Titel: Black
Autor: DAS WoD
Kontakt: Marion.Death@t-online.de
Kategorie: Angst, Character Death UND, ich bin ganz fertig auch das eingestehen zu müssen, MSR
Rating: PG-13
Spoiler: TINH, der Zirkus
Short-Cut: Er wiegt sie wohlig, doch er ist anders, wie ein Echo aus der Vergangenheit, das er zurückließ, um ihr Halt zu gewähren.
WoDs Geständnis: So, ich habs getan…eigentlich schon vor Ewigkeiten, genaugenommen nachdem ich das Kaufvideo zu "This is not happening" gesehen hatte…und die FF-Welt von diesen ganzen "Mulder ist tot und Scully plärrt sich die Augen aus"-Geschichten überrollt wurde…keine Ahnung was mich damals gepackt hat, aber ich habe auch eine geschrieben *gg* Nach den Überredungskünsten einer Menge ehrenvoller Leute, habe ich mich schließlich auf die Suche nach dem Heft begeben, in das ich sie geschrieben hatte und es (halleluja oder auch ned…) gefunden! Dies hier ist also die abgetippte Version dessen. Ich habe mich mal dazu gezwungen nichts daran zu verändern…Ich hoffe, sie gefällt euch wenigstens ein bisschen…denn offiziell ist sie nur eine Fallstudie eines NoRomo auf Abwegen (Zitat Woody). Viel Spaß! J
Sie sitzt hier, einsam und verlassen; nicht zu einem vollendbaren Gedanken fähig. Ihre starren, von Hilflosigkeit zerfressenen Augen starren zum Fenster hinaus. Sie sieht die Sterne, wie sie sich auf ihrer Netzhaut reflektieren, wie sie verglühen; verglühen wie er. Sie zittert, Tränen rollen ihre Wangen hinab. Kalt und unkrontrolliert. Immer wieder sieht sie auf ihre Hände hinab, die sich anfühlen wie gebrandmarkt. Sie fühlt immernoch die Kälte, die sie durchströhmt hat, als es ihr bewusst geworden war. Leise, farblose Bilder ziehen an ihr vorbei. Sie sieht sich, wie sie über das Gras rannte, blanke Panik in ihr. Sie hört ihren rasselnden Atem, der ihr langsam die Kehle zuschnürte. Sie sieht IHN
Vorsichtig wanderten ihre Augen über seinen Körper. Halb in einer Decke eingewickelt lag er dort. Bewegte sich nicht. Etwas bohrte sich langsam in ihre Seele, in ihren Verstand. Etwas, das sie nichtmehr klar denken ließ. Wie in Trance beugte sie sich hinab, berührte seine Wange, streichelte ihm wie schon so oft durch sein verschwuscheltes Haar. Doch es war anders, ihre Hände erfroren. Tief in ihrem Inneren spürte sie, dass es nicht er war, den sie berührte. Er war kalt. Es war nur seine Hülle. Er war tot…
Ihr gesammter Körper schien von einer Sekunde auf die andere zu sterben. Ihre Seele begann zu rebellieren, wollte gehen- mit ihm. Sie fühlte das Band; das Band zwischen ihnen, welches langsam zu zerreißen begann. Sie sprang auf. Von einem Gedanken der Hysterie gepackt rannte sie hinab, seine Stimme in ihren Ohren, seine Hände auf ihrer Haut. Sie sah sein Lächeln, sie sah seine haselnussbraunen Augen, die in ihre blickten, die ihre Seelen vereinten.
Ihre Augen reißen auf, treten aus ihren Höhlen hervor, als sie merkt, dass sie nicht mehr fähig ist zu weinen- weiterzudenken. Sie zittert nur noch. Ihre Fingernägel bohren sich in das Leder der Couch. Sie weigert sich innerlich, sich an mehr zu erinnern. Sie will nicht noch einmal fühlen, wie das Band in ihrem Inneren zerreißt.
Langsam, so unendlich langsam streicht sie über die Couch. Immer wieder…beugt sich hinunter, wird von seinem Geruch eingenommen. Er wiegt sie wohlig, doch er ist anders. Wie ein Echo aus der Vergangenheit, welches er zurückließ, um ihr Halt zu gewähren.
Doch die Kälte in ihrem Herzen verschwindet nicht.
Sie springt auf, dreht die Heizung so weit auf, wie nur möglich. Sie presst ihre Hände dagegen, doch sie bleiben wie erfroren. Sie spürt nicht, wie sich Brandblasen an ihren Händen bilden. Sie spürt nichts, nur die Kälte, die Lehre in ihr. Sie reißt sich los, wandert durch die leere Wohnenung, von Sinnen. Vor der Schlafzimmertür verharrt sie. Sie hat Angst. Angst davor, ihn darin zu sehen, sein Echo. Sie erinnert sich plötzlich an ein Ritual, von dem er ihr einmal erzählt hat. Seit seine Schwester verschwunden war, war er immer mit geschlossenen Augen in sein Zimmer gegangen und hatte gehofft, sie würde vor ihm stehen, wenn er sie wieder öffnete. Sie lächelt. Eine einzelne Träne bahnt sich den Weg ihr Gesicht hinab. Sie tropft auf den Boden, als sie ihre Augen schließt und die Tür öffnet. Vorsichtig betritt sie das Zimmer. Wieder steigt dieser unendlich warme Duft in ihre Nase. Sie lächelt, ist sich für einen Moment sicher ihn zu fühlen und öffnet hoffnungsvoll die Augen. Doch da ist…nichts. Nur dieser Raum, der der Auslöser gewesen war. Die Hoffnung, das Glück zerrinnt in ihren Händen, wird vom Wind der Zeit fortgetragen, fort zu ihm, zu ihren Erinnerungen.
Sie sieht auf das Bett hinab, sieht ihr vergangenes Ich darauf sitzen.
Sie sah ihn an, ein Lächeln bildete sich auf ihrem Gesicht. Er lächelte zurück und ließ sich langsam neben sie auf das Bett fallen. Sie verharrten in dieser Position, sahen sich nur an. Vor ihren Augen bilden sich plötzlich seine, erfüllt von etwas, das sie nicht zu deuten wagte.
Ihr Körper erfüllte sich mit etwas unberechenbarem. Sie spürte wie seine Hand langsam, fast schüchtern ihren Hals hinaufwanderte, über ihre Wangen glitt und schließlich in ihrem Nacken verharrte. Zärtlich strichen seine Finger über ihre Haut, lößten jedes Mal aufs Neue wohlige Schauer aus, die wie Wellen durch ihren Körper flossen. Je mehr er sie berührte, je mehr sich der Ausdruck in seinen Augen als Verlangen, als Liebe offenbarte, desto mehr näherte er sich ihr. Sie konnte seinen Atem bereits spüren, fühlte wie er ihre Lippen streifte. Sie erschauderte, als sie ihre Augen schloss und nur wenige Sekunden danach fühlte sie seine warmen Lippen auf den ihren.
Keuchend öffnet sie ihre Augen. Zuckt zusammen, springtz zurück. Die Kälte ist wieder da, er ist fort. Sich schüttelnd lässt sie sich auf das Bett fallen. Ihr Atem rasselt. Eine seltsame Erregung durchflutet sie. Sie erinnert sich an etwas, das ihr vor Ewigkeiten einmal jemand gesagt hatte. Sie muss fast lachen, als sie daran denkt. Sie liegt dort, weiß, dass ein Teil ihrer selbst tot ist und der Rest ihm unaufhaltsam folgen muss. Vor Erregung vibrierend zieht sie ihre Waffe aus dem Halfter und betrachtet sie. Dreht sie in ihren eisig kalten Händen. Langsam lässt sie sie zu ihrer Schläfe hinaufwandern., verharrt dort und sieht sein Bild vor ihren Augen. Sie hätte fast danach gegriffen, hätte es sich nicht in Luft aufgelößt. Wellen der Angst und gleichzeitig der Erleichterung schießen durch ihren Kopf, als sie abdrückt. Den Schmerz fühlt sie nichtmehr. Nur noch das warme Blut, dessen Geruch sich mit seinem vermischt. Schwarz. Was ist sie gewesen?