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...Spoiler:
man sollte die Folge Memento Mori gesehen habenRating:
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MSRDisclaimer:
Die Charaktere von Mulder und Scully gehören immer noch Chris Carter, 20th Century Fox und 1013 Productions. Ich habe sie mir nur ausgeliehen.Short-Cut:
Alles sieht nach einem neuem Fall für die X Akten aus, doch auch diesmal scheint nicht alles so wie man denkt. Die Geschichte nimmt eine Richtungsänderung... (jeder Leser soll sich über die Fragen, die in der Geschichte offen sind, seine eigenen Gedanken machen)Halloween
Freitag, 29. Oktober
17:47 Uhr
Scully öffnete die Tür und warf sie mit einem kräftigen Schwung ins Schloss. Sie ließ sich auf ihre Couch fallen und war froh, dass sie ihre Beine endlich mal hoch legen konnte. Den ganzen Tag hatte sie heute in der Gerichtsmedizin verbringen müssen und der Grund war wieder einmal ihr Partner Fox Mulder.
Seit vier Jahren war Mulder inzwischen ihr Partner beim FBI und an seine Verrücktheit hatte sie sich längst gewöhnt. Doch dieses ständige von einem Tatort zum nächsten hetzen konnte sie ihm auch in den vier Jahren nicht austreiben.
Sobald irgendwo eine Leiche gefunden wurde und es sich dabei um etwas unnatürliches handelte, war Mulder wieder Feuer und Flamme und ließ sich so einen Fall von niemanden wegschnappen. Was heißt 'wegschnappen'. Meistens gab es sowie so niemanden, der sich um solche Fälle kümmern wollte.
So war es auch wieder an diesem Morgen. Kaum hatte sie das Büro betreten stürmte auch schon Mulder auf sie zu. "Na endlich Scully. Wo hast du denn so lange gesteckt?" "Dir auch einen schönen Guten Morgen Mulder. Es ist jetzt kurz nach sieben und wie immer bin ich pünktlich. In den vier Jahren, in denen wir nun schon zusammen arbeiten, bin ich immer so gegen sieben Uhr im Büro gewesen. Also was soll dass heißen, wo ich so lange gesteckt habe?" waren ihre Antworten auf seine, wie sie fand überflüssige Frage. "Ist ja schon gut Scully ich hab verstanden. Aber jetzt wieder zu unserem Job. Letzte Nacht hat man einen Toten in einer Gasse gefunden. Ich habe schon mal in der Gerichtsmedizin Bescheid gesagt, dass du so schnell wie möglich da sein wirst, um den Leichnam zu untersuchen." Scully unterbrach ihn schroff: "Nein Mulder. Gibt es denn niemand anderen, der sich darum kümmern kann. Ich habe bis jetzt noch nichts gefrühstückt und du verlangst von mir, dass ich mit leerem Magen eine Autopsie durchführe." Mulder grinste sie an. "Wenn du willst, bring ich dir das Frühstück in die Gerichtsmedizin." "Mulder, du weißt genau, dass ich das nicht damit gemeint habe." Mit einem flehenden Blick sah er sie weiterhin an. "Bitte Scully für mich, als deinen Partner." Sie konnte seinem flehenden Blick nicht widerstehen und begab sich in die Gerichtsmedizin.
In der Gerichtsmedizin angekommen machte sie sich sofort an die Arbeit. Sie wollte so schnell wie möglich wieder zurück im Büro sein. Außerdem glaubte sie nicht, dass sie auch nur irgend etwas unnatürliches an dem Leichnam finden würde.
Sie war gerade mitten in ihre Arbeit vertieft, als Mulder sich langsam von hinten an sie heran schlich. "Oh mein Gott Mulder. Was sollte dass denn werden, wenn es fertig ist? Soll ich der nächste sein, der hier auf dem Tisch liegt?" Sie verstummte, als sie sah, das Mulder sein Versprechen gehalten hatte und ihr etwas zu Essen mitgebracht hatte. "Ich dachte du könntest eine kleine Pause gebrauchen. Schließlich werde ich dich noch öfters für eine Autopsie brauchen." Während er das sagte grinste er und Scully konnte sich in diesem Moment ein Grinsen auch nicht mehr verkneifen. Sie setzte sich an den kleinen Tisch, der in der Ecke des Raumes stand und fing genüsslich an, das Croissant, welches Mulder ihr mitgebracht hatte, zu essen. "Hast du denn schon irgend etwas herausgefunden Scully?" fragte er in der Zwischenzeit. Bevor sie antwortete schluckte sie den letzen Bissen herunter. "Nein Mulder. Aber was hast du denn gedacht, was ich finden würde?" "Ach nichts, hätte ja sein können das... ." "Was? Mulder was willst du vor mir verbergen?" "Nichts, ehrlich. Es ist nur." "Nur?" hakte Scully nach. "Vor einer Woche etwa wurde eine Leiche in einem kleinen Städtchen in der Nähe von Washington gefunden. Man konnte bei der Leiche nichts auffälliges finden und da es sich um einen Penner von der Straße gehandelt hatte, ging die dortige Polizei dem Fall auch nicht weiter nach." informierte Mulder sie. "Und warum sagst du mir das erst jetzt Mulder?" "Scully ich weiß doch, wie du immer auf so etwas reagierst." Sie sah ihn mit einem fragenden Blick an. "Ach ja Mulder, da bin ich aber mal gespannt." "Meistens sagst du, dass ich irgend welchen Hirngespinsten nach jage und das wir sowie so nichts finden." "Das ist ja auch richtig oder?! Die meisten Fälle haben auch nichts außergewöhnliches an sich." "Das stimmt natürlich, aber diesmal ist es anders. Das verspreche ich dir." "Mal sehen ob du Recht hast Mulder." "Kannst du mir denn wenigstens schon sagen, woran der Mann gestorben ist?"
Scully trank noch einen letzten Schluck Kaffee, bevor sie Mulder von ihren bisherigen Ergebnissen unterrichtete. "Also Mulder, so wie es aussieht, ist der Mann vor ca. 37 Stunden verstorben. Es gibt keine Anzeichen für einen Kampf, es gibt keine Hautabschürfungen und auch sonst nichts auffälliges. Ich habe bereits Blutproben ins Labor geschickt. Es soll auf Drogen und eventuelle Stoffwechselstörungen untersucht werden. Ich schätze mal, dass ich die Ergebnisse heute Nachmittag auf meinem Tisch haben werde." "Na das ist ja noch nicht sehr viel." stellte er etwas enttäuscht fest. "Was heißt hier nicht sehr viel. Er wurde nun mal nicht einfach so erschossen Mulder. Das ist jedenfalls erst einmal alles, was ich dir sagen kann." "Schon gut Scully, war nicht so gemeint. Es wäre nett, wenn du mich sofort über die Ergebnisse der Blutproben informieren würdest." "Und wo finde ich dich dann?" "Ich werde mir mal den Tatort genauer ansehen. Also bis nachher." Er drehte sich um und ging langsam auf die Tür zu. "Ja gut bis heute Nachmittag. Ach so Mulder." rief Scully ihm hinter her. Sein Blick fuhr rum zu Scully. "Was gibt es denn noch?" "Ich wollte mich nur noch mal bei dir für das Frühstück, das du mir mitgebracht hast, bedanken." "Das habe ich dir doch versprochen. Also dann bis heute Nachmittag." Mulder öffnete die Tür und verschwand.
Da Scully die Autopsie soweit beendet hatte und nur noch auf die Testergebnisse wartete, schrieb sie in der Zwischenzeit den Bericht über die Autopsie in ihrem Computer nieder.
Es war so gegen 14:30 Uhr, als Scully endlich die Testergebnisse aus dem Labor bekam. Sie schaute sich die Aufstellungen der durchgeführten Test gut an und konnte auch hierbei nichts auffälliges erkennen.
Mit den Ergebnissen in der Tasche machte sie sich sofort auf den Weg zum Tatort, um Mulder über die Ergebnisse zu unterrichten.
Am Tatort angekommen wurde sie auch schon von ihm erwartet. "Und Scully. Was hast du heraus gefunden? Na los spann mich nicht so auf die Folter." "Es wurden keine Spuren von irgendwelchen Drogen in seinem Blut nachgewiesen. Und es lag auch keine Stoffwechselerkrankung vor. Ich nehme an, das dieser Mann an einer Herzrhythmusstörung gestorben ist. Scheint so als ob ich mal wieder recht gehabt habe." Mulder wollte es nicht so recht glauben und schaute selbst auf die Auflistung, doch er konnte noch weniger erkennen als Scully. "Nun sei doch nicht so enttäuscht Mulder. Komm lass uns irgendwo etwas Essen. Ich bezahle auch." Die Enttäuschung immer noch im Gesicht, stimmte er ihrem Vorschlag zu.
ein wenig später
Sie saßen in einem kleinen Lokal an der 28th Avenue. Während sie auf ihr Essen warteten unterhielten sie sich. "Und Mulder, hast du schon den nächsten Fall für uns an Land gezogen oder können wir mal einen Tag im Büro verbringen." fragte sie ihm mit einem leichten Grinsen im Gesicht. "Es sieht so aus, als ob diese Woche überhaupt nichts passiert. Das heißt dann also für uns, dass wir den am kommenden Montag unten in unserem Kellerverlies rum sitzen werden."
Die Unterhaltung zwischen den beiden wurde mit der Zeit immer persönlicher. "Scully, weißt du denn schon, was du zu Halloween machst?" Scully schaute ganz erstaunt als sie die Frage hörte. "Ja, ich bin zu meinem Patenkind eingeladen worden. Ich habe mich bereit erklärt, mit dem Kleinen durch die Straßen zu ziehen. Wird bestimmt ganz lustig. Aber was machst du denn eigentlich Mulder? Sag bloß, du arbeitest an diesem Tag?" hakte sie ein wenig nach. "Ich weiß noch nicht so genau." Er grinste und fügte anschließend hinzu. "Mal sehen, vielleicht räume ich mal bei mir zu Hause auf." Scully konnte sich ein lautes Lachen nicht verkneifen, als sie die Worte aus Mulders Mund hörte. "Das glaubst du doch nicht im ernst oder?" Nachdem Mulder über seine Worte von eben nachgedacht hatte, musste auch er lachen.
Es dauerte ein paar Minuten bis sie sich wieder beruhigt hatten. "Mulder, wieso kommst du denn nicht einfach mit zu der meiner Freundin? Das ist auf alle Fälle witziger als aufzuräumen." "Was? Du willst das ich mit komme. Aber das geht doch nicht." Er war über ihren Vorschlag ziemlich überrascht. "Und warum nicht? Was soll denn schon passieren? Und außerdem brauche ich einen starken Mann an meiner Seite, wenn ich mit meinem Patenkind durch die dunklen Straßen ziehe." fügte sie noch schnell mit einem Lächeln an. "Na gut, aber auf deine Verantwortung."
Nachdem Scully die Rechnung bezahlt hatte brachte Mulder sie nach Hause und fuhr anschließend in sein Apartment.
******
Sonnabend, 30. Oktober
kurz nach neun
Scully war seit einer halben Stunde wach, als auch schon wieder ihr Telefon klingelte. "Ja, Scully." "Hallo Dana hier ist Kim. Ich hoffe ich habe dich nicht geweckt?" Mit dem Telefonhörer in der Hand ging sie rüber zur Couch und setzte sich. "Ach nein. Was gibt’s denn Kim?" "Ich wollte nur hören, ob es bei Morgen bleibt. Hätte ja sein können, das du Morgen doch noch arbeiten musst." "Nein ich muss nicht arbeiten. Wann soll ich denn bei euch sein?" "Du kannst so zwischen 15:00 und 16.00 Uhr kommen. Dann können wir nämlich noch in ruhe Kaffe trinken und etwas Kuchen essen." antwortete sie auf Scullys Frage. "Ach Kim entschuldige wenn ich dich unterbreche, aber ist es in Ordnung, wenn ich einen Freund mitbringe." "Was denn Dana, hast du endlich den richtigen Mann gefunden?" stellte Kim überrascht fest. "Na klar kannst du ihn mitbringen. Aber jetzt muss du mir erst einmal alles über den Mann, den du mitbringst, erzählen." "Da gibt es nicht viel zu erzählen, ich werde meinen Partner Fox Mulder mitbringen und niemand anderen." war alles was sie ihrer Freundin erzählte. "Fox Mulder, der Fox Mulder über den du immer so viel berichtest wenn du bei uns bist." "Das stimmt doch gar nicht Kim. Mulder ist einfach nur ein guter Freund." Während Scully das sagte hatte sie ein komisches Gefühl in sich. Was wenn ihre Freundin Kim Recht haben würde und Mulder wirklich mehr für sie war als nur ein guter Freund. In ihrem Kopf fuhren die Gedanken auf einmal Achterbahn. "Hey Dana bist du noch dran?" hörte sie Kim am anderen Ende. "Ja ich bin noch dran. Ich muss jetzt aber Schluss machen. Wir können uns ja dann Morgen unterhalten, wenn wir bei dir sind." "Ja, ist gut. Bis morgen Dana."
Scully legte den Telefonhörer hin und blieb erst einmal ein paar Minuten auf ihrer Couch sitzen. Sie musste die ganze Zeit an das Telefonat denken und was Kim zu ihr gesagt hatte. Sollte sie mit ihrer Behauptung, dass sie Mulder mögen würde, wirklich recht haben oder sollte es sich dabei nur um ein Gehirngespenst handeln.
Sie warf den Gedanken schnell bei Seite und ging erst einmal unter die Dusche.
Sonnabend, 30. Oktober
Nachmittags
Scully kam gerade von ihrem Einkaufsbummel zurück, als sie schon das Klingeln ihres Telefons durch die geschlossene Tür wahrnahm.
So schnell sie konnte schloss sie die Tür auf und stürmte mit den vollen Taschen ans Telefon. "Ja hallo." "Hey Scully hier ist Mulder. Was ist denn los mit dir? Hast du gerade einen Sprint bei dir zu Hause hingelegt oder was?" "Nein, ich bin jedoch gerade erst zur Tür rein." Mulder musste am anderen Ende ein wenig lachen. "Ach so und da musst du schon so keuchen." "Was soll das denn jetzt schon wieder heißen Mulder?" "Garnichts. Ich rufe eigentlich nur an, um zu wissen, wann ich dich morgen abholen soll." "Meine Freundin Kim hatte mich heute früh angerufen und gesagt, dass wir so zwischen 15:00 und 16:00 Uhr bei ihr sein sollen. Ich schätze, das wir ca. 45 Minuten brauchen. Wenn du so gegen 14:30 Uhr bei mir bist, dürften wir rechtzeitig ankommen." "Na gut, ich läute dann unten an der Tür. Bis morgen."
******
Sonntag, 31. Oktober
früher Nachmittag
Während Scully sich die Haare föhnte überlegte sie, ob Mulder sich verkleiden würde und wenn ja, als was.
Die Zeit verging sehr schnell und ehe sie sich versah klingelte es auch schon an der Tür. Sie ging zur Tür, fragte gar nicht erst wer dar war, und öffnete die Tür. Vor ihr stand Mulder. Er hatte seine schwarze Lederjacke an und darunter trug er ein weißes T-Shirt. "Mulder, willst du etwa so von Haus zu Haus ziehen und die Leute erschrecken?!" "Nein, wo denkst du hin. Mein Kostüm habe ich im Auto. Ich dachte, es reicht wenn ich mich bei deiner Freundin umziehe. Aber wenn ich fragen darf, als was wirst du denn heute die Kinder erschrecken?" "Willst du denn nicht erst einmal herein kommen Mulder? Am besten du setzt dich noch mal kurz auf die Couch, ich bin in ca. fünf Minuten fertig." "Ja okay. Wo wohnt denn deine Freundin?" fragte er sie und vernahm leise ihre Stimme aus dem Schlafzimmer. "Sie wohnt kurz vor New Jersey. Wir müssen zuerst einmal über die Autobahn und dann noch ca. zehn Minuten über eine kleine Landstraße. Ich sag dir schon rechtzeitig bescheid, wo du abbiegen musst. Ach so Mulder, bist du bitte so nett und holst aus der Küche die Tüte, die auf dem Tisch steht." "Ja mache ich. Bist du dann endlich so weit Scully?" "Ja schon fertig."
Sie kam aus dem Schlafzimmer und Mulder konnte seinen Augen kaum glauben. Scully hatte ein beigefarbenes Kleid an und ihre Haare fielen locker auf ihre Schultern. >Sie ist wunder schön< dachte er sich und bemerkte gar nicht, wie er sie anstarrte. "Alles in Ordnung mit dir Mulder?" Stotternd und zögernd antwortete er: "Äh ... ja. Können wir dann jetzt?" "Du kannst schon mal zum Auto gehen. Ich schließ noch schnell ab und komme dann gleich runter." "Na gut."
Mulder öffnete die Wohnungstür und machte sich auf den Weg zum Auto. Er konnte an nichts anderes mehr denken als an Scully und wie sie so vor ihm gestanden hatte. In diesem wunderschönen Kleid. Er hatte seine Partnerin noch nie so gesehen. Wenn sie arbeiteten hatte sie meistens ein Kostüm, welches aus einer schwarzen Hosen oder einem Rock, einer weißen Bluse und einer Weste bestand, an. In den vier Jahren, in denen sie nun schon zusammen arbeiteten, hatte er sie noch nie in einem Kleid gesehen. Bei den Gedanken, die ihm auf einmal durch den Kopf schossen wurde ihm etwas komisch in der Magengegend. Er wusste nicht so recht, wie er mit seinen Gefühlen umgehen sollte. Scully war schließlich seine Partnerin beim FBI. Doch in letzter Zeit empfand er mehr als nur Freundschaft für sie.
Es dauerte keine zwei Minuten und Scully kam aus der Haustür und ging zielstrebig auf das Auto zu, indem Mulder es sich auf dem Fahrersitz schon ein wenig bequem gemacht hatte. "Wenn wir alles haben können wir jetzt fahren. Ach so, hast du die Tüte aus der Küche mitgenommen?" "Sie steht hinter meinem Sitz. Was ist denn eigentlich in der Tüte?" fragte er neugierig. "Da ist ein kleines Spielzeugauto für mein Patenkind drin."
Mulder startete den Wagen und sie fuhren los. "Wie heißt denn dein Patenkind?" "Er heißt Robert und ist inzwischen schon acht Jahre. Kim und ich kennen uns noch aus unserer Kindheit. Wir sind zusammen zur Schule gegangen und nachdem ich die FBI-Akademie beendet hatte, zog sie mit ihrem Mann in die Nähe von Jersey. Und wenn es die Zeit zulässt besuche ich sie am Wochenende." "Wie bist du denn dazu gekommen, Patentante von ihrem Kind zu werden?" wollte er von ihr wissen. "Kim und ihr Mann Peter haben mich gefragt, ob ich die Patenschaft übernehmen würde und da ich Kinder über alles Liebe, sagte ich ja." "Verseih mir wenn ich dir diese Frage stelle Scully. Du musst nicht antworten wenn du nicht willst. Hättest du später denn auch gerne mal Kinder?"
Scully schaute ihn mit offenem Mund an und konnte auf diese Frage nur mit einem "Mulder?" antworten. "Tut mir Leid Scully das wollte ich nicht. Vergiss einfach was ich gesagt habe." "Nein, ist schon gut Mulder. In ein paar Jahren würde ich schon gerne eine Familie gründen und auch ein Kind haben. Aber wie sieht es denn bei dir aus, wenn man fragen darf?" hakte sie nach. "Wenn mir irgendwann mal die richtige Frau über den Weg läuft, kann ich mir schon vorstellen Vater zu werden." Als Mulder das sagte, wusste er innerlich eigentlich schon, dass er die richtige Frau schon längst gefunden hatte. "Wirklich? Diese Antwort hätte ich aber nicht von dir erwartet." war Scullys Reaktion auf seine Antwort. Sie hätte eigentlich mit vielem gerechnet, aber nicht mit solch einer Antwort.
Die nächsten zehn Minuten herrschte völlige Stille im Auto. Das einzige, dass man im Hintergrund hörte, war das Radio. Jeder dachte über das Gespräch nach, welches sie gerade geführt hatten.
Um die Stille zu durchbrechen fragte Mulder Scully nach dem Weg. "Scully, wo muss ich abbiegen?" Doch Scully war noch völlig in ihren Gedanken versunken als Mulder sie erneut fragte. "Hey Scully. Lebst du noch oder schläfst du etwa schon?" "Was?" fragte sie mit einer aufgeschreckten Stimme. "Ich habe dich gefragt, wo ich abbiegen muss." "Ach so. Du musst die nächste Ausfahrt abfahren und an der Kreuzung anschließend nach rechts. Und dann die Straße einfach gerade aus weiter. Wir dürften in ca. fünfzehn Minuten da sein. Ich werde Kim mal anrufen und ihr bescheid sagen." "Okay mach das. Wenn dich das Radio stört, kannst du es auch aus machen." "Nein ist schon gut."
Sie tippte die Telefonnummer von Kim in ihr Handy. Am anderen Ende klingelte es zweimal und Kim war am Telefon. "Hallo Kim hier ist Dana. Ich wollte dir nur Bescheid sagen, dass wir in ca. zehn Minuten bei euch sind." "Robert freut sich schon riesig auf dich. Er kann es schon gar nicht mehr erwarten. Also dann bis gleich. Tschau." "Tschüß." Scully schaltete ihr Handy aus und steckte es in ihre Tasche. Sie schaute aus dem Fenster und lauschte der Musik aus dem Radio. Es lief gerade ihr Lieblingslied und ohne es zu merken summte sie die Melodie leise vor sich hin. "Scully." "Ja was ist Mulder?" "Wo muss ich denn nun lang?" "Ach so. Du musst die nächste Querstraße links abbiegen, es ist dass fünfte Haus auf der linken Seite."
Mulder bog links ab und schaute sich die kleinen Häuser an. Er stellte sich vor, wie er hier wohnen würde und der Gedanke gefiel ihm.
Nach ca. zweihundert Metern bog er in die Auffahrt ein. Kaum hatte er den Motor abgestellt ging auch schon die Haustür auf und eine Frau trat heraus. >Das muss also Kim sein.< dachte er bei sich. Scully hatte inzwischen schon ihre Tür geöffnet und stieg aus dem Auto. Kim ging zielstrebig auf Scully zu. "Schön dich zu sehen Dana. Da sieht man mal wie die Zeit vergeht. Das letzte mal, als du hier warst, ist bestimmt schon vier Monate her." sagte sie und nahm Scully herzlich in ihre Arme. Mulder war inzwischen ausgestiegen, hatte die Tüte von der Rückbank genommen und den Wagen abgeschlossen und stand nun wie ein Fragezeichen vor dem Auto.
"Dana, willst du mir denn nicht mal deine Begleitung vorstellen." "Ach entschuldige Kim, darf ich dir meinen Partner Fox Mulder vorstellen." "Nett sie kennen zulernen Mr. Mulder. Ich habe schon sehr viel von ihnen gehört." Scully wurde etwas rot und gab Kim einen kleinen Stoß in die Seite. "Aber warum stehen wir denn hier so rum. Kommt schon, lasst uns ins Haus gehen."
Kaum war Scully durch die Tür, als sie auch schon überschwänglich von Robert begrüßt wurde. "Hey. Nicht so stürmisch Robert." "Toll, dass du endlich mal wieder hier bist. Hast du mir auch wieder was mitgebracht?" "Natürlich das mache ich doch immer." Scully drehte sich zu Mulder um. "Mulder bist du bitte so nett und gibst mir die Tüte, die du in der Hand hast." Er trat einen Schritt auf sie zu und gab ihr die Tüte. "Danke. Na mal schauen, was wir für dich hier haben." Robert war schon völlig gespannt. Scully holte das kleine Paket mit dem Spielzeugauto aus der Tüte und gab es ihm. "Danke Tante Dana." Er nahm das Paket und verschwand damit auf schnellstem Wege in seinem Zimmer.
"Was steht ihr denn hier so im Flur rum, kommt doch endlich mal rein ins Wohnzimmer." hörte Scully eine Stimme. Es war Peter, der aus der Küche auf sie zu kam. "Schön dich zu sehen Dana. Komm lass dich umarmen." "Es freut mich auch dich zu sehen. Darf ich dir meinen Partner Fox Mulder vorstellen." "Freut mich sie kennen zu lernen Mr. Mulder." Die Freude liegt ganz auf meiner Seite." gab ihm Mulder mit einem Lächeln zu verstehen. "Nennen sie mich doch einfach Peter." "Okay Peter." "Peter, du und Mr. Mulder könnt doch schon mal ins Wohnzimmer gehen. Dana und ich werden uns um den Kaffee kümmern." "Ja gut Schatz. Kommen sie Mr. Mulder. Nehmen sie doch bitte Platz." bat er während sie vom Flur ins Wohnzimmer gingen. "Und sie sind also der Partner von Dana." "Äh ja." "Meistens erzählt Dana über ihren letzten Fall immer etwas. Sie haben einen wirklich aufregenden Beruf." "Manchmal schon, aber meistens ist es ziemlich anstrengend. Als was arbeiten sie denn?" fragte Mulder ihn nach ein paar Minuten. "Ich arbeite als Bankkaufmann in einem größeren Unternehmen. Bei den ganzen Zahlen, mit denen ich in meinem Beruf zu tun habe, kommt man schon mal ins träumen. Verzeihen sie mir die Frage, aber wie soll ich sie denn nennen?" "Nennen sie mich einfach Mulder das reicht aus." "Okay Mulder."
Scully und Kim gingen inzwischen in die Küche und setzten den Kaffee auf. "Nun erzähl schon Dana. Was läuft zwischen euch beiden?" "Es läuft gar nichts zwischen uns Kim. Wie kommst du denn darauf?" "Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock. Alleine schon wie ihr euch anschaut. Ist dir denn nicht aufgefallen, das er seine Augen gar nicht mehr von dir nehmen kann?" Verwundert schaute Scully ihre Freundin an. "Meinst du das wirklich?" fraget sie sie verlegen, da sie sich nicht sicher war, ob ihre Freundin Recht haben würde. "Natürlich. Warum sagst du ihm nicht einfach, was du für ihn empfindest." "Ich weiß nicht Kim. Was ist, wenn du dich in ihm täuschst, dann steh ich doch da wie eine Idiotin." "Ich glaube nicht, dass ich mich in deinem Partner täusche. Ich an deiner Stelle würde es jedenfalls versuchen." Scully dachte über die Worte von Kim nach. Vielleicht hatte sie ja recht. Und wem sollte sie eigentlich noch was vor machen. Sie liebte Mulder schließlich. Ewig könnte sie ihre Gefühle für ihn sowie so nicht mehr verbergen.
"Haben sie eigene Kinder Mulder?" Mulder musste schlucken, als er die Frage von Peter hörte. "Äh nein. Ich habe keine Kinder." "Kinder sind wirklich ein Geschenk. Es ist schön nach Hause zu kommen und von seinem Kind stürmisch empfangen zu werden. Wenn ich ihnen einen Rat geben darf, verpassen sie es nicht, eine Familie zu gründen."
"Haben wir jetzt alles Kim oder fehlt noch etwas." "Nein ich glaube nicht. Dana nimmst du bitte noch die Kanne mit dem Kakao für Robert mit." "Kein Problem." Mit dem Kaffee in der einen und dem Kuchen in der anderen Hand gingen Kim und Scully ins Wohnzimmer wo Peter und Mulder waren. "Schatz holst du bitte Robert." "Klar mach ich." Peter verschwand nach oben.
Sie stellten die Sachen auf den Tisch und Kim drehte sich zu Mulder. "Wie trinken sie denn ihren Kaffee Mr. Mulder?" "Ach nennen sie mich bitte einfach nur Mulder. Ganz schlicht ohne alles." Kim füllte die Tassen und stellte die Kanne zur Seite.
Man hörte Robert schon von weitem, da er mal wieder die Treppe nach unten herunter sprang. "Robert ich habe dir doch schon so oft gesagt, man läuft die Stufen runter." rief Kim ihm entgegen. "Entschuldige Mom. Noch mal danke Tante Dana für das Geschenk." "Was hast du ihm denn diesmal mit gebracht?" "Ach nur ein Spielzeugauto. Ich weiß doch wie sehr er so was liebt."
Gemeinsam ließen sie sich den Kuchen und den Kaffee munden.
Nach einer Weile tippte Robert auf Mulders Bein. "Du Onkel, würdest du mit mir Autorennen spielen? Bitte bitte." Mulder sah denn flehenden Blick von Robert und sagte ja. Sie entschuldigten sich und gingen gemeinsam die Treppe rauf. Es war schon ewig her als Mulder mit einem Kind etwas gespielt hatte. Er konnte sich noch gut an das letzte Mal erinnern. Es war mit seiner Schwester Samantha. Da war er zehn und die Zeit seit dem war so schnell vergangen, das er diese Momente mit seiner Schwester manchmal so gar vergaß. Es waren die schönsten Erinnerungen, die er an seine Schwester hatte.
Durch eine Stimme wurde Mulder auf einmal aus seinen Gedanken gerissen. "Schau mal Onkel, das Auto hier habe ich von Tante Dana erhalten." Robert hielt ihm ein Polizeiauto vor die Nase. "Komm, lass uns eine Verfolgungsjagd spielen. Du bist der Räuber und ich die Polizei." "Alles klar" erwiderte er darauf und sie fingen an zu spielen.
Scully, Kim und Peter unterhielten sich in der Zwischenzeit im Wohnzimmer weiter. "Mal sehen, ob Mulder mit dem kleinen Rabauken zurecht kommt. Wenn es euch nichts ausmacht würde ich mal nach oben gehen und nach gucken?" "Mach das, wir räumen inzwischen das Geschirr in die Küche." Scully stand auf und ging nach oben.
Die Tür zu Roberts Zimmer stand einen kleinen Spalt offen und man konnte die Stimmen von Mulder und Robert hören. Vorsichtig schaute Scully durch den schmalen Türspalt. Sie stand ca. fünf Minuten da und guckte sich das Bild, welches sich ihr bot an. So hatte sie Mulder noch nie gesehen. Er sah sehr glücklich aus, während er auf dem Fußboden saß und mit Robert spielte. Sie konnte sehen, wie es ihm Spaß machte und ohne es zu wollen hatte sie auf einmal nur noch diesen einen Gedanken im Kopf. Sie stellte sich Mulder als Vater vor und wie behutsam er mit dem Kind umgehen würde.
Scully klopfte vorsichtig an die Tür und ging ins Zimmer. "Hey ihr beiden, es ist jetzt schon fast sechs Uhr. Ich weiß ja nicht wie es mit euch ist, aber wir sollten uns so langsam mal fertig machen. Sonst sind die ganzen Süßigkeiten schon weg ehe wir da sind." Während sie das sagte hatte sie ein Lachen auf den Lippen.
Robert freute sich riesig und ging auf Scully zu. "Oh ja. Tante Dana, dein Freund weiß wirklich, wie man eine Verfolgungsjagd spielt." stellte er mit einem Lausbubenhaften Grinsen fest. Scully lächelte und gab Robert einen kleinen Klaps auf den Po. "Na los Robert."
Mulder war inzwischen vom Boden aufgestanden und beweckte sich auf Scully zu. "Und was ist mit dir Mulder. Hattest du nicht gesagt, dass dein Kostüm im Kofferraum liegt." "Schon gut, ich geh ja schon, auch ohne einen Klaps auf meinen Hintern." Als Mulder das gesagt hatte mussten beide erst einmal lachen.
Nachdem sich beide wieder beruhigt hatten ging Mulder nach unten und holte seine Tasche aus dem Kofferraum.
Robert hatte inzwischen sein Cowboy Kostüm angezogen, während Mulder sich in der Zwischenzeit im Gästezimmer umzog. Scully drängte ihn ein wenig, da es immer später wurde. "Was machst du denn so lange da drinnen Mulder. Robert möchte endlich los."
Die Tür ging auf und Scully konnte sich ein lautes Lachen nicht verkneifen. Mulder hatte einen Fledermausumhang an. "Entschuldige bitte Mulder." sagte sie und versuchte sich auf die Lippen zu beißen, um nicht noch mehr zu grinsen. "Also ich gefall mir in diesem Teil." Als Mulder das sagte musste auch er grinsen. "Okay, wenn wir wollen können wir ja los. Robert wir können dann jetzt." Sie hatte den Satz kaum beendet, als er auch schon vor ihr stand. Er sah Mulder an und war sprachlos. "Cool. Da werden die anderen Kinder bestimmt Angst kriegen und wegrennen und wir bekommen dadurch mehr Süßigkeiten. Also los." Robert gab seiner Mutter einen Kuss und öffnete die Tür. "Viel Glück ihr drei." Kim und Peter schauten ihnen noch bis zur Ecke nach und gingen anschließend zurück ins Haus.
Sonntag, 31. Oktober
Abends; kurz vor halb neun
"Ach bitte Tante Dana nur noch ein Haus. Bitte." bettelte Robert sie an. "Na gut, das ist dann aber das letzte. Außerdem ist deine Tüte auch gleich voll." "Oh danke."
Er ging zielstrebig auf die nächste Eingangstür zu und klingelte. Kurz darauf ging die Tür auf und eine alte Frau stand in der Tür. "Na mein kleiner. Du hast aber ein schönes Kostüm an."
Ihr Blick ging von Robert nach oben zu Mulder. "Und dein Vater hat sich ja auch richtig hübsch gemacht." Mulder war die Äußerung der alten Dame ziemlich unangenehm, aber Robert korrigierte die Dame nicht, sondern sagte nur seinen Standartsatz, denn er schon den ganzen Abend über gesagt hatte: "Süßes sonst gibt’s saures." Die alte Dame holte eine Schüssel mit Süßigkeiten von einem kleinen Tisch, der neben ihr stand. "Bitte, greif ruhig zu." Roberts kleine Hände nahmen so viel wie sie greifen konnten. Eigentlich wollte er noch einmal in die volle Schüssel langen, aber Scully unterbrach ihn. "Robert nicht doch, die anderen Kinder wollen doch auch noch was." "Ja gut. Vielen Dank." "Gern geschehen. Mach es gut mein Kleiner." verabschiedete sich die nette alte Dame "Tschüß." Nachdem die alte Dame die Tür geschlossen hatte machten sich Mulder, Scully und Robert auf den Weg nach Hause.
Scully hielt nach einigen Metern an und drehte sich zu Robert um. "Was ist denn mit dir los Robert?" "Mir tun die Füße so weh Tante Dana." sagte er völlig erschöpft. Mulder nahm ihm die volle Tüte aus der Hand und meinte: "Na los komm schon, ich nehme dich Huckepack." "Oh danke." bedankte sich Robert mit großen Augen. Mulder beugte sich runter und Robert legte seine Hände auf seine Schultern. "Gut fest halten da oben." "Mulder, wird er dir auch nicht zu schwer?" fragte Scully ihn ein wenig beunruhigt. "Ach nein. Aber könntest du vielleicht die Tüte nehmen." "Na klar."
Es dauerte noch fast eine viertel Stunde, bis sie wieder vorm Haus standen. Scully klingelte an der Tür und Kim öffnete ihnen. "Wir haben schon gedacht, ihr wollt gar nicht mehr zurück kommen." "Entschuldige Kim, aber wenn es nach deinem Sohn gegangen wäre, würden wir immer noch unterwegs sein." Während Scully sich mit Kim unterhielt ließ Mulder Robert vorsichtig von seinen Schultern. Kim schaute zu ihrem Sohn herunter. "Na, hattest du denn auch Glück?" Er drückte ihr die Tüte in die Hand und meinte nur: "Ja Mom, schau mal." "Die ist aber schwer. Na los kommt erst mal wieder rein." "Danke Kim, aber wir müssen morgen wieder arbeiten und wir haben ja noch eine gute Stunde Autofahrt vor uns. Aber danke für den schönen Nachmittag und Abend. Wir telefonieren morgen miteinander okay." "Ich versteh euch. Es war nett sie kennen zu lernen Mulder." sagte sie und gab ihm dabei die Hand. "Es hat mich auch gefreut sie kennen zu lernen. Vielen Dank für den Kuchen und den Kaffe." Mulder ging inzwischen zum Auto und schloss es schon einmal auf. Scully verabschiedete sich noch kurz von Kim und Robert und kam anschließend auch zum Auto. "Okay Scully können wir?" fragte er sie. "Ja wir können." Sie öffneten die Türen, stiegen ein und fuhren los.
Es war inzwischen schon kurz vor zwölf Uhr als Mulder vor Scullys Haus vor fuhr. Er stellte den Motor aus und drehte sich zu Scully. "Ich wollte mich bei dir für den schönen Tag heute bedanken. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht." "Ja mir auch. Wenn du willst, dann mach ich uns noch einen Kaffee." Mulder wusste, dass sie morgen eigentlich wieder früh auf Arbeit sein mussten, doch er nahm das Angebot von Scully mit einem Lächeln an.
Scully öffnete die Tür und ging zielstrebig in die Küche. "Setz dich doch schon mal auf die Couch, der Kaffee wird in ca. zehn Minuten fertig sein." Mulder setzte sich und bemerkte auf einmal, dass er immer noch sein Kostüm an hatte. Es dauerte nicht lange und Scully kam mit zwei Tassen in der Hand aus der Küche zurück ins Wohnzimmer. Sie gab Mulder eine der Tassen und setzte sich neben ihn auf die Couch. Keiner wusste so recht, was er sagen sollte. Mulder warf das erste, was ihm in diesem Moment einfiel in den Raum. "Robert ist ein nettes Kind." "Oh ja das ist er." "Als du mit deiner Freundin Kim in der Küche warst habe ich mich kurz mit Peter unterhalten. Er fragte mich ob ich auch Kinder hätte."
Scully schaute auf ihre Tasse. "Verseih mir Mulder, aber als du oben mit Robert gespielt hast, habe ich euch beobachtet." Mulder stellte vorsichtig seine Tasse auf den Tisch und schaute sie an. "Weißt du Mulder. Du kannst wirklich gut mit Kindern umgehen." Scully konnte nicht glauben was sie gerade gesagt hatte. Sie sagte zu sich selbst >jetzt oder nie<. "Mulder ..." Sie atmete noch einmal tief durch bevor sie weiter sprach. " ... es gibt da etwas, was du wissen solltest. Ich ... ich." Mulder nahm Scullys Hand und redete mit leiser Stimme: "Schon gut Scully. Ich weiß was du sagen willst und ich ..." Er nahm all seinen Mut zusammen und beendete den Satz den er begonnen hatte. " ... ich empfinde auch mehr für dich als nur Freundschaft." Und während er ihr das sagte schaute er sie an und sah, wie sich ihre Augen langsam mit Tränen füllten. In diesem Moment wusste er, dass sie die selben Gefühle für ihn hatte, wie er für sie.
Scully hatte immer von diesem Moment geträumt und nun, wo er da war, wusste sie nicht, wie sie damit umgehen sollte. Mulder fragte mit sanfter Stimme: "Scully, habe ich was falsches gesagt?" Sie hob ihren Kopf und schaute ihm in die Augen. In diese wunderschönen Augen, die sie über alles liebte. Und auch diesmal strahlten seine Augen so schön wie immer. Während sie Mulder ansah bemerkte sie nicht, wie ihr eine Träne über ihre Wang lief. Mulder wischte mit seiner Hand vorsichtig über ihre Wange und sah ihr dabei tief in die Augen. Auf diesen Augenblick hatte er so lange gewartet und nun sollte er endlich Wirklichkeit werden. Er sah Scully immer noch tief in die Augen während er ihrem Gesicht langsam näher kam. Auch Scully schaute ihm tief in die Augen. In ihren Träumen hatte sie immer von diesem Augenblick geträumt.
Langsam kamen sich ihre Lippen immer näher bis sie sich endlich berührten. Scully durchfuhr ein Blitz, als sie seine Lippen auf den ihren spürte. Sie waren genauso weich und sanft, wie sie sich es immer ausgemalt hatte. Sie hoffte, dass dieser Kuss ewig dauern würde. Nicht nur Scullys Gefühle fuhren Achterbahn, auch die von Mulder. Ihm wurde abwechselnd heiß und kalt und alleine durch die kurze Berührung ihrer Lippen bekam er eine Gänsehaut.
Der Kuss zwischen ihnen dauerte nur ein paar Sekunden, doch den beiden kam es vor wie Stunden. Mulder sah >seiner< Scully in die Augen und sah ein wunderschönes Funkeln darin. Am liebsten hätte er sie jetzt nie mehr losgelassen, aber er wusste, dass es besser für sie beide sein würde, wenn er jetzt ginge. Und so gab er ihr noch einen kurzen Kuss auf die Wange, stieg von der Couch auf und verschwand durch die Tür nachdem er ihr eine Gute Nacht gewünscht hatte. Scully ging noch zum Fenster und sah ihm nach. Sie wusste, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Sie stellte die Tassen noch schnell in die Küche bevor sie sich in ihr Bett legte und noch einmal über das Geschehene nach dachte.
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Montag, 01. November
kurz nach halb acht
Mulder öffnete die Tür vom Büro und sah Scullys Tasche auf einem der Stühle. "Morgen, na überrascht?" hörte er ihre Stimme hinter sich. "Äh ..." war alles was er sagte. "Wie ich sehe bist du sprachlos." "Äh ... morgen. Schön dich zu sehen." Scully grinste ihn an. "Du kannst ja doch noch mit einem reden. Sehr ausgeschlafen siehst du aber nicht aus." stellte sie mit einem Lächeln fest. "Da hast du recht. Ich konnte diese Nacht einfach nicht einschlafen. Ich ... ich musste die ganze Zeit ..." Er macht eine kleine Pause bis er seinen Satz beendete. " ... ich musste die ganze Zeit an dich denken Scully." Scully nahm seine Hand und schaute ihm in die Augen und meinte nur: "Mir ging es genauso. Aber solange wir arbeiten sollten wir uns wie Kollegen verhalten. Ich will mir gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn jemand davon erfährt." Er hätte sie in diesem Moment am liebsten in die Arme genommen und geküsst, aber er wusste, dass sie Recht hatte. "Scully, ich würde dich gerne heute zum Essen bei mir einladen." "Mulder, du willst kochen?" meinte sie etwas überrascht. "Ja natürlich. Ich bin zwar kein drei Sterne Koch, aber sterben wirst du davon auch nicht." fügte er mit einem frechen Grinsen an. "Na gut. Wann soll ich denn bei dir sein?" "Was hälst du von sieben Uhr?" "Ja ist gut." Sie sahen sich noch kurz an, bevor sie an ihre Arbeit gingen.
Montag, 01. November
Abends
Mulder war gerade damit beschäftigt den Tisch zu decken, als es auch schon an der Tür klingelte. Er öffnete die Tür und sah Scully, die eine Flasche Wein in der Hand hielt, an. Er nahm ihr die Flasche aus der Hand und gab ihr einen Kuss. "Komm rein. Es dauert nicht mehr lange, ungefähr noch fünf Minuten."
Während Scully im Wohnzimmer wartete schaute sie sich die Fische in Mulders Aquarium an. Durch Mulders Stimme wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. "Das Essen ist jetzt fertig Scully." hörte sie ihn aus der Küche rufen. "Ja ich komme." Sie betrat die Küche und fand einen wunderschön gedeckten Tisch vor und konnte ihren Augen kaum glauben. In der Mitte des Tisches standen zwei Kerzen, die zuvor von Mulder angezündet worden waren. Wie ein Gentleman zog er den Stuhl von Scully etwas nach hinten und wartete darauf, dass sie sich setzen würde. "Vielen dank Mulder. Es sieht wirklich köstlich aus." bedankte sie sich bei ihm.
Nachdem sie mit dem Essen und dem Abwasch fertig waren setzten sie sich im Wohnzimmer auf die Couch. "Mulder es gibt da etwas, worüber ich mit dir sprechen muss." fing Scully an. "Worum geht es denn?" "Ich finde ... .Also ich möchte gerne, das du mich nicht mehr Scully nennst, sondern Dana." "Ja gut Dana. Du weißt aber noch, das ich es nicht mag, wenn man mich Fox nennt." warf er gleich ein. "Wie könnte ich so was denn vergessen Mulder." "Das beste ist, du nennst mich einfach William. Das ist schließlich mein zweiter Vorname und der klingt wesentlich besser als Fox." schlug er ihr vor bevor er aufstand und zu seiner Stereoanlage ging und in seiner CD Sammlung nach der passenden Musik suchte.
Nachdem er sich sicher war, das richtige gefunden zu haben, legte er die CD ein und setzte sich wieder neben Scully. Aus den Boxen erklang leise die Stimme von Celine Dion. "Ich hoffe du magst die Musik." fragte er vorsichtshalber nach. "Oh ja. Ich finde die Stimme von Celine Dion einfach traumhaft." war alles was sie erwiderte, nachdem sie sich an seine Schulter gekuschelt hatte.
2 Jahre später
Dienstag, 31. Oktober
Nachmittags
Mulder verstaute mehrere Tüten im Kofferraum des Wagens, aktivierte die automatische Türverriegelung und ging zurück in die Wohnung. "Nun mach schon Dana. Wir kommen sonst noch zu spät." rief er ihr zu. Aus dem Badezimmer hörte man ihre Stimme und wie sie sagte: "Ist ja schon gut, keine Panik." Er grinste und konnte sich seinen Kommentar dazu einfach nicht verkneifen. "Warum brauchen Frauen nur immer so lange im Badezimmer? Ihr verbringt fast die Hälfte des Tages im Bad. Bei uns Männern reichen zehn Minuten aus und wir sind fertig." "So sieht es dann auch aus." antwortete sie auf seine Äußerung. "Hey was soll das den heißen?" "Nichts. Hast du auch alles ins Auto gepackt?" "Ja, das war doch schließlich meine Aufgabe." gab er ihr zu verstehen. "Hast du auch an die Tüte für Robert gedacht?" "Ja mein Schatz. Wenn du dich jetzt aber nicht mal langsam ins Zeug legst, kommen wir wirklich noch zu spät." drängte er sie ein wenig. "Ist ja schon gut. Ich mache so schnell ich kann, aber meine Haare wollen heute einfach nicht so wie ich will. Sei doch so gut und nimm Anthony schon mit nach unten. Es dauert nur noch fünf Minuten." Mulders Blick viel auf die Wiege, die neben der Couch stand, indem sein drei Monate alter Sohn lag. Er nahm den kleinen Anthony aus seiner Wiege und legte ihn in die Babytrage. "Na mein kleiner Spatz. Dann wollen wir dich mal für die Reise fertig machen." Während er ihm eine Jacke überzog machte er ein paar Grimassen, worauf hin ihn der kleine Anthony an grinste. "Wir machen gleich eine Spritztour mit dem Auto. Das wird dir bestimmt gefallen." Mulder legte noch eine Decke über den Oberkörper von ihm, nahm die Babytrage und ging zur Tür. "Dana ich geh dann jetzt mit Anthony zum Auto." "Ja ist gut. Ich komme gleich nach." Sie hatte den Satz kaum beendet, als sie auch schon hörte, wie er die Tür vorsichtig ins Schloss zog.
In der Zwischenzeit schnallte Mulder die Babytrage mit Anthony auf dem Sitz fest und setzte sich nach vorne und wartete auf Scully. "Na mal schauen wie lange deine Mom noch braucht." und drehte sich dabei mit dem Kopf nach hinten.
Nach ein paar Minuten sah er, wie sie aus der Haustür kam und zum Auto ging. Sie machte die hintere Tür auf und setzte sich auf die Rückbank der Beifahrerseite. "Können wir dann?!" fragte er. "Ja, wenn du willst kannst du den Motor starten." Mulder steckte den Autoschlüssel ins Zündschloss, startete den Motor und fuhr los.
"Kim wird sich bestimmt schon fragen, wo wir so lange bleiben. Was hast du eigentlich für Robert gekauft?" "Ein Computerspiel über Autorennen. Wo hast du eigentlich die Tüte mit der Vase für Kim?" "Die steht hier vorne, damit sie nicht kaputt geht. Ich hoffe das ist in Ordnung?" fragte er sie beiläufig. Doch Scully war in Gedanken versunken und antwortete nicht auf seine Frage, worauf hin er seine Frage wiederholte. "Dana, ist es in Ordnung, wenn die Tasche hier vorne stehen bleibt? Dana?" Durch Mulders Stimme, die inzwischen mit etwas Panik durchsetzt war, schreckte sie hoch. "Was? Entschuldige bitte, aber ich habe dir eben nicht zu gehört." "Ich wollte nur wissen, ob die Tasche mit der Vase hier vorne stehen bleiben kann." wiederholter er seine Frage. "Ja, sie kann da vorne stehen bleiben." "Woran musstest du denn denken?" wollte er unbedingt von ihr wissen. "Ich habe daran denken müssen, wie wir vor zwei Jahren zu Kim und Peter gefahren sind. Und an das, was danach alles passierte." "Mir geht es genauso. Die Entscheidung, dich damals zu deiner Freundin zu begleiten, war die beste meines Lebens." "Abgesehen von ..." Er machte eine kurze Pause, doch bevor er weiter sprechen konnte, fragte Scully auch schon nach. "Abgesehen wo von?" "... abgesehen von dem Tag, an dem ich mich entschlossen habe, um deine Hand anzuhalten." Scully bekam feuchte Augen bei seinen Worten und konnte ihre Tränen nur mit Mühe unterdrücken. "Das hast du schön gesagt."
Mulder fuhr in die Einfahrt von Peter und Kim, stellte den Motor aus und öffnete den Kofferraum. "Schatz du kannst ja schon mal bescheid sagen, dass wir da sind. Ich schnalle in der Zwischenzeit schon mal Anthony ab." Er hatte den Satz gerade beendete, als auch schon die Tür auf ging und Kim auf Scully zu lief. "Hallo ihr beiden. Oh entschuldigt, ich muss ja sagen ihr drei. Schön das es geklappt hat. Wir freuen uns sehr, dass ihr mal wieder hier seit. Robert kommst du mal und trägst etwas mit rein." rief sie ihrem Sohn zu und wandte sich wieder Scully zu. "Ihr werdet euch wundern, wie groß er inzwischen geworden ist."
Scully drehte sich zur Eingangstür um und sah Robert auch schon. "Hallo Tante Dana und Onkel William. Schön euch zu sehen." "Hallo Robert. Könntest du so nett sein und ein paar Tüten mit ins Haus nehmen. Die Tüte mit der blauen Schrift ist für dich." "Danke." Robert ging zum Kofferraum und verschwand anschließend mit zwei Tüten in Hand im Haus. "Wo ist denn eigentlich Peter?" fragte Scully, da sie ihn nirgendwo sehen konnte. "Der ist noch mal los, um noch etwas Schlagsahne zu holen. Aber er müsste in einer viertel Stunde wieder da sein." Mulder hatte inzwischen die Babytrage vom Autositz abgeschnallt und die hintere Tür zu gemacht. "Dana ich glaube Anthony braucht mal wieder das Flächen." stellte er mit einem Lächeln fest. Er trat um das Auto herum und gab Scully die Babytrage. "Hallo Kim schön dich zu sehen. Es ist ja doch schon länger her." begrüßte er Kim. "Es ist auch schön dich zu sehen William." "Ihr könnt ja schon ins Haus gehen, ich nehme die restlichen Sachen mit rein." sagte Mulder und gab Scully noch schnell einen Kuss auf die Wange. "Okay Liebling. Ach so, vergiss aber bitte nicht die Tüte auf dem Vordersitz." rief sie ihm noch zu ehe sie mit Kim im Haus verschwand. "Nein ich vergesse sie schon nicht." Er nahm die letzten beiden Tüten aus dem Auto, verschloss die Türen und ging anschließend ebenfalls ins Haus.
Mulder ging in Richtung Küche. "Dana, hier ist die Tasche." "Danke mein Schatz. Bist du so nett und kannst du Anthony das Flächen geben. Ich helfe Kim in der Zwischenzeit in der Küche." "Ja mach ich. Wo hast du den die Flasche mit der Milch für Anthony?" "Sie muss in seiner Babytasche sein. Hast du sie?" hörte er ihre Stimme aus der Küche. "Ja ich hab sie." Mulder nahm Anthony aus der Trage, ging mit ihm ins Wohnzimmer und setzte sich auf die Couch. "So mein Kleiner, jetzt gibt es erst einmal leckere Milch für dich." sagte er zu ihm und gab ihm einen kleinen Stupser auf die Nase.
Kim setzte inzwischen den Kaffee auf, während Scully die Tasche mit der Vase nahm. "Für dich haben wir natürlich auch was mitgebracht." Sie packte die Vase aus dem Papier aus und gab sie ihr. "Sie sieht toll aus. Danke Dana. Was suchst du denn noch Dana?" fragte sie sie, als sie ihr suchendes Gesicht bemerkte. "Ich habe doch heute morgen noch einen Strauß Blumen für dich gekauft. William, wo hast du denn die Blumen für Kim?" "Die habe ich auf die Ablage im Flur gepackt." rief er ihr so leise er konnte aus dem Wohnzimmer zu. Darauf hin ging sie in den Flur und meinte nur: "Ich sehe schon." Anschließend ging sie wieder zurück in die Küche und gab Kim den Strauß. "Nun sag schon, wie kommt ihr beiden mit der veränderten Situation zurecht?" hakte Kim nun neugierig nach. "Ganz gut. Die ersten Tage waren schon schwierig, aber William meistert das einfach klasse. Er hilft mir wo er nur kann." "Wie alt ist Anthony eigentlich." "Er ist jetzt drei Monate." "Und, war die Geburt schwierig? Also ich zum Beispiel war froh als Robert endlich da war. Ich habe fast zweieinhalb Tage in den Wehen gelegen und konnte am Ende schon gar nicht mehr." "Ich will mal so sagen, viel länger hätte ich bestimmt auch nicht mehr mit gemacht. Die ersten Wehen habe ich ca. 14 Stunden vor der Geburt bekommen. William war natürlich schon zur Arbeit gegangen. Ich hatte ihn dann ein wenig später angerufen und er kam dann auf dem schnellstem Wege nach Hause. Anschließend sind wir ins Krankenhaus gefahren. So gegen 1:20 Uhr nachts war dann alles vorbei." "War William denn die ganze Zeit dabei?" "Ja, denn ohne ihn wäre ich bestimmt gestorben." "Wollt ihr denn noch weitere Kinder?" "Ja, auf jeden Fall. William hätte am liebsten drei oder vier. ...Kim ich wollte mich noch bei dir bedanken." "Wofür denn?" "Wenn du nicht gewesen wärst, hätte ich William nie gesagt, was ich für ihn empfinde und dafür wollte ich dir danken."
In der Zwischenzeit war Peter vom Einkauf zurück gekommen. Mulder war immer noch mit dem Füttern von Anthony beschäftigt, als Peter ins Wohnzimmer kam. "Hallo William. Und wenn ich mich nicht irre muss das der kleine Anthony sein?" "Hey Peter. Schön dich zu sehen." Scully hörte die Stimme von Peter und ging ins Wohnzimmer. "Hallo Peter."
Er drehte sich um und ging auf sie zu. "Hey Dana. Lass dich ansehen." "Wie ich sehe hast du Anthony schon kennen gelernt." "Oh ja und er ist wirklich niedlich. Herzlichen Glückwunsch euch beiden." "Danke Peter. Ach das hätte ich fast vergessen. Wir haben euch ja ein paar Abzüge von unseren Hochzeitsbildern mitgebracht. Ich hole sie mal eben." sagte sie und ein paar Minuten später war sie mit den Hochzeitsfotos zurück und gab sie Peter. "Schade, das wir nicht bei eurer Hochzeit dabei sein konnten." "Du hast Recht, es war wirklich schade. Aber davon, das du zu der Außenstelle deiner Firma fahren musstest und das Robert ausgerechnet zu dieser Zeit die Windpocken bekommen hat, dafür konnte ja schließlich niemand was." Anschließend setzte sie sich neben Mulder auf die Couch ,nahm vorsichtig einen Fuß von Anthony in die Hand und streichelte ihn. "Na wie sieht es aus?" fragte sie nach. "Wir sind sofort fertig, nur noch ein kleiner Schluck." Als Anthony fertig war, nahm Mulder ihn hoch, legte ihn auf seine Schulter und klopfte vorsichtig auf seinen Rücken. Nachdem er sein Bäuerchen gemacht hatte wiegte er ihn vorsichtig in seinen Armen hin und her bis er eingeschlafen war. Er sah Anthony an und grinste. "Ja mein Sohn, essen ist schon ziemlich anstrengend."
Kim kam mit dem Kaffee und dem Kuchen aus der Küche und stellte die Sachen auf den Tisch. "Wir können dann jetzt." Scully erhob sich von der Couch. "Na mein kleiner, dann wollen wir dich mal ins Bettchen legen." Mulder gab ihr den schlafenden Anthony und setzte sich anschließend an den Tisch. Scully legte Anthony vorsichtig in die Trage, um ihn nicht zu wecken und ging anschließend hinüber zum Tisch und setzte sich.
Sie waren mit dem Kaffee fertig und Kim fing an den Tisch abzuräumen als Anthony auf einmal anfing zu schreien. Scully drehte sich zu Mulder, gab ihm einen Kuss und meinte nur: "Ich geh schon." und stand vom Stuhl auf. Als sie bei ihm angekommen war, nahm sie ihn aus der Trage und wiegte ihn anschließend in ihren Armen, um ihn zu beruhigen.
Peter und Mulder unterhielten sich in der Zwischenzeit weiter. "Peter weißt du eigentlich noch, was du mir damals gesagt hattest? Wie schön es doch sei eine Familie zu haben." fragte er ihn. "Ja ich kann mich erinnern. Wieso?" "Weißt du, damals wusste ich nicht so recht wie du das meintest, aber jetzt weiß ich es. Es ist einfach unglaublich. Ich komme von der Arbeit nach Hause, schaue in das Kinderbett und was ich sehe ist mein Sohn, der mich anlächelt. Die Gefühle kann man einfach nicht beschreiben."
Mulders Blick ging zu Scully, die noch immer den kleinen Anthony auf den Armen hatte. In diesem Moment wusste er, was wirklich wichtig im Leben ist. Es war nicht mehr seine Arbeit, sondern >seine< Familie, die er über alles auf dieser Welt liebte.
The End