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Short-Cut:


Anmerkung:
DAS Yasi

ywollmarker@yahoo.de

Mulder P.O.V, Vergangenheit, kind of X-File

G-6

eigentlich keiner, na ja, vielleicht sollte man wissen wer Mulder ist. Doch eigentlich geht's darum, was VOR dem Eintritt ins FBI passiert ist.

Habt ihr euch Mulders Lebenslauf mal genau gelesen? Da gibt's ne Sache, über die ich mir Gedanken gemacht habe aber egal, lest es einfach!

Wenn man ne Schreibphase hat, sollte man sie ausnützen und genau das mach ich eben! *g Ich hab hier mal versucht, eine Geschichte OHNE Dialoge zu schreiben, und ich hoffe, es ist mir gelungen, euch trotzdem zu beeindrucken. Auch wenn Wod meint, ich sags euch zu oft, aber
ICH HAB EUCH LIEB.

Entscheidung für die Zukunft



Mein Name ist Mulder. Fox Mulder. Doch dieses Wort mit den drei Buchstaben können wir weglassen, ich hasse meinen Vornamen.

Ich hatte in den vergangenen Monaten viel Zeit zum Nachdenken und habe mir über mein Leben viel Gedanken gemacht. Es ist eine bekannte Tatsache, dass viele Leute denken, die Entführung meiner Schwester Samantha wäre der Grund gewesen, warum ich zum FBI gegangen bin. Doch das ist so nicht ganz richtig, denn eigentlich ist an dieser Entscheidung eine ganz andere Begegnung schuld gewesen. Denn um ehrlich zu sein, bin ich erst zehn Jahre nach meinem Eintritt ins FBI mit den X-Akten in Berührung gekommen.

Natürlich hat mich Samanthas Verschwinden nachdenklich gestimmt, doch der eigentliche Grund diesen Weg einzuschlagen, den will ich euch gerne erzählen.

Ich hatte mein Studium gerade beendet und noch keinen blassen Schimmer, was ich nun wirklich mit meinem Leben anfangen wollte. Ich hatte verschiedene Ideen, klar, doch so richtig entschieden hatte ich noch nichts. In dieser Zeit gab es da eine kleine, verlassene Berghütte, in die ich mich gerne zurückzog, wenn ich Zeit zum Nachdenken brauchte.

Was denkt ihr? Was ist das Böse - das wirklich Böse? Ist das etwas, das nur in unserem Einbildungsvermögen existiert, das unser gesamtes Denken erheblich verändert oder ist es vielleicht möglich, das das Böse wirklich existiert?

Hört genau zu, was mir damals, in jener entscheidenden Nacht, passiert ist.

Ich war sehr jung und voller Tatendrang. Man könnte fast sagen, daß ich der festen Meinung war, mir würde die ganze Welt gehören.
Nach meiner abendlichen Dusche war ich mal wieder zu allen Schandtaten bereit. Ich war ein paar Tage in die Berge gefahren und nun hatte ich das Problem, mitten im Wald, alleine und meilenweit von einer Zivilisation entfernt, zu sein. Daher war ich an diesem Abend gezwungen, mich bei den Unternehmungen einzuschränken. Ich will sagen, das ich in der schwärzesten Nacht durch die dichte Wildnis schlich, die Tiere und die Sterne beobachtete. Es kam auch vor, daß ich einfach nur ein kleines Lagerfeuer anzündete und über mein Leben nachdachte. Etwas verrückt, aber es war so.
So war es auch an jenem Abend, der mein ganzes Leben verändern sollte.

Das Feuer knackte leise und in der Ferne konnte ich den Ruf von einem dieser selten gewordenen Vögel hören. Es war ein seltsamer Ruf in dem, so bildete ich es mir ein, tiefste Traurigkeit und Einsamkeit mitschwang.
Es passte zu meiner Stimmung, denn einsam war ich nach Samanthas Verschinden immer gewesen. Aber es war ein schöner Abend und alles wirkte so friedlich und harmonisch.
Ich hatte mich zufrieden auf meine Jacke zurückgelegt und genoß die süße, modrige Waldluft. Mein Taschenmesser hatte ich an meiner Seite liegen. Ich nickte ein, da ich schon lange auf den Beinen war und die Entspannung so ihre Wirkung zeigte. Als ich erstmals so richtig eingeschlafen war, wurde ich durch ein ungewohntes Geräusch aufgeschreckt.

Natürlich war ich sofort hellwach, sprang auf und sah mich um. Doch ich war total unvorbereitet und wurde von einer ungewohnten Kraft zurückgeworfen. Ich taumelte und fiel schließlich zu Boden, um sofort von einer großen, kräftigen Klaue, die mit vier schmutzigen Fingern ausgestattet war, hart gepackt zu werden. An den Fingerspitzen dieser Kreatur wuchsen lange, gelbe Fingernägel, die sich in meinen rechten Arm bohrten. Dieser Arm hob mich hoch in die Luft, als wäre ich nichts weiter als ein kleines Stück Papier. Ich war vor Schreck völlig gelähmt und nur ganz langsam nahm ich den brennenden Schmerz der bohrenden, schmutzigen Nägel wahr.

Doch als ich endlich das ganze Wesen, das mich angegriffen hatte, sehen konnte, war meine Starre mit sofortiger Wirkung verschwunden. Ich sah vor mir einen lebendig gewordenen Alptraum. Es war ein erstaunlich großes, haariges Wesen, und mit haufenweise vollgesogenen Holzböcken besetzt, schmutzig, und es starrte mich mit seinen schwarzen Augen an. Sein Gesicht, wenn man diese grauenhafte Teufelsfratze überhaupt so nennen konnte, war unbehaart. Zwischen seinen gelblich wirkenden Lippen, über die gelber Speichel rann, deuteten sich seine dünne Zähne an, die sicher früher einmal sehr gefährlich gewesen sein mochten, nun aber hoffnungslos verfault waren. Dieses Wesen hob seine andere Klaue in die Höhe, in der es einen toten Hasen hielt.

Ich wollte grade schreien, als endlich meine Atmung wieder voll funktionstüchtig geworden war, brummte das häßliche Geschöpf in tiefem Ton und fragte mich, erstaunlich klar, deutlich und mit einer nicht erwarteten Freundlichkeit, nach meinem Namen und sagte auch sofort, daß es mir nichts tun wolle.

Ich war nun vollkommen sprachlos wie ihr euch sicherlich denken könnt. Aber ob ich dieser Kreatur meinen Namen schließlich verraten habe, oder ihn doch nicht nannte, weiß ich heute beim besten Willen nicht mehr.

Dieses Monster fing nun an einfach weiter zu reden und erzählte, als sei es das Selbstverständlichste auf dieser ganzen, gottverdammten Welt, daß es bereits seit vielen Jahren in diesem abgelegenen Waldgebiet lebte und sehr einsam sei. Schon oft habe es mich, bei meinen Waldwanderungen, beobachtet und sich sehnlichst gewünscht, einfach nur bei mir sitzen zu dürfen, um gemeinsam am Feuer zu liegen.
Ich musste gegen eine aufkommende Übelkeit ankämpfen, da dieses häßliche Waldkind einen äußerst starken Verwesungsgeruch verbreitete. Es erriet anscheinend meine Gedanken und so bot es mir plötzlich an, den Hasen zu grillen und ihn gemeinsam mit mir zu verspeisen, was ganz gegen seine Gewohnheit gewesen sein soll, da es nur Pflanzenkost zu sich zu nehmen pflegte.

Diese sagenhafte Dreistigkeit und dieses ungewöhnliche Angebot faszinierte mich sehr, und ich verlor allmählich meine Angst vor dem Ungetüm.
Hätte es mich töten wollen, hätte es das wohl schon getan und meine innere Stimme sagte mir, ich könne diesem unangenehmen Wesen einfach vertrauen. Dieser Gedanke allein sagt wohl schon genug über meine verworrenen Gedanken aus.
Ich bat es mich herunterzulassen, da ich die Schmerzen in meinem Arm zunehmend deutlicher spürte.
Das Wesen kam meiner Bitte nach und setzte mich vorsichtig auf meine Jacke.

Ich fragte, diesmal weitaus selbstsicherer, woher es komme und was für ein Geschöpf, was für eine Rasse es sei. Da antwortete es erstaunlich gelassen, während es mit wirklich gekonnten Griffen den Hasen ausnahm und die blutigen Eingeweide in die nahen Büsche warf, daß es einer der letzten Waldtrolle sei und alleine leben müsse, da die vielen Menschen seinen Lebensraum immer weiter einengten. Der Troll erzählte weiter, daß die rücksichtslosen Menschen seine Artgenossen stets vertrieben und gejagt hatten, weil ihr Aussehen, ihre gravierende kosmetische Andersartigkeit, und ihre naiv wilden Lebensgewohnheiten, unter den egozentrischen Menschen, Angst und Schrecken verbreiteten.
Im Normalfall pflegte er den Menschen aus dem Weg zu gehen. Ich hatte mich in der Zwischenzeit etwas an den strengen Geruch gewöhnt und staunte über die Ausführungen des häßlichen Trolls. Nicht einen Augenblick kam mir der Gedanke, wie ungewöhnlich es doch schien, hier mit diesem Wesen eine völlig normale Unterhaltung zu führen.
Mir wurde jedoch ganz schnell wieder unwohl, als ich daran dachte, mit diesem dennoch ekelerregend Wesen hier gemeinsam einen Hasen zu verspeisen.

Er würzte diesen mit einigen getrockneten Kräutern, die er in einem kleinen Lederbeutel an seinem zerzausten, kurzen Fell, trug. Ich sagte ihm, dass auch ich mich vor seinem abstoßenden Aussehen fürchtete und verzweifelt hoffte, dass er tatsächlich, wie er zuvor beteuert hatte, keine bösen Absichten habe und am Ende nicht vorhatte, mich zusammen mit dem Hasen zu essen.

Der Troll hatte diesen inzwischen auf einen Stock gespießt und über das Feuer gehängt. Er lachte und fragte mich, was ich denn unter einer bösen Absicht verstehen würde. Ich war auf diese Frage mehr als einfach nur unvorbereitet und dachte nach.
Das einzige, das mir dazu einfiel, war: töten, ein Massenmörder ist böse und je grausamer er ist, desto böser ist er. Stehlen ist auch böse, lügen auch und der Teufel, der sogenannte Herr der Fliegen, ist natürlich auch böse. Ebenso Menschen, die anderen etwas wegnehmen oder sie mit Lügen von ihren Wahrheiten zu überzeugen versuchten.
Ohne zu zögern gab mir das hässliche Wesen eine Antwort, die ich nicht gleich auf Anhieb verstand.
Er meinte nur ganz trocken, dass es das Böse nicht gebe. Allerdings würde es auch das Gute nicht geben. Ich sah ihn fragend an und stellte plötzlich erstaunt fest, dass seine schwarzen Augen mich in einer seltsamen Weise sehr faszinierten. Der bekannte Spruch, dass die Augen die Spiegel der Seele sein würden, hatte sich in diesem Wesen für mich bestätigt, da seine Augen eine beeindruckende Weisheit und Gelassenheit ausstrahlte und einen Betrachter einfach bannen mussten.

Er seufzte und meinte, dass das Böse nur eine dieser vielen, unnützen Erfindungen des Menschen sei, die etwas zu verbergen hatten und für die es die einfachste Sache der Welt sein, andere glaubend zu machen, ihre Weisheiten seine die einzig richtigen.
Der Mensch bezeichnet doch alles, was er nicht verstehen und katalogisieren konnte, als Böse.

Er erklärte betont lässig, dass etwas beginnen würde Böse zu sein, wenn es nicht den eigenen, persönlichen Vorstellungen, die sich aus den Gesetzmäßigkeiten, mit denen man sich irgendwann einmal, sei es durch persönliche Erfahrungen, oder durch Erziehung, identifiziert haben muss, entspricht.
Er erklärte mir sehr überzeugend, dass anderen Menschen, aus einem, nur ihm wichtigen Grund, töten konnten und es dennoch als Notwendigkeit hinstellen würden.
Dabei würde dieser Mensch auch nicht den kleinsten Gedanken daran verschwenden, darüber nachzudenken, ob sein Handeln damit böse war.
Ich hörte dieser Kreatur gespannt zu und spürte, dass er wohl nicht ganz Unrecht hatte.
Aus einem mir unerfindlichen Grund hatte ich plötzlich das Gefühl, dass er diese Geschichte schon sehr, sehr oft in seinem Leben erzählt hatte.
Der Troll meinte weiter, dass man nach weiterführenden Überlegungen einfach zu dem Schluss gelangen müsse, dass es sich nicht nur mit dem "Bösen" so verhielt, sondern mit wirklich allen Eigenschaften, die der Mensch für seine Umwelt selbstherrlich festgelegt hat.

Der Hase war endlich fertig und sah erstaunlich schmackhaft aus. Erst probierte ich nur äußerst zaghaft das knusperige Fleisch, doch der ungewohnte, wilde Geschmack überzeugt mich zusehens, dass ich bald gierig fast den gesamten Hasen alleine hinunterschlang. Eigentlich hatte ich bereits zu Abend gegessen und es schien mir sehr unwirklich, dass dies alles wirklich passierte. Wieviele Menschen können schon von sich behaupten, Begegnung dieser Art schon einmal erlebt zu haben. Oder war es vielleicht Schicksal?

Nachdem wir fertig gegessen hatten saßen wir noch lange zusammen, und ich gewöhnte mich immer mehr an diese merkwürdige Kreatur. Wir lachten über allerlei unnütze Dinge der Menschheit und er erzählte spannende Geschichten aus einer Zeit, als es noch sehr viele seiner Artgenossen gab, die durch die tiefen Wälder zogen.

Kurz vor Anbruch der Dämmerung trennten wir uns und er ließ es sich nicht nehmen, mir seinen Kräuterbeutel zu schenken. Ich fragte ihn, ob wir uns wohl jemals wiedersehen würden, aber er meinte nur flüsternd, dass er sich wohl aus dieser Gegend entfernen werde, da es zu unsicher geworden sei und es nur noch sehr wenig genießbare Tiere gäbe.
Ich war darüber irgendwie enttäuscht, verstand ihn aber sehr gut. Er verschwand gleich darauf im dichten Wald und ließ mich einfach, mit dem kleinen Lederbeutel in der Hand, stehen.

Ich habe ihn niemals wiedergesehen.

Doch am nächsten Morgen, als ich ins Dorf ging um mir neue Lebensmittel zu besorgen, erfuhr ich vom dortigen Polizeiposten, das in der letzten Nacht vier junge Mädchen im Wald ermordet worden wären. Es hatte den Anschein, als handelte es sich um eine Bestie, denn nur solche wären dazu fähig, Menschen in dieser Art und Weise zu entstellen. Natürlich galt mein erster Gedanke diesem Wesen, mit dem ich die halbe Nacht verbracht hatte und dennoch schien es mir unmöglich, dass diese Kreatur mich hatte leben lassen, jedoch vier andere Menschen getötet haben sollte.

Als ich jedoch einige Tage später wieder ins Dorf ging erfuhr ich, dass man ein Wesen getötet hatte, das wieder versucht hatte, zwei Menschen anzufallen. Die Beschreibung passte genau auf die Kreatur, die mit mir so freundlich einen Hasen geteilt hatte.
Die ganze Situation gab mir zu denken. Warum hatte er mir erzählt, es gäbe das Böse nicht, wenn er dann doch im Grunde genommen genau DAS war, das Böse. Hatten die Menschen ihn vielleicht mit ihrer bloßen Anwesenheit gestört oder ist er einfach nur dem natürlichen Drang des Tötens gefolgt?
Ich hatte darauf keine Antwort, doch immerhin hat es mich dazu gebracht, dass ich anfing, mir Gedanken über die Denkweise anderer Menschen zu machen. Was mich interessierte war vor allem das WARUM! Was ging in diesen Menschen vor, die wahllos oder auch beabsichtigt andere Lebewesen töteten?
Ich wollte mehr erfahren, über ihre Denkweise und die Umstände, die Menschen zu Mördern werden ließen. Denn genau das waren sie, Mörder.

Eine Woche später stand mein Entschluss fest. Ich bewarb mich bei der FBI Akademie in Quantico und wurde 1988 endlich in die Abteilung für Gewaltverbrechen versetzt.

Noch heute, wenn es meine begrenzte Freizeit zulässt, streife ich nachts durch die Wälder, wohl auf der Suche nach etwas, das ich selbst nicht erklären kann. Nur Scully weiß davon, denn sie ist seit langer Zeit schon die Einzige, die von mir keine Erklärung für meine Handlung erwartet.


ENDE