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spookydogstar
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Liesel
Closure

MSR
Daran hat sich auch in der Zwischenzeit leider nichts geändert, die Akte X - Charaktere gehören nicht mir, sondern Chris Carter, 20th Century Fox und 1013 Productions. Ich habe sie mir nur ausgeliehen.
Weihnachten, die schönste Zeit des Jahres, sollte man niemals alleine verbringen. Mal sehen, ob sich auch unsere beiden Agenten daran halten.
Als erstes möchte ich mich bei Mary bedanken, die mich immer bei meinen FanFictions unterstützt hat und mir immer wieder Mut gemacht hat, nicht aufzugeben. Auch wenn ich mal überhaupt keine Ideen hatte. Außerdem für die vielen Tipps, die sie mir bisher gegeben hat und dafür, dass bis jetzt noch nicht an mir verzweifelt ist. *g*
Des weiteren möchte ich meiner Betaleserin Spooky Dank sagen, die mich bei meinen FF’s so gut unterstützt hat, und außerdem noch bei meiner Coverdesignerin Gabi.
Und zum Schluß David Duchovny und Gillian Anderson für die großartige Verkörperung von Mulder und Scully, durch die ich zum Schreiben inspiriert worden bin.




Snow & Stars

 

23. Dezember

Nachmittags

Es war der letzte Arbeitstag vor Scullys lang ersehntem Urlaub. Endlich, nach fast einem Jahr, in dem sie mit Mulder irgendwelche Fälle bearbeitet hatte, konnte sie sich mal für fast zwei Wochen ausruhen. Da sie noch am Abend zu ihrer Mutter nach Hause fahren wollte, hatte sie ihre Sachen am Abend zuvor gepackt und die Tasche schon in ihrem Kofferraum im Auto verstaut. Sie wollte so wenig Zeit wie irgend möglich verlieren und deswegen wollte sie auch nicht noch mal nach Hause fahren, sondern gleich vom Büro aus starten.

Sie war gerade mit ihren Gedanken bei den Sachen, die sie noch bis Weihnachten erledigen wollte, als sie von Mulder aus den Gedanken gerissen wurde. "Halloooo, Erde an Scully." "Verzeihung Mulder. Ähm, was ist?" "Nichts. Ich wollte nur wissen, wann dein Urlaub zu Ende ist." "Wieso willst du das denn wissen?" "Ach nur so. Wenn ich es mir im Büro über die Feiertage gemütlich mache, muss ich doch wissen, wann ich mit dem Aufräumen beginnen muss." antwortete er mit einem schelmischen Grinsen. "Mulder.! Du willst doch nicht ernsthaft die Feiertage hier im FBI Hauptquartier verbringen?" fragte sie ihn mit einem irritierten Gesichtsausdruck. "Das hatte ich eigentlich vor. Ich habe nun mal niemanden, mit dem ich Weihnachten feiern kann. Ich bin der einzige aus meiner Familie, der noch ... ." Er machte eine kleine Pause, bevor er weiter sprach. " ... der noch lebt."

Irgendwie hatte Scully auf einmal ein ungutes Gefühl in sich. Sie hatte völlig vergessen, dass Mulder Weihnachten alleine sein würde. Während sie mit ihrer Familie glücklich feiern würde, würde er in seinem Appartement vor dem Fernseher sitzen und sich irgendwelche Filme anschauen. Bevor sie richtig nachdenken konnte, sagte ihr Mund auf einmal ein paar Worte, über die sie selbst verunsichert war. "Wieso kommst du nicht einfach mit und feierst bei meiner Familie und mir Weihnachten?"

Mulder wusste nicht so recht, ob er das, was er gerade gehört hatte, auch glauben konnte. Sollte sie wirklich eben gesagt haben, dass er mit ihrer Familie zusammen Weihnachten feiern könnte. Es dauerte ein paar Minuten, bis er alle Gedanken wieder richtig geordnet hatte. "Ich weiß nicht so recht Scully. Schließlich gehöre ich nicht zur Familie und außerdem kennst du deinen Bruder Bill. Sobald ich einen Fuß in das Haus deiner Mutter setzte, wäre ich meines Lebens nicht mehr sicher. Aber trotzdem vielen Dank für dein Angebot." "Keine Widerrede Mulder." erwiderte sie mit einem Grinsen. "Du wirst mit kommen, auch wenn ich dich bis ins Haus meiner Mutter ziehen muss." <Habe ich das gerade eben gesagt?> erschrak sie selbst über ihre Äußerung. "Na gut, wenn du es sagst, dann werde ich nicht widersprechen." Es hätte sowieso keinen Sinn gemacht, Scully auch nur im entferntesten von ihrem Vorhaben abzubringen, dazu kannte er Scully nun schon zu gut. "Und um Bill brauchst du dir auch keine Sorgen machen. Ich werde gleich mal meine Mutter anrufen und ihr Bescheid sagen, dass sie den Tisch für eine Person mehr decken soll." sagte sie und drehte sich mit einem Lächeln um und ging zum Telefon. "Hey Mom." "Hi Dana. Schön deine Stimme zu hören. Wann wirst du denn heute Abend hier sein?" "Ich schätze, dass ich so gegen halb neun bei dir bin."

Um Scully beim Telefonat mit ihrer Mutter nicht zu stören, verließ Mulder das Zimmer, um noch schnell ein paar Sachen zu kopieren.

"Ach so, Mom. Ich hoffe du bist nicht böse, aber ich habe Mulder zu unserem Weihnachtsfest eingeladen." "Warum sollte ich denn böse sein? Du weißt doch, dass ich ihn sehr nett finde. Aber ich hoffe, dein großer Bruder wird sich zusammenreißen." "Das hoffe ich auch. Ich weiß, dass Bill nur das Beste für mich will, aber Mulder hat mir geholfen, meine schwere Krankheit zu überstehen. Es wäre nett, wenn du ihn schon mal darauf vorbereiten könntest. Ich muss jetzt Schluss machen. Wir sehen uns dann heute Abend." "Ja bis heute Abend mein Schatz." Scully legte den Telefonhörer wieder auf und schaute aus dem Fenster. In den paar Minuten, in denen sie mit ihrer Mutter telefoniert hatte, hatte es angefangen zu schneien.

"Na toll. Der Kopierer ist mal wieder kaputt. Was machen die denn bloß ständig mit dem Ding?" hörte sie Mulder fluchend ins Büro kommen. "Was gibt es denn dort interessantes zu sehen?" fragte er, als er sie durch das einzige kleine Fenster, das im Kellerbüro vorhanden war, sehen sah. "Nichts. Aber es hat angefangen zu schneien. Ausnahmsweise hatte der Wetterdienst mal richtig gelegen mit seiner Vorhersage." bemerkte Scully grinsend. "Sieht so aus, als ob wir dann länger zu deiner Mutter brauchen werden und deshalb schlage ich vor, dass wir jetzt Feierabend machen." Sie drehte sich zu Mulder um und machte ein etwas erstauntes Gesicht. "Was?" "Nichts. Ich hätte nur nicht gedacht, dass du so schnell wie möglich aus dem Büro raus willst. Schließlich wirst du deine heiß geliebten X-Akten fast zwei Wochen lang nicht sehen." stellte sie mit einem verschmitzten Lächeln fest, welches sie sich einfach nicht verkneifen konnte. "Du kennst mich halt doch nicht so gut, wie du immer glaubst." konterte er und beide mussten loslachen.

Nachdem Mulder die Bürotür abgeschlossen hatte, machte er sich mit Scully auf den Weg ins Parkhaus. "Wann soll ich dich nachher von zu Hause abholen?" fragte er sie, während er die Tür zu seinem Auto aufschloss. "Gar nicht. Ich habe meine Sachen schon im Kofferraum. Wir können also gleich zu dir fahren und von dort aus zu meiner Mutter." "Na gut." entgegnete ihr Mulder und schloss sein Auto wieder ab. Über die Feiertage könnte es ruhig hier unten im FBI Parkhaus stehen bleiben dachte er bei sich und ging zu Scullys Wagen. Sie öffnete die Türen und sie stiegen beide ein und fuhren aus dem Parkhaus.

 

23. Dezember

kurz nach halb fünf

"Wie lange brauchst du denn noch, Mulder?" "Keine Panik, ich bin sofort fertig." hörte Scully seine Stimme aus dem Schlafzimmer. Er hatte am letzten Wochenende einen kleinen Spaziergang gemacht und unterwegs ein Weihnachtsgeschenk für Scully gekauft, welches er nun sicher vor ihr in seiner Tasche verstecken musste.

Durch den Schneefall waren die Strassen der Stadt ein einziger großer Stau. Für eine Strecke von circa 200m brauchten sie fast fünfzehn Minuten. Und es sah auch nicht danach aus, dass sich die Situation so schnell ändern würde. Eine dreiviertel Stunde später hatten sie endlich die Auffahrt für den Highway erreicht, aber kaum waren sie drauf, standen sie auch schon wieder. "Muss denn ausgerechnet heute die ganze Stadt auf den Beinen sein?" fragte sich Scully, während sie sich nach zehn geschlagenen Minuten endlich mal wieder ein paar Meter nach vorne bewegten. "Ganz ruhig, Scully. Wir sind doch schließlich auch auf den `Beinen´." entgegnete ihr Mulder. Sie drehte sich zu ihm herum und sah das Grinsen in seinem Gesicht, welches er in der Zwischenzeit aufgelegt hatte, und fing an zu lachen.

 

23. Dezember

Abends

Nach einer Fahrtzeit von fast dreieinhalb Stunden hatten Scully und Mulder das Haus von Mrs. Scully endlich erreicht. Mulder ganz ‚gentleman-like‘ nahm die beiden Taschen aus dem Kofferraum und lief hinter Scully auf die Eingangstür zu. Nachdem Scully dreimal geklingelt hatte, öffnete sich die Tür und Mrs. Scully lächelte den beiden entgegen. "Schön das ihr endlich hier seid. Ich habe mir schon langsam Sorgen um euch gemacht. Aber jetzt kommt erst mal rein." "Ich dachte schon, du willst uns hier draußen erfrieren lassen." erwiderte Scully grinsend.

Scully ging gleich zielstrebig in Richtung Wohnzimmer, um ihre Familie zu begrüßen, während Mulder die beiden Taschen erst einmal im Flur abstellte und darauf wartete, was als nächstes passieren würde. Er rechnete schließlich damit, das Bill jr. jeden Augenblick in den Flur stürmen würde und ihn am liebsten, so schnell wie er das Haus betreten hatte, ihn auch wieder rausschmeißen würde. Als Mrs. Scully aus der Küche zurückkam, nachdem sie eine Kanne frischen Tee aufgebrüht hatte, sah sie, wie er im Flur stand. "Alles in Ordnung mit Ihnen, Fox?" "Ja es geht mir gut. Sagen Sie, ist Bill eigentlich schon da, bzw. weiß er, dass ich hier bin?"

"Machen Sie sich mal keine Sorgen, Fox. Bill und Tara werden erst morgen kommen. Und außerdem habe ich Tara schon Bescheid gesagt. Sie will es Bill beibringen. Also, am besten Sie ziehen erst einmal Ihren Mantel aus und gehen dann anschließend ins Wohnzimmer. Dana wird Ihnen dann auch sicherlich Charles und seine Frau vorstellen." "Danke Mrs. Scully. Dafür, dass ich mit Ihrer Familie Weihnachten feiern darf." "Hey. Ist doch selbstverständlich. Außerdem gehören Sie sowieso so gut wie zur Familie." sagte Mrs. Scully lächelnd.

Er war etwas irritiert über die Äußerung von Mrs. Scully, ging dann aber schließlich ins Wohnzimmer. "Wen hast du uns denn da hübsches mitgebracht Schwesterchen?" fragte Charles, als er sah, wie Mulder das Wohnzimmer betrat. "Ist das etwa dein Freund?" fuhr ihr Charles Frau dazwischen, bevor sie auch nur ein Wort sagen konnte.

Scully spürte, wie ihre Wangen einen leichten rötlichen Schimmer annahmen, da sie durch die Äußerung von Charles Frau etwas verlegen wurde. Mit einer leicht stotternden Stimme schaffte sie es schließlich doch noch ein paar Worte zu sagen. "Ja also ... darf ich euch meinen Partner Fox Mulder vorstellen." "Sie sind also dieser Mr. Mulder, den mein großer Bruder nicht leiden kann." sagte Charles grinsend, während er Mulder die Hand schüttelte. "Äh ja." "Hey, keine Angst. Ich werde Ihnen schon nichts tun. Bill ist zwar mein Bruder, aber wir sind uns deswegen noch lange nicht sehr ähnlich. Also willkommen." "Es freut mich ebenfalls, Sie und Ihre Frau kennen zu lernen." sagte Mulder als er Charles Frau begrüßte.

"Ihr könnt euch ruhig setzen." hörte Mulder als nächstes die Stimme von Mrs. Scully, die eine große Kanne Tee in der Hand hielt. "Wenn ihr irgend etwas essen wollt, müsst ihr es mir nur sagen, Dana. Ich mache euch auch noch mal was vom Abendessen warm." "Nein danke, Mom. Mulder und ich hatten unterwegs eine kleine Pause eingelegt und haben bereits etwas gegessen. Aber danke."

Die Zeit verging wie im Flug und ehe sie sich versahen, war es auch schon kurz nach zwölf.

"Da die nächsten Tage bestimmt sehr anstrengend werden, schlage ich vor, dass wir uns morgen früh weiter unterhalten und jetzt ins Bett gehen." meinte Mrs. Scully mit einem Gähnen. "Fox, ich habe für Sie das Gästezimmer soweit vorbereitet." "Vielen Dank, Mrs. Scully." "Kein Problem. Ich werde mich dann mal verabschieden. Bis morgen früh. Schlaft gut." "Ja du auch Mom." rief Scully ihr hinterher.

Nachdem Mulder ebenfalls das Wohnzimmer verlassen hatte, ging er in das Gästezimmer und legte sich erst einmal aufs Bett. Er war froh, seine Beine nach der langen Autofahrt endlich mal hochlegen zu können. Mit der Zeit wurden seine Augenlider schwerer und er beschloss, sich nun entgültig <bettfertig> zu machen. Er wollte schließlich nicht am nächsten Morgen in einem zerknitterten Anzug aufwachen.

******

24. Dezember

kurz nach Sonnenaufgang

Durch den Duft von frischem Kaffee, der Scully in die Nase stieg, wurde sie aus ihren Träumen gerissen. Sie war froh, dass sie die Nacht mal wieder richtig durchgeschlafen hatte. Wenn sie mit Mulder immer in irgendwelchen Motels abstieg, hatte sie meistens große Schwierigkeiten tief und fest zu schlafen. Jedes noch so kleine Geräusch brachte sie dazu, wach zu werden und es dauerte dann meistens immer ein paar Minuten, bis sie wieder einschlief.

Bevor sie runter in die Küche, ging schaute sie erst mal aus dem Fenster. In der Nacht hatte es immer noch geschneit und die Landschaft war dadurch nur noch mehr von einer weißen Decke aus Schnee bedeckt. Alles sah so friedlich aus, wie in einem Film. Wenn es nach ihr gehen würde, könnte es das ganze Jahr über so aussehen. Sie liebte diese Jahreszeit einfach. Die Menschen verhielten sich ganz anders. Sie waren freundlich zu einander und hilfsbereiter,als an den anderen Tagen im Jahr. An solchen Tagen ging sie gerne in die Stadt und schaute sich die Leute an, wie sie so durch die Einkaufsstrassen schlenderten. Pärchen, die sich verliebt in die Augen sahen. Müttern mit ihren Kindern, die sich die Nasen an den Schaufenstern platt drückten und gestresste Ehemänner, die noch immer nicht das richtige Geschenk für ihre Frauen gefunden hatten. Und jedes Mal wurde ihr dadurch auch immer schlagartig bewusst, dass sie von einem normalen Leben meilenweit entfernt war. Als Kind hatte sie immer von einer kleiner Familie geträumt. Doch so wie es zur Zeit in ihrem Privatleben aussah, würde es noch ewig dauern, bis sich ihr Kindheitstraum verwirklichen würde.

Durch ein Klopfen an der Tür wurde sie schließlich aus ihren Gedanken gerissen. "Guten Morgen, mein Kleines. Willst du denn nicht mal so langsam runter kommen und etwas frühstücken?" hörte sie die Stimme ihrer Mutter. "Ja. Ich gehe nur noch schnell duschen." "Gut mach das. Ich gehe dann mal wieder runter." "Ist gut."

Zwanzig Minuten später war Scully fertig geduscht und hatte sich ihre Haare noch etwas gestylt. Anschließend machte sie sich auf den Weg in die Küche, wo auch schon ihrer Bruder Charles und seine Frau saßen. "Mom, wo ist denn Mulder?" fragte sie ihre Mutter, die gerade den Kaffee in die Tassen einschenkte. "Der hat schon vor mehr als einer Stunde gefrühstückt. Er sagte, dass er einen kleinen Spaziergang machen will. So, jetzt wird aber erst mal gefrühstückt." Mrs. Scully setzte sich zu den anderen an den Tisch und nahm erst einmal einen kräftigen Schluck Kaffee.

Mulder schlenderte durch die mit Schnee bedeckten Strassen und genoss die frische Luft, die er einatmete. Es war wie früher, als er und Samantha in Quonochantaug, dem Ort, wo seine Familie ein kleines Sommerhaus besaß, durch die Wälder liefen und sich im Winter immer eine Schneeballschlacht lieferten. Wie sehr er doch Scully dafür beneidete, eine Familie zu haben. Nach dem Selbstmord seiner Mutter hatte er auch noch den letzten Menschen, der ihm wichtig war verloren. Na ja fast den letzten Menschen, schließlich hatte er ja noch Scully. Sie war ihm wichtiger als alles andere nach dem Tod seiner Mutter. Sie war diejenige, die ihn verstand, egal worum es auch ging. Sicher, ab und zu hatten auch sie ein paar Streitigkeiten, doch er wusste, dass er die schwere Zeit niemals ohne Scully‘s Hilfe überstanden hätte. Und dafür war er ihr mehr als nur dankbar. Wie gerne hätte er es ihr gezeigt, was sie für ihn bedeutete, doch er hatte Angst davor. Angst, das sie nicht das gleiche für ihn empfand. Manchmal jedoch war er sich eigentlich sicher, das auch er mehr war für sie, als nur ihr Partner. Aber im nächsten Augenblick dachte er immer, er hätte sich wahrscheinlich nur getäuscht.

Nachdem Scully mit dem Frühstück fertig war, half sie ihrer Mutter noch beim Abwasch und machte sich dann auf die Suche nach Mulder. Er war nun schon seit fast zwei Stunden spazieren und so langsam machte sich ein wenig Angst in ihr breit. <Was wenn ihm etwas zugestoßen ist?> dachte sie bei sich, verwarf den Gedanken aber schnell wieder. Er würde wahrscheinlich nur irgendwo sitzen und die Zeit vergessen haben. "Mom. Ich geh dann mal. Ich werde so in einer Stunde zurück sein." "Ja gut. Bill wird nachher dann bestimmt auch da sein. Pass aber auf, die Strassen sind ziemlich glatt." rief ihr ihre Mutter etwas besorgt nach. Scully musste grinsen, sie war schließlich keine zehn Jahre mehr. Sie war inzwischen über dreißig, aber sie wusste, da,s sie für ihre Mutter immer die kleine Tochter bleiben würde.

Als sie so durch die Strassen ging, dachte sie darüber nach, wie es wäre, wenn sie der einzige ihrer Familie wäre, der noch leben würde. Der Gedanke daran zerbrach ihr fast das Herz und ihr wurde auf einmal bewusst, wie sehr Mulder unter dem Selbstmord seiner Mutter leiden musste. In diesem Moment war sie über ihre Entscheidung, Mulder zum Weihnachtsfest eingeladen zu haben, mehr als glücklich. Innerlich hoffte sie, dass Mulder auch einmal so glücklich werden würde, wie sie es gerade war.

Nach zehn Minuten erreichte sie den kleinen Park, in dem sie damals mit ihren Geschwistern häufig fangen gespielt hatte. Er war noch genauso schön wie damals. Während sie den Weg entlang lief, ließ sie ihren Kopf durch die Gegend wandern. Auf einer Bank, die neben einem kleinen Teich stand, entdeckte sie Mulder. Er saß da und schien in Gedanken. Sie ging auf die Bank zu und setzte sich neben Mulder. Er hatte die Augen geschlossen und die Arme vor seiner Brust verschränkt. Sie schaute ihn ein paar Sekunden an. <Wie gerne würde ich dich jetzt in meine Arme nehmen und dich einfach nur fest halten.> waren die einzigen Gedanken, die ihr bei seinem Anblick in den Kopf schossen.

"Hey." sagte sie mit leiser Stimme und lächelte ihn an. "Hey. Was machst du denn hier?" antwortete er. "Ich habe dich gesucht. Du bist schließlich seit fast zwei Stunden weg." "Wirklich? Die Zeit kam mir gar nicht so lange vor." Sein Blick ging zurück auf den kleinen Teich, auf dem sich durch die Kälte schon eine leichte Eisschicht gebildet hatte. "Alles in Ordnung mit dir, Mulder?" "Ja. Es ist einfach wunder schön hier. So friedlich und so beruhigend. Schon komisch, wie diese Jahreszeit einen Menschen verändern kann." "Wie meinst du das?" "Ich weiß auch nicht. Ist dir denn nicht kalt, es sieht so aus, als ob du frierst." versuchte Mulder die Unterhaltung in eine etwas andere Richtung zu lenken. "Nein. Aber wir sollten uns trotzdem langsam auf den Weg zurück machen. Ich muss meiner Mutter noch bei den Vorbereitungen helfen. Und du solltest auch lieber wieder ins Warme, sonst holst du dir noch eine Erkältung und niest mir dann im Büro die Ohren voll." sagte sie mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht. "Ist gut Dr. Scully." erwiderte er lächelnd.

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zurück. Als sie Mrs. Scullys Haus erreicht hatten, fing es wieder leicht an zu schneien und sie waren froh, dass es nicht schon früher angefangen hatte. Scully öffnete die Tür und vernahm ein paar Stimmen aus dem Wohnzimmer. Ehe sie sich versah stand auch schon ihre Mutter im Flur und schaute die beiden mit einem Lächeln an. "Ich hoffe ihr beiden kennt die schöne alte Tradition." sagte sie und deutete mit der Hand über die Köpfe der beiden. Mulder und Scully schauten nach oben und sahen auf einmal einen Mistelzweig, unter dem sie beide standen. Sie schauten sich an und keiner von beiden wusste so recht, was er machen sollte. "Ihr wollt mich doch jetzt nicht etwa enttäuschen." hörten sie die Stimme von Mrs. Scully. <Ach was soll’s.> dachte sich Mulder und beugte sich zu Scully runter. Und im nächsten Augenblick spürte er Scullys weiche Lippen auf den seinen. Ein warmer Schauer lief ihm über den Rücken. Am liebsten hätte er diesen Augenblick für ewig festgehalten.

Nach etwa fünf Minuten löste er sich langsam von Scullys Lippen und sah ihr in die Augen. Sie glänzten so wunderschön. Er hätte sich ihn ihren Augen verlieren können. Sie hatte die schönsten Augen, die er je bei einem Menschen gesehen hatte. Durch Mrs. Scullys Stimme wurde er jedoch aus seinem Tagtraum gerissen. "Ihr müsst doch bestimmt völlig durchgefroren sein. Ich habe euch deshalb schon eine warmen Tee gemacht, er steht in der Küche. Ach so, Bill hat angerufen und gesagt, dass er und Tara in einer halben Stunde hier sein werden." Scully war schon auf dem Weg in die Küche und drehte sich zu ihrer Mutter. "Hörte er sich denn wütend an Mom?" "Eigentlich nicht. Keine Angst ihr beiden, ich werde schon aufpassen, dass er sich ordentlich benimmt."

Scully gab einen leichten Seufzer von sich und ging in die Küche. Mulder folgte ihr und setzte sich an den Tisch. Während sie ihren Tee tranken, versuchte jeder den anderen nicht direkt anzuschauen. Es herrschte ein Stille die fast schon unheimlich war. Der eine kleine Kuss im Flur hatte auf einmal alles verändert. Keiner von beiden wusste so recht, was er sagen sollte. Und bevor sie auch nur ein Wort sagen konnten, klingelte es auch schon an der Tür. Es waren Bill und Tara. Anscheinend waren sie doch schneller durch die Strassen gekommen, als sie gedacht hatten. Mulder wäre jetzt am liebsten gegangen. Er hätte alles dafür getan, um Bill jr. nicht über den Weg zu laufen, aber er riss sich zusammen und ging in den Flur.

Bill und Tara wurden erst einmal stürmisch von Mrs. Scully in die Arme genommen. Anscheinend war es schon länger her, als sie sie das letzte mal besucht hatten. Ein paar Sekunden später kamen auch Charles und seine Frau in den Flur. Mulder hielt sich diskret im Hintergrund. Bill jr. würde ihn schon noch rechtzeitig sehen. Durch einen kleine Seitenhieb von Scully wurde er wieder in die Wirklichkeit zurück geholt. "Mach dir keine Sorgen, es wird schon alles gut gehen." sagte sie mit einem Lächeln. "Und deshalb bringen wir es jetzt mal hinter uns." Sie nahm seine Hand und ging mit ihm auf Bill zu. "Na wenn das keine Überraschung ist." stellte Bill mit einem abwertenden Ton fest. "Das hätte ich mir ja denken können. Dana, wie oft soll ich dir denn noch sagen, dass ich deinen Partner nicht ausstehen kann." "Bill." fuhr ihm Mrs. Scully schroff dazwischen. "Er ist unser Gast und außerdem ist das noch immer mein Haus, also reiß dich zusammen. Mir zu liebe und wegen Dana. Du würdest zu dieser Jahreszeit auch nicht gerne ohne eine Familie sein, hab ich recht?" sagte sie mit leiser Stimme, so dass nur er es hören konnte. "Schon gut. Trotzdem finde ich es nicht gerade sehr toll, aber was tut man nicht alles für seine kleine Schwester." erwiderte er zynisch und streckte Mulder die Hand entgegen. "Na schön, wenn das geklärt wäre, dann können wir ja jetzt Mittagessen. Dana, bist du bitte so nett und hilfst mir in der Küche. Bill, du und Tara könnt euch in der Zwischenzeit ja noch frisch machen." "Ist gut."

Nachdem Bill und seine Frau nach oben gegangen waren, drehte sich Charles zu Mulder um. "Machen Sie sich mal keine Sorgen. Ich werde schon aufpassen, dass er Ihnen nichts tut. Was halten sie davon, wenn ich Ihnen in der Zwischenzeit ein paar alte Fotoalben von Dana zeige? Sie war ein wirklich süßes Kind." sagte er grinsend. Das wollte Mulder sich auf keinen Fall entgehen lassen und ging mit Charles ins Wohnzimmer. Charles zog eine Schublade auf, kam mit ein paar Fotoalben in der Hand zurück und setzte sich neben Mulder auf die Couch. "Mal schauen. Das hier müsste das erste sein. Ja richtig." Er gab Mulder das Fotoalbum und während er sich die Bilder anschaute erzählte Charles immer ein paar kleine Geschichten dazu. Mulder stellte fest, dass Scully immer schon wunderschön war. Die blauen Augen, die er über alles bei ihr liebte, strahlten ihm auch jetzt auf den Bildern entgegen. Er hätte sich niemals träumen lassen, dass er jemals Scullys Kinderbilder sehen würde. Und Charles hatte wirklich recht, Scully war ein niedliches Kind. Auf manchen Bildern hatte sie ihre rötlichen Haare zu einem geflochtenem Zopf gebunden.

Mulder war gerade mit dem zweiten Fotoalbum fertig, als Scully ins Wohnzimmer kam, um ihm und Charles Bescheid zu sagen, dass das Essen fertig wäre. Als sie die Alben auf dem Tisch entdeckte, schämte sie sich etwas dafür, das Mulder sie sich angeschaut hatte. Schließlich war es ja nicht selbstverständlich, das sich ihr FBI Partner Kinderbilder von ihr ansah. Aber im Endeffekt musste sie anschließend darüber schmunzeln. "Und, haben dir die Bilder gefallen, Mulder?" "Ich hoffe du bist nicht böse, dass ich sie mir angeschaut habe?" "Nein, ist schon in Ordnung. Aber wenn wir wieder in Washington sind, möchte ich deine auch sehen." antwortete sie mit einem Grinsen im Gesicht. "Versprochen." Scully legte die Alben schnell noch zurück in die Schublade und ging dann anschließend mit Mulder zusammen in die Küche.

Nach dem Essen machten sich Charles und Bill noch einmal auf den Weg in die Stadt, um noch einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Mulder hatte sich bereit erklärt, den Abwasch zu übernehmen während die Frauen sich daran machten, den Weihnachtsschmuck vom Dachboden zu holen.

Als Mulder mit dem Abwasch fertig war, stellte er die Sachen noch in die Schränke und ging anschließend in den Garten und setzte sich auf eine Bank, die neben einem Baum stand. Es kam ihm so vor, dass, je länger er hier war, er immer melancholischer wurde. Seit Monaten hatte er nicht mehr an Samantha gedacht, doch nun auf einmal, musst er schon wieder an seine Kindheit mit ihr denken, wie er und Samantha ihrer Mutter beim Baumschmücken geholfen haben.

Bill und Charles waren inzwischen wieder zurück und hatten den Baum schon im Wohnzimmer aufgestellt, als Mulder sich auf den Weg ins warme Haus machte. Er blieb in der Tür zum Wohnzimmer stehen und schaute zu, wie die anderen anfingen den Baum zu schmücken. Er hatte auf einmal ein komisches Gefühl in sich. Was machte er hier eigentlich? Ohne auch nur ein Wort zu sagen ging er die Treppe rauf und setzte sich auf das Bett, in welchem er die Nacht vorher noch geschlafen hatte. Er wollte jetzt einfach nur alleine sein und über sein bisheriges Leben nachdenken. Je länger er über sein Leben nachdachte, um so mehr wurde ihm bewusst, dass er eigentlich gar kein richtiges Leben führte. All seine Freunde von der Uni waren inzwischen verheiratet und der ein oder andere hatte auch schon Kinder. Er hatte nie einen Gedanken daran verschwendet, irgendwann einmal selbst Ehemann und Vater zu sein, aber in letzter Zeit hatte er das Gefühl, dass irgend etwas in seinem Leben fehlen würde. Insgeheim wusste er genau, was ihm fehlte. Doch wie sollte er es ihr nur sagen. Was, wenn sie nicht genauso für ihn empfinden würde. Je länger er darüber nachdachte, um so müder wurde er und schließlich überkam ihn die Müdigkeit. Und ehe er sich versah, schlief er auf dem Bett ein.

 

24. Dezember

Abends

Die anderen waren inzwischen fertig mit dem Schmücken des Baumes. "Was haltet ihr von einem leckeren Auflauf zum Abendessen?" fragte Mrs. Scully in die Runde. Alle nickten und sie begab sich in die Küche. Durch die Arbeit am Baum war Scully gar nicht aufgefallen, dass sie Mulder schon länger nicht mehr gesehen hatte. Also ging sie nach oben, um ihn zu suchen. Vorsichtig öffnete sie die Tür zum Gästezimmer und sah Mulder, wie er auf dem Bett lag und schlief. So leise wie sie die Tür geöffnet hatte, so leise schloss sie die Tür auch wieder. "Kommt Fox denn etwa nicht zum Abendessen?" fragte Mrs. Scully ihre Tochter, nachdem diese wieder unten in der Küche stand. "Ich glaube nicht. Er ist nämlich eingeschlafen und ich werde ihn auf keinen Fall wach machen." erwiderte Scully grinsend. "Ist gut. Dann kannst du den anderen Bescheid sagen, dass das Essen jetzt fertig ist." "Ich mache mich sofort auf den Weg."

 

24. Dezember

kurz vor Mitternacht

Durch einen Alptraum wurde Mulder aus dem Schlaf gerissen. Seit fast einem Monat hatte er immer den selben, schrecklichen Traum. Er stand auf einem Friedhof und hatte einen Strauß weißer Rosen in der Hand. Vor ihm war ein offenes Grab, hinter dem ein Grabstein stand. Jedes Mal, wenn er vom Boden aufsah und anfangen wollte die Inschrift zu lesen, veränderte sich das Bild auf einmal und er schaute von oben auf die Trauergemeinde. Es waren immer die selben Leute, die vor dem Grab standen: Die Lone Gunmen, Skinner und eine in schwarzgehüllte Scully, die eine rote Rose in der Hand hielt. Doch bevor er etwas anderes sehen konnte, wachte er auf und saß aufrecht im Bett. So war es auch diese Nacht wieder. Um ein wenig Ablenkung zu bekommen ging er mit einer Decke, die er sich unter den Arm klemmte, runter in den Garten und setzte sich auf die Bank. Er schaute sich den Nachthimmel mit seinen vielen Sternen an und fragte sich, wie es wohl von dort oben aussehen würde.

Scully schlief seit gut einer Stunde, als sie wach wurde und beschloss, das Fenster, welches sie vorhin geöffnet hatte, zu schließen. Während sie das Fenster schloss schaute sie in den Garten und sah Mulder auf der Bank. Sie machte sich große Sorgen um ihn. Es war nun schon das zweite Mal an diesem Tag, dass er einfach irgendwo saß und nachdachte. All zu gerne hätte sie gewusst, was in seinem Kopf los war. Je länger sie ihn an sah ,um so unbehaglicher wurde ihr. Deshalb beschloss sie, in den Garten zu gehen. Sie zog sich schnell eine Jacke über und ging dann, so leise es ging, die Treppe runter.

Im Garten angekommen ging sie zielstrebig auf Mulder zu. "Du wirst dir hier draußen noch den Tod holen, Mulder." grinste sie ihm entgegen. "Und wenn schon. Es würde doch sowieso niemandem auffallen, ob ich nun lebe oder tot bin." Scully erschrak bei seinen Worten. Wie konnte er nur so etwas sagen. Bemerkte er denn nicht, das sie mehr für ihn empfand als für einen normalen Kollegen?

Vorsichtig setzte sie sich neben ihn. In ihren Augen hatten sich inzwischen ein paar Tränen gebildet. "Ich würde dich vermissen." sagte sie mit leiser, tränenerstickter Stimme. Sie wollte ihre Gefühle, die sie für ihn hatte, nicht länger vor ihm verbergen. Er drehte sich zu ihr um und sah, dass ihr ein paar Tränen über die Wange liefen. "Tut mir leid, Scully." meinte er mit sanfter Stimme, während er seinen Arm um sie legte. Er wollte sie in diesem Moment einfach nur ganz nah bei sich haben. In seinem Innersten tat ihm die Äußerung schrecklich leid. Er wusste nur zu gut, dass sie immer für ihn da sein würde. Wenn er es gekonnt hätte, hätte er sich am liebsten selbst in den Hintern getreten. <Ich wollte dir nicht weh tun, Dana. Ich könnte niemals der Frau, die ich liebe, das Herz brechen. Ich liebe dich von ganzem Herzen.> sprach er in seinen Gedanken vor sich hin.

Scully hatte in der Zwischenzeit ihren Kopf auf seine Schulter gelegt. Wie sie diesen Duft, der von seinem After Shave herrührte, liebte. Mit jedem Atemzug saugte sie ihn mehr in sich auf. Sie hätte alles dafür gegeben für immer hier mit ihm zu sitzen. "Scully, du frierst ja.! Wir sollten besser rein gehen, sonst holen wir uns beide noch eine Erkältung." stellte er mit einem Lächeln auf den Lippen fest. "Ich würde lieber noch ein wenig hier sitzen bleiben." entgegnete sie ihm. "Na gut. Aber nur, wenn du mir erlaubst, dich unter meine Decke zu nehmen." Diesem Angebot konnte sie natürlich nicht widerstehen. Während Mulder die Decke über sie beide legte, ließ keiner der beiden den Blick vom anderen. Mulder hätte am liebsten die ganze Schönheit, die von ihr ausging mit seinen Augen aufgesogen. Je länger sie sich in die Augen sahen, um so größer wurde das Verlangen dem anderen ganz nah zu sein. <Was habe ich eigentlich zu verlieren?> dachte er bei sich und beugte sich langsam zu ihr runter. Die Gefühle, die in ihm aufkamen, je näher er Scully‘s Gesicht kam, waren unbeschreiblich. Er hatte das Gefühl zu schweben. Scully sah ihm weiterhin tief in die Augen. Es kam ihr so vor, als könnte sie seine Gefühle, die er für sie hatte, ganz deutlich in seinen Augen ablesen. Wie lange hatte sie von diesem Augenblick geträumt? Sie konnte es schon gar nicht mehr zählen, aber sie wusste, das die Wirklichkeit viel schöner werden würde, als jeder nur erdenkliche Traum. Doch ehe sie ihre Gedanken sammeln konnte, spürte sie auch schon Mulders weiche Lippen auf den ihren. Um sicher zu gehen, dass sie dies nicht nur träumen würde kniff sie sich vorsichtig in ihren linken Arm, aber sie träumte nicht. Sie war hellwach und genoss einfach nur die Wärme, die von seinen Lippen ausging. Der Kuss, der am Anfang noch zaghaft war, wurde immer leidenschaftlicher. Endlich, nach all den Jahren, hatten sie es geschafft, ihre Gefühle, die sie für einander empfanden, ans Tageslicht zu lassen.

Während sie sich küssten, merkte Scully auf einmal, wie ihre Füße fast zu Eisblöcken erstarrt waren. Vorsichtig löste sie sich von Mulders Lippen. Etwas verunsichert schaute er sie nun an. "Es... es tut mir leid. Ich... ich dachte, du wolltest es auch." Wie sie diesen Hundeblick von ihm liebte. Sie war diesem Blick vom ersten Male an verfallen. "Ich... ." Sie machte eine Pause, um ihren ganzen Mut zusammen zu nehmen, da sie ihm endlich sagen wollte, was sie für ihn empfand. "Ich liebe dich Mulder." Nach einer kleinen Pause sprach sie weiter: "Aber wenn wir hier noch länger sitzen, musst du im nächsten Jahr wohl alleine auf Alienjagd gehen." sagte sie mit einem frechen Grinsen. "Wie... wie meinst du das?" fragte er sie stotternd. "Ganz einfach. Ich fühle meine Füße kaum noch." "Na wenn das so ist, müssen wir schleunigst was dagegen unternehmen." Noch ehe er den Satz beendet hatte, stand er auch schon auf seinen Beinen und bot Scully seine Hand an. Als sie diese ergriff, zog er sie vorsichtig, so nah er nur konnte, an sich heran und flüsterte ihr ein paar Worte ins Ohr: "Ich liebe dich, mehr als alles andere auf dieser Welt, Dana."

Wie lange hatte Scully davon geträumt, diese Worte einmal aus seinem Mund zu hören. Sie schmiegte sich an seine Brust und hielt ihn einfach nur fest. "So, jetzt gehen wir aber endlich rein. Ich habe schließlich keine Lust, die nächsten Aliens alleine zu fangen." Bevor sie sich auf den Weg ins Haus machten, mussten sie erst einmal herzhaft über seine Äußerung lachen. "Warum bist du eigentlich in den Garten gegangen?" fragte sie Mulder, als sie die Verandatür zumachte. "Ich hatte mal wieder einen Alptraum und da hatte ich mir gedacht, mir würde ein bisschen frische Luft gut tun." "Denkst du denn, dass du jetzt wieder einschlafen kannst?" schaute sie ihn fragend an, während sie beide die Treppe rauf gingen. "Weiß nicht genau. Wenn du natürlich neben mir liegen würdest, hätte ich bestimmt keine Probleme damit." fügte er mit einem schelmischen Grinsen hinzu. "So wie es aussieht, scheint heute dein Glückstag zu sein." Er schaute sie verunsichert mit großen Augen an und brachte nur ein Wort heraus: "Wirklich?!" "Wirklich, denn schließlich brauche ich jemanden, der mir meine Füße unter der Decke wärmt." "Wenn das alles ist, was die Dame wünscht. Darf ich bitten." Er machte die Tür zum Gästezimmer auf und ließ ihr den Vortritt. Die ganze Situation kam Scully etwas komisch vor, schließlich hatten sie fast sieben Jahre gebraucht, um sich ihre Gefühle einzugestehen. Und auf einmal, nach nur einem Kuss, stieg sie zu ihm ins Bett. Doch in diesem Moment wollte sie nur, dass er wenigstens mal diese Nacht ein wenig Schlaf finden würde. Bevor sie sich ins Bett legte, zog sie ihre Jacke aus und schmiss sie über den Stuhl, der in der Ecke stand. Mulder hatte sich in der Zwischenzeit schon ins Bett gelegt und wartete nur darauf, das Scully es ihm gleich machen würde. Sie drehte sich um und sah, wie er sie mit einem Grinsen anguckte. Als sie sich neben ihn ins Bett gelegt hatte, legte er seinen rechten Arm unter ihren Nacken, während sie sich mit ihrem Kopf an seine Brust schmiegte. Es dauerte nicht lange, und beide entschwanden in das Land der Träume.

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25. Dezember

Morgens

Nachdem Mrs. Scully den Kaffee aufgesetzt hatte, ging sie wieder nach oben, um Dana und die anderen zu wecken. Sie guckte nicht schlecht, als sie ein leeres Bett vorfand. <Vielleicht ist sie ja schon im Bad.> dachte sie sich. Doch im Bad war auch niemand. Wo konnte sie nur sein? <Wenn es jemand wissen müsste, dann auf alle Fälle Fox.> war ihr einziger Gedanke und daraufhin klopfte sie vorsichtig an seine Tür. Als sie keine Antwort bekam, machte sie, so leise es ging, die Tür einen Spalt auf. Sie konnte kaum glauben, was sie da sah. Die beiden lagen immer noch eng aneinander gekuschelt im Bett und schliefen. Mrs. Scully musste innerlich schmunzeln. Nach so langer Zeit hatten sie endlich zueinander gefunden. Und die Wahl ihrer Tochter gefiel ihr. Sie mochte Mulder vom ersten Tag an. In den ganzen Jahren war er immer für Dana und sie da. Besonders damals, als Dana entführt worden war, war er es, der ihr immer wieder Hoffnung machte. Ohne seine Hilfe, hätte sie die schwere Zeit nicht so gut überstanden. Und auch damals, als es so aussah, dass Dana den Kampf gegen den Krebs verlieren würde, hatte er ihr immer wieder Mut gemacht.

Sie war noch völlig in ihren Gedanken versunken, als sie das Öffnen einer Tür hörte. Es war Charles, der ihr im Pyjama entgegen kam. Bevor er auch nur einen Blick ins Zimmer werfen konnte, schloss Mrs. Scully die Tür. Charles hätte wahrscheinlich nichts dagegen gehabt. Schließlich wäre er froh, wenn seine große Schwester endlich den richtigen Mann gefunden hätte. Aber sie konnte sich gut vorstellen, wie Bill darauf reagieren würde. Und deswegen beschloss sie, es erst einmal für sich zu behalten. "Morgen Mom. Sind wir etwa die einzigen, die schon wach sind?" "Ja. Aber ich werde die anderen gleich aus ihren Betten holen. Das beste ist, du gehst schon mal ins Bad, bis die anderen es stürmen wollen." "Das ist eine gute Idee. Wenn ich fertig bin, helfe ich dir beim Frühstück." "Mach dich erst mal fertig, dann sehen wir weiter." Charles ging noch halb verschlafenen ins Bad und stellte sich erst einmal unter die Dusche. Nachdem er im Badezimmer verschwunden ging Mrs. Scully runter in die Küche und fing, an den Tisch zu decken.

Etwa zur selben Zeit wurde Mulder, mit einem Lächeln auf den Lippen, wach. Er hatte schon ewig davon geträumt, einmal neben Scully wach zu werden. Doch kein Traum auf dieser Welt hätte mit dem Gefühl, das er in diesem Moment empfand, mithalten können. Vorsichtig streckte er seine Beine ein wenig aus, denn schließlich wollte er sie nicht wecken. Als er jedoch, bei dem Versuch seinen linken Arm unter der Decke hervor zu holen, mit dem Ellenbogen gegen die Wand stieß, lächelte ihm eine etwas leicht verschlafene Scully entgegen. "Es freut mich, dass ich dich schon so früh am Morgen zum Lachen bringen kann." stellte er mit freundlicher Stimme fest. "Tut mir leid, Mulder, aber dein Gesicht war einfach zu komisch." "Du wirst bestimmt gleich ein ähnliches Gesicht an den Tag legen." erwiderte er daraufhin mit einem lausbübischen Grinsen, und gab ihr einen sanften Guten Morgen Kuss. Und er sollte mit seiner Aussage recht behalten. Sie sah wirklich etwas verblüfft aus, aber im nächsten Moment kuschelte sie sich wieder an seine warme Brust. "Hast du denn eigentlich gut geschlafen?" fragte sie ihn nach ein paar Minuten. "Bei so einem Bettnachbarn kann man doch nur gut schlafen." Er machte eine kurze Pause und sagte dann mit leiser Stimme: "Danke." Und ehe er sich versah gab Scully ihm einen leidenschaftlichen Kuss als Antwort. "So gerne ich noch ein wenig mit dir hier liegen würde, aber ich glaube es ist besser, wenn wir jetzt aufstehen. Bevor Bill noch rein kommt und uns so sieht. Ich glaube, dann kann ich mir gleich die Kugel geben." "Du hast recht. Dann werde ich mich mal auf den Weg in mein Zimmer machen. Wir sehen uns dann unten." "Ist gut." Scully hatte sich inzwischen schon aus dem Bett erhoben, als sie Mulders Hand an ihrem Arm spürte. "Hey. Kriege ich denn keinen Abschiedskuss?" "Abschiedskuss?! Wir sehen uns doch in zehn Minuten in der Küche." "Ja schon, aber zehn Minuten sind eine verdammt lange Zeit, wenn du nicht bei mir bist." sah er sie mit einem flehenden Blick an. "Bei diesem Blick kann ich gar nicht mehr nein sagen." Sie beugte sich zu ihm runter und gab ihm einen Kuss. Danach nahm sie noch schnell ihre Jacke von der Stuhllehne und schlich sich, so leise sie konnte, aus dem Zimmer.

Fünf Minuten nach dem Scully das Zimmer verlassen hatte, ging Mulder in den Flur. Da er noch ein wenig verschlafen war, stieß er fast mit Charles, der gerade auf dem Weg nach unten war, zusammen. "So wie es aussieht, haben Sie die Nacht wohl nicht sehr viel Schlaf gefunden." Er wollte gerade antworten, als sich auf einmal sein Magen zu Wort meldete. Seine letzte Mahlzeit lag inzwischen ja schon fast 18 Stunden zurück. "Hört sich ja fast so an, als ob Sie ein Alien verschluckt hätten." meinte Charles mit einem Grinsen. "Das beste ist, Sie begleiten mich in die Küche, bevor Sie uns noch vor Hunger umkippen." Mulder nickte ihm zu und ging anschließend mit Charles nach unten. "Können dir zwei ausgehungerte Männer noch zur Hand gehen?" fragte er seine Mutter, die gerade ein paar Tassen aus dem Schrank holte. "Eigentlich ist alles schon soweit fertig. Du könntest aber so nett sein und den anderen Bescheid sagen, Charles." "Ist gut."

25. Dezember

Vormittags

Nachdem sie mit dem Frühstück fertig waren, machten sie sich an die Bescherung. Scully und Mulder setzten sich etwas abseits von den anderen und schauten dem Treiben zu. Als alle ihre Geschenke ausgepackt hatten, drehte sich Mulder zu Scully. "Was hältst du von einem kleinen Spaziergang durch den Park?" "Das hört sich schön an. Ich sage nur schnell meiner Mom Bescheid." Sie erhob sich und ging in die Küche, wo ihre Mom damit beschäftigt war, das Festtagsessen zuzubereiten. "Mom, Mulder und ich machen noch einen kleinen Spaziergang vor dem Essen." Mrs. Scully drehte sich um und gab ihr durch ein Nicken zu verstehen, dass es in Ordnung ist. Während Scully mit ihrer Mutter sprach, ging Mulder nach oben und zog sich noch schnell ein paar andere Sachen an. Anschließend holte er das Geschenk für Scully aus seiner Reisetasche und steckte es in die linke Tasche seines Mantels. Danach ging er wieder runter und wartete im Flur auf Scully. "Können wir dann?" fragte er als sie die Treppe runter kam. "Ja wir können. Mom, wir gehen dann. Bis später." "Ich wünsche euch beiden viel Spaß." hörten sie Mrs. Scully aus der Küche rufen. Sie schauten sich etwas verdutzt an, beschlossen dann aber loszugehen.

Nach einer viertel Stunde hatten sie den Park erreicht und setzten sich auf eine Bank. Mulder legte vorsichtig seinen Arm um Scully, während sie sich an seine Schulter kuschelte. Sie saßen einfach nur da, schauten sich die weiße Winterlandschaft an und genossen die Nähe des jeweils anderen. Obwohl seit der Ankunft im Park nur fünf Minuten vergangen waren kam es den beiden wie Stunden vor. Es vergingen weitere fünf Minuten, bis Mulder die Stille mit einem Niesen durchbrach. "Gesundheit.!" grinste ihn Scully von der Seite an. "Das hörte sich zwar eben mehr nach Krankheit als nach Gesundheit an, aber trotzdem Danke." gab Mulder zurück. "Wir sollten uns lieber wieder auf den Weg zurück machen, bevor es wirklich noch eine Krankheit wird." "Das würde mich nicht stören, schließlich habe ich jetzt meine eigene Krankenschwester." Während er das sagte, schaute er mit einem typischen Mulder-Grinsen zu Scully. "Na das hättest du wohl gerne. Ich kann dir jetzt schon versprechen, dass es dir nicht gefallen wird. Wenn du mich nämlich als Krankenschwester hast, dann musst du die widerlichsten Medikamente nehmen, die es gibt." gab sie ihm mit einem Lächeln zu verstehen. "Wenn das so ist, sollten wir uns doch lieber auf den Weg zurück machen." Scully war gerade dabei sich von der Bank zu erheben, als sie Mulders Hand auf ihrem Arm spürte. "Aber bevor wir gehen, wollte ich dir noch etwas geben." sagte er mit sanfter Stimme, während er mit der linken Hand das Geschenk aus seiner Manteltasche holte. "Mulder... ." waren die einzigen Worte die Scully heraus brachte als sie das in Weihnachtspapier eingepackte Schmuckkästchen sah. "Ich habe es schon vor unserer Abfahrt gekauft. Eigentlich wollte ich es dir im neuem Jahr geben, wenn du wieder ins Büro gekommen wärst. Aber da wir ja nun gemeinsam Weihnachten bei deiner Familie feiern, brauche ich nicht mehr bis nächstes Jahr warten." Als Mulder mit dem letzten Satz fertig war, wurde ihm auf einmal klar, was für einen Unsinn er gerade von sich gegeben hatte. "Ich hoffe es gefällt dir." fügte er noch hinzu, während er Scully das Kästchen gab. Scully war von der ganzen Sache so gerührt, dass sich ein paar Tränen in ihren Augen gebildet hatten. Vorsichtig öffnete sie das Geschenk und konnte ihren Augen kaum glauben. In dem Kästchen waren zwei silberne Ohrstecker, in denen sich die Sonne, die schon den ganzen Tag schien, spiegelte. "Sie sind wunderschön Mul... Fox." sagte sie mit einer tränenerstickter Stimme. "Aber nicht so wunderschön wie du, Dana." antwortete er ihr und beugte sich zu ihr rüber und beide versanken in einem fast nicht enden wollenden, leidenschaftlichen Kuss. Ihre Zungen tanzten im Mund des jeweils anderen und sie machten auch nicht den Anschein, sich durch irgendetwas auseinander bringen zu lassen. Als sich Mulder nach ein paar Minuten von Scullys Lippen löste, um wieder zu Atem zukommen, schaute er ihr tief in die Augen. "Ich liebe dich, Dana." Er konnte einfach nicht genug davon bekommen, diese drei kleinen Worte zu ihr zu sagen. Jahrelang hatte er den Mut nicht aufgebracht ihr seine Liebe zu gestehen. Und nun, wo sie es wusste, hätte er es ihr am liebsten den ganzen Tag über gesagt. Sie lächelte ihn an, gab ihm einen sanften Kuss auf seine weichen Lippen und flüsterte ihm dann leise ins Ohr: "Wir sollten jetzt gehen." Er nickte, nahm ihre Hand und gemeinsam gingen sie Arm in Arm zurück.

Als sie wieder am Haus ihrer Mutter angekommen waren, wollte sich Mulder von ihr lösen. Doch Scully hielt seine Hand immer noch fest und als sie merkte das er davon verunsichert war drehte sie sich zu ihm um. "Vertrau mir einfach, Fox." sagte sie mit sanfter Stimme und streichelte ihm liebevoll über die Hand. Hand in Hand betraten sie das Haus und gingen in Richtung Küche, wo Mrs. Scully mit dem Essen beschäftigt war. "Fox und ich sind wieder zurück." Mrs. Scully schaute vom Herd in Richtung Tür und war froh über das Bild, welches sie in diesem Augenblick sah. Scully hielt Mulders Hand und hatte sich an seine Schulter gelehnt. "Ich darf dann mal annehmen, dass ihr viel Spaß bei eurem Spaziergang hattet." grinste sie die beiden an. "Oh ja, den hatten wir." erwiderte Scully und schaute Mulder dabei verliebt in die Augen. Nachdem Mrs. Scully den Deckel wieder auf den Kochtopf gelegt hatte, ging sie auf die beiden zu und nahm die noch freie Hand von Mulder. "Willkommen in der Familie, Fox." Danach drehte sie sich zu Scully um und flüsterte ihr leise ins Ohr: "Versprich mir, dass du ihn jetzt nicht wieder gehen lässt." Scully lächelte ihrer Mutter an, sah danach zu Mulder und anschließend wieder zu ihrer Mutter und meinte nur: "Versprochen." "Na gut, wenn das geklärt wäre, dann können wir ja jetzt essen."

Die beiden entschlossen sich, den anderen vor dem Essen erst einmal noch nichts zu sagen. Mulder war natürlich für diese Idee von Anfang an Feuer und Flamme, schließlich wollte er vorher noch von Mrs. Scully‘s köstlichem Truthahn kosten. Und das wäre bestimmt nicht mehr der Fall gewesen, wenn sie es Bill jetzt schon gesagt hätten. Während des Essens legte Mulder hin und wieder seine Hand auf Dana’s Bein und streichelte sie ein wenig. Bei jeder seiner kleinen, kurzen Streicheleinheiten bekam Scully immer eine Gänsehaut. Hätte sie gewusst, wie sehr ihr die Berührungen von Mulder unter die Haut gingen, hätte sie ihm ihre Liebe schon wesentlich früher gestanden. Aber die Jahre in denen sie nie den Mut dazu gehabt hatte, waren nun vorbei. Von jetzt an würde sie am liebsten keinen Tag mehr ohne ihn verbringen. Als sie das dachte, musste sie innerlich grinsen. <Du Dummerchen. Natürlich wirst du nie einen Tag ohne ihn sein, schließlich ist er immer noch dein Kollege, mit dem du jeden Tag zusammen arbeitest.> sagte sie zu sich selbst.

Nachdem sie mit dem Essen fertig waren, halfen Tara und Charles Frau Mrs. Scully in der Küche. In Mrs. Scully kam ein ungutes Gefühl auf bei dem Gedanken, wie Bill wohl auf die Neuigkeit von Mulder und Scully reagieren würde. Erst der Gedanke daran, dass Charles bei den beiden war, beruhigte sie ein wenig. Er würde es schon schaffen, Bill von irgendwelchen Überreaktionen abzuhalten.

In der Zwischenzeit hatten es sich die anderen im Wohnzimmer bequem gemacht. Charles und Bill hatten sich auf die Couch gesetzt, während Scully den Sessel bevorzugte und Mulder sich neben ihr auf einem Stuhl nieder ließ. Es schien am effektivsten, wenn sie gleich mit der Wahrheit rausrücken würde und so setzte sie sich aufrecht in den Sessel und wandte sich ihren Brüdern zu. "Es gibt da etwas, was ihr beide wissen solltet." sagte sie ruhig. "Was ist denn los, Dana? Worum geht es? Geht es um Mom?" fragte Charles sie verunsichert. "Nein. Es geht nicht um Mom. Es geht um mich." Als Charles und Bill das hörten, dachte jeder von beiden natürlich wieder daran, dass bei Dana der Krebs ausgebrochen wäre. Daraufhin betete jeder von ihnen insgeheim, dass dem nicht so ist. "Jungs, alles in Ordnung mit euch?" "Ja." kam es aus beiden Kehlen. "Aber was ist denn nun?" drängte sie Bill. "Das wirst du bestimmt nicht gerne hören Bill, aber ... ." Sie unterbrach kurz, schaute zu Mulder und nahm seine Hand und setzte ihren Satz fort. " ... Na ja Fox und ich." "Stopp." platzte es aus Bill heraus. "Du willst mir doch jetzt nicht etwa sagen, dass du und dieser Mistkerl von FBI Agent, zusammen seid?" brüllte er Scully entgegen. "Doch Bill, genau das will ich damit sagen." brüllte sie energisch zurück. "Das kannst du uns doch nicht antun! Hast du denn völlig vergessen, welches Unheil er über unsere Familie gebracht hat, Dana?" Das war eindeutig zu viel und Mulder beschloss, dazwischen zu gehen. Doch ehe er die Chance dazu bekam hatte, Charles auch schon das Wort ergriffen. "Müsst ihr euch den so anschreien. Was ist eigentlich los mit dir, Bill? Siehst du denn nicht, dass unsere Schwester endlich glücklich ist? Ich verstehe dich nicht. Willst du denn etwa, dass Dana bis an ihr Lebensende unglücklich ist?" "Nein natürlich nicht, aber ... ." "Aber was? Du musst damit aufhören, ihm immer die Schuld an Melissas Tod zu geben." "Sag mal spinnst du jetzt total?" fuhr Bill dazwischen. "Schließlich ist dieser Kerl dort drüben Schuld an ihrem Tod. Und dann war da ja auch noch der Krebs von Dana. Daran war er doch auch Schuld." "Vielleicht hast du ja recht. Aber er war es auch, der es geschafft hat ein Gegenmittel aufzutreiben und dafür werde ich ihm immer dankbar sein. Und jetzt solltest du mal wirklich überlegen, was du lieber sehen willst. Dana, die von jetzt an als glückliche Frau durchs Leben geht, oder wie sie wegen dir den Mann den sie liebt verliert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du letzteres lieber sehen würdest, hab ich Recht?"

Scully war von Charles‘ Worten zu Tränen gerührt. Sie fragte sich immer wieder, warum Bill sich nicht genauso für sie freuen konnte, wie es Charles tat. Als Mulder vorsichtig seinen Arm um sie legte, zuckte sie kurz zusammen. Ihm war natürlich nicht entgangen, wie Scully auf die Äußerungen von Bill reagiert hatte. Er war dankbar darüber, dass Charles sich auf mehrfache Weise von seinem Bruder Bill unterschied. Wutentbrannt erhob sich Bill von der Couch und verließ wütend das Wohnzimmer. Charles sah ihm noch kopfschüttelnd hinterher und drehte sich dann zu Mulder und Scully. "Macht euch mal keine Sorgen, ich werde nachher noch mal mit ihm reden. Aber erst einmal herzlichen Glückwunsch euch beiden." sagte er während er lächelnd auf die beiden zu ging. "Danke Charles." waren die einzigen Worte die Scully in diesem Moment heraus bekam. "Das war doch selbstverständlich, Schwesterchen." Mulder wollte ihm ebenfalls dafür danken, aber nicht einmal dieses eine Wort kam über seine Lippen. Er schaute ihn einfach an. Alleine durch den Blick in seinen Augen konnte Charles sehen, wie dankbar er ihm war. Er gab Mulder durch ein Nicken zu verstehen, das er ihn verstand und machte sich danach auf den Weg in die Küche, da er wusste, dass er in diesem Moment fehl am Platze war.

Als Charles gegangen war, hielten sich die beiden noch minutenlang aneinander fest. Um nichts auf der Welt hätte er Scully jetzt losgelassen. Wenig später wischte sich Scully die Tränen, die ihr vorher über die Wange gelaufen waren, mit der Hand weg und gab Mulder anschließend einen Kuss auf die Stirn. "Ich wollte dir eigentlich vorhin noch dein Geschenk geben." sagte sie während sie mit der einen Hand in der Tasche von ihrer Bluse wühlte. Als sie ihre Hand wieder hervor holte, hatte sie einen kleinen, silbernen Anhänger zwischen den Fingern. "Als ich den kleinen Kerl damals im Schaufenster gesehen habe, war mir sofort klar, dass das genau das richtige Geschenk für dich ist." Mit einem Grinsen gab sie Mulder den Anhänger. Er betrachtete den Anhänger genauer und fing ebenfalls an zu grinsen. Der Anhänger hatte die Form von einem kleinen Außerirdischen, der mit zwei Fingern der linken Hand das Peace-Zeichen zeigte. Doch das war noch längst nicht alles. Auf dem Bauch des kleinen Kerlchen standen die Worte -I Believe-. "Dankes Dana. Ich werde nie mehr ohne ihn aus dem Haus gehen."

Mrs. Scully, Tara und Charles Frau hatten den Streit im Wohnzimmer ebenfalls mitbekommen und nachdem Bill die Treppe nach oben gestürmt war, machte sich Tara auf den Weg zu ihm. Kurz darauf kam Charles in die Küche. "Ist alles in Ordnung mit Dana?" fragte Mrs. Scully besorgt. "Ja, es geht ihr gut. Aber Bill wird wohl noch einige Zeit brauchen, bis er sich damit abgefunden hat. Das heißt, wenn er es jemals akzeptiert das unsere Schwester mit Fox Mulder zusammen ist." antwortete er und schlang seine Arme um die Taille seiner Frau und lächelte zufrieden. Er freute sich so für seine Schwester und er wusste in seinem tiefsten Inneren, dass sein Bruder in diesem Moment genauso glücklich darüber war.

The End

Über ein Feedback würde ich mich riesig freuen. Also bombardiert mich damit.

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