Special Thanx: An meine SUE!!! Die diese Schwärmerei so verdammt
schnell umgedreht hat. Einen dicken Kuss, Honey.
Wir werden die ersten 15 Minuten von Platoon ansehen, wenn du her kommst!
Feedback wird sehr geschätzt!
Worship all that St. Vince makes holy!
Adagio
Scully konnte an dem bernsteinfarbenen Licht, das durch Mulders Schlafzimmerfenster
fiel, sehen, dass
der Tag beinahe vorbei war. Sie rollte sich auf ihren Rücken,
erwartete Schmerz, doch da war nur ein
schwaches Ziehen. Es gab keine Schnitte, keine Quetschungen, nur Blut.
Viel Blut. Sie lag still, ruhte sich
aus, doch konnte nicht schlafen.
Sie konnte ihn in dem anderen Raum mit den Detectivs reden hören,
seine Stimme wegen ihr gedämpft.
Sie schnürten lose Enden zusammen, schleppten den Körper
fort, riefen den Hausmeister an, damit er
den Flur des Kellergeschosses noch einmal wischte – alles an einem
Tag in dem Leben eines
Bundesagenten. Sie hob ihre Augen, um ihr Spiegelbild in dem gekachelten
Baldachin zu treffen. Die
Farbe war in ihre Wangen zurückgekehrt und das Zittern hatte aufgehört.
Ihre Augen brannten vom Weinen
und ihre Lippen waren noch immer leicht fleckig. Sie fühlte sich
müde und entleert, unsicher und
ängstlich, aber auch getröstet durch die Laken des Bettes
ihres Partners, die sie leicht umgaben.
Er hatte sie hierher gebracht, hatte sie von der Stelle, wo sie ihn
umklammernd, von Schluchzern
geschüttelt, eingebrochen war. Er hatte sie trotz ihres leichten
Protests auf die Decken gelegt und sich
an ihre Seite gesetzt, hatte ihre Wange gestreichelt, bis sie sich
beruhigte. Sie lag dort, fühlte sich schwer
und erschöpft, während er ein feuchtes Tuch und eine Schüssel
mit warmem Wasser hereinbrachte, ihre
Bluse aufknöpfte und sanft das Blut von ihrem Hals und ihrem Bauch
wischte. Es war nicht notwendig,
eine Probe zu machen, beide wussten, dass es ihres war, und sie wollte
nicht, dass der Grund ihrer
Verletzungen den Raum verließ. Ihre Augen stießen auf sein
trauriges Gesicht, als er sie reinigte, wie eine
Mutter ihr Kind, zart und langsam, ihre Kleider entfernend, um das
Blut von ihrer Brust und ihrer Taille zu
wischen. Sie lag da, schlaff und welk, während er ihren Arm hob,
den rosa gefleckten Stoff um ihn gleiten
ließ, glaubte seinen Entschuldigungen, als sie in seinem Hals
aufzukommen kämpften. Aber da war mehr
in seinen Augen als Reue; ein Schmerz, Trauer. Ihre Brust schmerzte
zu sehr, um es beim Namen zu nennen.
Er trocknete sie mit einem kleinen Handtuch ab und stülpte ein
sauberes T-Shirt über ihren Kopf, legte sie
zurück und zog die Decken zu ihrem Kinn.
„Schlafen Sie."
Es waren die ersten Worte, die er sagte, seit er die Tür aufgebrochen
hatte. Die Blässe seiner grüngoldenen
Augen verriet seine Müdigkeit, als er ihre Hand drückte und
davon ging. Wie ein Zauberspruch ließen diese
zwei Worte, von seiner Stimme gesprochen, ihre Augen schwer werden,
und sie schloss sie, glitt seicht in
einen leichten Traumzustand, bevor sie die Tränen wieder einholen
konnten. Aber sie konnte nicht
vollständig schlafen, ihre Ohren blieben wachsam und suchten,
verfolgten die Geräusche, die er machte,
als er in den Raum neben ihr ging, die Behörden verständigte,
die Tropfen ihres Blues vom Boden wischte,
bevor sie ankamen.
Jetzt, Stunden später, mit dem Vorraum voll von Fremden, war sie
noch immer durch seine Geräusche mit
ihm verbunden. Seine bekannte Sprachmelodie aus dem Chor von Stimmen
herauspickend, hallte sie in ihr
wieder und sie hielt sie fest. Durch einige Wunder Gottes gab es noch
immer eine Kammer, wo sie sie
sammeln konnte. Der verdeckte Geist hatte seine Aufgabe verfehlt. Sie
wollte sich nicht an das Gefühl
seiner Finger erinnern, die ihr Fleisch teilten, wie ein schwaches
Messer durch Butter hinein langend, seine
Fingerspitzen ihr Herz suchend und es umfassend, die sich schließende
Faust des Phantoms, wie sie begann,
zu ziehen. Die Festigkeit des Drucks, die ihre Schreie entzündete,
als sie merkte, wie ihr Inhalt in Form
von Blut herausfloss. Und in dem roten Strom, der aus ihrer Brust sprudelte,
stand ein Wort.
„Mulder?"
Ihre Augen öffneten sich, ihre Stimme entkam kaum ihren trockenen
Lippen. Sie streckte ihre Hand nach
dem Glas Wasser aus, das er neben dem Bett gelassen hatte, und trank
es aus. Sie war durstig.
Er stand in der Schlafzimmertür. „Scully?"
Sie streckte ihre Hand nach ihm aus, und er kam näher und hielt
sie sanft. Ihre Augen machten den offenen
Eingang aus. „Sagen Sie Ihnen, dass sie gehen sollen, Mulder."
„Wer ...?"
„Mit wem immer Sie auch gesprochen haben. Ich will sie hier nicht haben. Ich will, dass sie gehen."
Seine Augen verengten sich in Sorge. Er streichelte die Rückseite
ihrer Hand. „Okay, das mache ich.
Sind Sie in Ordnung?"
„Ja ... ich will nur ... dass sie gehen."
Er nickte wieder und legte ihren Arm zurück auf ihre Brust, verließ
den Raum. Sie schloss ihre Augen
und fühlte die Feuchtigkeit, die sich unter ihren Lidern sammelte,
als sie seine Stimme erneut heraussiebte,
vertuschend und besorgt, wie er den Männern sagte, dass sie gehen
mussten, da sie Ruhe brauchte.
Papier knitterte und Mäntel raschelten – sie gingen, und sie war
beruhigt, wischte die Tränen von ihren
Augen. Ein paar Minuten später hörte sie, wie sich die Tür
schloss, und Mulder durch sein Wohnzimmer
schlurfte und die Vorhänge zuzog.
Vielleicht war es nicht so gut gewesen, sie wegzuschicken; er war jetzt
ruhig. Sie wollte wieder nach ihm
rufen; in der Stille gab es nichts, was sie verband. Aber er kehrte
bald ins Schlafzimmer zurück, um die
Vorhänge zu schließen, damit sie vor dem roten Licht der
untergehenden Sonne geschützt war.
„Nicht", sagte sie. „Lassen Sie sie offen."
Er drehte sich zu ihr und nickte, fragte nicht warum, drehte sie nur wieder auf. „Ist das in Ordnung?"
„Ja. Kommen Sie her." Ihre Stimme, in den leisen Ton der Erleichterung,
dankte ihm , weil er nicht
gefragt hatte, warum die Vorhänge aufbleiben mussten, warum die
Männer gehen sollten, warum sie ihn
sprechen hören musste. Mit den geschlossenen Vorhängen konnte
sie nicht sicher sein, dass sie nicht
noch immer neben der Tür war, gefangen zwischen den Linien. Die
Sicht von hier war anders.
„Ich habe Ihnen gesagt, dass Sie hingehen und Ihre Aussage morgen machen
werden", sagte er, indem
er sich wieder zu ihr setzte, ihre schmale Hand zwischen seine nahm
und ein kleines Lächeln versuchte.
Sie drückte seine Hand. „Danke. Ich konnte nur ..."
„Ich weiß, es ist okay. Sie müssen nichts erklären."
Sie nickte mit dem Kopf. Sie musste es erklären, aber die Worte würden nicht kommen.
„Wollen Sie, dass ich sie nachher nach Hause bringe?"
In einem anderen Fall, in einem anderen Monat des Jahres, wäre
sie dankbar dafür gewesen, dass er
es verstand, dass sie ihre Wunden im Privaten lecken musste. Aber nicht
dieses Mal. Dieses Mal würde
sie sich nicht in diese bekannte Einsamkeit zurückziehen. Sie
würde es sich nicht erlauben. Sie schüttelte
ihren Kopf.
„Nein. Ich denke nicht, dass ich jetzt allein sein möchte."
Er sah auf das leere Wasserglas neben dem Bett. „Ich bringe Ihnen mehr
Wasser. Sind Sie hungrig? Kann
ich Ihnen eine Suppe oder irgendetwas anderes machen? Ich bin gut in
Toastzubereitung."
Sie lächelte ihn an. Sie fühlte sich wie ein kleines Mädchen,
das wegen Krankheit nicht in der Schule ging,
sondern zu Hause geblieben war. Es hatte Jahre gedauert, bis sie irgendwem
erlaubt hatte, sich so um
sie zu kümmern.
„Suppe klingt gut."
Seine Augen enthärteten sich in stillem Dank dafür, dass sie ihm diesen Genuss gestattete. „Ist sofort da."
Sie schloss ihre Augen und hörte ihm zu, wie er klapperte und durch
die Küche schlurfte. Hausgeräusche,
Geräusche, die ein Liebhaber bei Morgenanbruch nach einer langen,
leidenschaftlichen Nacht machte. Sie
war es gewöhnt, von dem Geräusch, dass Jake beim Frühstück
machen verursachte, aufzuwachen. Es war...
tröstend, persönlich. Sie und Mulder waren in so vielen Dingen
miteinander vertraut. Und so viele Dinge
waren so anders, so schwer in Worte zu packen.
Die Fenstervorhänge waren, die sternenklare Nacht und den Mond
über den Dächern preisgebend, geöffnet.
Sie saßen zusammen auf der Kante seines Bettes und aßen
Campbells und Toast und Marmelade auf seinem
Nachttisch in dem sanften Glühen der Tischlampe. Er plauderte
ziellos mit ihr, seine Beine auf einen
Stuhl gelegt; erzählte ihr kleine Geschichten, die vom Mond, den
Sternen, von allem, was nicht auf der
Erde weilte, handelten.
Und sie war ruhig; ihre Augen geöffnet und blau, hörte zu,
lehnte sich in die Kissen am Kopfende zurück,
hing an jedem seiner Worte, als seine vielseitiger Vorstellung wanderte,
all die Lichtpunkte in ihre
Richtung drängte. Seine Unterhaltung bestand aus nichts, doch
sie hielt sich an jedem Wort fest und steckte
sie weg. Hielt ihn verschlossen. Füllte den Platz, der ausgedrückt
worden war.
Die warme Suppe füllte ihren Bauch, und sie begann müde zu
werden. Er brachte ihre Schüsseln weg,
während sie aufstand, ihr Gesicht wusch und sich für die
Nacht vorbereitete. Als sie zurückkam, steckte
er sie wieder ins Bett, deckte sie mit Zusatzdecken aus dem Wandschrank
zu.
Das Licht dämpfend, setzte er sich neben sie, streichelte ihre
Wange bis sie eingeschlafen war.
Es kehrte im Traum zu ihr zurück. Die Erinnerung an Musik strömte in ihren Geist.
Adagio for Strings, Barbers melancholisches Musikgedicht für den
Verlust einer verehrten Liebe,
spielte aus ihrem Autoradio, als sie anhielt und vor der Kirche parkte.
Die langen, leidenden Akkorde fielen und strömten dahin, spülten
Erinnerung durch ihre Ohren, während
sie durch den heiligen Bogen ging und sich selbst als Ebenbild des
Wunders von St. Margaret – Mary
empfand. Das Reißen des Cellos, das Stöhnen der Bässe
und der Triumph der Streicher erinnerten sie an
ein Gebet. Ein langes, wunderschönes Märchen, gegossen aus
veredelten Erfahrungen und allgemeinem
Leid. Sie bemerkte, dass sie einander in Liebe akzeptierten. Sie beteten
gemeinsam, da einer in Hoffnung
dem Glauben auf Erlösung folgte; ein endloser Akkord suchte seinen
Höhepunkt, aber fand jedoch nie
wirkliche Erlösung.
Messias hielt die Flamme und die Schmerzen von sechs langen Jahren in
seinen Händen, schlug weich und
schwach. Es war kein Wunder, dass sie so bereit für ihn war, dem
Fremden, leise ihr Leben in ihrem Ohr
anstimmend, als sie in dem dunklen Öl der Leinwand verloren war.
Hätte sie sich nicht auf seine Anmerkung
eingestellt, hätte sie sie nicht gehört, nicht auf seine
Formulierung geantwortet, als er versuchte, sie zu
erfassen. Seine Stimme, weich und beruhigend, ihr auf eine gewisse
Art sagend, dass er es war, auf den sie
wartete, er war der Schlüssel zu allem, was sie versteckt hielt.
Seine Stimme waren wie Hände, die sie
durchlebten, nach ihr langten, den Vorhof streichelten, die Herzkammer,
die das Blut auferstehen und
pulsieren ließ; den Schlag wieder anschwellen ließen, der
jedes Jahr schwächer geworden war. Ja, da gab
es Hände, die in sie langen konnten, aber sie gehörten nicht
zu diesem Mann. Sie hatte sich getäuscht.
Der Fremde hatte eine alte Bahn gefunden, die durch diese Finger in
sie gesponnen war, die heute von dem
roten Ausschlag ihres Blutes gefärbt waren, die sie so sanft wie
Blütenblätter, die von einer vergessenen
Rose fallen, gewaschen und berührt hatten.
Sie öffnete ihre Augen und setzte sich auf. Es war schon sehr spät,
der Mond war nicht länger außerhalb
des Fensters und sie war allein. Sie zitterte, ihre Brust schmerzte
stumpf. Es war zu ruhig, zu dunkel. Das
Stöhnen der Streicher und der Rhythmus der fremden Alltäglichkeit
echoten in ihrem Ohr. Nicht mehr.
Sie stand auf und schlüpfte aus dem Bett, schlang ihre Arme um
sich und wanderte aus dem Zimmer. Sie
fand sich im Wohnzimmer wieder, wie sie neben ihm stand, während
er auf der Couch schlief; beobachtete
das tiefe Heben und Senken seiner Brust, brauchte die Verbindung, musste
sprechen, die Nachricht
überbringen.
Sie berührte sein Haar und seine Augen schlugen erschrocken auf.
„Scully. Sind Sie in Ordnung?", fragte er verschlafen mit einem leichten
Gähnen, das sie an ein taumelndes
Kind erinnerte.
„Das werde ich sein. Rutschen Sie rüber."
Er lächelte schüchtern und hob die Decke, um sie dazu einzuladen,
sich neben ihn zu legen. Sie schlüpfte
darunter, ihren Rücken gegen seine Brust gelehnt, während
er sie beide mit der Decke einhüllte. Er war
so warm. Er nahm sie in die Arme und hielt sie süß – um
ihre Hüfte und unter dem Kissen, so dass er ihre
Haare mit seinen Fingerspitzen streicheln konnte. Sie schloss ihre
Augen, fühlte, wie die Angst und der
schwache Schmerz in ihrer Brust sich linderten und in seiner Umarmung
dahinschmolzen. Er atmete leicht
gegen ihren Hals, während sie still zusammen lagen. Wie konnte
sie sich so getäuscht haben?
Mulder, dass ist der Grund, warum ich um uns weine.
Sie atmete tief ein und ließ die Luft langsam frei, kämpfte
mit den Tränen. Er konnte ihre bewegenden
Emotionen fühlen und küsste sanft ihren Nacken. „Shh...",
flüsterte er. „Schlafen Sie, Scully. Ich bin bei Ihnen."
„Ich will nicht so sein, Mulder."
Sie fühlte, wie er seinen Kopf ein Stück hob. „Wie was?"
„So leer, so entfernt von jedem. So weit weg von mir."
„Das sind Sie doch gar nicht, Scully ..."
„Nein Mulder. Ich bin es. Ich war so weit weg, dass ich nicht wusste,
was in meinem Herzen vorging, bis
jemand versuchte, es mir zu entreißen. Ich stand meiner größten
Angst gegenüber, meine Angst, meine
Fähigkeit zu lieben, zu verlieren."
Er hielt sie für einen Augenblick einfach nur fest, atmete flach,
kämpfte mit seinen eigenen vergrabenen
Emotionen.
„Scully, ich habe auch meiner schlimmsten Angst ins Auge gesehen. Keine
Frau, die so wunderschön ist
wie Sie, bleibt für lange Zeit ungeliebt."
„Es tut mir leid, dass sie uns auf diesem Weg finden mussten", sagte sie leise.
Er drückte sie an sich. „Ich kann dich nicht gehen lassen", flüsterte
er gegen ihr Haar. "Aber ich werde
dich gehen lassen, wenn du mich jemals darum bittest."
„Das werde ich nicht ...". Die Worte blieben in ihrem Hals gefangen.
„Nie. Ich denke, dass ist das, was
ich sagen musste. Macht das einen Sinn?"
Er lächelte in ihr Haar. „Ja, das tut es." Er seufzte, ließ
seine Stirn an ihrer Wange ruhen und schloss seine
Augen. „Agent Scully ist verliebt..."
- E N D E -
Das war's. Sorry, soweit.
Das wäre dann Entschlossenheit.
Sendet cyber-snuggles an Terma99@aol.com
Besucht meine Webpage für eure schmutzigen Bedürfnisse.
http://www.geocities.com/hotsprings/8334/fic.html