Autor: Juli
Kontakt: Me_Lylas@web.de
Titel: My point of view
Teile: 2/2
Spoiler: AX im Allgemeinen- 8. Staffel wegen der Schwangerschaft
Rating: hmmm
grübel
wie harmlos
kann Liebe denn sein???
Kategorie: MSR, Mulder- POV
Desclaimer: So langsam müssten alle FF Leser doch wissen, dass wir Mulder und Scully nicht besitzen. Sie gehören noch immer Chris Carter. Der immer noch ein braungebrannter Surfer unter der Sonne Kaliforniens ist. Und wenn sie mir gehören würden, säße ich jetzt wahrscheinlich in einem Strandhaus in Santa Barbara und würde mir bei ihm Zucker leihen...!
Short-Cut: Eine kleine Story über Gott, die
Welt und die Frage nach dem Wie
Kommentar: OK, ich verspreche, ich fasse mich kurz. Es ist 21.40 Uhr und ich habe nix besseres zu tun, als mich in die Gedankenwelt von zwei fiktiven FBI Agenten mit dem wohl kompliziertesten Liebesleben aller Zeiten zu begeben!! Was ich eigentlich sagen will ist, dass man dieser Story nicht so viel Glauben schenken darf, denn ich versuche mich in den Gedankenprozess eines Mannes hineinzuversetzen. *anyway* Ihr wisst, was ich meine !
Part 2
Mein Kopf ist leer.
Er ist es, weil er so voll ist.
So voll an Gedanken und an Gefühlen.
Und dies alles macht ihn leer. Denn ich weiß nicht, was ich fühlen soll.
Ich bin ein toter Mann. Auf jeden Fall hielten mich die Meisten dafür.
Sie müssten es eigentlich besser wissen, denn tot geglaubte leben bekanntlich länger.
Aber ich denke schon wieder über das Falsche nach, wie mir auffällt. Ich sollte mir Gedanken darüber machen, was ich ihr nachher sagen soll. Denn ich weiß ja im Grunde nicht, was sie dazu gebracht hat, sich mit mir im Park zu verabreden.
Nun gut, eigentlich weiß ich es schon, nur habe ich Angst darüber nachzudenken.
Ich habe ihr schon so viel Leid zugefügt in letzter Zeit. Ich weiß nicht, wie ich dem jetzt gegenübertreten soll.
Habe ich sie doch schon so oft fast gänzlich verloren.
Sie ist schwanger.
Ich konnte es kaum glauben als ich ihren runden Bauch das erste Mal gesehen hatte. Das war noch im Krankenhaus.
Es war ihr unangenehm, als ich ihn bemerkte und das ließ mich für einen kurzen Moment zweifeln.
An dem was ich doch eigentlich weiß.
Ich bin mir sicher, dass nur ich der Vater sein kann. Ich bin zwar manchmal etwas schwer von Begriff, aber auch nicht immer. Und an dieser Sache hege ich keinen Zweifel.
Woran ich aber Zweifel hege, ist die Tatsache, wie es für uns beide weitergeht.
Wie sollen wir all diese verlorene Zeit wieder einholen?
Das, was wir hatten, werden wir nie so in dieser Form wieder bekommen. Der Zug ist definitiv abgefahren.
Wir sind zu feige uns etwas Neues aufzubauen, weil wir immer noch dem Vergangenen nachhängen.
Wie soll dieses ungeborene Wesen das nur verstehen?
Wie werden wir ihm das irgendwann einmal erklären?
Wird es denn überhaupt ein Wir geben? Oder werden wir beide bis in alle Ewigkeit Ich und Du sein?
Ich habe Angst davor mir die verschiedenen Antwortmöglichkeiten dieser Frage vorzustellen. Denn es gibt nur eine Einzige, die mich zufrieden stellen würde.
Und das ist, dass es ein wir gibt.
Und dass sich das auch nie wieder ändern wird.
Es ist jeder einzelne Blick von ihr in meine Augen.
Manchmal strahlen sie.
Doch im Moment sind sie gefüllt mit Tränen. Fast jeden Tag, wenn wir uns sehen, scheint es so, als sei sie zu nichts anderem in der Lage als zu weinen.
Ich gebe mir die Schuld daran.
Denn ich weiß, hätte ich auf sie gehört und wäre nicht mit Skinner nach Oregon zurückgegangen, wäre alles anders verlaufen.
Aber das ist es nicht.
Die Dinge liegen so wie sie liegen und ich kann rein gar nichts daran ändern.
Ich weiß, dass das nicht stimmt.
Das ich einfach nur das sagen müsste, was ich fühle.
Aber es geht nicht.
Ich weiß ganz einfach nicht wie ich es ihr sagen soll.
Oder wie ich es mir sagen soll!
Doch so langsam müsste ich mir überlegen was und wie ich es sage. Denn sie wartet auf mich um mit mir zu reden.
Zu klären was uns bindet und uns trennt.
Ich bin im Park angelangt und sehe sie schon aus sicherer Entfernung.
Bei Gott, sie ist ja auch nicht mehr zu übersehen.
Wie in Trance gehe ich den Weg entlang.
Ich habe das Gefühl, dass ich jeden Moment rückwärts laufen würde.
Und dann stehe ich vor ihr und sie schaut mich an.
Sie hat wieder Tränen in den Augen. Und ich würde in diesem Moment alles dafür geben sie lachen zu sehn!
Aber sie tut mir diesen Gefallen nicht und weist mich an, mich zu setzen. Ich zögere einen Moment, tue es aber dann doch. Sie schaut mich an als ob wir uns noch nie so fremd waren wie in diesem Augenblick.
Wie wissen beide nicht wo wir anfangen sollen. Denn in unserem Inneren sind alle Fragen bereits beantwortet worden.
Wir sitzen kaum 10 Zentimeter von einander entfernt und dadurch merke ich wie flach ihre Atmung ist.
Sie ist nervös. Das kommt selten vor. Und ich bin mir darüber im Klaren, dass ich den Schritt nach vorn gehen werden muss.
Ich nehme meine linke Hand, lege sie auf ihren Bauch und spüre wie es mich tritt.
Ich brauche einen Moment um das Leben in ihr zu realisieren.
Es fällt mir schwer aufzuschauen, weil ich nicht weiß, was mich in ihren Augen erwartet. Ob es ein Lachen oder ein Weinen sein wird.
Sie nimmt mir die Entscheidung ab, in dem sie ihre Hand auf meine legt. Sie nimmt sie weg und im gleichen Moment legt sie ihre an meinen Kopf und führt diesen zurück zu der Stelle, an der meine Hand eben noch verweilt hat.
Ich höre wie das Herz des Kindes schlägt. Und bin überwältigt von diesem Moment!
Es liegt mir fern anzufangen zu weinen. Denn dann wären bei ihr auch alle Schleusen geöffnet und das will ich nicht. Ich will, dass sie endlich wieder lacht.
Was hörst du?
Es waren die ersten Worte, die die Stille um uns herum brachen.
Ich höre ein Herz schlagen!
Mit diesen Worten zwang ich mich dann doch meinen Kopf zu heben und sie anzuschauen. Und was ich sah war die Beantwortung auf all meine Fragen.
Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht unglücklich machen.
Das hast du nicht. Du hast mich nur zum Zweifeln gebracht.
Ich lachte kurz auf, als mir die Absurdität dieser Aussage klar wurde.
Woran hast du gezweifelt?
Ich legte meine Hand wieder auf ihren Bauch und begann vorsichtig ihn mit meinem Daumen zu streicheln.
Ich habe einfach an allem gezweifelt. Daran, was du fühlst und daran, was ich fühle. Ich bin mir nicht mehr sicher wo wir stehen! Was ist die Wahrheit und wie finden wir sie heraus?
Ich schaute sie an und wusste nicht wie ich ihr antworten sollte.
Wir stehen hier. Wir haben genau diesen Moment. Und mehr brauche ich nicht. Ich weiß nicht warum wir uns nicht trauen zu springen. Aber vielleicht haben wir einfach diese Zeit gebraucht um noch einmal unsere Ansichten zu überdenken?
Es schien genau das zu sein, was sie hören wollte. Ich hatte mich ihr geöffnet, wie sie sich damals mir geöffnet hatte.
Und nun sitzen wir hier. Haben unsere Standpunkte geklärt.
s
Ich küsse sie. Tue das, was ich schon längst hätte tun sollen. Nehme sie in den Arm. Ich verspreche ihr, dass ich es nie wieder zulasse. Dass ich immer da sein werde, auch wenn wir uns nicht sehen. Dass ich unser Kind lieben werde.
Ich weiß, dass sie versteht, denn sie nickt.
Es war ein langer Weg und er ist noch lange nicht zu Ende. Aber wir haben den Teil des Weges genommen, der für uns der Beste war.
The End