Autor: Isa
E-Mail: incredibly_moooo@gmx.net
Spoiler: Eindeutig "The Unnatural"
Rating: NC-17
Kategorie: MSR
Disclaim: Ok, ok… Die zwei Figuren, die in der Story auftauchen gehören leider nicht mir sondern Chris Carter und Fox Televison.. Ich versuche hier auch wirklich kein Geld zu verdienen....
Zusammenfassung: Haben wir uns nicht alle gefragt, was nach der Baseballszene am Schluss passiert? ;o)
Autorenbemerkung: Ein gaaaanz besonders großes Lob gebührt Nastally! Sie war die Betaleserin dieser Story. Danke Süße!!!



When the Rain begins to Fall




Die Regentropfen, die noch immer schräg mit dem Wind fielen, klopften an ihr Fenster als sie erwachte. Sie sah hinaus uns starrte in die Nacht. Die Wolken schienen mit jeder verstreichenden Sekunde dichter zu werden, und das Schlafzimmer versank in der Dunkelheit. Nur Blitzte, die mit Beständigkeit am Himmel aufleuchteten, erhellten den Raum. Der schlafende Körper neben ihr war warm, und einige Schweißperlen zierten noch seine Brust. Sie verliehen der Haut unter ihren Fingern eine glänzende Färbung. Ihr Kopf lag auf seinem Brustkorb, der sich bei jeder seiner Atembewegungen leicht hob und sich dann wieder senkte. Sie lagen noch immer eng umschlungen nebeneinander. Wie sehr hatte sie das Gefühl von nackter Haut auf nackter Haut vermisst. Ihre Fingerspitzen glitten über seine Brust und sie lauschte dem Rhythmus seines Herzschlags.

* * *

Oh Gott Dana! Warum kannst du nicht einmal nein sagen, wenn er dich um etwas bittet? sagte eine innere Stimme zu Scully als sie, mit vor der Brust gekreuzten Armen, auf einen Stapel von Ordnern sah. Mulder hatte sie gebeten die Nachschlagewerke zurück in die FBI-Bibliothek zu bringen. Noch bevor sie etwas sagen konnte hatte er ihr einen bittenden Blick zugeworfen. Er wusste genau, dass sie dem nicht wiederstehen konnte, aus welchen Gründen auch immer. Bevor er dann entgültig verschwunden war vernahm sie noch ein leises "Danke Scully!". Scully dachte an die vielen Male zurück bei denen er das Gleiche getan hatte. Wie sauer sie auch oft im ersten Moment war, sie konnte später doch immer darüber lachen.
 
Ihr Blick schweifte durch den Raum und blieb schließlich am kleinen Kellerfenster hängen. Sie ging einen Schritt darauf zu und sah nach Draußen. Einige Zeit lang beobachtete sie das geschäftige Treiben auf den Straßen von Washington DC. Es war spät am Nachmittag, und die Sonne schien mit ihrer ganzen Kraft vom strahlend blauen Himmel herab, und nur ein schwacher Windhauch hinderte die schier stehende Luft daran zu flimmern. Die Blätter der wenigen Bäume, die neben den Straßen aus dem Asphalt ragten, wiegten leicht hin und her und ein beruhigendes Rauschen ging von ihnen aus. Durch die Krone eines Baumes, der sich unmittelbar vor dem Fenster befand, wurden die Sonnenstrahlen gebrochen und kleine Lichtpunkte begannen im abwechselndem Tempo auf Scullys Gesicht umher zu tanzen. Eine Strähne ihres roten Haares fiel ihr ins Gesicht, als sie ihren Kopf zur Seite neigte. Die Strähne glitzerte im Licht und ihr Haar nahm eine kupferne Färbung an. Ein kleiner Springbrunnen, auf dem Platz vor dem Eingang des FBI-Gebäudes, plätscherte leise vor sich hin. Das Wasser, welches unaufhörlich in die Luft geworfen wurde um dann wieder in seine Ruhestätte im Auffangbehälter zurück zu kehren, funkelte in den Strahlen der Sonne und es schien, als würden Tausende kleiner Elfen darauf umhertanzen.
 
Plötzlich wurde sie, durch das klingeln ihres Mobiltelefons aus ihren Gedanken gerissen. Sie strich sich die Strähne aus dem Gesicht und holte ihr Handy aus der Innentasche ihres dunkelblauen Blazers heraus. Verdammt! Sie trug ein weißes T-Shirt, und jedes Mal wenn sie die Arme hob, schob es sich ein Stück nach oben, und ein kleiner Streifen ihrer Haut kam zum Vorschein. Sie schwor sich nie wieder auf ihre Freundin Anastasia zu hören, die ihr zum Kauf dieses T-Shirts geraten hatte.
 
"He Scully ich bin’s!" Mulders Stimme klang aufgeregt. "Wollte Sie nur noch mal dran erinnern, dass Sie die Ordner zurück bringen! Kay?"
 
"Muld.." Weiter kam sie nicht. Er hatte bereits aufgelegt. Scully nahm das Telefon von ihrem Ohr und starrte noch eine Weile darauf. "Nein. Nicht Kay Mulder!", sagte sie in einem gereizten Tonfall. Normalerweise war sie es gewohnt hier drin zu sitzen. Aber nicht heute! Nicht an so einem schönen Tag!
 
Schließlich lies sie ihr Handy wieder in die Tasche gleiten und wandte sich erneut dem Fenster zu. Ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen. Doch schnell wurde sie wieder vom Alltag eingeholt. Sie seufzte und ihr Blick wanderte zurück zu den Ordnern. Na los Dana! Mach schon! Je schneller du anfängst, desto schneller kannst du hier raus! hallte es durch ihren Kopf. Ihre Muskeln verspannten sich schon alleine von dem Anblick der Ordner.
 
Irgendwann musste sie beginnen und so tat sie, von einem Seufzen begleitet, einen Schritt auf den Ordnerstapel, der auf dem Schreibtisch lag, zu. Sie benötigte beide Hände um den ersten Ordner hochzuheben und torkelte dann damit die Stufen vom Keller bis zur Bibliothek hinauf.
Als sie etwas außer Atem wieder unten ankam, und den noch immer nicht kleiner werdenden Stapel betrachtete, verfluchte sie Mulder, und dachte sich Hunderte von verschiedenen Möglichkeiten aus, wie sie ihm das heimzahlen konnte. Wiederwillig machte sie sich wieder an die Arbeit.
 
Geschafft! Müde setzte sie sich auf eine Kante des Schreibtisches und atmete aus. Ihre Füße schmerzten von dem ständigen Auf und Ab in diesen hochhackigen Schuhen, und ihre Muskeln waren weit verspannter, als sie es sich vorgestellt hatte. Scully legte eine Hand auf ihren Nacken und begann ihre Muskeln zu massieren.
 
Sie hatte nicht bemerkt, dass die Sonne bereits im Begriff war unter zu gehen, und dass das Licht des ersten Sternes begann, sich am immer dunkler werdenden Himmel ab zu zeichnen. Das fahle Dämmerlicht, das noch den Weg durch das Fenster fand, färbte Scullys Haare in ein tiefes rot und umspielte ihr Gesicht. Sie schloss für einen Moment die Augen und ließ ihren Kopf auf die linke Schulter fallen.
Auch diesmal wurde sie durch das Klingeln ihres Mobiltelefons aus ihren Gedanken gerissen, welche sich jetzt nur noch um eine Wanne Rand voll mit heißem Wasser und Schaum drehten. Und um Ruhe. Sehr viel Ruhe! Doch das Klingeln wurde immer unerträglicher. Im Raum war es dunkel geworden und sie ging hinüber zum Lichtschalter. Als sie ihre Hand über den Schalter gleiten ließ nahm sie ab und hauchte müde "Scully." Das Licht schmerzte im ersten Moment in ihren Augen und lies sie unwillkürlich blinzeln. Bald hatten sie sich daran gewöhnt, und sie lauschte der Stimme am anderen Ende des Telefons.
 
"He Scully! Ich bin’s! Ich hätte da ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk für Sie! Ich warte hier im Park, und hoffe das Sie mich nicht versetzten!"
 
Sie hörte deutlich ein Grinsen aus seiner Stimme heraus.
 
"Mulder ich..."
 
Schon wieder hatte er aufgelegt. "...will jetzt lieber nach Hause fahren.", vollendete sie den Satz als sie das Telefon abermals von ihrem Ohr sinken lies.
Warum tat er das nur immer wieder? Hatte er Angst vor einem NEIN? Für Scully hatte es fast den Anschein...
 
Müde ließ sie ihre Hand wieder über den Lichtschalter gleiten. Als das Licht erlosch, wurde der Raum erneut in Dunkelheit gehüllt. Scully trat aus dem Büro heraus und schloss die Tür hinter sich ab. Mit einem leisen Seufzen stapfte sie die Stufen hinauf bis zur Empfangshalle.
 
"Bye Craig!"
 
"Auf wiedersehen Miss Scully!", entgegnete ihr der Wachmann.
 
Als sie die Tür öffnete, und aus dem FBI-Gebäude heraus ins Freie trat, kam ihr ein angenehm warmer Lufthauch entgegen. Sie blieb stehen. Aus einem unerfindlichen Grund verspürte sie das Bedürfnis, zum Himmel auf zu sehen. Als sie ihren Kopf hob, schien sich das gesamte Universum über ihr auszubreiten. Die Sterne funkelten und der Mond erhob sich voll und rund ans Firmament. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann sie das letzte mal einen so schönen Sternenhimmel gesehen hatte. Erst recht nicht hier in Washington! Oder beachtete sie den Nachthimmel zu wenig?
 
Manchmal beneidete sie Mulder. Er konnte einfach alles stehen und liegen lasse und zum Himmel hinauf sehen. Wie oft hatte sie ihn schon dabei beobachtet. Beobachtete, wie seine haselnussbraunen Augen wachsam umherwanderten und bei jeder Bewegung am Himmel aufleuchteten.
 
An eine Nacht konnte sie sich noch besonders gut erinnern. Die Sterne funkelten fast so wie heute und der Vollmond hatte verführerische Schatten auf sein Gesicht gezaubert. Er trug ein graues T-Shirt , eine dunkelblaue Jeans und lehnte gegen das Auto. Sie waren auf dem Rückweg von einem Fall gewesen als Mulder plötzlich anhielt und ausstieg. Er ließ sie verdutzt im Wagen zurück. Scully konnte sehen, wie er sich gegen die Scheinwerfer des Autos lehnte und folgte ihm. Bevor sie die Stille unterbrechen konnte, hob er seinen Zeigefinger zu seinen Lippen und deutete zum Himmel. Als sie sich dann auch gegen das Auto lehnte, berührten sich ihre Schultern flüchtig, und sie meinte, ein leuchten in seinen Augen zu sehen. Beide waren dort noch eine Weile gestanden, den Himmel betrachtend, froh darüber den anderen neben sich zu wissen.
 
"Er hält doch sowieso wieder nur Ausschau nach UFOs!", sagte Scully lächelnd zu sich selbst.
 
Noch immer konnte sie ihren Blick nicht von dem prachtvoll mit Sternen überfüllten Himmel abwenden. Bald war sie so sehr in Gedanken versunken, dass sie nicht einmal mehr die vorbei fahrenden Autos registrierte. Sie war nur noch von Stille umgeben, nahm nichts mehr von all dem wahr was um sie herum geschah. Von einem Moment auf den anderen hatte sie vergessen warum sie sauer auf Mulder gewesen war, und ihre Gedanken drehten sich nun nur noch um ihn. Wie wäre es wohl, wenn er sie berühren würde? Wenn sich ihre Lippen fänden und seine Hände erforschend über ihren Körper glitten? Oh Gott! Wie konnte sie nur solche Gedanken hegen? Er war ihr Partner und zugleich bester Freund!
 
Doch schon seit ihrer ersten Begegnung hatte sie gewusst, dass er niemals nur ihr Partner sein würde. Sie wusste, dass sie niemals nur freundschaftliche Liebe für ihn empfinden würde. Seit sie, bei ihrem ersten gemeinsamen Fall, in seinem Hotelzimmer war, ängstlich und verstört, er sie tröstete und ihr sein halbes Leben offenbarte, wusste sie, sie würde nie mehr einen anderen lieben können. Insgeheim hoffte sie, er würde genauso empfinden.
 
Die Sterne begannen bereits vor ihren Augen zu verschwimmen und sie wurde von dem hupen eines Autos aus ihrer Traumwelt zurück geholt. Scully blickte verwirrt um sich, setzte dann aber ihren Weg fort. Als sie sich dem Auto näherte begann sie in ihrer Tasche nach dem Schlüssel zu suchen. "Da bist du ja!", murmelte sie und öffnete sich die Tür. Bevor sie den Motor startete, atmete sie noch einmal tief ein. Warum musste sie nur immerzu an ihn denken? Sie schüttelte den Kopf, drehte den bereits im Zündschloss steckenden Schlüssel herum, und fuhr los.
 
Etwas später hatte sie den Park erreicht und stellte den Motor des Wagens ab. Sie schloss die Tür und machte sich auf die Suche nach Mulder. Nach einigen Minuten hatte sie ihn gefunden. Er stand auf einem Baseballfeld und ein kleiner Junge von vielleicht zehn Jahren betätigte eine Ballmaschine, die unaufhörlich Bälle in Mulders Richtung katapultierte. Mulder trug ein Baseballtrikot und eine blaue Jeans. Seine starken Hände umschlossen mit festem Griff einen Baseballschläger.
 
Langsam ging sie auf ihn zu, blieb aber kurz bevor sie ihn erreichte stehen. Weder er noch der Junge hatten sie bemerkt, und so genoss sie es noch einen Moment lang ihm zuzusehen. Bis jetzt hatte er alle Bälle getroffen und bei jedem Schlag schnellte seine Hüfte mit einer unbeschreiblichen Bewegung nach vorne. Sie errötete als sie merkte, dass sie auf seinen Hintern starrte, der durch die eng anliegende Hose betont wurde. Nach einer Weile wanderte ihr Blick seinen Körper hinauf bis zu seinem Armen. Einige Lampen erhellten das Spielfeld und so konnte sie das Spiel seiner Muskeln deutlich erkennen. Wenn sie jetzt nicht gleich etwas unternehmen würde, würde ihr ohnehin schon viel zu schnell schlagendes Herz anfangen den Rhythmus noch um einiges zu erhöhen. So tat sie einen Schritt auf die beiden zu und als der Junge sie bemerkte, und freundlich grüßte, drehte sich auch Mulder nach ihr um.
 
"Da sind Sie ja! Hab’ schon gedacht, Sie würden nicht kommen."
 
"Ich und nicht herkommen? Wie sind Sie denn auf diese Idee gekommen?" Ihre Stimme triefte vor Sarkasmus und Mulder drehte sich beleidigt um.
 
"Kommen Sie schon Mulder!", sagte Scully herzhaft lachend.
 
Eigentlich wollte er sich ja nicht zu ihr umdrehen und noch eine Weile die beleidigte Leberwurst spielen. Doch dieses Lachen! Es war einfach umwerfend! Mit einem Lächeln auf den Lippen drehte er sich in ihre Richtung. Der Mond zauberte einen wunderschönen Schimmer in ihr Haar und als er den Kopf hob, blickte er in zwei strahlend blauen Augen. Ehe er sich versah versank er in ihnen. Wie in einem Traum wurde er in ihre tiefen gerissen. Bereits seit der ersten Begegnung mit ihr hatten ihn diese Augen verzaubert. Sie strahlten etwas aus. Etwas fremdes, etwas magisches.
Er konnte sich noch genau an ihren ersten gemeinsamen Fall erinnern. An die Nacht in der sie in sein Hotelzimmer gekommen war. Er hatte ihr sein halbes Leben in dieser einzigen Nacht offenbart. Noch nie hatte er einem Menschen so sehr vertraut wie ihr. Noch nie hatte er sich bei jemandem so geborgen gefühlt wie bei ihr.
 
"Mulder? Alles okay?"
 
"Oh.. Klar..." Mulder hatte nicht bemerkt, dass er sie immer noch anstarrte. Verlegen blickte er wieder in die andere Richtung.
 
"Also.. Wo ist nun mein Geburtstagsgeschenk?", fragte Scully noch immer grinsend.
 
"Kommen Sie mal her!"
 
"Oh toll! Dann bekomm ich jetzt wohl ein großes Paket mit einer noch größeren roten Schleife oder?"
 
"Nein. Noch was viel besseres! Jetzt kommen Sie schon endlich her!"
 
"Ja Sir!", entgegnete Scully und ging auf ihren Partner zu.
 
"So." Mit einer einzigen Handbewegung hatte er sie zu sich gezogen, positionierte sie vor sich und legte einen Arm um sie. Als sein Atem ihren Nacken streifte erschauderte sie und ihr Herzschlag beschleunigte sich.
Plötzlich war auch Mulder verstummt. Er genoss diesen Moment der Nähe. Genoss es, den Körper der Frau die er liebte vor sich zu spüren, den Duft ihres Haares aufzunehmen.
Doch als ob sie nicht länger so verharren wollte, unterbrach Scully die Stille.
 
"Was nun?"
 
Mulder lauschte nur wiederwillig ihren Worten. Er wollte sie nicht loslassen, sie nicht aus seiner Umarmung befreien. Sie will es nicht, sie will dich nicht. Lass sie los, sonst verdirbst du dir noch alles! ermahnte ihn eine Stimme in seinem Kopf. Er löste seinen Griff, lies seinen Arm aber immer noch auf ihrer Schulter ruhen.
 
"Na dann nehmen Sie ihn mal in die Hand!" Oh mein Gott! Was hast du da wieder angestellt!
 
Noch ehe er seine Worte zurücknehmen konnte wirbelte Scully herum. "WAS?"
 
"Den Schläger, Scully! Ich meinte den Baseballschläger!"
 
"Oh.. Ich wusste, dass Sie den Baseballschläger meinen, Mulder." Verlegen drehte sie sich wieder um. Ihr Körper erzitterte als sie spürte, wie sich Mulders Arme um sie legten um den Schläger vor ihr zu umfassen. Zögernd streckte auch sie ihre Hände nach dem Baseballschläger aus.
 
"Gut so... Greifen Sie nur fest zu. Aber nicht zu fest, denn Sie wollen ihn ja schließlich nicht erwürgen!" Mulder hielt inne. "Den BASEBALLSCHLÄGER meinte ich!", ergänzte er und begann zu lachen. Einen Augenblick später spürte er Scullys Ellebogen in seinen Rippen. "Uff. Wofür war.."
 
Noch bevor er den Satz vollenden konnte fiel ihm Scully ins Wort. "Ach! Halten Sie die Klappe!" Obwohl sie versuchte ernst zu bleiben überwältigte sie das Lachen. Es tat so gut dies wieder einmal gemeinsam mit Mulder zu tun. Sie lachten viel zu selten! "Nun.. Wo ist denn mein Gesch.. OH! Lassen Sie mich raten! Das hier ist es nicht wahr?"
 
"Richtig.. Ich wusste nicht, was ich einer wunderschönen Frau die schon alles hat noch kaufen könnte!" Oh verflixt! Hatte das gerade wie eine Anmache geklungen?

Wunderschöne Frau? Oh mein Gott Dana! Er hält dich für eine wunderschöne Frau! Sie sagte einen Moment lang nichts und ließ seine Worte in ihrem Kopf wiederhallen. "Obwohl ich Baseball für ein ausgesprochen dummes Spiel halte.."
Sie spürte wie sich sein Kopf senkte.
 
"He! Sie haben mich doch gar nicht ausreden lassen! Also. Obwohl ich Baseball für ein ausgesprochen dummes Spiel halte, wollte ich es schon immer mal spielen, und freue mich sehr über Ihr Geschenk!"
 
Mulders Herz machte einen Freudensprung. Sie mochte sein Geschenk! Sie freute sich darüber! Ein äußerst blöder Satz bahnte sich seinen Weg aus seinem Inneren hinauf zu seinen Lippen. So sehr er auch versuchte sich zurück zu halten..
 
"Also. Erst mal zur Theorie. Das hier ist also ein Ball.", verkündete er gegen seinen Willen und deutete auf ein rundes Objekt auf dem Boden. Idiot! Halt das nächste mal einfach die Klappe!
Erneut bekam er Scullys Ellebogen zu spüren. Ein leichter Schmerz breitete sich in seinem Körper aus, doch er genoss ihn.
 
"Na schön! Ich höre auf Witze zu machen wenn Sie endlich aufhören mich zu schlagen!"
 
"Ich schlage Sie doch gar nicht Mulder! Ich hab Sie nur angerempelt!" Scully begann zu kichern.
 
"Nur angerempelt??! Dann möchte ich nicht wissen, welcher Kategorie das Wort ‚Schlagen’ in ihrem Wörterbuch zugeordnet ist!"
 
"Unter Gewaltverbrechen Mulder!" Beide begannen herzhaft zu lachen.
 
Wie sehr er dies doch liebte! Wie sehr er es liebte mit ihr zu lachen. Wie sehr er es liebte sie lachen zu sehen. Scully hatte dies in den letzten sechs Jahren selten getan. Sie hatte so viele Schicksalsschläge ertagen müssen. Der Tod ihres Vaters, ihrer Schwester und ihrer einzigen Tochter. Mulder fühlte sich verantwortlich für all dies. Was hatte er ihr bloß angetan!? Er verstummte, um ihn herum wurde es still und wieder begannen seine Gedanken eine Wanderschaft anzutreten. Eine Wanderschaft die in einer großen Leere enden würden. Eine Wanderschaft die noch bevor sie begonnen hatte wieder endete.
 
"Ok.. Genug gealbert! Sie wollen mir doch das Baseballspielen beibringen oder?"
 
Scullys Stimme holte ihn wieder in die Realität zurück. "Richtig! Und immerhin bezahle ich hier 4 $ die Stunde!", beantwortete er die Frage mit einem halbherzigen Grinsen.
 
 
"Noch etwas ganz wichtiges!"
 
Sie spürte wie seine Hand langsam an ihrer Seite entlang zu ihrer Hüfte glitt. Ein Schauer rann über ihren Rücken.
 
"Hüfte drehen, bevor wir schlagen, kay?" Während Mulder den Satz vollendete drückte er mit seiner Hand Scully leicht gegen seine Hüfte.
 
"Kay." Ihre Stimme war nur noch ein Flüstern. Sie war froh, überhaupt noch etwas sagen zu können. Ihr ganzer Körper war wie erstarrt. Sie konnte weder denken, noch atmen, geschweige denn reden. Als seine Hand ihr Becken gegen das seine drückte, meinte sie, ihr Herz würde für einen Moment aufhören zu schlagen. Meinte, sie würde für einen Moment aufhören zu existieren. Sie hatte das Gefühl zu sterben, müsste sie nur noch eine Minute, eine Sekunde ohne seine Berührungen leben.
 
Mulder nickte dem Jungen, der gelangweilt an der Ballmaschine stand zu, und streifte dabei mit seinem Kinn über Scullys Haare.
 
Er beugte sich zu ihr herunter. "Nicht vergessen! Hüfte drehen bevor wir schlagen." Seine Stimmer hatte einen tieferen, beruhigenderen Tonfall angenommen und seine Lippen befanden sich direkt neben ihrem Ohr. Die Vibrationen die seine Stimme darin auslöste, durchfloss ihren ganzen Körper und ein Kribbeln durchflutete sie. Stumm nickte sie und wartete auf den ersten Ball. Die wenigen Sekunden, die verstrichen bevor der Ball sie erreichte, ließen beiden Zeit sich wieder auf das wesentliche zu konzentrieren. Scullys Verlangen nach einer Badewanne schwand, und ihre Muskeln schienen sich nicht mehr an die verrichtete Arbeit zu erinnern. Sie wollte nur noch hier sein, mit ihm.
 
"Getroffen!", verkündete Scully stolz als der Ball gen Himmel flog. Mulder stand immer noch hinter ihr und half ihr, den richtigen Schwung zu finden. Er hatte bemerkt, dass sich ihr Shirt bei der Aufwärtsbewegung leicht hob und ein Stück ihres Bauches freigab. Fasziniert von der porzellanfarbenen Haut, die preisgegeben wurde, schlichen sich wieder diese unsittlichen Gedanken von seiner Partnerin in seinen Kopf. Im Moment konnte er an nichts anderes mehr denken als an sie, wie sie nur mit Spitzenunterwäsche bekleidet vor ihm stand. He! Hör auf damit! Sie ist deine Partnerin und zugleich beste Freundin! wurde er neuerlich von einer Inneren Stimme ermahnt. Langsam wurde ihm klar, dass seine Hose etwas zu eng wurde. Inständig hoffte er, dass Scully noch nichts davon bemerkt hatte.
 
"Und Sie sind sicher, dass Sie noch nie Baseballgespielt haben?", begann Mulder um sich abzulenken.
 
Scully schüttelte den Kopf. Ihre Augen begannen zu strahlen, und ihre Lippen verzogen sich zu einem Lächeln als sich der nächste Ball bereitst auf dem Weg zu ihr befand.
Wieder wurde ein Stück ihres Bauches bei der Bewegung des Schlages preisgegeben, und wieder rang Mulder mit seinen Gedanken. Gedanken, die verkörperten, was er wirklich für sie empfand. Oft hatte er darüber nachgedacht, ob er es ihr nicht einfach sagen sollte. Ihr einfache seine Gefühle offenbaren sollte. Warum hatte er es noch nicht getan? Nicht das es in den vergangenen sechs Jahren nie eine Möglichkeit dazu gegeben hätte... Weiß Gott es gab genug davon. Er hatte einfach nur Angst sie zu verletzten, sie zu verlieren. Die Mauer die sie um sich aufgebaut hatte einfach ohne etwas zu sagen zu zerstören wäre ihr gegenüber nicht fair gewesen. Andererseits fragte er sich in letzter Zeit immer öfter, ob das alles noch einen Sinn hatte. Die einzige Frau mit der er jemals zusammen sein wollte, die einzige Frau die er jemals lieben würde, stand vor ihm. Er wusste nicht, ob es ihr bewusst war, aber lange Zeit würde er seine Gefühle nicht mehr verbergen können.
 
Im selben Augenblick war auch Scully nicht auf das Spiel konzentriert. Ihre Gedanken drehten sich um den Mann hinter ihr, den Mann ohne den zu leben sie sich nicht mehr vorstellen konnte. Dreh dich um und sag es ihm! hallte es in ihrem Kopf wieder. Sag es ihm endlich! Doch sie konnte nicht. Sie erinnerte sich an all die vergangenen Jahre. Wie sie sich kennen lernten, wie sie sich vertrauen lernten und wie sie sich lieben lernten. Sie hatte in den Jahren ihrer Zusammenarbeit eine Mauer um sich herum errichtet. Vielleicht wollte sie dadurch verhindern, dass er ihr zu nahe kam, sie verletzte. Schnell wurde ihr jedoch klar, dass Mulder sie das niemals tun würde. Er würde sein Leben für sie geben! Wie konnte sie da nur denken, er würde sie verletzten wollen? Aber es stand mehr auf dem Spiel als ihre Partnerschaft. Ihre Freundschaft.
 
Mulder sah zu dem Jungen an der Maschine hinüber. Müde lehnte er dagegen, die Augen halb geschlossen. Ohne Scully loszulassen sah er auf seine Uhr, wobei er sich über sie lehnte. Unabsichtlich glitt sein Blick zu ihrem Ausschnitt. Sie schien es zu bemerken, doch machte keine Anstallten ihn wegzustoßen oder daran zu hindern. Verlegen sah er hinab zu seiner Uhr. Warum hat sie nichts dagegen unternommen? fragte er sich als er den Sekundenzeiger auf seiner Uhr verfolgte, der langsam seine Kreise um das Ziffernblatt zog. Es war bereits halb elf und er hatte Mitleid mit dem Kleinen.
 
"Jimmy! Wie wär’s wenn du heim gehst?", sagte Mulder mit sanfter Stimme zu dem Jungen.
 
"Danke Sir!", kam es zurück und er lief herbei. Mulder löste sich wiederwillig von Scully, zog seine Brieftasche heraus und reichte Jimmy das Geld. Der Junge bedankte sich, zog seine Baseballkappe vor Scully und rannte dann davon.
 
"Schade. Dabei war ich doch gerade so gut!" Scullys stimme klang enttäuscht und glücklich zugleich.
 
"Sie hatten ja auch einen guten Lehrer!" Mulder musst lachen. Doch Scully stimmte nicht ein sondern starrte auf den Boden.
 
"Das sind Sie Mulder." Du bist fantastisch! Ihre Stimme hatte einen ernsten Tonfall angenommen. Doch noch bevor Mulder etwas sagen konnte lachte sie halbherzig um ihrer Antwort etwas scherzhaftes zu verleihen. Mulder kannte sie schon zu lange um ihr dieses Lachen zu glauben. Sie wollte noch etwas sagen. Was es war wusste er jedoch nicht.
 
Sie stand nun direkt vor ihm, den Blick noch immer auf den Boden gerichtet. Er streckte seine Hand nach ihr aus und hob ihr Gesicht damit sie ihn ansehen musste. Ihre Augen waren voller Leid, voller Angst aber auch voller Liebe. Da war noch etwas tief in ihrem Inneren. Etwas das sie noch nicht zu sagen bereit war. Worte formten sich in seinem Kopf, in seinem Herzen. Noch bevor er eines der Worte, die nur für sie bestimmt waren, aussprechen konnte, spürte er etwas feuchtes kaltes auf seiner Stirn. Ein Regentropfen. Unwillig den Kontakt mit ihren Augen abzubrechen sah er sie weiter an, versank in ihnen. Aus weiter Ferne drang ein Grollen an sein Ohr. Doch noch immer war er unfähig sich aus der Umklammerung ihrer Augen zu lösen. Erst als ein Heller Schatten über ihr Gesicht huschte, und ein weiterer Regentropfen seine Stirn küsste, wandte er seinen Blick von ihr ab und sah zum Himmel auf. Dichte Wolken hatten sich über ihnen gebildet und begonnen den Nachthimmel mit all seiner Sternenpracht zu verschlingen.
Auch Scully spürte nun einen Tropfen auf ihrer Nase, auf ihren Lippen. Ihr Blick wanderte an Mulders Körper entlang hinauf zum Himmel.
 
Immer schneller begannen die Tropfen auf sie herab zu stürzen. Plötzlich tanzten sie in einem Gewirr ihres Gleichen vom nachtschwarzen Firmament herab. Ein weiterer Blitzt durchzuckte den Himmel. Die Lampen, die zur Beleuchtung des Baseballfeldes dienten, erloschen langsam.
 
"Die wollen uns hier wohl im Dunklen stehen lassen.", murmelte Mulder immer noch zum Himmel blickend. Die Regentropfen landeten sanft auf seinem Gesicht und rannen seinen Hals hinunter. Bevor das Licht ganz erlosch, blickte sie ihn an. Die Tropfen des Regens ließen die letzten Strahlen des Lichtes auf seinem Gesicht brechen und es verschwand mit einem unbeschreiblichen Schimmer in der Dunkelheit. Sie wurden von der Nacht verschlungen und konnten den Anderen nur noch schwach erkennen. Gelegentlich aufflackernde Blitze gaben den Blick für eine schier viel zu kurzen Zeit wieder frei. Mulders Blick hatte sich vom Himmel abgewendet und wieder auf Scully konzentriert.
 
"Wir sollten besser gehen! Sonst holen wir uns hier draußen noch eine saftige Erkältung!", sagte Scully mit kräftiger Stimme um den Regen und den Donner zu übertönen. Mulder nickte. Beide wandten sich zum gehen. Plötzlich stutzte Mulder.
 
"Oh verdammt!"
 
"Was ist Mulder?"
 
"Ausgerechnet heute bin ich ohne Auto hier!" Mulders Stimme klang unglücklich. Sein Hemd begann sich gegen seine Brust zu drücken und seine Hose klebte an seinen Beinen.
 
"Ich kann Sie ja heimfahren!", entgegnete Scully und ergriff seine Hand um ihm zu zeigen, dass sie keinen Wiederspruch duldete. Beide sahen einander an. War das wirklich eine gute Idee? Noch bevor sie es sich anders überlegen konnte nickte er und drückte ihre Hand. Scully begann zu lächeln und zog ihn hinter sich her. Ihre Schritte wurden immer schneller, versuchten dem Regen zu entkommen.
 
"Gott sei Dank! Da ist es ja!", witzelte Mulder. Sie ließ seine Hand los und suchte nach ihrem Schlüssel. Endlich fündig geworden meinte er ein leises "Heureka" zu vernehmen und lächelte.
 
Als sich die Türen des Autos schlossen atmeten beide hörbar aus. Mulders Blick wanderte ihren Körper entlang. Er stoppte als er bemerkte, dass die Umrisse ihrer Brüste begannen sich in dem durchnässten Stoff abzuzeichnen. Nach einer Weile schien es auch Scully bemerkt zu haben, richtete sich auf und begann verlegen an ihrem Shirt zu ziehen.
 
"Du bist wunderschön.", flüsterte Mulder kaum hörbar.
 
"Was ist?"
 
"Ach nichts... Ich hab nur gesagt, dass wir vielleicht fahre sollten.", lenkte Mulder ein.
 
Scully nickte zustimmend, steckte den Schlüssel ins Zündschloss und sie fuhren los. Die Scheinwerfer des Autos hatten kaum die Kraft dazu den strömenden Regen zu durchbrechen. Immer lauter und heftiger begannen die Tropfen an die Windschutzscheibe zu klopfen. Blitzte, die den Himmel durchzogen, verliehen dem ganzen eine unheimliche Atmosphäre und der Donner schien immer lauter zu werden.
 
"Mulder ... wissen Sie was? Wir fahren zu mir. Meine Wohnung ist näher. Ich hab glaub ich noch ein paar alte Sachen von Ihnen. Da können Sie sich dann erst mal was trockenes anziehen und dann sehen wir weiter." Was? Was hast du da gerade von dir gegeben? Sie hatte Mulder doch tatsächlich zu sich eingeladen. Was war ihr nur dabei eingefallen?
 
"Scully, ich weiß nicht, ob..."
 
"Kay?" Obwohl sie nicht wusste warum sie das tat, war an ihrer Stimme zu hören, dass sie keinen Wiederspruch duldete.
 
"Kay." Woher hatte sie bloß einige seiner Sachen? Plötzlich erinnerte er sich. Nach einem ziemlich turbulenten Fall hatten sie aus Versehen ihre Koffer vertauscht, und als er seinen bei ihr abholen wollte, hatte sie gefragt, ob sie einige Sachen behalten dürfte, falls er wieder einmal durch irgendein Missgeschickt völlig schmutzig und verdreckt bei ihr landen würde. Er hatte lachend zugestimmt.
 
Immer noch waren seine Augen auf sie gerichtet, betrachteten ihren wachsamen Blick auf die Straße. Die Scheinwerfer einiger Autos, die an ihnen vorbeirauschten, erhellten für den Bruchteil einer Sekunde ihr Gesicht und Schatten wanderten darauf umher. Eine Strähne ihres nassen Haares klebte auf ihrer Stirn und ihre blauen Augen hatten sich in der wiederkehrenden Dunkelheit schwarz gefärbt.
Seine Augen richteten sich wieder vor ihm auf die Straße, betrachteten die Wasserflut, die sich über die Windschutzscheibe ergoss. Er atmete tief ein und versuchte sich auf den niederprasselnden Regen zu konzentrieren.
 
Sie befanden sich kurz vor Scullys Apartment auf einem Parkplatz, und so hielt sie an, drehte den Schlüssel herum und das Geräusch des Motors verstummte. Bevor sie sich in den Sitzt zurückfallen ließ drehte sie ihren Kopf in Mulders Richtung. Er sah aus, als wäre er in Gedanken versunken. Gedanken, die ihn zu beunruhigen schienen. Sein Blick war starr auf die Windschutzscheibe gerichtet und sein Gesicht verbarg sich hinter einer emotionslosen Maske. Scullys Augen wanderten von seinem Gesicht hinab zu seinem Brustkorb. Das Baseballtrikot hatte sich an seinen Körper gedrückt und ließ erahnen, welch durchtrainierter Körper sich darunter verbarg. Wie hypnotisiert starrte sie ihn an. Wie gerne würde ich mit diesem Trikot tauschen! Oh mein Gott! Was dachte sie da gerade?! Doch obgleich ihr der Gedanke keinesfalls missfiel ermahnte sie sich, endlich den Blick von ihm und zurück auf den Parkplatz zu richten. Ihr Körper hingegen schien etwas anderes vorzuhaben, denn sie war nicht mehr in der Lage, ihm irgend etwas zu befehlen. Plötzlich spürte sie, wie seine Augen auf ihr ruhten. Langsam blickte sie auf. Die Dunkelheit hatte die sonst haselnussbraunen Augen in schwarz getaucht. Im Moment des Kontaktes wurde sie wieder von einem Kribbeln durchflutet. Irgend etwas war in seinen Augen. Sie waren nicht mehr so wie einige Stunden zuvor. In ihnen war keine Güte mehr, keine Freundschaft. Nur noch Liebe und Verlangen.
 
Noch immer war sie unfähig den Blickkontakt abzubrechen. Sie spürte, wie sich einige Tränen ihren Weg an die Oberfläche bahnten, wie all die Gefühle in ihr hochkamen. Zu lange hatte sie sie verbergen müssen, zu lange hatte sie sie unterdrücken müssen. Auch seine Augen schienen sich mit Tränen zu füllen. Vorsichtig streckte er seine Hand nach ihr aus, strich ihr die nassen Haare aus dem Gesicht und ließ sie dann auf ihrer Wange ruhen. Ohne das einer der beiden ein Wort sagte, sahen sie einander noch einen Moment lang an. Zögernd senkte er seinen Kopf und seine Lippen bewegten sich zitternd auf ihre zu. So viele Gründe schossen durch ihren Kopf dies nicht zu tun. Gründe, die sie daran zweifeln ließen, ob das was sie hier geschehen würde richtig war.
All dies verblasste als sie die Wärme seiner Lippen auf ihren fühlte. Wieder durchfloss dieses Kribbeln ihren Körper, stärker diesmal.
 
Oh mein Gott! Dana, was machst du da? Stoß ihn weg! Stoß ihn weg! Doch sie konnte nicht, sie wollte nicht. Zu lange hatte sie gewartet. Nicht auf den Moment ihn zu küssen. Nicht auf den Moment ihn neben sich zu spüren. Sonder auf den Moment sich sicher zu sein, dass sie ihn liebte, und niemals mehr gehen lassen würde. Sie spürte noch immer die Wärme seiner Hand auf ihrer Wange. Plötzlich unterbrach er den Kuss und lehnte sich zurück. Tränen flossen über ihr Gesicht und der Weg nach Unten wurde ihnen durch seine Hand versperrt. Entschuldigend sah er sie an.
 
"Es.. es tut mir leid. Ich hätte das nicht tun dürfen."
 
Scully schüttelte leicht den Kopf. Sie öffnete den Mund, doch keines der Worte die sie darin formte nahm Gestallt an, keines davon wollte ihren Mund verlassen. Stumm wartete Mulder und betrachtete sie dabei, wie ihre Lippen versuchten Worte zu bilden. Eine Träne rann über ihre Wange und blieb schließlich an ihrer Oberlippe hängen. Er hob die Hand und strich zart mit dem Daumen darüber, um sie von dem salzigen Tropfen zu befreien. Ein dumpfes Grollen war zu hören gefolgt von einem hell leuchtenden Strahl der die Dunkelheit um sie herum für einen Moment durchbrach.
 
"Sie... Du brauchst nicht..." Ihre Stimme brach. Sie spürte wie sich ein dicker Klos in ihrem Hals gebildet hatte. Nach einer Pause versuchte sie es erneut.
 
"Du brauchst nicht um Verzeihung bitten.", sagte sie, nur noch zu einem Flüstern im Stand.
 
"Aber... du weinst...", entgegnete er ihr sanft.
 
"Nicht weil du mich geküsst hast. Sondern weil ich schon so lange auf diesen Moment gewartet habe. All die vergangenen sechs Jahre habe ich darauf gehofft. Ich war dir schon seit unserer ersten Begegnung verfallen. Du kannst dir nicht vorstellen wie schwer es ist seine Gefühle für solch lange Zeit zu unterdrücken, sie geheim zu halten. Ich stand schon so oft an dem Punkt, an dem ich mir dachte ‚sag es ihm einfach’. Doch dann... War ich mir nicht mehr sicher, ob es richtig sein würde unsere Freundschaft aufs Spiel zu setzten..." Abermals brach ihre Stimme.
 
Seine Lippen verzogen sich und er versuchte zu lächeln. Immer noch tief in ihre Augen blickend hob er seine Hände an ihr Gesicht und umschlossen es. Er spürte wie etwas warmes seine Wange hinunter lief.
 
"Oh doch. Ich weiß es... Ich weiß wie schwer es ist." Mulders Stimme war nicht mehr als ein Flüstern und im nächsten Moment berührten seine Lippen ihre Stirn. "Ich weiß wie schwer es ist."
 
Das Klopfen der Regentropfen, die noch immer auf die Windschutzscheibe prasselten, schien immer lauter zu werden. Es schien, als wollten sie protestieren gegen das, was geschehen wird. So sehr Mulder versuchte sich unter Kontrolle zu halten... Diese Frau machte ihn wahnsinnig und er bemerkte, dass er ein kleines Problem hatte. Erneut zerriss ein Blitzt die Dunkelheit. Mulder hob seinen Kopf und sah sie an. Noch immer ruhte eine Träne auf ihrer Wange, die er behutsam abwischte. Als seine Hand über ihre Wange strich meinte sie eine Feder würde darüber gleiten, so zart war seine Berührung. Sie öffnete ihre Lippen, doch noch bevor sie etwas sagen konnte legte er seinen Zeigefinger darauf und schüttelte den Kopf. Er wollte nicht, dass sie etwas sagt. Nicht jetzt. Nicht in diesem Moment. Beide sahen einander an. Diesmal war Scully diejenige die sich ihm entgegen beugte.
 
Wieder trafen sich ihre Lippen und ruhten aufeinander. Doch diesmal öffnete sie sie leicht und gewährte somit seiner Zunge Einlass. Er nahm die Einladung an und begann vorsichtig, fast scheu ihren Mund zu erkunden. Als ihre Zungen zum ersten mal aufeinander trafen schien die Zeit für einen Moment stehen zu bleiben. Sekunden wurden zu Minuten, Minuten zu Stunden.
Scully streckte ihre Hände nach ihm auf und umfasste seinen Nacken, begann ihre Finger in seinen Haaren zu vergraben. Mulder schob seine Hände nach unten und umfasste ihre Taille. Ihre Zungen begannen einen wilden Tanz, schienen einander zu verschlingen. Mulders Problem wurde immer größer, doch Scully machte keine Anstallten aufzuhören. Im Gegenteil. Sie befreite sich aus ihrer unbequemen Lage, kletterte über das schmale Stück Armatur, das sie noch von Mulder trennte, und setzte sich auf seinen Schoß. Dabei hatte sich ihre Lippe keinen Millimeter von seinen entfernt, und als sie auf ihm saß, lachte sie leise in seinen Mund.
 
"Was ist?", wollte er wissen. Er bekam keine Antwort sondern nur ein schelmisches Grinsen. Sie spürte, wie seine Erektion sich leicht gegen ihr Becken drückte. Ihre Zungen waren noch immer in einen heißen Tanz verwickelt.
 
Wie lange hatte sie auf diesen Moment gewartet? Sie war sich absolut sicher. Dies war der Mann mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte. Nicht nur weil sie gleich mit ihm schlafen würde... Sondern weil sie wusste, dass sie ihn liebte, dass er sie liebte. Ein unbeschreibliches Gefühl durchfloss ihren Körper und ein leises, undefinierbares Geräusch entrann ihrer Kehle. Ohne das sie es wollte begann ihr Becken sich dem seinen entgegen zu beugen.
 
Mulder stutzte und ließ von ihr ab. Verwirrt sah sie ihn an, blickte in seine Augen und suchte darin nach einer Antwort.
 
Ihre selbst in der dunkelsten Nacht strahlenden Augen sahen in fragend an. Lange würde er sich nicht mehr beherrschen können. Die Frau, die er über alles liebte und mit der er den Rest seines Lebens verbringen wollte, saß auf seinem Schoß. Wartete auf ihn, wollte Sex mit ihm. Er wollte sie mehr als sein eigenes Leben. Aber nicht hier. Nicht in einem Auto. So oft hatte er sich ihr erstes gemeinsames mal vorgestellt. Hatte sich vorgestellt, wie sie eins würden. Doch nicht in einem Auto! Dies hier war nicht der richtige Platz für sie. Er wollte sie nicht lieben und dabei das Gehäuse des Airbags in die Rippen drücken, oder die Handbremse. Ihr erstes mal sollte etwas besonderes sein.
 
Ihr Atem hatte sich beschleunigt und immer noch sah sie ihn fragend an. Der Regen wurde von Minute zu Minute stärker und der Himmel schien über ihnen zusammen zu brechen. Warum stutze er? Warum hatte er aufgehört sie zu küssen? Hatte sie irgend etwas falsches getan? Mit der Bemühung, eine Antwort zu finden, versank sie immer tiefer in seinen Augen.
 
Er beugte sich etwas nach vorne und flüsterte ihr etwas ins Ohr. "Scu...Dana... Nicht hier, ok? Nicht in diesem Auto." In seiner Stimme klang etwas mit. Etwas was ihren Körper erschaudern lies. Abermals wurde ihr Körper von einen unbeschreiblichen Gefühl durchflossen und begann unweigerlich zu zittern. Als sie sich wieder halbwegs unter Kontrolle hatte nickte sie. Mulder sah sie an und nickte ebenfalls. Sein Blick wandte sich zur Tür und er blickte aus dem Fenster. Es hatte nicht den Anschein, dass es bald aufhören würde zu regnen. Sie könnten warten, bis der Regen etwas nachläst. Doch keiner der beiden hatte die Kraft, noch den Willen dazu.
 
"Wenn wir jetzt nicht gleich gehen...", hauchte sie ihm ins Ohr während ihre Hüfte sich gegen die seine presste. Mulder atmete bei der Berührung tief ein und löst dabei eine Hand von Scullys Taille. Langsam legte er sie auf den Türgriff, bereit ihn herunter zu drücken.
 
"Auf drei okay?", sagte er schwer atmend. Scully nickte.
 
"Kay. Eins. Zwei..." Noch bevor er DREI sagen konnte, pressten sich Scullys Lippen auf seine und hinderten ihn daran weiter zu sprechen. Ihre Zunge drückte sich gegen das zarte Fleisch seiner Unterlippe und bat um Einlasse. Lange konnte er nicht wiederstehen und ihre Zungen begannen erneute den alten Tanz. Mulders Hände wanderten ihren Rücken hinauf und drückten sie fest an sich.
Diesmal unterbrach Scully.
 
"Wir.. wir sollten jetzt wirklich gehen...", brachte sie schwer atmend hervor. Mulder stimmte ihr zu und sie rückte wiederwillig ein Stück zurück. Abermals legte er seine Hand auf den Türgriff.
 
"Aber diesmal wirklich ja? Also... DREI!", schrie er und öffnete die Tür. Der strömende Regen klatschte ihnen entgegen. Scully schlang ihre Beine um Mulder. Der sprang auf, knallte die Tür hinter sich zu und eilte, mit Scully im Gepäck zum sicheren Eingang des Hauses. Sie hatte ihre Hände um seinen Nacken geschlungen und den Kopf tief in seiner Schulter vergraben. Sie spürte, wie der Regen ihren Kopf bedeckte und ihre Haare begannen immer schwerer zu werden. Mulders kräftigen Arme hatten sich fest um ihren kleinen Körper gewunden und er war sich sicher, dass er sie nie wieder gehen lassen würde.
 
"Oh mein Gott! Ich hab schon gedacht, dass Haus währe weggeschwemmt worden!", rief er ihr zu während er sie behutsam auf dem trockenen Boden unter dem Dach ab setzte. Scully löste ihre Umarmung und kramte verzweifelt in ihrer Tasche nach dem Schlüssel. Mulder hatte sich hinter sie gestellt und seine Arme umschlossen wieder ihre Hüfte. Er legte seinen Kopf auf ihre Schulter und sie stoppte für einen Moment ihre Suche. Wie konnte sie nur so lange Zeit ohne das hier aushalten? So lange Zeit ohne seine Umarmung überstehen? Nach seinen Lippen suchend drehte sie ihren Kopf in seine Richtung. Ein weiterer Blitz durchzuckte den Himmel und erleichterte ihre Suche. Warm und weich drückten sich seine Lippen gegen ihre. Wieder begegneten ihre Zungen einander. Doch diesmal begannen sie miteinander zu spielen, sich zu necken. Eine Hand noch immer in ihrer Tasche vergraben wirbelte sie herum als sie den Schlüssel endlich gefunden hatte. Mit zitternden Händen schloss sie die Einganstüre auf. Sie nahm Mulders Hand und zog ihn hinter sich her in das Mietsgebäude.
 
Kichernd wie ein kleines Schulmädchen führte sie ihn die Stufen zu ihrem Apartment herauf. Er war schon oft hier gewesen. War schon oft die Stufen zu ihrer Wohnung herauf gegangen. Oft war er mitten in der Nacht hier gewesen, weil ihn etwas bedrückte, weil er Angst hatte. Doch diesmal sah alles anders aus. Das blasse grün der Pflanzen, das er in dem dunklen Aufgang erkennen konnte, schien viel kräftiger als die vielen male zuvor. Das Grau der Stufen schien noch durchdringender. Doch am meisten faszinierte ihn die Person die vor ihm das Stiegenhaus hinauf schlich. Ihre Bewegungen waren grazil und ihr kleiner Körper bahnte sich den Weg nach oben.
 
"Sind ja mehr Stufen als ich in Erinnerung hatte!", witzelte Mulder als sie endlich vor der Tür ihres Apartments standen.
 
"Du hast wohl keine Kondition mehr was Mulder?" Schnell schloss sie auf.
 
Als sie ihn hinter sich her in die Wohnung zog kam ihm ein wohl bekannter Duft entgegen. Schnell zog sie ihr nasses Blazeroberteil aus, blieb in der Mitte des Zimmer stehen und drehte sich zu ich um. Die Kleider, die tropfnass an seinem Oberkörper klebten, schienen immer beengender für ihn zu werden und so machte sie einen Schritt auf ihn zu.
Sie sah zu ihm auf. Voller Erwartung, voller Verlangen. Als sie die Wohnung betrat hatte er sie daran gehindert den Lichtschalter zu betätigen und so sahen zwei fast schwarzgefärbte Augen zu ihm auf. Selbst in einer düsteren Nacht wie dieser hätte er erkennen können, zu wem sie gehörten. Er stand noch eine Weile regungslos vor ihr. Seine Augen wanderten über ihren Körper, ihr Gesicht, ihre Lippen. Einige der nassen Strähnen klebten noch immer auf ihrer Stirn und ihrer Wange. Ihre purpurfarbenen Lippen waren leicht geöffnet und kleine Regentropfen, die an ihnen hängen geblieben waren, bahnten sich nun ihren Weg hinunter zu ihrem Kinn. Fasziniert verfolgte er den Tropfen, wanderte ihren Hals hinunter.
Ein unbeschreibliches Gefühl breitete sich in ihm aus. Seine Zunge schnellte hervor und leckte über seine Lippen.
 
Scully machte eine kleine Bewegung und stand nun direkt vor ihm, wenige Zentimeter von seiner Haut entfernt. Sie konnte die Wärme schon fühlen. Zitternd atmete sie ein und barg dann ihren Kopf an seiner Brust. Ihre Hände wanderten seinen Rücken hinauf und ihre Fingerspitzen zeichneten geometrische Formen auf den nassen Stoff. Plötzlich spürte sie, wie sich zwei warme Gebilde unter den durchnässten Stoff ihres T-Shirts schoben, die Linie ihres Rückens nachzogen.
 
"Ich liebe dich.", vernahm sie seine Stimme. Aber sie klang fremd. Noch nie zuvor hatte sie diesen Tonfall gehört. Sie meinte jedes seiner Worte würde durch ihren Körper fliesen und das lies sie erschaudern. Er liebte sie. Er tat es wirklich!
 
"Ich liebe dich auch.", brachte sie zitternd hervor. Trotz seiner warmen Berührung fand die Kälte wieder den Weg zurück in ihren Körper. Besorgt sah er sie an. Doch ohne ein Wort zu sagen nickte er und zog sie noch fester an sich. Er verstand sie ohne Worte. Ihr Körper begann vor Kälte immer mehr zu zittern und auch seiner wurde von einem Kältegefühl durchflossen. Vorsichtig löste er sich von ihr. Als er zu ihr herab sah versank er wieder in ihren Augen. Wie oft hatte er sich in schlaflosen Nächten vorgestellt wie sie genau hier stehen würden, sich küssend. Wie oft hatte er sich all die Gefühle vorgestellt die ihn in diesem Moment übermannen würden. Doch sie waren noch überwältigender als er es sich ausgemalt hatte. Für den Bruchteil einer Sekunde meinte er zu träumen. Aber es war kein Traum. Scully, seine Scully war real. Mit jeder verstrichenen Minute wuchs seine Erregung. Mulder beugte den Kopf zu ihr hinunter und berührte zart ihre Lippen.
 
Im Moment der Berührung verflog die Kälte und eine unbeschreibliche Wärme, die von ihrem Innersten ausging, wanderte durch ihren Körper. Sie schmiegte sich dicht an ihn, begann ihn noch leidenschaftlicher zu küssen. Für einige Zeit hörte sie auf zu atmen, als sie seine Erektion spürte, die hart und fest gegen ihren Bauch drückte. Ihre Hände, die bislang ihre Bahnen über seinen Oberkörper gezogen hatten, wanderten hinunter, berührten seine Bauchmuskeln. Mulder erzitterte als er ihre Hände an seinem Gürtel spürte. Noch immer tief in seinem Kuss versunken öffnete sie ihn geschickt und die nasse Hose glitt über seine Hüfte. Als sie mit einem Klatschen zu Boden fiel erfüllte ein weiterer Donnerschlag den Raum und lies sie durch die tiefe Frequenz erschaudern.
 
Mulder tat einen Schritt zurück um die Hose abstreifen zu können. Wiederwillig lies sie ihn gewähren, zog ihn aber gleich wieder an sich heran. Er spürte wie sich ihre warme Haut durch den Stoff an die seine presste. Als sie seine großen Hände an ihrem Ausschnitt spürte stockte ihr der Atem. Sie schloss ihre Augen. Zart strichen seine Hände über ihre Brüste und die Berührung, die sie durch den Stoff hindurch spüren konnte, löste ein unendliches Verlangen in ihr aus. Ein Verlangen, dass nur er in der Lage war zu stillen.
 
Sie hob ihre Arme und gestattete ihm, ihr Shirt auszuziehen. Er befreite ihre Lippen aus seiner Umklammerung und lies seine Hände hinunter zum Saum ihres T-Shirts gleiten. Zart zog er den Stoff ihren Körper hinauf und lies ihn zu boden fallen. Mulder trat erneut einen Schritt zurück und sein Blick wanderte abermals über ihren Körper. Schüchtern hob sie ihre Arme und wollte teile ihrer porzellanfarbenen Haut verstecken.
 
"Nicht. Du bist so wunderschön." Mulder nahm ihre Arme und strich zart an deren Innenseite auf und ab. "Du bist so wunderschön, Dana." Wieder begegneten ihre Lippen einander. Seine Hände glitten zurück auf ihren Rücken. Sie wanderten hinauf zu dem Verschluss ihres BHs und er befreite ihre Brüste. Noch bevor der BH auf den Boden fiel strichen ihre kleinen Hände über seine Brust und öffneten sein Hemd. Bei jedem Knopf spürte er ihre Finger auf seiner Haut, spürte wie sich ihr heißer Atem auf seiner Brust verteilte. Sein Hemd fiel fast zugleich mit ihrem BH zu Boden. Beide sahen einander an, betrachteten den Körper des anderen.
 
Scullys Konzentration schwand und sie schmiegte sich wieder an ihn, küsste ihn erneut. Das pure Verlangen breitete sich in ihrem Körper aus. Doch auch Mulder schien es nicht anders zu gehen und er hob sie hoch. Scullys Beine schlangen sich um ihn. Ihn immer noch küssend spürte sie wie die Wärme zwischen ihren Beinen ins unerträgliche wuchs. Sie wollte ihn mehr als alles andere auf der Welt. Sie wollte ihn spüren, ihn schmecken. All die Gedanken, die zuvor in ihrem Kopf herumspukten, waren verschwunden. All die Regeln, die sie verletzten würden, schienen nicht mehr zu existieren. All die Vorschriften waren verblasst. Nur noch ihre beiden Körper existierten in einer Welt voller Verlangen, einer Welt voller Begierde.
 
Mulder stoppte seinen Gang und drückte sie gegen den Türpfosten kurz vor ihrem Schlafzimmer. Mit jeder Sekunde, in der er ihre Berührung spürte, wuchs sein Verlangen nach ihr. Mit jede verstreichenden Sekunde liebte er sie mehr. Er wusste nicht, ob er jemals jemanden so sehr geliebt hat, ob ihn jemals jemand so geliebt hat. Durch einige letzte rettende Schritte konnten sie sich zum Bett hangeln.
 
Ihr Rücken berührte den weichen Stoff des Lakens und er legte sich vorsichtig auf ihren Körper. Er versuchte sich mit seinen Ellebogen zu stützen. Erneut begegneten sich ihre Lippen. Doch gleich nach dem ersten Kontakt brach Mulder ab. Seine Lippen huschten über ihre Wange hinunter zu ihrem Kinn und er küsste zart ihren Hals. Seine Zunge fuhr die Konturen ihres Schlüsselbeines nach und stoppte schließlich kurz bevor sie ihre linke Brust berührte. Als ob er um Erlaubnis bitten wollte sah er zu ihr auf. Ihre Augen waren fest geschlossen und ein leises Stöhnen entrang ihrer Kehle. Wieder senkte er seinen Kopf und begann die zarte Haut ihrer Brust in seinen Mund zu saugen, begann an ihren harten Nippel zu lecken. Mit unendlich langsamen Bewegungen begann seine Zunge erst den einen, dann den andern zu umrunden. Schließlich nahm er die Wanderung wieder auf und bewegte sich langsam abwärts.
Wo wollte er hin? Oh mein Gott! Das waren die einzigen Worte die ihr dazu einfielen. Unfähig etwas anderes zu denken bog sie sich seinem Mund entgegen als sie ihn auf ihrem Bauchnabel spürte.
 
Doch seine Wanderschaft war noch nicht beendet, er war noch nicht am Ziel seiner Reise. Er begann mit seinen vollen Lippen die Innenseite ihrer Schenkel zu küssen, was ihr ein kleines, fast quiekendes Geräusch entlockte. Seine Hände glitten unter ihren Slip und er zog ihn ihr behutsam aus. Plötzlich beugte sich ihr Körper seiner Zunge entgegen, die endlich gefunden hatte wonach sie suchte. Er begann Kreise in das zarte weiche Fleisch zu zeichnen. Er stoppte für einen Moment wiederwillig seine Bewegung und nahm ihren Duft in sich auf.
Erneut begann er um ihr Zentrum zu kreisen. Scullys Hände wanderten ihren Bauch hinunter zu seinem Kopf und sie vergrub ihre Finger in seinem zerzausten Haar. Wieder gab sie ein leises Stöhnen von sich.
 
Oh mein Gott! Wenn er noch lange so weiter machen würde, würde sie bald kommen. Doch sie wollte nicht. Wollte nicht, dass es so schnell endete. Sie wollte ihm sagen er solle aufhören. Aber sie konnte nicht. Ihre Kehle war trocken und sie konnte kein Wort sagen. So zog sie leicht an seinem Haar und er sah zu ihr auf. Ihre Augen noch immer geschlossen zog sie ihn zu sich hoch und küsste ihn wieder. Der Geschmack von ihr selbst vermischte sich mit seinem und blieb auf ihren Lippen haften als sie sich mit einer geschickten Bewegung auf ihn rollte. Langsam begannen sie jeden Millimeter seines Gesichts zu küssen. Ihre Zunge wanderte über seinen Oberkörper und verweilte einige Momente an seinen Bauchmuskeln. Während dessen spürte er ein herausforderndes Ziehen an seinen Boxershorts. Im gleichen Augenblick hob er seinen Unterkörper und sie konnte die Shorts herunterziehen. Ein Grinsen huschte über ihr Gesicht.
 
"Was.. was.. was ist los?", fragte Mulder während er ihren Blickkontakt suchte.
 
"Nichts... Groß..." Scully begann zu lachen und auch Mulder stimmte ein.
 
Bald war es verstummt. Ein weiterer Blitzt erhellte für einen Moment das Zimmer. Sie lauschte kurz dem noch immer nicht schwächer gewordenen Regen der an das Schlafzimmerfenster klopft, fuhr dann aber fort ihre Zunge wieder über ihn gleiten zu lassen. Mulders Augen schlossen sich als er ihre Zunge an seinem Glied spürte. Sie nahm ihn ganz in sich auf. Er musste seine ganze Willenskraft aufbringen, um nicht unwillkürlich in ihren Mund zu stoßen und sie so wohlmöglich zu verletzten.
 
"Sculleee... Scull..." Er wollte ihr etwas sagen, doch er konnte nicht. Aber auch ohne Worte verstand sie was er wollte. Langsam küsste sie sich wieder an seinem Körper herauf und er drehte sie auf den Rücken.
"Mulder... Ich will dich.", hauchte sie ihm ins Ohr. "Ich brauche dich."
Nach diesen Worten legte er sich auf sie und glitt vorsichtig in sie hinein. Sie stöhnte und er verharrte einen Moment lang, damit sie sich an seine Größe gewöhnen konnte. Diese Sekunden waren für ihn wie eine Ewigkeit. Doch er wollte Scully nicht weh tun und so wartete er Geduldig. Plötzlich spürte er zwei Hände an seinem Hintern, die ihn fest an sie zogen.
 
"Mulder... mehr...."
 
Er begann sich langsam in ihr zu bewegen und mit jedem Stoß wurden seine Bewegungen unkontrollierter. Beherrsch dich! Nicht ohne sie!, hallte es dauernd durch seinen Kopf. Nicht ohne sie! Mulder versuchte seine Bewegungen zu verlangsamen, vergrub seinen Kopf in ihrer Halsbeuge und biss zart in das warme Fleisch.
 
Sie gab sich in jenen Momenten all den Gefühlen hin, die sie seit Jahren zu zerbrechen drohten. Er füllte sie ganz aus und bei jeder Bewegung wollte sie mehr von ihm.
 
"Oh Gott Scullee..", hauchte er in ihr Ohr als sie begann ihr Becken gegen das seine zu bewegen. Gerade versuchte er sich Skinner in einem Badeanzug vorzustellen als er spürte, wie sich ihre Muskeln zusammen zogen. Er sah in ihr Gesicht, betrachtete ihren angespannten Ausdruck. Sie biss sich auf die Lippen. Mulder beugte sich hinunter und küsste sie. Seine Stöße wurden härter und Scully immer unkontrollierter. Ihre Zunge stieß in seinen Mund und beide bekamen fast keine Luft mehr. Doch das war ihnen in diesem Moment egal.
 
"Muldeeeeeaaaahhhh!" Ihre Muskeln zogen sich krampfhaft zusammen und sie bog sich ihm entgegen.
 
"Scuuuulleeee!", rief Mulder fast zur gleichen Zeit. Mit einem letzten harten Stoß ergoss er sich in sie und beide wurden von der Wucht des Orgasmus in eine andere Welt gezogen. Stille breitete sich um sie herum aus und sie schwebten in eine andere Zeit, in ein anderes Bewusstsein. Die Konturen der realen Welt verschwammen vor ihren Augen, um der Unendlichkeit zu weichen.
 
Kraftlos sank Mulder über ihr zusammen. Erst ein weiterer Blitz holte sie wieder zurück in die Realität und sie sahen einander an. Der Regen klopfte immer noch beständig an das Fenster, abermals fanden sich ihre Lippen. Langsam begann die reale Welt wieder Gestallt anzunehmen und Mulder zog sich aus ihr zurück. Ein protestierendes Geräusch entrann ihrer Kehle. Mulder musst lachen und zog sie, während er verzweifelt nach der Bettdecke suchte, an sich. Endlich fündig geworden hüllte er sie darin ein. Er spürte wie sich ihr warmer Körper an seien drückte und begann sich zu entspannen. Ihr Kopf ruhte auf seiner Brust und sie hatte begonnen mit ihren Fingernägeln kleine Kreise darauf zu ziehen.
 
"Ich liebe dich Fox."
 
"Ich liebe dich auch Dana."
 
Eng umschlungen sahen sie zum Fenster hinaus. Noch immer durchbrachen beständige Blitze die Dunkelheit und das Donnern zerriss die Stille. Nach einer Weile schlichen sich wieder Gedanken in ihren Kopf.
 
Was würde sie morgen, den Rest der Woche, den Rest des Jahres tun, wenn ihr Verlangen nach ihm so groß war wie heut Nacht? Würde sie einfach zu seinem Schreibtisch rüber gehen und sagen ‚Nimm mich!’? Oder würde er nach dieser einen Nacht wieder aus ihrem Leben verschwinden?
 
"Ich liebe dich Dana. Ich liebe dich mehr als mein eigenes Leben." Diese Worte ließen sie erschaudern und all die vorher gehegten Gedanken machten anderen, schöneren Platz. Sie würde ihn auch ewig lieben, er würde sie auf ewig lieben.
 
So viele Worte formten sich noch in seinem Kopf. Er wollte ihr sagen, wie sehr er sie liebte, wie sehr er sie brauchte, wie sehr sie ihn ausfüllte. Und das sie ihn zum glücklichsten Mann auf der Welt machte. Doch das leise Atemgeräusch, das sie von sich gab, verriet ihm das sie eingeschlafen war. Er würde ihr all dies morgen sagen. Er würde ihr all dies für den Rest seines Lebens sagen.
Vorsichtig drehte er seinen Kopf und beobachtete, wie sie schlief, wie sich ihr Körper bei jedem Atemzug mehr entspannte. Zart küsste er ihre Stirn und zog sie vorsichtig noch ein Stück näher an sich heran. Mulder wandte seinen Blick zum Fenster und sah noch eine Weile den Regentropfen zu. Tief in seinem Inneren dankte er Gott oder wem auch immer dafür das er hier mit ihr liegen durfte. Das er hier mit ihr sein durfte, dass sie bei ihm war. Glücklich und zufrieden schlief er ein, sich sicher, dass sie morgen noch bei ihm sein würde.



~ ENDE ~




So.. das war also meine Vorstellung von dem DANACH... Ich hoffe es hat euch gefallen!
An dieser Stelle möchte ich noch einmal ein gaaaaanz großes DANKESCHÖN an Nastally anbringen, die mir wirklich sehr, sehr, sehr geholfen hat!!!
Ach ja! Hätt’ ich fast vergessen! Feedback ist natürlich immer erwünscht und es würde mich brennend interessieren was ihr von der Story haltet! ;o)