Autor: Pat
Kontakt: XMyselfX@t-online.de
Titel: Whenever you call...
Teile: (1/1)
Spoiler: ein bisschen "Krieg der Koprophagen" und "Ein Spiel"
Rating: MSR
Disclaimer: Keine Person dieser Geschichte gehört mir, sie sind alle Eigentum von Chris Carter und so weiter und so fort...ich leihe sie mir ja nur ;-)
Short-Cut: Mulder stellt fest, dass Scullys Neugierde sowohl ihre Sturheit, als auch ihre Vernunft übertrifft und spielt ein kleines Spielchen mit ihr.
Danke: Ich danke denjenigen, die meine Storys lesen, denn ohne Euch, bräuchte ich sie gar nicht erst zu schreiben ;)
ußerdem Krümel, Tini, Alex, Yasi, Marion, allen anderen GAGS, den Leuten aus dem Pro7 Forum und spooky (with a little ‚s’) *g*
Anmerkung: Ich bin mir bewusst darüber, dass diese Art von Geschichte schon des Öfteren verfasst wurde... aber ich möchte mein Glück auch mal versuchen.
Whenever you call...
Es regnete und schneite abwechselnd. Sobald sich eine dünne Schneeschicht auf der Straße und den Wegen gebildet hatte, wurde alles durch den darauf folgenden Regen wieder weggewaschen. Der Rest, welcher zurückblieb, war matschig. Die Passanten, meist Geschäftsleute, wie man an den dunklen Mänteln und Aktenkoffern erkennen konnte, hetzten wild durch die Straßen. Betrachtete man dieses Bild von oben, ergab es ein großes Getümmel von schwarzen Regenschirmen, die keinen Blick auf die Straße zuließen. Eigentlich gehörte sie auch zu jenen die hetzten. Aber nicht heute. Sie hatte sich die letzte Woche Urlaub genommen und genoss es, einmal nicht von Fox Mulder herumkommandiert zu werden. Trotzdem vermisste sie ihn in diesen Tagen. Er war ganz einfach zu einem Teil ihres Lebens geworden, an den sie sich gewöhnt hatte.
Dana Scully zog den Vorhang zurück und trat vom Fenster weg. Ihre Gedanken kreisten um ihre Entscheidung, ausgerechnet jetzt Urlaub genommen zu haben. Es war Ende Januar, dass Wetter würde besser werden und sie hatte doch erst an Weihnachten ein paar freie Tage gehabt. Sie schüttelte ihren Kopf, als ob sie versuchte, so diese Gedanken zu beseitigen, griff nach ihrem Buch und nahm ihren vorherigen Platz auf der Couch ein. Das leise Knistern im offenen Kamin drang durch den Raum, begleitet vom ständigen *ticktack ticktack* der Uhr. Vertieft in ihr Buch, tastete sie neben sich, den Tisch berührend, am Hals des Glases entlang, bis sie es schließlich ergriff und daran nippte. Sie behielt die rote Flüssigkeit eine Weile im Mund, von der linken in die rechte Wange, und schluckte sie anschließend.
War sie wirklich vertieft in dieses Buch, oder versuchte sie es nur zu sein? Sie las die letzte Passage noch mal, und noch mal und stellte fest, dass sie keineswegs wirklich auf diese Geschichte konzentriert war. Seit 6 Jahren wollte sie nichts weiter, als wieder einen kleinen Funken Privatsphäre; hier hatte sie sie, und nun..., nun war sie auch nicht zufrieden. Sie wollte mit Mulder sprechen, seine dummen aber aufheiternden Witze hören, seine lästige Art immer Recht zu haben, einfach alles von ihm fehlte ihr.
Sie legte das Buch beiseite, etwas zu hastig, wodurch es auf dem Boden landete und dort fürs erst verblieb. Warum hatte er sie letzte Woche keines einzigen Anrufes gewürdigt. Er hielt es für gewöhnlich keinen Tag aus, sie nicht anzurufen. Selbst wenn sie verreiste, wie damals nach Maine. Sie hatten sich eine ganze Woche weder gesehen noch gesprochen und sie wollte seine Stimme hören, die beruhigenden Worte die er ihr sagte. Unentschlossen griff sie in Richtung Telefon, nahm es und setzte sich dann wieder.
> Die Kurzwahltaste, drück sie einfach. <
Sollte sie diejenige sein, die ihre Bitte die sie an ihn gerichtete hatte, sie nicht während ihres Urlaubes zu stören, selbst brechen? Sich über ihre eigene Entscheidung hinwegsetzen? Ein kurzer Blick durch die düstere Wohnung, die allein vom Licht der heruntergedämmten Lampe erhellt wurde. Sie legte das Telefon auf ihren Schenkeln ab, griff wiederum nach dem Glas Rotwein, trank erst einen kleinen, dann einen kräftigeren Schluck, gurgelte damit, genoss den bitteren Geschmack, und lies ihn anschließend den Weg in ihren Magen finden. Ihr wurde wärmer, innerlich, und sie bemerkte, dass das erste Glas von vorhin seine Wirkung tat. Sie schloss ihre Augen. Trank sie sich wirklich Mut an, um Mulder, den Mann den sie seit 6 Jahren so gut wie Tag und Nacht sah, anzurufen? Auf welches Niveau ließ sie sich eigentlich herab damit? Erneut nahm sie den Hörer auf, drückte diese kleine Taste mit dem Kurzwahlzeichen, sah, wie die Nummer aufleuchtete, dann das Zeichen des Telefons, dass die Nummer gewählt wurde. Sie drückte den Hörer fest gegen ihr Ohr.
***
Fox Mulder stand inmitten seines Wohnzimmers, hielt in der einen Hand die Fernbedienung und zappte damit wild durch alle Kanäle, mit der anderen versuchte er vergeblich, den letzten Knopf seiner Jeans zu schließen. Er hatte geduscht und war gerade dabei, sich wieder vollkommen anzuziehen. Langeweile hatte sich breit gemacht, wie üblich freitagabends.
Langsam setzte er sich, griff nach dem Shirt, einem grauen, gestrickten Rollkragenpulli, welcher über der Lehne des Sofas hing und zog ihn sich über. Es war kalt hier drinnen, verdammt kalt sogar. Die Heizung war bestimmt mal wieder defekt und er würde sich noch den Tod holen, wenn er so die Nacht verbrachte.
Er lehnte sich entspannt zurück, soweit die Kälte es zuließ, zappte noch immer, langte nach der Decke am Ende der Couch und warf sie sich über seinen Unterkörper. Seine Gedanken wichen vom Abendprogramm, zurück zur letzten Woche. Er war stolz auf sich selbst. Er hatte seine kleine, hübsche Partnerin kein einziges Mal belästigt, hatte durchgehalten sie nicht anzurufen. Ob sie wohl kommende Woche wieder auftauchen würde? Er zuckte die Schultern, entschlossen, nicht weiter darüber nachzudenken. Er versuchte, seine ganze Konzentration auf das Bild im Fernseher zu richten, nicht zu denken, einfach nur gerade aus zu blicken und den Worten des Reporters zu lauschen, vergeblich. Was würde sie wohl gerade tun? War sie allein, oder hatte sie Männerbesuch? Bei diesem Gedanken zog sich sein Magen zusammen, er spürte Wut, öffnete die Flasche Bier, die unterhalb des Sofas stand und nahm einen kräftigen Schluck, spülte diese Wut damit hinunter. Nein, er würde die letzten drei Tage noch durchhalten, keine Schwäche für sie zeigen. Sie wollte ihn während ihrem Urlaub nicht sprechen.
> Will sie das wirklich? < Er schloss unentschlossen seine Augen, atmete tief und schwer, legte seine flache Hand hinter seinen Kopf und starrte dann geradewegs an die Decke. Er hätte nie gedacht, dass ihm eine Woche ohne Scully solche Kopfschmerzen bereiten würde. Er hatte sie wirklich vermisst! Alleine im Büro sitzend viel über sie nachgedacht und sich gewünscht, dass sie bei ihm war. Jeden Morgen hoffte er aufs Neue, dass sie einfach trotz ihres Urlaubs erschien, einfach so, um ihn zu sehen. Wie konnte er nur so denken? Dana Scully genoss jeden Funken Privatleben den er ihr noch lies und war vermutlich froh, nichts von ihm gehört zu haben. Wiederum nahm er einen Schluck, warf seinem Telefon einen kritischen Blick zu. Sollte er es wagen? Einfach nur kurz "Hallo" sagen, eine kurze Unterhaltung führen und dann wieder, ohne Bedenken, auflegen? Er verwarf diesen Gedanken sofort wieder. Sein Blick glitt zum Fenster.
Mulder stand auf, öffnete die Jalousie ein Stück und sah hinaus. Hinaus in die Weite, konnte die einzelnen Schneeflocken, die hin und wieder von Regentropfen abgelöst wurden, beobachten, bis sie am Boden ankamen und sich zum bereits liegenden Rest gesellten. Es dämmerte bereits und lediglich das Licht der Straßenlaterne warf einen fahlen Schatten auf die Straße. Es klingelte... verdammt, das Telefon klingelte. Er zögerte abzunehmen, entschied sich letztendlich aber dafür.
"Mulder, " er erschrak etwas vor seiner eigenen Stimme. Eine lange Pause folgte und er überlegte schon, ob er nochmals seinen Namen nennen sollte, doch die Stimme auf der anderen Seite nahm ihm die Entscheidung ab.
"Hey Mulder, ich bin’s."
Er griff nach dem Rest des Telefons, zerrte es zur Couch, setzte sich und stellte es auf dem Sofa neben sich ab. Seine Gedanken flogen verwirrt durcheinander.
"Scully? Ist irgendwas passiert?"
> Warum sollte sie Dich sonst während ihres Urlaubes anrufen? <
"Nein, es...", sie zögerte, "... es ist alles in Ordnung. Ich wollte nur einfach Ihre Stimme hören."
Mulder stellte den Ton des Fernsehers ab, hob seine Beine auf den Wohnzimmertisch und deckte sich wieder zu.
"Hey, haben Sie mich vermisst?"
Er versuchte, seiner Stimme dabei keinen erfreuten Klang zu verleihen.
"Nein."
Er konnte hören, wie sie sich räusperte.
"Nein, " Wiederholte sie dann, um ihrer vorherigen Aussage wohl deutlich Ausdruck zu verleihen, "mich hat einfach nur interessiert, was Sie die letzte Woche über so getrieben haben?"
"Interessiert Sie das wirklich? Sie können sich doch vorstellen, dass ich alleine in meinem Kellerbüro gesessen habe, gelangweilt sämtliche Bleistifte gespitzt und sämtlichen Papierkram erledigt habe, oder?"
Das Wort "allein" betonte er besonders kräftig.
"Mulder, falls Sie denken, dass meine Woche aufregender war, irren Sie sich."
"Sagen Sie mir jetzt bitte nicht, dass ich umsonst eine Woche lang auf Sie verzichtet habe und Sie Ihren Urlaub keineswegs genossen haben."
Er lächelte, zog seine Decke höher und trank wiederum aus der Flasche.
"Sicher..., sicher habe ich ihn genossen. Aber ich habe mich mehr oder weniger darauf konzentriert, Dinge zu erledigen zu denen ich sonst keine Zeit habe."
"Und was waren das für Dinge?"
Er konnte sie leise lachen hören.
"Na ja... ein Neu-Jahres-Putz, zum Beispiel. Einen ausgedehnten und teuren Einkaufsbummel,... ich habe dieses Buch gelesen."
"Sie haben welches Buch gelesen?"
"Das ist doch egal. Ich meine, ich dachte ich könnte endlich mal Zeit für... für private Dinge haben, und da habe ich festgestellt, dass es so etwas für mich schon gar nicht mehr gibt. Ich wusste nichts mit dieser freien Zeit anzufangen, außer mich in meiner Wohnung zu verbarrikadieren und mich zu langweilen."
Er öffnete die Fischfutterverpackung, streute vorsichtig ein paar Flocken ins Aquarium und ließ sich wieder zurückfallen.
"Und was werden Sie an diesem Wochenende machen?"
Fragte er langsam.
"Ich werde mich vermutlich mit den gleichen Sachen beschäftigen. Mulder, es ist wirklich schockierend festzustellen, dass man für nichts und wieder nichts lebt."
"Ihre Arbeit beim FBI ist nicht *nichts und wieder nichts*, Scully. Sie helfen damit Menschen."
"Nein Mulder..., ich helfe lediglich Ihnen damit."
Er konnte ein dumpfes Geräusch hören, sie hatte wohl eben Platz genommen.
"Ist das nichts? Ist es nicht etwas, womit Sie sich anfreunden könnten zu leben?"
Er atmete tief durch und trank wieder.
"Ich habe mich bereits damit abgefunden und es macht mir Spaß. Aber sehen Sie, Sie werden in Pension gehen und vermutlich kein Jahr überleben, aus Sehnsucht nach ihrer Arbeit. Ich möchte nicht so enden."
Er hasste diese Gespräche, diese Mentalität in Scully konnte ihn verrückt machen. Er stellte den Ton des Fernsehers wieder etwas lauter.
"Dann sollten Sie sich etwas suchen, das Ihnen diese Privatsphäre verschafft, nach der Sie sich sehnen."
Sie schnaubte leise.
***
Dana Scully lag nervös auf ihrer Couch, verfluchte diese Uhr, die sie durch das ständige *ticktack* beinahe verrückt machte. Sie wusste dass er dieses Thema hasste.
"Mulder?"
"Ja?"
Seine Stimmt klang ruhig.
"Was tun Sie gerade?"
Sie platziert eine Hand unter ihrem Kopf und lehnte den Ellenbogen leicht gegen die Rückenlehne des Sofas.
"Sie meinen, außer an Sie zu denken?"
Sie schluckte kräftig.
"Ich meine das ernst Mulder."
"Ich doch auch."
Sie konnte hören, wie er seine Position veränderte.
"Ist es für Sie so abwegig zu glauben, dass ich hier sitze und an Sie denke?"
"Nein, " sie schüttelte leicht ihren Kopf, auch wenn er es nicht sehen konnte, "dass ist es nicht. Aber was tun Sie außerdem?"
Er lachte laut.
"Ich liege hier, in meiner kalten Wohnung, auf meiner alten Couch und hoffe, dass der Defekt der Heizung bald behoben wird. Es ist wirklich verdammt kalt hier, Scully."
Sie warf einen Blick aus dem Fenster, es schneite noch immer.
"Wo sind Sie gerade?"
Fuhr er fort und es raschelte wieder im Hintergrund.
"Ich liege im Wohnzimmer und..., " er unterbrach sie barsch.
"... und haben Feuer gemacht, vielleicht mit einem Glas Rotwein neben sich."
Sie warf einen kritischen Blick auf das leere Glas neben sich.
"Woher...?"
"...das Knistern. Der Wein war geraten, ich kenne doch Ihre Vorlieben."
Sie lachte stumm in sich hinein.
Er fuhr fort:
"Und was haben Sie gerade an?"
"Ich bin keine von diesen Sexlines, Mulder, ich werde Ihnen jetzt nicht darauf antworten!"
Jetzt konnte sie ihn lachen hören.
"War nur eine Fangfrage. Werden Sie Montag wieder im Büro auftauchen?"
"Ich denke schon, bevor ich hier noch vollends eingehe."
Ein langes Schweigen trat ein, Scully konnte lediglich den festen Atem von Mulder hören und kurze Zeit später heftige Bewegungen.
"Mulder, was tun Sie eigentlich?"
"Ich rufe Sie gleich wieder an, Scully!"
"Mulder...!"
Zu spät. Er hatte aufgelegt und sie hasste es, wenn er das Gespräch mitten in einer Unterhaltung unterbrach. Scully stand auf, legte das Telefon auf dem Tisch ab und schenkte sich wiederum ein weiteres Glas Rotwein ein.
Das Wetter draußen wurde heftiger. Starker Wind war hinzugekommen und es wandelte keine einzige Menschenseele auf dem bedeckten Beton. Hoffentlich würde das Wetter bis Montag besser werden, ansonsten herrschte absolutes Chaos in den Straßen von D.C. und es würde sie einige Zeit mehr kosten, ins Büro zu kommen.
Sie nippte am Glas und schenkte dem Telefon das eben zu klingeln begonnen hatte, einen nervösen Blick.
Sie nahm ab.
"Ja?"
"Hey, wussten Sie dass bis morgen 10 cm Schnee fallen sollen?"
"Mulder..., was haben Sie eben getan?"
"Wollen Sie mir irgendwas unterstellen?"
Sie konnte seine Schritte hallen hören.
"Nein, aber ich hasse es, wenn Sie die Verbindung mitten in unserem Gespräch unterbrechen."
"Welchen Part würden Sie in einer Beziehung übernehmen, Scully?"
Ein abrupter Themawechsel.
"Welchen Part?"
Sie setzte sich wieder, hielt das Telefon zwischen Kopf und Schulter geklemmt und in der rechten Hand das Glas.
"Den dominanten oder eher den rezessiven?"
"Ich würde sagen, dass es darauf ankommt, welche Einstellung der Partner hat. Wenn ich mit Ihnen eine Beziehung..., " er unterbrach sie wieder. Ein lauter Knall drang durch den Hörer. "Hey Scully, machen Sie mich an?"
"Nein! Ich wollte nur anhand eines verständlichen Beispiels auf Ihre Frage eingehen.
Ich würde sagen, dass ich in unserer Partnerschaft den dominanten Teil übernehme."
Er lachte wieder.
"Nein Scully, dass tun Sie keinesfalls. Wenn Sie der Dominantere von uns beiden wären, würden Sie wohl kaum auf meine Bitten eingehen."
"Auf Ihre Bitten? Ich gehe darauf ein, wenn ich der Meinung bin, dass sich Ihre *Bitte* als hilfswürdig herausstellt. Die Autopsien, die Überprüfung sämtlicher Personen... ich würde nicht sagen, dass ich mich Ihnen da unterordne."
"Das wollte ich damit auch nicht sagen. Mir ist bewusst, dass Sie eine starke Persönlichkeit sind, aber ich denke doch das Ihre Vernunft Ihre Sturheit übertrifft."
"Und deswegen bin ich nicht dominant?"
"Deswegen glaube ich, dass Sie sich in einer Beziehung eher unterordnen und sich dem femininen Teil anpassen würden, als den Dominanten zu übernehmen."
Scully beugte sich vor, stellte das Glas ab und nahm den Hörer zurück in die linke Hand. "Moment mal, Sie wollen mir damit doch hoffentlich nicht sagen, dass ich nicht dominant sein kann, nur weil ich eine Frau bin!"
"Es ist nun mal so, dass Frauen die schwächeren Individuen sind."
"Wissen Sie Mulder, es ist doch eigentlich so, dass wenn in einer Beziehung beide Partner den selben Teil übernehmen wollen, diese Partnerschaft nicht funktionieren kann, " Scully stand auf und ging zum Fenster zurück, am Kamin vorbei und schließlich hinter der Couch auf und ab, "und genau aus diesem Grunde würde auch NIE eine Beziehung zwischen uns zustande kommen können, weil genau das der Fall bei uns ist."
"Aber unsere Partnerschaft funktioniert doch, abgesehen von Meinungsverschiedenheiten, meine ich."
"Ja, sie funktioniert, aber nur aus diesem einen Grunde, weil wir uns einander angepasst haben."
"Sicher, und genau so würde es doch auch in einer intimen Beziehung stattfinden können, nicht wahr?"
"Sicher. Es würde dann wohl nur jeden Abend die Diskussion stattfinden, wer auf der rechten und wer auf der linken Seite des Bettes schläft."
"Na, das Problem würde sich wohl von alleine lösen, weil vermutlich beide Partner vorziehen, in der Mitte des Bettes in den Armen des anderen zu liegen."
Ein ständig andauerndes Brummen im Hintergrund. Scully fragte sich wirklich, was Mulder gerade machte, aber sie wollte ihn nicht schon wieder danach fragen, er würde ihr vermutlich sowieso keine wirkliche Antwort darauf geben.
"Scully?"
"Ja?"
"Könnten Sie damit aufhören, ständig auf und ab zu gehen? Das Geräusch macht mich hier wirklich noch verrückt."
Sie blieb stehen, zog ihre Augenbrauen zusammen und leckte sich sachte über ihre Lippen. Sie nahm ihren vorherigen Platz ein, lehnte sich wiederum zurück und schloss ihre Augen. "Also Scully," er verlieh seiner Stimme einen sanften Unterton, "was haben Sie nun gerade an?"
"Wollen Sie das wirklich wissen?"
Sie flüsterte beinahe.
"Ja."
"Was glauben Sie denn?"
Er räusperte sich.
"Sie kennen doch meine schweinischen Phantasien."
Ein leises Auflachen.
"Ich weiß nicht. Vielleicht haben Sie geduscht, bevor Sie mich angerufen haben und sitzen jetzt nur in ihrem Bademantel auf Ihrer Couch. Oder Sie haben sich bereits fertig fürs Bett gemacht und tragen lediglich einen dünnen Seidenschlafanzug. Oder... oder aber Sie haben noch etwas vor heute Abend. Ein kurzes, knielanges, schwarzes, weit ausgeschnittenes Abendkleid, in dem Sie einfach nur niedlich aussehen."
Sie lachte und trank anschließend wieder.
"Sie haben wirklich lebhafte Phantasie, Mulder. Aber alles weit verfehlt. Ich trage einfache schwarze Jeans und ein blaues Shirt... lange nicht so aufreizend wie Sie es sich vorstellen. Wie sieht es bei Ihnen aus?"
Sie konnte nicht glauben, dass sie auf sein Spiel einging.
"Ich trage nichts."
Seine Stimme wurde tief und langsam, verführerisch.
Scully setzte sich aufrecht hin, schluckte kräftig und ihr Herzschlag erhöhte sich.
"Was?"
Fragte sie langsam.
"Das war ein Witz, Scully. Es war nur ein Witz."
Sie atmete erleichtert aus.
"Nun, was dann?"
Sie versuchte so cool wie möglich zu klingen und ihm nicht verständlich zu machen, dass er sie eben wirklich geschockt hatte.
"Wie hätten Sie's denn gern?"
Scully überlegte ernsthaft und angestrengt, wie er jetzt wohl dasitzen würde. Wohl kaum so, wie sie ihn gewöhnt war.
"Ich weiß nicht Mulder, sagen Sie's mir."
"Liegen Sie gerade?"
Was war das schon wieder für eine Frage? Sie hatte langsam Bedenken, was er vorhatte.
"Nein, " sagte sie vorsichtig.
"Tun Sie es, bitte!"
"Ich soll mich hinlegen?"
Fragte sie sarkastisch und kam seiner Bitte nach.
"Ja."
Eine kurze Pause folgte.
"Liegen Sie jetzt?"
"Nein und ich werde mich auch nicht hinlegen, bevor Sie mir nicht sagen, was Sie vorhaben."
Sie hatte es etwas charmanter gesagt, als sie es vorgehabt hatte.
"Sie liegen doch bereits, habe ich Recht? Ihre Neugierde übersteigt Ihre Sturheit also auch."
"Sehr witzig Mulder."
Sie legte ihre Handfläche über die Augen.
"Sie wollen also wissen, was ich gerade anhabe, " fuhr er fort und sie konnte sich deutlich sein breites Grinsen vorstellen.
Sie ging auf seine Frage nicht ein und lauschte einfach, er würde schon von selbst damit anfangen. Aber als er es nicht tat, forderte sie ihn nochmals dazu auf.
"Na kommen Sie Mulder... bis jetzt haben Sie mir gegenüber einen Vorteil."
"Ja, gleich. Würden Sie mir einen weiteren Gefallen tun?"
Sie setzte sich wieder auf.
"Was denn jetzt noch?"
"Würden Sie sich etwas freizügiger anziehen?"
Sie legte ihren skeptischen Blick auf und er würde wissen, wenn er ihn sehen könnte, dass er beinahe die Grenze übertreten hatte.
"Und was wollen Sie damit testen? Ob Sie doch der Dominantere von uns beiden sind? Vergessen Sie es, Mulder."
"Okay."
Er hörte sich etwas enttäuscht an, vermutlich spielte er es nur.
"Ich trage Boxershorts."
"Gut. Und weiter?"
Er machte sie neugierig.
"Nichts weiter."
Sie musste lachen.
"Nein? Sie erfrieren beinahe in Ihrer Wohnung? Kein Wunder wenn Sie nichts Weiteres anhaben."
"Vielleicht habe ich ja jemanden bei mir. Hier gleich neben mir auf dem Bett."
Sie zog ihre Augen zusammen, knurrte innerlich und schenkte sich Wein nach.
"Sie sind doch gar nicht in Ihrem Bett."
"Woher wollen Sie das wissen? Glauben Sie ich möchte wirklich erfrieren und bleibe im Wohnzimmer sitzen? Nein, hier ist es viel angenehmer."
"Und wer ist bei Ihnen?"
"Niemand! Aber es wäre doch rein hypothetisch möglich gewesen, oder?"
"Nein."
"Nein? Trauen Sie mir so wenig zu? Ich war schließlich eine ganze Woche ohne Sie im Büro und hatte genug Zeit mich um ein Date zu kümmern."
"Sie tragen sonst also nichts weiter, liegen in Ihrem Bett und telefonieren mit mir?"
"Richtig."
Das Brummen, welches noch immer zu hören war, irritierte sie etwas.
"Haben Sie nicht Lust vorbei zu kommen, Scully? Hier ist genug Platz und Sie wissen ja, zu zweit unter einer Decke ist es immer wärmer als alleine."
"Ich werde mir das Unwetter da draußen nicht antun, auch nicht Ihnen zu Liebe."
"Na gut, dann machen wir eben so weiter. Liegen Sie noch?"
"Ist das wichtig?"
"Für dass, was ich mit Ihnen vorhabe schon."
"Für dass was Sie..., was haben Sie mit mir vor, Mulder?"
"Folgen Sie einfach meinen Anweisungen, okay? Legen Sie sich entspannt, wirklich entspannt dass ist wichtig, zurück, schließen Sie Ihre Augen, und konzentrieren Sie sich nur auf meine Stimme und auf Ihren eigenen Atem... wenn Sie es einmal getan haben, werden Sie es lieben."
"Ich werde keine Sexspielchen mit Ihnen spielen, Mulder, dass können Sie gleich wieder vergessen."
"Sie wissen doch gar nicht, was ich wirklich vorhabe. Vielleicht gefällt es Ihnen ja."
"Ich steh' nicht auf so etwas Mulder."
"Sie dürfen da nicht so abgeneigt gegen sein. Es passiert doch nichts weiter, es ist alle nur Vorstellung. Vertrauen Sie mir!"
Hatte er Recht damit? Sollte sie darauf antworten und auf sein Vorhaben eingehen?
"Ich vertraue Ihnen Mulder, dass wissen Sie, aber trotzdem sehe ich keinen Grund dafür, so etwas mit Ihnen zu tun."
"Die Vernunft überwiegt die Sturheit also doch nicht."
Er lachte leise.
"Sie können doch jederzeit auflegen Scully und mir Montagmorgen so richtig Ihre Meinung sagen, mir in den Hintern treten und mich dann aus dem Büro werfen. Es ist nichts weiter dabei, jeder hat das schon mal ausprobiert."
"Sie wollen das wirklich tun, oder?"
"Hören Sie einfach zu..., haben Sie Spaß."
Er lachte wieder und ein weiterer Knall war zu hören. Abermals fragte Sie sich, was er wirklich tat und wo er war. Er hatte ihr bezüglich seines Aufenthaltsortes und seiner Kleidung keinesfalls die Wahrheit gesagt. Vermutlich hatte er sie vom Handy aus zurückgerufen.
"Gut, " sagte sie schließlich nachgebend, "fangen Sie an."
Entschlossen legte sie sich wieder zurück, schloss ihre Augen und entspannte sich, genau wie er es verlangt hatte. Seine Stimme klang hypnotisch.
"Stellen Sie sich vor, ich liege neben Ihnen."
"Das geht nicht Mulder, wir würden hier nie zusammen auf meine Couch passen."
"Sie sollen es sich doch auch nur vorstellen und mir nicht widersprechen."
"Okay..., " stimmte sie ihm zu, innerlich lachte sie über ihn.
"Liegen Sie noch?"
"Ja, Mulder. Ich liege noch, habe meine Augen noch geschlossen und bin außerdem noch entspannt."
"Also... noch mal von vorne. Ich liege neben Ihnen, sie können mich atmen hören, " dass konnte sie allerdings wirklich, "und Sie können außerdem spüren, wie mein Atem Ihnen näher kommt. Er ist ausgeglichen, aber langsam. Sie können ihn auf Ihrer Haut spüren, ganz leicht. Ich komme Ihnen näher, langsam, Sie können mich jetzt beinahe schon spüren. Ich berühre Sie vorsichtig."
"Wo?"
Das Wort klang verschluckt, tonlos.
"Ich berühre Sie mit meiner Hand vorsichtig am Bauch. Lasse meine Hand dort ruhen, streichle Sie sanft und behutsam. Dann berühren meine Lippen vorsichtig Ihre weiche Haut am Hals, küssen Sie dort, meine Zunge versiegelt diesen Kuss und ich wandere weiter. Weiter über ihre Wange, in die Richtung Ihres Mundes. Auch meine Hand beginnt sich wieder zu bewegen, streift langsam über Ihre Hüfte, zu Ihrem Arm, verweilt dort aufs Neue und massiert Sie zärtlich. Sie genießen dieses Gefühl. Mein Kopf befindet sich noch immer direkt über dem Ihrem, ich zögere, gebe schließlich aber nach und küsse sie sachte. Unsere Lippen berühren sich kaum, dann löse ich mich von Ihnen, nur ein kleines Stück, und küsse Sie erneut. Diesmal richtig. Meine Zunge wandelt durch Ihren Mund, fordert die Ihre auf, sich auch zu bewegen und sie tut es. Passt sich langsam den Bewegungen meiner Zunge an und wir genießen das Gefühl... das Gefühl der Geborgenheit und der Liebe. Meine Hand lässt von Ihrem Arm ab, tastet sich behutsam über Ihre Brust zurück zum Bauch. Zieht das Shirt, das Sie tragen, ein Stück nach oben und gleitet zärtlich darunter. Ich kann jetzt Ihre Haut fühlen, sanft und weich, umkreise Ihren Bauchnabel, fahre ein Stückchen höher und ziehe Ihnen anschließend das Shirt über den Kopf."
Eine kurze Pause. Scully drehte ihren Kopf zur Seite, öffnete ihre Augen und betrachtete das Muster ihrer Couch.
"Scully? Sind Sie noch da?"
"Ja."
Wieder brachte sie dieses Wort nur leise, ohne jede Betonung heraus und wartete darauf, dass er fort fuhr.
"Danach bewegt sich meine Hand in die Richtung Ihrer Hose, betastet die Seite Ihres Oberschenkels, und fährt zurück zum Bund, um sich langsam aber bewusst an den Knöpfen Ihre Hose zu schaffen zu machen. Ich küsse Sie erneut und leidenschaftlich, bis ich es geschafft habe, Sie auch von Ihrer Hose zu befreien. Und dann..., " Scully hörte langsame Schritte auf dem Flur und ein zaghaftes Klopfen. Sie setzte sich abrupt auf, sah kurz zur Uhr, kurz nach 22:30 Uhr, und konnte einen leichten Lichtschimmer durch den Spalt der Tür dringen sehen.
"Einen Augenblick Mulder..., es hat geklopft."
Sie stand auf, verärgert, ausgerechnet jetzt gestört zu werden. Ihr Atem ging stockend und tief. Sie räusperte sich ein paar Mal, bevor sie einen Blick durch den Spion warf und sah, dass sich niemand vor ihrer Tür befand. Ein vorsichtiger Griff zum ersten Türschloss, danach zum zweiten, dann zum Dritten und anschließend noch das Drehen des Schlüssels im Schloss. Ihre Hand ruhte auf der Klinke. Vielleicht hatte sich jemand an der Tür geirrt. Hier glich schließlich jede Apartmenttür der Anderen. Sie wollte Mulder nicht so lange warten lassen und öffnete schließlich, trat dann einen Schritt heraus und blickte nach links. Sie erschrak etwas und strich sich nervös eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
"Was..., was tun Sie denn hier?"
Sie sah etwas verärgert auf den Kerl vor ihr, warf ihren Kopf zurück, um ihm direkt in die Augen sehen zu können, aber wollte sie das überhaupt, nach seiner Vorstellung von eben?
"Darf ich reinkommen?"
Sie schüttelte kaum sichtbar ihren Kopf, und lächelte bereits wieder über sein gelungenes Konzept.
"Bitte."
Sie wies ihm mit ihrer Hand den Weg in ihre Wohnung und beobachtete ihn dabei, wie er unsicher inmitten des Raumes stehen blieb und sich drehte und wandte.
"Moment, ich muss kurz den lästigen Typen am Telefon loswerden."
Er lächelte, begann langsam, sich seines Mantels zu entledigen und hing ihn über die Garderobe.
"Scully, was treiben Sie denn Freitagabends?"
Scully stellte das Telefon zurück auf das Tischchen, auf welches es gehörte, und war sichtlich nervös, sich wieder umdrehen zu müssen.
"Tun Sie das öfter?"
"Nein, nur bei netten, charmanten Damen wie Ihnen."
Sie sah ihn sich an, dass erste Mal, wie sie vermutete, mit anderen Augen. Ihr Blick glitt über die blaue Jeans, den grauen, gestrickten Rollkragenpulli, über das freundliche, sympathische Gesicht, blickte in die vertrauten Augen und die immer perfekt sitzende Frisur. Sie lächelte über diesen letzten Gedanken und trat einen Schritt näher an ihn heran.
"Jetzt haben Sie mich aber angemacht."
Er setzte dieses Lausbubengrinsen auf.
"Wie war ich?"
Fragte er schließlich und tat ebenfalls einen Schritt in ihre Richtung.
"Das kann ich noch nicht beantworten. Sie haben bisher nur Ihr theoretisches Können bewiesen, wie sieht es mit dem Praktischen aus, Mulder?"
Er blickte schüchtern zu Boden, machte wieder einen kleinen Schritt und stand schließlich direkt vor ihr. Seine Hand griff nach ihrem Gesicht. Er streichelte ihr vorsichtig über die Wange, näherte sich ihr etwas.
"Wollen Sie das wirklich wissen?"
Sie nickte leicht und lächelte wieder.
"Sie haben mich neugierig gemacht. Und die Neugierde übersteigt schließlich die Sturheit und somit auch die Vernunft, nicht war?"
"Sie hatten einen guten Lehrer, Agent Scully."
"Darüber bin ich mir bewusst. Und was haben Sie jetzt vor, Agent Mulder?"
"Darüber bin ich mir noch nicht ganz schlüssig. Was hätten Sie denn gerne?"
Wie bekannt ihr das doch alles vorkam...
"Ich weiß nicht, treffen Sie doch diese Entscheidung."
"Na gut, " er hielt sie fest, sanft aber bestimmt und hielt kurz vor ihr inne.
"Sie müssen den letzten Schritt tun, damit Sie Montag nicht die ganze Schuld auf mich schieben können und ich doch noch einen Tritt in den Hintern von Ihnen bekomme."
"Okay..., " wieder nur ein Flüstern, dass vom ticktack der Uhr verschlungen wurde.
Sie berührte langsam seine Lippen, strich mit den ihren darüber und wartete, bis er letztendlich diesen Kuss eröffnete.
Er tat es, in dem seine linke Hand auf ihren Rücken wanderte und sie fester an sich zog. Ganz fest, dass sie keine Chance mehr hatte, ihm zu entkommen. Dann erst gab er seiner Zunge freien Lauf, drang in ihren Mund ein und forschte darin, fand schließlich sein Gegenstück und glich sie seinem Rhythmus an. Sie hatte inzwischen ihre rechte Hand auf seiner Hüfte liegen und massierte diese zärtlich. Die andere Hand lag auf seiner Brust, fuhr kaum merkbar hin und her.
Nach einer scheinbaren Ewigkeit lösten sie sich schließlich voneinander und sahen sich tief in die Augen.
"Der 1. Schritt wäre also getan, " sagte sie schließlich.
Er lächelte wieder, drängte sie etwas, machte einen kleinen Schritt, worauf auch sie zurücktrat. Er bewegte sie beide Richtung Schlafzimmer, bis sie sich schließlich in seinen Armen wandte, dass er sie von hinten hielt und seine Arme um ihren Bauch geschlungen hatte, und ihn weiter zog.
"Aber eines ist klar, Mulder, " sagte sie mit einem höchst charmanten Tonfall, "ich werde auf der rechten Seite des Bettes schlafen."
The End...
Und die Moral von der Geschicht?!? Ich gebe zu, sie hat keine ... und ich habe mal wieder alles ins Unendliche gezogen, bis ich schließlich zum Punkt kam... aber das ist eben meine Art ;-)
Feedback?!? Was ´n das?!? *schulterzuck* Aber trotzdem: IMMER HER DAMIT!!!!!!