Disclaimer: Hey Chris, 20th Century Fox, 1013 und wer sonst noch alles verantwortlich ist: Ihr dreht nicht was ich will, also erwartet nicht, dass euch passt, was ich schreibe!
Spoiler: Never again!/Mutterkorn
Category: Vignette
Rating: None
Summery: Die Ereignisse in "Never again!" und ihr Tatoo lassen Scully nicht zur Ruhe kommen.
Feedback: Nur auf die Gefahr hin, von mir eine Antwort und weitere ofenfrische Fanfics zugeschickt zu kriegen... ;-) kinona@gmx.de
Authorīs note: Ich widme dieses Werk meiner lieben Freundin Janine, denn ich glaube sie versteht die Gefühle, die ich hier zu beschreiben versuche...



Immer wieder!
by kinona

Es tat weh!
Vorsichtig schmierte Dana die antibiotische Salbe auf das noch frische Tatoo. Nur in ihrer Unterwäsche bekleidet, stand sie vor dem riesigen Spiegel ihres Schlafzimmerschrankes und versuchte einen Blick auf ihren Rücken zu erhaschen.
Ein stechender Schmerz durchfuhr sie.
Sie konnte sich gar nicht daran erinnern, dass es so wehgetan hatte, als sie es sich stechen ließ. Alles, was sie noch in Erinnerung hatte, waren diese verdammten blauen Augen. Und seine Hand auf ihrer Haut, in ihrem Haar...
Vorsichtig versuchte sie ihr Hüftgelenk etwas zu bewegen und spürte dabei dieses wunde Gefühl auf ihrer Haut.
Lange betrachtete sie das kleine Kunstwerk im Spiegel. Es war schön. Eine Schlange, die sich selber in den Schwanz biss.
Schön... und schmerzhaft!
Was zum Teufel hatte sie getan?! Sie versuchte sich von dem Anblick im Spiegel loszureißen, als wieder diese undefinierten Gefühle auf sie einstürmten. Doch es war zu spät.
Noch immer konnte sie Mulders vorwurfsvollen Blick in ihrem Rücken spüren. Was hatte er von ihr erwartet?!
Wütend ließ sie sich auf ihr Bett fallen. Es war alles so hoffnungslos. So unglaublich hoffnungslos! Warum musste jeder ihrer Versuche so etwas wie ein Privatleben aufzubauen in einer Katastrophe enden?
Es hatte sich so verdammt gut angefühlt endlich einmal wieder... frei zu sein. Frei von all den Zwängen, die sie sich selber auferlegt hatte. Von einem Mann begehrt zu werden. Von einem Mann, dessen Lippen sie niemals "Scully" genannt hatten. Scully, die kühle Rationalistin. Scully, die Icequeen. Scully, die unantastbare FBI-Agentin. Die immer alles im Griff hatte. Ihre Arbeit, ihr Leben, ihre Gefühle... einfach alles!
Sie wusste ja selber nicht, was in letzter Zeit mit ihr los war. Sie wusste nur, dass sie diese Rolle nicht mehr spielen konnte. Nicht mehr spielen wollte... Sie hatte nicht die Kraft dazu! Sie fühlte sie ausgebrannt. Ausgebrannt, hilflos und einsam!
Bei Ed hatte sie die Möglichkeit gehabt sie selbst zu sein. Dana!
Welches gottverdammte Recht hatte Mulder eigentlich, irgendetwas von ihr zu erwarten. Er hatte sich doch einen Dreck um ihre Gefühle geschert. Fox Mulder rief, und sie musste springen. Sie hatte ja noch nicht einmal einen eigenen Schreibtisch! Nach all den Jahren hatte sie noch nicht einmal einen Schreibtisch!
Warum zum Teufel tat die ganze Sache nur so verdammt weh?
Jedes seiner Worte war wie ein Schlag ins Gesicht gewesen. Es stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben, was er dachte: "Scully, wie können Sie es nur wagen, sich so aufzuführen?" Dabei hatte er sie doch erst in die ganze Sache hineingebracht. Sie hatte ihr gottverdammtes Leben für ihn riskiert. Sie hätte draufgehen können!
Nicht, dass sie jemals viel davon gehabt hatte. Sie konnte ja selber förmlich sehen, wie ihr Leben den Bach runterging. Es war so sinnlos! Alles was sie wollte, war doch einfach nur geliebt zu werden.
Warme, salzige Tränen liefen ihr plötzlich über die Wangen. Großartig, Dana! Noch ein Heulflash... Was sollīs? Interessiert ja eh keinen. Ist ja keiner da, der sich um deine Gefühle kümmert! Solange Scully funktioniert und auf Abruf bereit war, war es vollkommen egal wie es Dana ging.
Sie wollte doch einfach nur jemanden, der sie ab und zu in die Arme nahm. Ihr sagte, dass alles wieder gut wird. Jemanden, bei dem sie schwach sein konnte, weil er stark genug für sie beide war. Sie wollte nicht funktionieren!
Instinktiv kauerte sie sich in die Embryonalhaltung und zog sich die Decke über den Kopf. Sie ließ den Tränen freien Lauf.
Warum verstand er sie nicht? Warum konnte Mulder das nicht verstehen? Er war doch alles für sie. Der einzige Mensch in ihrem Leben, abgesehen von ihrer Familie, der wirklich zählte. Sie hatte doch alles für ihn geopfert: Ihr Privatleben, ihre Karriere, ja sogar irgendwie ihre Familie. Er war ihr so nah, und doch hatte sie das Gefühl Lichtjahre von ihm entfernt zu sein. Sie hatte ja wirklich versucht eine Art Leben außerhalb des FBI aufzubauen, und war kläglich gescheitert. Ed war der jüngste Beweis dafür, dass sie ohne Mulder einfach zu nichts in der Lage war.
Seine Berührungen, seine Küsse, seine Zärtlichkeiten hatten sich so verdammt gut angefühlt. Für einen Augenblick hatte er ihr das Gefühl gegeben, nicht alleine zu sein. Doch ihre innere Leere konnte er nicht füllen! Denn tief in ihrem Inneren wusste sie, dass er nicht der Mensch war, nach dem sie sich sehnte.
Unendliche Schmerzen!
Sie konnte förmlich spüren, wie sie innerlich zerbrach. Es war verrückt: Sie hatte sich schon beinahe an dieses ständige Gefühl der Einsamkeit und des Schmerzes gewöhnt. Doch ein Wort, eine Geste, der kleinste Anlas reichte und sie spürte sie deutlicher als je zuvor. Krampfhaft versuchte sie sich daran zu erinnern, an welchem Punkt ihres Lebens alles schief gelaufen war. Wann genau war ihr die Kontrolle über ihr eigenes Leben aus den Händen geglitten? Ein Satz kam ihr in den Sinn:
"Nobody at home, but the FBIs most unwanted!"
Und ein stechender Schmerz durchfuhr sie bei diesem Gedanken. Und im Vergleich dazu fühlte sich ihr kaum verheiltes Tatoo richtig gut an. Wieso kam sie immer wieder zu diesem Punkt? Warum quälte sie sich damit?
"Never again!" hatte Ed gesagt. Er hatte es durchgezogen! Er hatte einfach alles hinter sich gelassen. Warum fehlte ihr die Kraft dazu?
Dana Scully war müde. Unglaublich müde! Doch sie wusste, dass eine weitere schlaflose Nacht vor ihr lag. Zu oft hatte sie das schon mitgemacht. Jedesmal nahm sie sich vor, dass es das letzte mal sein würde. Doch es geschah immer wieder!


Note: Wow! Ich glaub gar nicht, dass ich das geschrieben habe. Normalerweise bin ich Meister des positiven Denkens. Scheint als würde meine Depri-Phase wieder Überhand nehmen.. Zumindest kenne ich diesmal den Grund dafür... ;-)