Titel:
A sence of occation
Author:
Jumago
Kategorie:
MSR/softe NC-17
Disclaimer:
Sie gehören Chirs Carter, leider nicht mir......
Spoiler:
Season 8
Short introduction:
Also, ich habe mich immer gefragt wie Scully mit Mulders Tod
umgegangen ist
Was fühlte sie?
Wovor hatte sie am meisten Angst?
Tja... das kam dabei raus.
Und eins führt
zum anderen!!!
A
sense of occasion
Es war einer
jener eiskalten Wintertage, an denen der graue, sonnenlose Himmel
und die kahlen Bäume, die ihre nackten Äste stumm in den Himmel
empor streckten, die Welt so leer und tot erscheinen ließen,
dass es einem das Leben auszusaugen schien. Unbeweglich
standen sie dort. Alte, stumme Zeugen, so, als wachten sie über
die letzte Würde der Toten
Die Bestattung
selbst verlief in einem schlichten, einfachen Rahmen. Nur ein
paar Freunde. Er war der Letzte der Mulders gewesen. Sonst gab es
niemanden mehr. Er hätte es so gewollt.
Der eisige
Hauch des Winters blies Scully ins Gesicht, drang ihr bis ins
Mark. Schweigend wölbte sich der graue, schmutzige Himmel über
ihnen. Doch ungeachtet des Frostes verharrten sie an seinem Grab.
Es war bitterkalt. Die Kälte des Winters hielt immer noch an.
Die Temperaturen bewegten sich noch immer im Minus - Bereich. Der
leichte Wind wirbelte ab und zu eine Schneeflocke auf.
Sanftes Weiß bedeckte die anderen Grabstätten wie ein großes
Laken. Der Frühling würde es dieses Jahr schwer haben, sich
gegen den Winter durchzusetzen.
Bei der
Trauerfeier trug sie schwarz. Ein schwarzes Kleid und einen
schwarzen Mantel. Ihre Handschuhe steckten in ihren
Manteltaschen. Sie fühlte die Kälte nicht. Sie fühlte nur den
nagenden Schmerz. Das Warum, das sengend an ihr
fraß. Sie weinte nicht. Sie hatte bereits so viele Tränen
vergossen, dass ihr keine mehr blieben. Wer war sie eigentlich?
Eine werdende Mutter mit 36 Jahren und einem Herzen, das in
Tausend Stücke zersprungen war, so dass sie sich fragte, ob sie
für den Rest ihres Lebens die Splitter in ihrer Seele fühlen
würde. Der Schmerz und der Schock über das Unfassbare hatten an
ihren Kraftreserven gezerrt und sie meinte, ihre Beine müssten
jeden Moment unter ihr wegknicken. Doch auch wenn sie jegliches
Gefühl für Raum und Zeit verloren hatte, hielt sie durch.
Irgendwie.
Nach der
Beerdigung zog sie das Kleid aus. Sie stopfte es in einen Beutel,
für die Altkleidersammlung. Sie wollte es nie
wiedersehen.......
Tage zuvor!
Obwohl sie es
mit ihren eigenen Augen sah, weigerte sich Special Agent Dana
Scully es zu glauben. Sie glaubte es nicht. Nicht eine Sekunde
lang. Obwohl sie in dem Moment, als sie den reglos da liegenden
Körper Mulders sah gefühlt, gefürchtet hatte, dass bereits
jede Hilfe zu spät kommen würde. Sie schickte lautlose Gebete
gen Himmel. Wiederholte bittend die Worte im Geiste, immer
wieder: Nein, Nein, Mulder!
Sie kniete
nieder, legte ihre zitternde Hand auf seine kalte, kalkweiße
Wange und mit der Erkenntnis kam der Schmerz. Eine eiskalte Hand
griff nach ihrer Kehle und ein scharfer instinktiver Strahl der
Angst durchzuckte sie. Scullys Körper schien plötzlich von
einer Eisschicht umhüllt zu sein. Innerhalb von Sekunden gefror
das Blut in ihren Adern und ihr Gesichtsausdruck wurde stumpf und
ausdruckslos. Oh Gott...hilf mir, lass es nicht wahr
sein.
Im fahlen Licht
der Taschenlampen sah man in den Augen der rothaarigen Agentin
das gläserne Entsetzen. Ihr Herz begann unkontrolliert zu
hämmern und sie hatte Mühe zu atmen, als ihr Verstand
realisierte, was sie sah.
Mulder konnte
nicht tot sein! Er durfte nicht tot sein! Er war jung und gesund.
Das alles widersprach jeglicher Logik, spottete jeder
Wissenschaft. Aber wie sollte das Unmögliche, das Undenkbare
auch erklärbar sein? Verzweiflung lies ihre Hände beben und sie
ballte sie zur Faust. Sie schien die Kontrolle über sie verloren
zu haben, genauso wie über ihr Leben.
Es
darf nicht wahr sein.....
Mit zitternden
Händen richtete sie den Blick auf Mulders Gesicht, seine
blutleeren Lippen, ehe sie zurückwich und losrannte.
Sie zögerte
nicht, begann instinktiv zu laufen, warf jedwede Vernunft über
Bord - wie immer - wenn es um Mulder ging.
Stur ignorierte
Scully die ihr nach hallenden Rufe, Es sei zu spät.
Was wussten die schon.
Sie stürmte in
die Dunkelheit, stolperte durch das Unterholz und hörte dabei
ihr eigenes Schluchzen. Spürte wie jeder Atemzug wie Säure in
ihrer Kehle brannte. Die aufsteigende Panik hetzte sie wie einen
Hasen durch die pechschwarze Nacht.
Dann sah sie
das Licht am Himmel. Nein!
Die Agentin
rannte zu den spärlich beleuchteten Hütten zurück, als sei der
Teufel persönlich hinter ihr her. Eine Ahnung? Ein Gefühl? Ihr
Herz raste. Scully suchte verzweifelt den einzigen Mann auf
dieser gottverdammten Welt, der ihr noch helfen konnte, der
Mulder noch helfen konnte. Jeremiah.
Doch sie kam zu
spät. Die hatten ihn bereits mitgenommen.
Mit diesem
endgültigen Aus, das sie wie eine Lawine
überrollte, sank sie verzweifelt auf die Knie, brach zusammen
wie ein Kartenhaus und ihr Schrei zerschnitt die Dunkelheit. Nein!
Nein! Nein.
Nur ein Fehler.
Eine falsche Schlussfolgerung und alles hatte sich für immer
verändert. Nächtelang hatte sie danach wachgelegen, gebetet und
geflucht. Hatte all Ihre Kraft und Ihren Glauben investiert, um
Mulder zu finden. Vergeblich. Verdammt.
Warum hatte er
nur versucht dieses UFO zu finden? Wieso hatte sie ihn nicht
zurückgehalten? Sie hätte bei ihm bleiben und ihn davon
abhalten sollen. Und insgeheim verfluchte sie Mulder dafür, dass
er sie allein zurückgelassen hatte, dass er ihr das angetan
hatte - allein zu überleben. Jetzt war es definitiv zu
spät. Alle Möglichkeiten ihm noch zu helfen, waren
ausgeschöpft. Sie war zu spät gekommen. Nur ein einziger,
klarer Augenblick und der Mann, den sie liebte, der Mann, dem sie
bedingungslos vertraute, der Vater ihres ungeborenen Kindes,
lebte nicht mehr. Tod und Leben lagen entschieden zu nah
beieinander.
Verdammt!
Verdammt! Verdammt!
Gibt
es jemanden, den Sie anrufen möchten? Die
Ironie dieser Worte schlug ihr wie eine Hand ins Gesicht.
Wen außer
Mulder sollte sie denn anrufen? Er war ihre Familie, ihr Freund,
ihr Leben.
Die anwesenden
Agents, Doggett, Reyes und Skinner, redeten über Details, welche
kaum zu ihr hindurchdrangen, über Möglichkeiten. Und...sie
sprachen Scully ihr Beileid aus.
Es tut
mirLleid...
Sie hatten ja
keine Ahnung. Keine Ahnung. Das Leben war vorbei. Ihre Welt nicht
mehr dieselbe. Bisher hatte sie wenigstens noch die Hoffnung. Ihr
Herz zerbrach wieder und wieder. Warum nur? Warum taten Die
ihr das an?
Dann gingen
sie. Alle. Und sie blieb in ihrem Apartment zurück. Allein - wie
immer.
In dem
Apartment, wo sie so oft gemeinsam gesessen, geredet und sich
geliebt hatten.
Der Aufruhr war
vorbei und es herrschte wieder Stille. War es hier jemals so
still gewesen? Die rothaarige Frau konnte ihren eigenen
Herzschlag hören, das Summen der sich einschaltenden Heizung und
das Tröpfeln des einsetzenden Regens aus der Dachrinne.
Dann, nach
scheinbar endlosen Minuten, nahm Scully ihr eigenes Wehklagen
wahr, als sie vor der Tür ihres Schlafzimmers zusammenbrach. Die
Hände vor dem Gesicht gefaltet, die Augen starr ins Nichts
gerichtet, taumelte sie mit dem Rücken gegen die Holztür und
rutschte langsam zu Boden. Vor ihren Augen verschwamm alles, also
schloss sie die Lider. Sie fühlte sich wie betäubt und fing an
zu zittern.
Ihre Welt lag
in Scherben. Seitlich zusammengerollt, die angezogenen Knie an
die Brust gedrückt, lag sie da. Sie weinte nicht, noch nicht.
Ihre Tränen waren in ihrem Inneren zu einem harten, heißen
Knoten verdichtet. Der Schmerz war zu groß, um weinen zu
können. Sie konnte nur da liegen und diese hohen, klagenden
Laute ausstoßen. Sie hätte, weiß Gott, Trost gebraucht. Vor
allem für diese kommende Nacht. Morgen war ein neuer Tag, den
sie irgendwie überstehen würde. Aber heute Nacht wäre sie
gerne im Arm gehalten und getröstet worden. Warum nur?
Mulder...!
Es war bereits
dunkel, als sie sich schwankend und zitternd wieder auf die Beine
kämpfte. Mulder. Immer wieder Mulder. Ihr Innerstes schrie
seinen Namen wieder und wieder. Dann die Stimme der Vernunft.
Sie musste an
ihr Kind denken, Mulders Kind. Sie musste sich beruhigen.
Oh Gott! Oh
Gott, wie sollte sie es seinem Sohn jemals beibringen? Dieser
Gedanke jagte ihr Angst ein.
Nicht daran
denken. Sie schlang die Arme um sich und wiegte sich hin und her.
Denk jetzt nicht daran. Wenn du daran denkst, wirst du
zerbrechen. In eine Million kleine Teile zerspringen, die man nie
wieder zusammenfügen kann. Vernunft...ja, sie würde es mit
Vernunft versuchen. Sie konnte ihn jetzt nicht mehr zurückholen,
auch wenn sie alles dafür gegeben hätte. Es war zu spät.
Das Kind
brauchte sie. Brauchte sie jetzt. Hatte nur noch sie.
Damals war ein
Kind keine Option mehr in ihrem Leben gewesen. Unfruchtbar
lautete die niederschmetternde Diagnose. Und doch...Wunder gab es
immer wieder. Das Kind, das es nie hätte geben sollen, wurde ihr
Kind. Es wuchs in ihr wie eine Blume, die nur sie allein sehen
und fühlen konnte. Die nur sie allein kannte. Und je größer es
wurde, desto größer und heftiger wurde ihre Liebe zu ihm. Das
Kind, ihr Sohn, Mulders Sohn, brauchte sie. Sie würde ihn mit
all ihrer Kraft beschützen.
Sie würde
einen Sohn haben. Ein Kind, das ein Teil von ihm und ihr war.
Jemanden, den sie lieben konnte. Sie würde nicht wieder alleine
sein. Sie würde nie wieder alleine sein.
3
Sie kämpfte
den heißen, harte Knoten zurück. Nahm ihre Umgebung nur wie
durch einen dichten Schleier wahr. Verwackelt, mit unscharfen
Konturen. Hörte ihre eigenes klagendes, aufkeimendes Schluchzen
wie aus weiter Ferne. Fühlte ihre bebenden Arme, die sich
schützend und mitfühlend um sich und ihr ungeborenes Kind
legten.
Wie in Trance
wanderte sie durch die Zimmer. Taub und eiskalt. Ein dumpfer
Schmerz marterte ihren Kopf. Sie sperrte die Tür ab, schloss
alle Fenster, ließ aber das Licht brennen. Dann schloss sie sich
im Badezimmer ein.
Am ganzen Leib
zitternd saß sie, die Augen mit ihren bebenden Händen bedeckt,
in dem heißen Wasser. Dann, ganz langsam, kamen endlich die
erlösenden Tränen...und sie weinte. Weinte und weinte.
Eng
zusammengerollt lag sie anschließend auf ihrem Bett. Der Raum
war voller Mondlicht und Schatten. Scully konnte einfach nicht
schlafen. Ihr Kopf dröhnte, vielleicht war es auch ihr
verwundetes Herz, das wie eine Faust gegen ihre Rippen schlug.
Sie konnte nicht mehr klar denken. Es hatte sie komplett
überschwemmt, in dem Augenblick, als sie vor seiner Leiche
kniete. Schmerz, Fassungslosigkeit, Zorn und das alles so
intensiv, so plötzlich, dass ihr schwindlig wurde. Sie würde
nie wieder vergessen wie dieser Wahnsinn sich anfühlte.
Ein heftiges
Gefühl nach dem anderen überfiel sie, machte sie schwach und
zittrig. Es tat weh, so weh. Ein schneller, scharfer Schmerz
durchfuhr ihr Herz und ließ jeden Nerv in ihrem Körper
vibrieren. Mulder!
Dana schloss
die Augen und betete, dass diese Nacht endlich vorübergehen
möge.
Sie überlebte
es. Das Leben ging weiter. So oder so. Scully überschüttete
sich mit Arbeit, Daten und wissenschaftlichen Fakten. Damit
konnte sie umgehen. Solange es etwas Konkretes zu tun gab, hielt
sie durch. War stark. Beschäftigung war die einzige
Möglichkeit, um nicht ständig zu grübeln. Das tat sie nachts,
wenn sie alleine war. Unter heißen Tränen verfluchte sie ihr
Schicksal. Dachte nach, über sich, ihren ungeborenen Sohn,...und
über Mulder. Nach außen hin war sie stark. Doch ihr Herz war
eine große, klaffende Wunde. Manche Menschen mochten ihren Hang
zur Perfektion als Makel ansehen, vor allem dann - oder
vielleicht besonders dann - wenn sie ihrer Begeisterung für die
Wissenschaft nicht folgen konnten. Die Agentin selbst empfand
diese Gabe eher als ein Geschenk. Besonders jetzt.
Ihre Mutter,
Agent Doggett, Agent Reyes, Die einsamen Schützen
und auch Skinner. Sie alle kamen. Sie war ihnen eher dankbar für
die Ablenkung als für die Anteilnahme. Für sie gab es ohnehin
keinen Trost. Mulder war tot. Ein Schatz, den sie verloren hatte.
In der ersten
Zeit nach seinem Tod hatte sie alle Hoffnung fahren lassen, dass
sie jemals wieder ihr inneres Gleichgewicht erlangen würde. Sie
war gezwungen Es zu begreifen. Es zu begreifen und zu
realisieren, wie damals die Tatsache, dass da doch mehr war als
Freundschaft und Partnerschaft, so viel mehr.
Es kam aus
heiterem Himmel. Unvorbereitet. Zu überraschend für Scully, um
Nein zu sagen.
Nach einer
durchwachten Nacht, kilometerlangem Fahren und der Verfolgung von
irgendwelchen unerklärbaren Lichtern am Himmel, war Special
Agent Dana Scully gereizt und ihr langjähriger Partner Special
Agent Fox Mulder wollte sie versöhnlich stimmen.
Scully.
Wir sollten einen Ausflug nach Graceland machen!
Es war kein
Rendezvous, nicht einmal eine richtige Verabredung. Es war eine
Geste. Eine Geste des guten Willens, auf beiden Seiten. Eine
Geste der Freundschaft. Also keinen Grund zur Aufregung. Es
sollte nur ein Ausflug sein, genauer gesagt ein
Betriebsausflug. Der Begriff kam übrigens von
Mulder. Es würde ihrem Arbeitsklima sicher gut tun, mal etwas
anderes zu sehen.
Dana würde
seine Einladung auf beruflicher Basis annehmen und nicht, weil
ihr langjähriger Partner und Freund sehr attraktiv, vital und
ein verdammt sexy Single war. Ja, er sah gut aus. Besser gesagt
blendend, mit seiner großen, schlanken Gestalt, seinem dunklen,
dichten Haar und dem jungenhaften Lachen. Und er hatte
unglaubliche Augen. Augen, die einen manchmal ansahen, als ob
alles andere außer einem selbst zerschmolzen wäre. Die
Vollkommenheit seiner Gesichtszüge, wurde nur durch eine etwas
zu große Nase gestört. Sein Mund war, als er sie einlud zu
einem Lächeln verzogen, bei dem jede Frau sich einfach fragen
musste, wie es sich wohl anfühlte, diese Lippen auf den eigenen
zu spüren.
Im Grunde
genommen mochte Scully Männer, war gerne mit ihnen zusammen.
Aber diese ganze Verabrederei und das Herumgebalze konnten
einfach verdammt kompliziert und stressig sein. Dafür und auch
für etwaige andere Sehnsüchte, hatte sie einfach keine Zeit.
Trotzdem oder
gerade deshalb...vielleicht konnte und sollte man Beruf und
Privatleben nicht immer generell auseinanderhalten. Warum also
nicht? Mulder zog sie jedenfalls nicht an. Nicht auf diese Weise.
Okay, verdammt.
Doch, er zog sie an. Schließlich sah er einfach zu gut aus. Im
Prinzip war er ein unwiderstehlicher Frauenschwarm. Genau der Typ
Mann, vor dem ihre Mutter sie immer eindringlich gewarnt hatte.
Auf den Punkt gebracht war er genau das, was Frauen suchten.
Groß, schlank, ungemein sexy und das Ganze verpackt hinter einem
jungenhaften Lachen.
Das alles hieß
jedoch nicht, dass sie sich auch privat mit ihm treffen wollte.
Der berufliche
Umgang mit ihm war schon anstrengend und schwierig genug. Dieser
Mann hatte einfach einen furchtbaren Hang zum unvorhersehbaren
Chaos. Dem Kerl mangelte es nicht an Spontanität und Lockerheit,
egal wie absurd und irre seine Theorien sich manchmal auch
anhörten. Und das schlimme daran war...meistens - eigentlich
fast immer - hatte er mit seinen Schlussfolgerungen auch noch
recht! Und genau das war ihr Problem. Nicht seines.
Heute Morgen
hatte er sie einfach mit seiner Einladung überrollt. Eigentlich
hatte sie nur ein paar Erklärungen von ihm gewollt. Er saß an
seinem Schreibtisch, die Nase in irgendeinem alten Elvisprospekt
und ehe sie sich versah, hatte er plötzlich über Graceland
gesprochen, sie bereits dorthin eingeladen. Sie wollte eigentlich
nicht, doch er hörte ihr gar nicht zu Mulder...Ich hätte
einfach gerne eine Erklärung für letzte Nacht. Diese absurde
Ufo - Jagd... Hilflos sah sie ihn aus ihren großen, blauen
Augen an.
Der kleine
Junge grinste als er daraufhin lächelnd aufstand, sie an
den Schultern fasste und umdrehte. Auch noch, als er schließlich
sanft seine Hand zwischen ihre Schulterblätter legte und sie vor
sich herschob: Ich weiß, Sie sind verrückt nach
Erklärungen.
Sofort fing ihr
Bauch an zu kribbeln und dieses Gefühl breitete sich
aus, bis in die Zehenspitzen.
Es war an einem
Donnerstagmorgen. Sie hatten sich beide für heute freigenommen.
Im Grunde genommen wusste sie bis heute nicht, warum sie diesem
Ausflug überhaupt zugestimmt hatte. Und wenn sie genauer
darüber nachdachte, hatte sie eigentlich gar nicht zugestimmt.
Aber das erklärte auch nicht, warum sie sich jetzt zum Ausgehen
anzog.
Scully
begutachtete sich eingehend im Spiegel ihres Badezimmers. Und in
der Tat, sie sah in der schlichten grauen Hose und dem eng
anliegenden, schwarzen Pulli, der ihre weiblichen Formen noch
zusätzlich betonte, geradezu umwerfend aus.
Sie zupfte in
Gedanken am Ärmel ihres Pullis. Sie war etwas nervös. Es war
doch nur ein ganz normaler Ausflug und kein Date. Jedenfalls
nicht im herkömmlichen Sinne. Sie würde schon dafür sorgen,
dass sich alles ums Berufliche drehte, auch wenn Mulders Lächeln
ihr Herz höher schlagen ließ. Es hatte ausschließlich etwas
mit Stolz und professioneller Höflichkeit zu tun, dass sie heute
einen freien Tag mit Mulder verbringen wollte.
Sie schnitt
ihrem Spiegelbild eine süffisante Grimmasse, zog die Brauen
hoch, atmete tief durch und redete sich förmlich ein: Jeder
darf sich ab und zu mal amüsieren.
Dann griff sie
entschlossen nach ihrer Jacke, um draußen auf Mulder zu warten.
Als ihr Partner
um Viertel nach sieben, 15 Min zu spät, vorfuhr, hatte sie ihre
lästige Nervosität weitestgehend im Griff.
Als Mulder aus
seinem grauen Ford kletterte, rief er ihr sofort entschuldigend
entgegen. Ich wurde aufgehalten. Dann rannte er um
den Wagen herum und öffnete ihr breit grinsend die
Beifahrertür. Scully stieg ungläubig ein und betrachtete den
Wirrwarr an CDs auf seinem Armaturenbrett. Ihr neues
Ablagesystem, Mulder?
Mehr oder
weniger, entgegnete er ihr lachend. Ich habe noch
nach der richtigen Einstimmung gesucht.
Er schaltete
den CD-Player an und sofort rockte Elvis mit Heartbreak
Hotel los. Die Musik dröhnte aus den Lautsprechern. Das
passt doch jetzt irgendwie. Meinen Sie nicht, Scully?
Sie sind
ein großer Fan, was Mulder?
Das
wissen Sie doch. Der King verdient nun mal Respekt.
Wie oft
waren Sie schon in Graceland?
Puh,
keine Ahnung. Als ich das letzte mal dort war, haben Sie ja
versucht...aber lassen wir das. Obwohl seine Augen hinter
der dunklen Sonnenbrille verborgen waren, verriet die Neigung
seines Kopfes seinen ironischen Blick. Er konnte es einfach nicht
lassen. Heartbreak Hotel ging in Shake, Rattle
and Roll über.
Scully konnte
nicht genau sagen, wann sie endlich anfing sich zu entspannen.
Vielleicht nach Treat me nice, doch sie musste
zugeben, dass Mulder ein guter Unterhalter war. Vielleicht zu
gut, aber es funktionierte. Wie auch immer und Scully war dankbar
dafür.
Die Fahrt
verlief harmonisch und als der graue Ford auf den Parkplatz
einbog, fragte sie überrascht: Sind wir schon da?
Ja, da
drüben auf der anderen Straßenseite befindet sich eine Art
Touristeninformation. Dort bekommt man die Eintrittskarten und
anschließend gehts mit einem Shuttle-Bus weiter.
Mulder
schaltete den Motor ab. Ich wette fünf Dollar, dass Sie
bei unserer Rückkehr eine Bekehrte sind. Er zwinkerte ihr
zu.
Eine
Elvis - Bekehrte? Wohl eher nicht. Und außerdem habe auch jetzt
nichts gegen ihn.
Fünf
Dollar. Nach dem Rundgang werden Sie mindestens eine Elvis - CD
kaufen.
Okay.
Wette angenommen.
Das Haus war
viel kleiner, als sie erwartet hatte. Sie hatte sich ein
pompöses, ausgedehntes Anwesen vorgestellt. Stattdessen war es
nur mittelgroß, mit verhältnismäßig kleinen
Räumen...zumindest was die Räume betraf, die auf dem Rundgang
besichtigt wurden.
Sie gingen im
Pulk mit den anderen Touristen herum und lauschten über die zur
Verfügung gestellten Kopfhörer, den aufgezeichneten
Erinnerungen und Erläuterungen von Lisa Marie Presley.
Staunend stand
Scully im Billardzimmer, das mit einem, in gedämpften
Brauntönen gemusterten Stoff ausgekleidet war, welcher sich von
der Mitte der Zimmerdecke aus über alle vier Wände spannte. Mit
großen Augen spazierte sie am Wasserfall im Hausinneren vorüber
und betrat dann den Jungle - Room mit den
Raubtierfellen und den plüschigen Requisiten. Unkonventionell
und verrückt. Mulder passte sehr gut in dieses Ambiente,
überlegte Scully.
Und inmitten
all dieser Dinge hat ein Mensch gelebt, dachte sie. Nicht
irgendjemand, sondern ein Idol. Ein hoch talentierter und
berühmter Mann. Es war seltsam anrührend, nun über eine
Tonbandaufzeichnung der Tochter dieses Mannes zuzuhören, die ihn
als Privatperson und liebevollen Vater erlebt hatte.
Im Trophy
- Room verwandelte sich Scullys Befremden über die
diversen Geschmacksverirrungen dieses Mannes schließlich in
Ehrfurcht, als sie an den Wänden ringsherum die zahllosen Gold
und Platin - Schallplatten sah. Und all dies hatte er in dieser
kurzen Lebensspanne erreicht.
Begleitet von
Elvis - Songs aus den Kopfhörern bewunderte sie seine
kunstvollen und teilweise sehr exzentrischen Bühnenkostüme.
Danach betrachtete sie die zahlreichen Fotographien von ihm mit
völlig neuen Augen und lauschte mit neu erwachtem Interesse den
Interviewfetzen, welche zwischendurch immer mal wieder
eingespielt wurden und durch die kleinen Kopfhörer an ihre Ohren
drangen.
Wenn man mit
jemandem nach Graceland reist, erfährt man eine ganze Menge
über ihn, dachte Mulder. Manche Besucher lästern über die
protzige und vielleicht auch geschmacklose Ausstattung. Andere
wieder bekommen vor Bewunderung für den angebeteten King
feuchte Augen. Wieder andere absolvierten lediglich ihr
Touristenprogramm, um zu Hause sagen zu können, sie seien auch
dort gewesen.
Scully dagegen
sah sich alles genau an und lauschte aufmerksam den Erklärungen.
Aufmerksam beobachtete er, wie sie den Kopf nach rechts neigte
und konzentriert die Stirn runzelte. Ja, er würde nicht nur
fünf, sondern fünfhundert Dollar darauf wetten, dass sie den
Anweisungen auf dem Band genau folgte und für jeden neuen
Abschnitt, exakt zur richtigen Zeit den richtigen Knopf drückte.
Irgendwie war das süß...
Als sie nach
draußen gingen, um die kurze Pilgerreise zu Elvis´ Grabstätte
anzutreten, nahm Scully zum ersten Mal die Kopfhörer ab.
Ich hatte
ja keine Ahnung, begann sie. Ich kannte nur ein paar
grundlegende Fakten. Über eine Milliarde verkaufter
Schallplatten! Unvorstellbar! Wie viel Arbeit und Energie hinter
solch einer Leistung stecken, und...worüber lachen Sie, Mulder?
Ich
wette, wenn Sie jetzt einen Elvis - Test machen müssten, würden
sie mit Bravour bestehen.
Ja,
ja, spotten Sie nur!, lachte sie, wurde jedoch sogleich
wieder ernst, als sie mit ihm zusammen im Sonnenschein zu Elvis´
Grab im Meditation - Garden ging.
Die kleine
Grabstätte neben dem Swimmingpool war voller Blumen.
Fotoapparate klickten und jemand schluchzte verhalten auf.
Es gibt
Leute, die behaupten, sie hätten dort drüben seinen Geist
gesehen. Mulder deutete mit der Hand in die entsprechende
Richtung.
Das
glauben Sie doch nicht im Ernst. Ihre rechte Augenbraue
schnellte nach oben.
Warum
nicht? Gespieltes Entsetzen zeichnete sein Gesicht.
Nun, das liegt
wohl daran, dass Geister gar nicht existieren? Oder wollen Sie
mir weismachen, dass Er Ihnen etwa auch erschienen
ist?
Nun ja, Elvis
hat vor vielen Jahren das Gebäude verlassen. Wenn er irgendwo
herumspuken sollte, dann doch wohl hier.
Er brauchte sie
nicht anzusehen, denn er wusste, sie hielt in wieder einmal für
total verrückt.
Amüsiert legte
er ihr den Arm um die Schulter und dirigierte sie grinsend
zurück zum Shuttle - Bus.
Ja...in
dieser Gegend scheint man mit Geistern sehr vertraut zu sein.
Ihr ironischer Unterton in der Stimme entging ihm nicht. Er
überging ihre Anspielung und redete unbeirrt weiter. Es
gibt auch Menschen, die behaupten, sie hätten Elvis zehn Jahre
nach seinem Tod in einem Lokal gesehen, wo er Sandwiches mit
Erdnussbutter und Banane aß.
Genau!
Vor lauter Begeisterung über seine Argumentation, knuffte sie
ihn in den Arm.
Dann siegte die
Vernunft. Mulder, die Menschen sehen das, was sie sehen
wollen oder was sie zu sehen gewohnt sind. Vor allem in der
entsprechenden Umgebung. Aber okay, so viel zum Thema Geister.
Dennoch möchte ich mich bei Ihnen für diesen Ausflug bedanken.
Wer weiß, wann ich mich allein dazu aufgerafft hätte.
Und wie
ist Ihr Gesamteindruck?
Traurig,
anrührend, faszinierend. Scully gab der Aufsichtsperson
Kopfhörer und Walkman zurück und stieg in den Bus. Manche
Zimmer waren...nun ja...sagen wir mal, sehr eigenwillig
ausgestattet.
Auf den
schmalen Bussitzen stießen ihre Arme kurz aneinander und ihr
Haar berührte seine Schulter, bis sie es - zu seinem Leidwesen -
zurück strich. Er hätte es gerne noch länger gespürt.
Ich
kannte mal einen Typen, der ein echter Elvis - Fan war.
Irgendwann begann er, sein Haus in ein zweites Graceland
umzuwandeln. Er besorgte sich den gleichen Stoff, wie den im
Billardzimmer und drapierte ihn genauso wie dort an den Decken
und Wänden.
Belustigt sah
Scully ihn an. Sie nehmen mich auf den Arm.
Mit
treuherzigem Blick legte er einen Finger aufs Herz. Er hat
sogar einen Kratzer an seinem Billardtisch angebracht, weil
Elvis´ Tisch an der gleichen Stelle einen Kratzer hat. Als er
dann auch noch begann, Unmengen in sich hineinzustopfen, um Elvis
auch äußerlich zu gleichen, wurde es seiner Frau zu bunt. Sie
stellte ihn vor die Alternative: Elvis oder sie.
Scullys helles
Lachen kam spontan und so erfrischend wie ein kühler
Gebirgsbach. Wenn sie so heiter und gelöst war, strahlte sie
einen Zauber aus, der Mulder bis ins Mark berührte. Sie lachte
definitiv viel zu selten.
Und für
wen hat er sich entschieden?
Hm?
Wen hat
er gewählt, Mulder? Seine Frau oder Elvis?, wollte sie
gespannt wissen.
Na ja.
Er spürte ihren Körper neben sich, hätte jedoch wegen der
engen Sitze selbst dann nicht von ihr abrücken können, wenn er
es gewollt hätte. Die Sonne schien durch das Fenster, und ließ
ihre roten Strähnen wie Flammen aufleuchten. Er hat eine
Diät gemacht, wollte aber im Gegenzug dafür seine Frau dazu
überreden, den Garten hinter ihrem Haus in ein maßstabsgetreues
Modell des Meditation - Garden umzuwandeln.
Erneut ließ
sie ein volles Lachen erklingen. Als sie den Kopf leicht in den
Nacken legte, strich eine Strähne über seine Wange.
Sie lachte
immer noch und suchte dabei seinen Blick. Ehrlich gesagt
habe ich mich auf diesen Betriebsausflug eingelassen,
weil ich Ihre versöhnliche Geste nicht durch ein Nein
zunichte machen wollte. Aber ich hatte, weiß Gott, nicht damit
gerechnet, dass ich solchen Spaß haben würde.
Seine Augen
strahlten. Sie roch so frisch und sexy. Das kann ich in der
Tat bestätigen.
In dem Moment
hielt der Bus an. Mulder stand auf und trat zurück, um ihr den
Vortritt zu lassen. Vielleicht liegt es daran, dass Ihr
Haar immer so gut riecht.
Scully blitzte
ihn über die Schulter hinweg an, ihre Brauen und ihr
Blutdruck - hoben sich ein wenig, als sie seine Musterung
bemerkte. Wieder einmal fiel ihm auf, dass er fast einen ganzen
Kopf größer war als sie und verdammt...er spürte sofort wieder
dieses Ziehen im Bauch.
Normalerweise
kündigte dieses Ziehen Spaß und Vergnügen an. Bei ihr aber
bedeutete es allerdings Probleme. Große Probleme. Sie war ihm
einfach viel zu wichtig. Wie war das noch einmal? Berufliches und
Privates...?
Doch Mulder war
dazu erzogen worden, Dinge bis zum Ende durchzuziehen. Und seine
Mutter, Gott habe sie selig, wäre entsetzt gewesen, wenn er eine
Frau, mit der er den ganzen Tag zusammen verbracht hatte, danach
nicht anschließend noch zum Essen ausführen würde.
Haben Sie
Hunger, Scully?, fragte er fast beiläufig, als sie beide
ausgestiegen waren. Langsam wurde es kühl.
Oh...hm,
fürs Abendessen ist es zu früh, fürs Mittagessen zu spät. Ich
sollte...
Seien Sie
doch mal ganz kühn, Scully. Essen Sie mal zwischen den
Mahlzeiten. Unbekümmert griff er nach ihrer Hand und zog
sie zu einem der zahlreichen, kleinen Lokale in der Umgebung.
Scully schaute auf ihre immer noch ineinander verschlungenen
Hände, während sie sich an einen der kleinen Tische im Inneren
des Lokals setzten. Er behielt ihre Hand immer noch in seiner.
Sie lächelte zwar höflich, aber zwischen ihren Augenbrauen
bildete sich eine Falte und sie überlegte, ob sie ihm die Hand
einfach entziehen sollte. Dann beschloss sie jedoch, dass dies
vielleicht eine allzu weibliche Reaktion wäre. Er hatte warme,
starke und feingliedrige Finger. Dass ihr dies auffiel,
irritierte sie und es war ihr peinlich, dass sie sich einen
kurzen Moment lang vorgestellt hatte, wie sich diese Hände wohl
auf ihrer übrigen Haut anfühlten. Wie ein Teenager bei seinem
ersten Date. Heute machte Mulder sie irgendwie nervös oder
jedenfalls so nervös, dass man es ihr anmerkte. Das durfte sie
nicht zulassen. Entschlossen wandte sie ihre Augen von seinen
Händen ab, begegnete jedoch stattdessen seinem Blick. Mulder
lächelte und seine Augen strahlten sie warm an.
Er ließ sie
erst los, als er den reizenden Anflug von Schüchternheit um ihre
blauen Augen sah.
Wir
sollten wirklich keine Zeit mehr vertrödeln. Ich meine, es wird
sowieso schon sehr spät bis wir wieder in Washington sind,
brachte sie schließlich hervor.
Scully,
ich rede doch nicht von einem achtstündigen Fünfgänge - Menü,
sondern von einem schlichten Hotdog.
Aber...
Es war neu, ihn so zu mögen. Es zuzulassen. Genauso unerwartet
wie das Prickeln, welches seine kräftige Hand bei ihr ausgelöst
hatte. Es war schon lange her, dass sie die Gesellschaft eines
Mannes so sehr genossen hatte.
Okay. Jeder
durfte sich schließlich ab und zu einmal amüsieren. Warum es
also unnötig verkürzen?
Na gut,
willigte sie ein, obgleich ihre Zustimmung überflüssig war, da
er sich bereits anschickte, den Kellner herbeizurufen.
Mit
selbstzufriedenem Grinsen bestellte er zwei Hotdogs, zwei Becher Glühwein
und griff sich eine der bunten Zuckerstangen, welche
dekorativ mitten auf dem Tisch in einem hohes Glas standen. Dann
schien er plötzlich etwas Neues entdeckt zu haben, irgendwo im
Lokal. Er reckte kurz seinen Hals und sie folgte seinem Blick. Schach!
Na
gut...da wir schon einmal hier sind, seufzte sie ergeben,
kann ich mich ja auch kurz im Souvenier - Laden hier
umsehen.
Und
was machen Sie in der Zwischenzeit?, wollte sie wissen,
kannte seine Antwort jedoch bereits, noch ehe sie die Frage
überhaupt beendet hatte.
Mulders Grinsen
wurde noch breiter. Ich feiere meinen Sieg und schaue ihnen
beim einkaufen zu. Es hat Ihnen gefallen, Scully. Geben Sies
doch endlich zu.
Okay, Sie
Schlaumeier. Scully griff in ihre Jackentasche, zog die
Brieftasche heraus und entnahm ihr einen Fünfdollarschein.
Ich kaufe die CD. Matt!
Doch anders als
alle Frauen, die er kannte, schien sie nicht unter dem Zwang zu
leiden stundenlang herumzustöbern. Sie kaufte den gewünschten
Artikel, bezahlte und ging. Klar, ordentlich, präzise. Wie
alles, was sie tat.
Die Heimfahrt
war ruhig, entspannt und gelassen. Vertraut. In Georgetown
angekommen, stieg Mulder erneut vor Scully aus dem Wagen, um ihr
die Tür zu öffnen.
Er wusste
nicht, warum er das tat. Gewohnheit? Nein. In Fleisch und Blut
übergegangene Manieren, die seine Mutter ihm von klein auf
eingetrichtert hatte? Nein. Und außerdem war dies nicht einfach
die Situation, wo man die Frau, mit der man ausgegangen war, zur
Haustür begleitete und ihr einen Gutenachtkuss gab. Bei Scully
war einfach alles anders. Komplizierter. Sie war ihm wichtig.
Sie erwog, ihm
die Hand zu geben, doch das kam ihr irgendwie steif und albern
vor. Also lächelte sie nur.
Tja, also
vielen Dank, Mulder. Für den Betriebsausflug, den
Glühwein und für den Hotdog. Ich habe alles sehr genossen.
Okay,
Partner. Bis morgen dann. War es das, was er wollte?
Er verharrte
kurz, drehte sich abrupt um und ging um den Wagen herum, zurück
zur Fahrertür. Innerlich fluchend blieb er dann plötzlich
stehen und machte auf dem Punkt wieder kehrt. Was solls?,
sagte er sich. Bringen wirs ordentlich zu Ende.
Scully war
nicht begriffsstutzig und auch nicht naiv. Selbst als er noch
einen Schritt von ihr entfernt war, wusste sie, was er vorhatte.
Aber sie konnte sich nicht von der Stelle bewegen, selbst wenn
sie gewollt hätte. Ihre Beine verweigerten ihr einfach den
Dienst. Sie konnte Mulder nur anstarren, verblüfft über die
Intensität der Gefühle, die sie durchströmten. Ihr Atem
stockte, doch es war ja schließlich nicht das erste Mal.
Auch damals
hatte sie das heftige Gefühl, dass etwas Besonderes stattfand.
Dieser Kuss zum Jahreswechsel 2000.
Als er sich
damals zurückzog, verriet ihr der kurze, verschleierte Blick in
seinen Augen, dass dieser Kuss eine Fortsetzung finden würde.
Irgendwann, irgendwo. Nun war es also soweit.
Sie gab einen
gepressten Laut von sich, als seine Hände in ihr Haar griffen
und ihren Kopf umfassten. Seine Augen waren dicht vor ihr, braun
mit goldenen Sprenkeln.
Dann verschwamm
alles vor ihren Augen, sie sah tanzende Funken und fragte sich,
ob sie mit den Pings, die sie hörte, verwandt waren,
als sein Mund sich heiß auf ihre Lippen presste. Dass sie sich
so schnell und stark von ihm angezogen fühlte, war gefährlich.
Und es war unlogisch. Das hatte sicher nur etwas mit den Hormonen
zu tun, nicht mit dem Verstand.
Da war kein
Zögern mehr, kein Prüfen oder gar Freundlichkeit. Nur
selbstbewusste Forderung.
Endlich.
Insgeheim wollte sie seit langem weit mehr als das, schalt sich
bisher jedoch stets für diese Gedanken. Sein Mund war so
köstlich und dieses leichte Zittern seines Körpers, brutal
erotisch. Damals redete sie sich ein, es käme von den Schmerzen
in seinem verletzten Arm. Heute wurde sie eines besseren belehrt.
Nichts ließ
eine Frau sich so sehr wie eine Frau fühlen, als wenn ein Mann
sie auf diese Weise anstarrte, wie Mulder es oft tat. Manchmal
ertappte sie ihn, wie er sie beobachtete, mit seinen ruhigen und
geduldigen Augen. Der abwartende Blick. Immer wenn das passierte,
fühlte sie sich ein wenig schuldig und etwas unwohl. Und jedes
Mal fand sie nicht den Mut, sich den unausgesprochenen Fragen zu
stellen. Was sie beide gleichermaßen enttäuschte. Sie konnte
Gründe dafür anführen. Eigentlich war sie zufrieden. Ihr Leben
verlief in geregelten Bahnen. Und doch fragte sie sich in letzter
Zeit oft, wie es wohl wäre, wie es sich wohl anfühlte, wenn sie
einen Partner hätte, für den nichts anderes auf der Welt
existierte außer ihrer Person? Und wie es sein würde, wenn sie
diesem Partner eine ebenso große Liebe entgegenbringen würde?
Vermutlich
würde ihr dieses Übermaß an Emotionen ein wenig Angst
einjagen. Aber trotz allem wäre ihr die Erfahrung alle Furcht
und alle nagenden Zweifel wert. Einmal davongetragen zu werden
von purem Verlangen, sich ganz seinen Gefühlen hinzugeben. Aber
was noch viel mehr zählte, abgesehen von der Leidenschaft des
Augenblicks, war das Versprechen füreinander einzustehen.
Daran hatte sie
jedoch nie auch nur den geringsten Zweifel. In letzter Zeit
verbrachte sie viel Zeit damit, darüber nachzudenken, wieso und
warum.
Wenn dies das
Leben war, ihr Leben...warum sollte sie dann nicht noch einmal
etwas riskieren? Dieses Leben bereichern, indem sie, nach so
langer Zeit, noch einmal einen Mann darin aufnahm. Den Mann, der
sie erregte und beruhigte. Jenen Mann, der sie faszinierte und
amüsierte und der irgendwie durch das Dickicht hindurch
gedrungen war, welches Kummer und Arbeit, Pflichten und Stolz um
ihr Herz geschlungen hatten.
Den Mann, den
sie liebte.
Sie konnte in
ihrem Leben auch allein zurechtkommen, wenn es sein musste, aber
was wollte sie sich damit beweisen?
Dass sie
selbstständig, unabhängig, stark und kompetent war?
Das wusste sie,
das war sie immer gewesen und würde es auch immer bleiben.
Und mutig
konnte sie ebenfalls sein. Aber erforderte es nicht viel mehr
Mut...war es nicht schwieriger, sein eigenes Leben auf das andere
abzustimmen und zu teilen? Mit Problemen fertig zu werden und
Kompromisse zu schließen, als sein Leben allein zu leben? Mit
einem Mann zusammenzuleben war harte Arbeit. Jeden Tag
aufzuwachen und sich auf das Übliche einzustellen...und doch
offen für Überraschungen zu sein. Und davor war man bei Mulder
nie sicher.
Und dennoch
schlug ihr das Herz jetzt bis zum Hals. Ihre Hand, die sich in
einer Art vager Verteidigung gehoben hatte, grub die Finger wie
von selbst in seine Schulter und glitt dann willenlos zu seinem
Ellenbogen hinunter, als er den Kopf hob. Die eine Hand nach wie
vor in ihrem Haar. Er zog sie erneut an sich, schlang den Arm
stärker um sie. Als sein Mund ein zweites Mal über ihre Lippen
herfiel, war jeder Gedanke an Gegenwehr, der noch in ihr
schlummerte, wie weg geweht. Wieder machte es Ping in
ihrem Kopf und ihre Selbstbeherrschung bekam Risse.
Er hätte nicht
auf die Idee kommen sollen sie zu küssen. Doch da er es nun
einmal getan hatte, wäre es blödsinnig gewesen einfach zu gehen
und es dabei zu belassen. Jetzt saß er in der Falle, gefangen in
dieser roten Mähne, diesem sexy Duft, diesen weichen Lippen und
diesen blauen Augen. Länger als 10 Sekunden in diese zu sehen,
wirkte wie eine Hypnose. Er spürte wie nervös sie war und zog
sie noch dichter zu sich heran. Und als er sie tiefer küsste,
stieß sie diesen Laut aus, dieses leichte Stöhnen. Wie zum
Teufel sollte ein Mann da kein Begehren empfinden?
Ihr Haar war
ein Gewirr aus Seide und ihr hübscher, wohl gerundeter Körper
vibrierte an seinem. Je länger er sie festhielt, desto
köstlicher schmeckte sie und desto schwächer wurden die Alarmglöckchen,
welche ihn daran erinnerten, dass er auf keinen Fall das
Tabu, das zwischen ihnen herrschte, brechen wollte.
Als es ihm
gelang, seinen Mund zu lösen und einen Schritt zurückzutreten,
bemerkte er ihre geröteten Wangen. Ihre Augen wirkten dadurch
noch blauer und größer. Am liebsten hätte er sich diese Frau
über die Schulter geworfen und sie ins Haus geschleppt, wo sie
beenden könnten, was sie mit diesem Kuss in Gang gesetzt hatten.
Da dieser Wunsch nahezu übermächtig war, trat er noch einmal
einen Schritt zurück. Sein fragender, ja beinahe bittender Blick
suchte ihr Einverständnis. Und ihre Augen waren blauer als sie
hätten sein dürfen. Größer, sanfter.
Noch vor
einigen Stunden war ihr ganz leicht und unbeschwert ums Herz
gewesen. Doch jetzt schauten sie sich an und ein dicker, heißer
Kloß setzte sich in ihrer Kehle fest. Und plötzlich fiel ihr
das Schlucken schwer.
Sie wusste seit
langem, dass dieser Moment kommen würde. Und nun war er da.
Eigentlich war es war ganz einfach. Langsam verringerte sich der
Abstand wieder zwischen ihnen, bis sie Mulder die Arme um den
Hals legen konnte. Sie zog seinen Kopf zu sich herab und küsste
ihn erneut.
Mulders
Reaktion fiel durchaus zufriedenstellend aus. Er schloss sie
wieder in die Arme. Seine Lippen pressten sich glühend heiß auf
ihre und sein Atem ging in heftigen Schüben. Dann wurde sein
Kuss zärtlicher und er murmelte etwas verhalten ihren Namen: Scully,...was
genau machen wir hier?
Er blickte sie
direkt an. Mit einer Intensität, die ihre Haut wie unter einer
Berührung brennen ließ. Er beobachtete sie und erkannte, dass
sie genauso aufgewühlt war wie er.
Es hatte keinen
Sinn sich zu verwünschen. Keinen Sinn sich zusammenzukrümmen,
weil ihre, für Rothaarige Menschen typische, helle Haut vor
Verlegenheit knallrot anlief. Also entschied sie sich...Angriff
ist die Beste Verteidigung! Du kommst mir nicht so vor als
wüsstest du nicht, was du tust. Nun zitterte ihre Stimme
doch etwas und ihre Nerven vibrierten, als sie über die Klippe
sprang. Ihre Augen schimmerten im Mondlicht. Ich will dich,
Mulder. Ich will dich wirklich! Ihre Stimme klang wie
Cafe au lait. Sie unterstrich ihre Worte, indem sie
seine Lippen erneut eroberte und dann sein Gesicht mit Küssen
bedeckte. Moment mal! Langsam! Langsam!, wiederholte
er atemlos, hielt sie aber weiterhin fest, bis sich sein
Herzschlag wieder beruhigt hatte. Ich muss erst wieder zu
Atem kommen und du musst dir deiner Sache ganz sicher sein. Für
mich wird es nämlich nicht ganz leicht werden, wenn du
plötzlich deine Meinung doch noch änderst. Er fürchtete
nämlich, sie dann gehen zu lassen, würde ihn mehr Kraft kosten
als er besaß. Ich will dich auch, Scully...seit langem.
So einfach.
Sachte strich
er mit den Lippen über ihre Wange.
Ihr Herz schlug
einen kleinen Salto. Mir wird schwindlig, flüsterte
sie und jetzt klang ihre Stimme wie Samt, eingehüllt in
Sandpapier. Mulders Blut geriet in Wallung, schürte sein
Verlangen. Dann solltest du dich hinlegen. Lass uns
reingehen. Mit einer fließenden Bewegung hob er sie hoch.
Trug sie die Stufen hinauf in ihr Apartment. Sie gehörte zu
jenen Frauen, dachte er, die ein Mann gern in den Armen trug.
Schlank und zart, aber voller weiblicher Rundungen. Als er sie
trug, empfand er ein Gefühl von unglaublicher Stärke. Und
ungewohnter Zärtlichkeit.
Sie schmiegte
sich an ihn. Alles, was sie noch spürte, war ein heißes
Prickeln und die Stimme ihres Verlangens wisperte ein lautloses
Endlich.
Wie sie ins
Schlafzimmer gekommen waren, wusste sie nicht mehr. Ihre Haut
vibrierte unter seinen forschenden Lippen. Er biss ihr zart in
den Hals und sie überließ sich diesem süßen Gefühl, das in
Wellen durch ihren Körper strömte. Ein zittriges Lachen entrang
sich ihrer Kehle. Seine Zähne erkundeten die Haut, ihren Hals
entlang und sie verlor sich in einem süßen Nebel. Er
streichelte sie von ihren Schultern bis hinab zu den
Fingerspitzen. Ein gemächliches Gleiten über ihre Hüften, ihre
Schenkel, so als wollte er ihre Formen ebenso erforschen wie
ihren Geschmack.
Dann war sein
Mund wieder auf ihren Lippen, heiß und gierig. Ihr ganzer
Körper war wie elektrisiert, als seine Hände, seine Lippen wie
verdurstend über sie strichen. Schlanke Hände, die mit Geschick
und Verzweiflung zugleich über ihren Körper glitten.
Es war genauso
wie sie es sich vorgestellt hatte. Ersehnt hatte. Schon 1000 Mal.
Begierden, die
sie tief in sich vergraben hatte, brachen gewaltsam an die
Oberfläche hervor und schrieen nach Erfüllung. Getragen von
dieser Lust, zerrte sie an seinem Hemd bis sie die heiße, nackte
Haut unter ihren Händen spürte. Männlich, stark, Mulder.
Als er ihre
Brüste entdeckte, ihre Nippel durch Pulli und Büstenhalter
hindurch mit den Zähnen erregte und so zu pulsierendem Leben
erweckte, bäumte sie sich ihm voll köstlicher Lust entgegen.
Alles an ihr war voll und reif und bereit. Verlangend an seinen
harten, muskulösen Körper gepresst übergab sie sich ihrer
Begierde. Übergab sich ihm. Scully sehnte sich nach der
Erlösung, die nur Mulder ihr bieten konnte. Unter seinen
fordernden Händen und diesen gierigen, unersättlichen Lippen,
erwachten alle Nervenfasern ihres Körpers zu beinahe schmerzhaft
intensivem Leben.
Sie wollte und
begehrte all diese bebenden Schmerzen. Diese wahnsinnige,
brodelnde Lust und die Freiheit, sich all dem einfach hinzugeben.
Sie ließ sich
mit ihm treiben, Körper an Köper, und bewegte sich mit ihm.
Fleisch an Fleisch. Und trieb ihn mit ihrer sahneweichen Haut und
den herrlichen Rundungen in die Ekstase. In dem weichen
Abendlicht sah sie unbeschreiblich schön aus. Ihre milchweiße
Haut auf dem dunklen Laken. Die roten, wild zerzausten Strähnen
und die blauen Augen, die vor Lust verdunkelt waren.
Sinnliche
Leidenschaft ging von ihr aus, verschmolz mit seinem Begehren.
Immer mehr wollte er ihr geben, immer mehr von ihr nehmen und
versank dann einfach in ihrer gemeinsamen Lust. Ihr Duft
erfüllte ihn wie ein Leben spendender Atem.
Mulder murmelte
ihren Namen, trank an ihr und labte sich an ihr, während sie
einander erforschten. Und es gab immer mehr zu entdecken, so
unendlich viel mehr.
Seine Hände
trieben sie in immer steilere Höhen. Ihr Herz raste geradezu.
Wellen der Lust rissen sie mit sich und überspülten sie mit
wilder, ungestümer Macht. Abermals bäumte sie sich auf und
stieß einen kurzen, gellen Schrei aus, während sie sich bebend
an ihn klammerte. Wie rasend verschlang sie seinen Mund und er
hielt sie fest, als sie den ersten Höhepunkt erreichte. Ihre
Erregung ließ ihn fast die Beherrschung verlieren. Mit jeder
Faser seines Wesens sehnte er sich nach ihr. Sein Herz, seine
Lenden, sein Geist...alles bettelte um Erlösung.
Und als er es
nicht mehr aushalten konnte, stieß er in sie hinein.
Erneut schrie
sie kurz auf. Ein Laut des Erschreckens...und des Triumphes. Dann
umfasste sie mit beiden Händen sein Gesicht und bewegte sich mit
ihm.
Er sah sie an,
beobachtete wie ihre tiefblauen Augen weit wurden und wie ihre
vollen Lippen bei jedem keuchenden Atemzug aufs Neue erzitterten.
Nie hatte er eine schönere Blüte gesehen. Als ihre Augen sich
mit einem wimmernden Stöhnen schlossen, gewährte auch er sich
die ersehnte Erlösung.
Er war schwer.
Sehr schwer. Von süßer Mattigkeit erfüllt lag Scully
regungslos unter Mulder. Sie fühlte sich schläfrig und absolut
entspannt. Es würde sie nicht wundern, wenn aus ihren Fingern
und Zehenspitzen vor lauter Zufriedenheit ein rosa Lichtschein
strömen würde.
Mulders Herz
schlug noch immer heftig. Welche Frau würde sich nicht zufrieden
fühlen, wenn ein Mann nur wegen ihr derart außer Atem geriet?
Träge strich
sie mit den Fingern über seinen muskulösen Rücken.
Mit einem
Brummen rollte er sich von ihr herunter. Sofort fühlte sie sich
schutzlos und ausgeliefert. Sie griff nach der Decke, um sich
zumindest teilweise zu bedecken. Doch sie kam nicht dazu, denn
Mulder fing ihre Hand ab und küsste jeden einzelnen Finger.
Diese zärtliche Geste berührte sie bis ins Innerste. Er sagte
nichts, kein Wort und auch sie rührte sich nicht, während sie
ihren inneren Aufruhr zu bändigen versuchte. Es war so intensiv
gewesen. So rein, so gut...so richtig.
Die
Erinnerungen an ihre kurze, gemeinsame Zeit linderten ihren
Schmerz wie ein Betäubungsmittel, doch wenn sie allein war,
traten heiße Tränen in ihre Augen. Sie atmete weiter,
funktionierte. Aber ein Teil von ihr war mit ihm gestorben. Tot
und begraben unter der kalten, harten Erde dort draußen...
Um sieben Uhr
morgens wurde Agent Dana Scully, nach einer weiteren schlaflosen
Nacht, durch das Klingeln des Telefons aus ihrem unruhigen
Dämmern gerissen. Jede Nacht lag sie da und kämpfte um Schlaf,
weil sie hoffte das Unterbewusstsein würde ihr das vorspielen,
wonach sie sich so sehnte.
Verwirrt und
mit schmerzendem Kopf griff sie nach dem Hörer. Es war gelogen.
Die Zeit heilte keine Wunden...sie legte nur einen dichten
Schleier über sie.
Scully hatte
ein seltsames Gefühl. Eine Ahnung? Es war so ein Bauchgefühl,
als sie den Hörer an ihr Ohr hielt.
Ein Gefühl als
ob wieder etwas sehr Bedeutendes passiert wäre.
Vierzig Minuten
später rannte sie durch die hallenden Gänge des Krankenhauses
direkt in Walter Skinners Arme...
ENDE!