Disclaimer: Mulder & Scully gehören nicht mir, blah blah blah...

Autor: Svenja Frahm

Spoiler: keiner

Rating: PG

Kategorie: MSR, Mulder Tortour, Charakter Death!!

Hinhaltendes, nervendes Gelaber, bevor die Geschichte endlich anfängt: kleine Vorwarnung von mir: Bitte verzeiht mir über das durchaus sinnvoll, aber irgendwie sinnlos scheinende Gefasel am Anfang der Geschichte... aber irgendwie mußte ich das mal haben... p.s. Bitte Schreibt mir, was ihr von diesem wirren Geschreibsel haltet!!!!! SFrahm500@aol.com

Kern an Glasglocke

Lieber Schutzengel,

ich glaube, ich habe mir ein Loch gegraben in den letzten drei Jahren meines Lebens! Es wurde von Tag zu Tag tiefer. Ich habe alles drin versenkt; meinen Kummer, meine Schmerzen, meine Sorgen... Alles, womit ich Blöße gezeigt hätte, wenn ich es jemandem erzählt hätte. Ich wäre aus meiner perfekt geformten Rolle gefallen -was wäre aus der sonst so starken und religiösen, aber rationalen Frau geworden? Doch was ist sie jetzt?
Mit der Zeit wurde das Loch immer tiefer. Immer neue Sorgen fielen herab, so daß die untersten tief festsaßen und unbewußt auf den zerbrechlichen Kern darunter drückten.
Der Kern hat's nicht gemerkt, hat nur an den Schein gedacht. Der Schein vor allen - auch vor sich selbst?
Man kann versuchen, das stechende Feuer in noch mehr Feuer zu ersticken - doch wo bliebe der Effekt? Es würden bloß noch mehr Schmerzen als zuvor.
Doch das Fenster öffnen kann nur der Kern, damit der Regen die Schmerzen lindert. Leider traut sich der Kern nicht. Die Flammen sind zu groß und die Überwindung, den schweren Fensterhebel mit aller Kraft zu drücken zu groß - es fehlt die Kraft!
Doch wofür Kraft, wo du meine Glasglocke mir bereit warst Scxhutz zu bieten vor dem Feuer? Doch der Kern hat es nicht zugelassen!

Es ist so weit gekommen, daß der Kern den Glanz verlor und nun mit schwarzen Gedanken und vom Feuer geprägt zurückbleibt. Für mich ist es zu spät, um noch einen Klempner zu rufen, der meine harte Schale aufbricht - sie ist zu hart!
Verzeih mir liebe Glocke, daß ich dich mir nicht helfen ließ! Und bitte versprich mir, daß du dich um die weinende Frucht  kümmerst, von der ich, der Kern, stamme; Versprich mir auch, daß du nicht zerspringen wirst aus Kummer - ich hoffe für dich, daß du einen anderen Kern finden wirst, der unter deiner Haube blühen kann!
Verzeih mir, daß ich ein Stückchen von dir mitnahm und es dich jetzt schmerzt! Doch auch ich habe dir ein Stückchen meiner Hülle gegeben und ich hoffe, ich werde immer in deiner Erinnerung weiterleben.
Du warst immer mein Schutzengel; bewahtest mich mit deiner Hülle doch vor so vielen Gefahren. Danke für alles, was du für mich getan hast, wir waren ein prima Team! Ich hoffe, ich kann von nun an über dich wachen.
Eines zum Schluß will ich dir sagen: ICH LIEBE DICH von ganzem Herzen! Und was unsterblich ist, wird dich auf ewig lieben, meine Glocke!

Die Flammen überrollen mich und ich kann den Schmerz nicht mehr ertragen!
Vergieb mir!
Dein dich liebender Kern
 

Mit offenem Mund und von Tränen getränkten Wangen las Mulder den Brief immer und immer wieder. Obwohl es keinen Absender gab war er sich hundert prozentig sicher, daß der Brief von Scully war.

Wieso hatte sie ihn nicht ihre Schutzglocke sein lassen? Er hätte ihr bei allem beigestanden, sie getröstet, ihr zugehört und ihr geholfen, daß die Wunden schneller verheilt wären. Nun saß er in der ersten Reihe auf der Kirchenbank und starrte auf ihr Geschriebenes. Vor ihm stand ein Sarg - und er trug ihren Namen.

Der Brief war ihm heute zugestellt woder; kurz nachdem er die schreckliche Nachricht gehört hatte. Von der Brücke gestürzt und auf dem Dach eines Hauses gelandet...

In zwei Tagen würde sie beerdigt werden.

Er holte aus der rechten Tasche seines schwarzen Anzuges einen Umschlag; aus der Anderen einen Zettel. Er faltete diesen sorfältig auseinander und las die von ihm geschriebenen, mit Tränen benetzten Zeilen noch einmal durch.  

Geliebter Kern!

Warum mußtest du gehen?
Ich kann es nicht verstehen!
Warum konntest du nicht zu mir kommen, dich von mir schützen und mich die Flammen genauso ertragen lassen?
Ich werde nun doppelt so heftig von ihnen geplagt - was soll ich tun ohne dich?
Geteiltes Leid ist halbes Leid... wußtest du das nicht? So mussen wir beide unsere Schmerzen alleine ertragen - und ich wollte dir noch so vieles sagen!
Das wichtigste von allem: Ich liebe dich auch!
Und ich werde mit meiner Glocke auf dich warten, mein Kern - diesen Schutz soll kein anderer erfahren; weil ich keinen anderen so lieben werde, wie dich!
Aber ich verspreche dir trotzdem, an der Qual, einen Teil von mir verloren zu haben, nicht zu zerspringen... nicht, bevor nicht meine Zeit gekommen ist.
Deine war noch so fern!
Und ich verspreche dir auch, daß ich alle die Leute zur Rechenschaft ziehen werde, die an deinem Loch mitgegraben haben!

Deine dich liebende
  Glasglocke
 

Mulders Tränen befeuchteten auch den Umschlag, als er beide Zettel nahm und sie hineinschob; dann stand er auf und ging zu der Sagr, der auf einem Tisch aus
wunderschönen Blumen gebettet war.

Ein letztes Mal warf er einen Blick in das leblose Gesicht der Frau, die er über alles geliebt hatte... warum hatte er es ihr nicht schon früher gesagt?

Mulder mußte wieder schluchzen - und das Gefühl, ebenfalls in ein Loch zu stürzen, bahnte sich in ihm an. Der Regen, der gegen die majestätischen Fenster der herrlich aufgemachten Kirche prasselte passt egenau in dieses Bild.

Schnell schob er den Umschlag unter ihre steifen Hände, die auf ihrem Bauch gefaltet eine Blume hielten. Danach verließ er einlig die Kirche und dachte traurig an die schöne Zeit zurück, die er mit ihr verbringen durfte.
Sie muß ein Geschenk des Himmels; ein Engel gewesen sein, dachte er. Sie war die einzige gewesen, die ihm je als Freundin und Verbündete zur Seite gestanden hatte... sie hatte seine Qualen erlitten... und jetzt hatte der da oben sie wahrscheinlich wieder zu sich geholt; ihre Mission war erfüllt!

ENDE

                     - Story completed 12/5/1999 -