedanken?", fragte Scully.
"Ja...entschuldigen Sie, ich habe was zu erledigen, es ist besser, wenn Sie gehen!!", befahl Julian plötzlich streng.
"Wohin wollen Sie?", fragte Mulder und packte ihn an den Arm, als er aufstehen wollte.
"In die Stadt...etwas erledigen!", kommentierte Julian bedächtig.
In diesem Moment fielen die Scully die fixierten Pupillen von Julians Augen auf, zögerte aber dies Mulder mitzuteilen.
"Lassen Sie bitte meinen Arm los!", betonte Julian wirsch, worauf Mulder seinen Griff löste und zusah, wie er sich zur Tür begab. Zugleich kam Julians Frau in das Wohnzimmer. Er ging an ihr kommentarlos vorbei durch die Zwischentür nach draußen.
Manuela schaute ihrem Mann traurig hinterher und blieb mit dem Tablett in der Hand im Türrahmen stehen.
Mulder und seine Kollegin standen auf und begaben sich zu der Frau.
"Was will er in der Stadt??", fragte Scully einfühlsam.
"Etwas … erledigen, wenn ich nur wüsste, was…", seufzte Manuela traurig.
"Sie sollten sich hinsetzen und wir, Scully sollten ihn verfolgen!!", schlug Mulder vor und begab sich zur Haustür.
"Ja...ich sollte mich besser hinsetzen...", sagte Manuela und verabschiedete sich von Scully, draußen wartete Mulder im Wagen auf seine Kollegin und startete den Motor, als Scully eingestiegen war, auf der gegenüberliegenden Straßenseite konnten die beiden sehen, wie Julian einen silbernen Mercedes Benz 230e bestieg und losfuhr.
Die Agenten nahmen sogleich die Verfolgung auf. Wo der Mann genau hinfuhr, würden sie erst erfahren, wenn der Mercedes zum Stehen gekommen war.
Sitz der NewLandGesellschaft/Tokio in Japan, 1.April.1997, 14:05Uhr.
Das Büro von Patrick Newland hatte Besuch bekommen. Er studierte grade die Umsatzahlen, als plötzlich die Tür aufging und Ikara Takamoto mit zwei anderen Leuten, dem Aussehen nach Chinesen, eintrat und zu Patricks Schreibtisch ging. Die anderen zwei setzten sich in die zwei Bürostühle vor dem Schreibtisch und schauten Patrick geduldig an.
Ikara steckte sich eine Zigarre an und ergriff paffend das Wort.
"Mr. Newland…darf ich ihnen Hikaro Tekmar und Kitaro Hakai vorstellen?", kommentierte Ikara ruhig.
Peter schaute von seiner Umsatzstatistik auf und sah Ikara in die Augen.
"Ihre Investoren?", fragte Patrick streng.
"Ja...ich und mein Kollege sind beide im Vorstand der Sentaka Investmentgruppe, einem weltweit operierenden Investmentkonzern mit Sitz in HongKong", erwiderte Hikaro Tekmar gelassen.
"Und Sie haben Sitec bzw. Townsend und damit meinen Konzern geschluckt....", sagte Patrick wirsch.
"Genau...und ihr Konzern ist dabei ein neues Medikament auf den Markt zu bringen, mit dem wir die Finanzen von Sitec sanieren können", antwortete Kitaro Hakai.
Patrick zog die Mundwinkel fragend nach oben.
"Das Neverland-Antikrebspräparat hat Nebenwirkungen...ich hoffe, Sie wissen davon!!", schrie Patrick Kitaro an.
"Wir wissen davon…ihr jetziger Patient Julian Garcia muss nur noch einen Auftrag erfüllen und dann dürfte es kein Problem mehr sein Geld mit dem neuen Medikament zu verdienen!!", pfiff Kitaro zurück.
"Dieser Auftrag umfasst die Übernahme und den Transport von Chemikalien zur Produktion des neuen Medikamentes, denn unsere Fabrik ist zerstört worden und daher müssen wir diese Chemikalien hierher importieren, um mit der Produktion beginnen zu können....."erwiderte Hikaro Tekmar ruhig.
"Daher werden morgen früh drei Transportflugzeuge von Tokio aus starten mit dem Landungsziel Portland...wo sich unsere geheime Produktionsstätte befindet. Wir hatten zwei, aber die eine mussten wir aus Sicherheitsgründen schließen, da Mulder bereits uns auf die Schliche gekommen ist....", kommentierte Ikara streng.
Patrick zögerte, irgendetwas zu sagen, die beiden HongKong-Chinesen schauten ihn fragend an.
"Keine Sorge...Julian Garcia wird überleben, er muss nur frühzeitig sein Insulin einnehmen, denn dies löst die Wirkung des Medikamentes auf....." sagte Kitaro und begab sich mit seinen Kollegen zur Tür und schlug sie hinter sich zu.
Ikara klopfte Patrick beruhigend auf die Schulter und ergriff das Wort.
"Das Medikament wird zwar auf den Markt kommen, aber nicht wenn die Transportflugzeuge ihr Ziel nicht erreichen.....", schlug Kitaro vor und verschwand aus dem Büro, zurück blieb ein nachdenklicher Konzernchef.
Rising Sun Hotel&Restaurant/NewYorkCity in NewYork, 1.April.1997, 14:05Uhr.
John und seine Freundin hatten sich ein Zimmer in dem Hotel gebucht, das nicht ganz billig war. Es kostet 150 Dollar pro Nacht inklusive Frühstück.
Das Doppelzimmer war mit einem Wasserdoppelbett, einem Fernseher, Videorecorder, einer kleinen Küche, Bad und WC und mit einer Sektbar ausgestattet. Der junge John saß in seiner Jogginghose, seiner blauen Baseballkappe und einem T-Shirt mit der Abbildung eines Ufos über den Unterlagen, die ihnen Jack überreicht hatte. Durch das kleine Fenster schien die warme Mittagssonne in das Zimmer und wärmte das eigentlich schon warme Zimmer noch mehr auf. Einige Schweißtropfen fielen auf die Unterlage, die John grade studierte.
Seine Freundin, die ein weißes T-Shirt und graue Kapuzenjacke trug, hockte auf dem Wasserbett und schaute ihrem Freund zu. Er saß auf einen weichen Stuhl und las die Unterlagen durch, die auf einen kleinen Glastisch vor dem Fernseher lagen.
Diane blickte mit ihren blauen Augen zu John und fuhr sich durch ihre kurzen schwarzen Haare.
"Na...und hast du was gefunden??!!", fragte Diane frech und kroch zu John rüber, schwang ihre Hände um Johns Hals und wollte ihn ins Bett ziehen.
"Diane? Lass das, bitte...ich habe hier etwas Interessantes gefunden, guck mal", sagte John ruhig und reichte seiner Freundin einen braunen Hängehefter mit der Aufschrift:
Financial Report of the Townsend AirService&Construction Group Inc.
Classified
"Ein Finanzbericht, interessant!", kommentierte Diane, schlug den Hefter auf und fand einen sehr langen Bericht:
Townsend Airservice&Construction Group Inc. 21.Juni.1997 GreelyAvenue.85
578275 Portland/Oregon
Telephone:0555-7533457
Internet-Adress: http://www.townsend-group.com
Unternehmensbericht Townsend-Firmengruppe
Die Umsatz- und Marktentwicklung des Konzerns kann als zufriedenstellend bezeichnet werden, im laufenden Geschäftsjahr konnte durch den Erwerb des NewLand-Pharmakonzerns der Umsatz in dieser Sparte um 125 Prozent gesteigert werden. Auch die Apothekenkette schreibt schwarze Zahlen, die Kernbereiche Bau und Luftfahrt konnten ihren Umsatz und Gewinn steigern. Die Sparte Mikroelektronik konnte ihren Gewinn in diesem Jahr nahezu verdoppeln und ihren Marktanteil von 4 % auf 5,7% erhöhen. Der Baubereich konnte ihren Marktanteil um 4% auf 12% steigern, ebenso konnte der Luftfahrtbereich den Anteil von 3% auf 4,7% steigern.
Die Nebensparten Rohstoffhandel, Investmentbanking und Reederei fahren weiterhin einen inoffiziellen Gesamtverlust von über 2,4Mrd.US-Dollar ein. Der Vorstand und die Geschäftsführungen der oben genannten Geschäftsbereiche sehen sich gezwungen einzelne Gesellschaften zu verkaufen, darunter fallen folgende Firmen:
Townsend Shipping Company Inc. Umsatz: 1,2 Mrd. US-Dollar/-675Mio.Dollar
Townsend Mining Company Inc. Umsatz: 0,8 Mrd. US-Dollar/ -825Mio.Dollar
Newland InvestmentGroup Inc. Umsatz: 1,6 Mrd. US-Dollar/ - 900Mio.Dollar
Cetisan Technologies Corp. Umsatz: 2,28Mrd.US-Dollar/+15,8Mio.Dollar
Es gibt bereits Interessenten für die Townsend Mining Company und an der Townsend Shipping Company sollte es zu einem Verkauf dieser Gesellschaften kommen. Die Verhandlungen laufen bereits. Dies könnte über 2 Mrd. US-Dollar in die Konzernkassen spülen.
Dem Gesamtumsatz in Höhe von 14,9Mrd.US-Dollar stehen Kreditverpflichtungen und Rückstellungen von 11,5Mrd.US-Dollar gegenüber. Die laufenden Zinsen in Höhe von 3,7Mrd.US-Dollar können nur teilweise aus dem laufenden Brutto-Gewinn in Höhe von 625 Mio. Dollar bezahlt werden, aber der eigentliche Grund für die Finanzmisere ist der hohe Finanzbedarf der R&D-Zentren, der Pharmasparte. Zwar konnte ein Durchbruch bei der Entwicklung eines Krebsgegenmittels gemacht werden und dieses steht auch kurz vor der Markteinführung. Der Vorstand sieht sich jedoch gezwungen das Forschungsbudget von 1,4Mrd.US-Dollar um die Hälfte auf etwa 700Mio. US-Dollar zu kürzen.
Das Umsatzpotential dieses unter der Bezeichnung -Neverland- laufenden Anti-Krebsmittels wird auf 3Mrd.US-Dollar geschätzt, die Vergabe von Produktionslizenzen nicht eingerechnet. Leider gibt es bei diesem Medikament eine Nebenwirkung, sobald man das Medikament eingenommen hat, folgt nach einer Verweildauer im Körper von 2 Tagen eine Art Trancezustand, bei der man den Patienten Befehle geben kann, die er ohne weiteres ausführt. Allerdings kann es sein, dass bei Patienten, die an der Zuckerkrankheit leiden und regelmäßig Insulin nehmen, dieser Trancezustand ganz oder teilweise nachlässt.
Die zwei Produktionsstätten für das neue Medikament mussten aus Kostengründen geschlossen werden. Die sich in Portland befindende erste Produktionsstätte wird sogar ganz geschlossen oder verkauft werden müssen, um die Finanzmisere wenigstens teilweise zu beseitigen.
Seitdem der Gesamtkonzern unter dem Dach der HongKonger Investmengruppe Sentaka steht, die weltweit insgesamt über 25Mrd.US-Dollar Umsatz generiert, geht es der Townsendgruppe finanziell zwar besser, aber eine weitere Sanierung und Umstrukturierung des Konzerns kostet weitere, den Schätzungen nach über 5,2Mrd.US-Dollar und die Sentaka-Investmentgruppe ist nicht weiter bereit Geldmittel in die maroden Townsendfirmengruppe zu stecken. Insbesondere für die Aktionäre wird es kein Zuckerschlecken werden, wenn sie erfahren, dass ihre Aktien keinen Pfifferling mehr wert sind. Dieser Bericht darf keinesfalls an die Aktionäre, der Börsenaufsicht oder der Öffentlichkeit bekannt werden, denn dies wäre ein enormer Image- und Finanzverlust, sowohl für die Investmentgruppe als auch für die marode Townsendfirmengruppe.
DER VORSTAND
Hikaro Tekmar Ikara Takamoto Kitaro Hikai
President of Townsend Group Inc. President of Sentaka Group 2nd President of Sentaka Group
Diane legte die Unterlage weg und setzte sich die Bettkante, ihr Gesicht wirkte nachdenklich.
"Das ist der Hammer, oder??", kommentierte John sanft.
"Du sagst es, John, die Gesellschaft steht kurz gesagt vor der Pleite....mit diesen Infos können wir Sitec zerschlagen!!", schlug Diane vor, ihr Freund nahm die Unterlage aus Dianes Hand und holte eine Visitenkarte aus den Koffer.
"Diese Visitenkarte ist der Schlüssel zur Zerschlagung des Konzerns. Wir sollen uns mit einem gewissen Paul McCarthy treffen, hier ist auch die Telefonnummer. Ich werde ihn jetzt anrufen!!", schlug John vor, wählte eine Portlander Nummer und wartete. Nach einigen Sekunden meldete sich eine junge männliche Stimme am Telefon.
"Ja!", sagte die Stimme.
"Hier ist John Rockwell...ähm...ich sollte mich mit ihnen in Verbindung setzen, es geht um Sitec!!", antwortete John zögernd.
"Treffen wir uns morgen früh um 3Uhr auf der Broadway-Bridge in Portland zur Übernahme ihrer Informationen, nach der Übergabe wird Sitec nicht mehr existieren.....", erwiderte Paul streng und bedächtig.
"Wie sieht es mit Geld aus??!!", fragte John frech.
"Ich bin bereit euch beiden 85.000Dollar zu zahlen...wenn ihr kommt!!", erwiderte Paul zögernd.
John beratschlagte sich kurz mit Diane.
"Sagen wir 100.000Dollar.......", schlug John hochnäsig vor.
Paul zögerte etwas mit der Antwort, mit einem Durchatmen gab er schließlich doch die Antwort.
"Ihr beide seid harte Verhandlungspartner...also gut, ihr sollt das Geld bekommen. Trefft mich wie gesagt um 3Uhr an der Broadway-Bridge...ich werde dreimal mit den Scheinwerfern meines Mercedes blinken und seid pünktlich!!", befahl Paul wirsch und legte auf.
John tat dies ebenfalls, Diane nahm die Visitenkarte und die Unterlagen aus Johns Händen, legte diese in den Koffer und schaute ihn fragend an.
"Wir sollten nach Portland fahren...und ich will die 100.000Dollar haben!!", schlug Diane vor, zog ihren Freund hoch und gab ihn einen Kuss.
"Ist ja gut Diane...wir sollten uns dieses Geld aber teilen, Ok??", schlug er vor.
"Ja!", erwiderte Diane ruhig, ging mit ihren Freund zur Tür. Sie fuhren zum Flughafen und buchten den nächstbesten Flug nach Portland.
Letztes Kapitel
Ein Bürohaus in NewYorkCity/NewYork, 1.April.1997, 16:37Uhr.
Der große Saal war inzwischen stark verraucht, Weingläser und Flaschen standen auf den braunen runden Tisch, der in der Mitte des Saales kaum fünf Meter vom Schreibtisch des Krebskandidaten stand.
Die Männer des Konsortiums saßen in ihren Sesseln und diskutierten leise, denn Mr. West, der manikürte Mann, legte gerade sein Handy weg und saß in der Runde...der Krebskandidat saß in sich gekehrt hinter seinem Schreibtisch und wartete.
"Nun...Mr. West was gibt es?", fragte der Krebskandidat streng.
"John und Diane befinden sich auf den Weg nach Portland...Kryceks Informationen nach hatten die Beiden einen schwarzen Koffer bei sich!", erwiderte Mr. West ruhig.
"Einen schwarzen Koffer...das müssen die Informationen über Sitec sein. Wir sollten sobald die beiden in Portland eingetroffen sind...zu härteren Maßnahmen greifen!!", schlug der Krebskandidat vor und zog an seiner Morley-Zigarette.
"Sie meinen Scharfschützen??", fragte ein etwas untersetzt wirkender Typ.
"Ja...wir müssen an diese Informationen kommen um Sitec zu zerschlagen!!", sagte der Krebskandidat streng.
"Und was ist wenn John und Diane diesen Koffer an einen Börsenmakler übergeben und damit unsere eigentliche Arbeit, die Zerschlagung von Sitec durchführen??", schlug Mr. West vor.
"Ich werde diesen Einsatz dann leiten...meine Herren, daher werde ich jetzt nach Portland aufbrechen und die Übergabe beobachten!!", sagte der Krebskandidat stand auf und wollte das Büro verlassen, wurde aber von Mr. West aufgehalten.
"Was ist mit Krycek und seinem Partner??", fragte er streng.
"Dessen Einsatz ist zuende, geben Sie Krycek und seinem Partner die versprochene Summe und ziehen Sie diese vom Einsatz ab!!", erwiderte der Krebskandidat und verschwand aus dem Saal. Das Konsortium blieb zurück und unterhielt sich weiter.
Industriegebiet außerhalb von Portland in der Nähe der Broadway-Brigde,21:37Uhr.
Die Verfolgungsjagd hatte Mulder und Scully in ein abgelegenes Industriegebiet geführt. Ein großes Areal bestehend aus teilweise alten verfallenen Lagerhallen und Fabriken fanden die Agenten vor. Die untergehende Sonne schuf eine leicht gespenstische Atmosphäre über dem Industriegebiet. Der Mercedes Benz von Julian Garcia stand vor einem alten zerfallenen Fabrikgebäue. Eine knarrende Holztür führte die beiden Agenten in eine große Halle. Der Boden war verschmutzt, Putz bröckelte von den Wänden und durch die großen zersplitterten verschmutzten Fenster schien die Sonne auf den Boden und erhellte die ganze Halle in einen orangen Farbton. Durch ein großes, stark verrostetes Verbindungstor gelangten Mulder und Scully in den zweiten Abschnitt des Gebäudes und dort entdeckten sie, auf Holzpaletten stehend, große gelbe und blaue Fässer, die Chemikalien enthielten...Scully erblickte hinter diesen Fässern einen Mann.
Sofort begab sich Scully dorthin und tippte den Mann auf die Schulter. Es folgte jedoch keine Reaktion, er blieb stumm, sein Mund war offen, die Augen waren auf ein zerbrochenes Fenster fixiert. Mulder nahm währenddessen die Fässer unter die Lupe.
"Proxinin und Cyalide!", sagte Mulder, Scully hörte ihren Kollegen jedoch nicht.
"Hey Scully!", rief Mulder laut.
"Kommen Sie mal hierher Mulder, Julian scheint in eine Art Trancezustand zu sein!!", erwiderte die Agentin.
"Der manikürte Typ hat uns gesagt, dass Insulin diesen Zustand auflöst!!", schlug Mulder vor.
Scully kramte in den Taschen des Anzugs und fand eine Insulinspritze. Sie zog die Schutzkappe von der Nadel und langte nach Julians Arm. Geübt rammte sie die Spritze hinein, einige Minuten vergingen. Plötzlich fing Julian Garcia zu husten an, schaute sich um und erschrak. Scully berührte ihn sanft an der Hand, diese war kalt und Julians Augen kamen langsam wieder in Normalzustand. Weitere 3 Minuten vergingen, ehe er ansprechbar war.
"Wo bin ich??!!", fragte er verwirrt, als er sich kurz umschaute.
"In einer Fabrik...in einen Industriegebiet außerhalb von Portland", erklärte Scully ruhig.
"Einer Fabrik...und was machen diese Fässer hier???", fragte Julian verwundert als er die annähernd 10-20 Fässer erblickte.
Mulder hatte sich die Fässer näher angeschaut und war auf einen Lieferschein gestoßen und las denselben vor.
"15.000 Liter Proxinin und die gleiche Menge Cyalin, das Lieferziel ist Tokio!", sagte Mulder, wobei er die zwei anschaute.
"Proxinin? Cyalin? Das sind beides Grundstoffe des -Neverland- Medikamentes...von dessen Nebenwirkungen ich anscheinend in einer Art Trancezustand kam!!", kombinierte Julian gefasst. Mulder wollte gerade etwas sagen, als er ein Quietschen und Knarren vernahm. Das Haupttor der Fabrik öffnete sich und durch den dritten Abschnitt kam ein schwerer schwarzfarbiger Truck rückwärts hinein, die Motorengeräusche hallten durch die Halle und die Scheinwerfer blendeten die Drei. Sofort ergriffen diese die Flucht und versteckten sich hinter einem großen Werkzeugschrank, der direkt neben den Tor stand, durch das Mulder und Scully hineingekommen waren.
Mulder schaute, hockend und mit den Händen aufgestützt, den nun folgenden Abtransport der Fässer, die auf Paletten standen zu.
Der Truck stoppte mit einem Zischen der Hydraulikbremsen, zwei in blauen Overalls gekleidete Männer entstiegen der Fahrerkabine und begaben sich zu den Fässern. Die Verladefläche des Trucks öffnete sich, der Erste, ein dünn wirkender Mann, bestieg die Fläche, startete einen Gabelstapler und fuhr von der Verladefläche herunter. Er hob die erste Palette der insgesamt fünf an und verstaute diese auf der Verladefläche, dasselbe geschah auch mit den anderen Paletten. Der Gabelstapler wurde stehengelassen, die Männer stiegen wieder ein, der Truck fuhr los und verließ die Fabrikhalle mit einer sehr hohen Geschwindigkeit.
Nachdem der Truck weg war, erhoben sich die Drei aus ihren Versteck und schauten dem Truck hinterher, der grade das Haupttor passiert hatte.
"Die fahren wohl zu einem Flughafen", kommentierte Julian.
Die beiden Agenten stimmten zu und begaben sich aus der Fabrikhalle und warteten auf Julian, der in langsamen Schritten aus der Fabrikhalle kam. In diesem Moment hörte Scully quietschende Geräusche. Mulder drehte sich dem Geräusch zu und erblickte einen schnellfahrenden schwarzen BMW, der knapp vor Mulders Wagen stoppte. Die linke Tür öffnete sich. Mr. West entstieg dem BMW.
"Mr. Mulder, Ms Scully und Mr. Garcia...ich habe eine schlechte Nachricht für Sie!!", sagte Mr. West streng.
"Die wäre.....", kommentierte Mulder nervös.
"Sie kennen doch noch John Rockwell und seine Freundin Diane, oder??", fragte Mr. West wissend.
"Ja, was ist mit den Beiden??", erfragte Mulder.
Der manikürte Mann Mr. West zögerte mit der Antwort.
"Der Krebskandidat hat Scharfschützen auf sie angesetzt!!", erwiderte der alte Mann, dessen Alter Mulder auf sechzig oder mehr schätzte.
"Was??? Los rücken Sie mit der Antwort raus oder muss ich ihnen alles aus der Nase ziehen??!!", fragte Mulder entsetzt.
"Ruhe, Mr. Mulder...also gut, die zwei Verliebten haben brisantes Material über Sitec erhalten...und eine Übergabe soll in Portland stattfinden, soweit ich weiß...auf der Broadway-Bridge.“, erklärte Mr. West beunruhigt.
"Haben Sie jetzt eine Idee, was wir machen sollten??", fragte Scully.
"Ja...wieso informieren Sie nicht Direktor Skinner darüber...er wird bestimmt versuchen dieses Desaster zu verhindern.....", schlug er vor.
"Gute Idee...ich werde ihn anrufen und ebenfalls Scharfschützen anfordern, um die Schützen des Krebskandidaten in Schach zu oder halten oder gegebenenfalls zu erschießen!!", erwiderte Mulder.
"Falls die Übergabe stattfindet wird Sitec zerschlagen werden, der Krebskandidat will anscheinend Profit aus diesen Informationen schlagen!!", schob der alte Mann ein.
"Wenn ja...dann sollten wir die Übergabe unterstützen...dieser Mann hat meine Schwester auf den Gewissen.....", erwiderte Scully besorgt.
Zugleich nahm Mulder sein Handy und wählte die Nummer von Skinners Büro. Es klingelte und an der anderen Seite meldete sich ein etwas gestresst wirkend der Direktor.
"Skinner!!", meldete sich der Assistent Director genervt.
"Hier Mulder...ich bin in Portland in einem Industriegebiet. Ich möchte Scharfschützen anfordern...es geht ums Überleben!!" , schrie Mulder in das Handy.
"Scharfschützen?? Wozu??", fragte Skinner fordernd.
"Es soll eine Übergabe von brisanten Sitec-Informationen kommen, John Rockwell und seine Freundin Diane sind in Gefahr...wir müssen verhindern, dass der Krebskandidat die zwei erschießt!!", antwortete Mulder streng.
"Gut Mulder...ich werde ihnen Scharfschützen aus dem Regionalbüro von Portland zur Verfügung stellen, ich kann leider nicht kommen, habe zuviel Stress und daher erwarte ich eine lückenlosen Bericht von Ihnen!!", sagte er und legte auf, Mulder steckte sein Handy wieder in die Hosentasche.
"Haben wir die Scharfschützen??", fragte Mr. West fordernd.
"Ja.. allerdings erwartet er einen lückenlosen Bericht!!", erwiderte Mulder.
"Das wird kein Problem sein. Sie müssen mich jetzt entschuldigen, ich habe noch etwas zu erledigen.....", sagte Mr. West, stieg ins Auto und fuhr mit hoher Geschwindigkeit davon.
"Jetzt müssen wir nur noch abwarten...bis unsere Scharfschützen eintreffen....", sagte Mulder.
"Ja...wir sollten unseren Wagen in der Fabrikhalle verstecken!!", schlug Julian vor.
Sogleich stieg Mulder ins Auto, fuhr in die Fabrikhalle, kam aus der knarrenden Holztür wieder und lehnte sich gegen die Außenwand der Fabrik. Er wartete mit seinen zwei Freunden auf das Eintreffen der Scharfschützen.
Sitz der NewLandGesellschaft/Tokio in Japan, 1.April.1997, 22:07Uhr.
Patrick Newland saß übermüdet an seinen Schreibtisch und genehmigte sich einen Scotch. In diesem Moment kam Kitaro Hikai in das nur von einer Halogenlampe beleuchtete Büro.
"Zuviel Alkohol schadet der Gesundheit....", schlug er vor.
"Was wollen Sie??", fragte Patrick fordernd.
"Julian Garcia ist wieder auf den Damm, die Transportflugzeuge werden gerade betankt und werden jeden Moment starten....", kommentierte Kitaro.
"Julian Garcia hat überlebt??", sagte Patrick erleichtert.
"Ja...Sie wollen doch bestimmt nicht, dass dieses Medikament auf den Markt kommt, oder??", fragte Kitaro ruhig.
"Nein...das will ich nicht verantworten!!", erwiderte Patrick beunruhigt.
In diesem Moment holte Kitaro eine CD aus seiner Jackentasche.
"Auf dieser CD befindet sich ein Steuerungsprogramm mit dem Sie über das GPS-System die Position der Galaxy-Transportflugzeuge festellen können und die Flugzeuge steuern können!!", sagte Hikaro und überreichte Patrick die CD.
"Wieso machen Sie das??", fragte Patrick.
"Ich trete meine Position als Präsident der Sentaka-Group ab, weil die Gruppe in den Sog der Zerschlagung des Townsend-Konzerns, der früher Sitec hieß, hineingezogen wird. Es wird dazukommen, dass die Sentaka-Group dadurch einen enormen Imageverlust erleidet, daher der Ausstieg als Präsident....", antwortete Kitaro.
"Was ist mit ihren Kollegen und Ikara Takamoto?", fragte Patrick erneut.
"Mein Kollege wird im Vorstand bleiben und Ikara Takamoto wird den Transportflugzeugen mit seinem Privatjet folgen, um die Verladung der Chemikalien persönlich zu überwachen....", erwiderte Kitaro ruhigen Gewissens.
"Na...dann werde ich mal mit dem Programm vertraut machen und ein oder zwei Transportflugzeuge zum Absturz bringen.....", schlug Patrick ein.
"Ich werde mich mal dann absetzen und meine neue Position als stellvertretender Geschäftsführer bei der GlobalConcepts Investmentgruppe einer früheren Tochtergesellschaft der Sentaka-Group genießen", erwiderte der Chinese und verschwand aus dem Büro. Zur selben Zeit setzte sich Patrick an den PC und machte sich mit dem Programm vertraut.
In der Nähe der Broadway-Bridge/Portland in Oregon, 1.April.1997, 2:58Uhr.
Mulders Scharfschützen hatten sich auf einer zentral liegenden alten hohen Fabrikhalle positioniert. Von dieser hatten sie einen Blick auf die Brücke, die im Schein des Vollmondes lag. Die drei Scharfschützen waren mit Präzisions-Gewehren, Infrarot-Zielfernrohr und Richtmikrofon ausgerüstet. Mulder, der sich mit Scully und Julian ebenfalls auf das Dach der zentralgelegenen Halle zurückgezogen hatten, hockte neben dem Hauptscharfschützen, der sich neben einem Ventilatorschacht liegend positioniert hatte, durch sein Zielfernrohr schaute und abwartete.
"Tut sich was, George??", fragte Mulder leise.
"Ja, hier ist mein Fernglas mit Infrarot-Funktion!", sagte George und überreichte Mulder das grüne Fernglas.
Im grünen Schein des Infrarotlichtes seines Fernglases konnte Mulder sehen, wie zwei junge Gestalten, dem Anschein nach John und Diane, mit einem Koffer in den Händen die Auffahrt der Brücke langsam hochgingen...Mulder schwenkte das Fernglas leicht nach rechts und erblickte einen Wagen auf der anderen Seite der Brücke, der zweimal mit dem Scheinwerfern blinkte, worauf die zwei Jugendlichen stehen blieben und den Koffer neben sich abstellten und warteten.
"Ich habe einen der Scharfschützen erfasst...", flüsterte George.
"Gut, ist das der einzige Scharfschütze, den Sie entdeckt haben?", fragte Mulder flüsternd.
"Ja…meine zwei Kollegen konnten auch keine weitere Schützen entdecken, der eine, den ich entdeckt habe, hockt hinter einem Pfeiler und visiert mit seinem Gewehr entweder die zwei Jugendlichen an oder den Wagen!!", flüsterte George.
"Teilen Sie mir bitte mit...wenn sich noch etwas tut!!", befahl Mulder ruhig, der Scharfschütze nickte und gab seinen zwei Kollegen die Anweisung per Hand auf den Scharfschützen zu achten.
Zwei Minuten vergingen...aus dem Wagen stieg ein großer Mann aus, von dem Mulder aber nur den Rücken sehen konnte. In seiner Hand trug der Typ einen, soweit Mulder sehen konnte, kleinen flachen Koffer bei sich und winkte den Beiden zu. Kurz darauf gingen John und Diane langsam auf den Typen zu. Dieser ging ebenfalls los und traf sich mit ihnen in der Mitte der Brücke. Er steckte sich eine Zigarette an und sprach mit den Beiden. Durch das Richtmikrofon konnte Mulder die Stimmen hören.
"Habt ihr die Informationen??", fragte der Typ streng.
"Ja!", erwiderte John kurz und schob seinen Koffer zu dem Typen rüber.
"Und wo ist unser Geld??", fragte Diane fordernd.
Kommentarlos schob er seinen Koffer den Beiden zu und ging mit den nun erhaltenen Informationen, die in den Koffer lagen, wieder zu seinem Wagen. Das gleiche taten auch die beiden Jugendlichen, als der Typ jedoch die Tür öffnete und einsteigen wollte, lösten sich plötzlich zwei Schüsse, die die Ruhe der Nacht störten. Die zwei Kugeln trafen den Scharfschützen auf der Brücke, worauf dieser runterstürzte und liegen blieb.
Die zwei Jugendlichen flüchteten, als sie den leblosen Körper auf der Brücke erblickten.
Der Mann stieg schnell in seinen Wagen und schlug die Tür zu. Er gab kräftig Gas und fuhr ohne den zwei Jugendlichen einen Blick abzugewinnen an ihnen vorbei.
"Unser Job ist erledigt, Agent Mulder, wird Zeit, dass wir nach Hause fahren!!", sagte George und stand mir seinen zwei Kollegen auf.
"Was ist mit ihnen Agent Mulder?", fragte George.
"Ich komme gleich mit meiner Kollegin und Julian nach!!", erwiderte Mulder ruhig.
"Na, dann sollten wir uns mal daran machen den Bericht zu schreiben!!", schlug Scully ihren Kollegen vor.
"Hoffentlich geht es John und seiner Freundin gut und haben keinen Schock erlitten", fragte Mulder sich beunruhigt.
"Ich denke schon. Sie wurden schließlich nicht verletzt", beruhigte Scully ihren Partner und machte sich auf den Weg zur Tür des Daches.
"Das stimmt… dann sollten wir uns dem Bericht widmen", sagte Mulder, ging seiner Kollegin mit Julian hinterher und fuhr zur FBI-Zentrale.
Sitz der NewLandGesellschaft/Tokio in Japan, 2.April.1997, 11:53Uhr.
Die vier Höhenanzeiger, Geschwindigkeitsmesser und Kompass bewegten sich auf Patricks Monitor. Unter diesen Messinstrumenten stand der Flugzeugtyp und der Pilot, des jeweiligen Flugzeuges.
Patrick hatte sich die Transportmaschine, eine Galaxy, deren Pilot Capt. Richard Atkins hieß, ausgesucht und war dabei die Höhe der Galaxy von 1.500Metern langsam auf Null zu reduzieren.....
Die Galaxy von Capt.Atkins, Postion:150km vor der Westküste Amerikas, 2.April.1997, 11:58Uhr.
Der Höhenanzeiger des Transporters begann zu spinnen...der Steuerknüppel vibrierte, die Maschine war nicht mehr zu steuern. Richard versuchte die Maschine hochzuziehen, doch vergebens. Der Ozean kam immer näher, das Motorgeräusch wurde stärker und stärker, der Höhenanzeiger sank 1200m...700m...500m...100m, in der letzten Minute vor dem drohenden Absturz, hatte Atkins versucht Kontakt zu seinen zwei Kollegen zu bekommen, doch es misslang ihm...als Antwort kam nur Rauschen.
Die anderen beiden Maschinen konnten ohne Verzögerung landen, der Privatjet des ehemaligen Sitec-Chefs Ikara Takamoto verschwand spurlos irgendwo im Südpazifik und der Townsend-Konzern ehemals Sitec wurde in 100 eigenständige Gesellschaften aufgeteilt und damit zerschlagen.
Mulder und Scully gehen wie jeden Tag ihrer Arbeit nach und sind immer dabei die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen.
John und Diane teilten sich die Geldsumme von 100.000 Dollar und begannen damit gemeinsam eine Softwarefirma aufzubauen, jedoch mit Unterbrechungen...
THE TRUTH IS OUT THERE
E N D E
by
© 1997 Andreas Krämer