Titel:
Antarctica
Autor:
Rieke
Kontakt: RiekeX@gmx.de
Spoiler: Fight
the Future
Rating:
G-6
Kategorie: MSR, post-Epi
Disclaimer: Mulder und Scully gehören Chris
Carter, 20th Century Fox und 1013 Productions.
Short-Cut: Was geschah, nachdem Mulder und
Scully allein in der Antarktis zurückblieben.
Antarctica
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Längst
schon war das fliegende Objekt am Horizont verschwunden. Es hatte nichts als das
riesige Loch im Boden und eine geradezu beängstigende Stille hinterlassen.
Mulder lag noch immer in Scullys Armen im Schnee. Wie lange schon, wussten beide
nicht. Er setzte sich auf, neben Scully.
"Wenn
wir hier sitzen bleiben, erfrieren wir. Wir müssen hier fort", erklärte
er.
"Wie
denn?"
Scully
warf Mulder einen skeptischen Blick zu.
"Na
ja, das Schneemobil ist unbrauchbar, aber auf Hilfe können wir in dieser Gegend
nicht hoffen. Wir werden wohl oder übel laufen müssen. Wir haben gar keine
andere Wahl."
"Wo
wollen wir denn hin?" Scullys Stimme klang noch immer sehr
dünn.
"Ein
paar Meilen von hier ist eine Forschungsstation. Da habe ich das Schneemobil
aufgetrieben. Wir müssen dahin zurück."
Mulder
bemühte sich so aufrichtig wie möglich zu klingen. Scully brauchte nicht
unbedingt zu wissen, wie er wirklich an das Schneemobil gekommen war. Die
Umschreibung "aufgetrieben" bedeutete eigentlich, dass er es einfach aus den
vielen, unordentlich geparkten Schneemobilen hinter der Station entfernt hatte,
ohne zu fragen. Kurzum, es war geklaut. Er hoffte inständig, dass ihn niemand
gesehen hatte. Darüber, dass jemand das Gefährt bald vermisste, machte er sich
keine Sorgen, so durcheinander wie es auf dem Parkplatz ausgesehen hatte. Er
hätte natürlich danach fragen können, ob er sich kurz eines Ausleihen dürfe,
aber das hätte Zeit gekostet. Und er hatte nur daran gedacht, so schnell wie
möglich zu Scully zu kommen.
"Wie
bitte schön sollen wir den Weg dorthin finden?" Scullys Frage holte ihn aus
seinen Gedanken zurück. "Hier ist doch nichts als Schnee und Eis. Es sieht alles
gleich aus."
"Wir
haben die Spuren vom Schneemobil. Wenn wir denen folgen, kommen wir automatisch
zu der Station."
"Und
wie weit ist das?"
"Keine
Ahnung. Vielleicht fünf, sechs Meilen."
"Ist
ja großartig! Bevor wir da angekommen sind, bin ich entweder erfroren oder
verhungert."
"Sie
müssen zugeben, wenn wir hier bleiben, ist die Chance zu verhungern oder zu
erfrieren noch größer."
"Wunderbar.
Ich habe also die Wahl zwischen hier bleiben und sterben oder gehen und
sterben."
Mulder
begegnete ihrem herausfordernden Blick.
"Sie
müssen das so sehen: Sie haben die Wahl zwischen hier bleiben, was den sicheren
Tod bedeutet oder wir versuchen die Station zu erreichen und zu
überleben."
Mulder
stand auf und reichte Scully seine Hand um ihr aufzuhelfen. Er lächelte sie
an.
"Na
kommen Sie, Scully. Stehen Sie auf."
Scully
griff nach seiner Hand. Da sie zu schwach war um alleine aufzustehen, ließ sie
sich von ihm hochziehen. Sie fühlte sich noch immer etwas wacklig auf den
Beinen.
"Glauben
Sie wirklich, dass wir da jemals ankommen?"
Mulder
gab keine Antwort. Er legte nur lächelnd seinen Arm um ihren Rücken, damit er
sie zu den Spuren des Schneemobiles führen könnte.
Sie
gingen und gingen durch diese scheinbar nie endende weiße Weite. Schnee und Eis
so weit das Auge reichte. Ihr einziger Anhaltspunkt waren die Spuren im Schnee.
Scully blieb stehen.
"Mulder,
ich kann nicht mehr."
Sie
ließ sich schwer atmend in den Schnee fallen. So wie sie auf dem Boden
aufgekommen war, blieb sie einfach liegen.
"Ich
bleibe hier", erklärte sie mit schwacher Stimme.
“Scully,
Sie können hier nicht liegen bleiben. Sie erfrieren. Ich habe nicht den weiten
Weg hierher gemacht und Sie da rausgeholt, damit Sie hier draußen in der Kälte
sterben."
In
seiner Stimme schwang Panik mit.
"Ich
kann nicht mehr", wiederholte sie.
"Doch
Sie können. Stehen Sie auf." Er schrie sie regelrecht an. Er wusste, er würde
sie nur so dazu bewegen können weiter zu gehen. Und es wirkte. Scully war so
erschrocken, dass sie sich wieder aufrappelte. Er legte einen Arm um sie und
half ihr beim Aufstehen. Kurze Zeit später folgten sie wieder ihrem ganz eigenen
Weg.
Stunde
um Stunde verging. Mulder und Scully hatten keine Ahnung, wie lange sie schon
unterwegs waren oder wie weit es noch war. Der eisige Wind blies ihnen
ungebremst ins Gesicht. Beide zitterten vor Kälte. Denn Scully war nur ihre Hose
geblieben, alles Andere war vorhin davongeflogen. Mulder hatte ihr zwar seine
Jacke gegeben, doch diese allein, ohne etwas darunter zu tragen, war nicht
genug, um sie bei dieser Kälte warm zu halten. Und Mulder war nun ohne Jacke.
Mulder suchte den Horizont nach irgendeiner Unterbrechung in der eintönigen
Landschaft ab. Da entdeckte er in der Ferne einen großen schwarzen Punkt. Das
musste die Station sein. Er deutete mit dem Finger auf den Punkt, damit auch
Scully ihn sah. Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihr Gesicht, zu mehr fehlte
ihr die Kraft. Sie spürte ihren Körper kaum noch. Sie hatte das Gefühl, dass
ihre Hände und Füße ebenso wie ihre Nase und ihre Ohren nicht mehr zu ihr
gehörten. Der Teil ihres Körpers, in dem noch so etwas wie Gefühl vorhanden war,
schmerzte schrecklich von der Eiseskälte. Ihre Lungen brannten und bebten vor
Erschöpfung. Auch schien es, als würden ihre Beine ihr nicht mehr richtig
gehorchen. In ihren Ohren breitete sich ein seltsam knisterndes Geräusch aus.
Mulder war dicht neben ihr, einen Arm um sie gelegt. Scullys Schritte wurden
immer langsamer. Irgendwas stimmte nicht.
"Scully,
Sie können doch nicht so kurz vorm Ziel schlappmachen."
Sie
hörte ihn kaum noch. Durch das immer lauter werdende Geräusch in ihrem Kopf
klang seine Stimme weit entfernt. Plötzlich war sie wie geblendet. Sie sah nur
noch helle, grellweiße Punkte, die so gut wie nicht vom Schnee zu unterscheiden
waren. Mulder war längst stehen geblieben. Scully stand neben ihm und sah mit
seltsam leerem Blick an ihm vorbei.
"Ist
alles in Ordnung?"
Sie
wollte antworten, aber ihre Zunge verweigerte die Arbeit. Ein lautes Stöhnen war
alles, was sie herausbrachte. Ihr Kopf war auf einmal so schwer. Die weißen
Punkte wichen völliger Finsternis. Mit einem Mal war alles schwarz. Das Letzte,
woran sie sich erinnern konnte, war, dass ihre Beine unter ihr nachgaben, bevor
alles Empfinden von Kälte und Schmerz sich plötzlich auflöste. Nichts existierte
mehr, nur noch tiefe Dunkelheit. Scully fiel gegen Mulder, als sie das
Bewusstsein verlor.
"Scully!"
rief Mulder erschrocken aus.
Sinnlos
sie wecken zu wollen. Sie war völlig bewusstlos. Mulder hob sie hoch und trug
sie das letzte Stück zur Station.
Schon
von weitem sah er den Mann. Aufgeregt die Arme über dem Kopf schwenkend. Da
sonst niemand hier war, musste der Mann ihn meinen. Mulder lenkte seine Schritte
auf ihn zu. Endlich war er am Ziel. Viel länger hätte er Scully, die das
Bewusstsein immer noch nicht wiedererlangt hatte, nicht mehr tragen können. Als
ihn nur noch ein paar Meter von dem Mann trennten, kam dieser auf ihn
zugerannt.
"Ist
sie verletzt?" rief er noch im Laufen, ehe er vor Mulder zum Stehen
kam.
"Nein.
Sie ist nicht verletzt. Sie ist bewusstlos."
"Kommen
Sie mit."
Mulder
folgte dem Mann, der sich ihm als Mr. Tany vorstellte, in ein niedriges Gebäude.
Was ihm an Höhe fehlte, machte es an Weitläufigkeit wieder wett. Mr. Tany führte
ihn durch lange, weiße Korridore, die in regelmäßigen Abständen von grauen Türen
unterbrochen waren.
"Sagen
Sie, gibt es eine Möglichkeit von hier fort zu kommen?" fragte Mulder
beiläufig.
Mulder
war von Argentinien aus, weiter hatte ihn keine Linienmaschine gebracht, mit
einem Hubschrauber in die Antarktis gelangt. Er hatte die Station von oben
entdeckt und den Piloten angewiesen in deren Nähe zu landen. Um auf dem
Flugplatz der Station landen zu dürfen, hätten sie eine Genehmigung, die sie
nicht hatten, gebraucht. Und die Erlaubnis einzuholen hätte zu lange für Mulders
Nerven gedauert. Ein Stück von der Station entfernt, allerdings in Sichtweite zu
dieser, war Mulder ausgestiegen. Nun, der Hubschrauber war längst nicht mehr da,
er war gleich wieder zurückgeflogen und Mulder hatte in seiner Eile Scully zu
finden, versäumt daran zu denken, dass er nicht wiederkommen würde um ihn
abzuholen. Zwischen dem argentinischen Piloten und ihm bestand nur die Abmachung
ihn in die Antarktis zu bringen, nicht aber ihn von dort auch wieder weg zu
bringen.
"Wohin
möchten Sie denn?"
"Am
liebsten Washington."
"Hmm..."
Er kratzte sich am Kinn. "Ein Teil unserer Leute hier fliegt morgen früh in die
Staaten. Allerdings nach New
York."
"Ist
es irgendwie möglich, dass wir mitfliegen können?"
"Ich
denke, da lässt sich was machen."
"Das
wäre wunderbar. Nur wo..."
"Die
Nacht über können Sie hier bleiben" erriet er Mulders Gedanken. "Wir haben ein
freies Zimmer. Es ist zwar ziemlich klein, aber es hat ein eigenes Bad." Damit
blieb er vor einer der Türen stehen und drückte die Klinke
herunter.
"Zugegeben,
es ist nicht gerade komfortabel, aber für eine Nacht reicht es. Wir haben hier
nur sehr selten Besuch, was sie sich sicher denken
können."
Die
Möblierung des Zimmers bestand einzig aus einem Bett und einem Nachtschrank
daneben. Auf dem Nachtschrank thronte eine kleine Uhr, deren Ziffern grün
aufleuchteten. Die Tür an der Seite musste in das angesprochene Badezimmer
führen. Mulder legte Scully behutsam auf dem Bett ab. Mr. Tany murmelte etwas
von "Arzt holen" und ging wieder.
Während
ein Arzt, der eiligst herbeigeholt worden war, Scully untersuchte, wartete
Mulder im Korridor vor der Tür. Ein Mann, den er als denjenigen wieder erkannte,
der ihn vorhin hierher gebracht hatte, hielt auf seinem Weg durch den langen
Gang inne und kam vor Mulder zum Stehen. Er erklärte ihm, dass er soeben mit den
Zuständigen wegen des Fluges nach New York gesprochen hätte und das alles klar
gehen würde. Dann nannte er Mulder die Zeit des Abfluges am nächsten Morgen. Er
wollte schon weitergehen, doch Mulder hielt ihn zurück.
"Entschuldigung."
Mulder sah etwas verlegen zu Boden, blickte aber gleich wieder in Mr. Tanys
Augen. "Kann man hier irgendwo etwas zu essen bekommen?"
"Natürlich.
Wir haben eine Kantine. Dort können Sie etwas bekommen." Er beschrieb Mulder den
Weg dorthin, wobei er seine Worte mit deutenden Gesten seiner Arme untermalte.
Sobald er seine Wegbeschreibung beendet hatte, eilte er wieder seines Weges und
ließ Mulder allein zurück. Nach einigen Minuten des Wartens, öffnete sich die
Tür zu dem kleinen Zimmer, in dem Scully lag. Ein Arzt im weißen Kittel trat
heraus und sah Mulder prüfend an. Sofort registrierte er dessen besorgten
Blick.
"Kein
Grund zur Sorge." Der Arzt lächelte beruhigend. "Ihrer Frau geht es gut. Sie ist
wieder bei Bewusstsein. Es waren Erschöpfung und die Kälte. Sie braucht nur
etwas Erholung und Wärme." Er grinste und lief dann rasch den Flur
entlang.
"Sie
ist nicht..." Mulder hatte die Worte noch nicht ausgesprochen, als der andere
schon außer Hörweite war.
"...meine
Frau", vollendete er leise den Satz.
Später
saßen Mulder und Scully in dem engen Zimmer nebeneinander auf dem Bett, zwei
Tassen mit heißem Tee auf dem kleinen Nachtschrank daneben. Mulder hatte Scully
seinen Pullover gegeben, damit sie überhaupt etwas zum Anziehen hatte. Ihre
Oberbekleidung hatten sie in dem Raumschiff, oder was auch immer es gewesen sein
mochte, zurücklassen müssen. Demzufolge saß Mulder jetzt im T-Shirt neben
Scully, die mit den für sie viel zu langen Ärmeln seines Pullovers kämpfte.
Obwohl der Tee nicht besonders gut schmeckte, erfüllte er doch seinen Zweck und
wärmte sie innerlich. Mulder hatte ihn zusammen mit etwas zu Essen in der
Kantine besorgt. Scully trank einen Schluck und sah Mulder dann über den Rand
ihrer Tasse hinweg an.
"Haben
Sie schon eine Idee, wie wir nach Hause kommen?"
"Es
ist alles geklärt."
Scully
sah Mulder ungläubig an, während sie die Tasse wieder
hinstellte.
"Wie
geklärt?"
"Wir
fliegen morgen früh mit dem Flugzeug der Station nach New
York."
Das
Badezimmer war ein winziger Raum, in dem man gerade genug Platz hatte um sich
einigermaßen frei bewegen zu können. Scully, die gerade aus der Dusche stieg,
wäre dabei beinahe gegen das Waschbecken gestoßen. An einem Haken an der Wand
fand sie einen weißen Bademantel, den sie gleich anzog. Er war ihr zwar viel zu
groß, aber das störte sie im Moment wenig. Das warme Wasser der Dusche war eine
Wohltat für ihren unterkühlten Körper gewesen, doch sobald sie das Wasser
abgedreht hatte, war die Kälte wieder in ihre Glieder gekrochen. Sie wickelte
sich fest in den warmen Frotteemantel ein und öffnete die Tür. Mulder lag
bereits auf einer Seite des Bettes und schlief. Scully ging ganz leise, um ihn
nicht wieder zu wecken auf die andere Bettseite. Vor dem Bett blieb sie mit
einem äußerst seltsamen Gefühl des Unbehagens stehen. Das Bett war gerade groß
genug für zwei Personen, aber es gab nur eine Bettdecke, die sie sich mit Mulder
teilen musste. Schließlich krabbelte sie doch unter die Bettdecke, mitsamt dem
Bademantel, da sie keine Lust hatte in Mulders Pullover zu schlafen. Scully lag
auf dem Rücken, den Blick starr nach oben gewandt und versuchte die Tatsache zu
ignorieren, dass sie mit Mulder in einem Bett lag. Er lag neben ihr, mit freiem
Oberkörper und nur mit seinen Boxershorts bekleidet. Es war eine Sache mit ihm
im Schnee zu liegen wie vor ein paar Stunden, doch das hier war etwas anderes,
das ihr nicht ganz geheuer war. Aber die einzige Alternative wäre der Fußboden
gewesen und dem war ein weiches Bett allemal vorzuziehen. In ihre Gedanken
hinein hörte sie plötzlich seine vertraute Stimme.
"Scully."
Sie
drehte sich auf die Seite und sah Mulder an. Er lag ebenfalls auf der Seite, das
Gesicht zu ihr gewandt. Er schlief. Er hatte im Schlaf gesprochen. Es war nur
ein undeutlich gemurmeltes Wort, doch es war eindeutig als ihr Name zu erkennen
gewesen. Sie hörte sich selbst "Ja?" antworten, mit einer Stimme, die nicht ihre
Eigene zu sein schien. Scully sah ihn erwartungsvoll an, obwohl sie eigentlich
nicht glaubte eine Antwort zu bekommen. Ein unbestimmbares Gefühl erwachte in
ihrem tiefsten Innern. Etwas daran beunruhigte sie. Mulder bewegte die Lippen.
Und dann hörte sie etwas, wovon sie nie gedacht hätte, dass es einen solchen
Klang haben könnte. Ihren Vornamen.
Dana. Scully schloss die Augen, sie konnte nicht anders. Dieses Wort aus seinem
Mund zu hören war so seltsam. Aber es klang so wundervoll. Sie öffnete die Augen
wieder und betrachtete Mulder noch eine Weile. Ihr Lächeln vertiefte sich immer
mehr, was sie selbst kaum bemerkte. Mulder hatte im Schlaf ihren Namen gesagt,
ihren Vornamen. Hieß das, er träumte von ihr? Sie hätte zu gern gewusst... Nein,
sie wollte gar nicht wissen, was er träumte. Scully rückte ein kleines bisschen
näher an ihn heran. Ihr war so kalt und er war so schön warm. Warum sollte sie
sich eigentlich nicht an ihm wärmen? Etwas in ihr sträubte sich dagegen, aber
die einladende Wärme, die von ihm ausging, war zu verlockend, als dass sie der
Versuchung hätte widerstehen können. Nach Wärme suchend rückte sie noch näher zu
ihm, so nah, dass nur das weiche Frottee ihres Bademantels ihre Körper
voneinander trennte. Der gleichmäßige Rhythmus seines Atems hatte eine wunderbar
beruhigende Wirkung auf sie. Eingehüllt in seine wohlige Wärme, kuschelte sie
sich ganz dicht an ihn. Noch immer selig lächelnd als sie längst schon
eingeschlafen war.
Am
nächsten Morgen erwachte Mulder mit einer süßen Überraschung. Scully schmiegte
sich eng an ihn. Warm und weich. Seine Hand lag auf ihrem Rücken. Er hatte nicht
erwartet sie in seinen Armen vorzufinden. Im ersten Moment wusste er nicht
recht, ob er noch träumte oder ob er schon wach war. Aber es fühlte sich zu echt
an um nur ein Traum zu sein. Er lag reglos neben ihr und wartete, bis er ganz
wach war. Er traute sich kaum die Augen wieder zu schließen, aus Angst Scully
könnte nicht mehr da sein, wenn er sie wieder öffnete. Er fing an seine Umgebung
deutlicher wahrzunehmen. Langsam kam ihm wieder zu Bewusstsein, wo er eigentlich
war. Er war jetzt ganz sicher, dass er nicht mehr träumte. Scully war immer noch
da. Ihr Gesicht lag an seine Brust gelehnt, eine Hand lag auf seiner Schulter.
Die tiefen Atemzüge verrieten, dass sie noch fest schlief. Mulder blieb ganz
still liegen und kostete das Gefühl aus sie so nah bei sich zu haben. Er wusste,
wenn sie aufwachte, würde es vorbei sein.
"Schlaf
nur weiter", flüsterte er ganz leise. Sein Blick fiel auf die Uhr, die ihm
sagte, dass es höchste Zeit wurde aufzustehen. Auch wenn es ihm überhaupt nicht
recht war, er musste Scully wecken, wenn das Flugzeug nicht ohne sie starten
sollte. Ganz sanft küsste er sie auf die Stirn. Was aber nur zur Folge hatte,
dass Scully sich noch dichter an ihn kuschelte. Sie bewegte sich zwar, schlief
aber weiter. Mulders Hand, die immer noch auf ihrem Rücken ruhte, begann sie zu
streicheln. Er strich zärtlich über ihren Rücken, wanderte hinauf über die
Schulterblätter und ihren Nacken zu ihrem Haar.
"Scully.
Aufwachen." Er sprach leise in ihr Ohr, während seine Hand streichelnd über ihr
Haar fuhr.
Scully
glitt ganz langsam aus ihren Träumen in die reale Welt zurück. Sie glaubte seine
Stimme gehört zu haben. Ganz nah. Konnte das möglich sein. Sie spürte, dass sie
an etwas warmen lag, nicht wissend, was es war. Etwas strich über ihre Haare.
Eine Hand? Scully öffnete verschlafen die Augen um sie sofort wieder zu
schließen.
"Guten
Morgen, Scully."
Es
war eindeutig seine Stimme. Allzu deutlich wurde ihr plötzlich bewusst, gegen
was sie da lehnte. Dass es nur Mulder sein konnte. Instinktiv rückte sie ein
Stück von ihm fort. Mulder hörte auf sie zu streicheln und zog seine Hand
zurück. Auch wenn er vorher gewusst hatte, wie sie reagieren würde, war er doch
enttäuscht darüber. Insgeheim hatte er gehofft, er würde sich irren. Aber er
irrte nicht. Es war scheußlich ihren Körper nicht mehr an seinem zu spüren.
Dennoch lächelte er sie an. Scully sah verwirrt an sich hinunter. Irgendwie
erleichtert stellte sie fest, dass sie den Bademantel, in dem sie eingeschlafen
war, noch anhatte.
"Wie
spät ist es?" fragte sie, eigentlich nur um abzulenken.
"Kurz
nach sieben. Wir müssen aufstehen, sonst verpassen wir den
Flieger."
Damit
rollte er sich auf den Rücken, schlug die Bettdecke zurück und ging ins
Badezimmer um sich anzuziehen. Scully blieb noch liegen. Solange Mulder im Bad
war, konnte sie sowieso nicht hinein. Sie sah sich im Raum um. Erst jetzt
begriff sie, wo sie war. Jetzt fiel ihr auch wieder ein, was dazu geführt hatte,
dass sie sich in der Nacht an Mulder gekuschelt hatte. Scully lächelte in sich
hinein. Da ging die Tür vom Badezimmer wieder auf. Mulder blieb in der Tür
stehen. Seinen Pullover hatte er nicht angezogen, den hielt er in den Händen.
Als Scully sich aufsetzte, warf er ihr das Kleidungsstück zu. Reflexartig griff
sie danach um es aufzufangen.
"Ziehen
Sie sich an. Wir sind spät dran."
Scully
sah geistesabwesend aus dem kleinen Fenster des Flugzeuges hinunter auf den
Ozean. Mulder, der den Platz neben ihr eingenommen hatte, betrachtete sie dabei.
Plötzlich fiel ihm etwas ein. Scullys Kleidung hatten sie zwar verloren, aber
eine Sache hatte er doch retten können. Mulder zog etwas aus seiner Tasche
hervor, nahm Scullys Hand und legte ihre Kette hinein. Scully sah zuerst die
Kette mit dem kleinen, goldenen Kreuz und dann Mulder einen Augenblick
verwundert an. Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem
Gesicht.
"Danke."
Sie hielt seine Hand in der ihren fest. "Nicht nur dafür, dass Sie die Kette
gerettet haben. Ohne Sie wäre ich vermutlich nicht mehr am
Leben."
Mulder
sah ihr tief in die Augen. Wie gern hätte er ihr gesagt, dass er nicht nur ihr
Leben, sondern auch seines gerettet hatte, dass er ohne sie nicht leben könnte.
Stattdessen lächelte er sie an.
"Sie
hätten das Selbe für mich getan."
Scully
nahm die Kette an sich und lächelte Mulder zu.
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Ich
hoffe, es hat euch gefallen. Schreibt an RiekeX@gmx.de