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MSR, Character death
Hmmm. ..PG-13 schätze ich. Und: Taschentuchwarnung!
Redux, Closure, One Breath, ein bisschen Little Green man
Sie gehören nicht mir, sondern meinem Guru CC,Fox,1013,etc...
Crash! Boom! Bang! ist ebenfalls nicht meine Erfindung, sondern ein Song von Roxette *schulterzuck*
Diese Story ist für dich, A-d, auch wenn du kein XFan bist. Wenn wir uns nicht gestritten hätten wär ich nie in der Stimmung gewesen Mulder & Scully so was anzutun...*gg*
Das ist meine erste FF, also schreibt alles auf was euch dazu einfällt (außer vielleicht zu heftiger Kritik...)und schickt es mir! Maike_X@txf.de

 

Crash! Boom! Bang!

Trinity Hospital, Providence, Rhode Island
1.40 a.m.

'Warum sie?' Das war die Frage, die ihn wach hielt. Seit fast 4 Stunden saß er schon hier in diesem Krankenhaus und fand keine Ruhe. Mit einem kaum hörbaren Seufzen erhob sich Mulder aus seinem Stuhl und trat an ihr Bett. Scullys Bett. Sie sah aus wie damals nach ihrer Entführung, mit all den Schläuchen und Maschinen um sie herum, doch heute sah Mulder sie mit anderen Augen. Seit der Entführung seiner Schwester 1973 war Mulder von Alpträumen geplagt worden, aber vor ein paar Monaten, als er ("Wir" hielt Mulder dagegen "Scully und ich...") das Rätsel um Samanthas Verschwinden gelöst hatte, war ein neues Element zu seinen nächtlichen Torturen hinzugekommen. Er träumte nicht mehr von dem grellen Licht, den Anschuldigungen seines Vaters, Sams schreien...Scully hatte sich in seine Träume geschlichen. Doch er sah sie nicht so stark und kontrolliert wie im Büro: Sie starb.Auf die unterschiedlichsten und brutalsten Weisen. Und noch eine Konstante gab es in Mulders Träumen - es war seine Schuld.
Als Scully nun in ihrem Krankenbett vor ihm lag wurden seine schlimmsten Alpträume schlagartig real. Es *war* seine Schuld. Mulder kniete vor ihrem Bett nieder ,weil er seinen zitternden Knien nicht länger traute. Er griff nach ihrer Hand, aus der die Infusionsnadel ragte und hielt die Tränen nicht länger zurück.

 
Route 1 North, CO
5 Std. zuvor

Fox Mulder zögerte einen Moment, dann lehnte er sich in seinem Sitz vor und drosselte die Heizung. Im Moment war ihm die Temperatur eigentlich herzlich egal - er suchte nur eine Möglichkeit, seine Hände zu beschäftigen, die nun nervös das Lenkrad kneteten. Endlich hatte er sich getraut Scully seine Gefühle anzuvertrauen. Naja, zumindest fast. 'Wenn ich nicht schon wieder in letzter Sekunde wie ein Feigling kneife!' fluchte Mulder innerlich .Ein Blick zu Scully, die neben ihm auf dem Beifahrersitz saß, vertrieb seine Unsicherheit. Ja, er würde es tun. Bald. Er hatte Scully nach ihrem letzten Fall in New Haven, Connecticut zum Essen eingeladen, und alles war so gelaufen wie er es sich immer vorgestellt hatte. Es war ihnen sogar gelungen nur ein paar mal über ihre Arbeit zu sprechen. Außerdem... "Mulder?" Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass Scully ihn schon eine Weile beobachtete. "Es ist spät und ich habe morgen noch einen Termin...Was hast du mit mir vor?" Mulder hielt den Blick stur auf die Strasse gerichtet, weil er wusste, dass Scully ihn sofort durchschauen würde, könnte sie ihm nur in die Augen sehen. "Geduld, Scully, Geduld..." war alles, was aus ihm herauszubekommen war.

 
Route 1 South, CO
8.45 p.m.

`Willkommen in Connecticut!` Jack Robinson warf dem Schild am Straßenrand ein müdes Lächeln zu und drückte mit einem Blick auf die Uhr das Gaspedal durch. Er war schon seit 11 Stunden mit seinem Truck unterwegs und hatte noch über 100 Meilen vor sich. Schöne Aussichten...Leise fluchend versuchte Jack den Truck grade zu halten, als dieser leicht ins Schlingern geriet:" Komm schon, meine Süße, reiß dich zusammen!" Er riss das Lenkrad nach rechts, verließ die vereiste linke Spur und hatte wieder die Kontrolle über den Wagen.

 
Route 1 North, CO
8.50 p.m.

Scully hatte sich seit ein paar Meilen nicht mehr gerührt und ihr Partner sah verstohlen zu ihr hinüber. Sie schien sich mit den Tatsachen abgefunden und es auf Mulders Dickschädel geschoben zu haben. Mulder lächelte stumm vor sich hin. Er hatte alles genau durchdacht und es würde funktionieren, da war er sich ganz sicher. Schon beim Essen meinte er, etwas neues in ihren Augen gesehen zu haben, ein Schimmern, das wirklich schwer zu deuten war .Selbst für ihn,der sonst ganze Autopsieberichte in ihren Augen lesen konnte, ohne das auch nur ein Wort zwischen ihnen gewechselt wurde. Er hatte allerdings schon eine Ahnung, was dieser Blick bedeuten könnte. Vielleicht...'Mulder, manchmal möchte man so gerne glauben das man irgendwann einfach das sieht, was man sehen möchte' hörte er Scullys Stimme klar und deutlich in seinem Kopf, aber er schob sie noch immer lächelnd fort. Zumindest wusste er, dass Scully ihn nicht so einfach zurückweisen würde, nicht heute Nacht. Sie waren schon lange gute Freunde, aber gelegentlich, wenn Scully ihm einen Blick hinter ihre reservierte, beherrschte Fassade gewehrte wusste er, dass sie beide zu mehr fähig waren. Falls er den Schimmer in ihren Augen richtig gedeutet hatte...falls sie genauso empfand wie er. Diese Zweifel und die Angst ihre Freundschaft zu zerstören hatten ihn bisher davon abgehalten mit ihr darüber zu sprechen, aber er ahnte, dass er es bald tun musste. Darum hatte er sie hierher eingeladen. Sein Ziel war ein Ort, von dem nur zwei Menschen wussten. Er und...Samantha. Es war ihr altes Baumhaus, der Ort den sie als Kinder aufgesucht hatten um in Ruhe Stratego zu spielen oder sich Geheimnisse anzuvertrauen. Er wusste, dass Scully es verstehen würde, wenn er sie an diesen Ort führte. Was das für ihn bedeutete. Sie war die einzige die ihn nach Sam überhaupt noch verstanden hatte. Sacht glitt seine Hand in seine Manteltasche und strich unauffällig über die Schachtel mit dem schlichten. silbernen Ring darin. Sie würde ihn verstehen.

 
Route 1 South, CO

Jack zwang sich, den Blick nicht von der Strasse zu nehmen. Sein Kaffe war trotz der Thermoskanne schon vor Boston kalt geworden und er konnte sich kaum noch darauf konzentrieren seinen Truck gerade in der Spur zu halten. Er beschloss, sich ein wenig über die Geschwindigkeitsbegrenzung hinwegzusetzen und beschleunigte auf 90 m/ph. Um diese Zeit waren ohnehin nur Berufsfahrer auf der Strasse, und selbst von denen hatte er seit den letzten 15 Meilen keine mehr gesehen. Seufzend drosselte Jack die Heizung. Die Kälte würde ihn wach halten.

Route 1 North, CO

'Noch 2 Ausfahrten...' Je näher sie ihrem Ziel kamen, desto mehr schwand Mulders anfängliche Ruhe. Er spürte deutlich Scullys Blick auf ihm ruhen, aber er ignorierte ihn, versuchte es zumindest und hielt die Hände um das Lenkrad verkrampft bis seine Fingerknöchel weiß hervortraten. "Mulder?" Er reagiert nicht. Auch Scully schwieg, doch sie musterte ihn mit wachsender Besorgnis. Dann legte sie ihm vorsichtig eine Hand auf den Arm. "Was ist los, Partner?" Mulder seufzte geschlagen.
"Was meinst du?" Ihr Blick zeigte ihm, dass sie ihm nicht glaubte."Ich werds dir später erklären. Du hast mich ganz schön verwirrt heute Abend, Scully, weißt du das?" Seine Stimme klang ernst, aber Scully wusste, dass er es nicht so meinte. Nach einer Weile bemerkt Mulder wie sie resignierte und den Blick von ihm abwand und hoffte inständig, dass sie nicht bemerkt hatte wie er die Luft anhielt. Er wollte Scully um keinen Preis mit seiner Geheimniskrämerei verärgern, denn ein Streit mit ihr würde seine momentane Entschlossenheit ziemlich leicht ins Wanken bringen können...
Mulder erwachte aus seinen Befürchtungen als er ein helles Licht durch die Windschutzscheibe fallen sah. Sein erster Gedanke galt den Lichtern eines UFOs, doch dann wurde ihm schlagartig klar, was da auf ihn zukam. Panisch zerrte er das Lenkrad nach rechts.

Route 1 South, CO

Etwas rumpelte unter ihm, und sofort schreckte Jack wieder hoch. Die Schrecksekunde blieb
aus, augenblicklich registrierte er die Situation: Er war hinter dem Steuer eingedöst, der Truck fuhr mittig auf der Strasse – raste mit über 90 m/ph auf einen PKW zu.
Jack riss am Lenkrad, aber er hatte nicht mit den glatten Strassen gerechnet.
Der Truck zog quer und schoss mit dem Führerhaus voran auf den Wald neben der Strasse zu. Unsanft schlug der Fahrer mit dem Kopf gegen die Seitenscheibe und verlor das Bewusstsein.
Der Wagen raste weiter seitlich über die Strasse, den Anhänger mit ungeheurer Wucht hinter sich herziehend.

Trinity Hospital, Providence, RI
1.53 a.m.

Immer wieder ließ Mulder die Bilder vor seinem geistigen Auge ablaufen. Er konnte nichts dagegen tun, es verfolgte ihn geradezu. Wenn er die Augen schloss blitzten einzelne Szenen auf, so klar und deutlich, als hätten sie sich für immer in seine Netzhaut eingebrannt.
.
Das grelle Licht, das ihn blendete.
Die Wälder um ihn herum, die ein Ausweichen seinerseits unmöglich machten.

Dann eine Weile gar nichts, er musste wohl kurzzeitig das Bewusstsein verloren haben.

Die Rettungskräfte, die den leblosen Körper des Truckers auf einer Bare zum Krankenwagen trugen.

Ein Bild jedoch ließ ihn keine Sekunde los, hielt ihn gefangen in den Schrecken der letzten Stunden – ein Meer von Blut, rotes frisches Blut, Scullys Blut.
Es war einfach überall, durchnässte die Fußmatten im Wagen, rann über die Sitze, klebte – nicht nur sinnbildlich – an seinen Händen.

Hinter Mulder öffnete sich die Tür des Krankenzimmers, doch er bemerkte es kaum.
"Mr. Mulder?" klang eine monotone Stimme herüber. Er reagierte erst, als sich eine kalte Hand auf seine Schulter legte. Stumm fragend sah er zu dem Arzt auf. Nicht das es wirklich etwas zu fragen gäbe.
"Wir haben grade Ms Scullys Werte überprüft...Wissen Sie über ihr Testament bescheid?"
Mulder nickte nur. Natürlich. Schweigend sah er zu, wie der Arzt zu Scullys Bett hinübertrat und das Beatmungsgerät entfernte. Er ließ die Monitore laufen, aber Mulder war klar, dass er alle lebenserhaltenden Maßnahmen abstellen würde.
Nachdem der Arzt den Raum verlassen hatte trat Mulder ein letztes Mal an ihr Bett.
Sein Blick wich stur der geraden Linie auf dem Bildschirm aus – er spürte auch so wie es um seine Partnerin bestellt war.
Für einen Moment sah er nocheinmal in ihr wunderschönes Gesicht und hatte das Gefühl, sogar das klare, tiefe Blau ihrer Augen sehen zu können.
"Verzeih mir." ,hauchte er, drehte sich um und verließ das Krankenhaus.

Quonochontaug, RI
2.47 a.m.

Das Baumhaus lag noch immer still und verlassen da, so wie er es hinterlassen hatte.
Mulder wischte sich die Tränen aus den Augen und stützte sich mit einer Hand an dem dicken Stamm der Eiche ab, um zu Atem zu kommen. Er wusste nicht wirklich was er hier machte, aber irgendetwas hatte ihn hier her getrieben, hatte ihn mit durchdrehenden Reifen vom Hof des Krankenhaus fahren lassen und ihn dazu gebracht, wie ein Wahnsinniger durch den Wald zu laufen, bis er die Stelle fand. Trotz des feuchten Schleiers in seinen Augen hatte er keine Mühe gehabt, hierher zu gelangen. Mulder richtete sich auf und begann, die hölzernen Stufen zum Haus hinauf zu steigen. Oben angekommen hatte sich seine Atmung wieder beruhigt, sein Puls ging gleichmäßig und er hatte sogar ein wenig innere Ruhe wiedergefunden.
Hier war es, hier hatte er endlich ehrlich zu sich selbst und zu Scully sein wollen. Hier wollte er mit ihr... eins werden. Es gab nur einen Weg, das war ihm nun klar.
Ohne zu zögern zog Mulder die Smith & Wesson aus dem Holster und betrachtete die Waffe, als würde ihm jetzt erst klar, was genau er damit vollbringen könnte.
Er würde wieder zu Scully finden.

Ein lautes Knallen hallte durch den Wald. Ein Vogel stieg, aufgeschreckt durch das Geräusch, zum Himmel empor. Erste Sonnenstrahlen vielen durch das Dickicht.