Autor:
Kontakt:
Beta:
Kategorie:
Rating:
Disclaimer:

Spoiler:
Short-Cut:
Danksagung:
DAS Yasi
ywollmarker@yahoo.de
Karin und WoD
Mulder P.O.V., MSR
PG-13
Sie sind leider Eigentum eines gewissen CC und Fox. Ich leih sie mir nur mal wieder...
Tooms, Feuer, FTF, All Things, Existence, 9. Staffel
Mulder denkt an die vergangenen Jahre.
Ich widme diese Geschichte ganz einfach Meike, also dem xgirl, weil sie genauso "Mulder narrisch" ist wie ich und den David ebenso vergöttert.




Want to see you again

 

Es ist schon einige Monate her, seit ich Scully zum letzten Mal gesehen habe, sie im Arm halten durfte.

Ich vermisse sie so sehr! Wie viele Jahre haben wir verstreichen lassen, beide, aus Angst, etwas falsch zu machen. Oder war es einfach nur die Angst gewesen, etwas zu finden, das uns – sollten wir es wieder verlieren – mehr verletzten würde als alles Bisherige in unserem Leben?

Die Leute denken an mich immer als den "Spinner", den "Spooky Mulder" und wahrscheinlich haben sie damit auch Recht. Ich war ein verdammter Sturkopf, der immer nur gesehen hat, was er sehen wollte.

Meine Suche nach der Wahrheit, nach meiner Schwester, all das war schon vor langer Zeit auch zu Scullys Suche geworden. Sie ist mir bedingungslos zur Seite gestanden, mit ihrem Wissen, ihrer ganzer Kraft und egal wie oft wir unterschiedlicher Meinung gewesen waren, am Ende stand sie dennoch immer noch neben mir.

Ich würde für sie durch die Hölle gehen, doch eigentlich ist es genau das, was ich gerade tue. Für mich ist es die Hölle, so weit von ihr entfernt zu sein, von ihr und unserem Sohn.

Unser Sohn! Gott, ich habe einen Sohn! Vor Jahren hätte mich dieser Gedanke erschreckt, doch jetzt empfinde ich nichts anderes als Liebe für dieses wunderbare Geschöpf. Ich hatte nicht viel Zeit für ihn, eigentlich so gut wie gar keine.

Ich sah ihn zum ersten Mal kurz nach seiner Geburt in diesem gottverlassenen Dorf, in das Monica Scully gefahren hatte. Doch ich gestehe, ich hatte im ersten Augenblick nur Augen für Scully, dann erst habe ich meinen Sohn betrachtet. Wie er dalag, in ihren Armen! Ein wunderschöner Anblick. Scully sah so glücklich aus. Ich habe einmal irgendwo gelesen, dass die Schwangerschaft Frauen noch anziehender machen würden, nun, bei Scully war das ganz sicher der Fall. Nicht, dass ich sie vorher nicht als wunderschön bezeichnet hätte, das war sie immer schon. Ihre Augen, die einen ganz besonderen Glanz ausstrahlten, wann immer wir uns nahe waren; ihre Haare, von denen ihr manchmal eine kleine, widerspenstige Strähne ins Gesicht fiel; ihr Mund, der - wenn sie lächelte – zum Küssen richtiggehend einlädt. Alles an Scully ist einfach perfekt, und lange Zeit dachte ich, viel zu perfekt für einen Spinner wie mich. Doch Scully hat es nie gestört, dass ich anders war als alle anderen. Sie war für mich da, wann immer sie ich auch gebraucht habe. Doch, war ich das auch für sie? Scully sagt ja, ich selbst bin mir da nicht so sicher!

Meine Suche nach der Wahrheit hat sie so vielen Gefahren ausgesetzt, sie hat ihre Schwester verloren, Emily, sie wurde entführt, es wurden Tests mit ihr durchgeführt, sie wurde bedroht und noch vieles mehr.

Es gibt Menschen die denken, ich wäre besessen von meiner Arbeit. Das mag richtig sein, doch nicht so sehr besessen wie ich es von Scully bin. Ich muss ein sehr guter Schauspieler sein, dass niemand das schon viel früher herausgefunden hat. Sogar Scully hat länger dazu gebraucht, als ich es für möglich gehalten habe.

Andere Menschen behaupten, ich hätte eine solche Verbissenheit an den Tag gelegt, dass es ein Wunder ist, dass ich überhaupt Freunde habe. Doch die habe ich!

Wieder andere behaupten, ich wäre gut, ein toller Profiler, was sicherlich der Wahrheit entspricht und sie sagen, ich wäre stark. Doch das bin ich nicht, nein. Scully war es, die mir in all den vergangenen Jahren die Kraft gegeben hat, weiter zu machen, weiter zu suchen, nicht aufzugeben. Nur mit dieser kleinen, zierlichen Person an meiner Seite habe ich es geschafft, dorthin zu gelangen, wo ich jetzt stehe. Damit meine ich nicht diesen gottverlassenen Ort hier, sonder das Wissen, das ich in mir trage.

Nicht viele hätten all die Jahre neben mir überlebt und es ist nur Scullys Glauben an mich und ihren Willen zu verdanken, dass wir überhaupt dazu in der Lage gewesen sind, so ein Wunder wie William zu zeugen.

Entgegen der allgemeinen Annahme, Scully und ich hätten nur einen One-night-stand gehabt kann ich behaupten, diese Leute haben ja überhaupt keine Ahnung! Scully und ich, also wir hatten so viel mehr als nur das.

Angefangen hat für uns diese Art der Beziehung – und ich meine jetzt die körperliche – einen Tag nach meiner Zusage, ich würde ihr für die künstliche Befruchtung zur Verfügung stehen.

Aber ich will von vorne beginnen:

Als Scully mir zugeteilt wurde, da war sie nichts weiter als ein Grünschnabel, zumindest was die Arbeit an den X Akten betraf. Doch sie lernte schnell und mir wurde auch bald schon klar, dass sie mir gegenüber auch nicht abgeneigt schien. Man sollte jetzt nicht denken, dass ich sie nicht anziehend gefunden habe, doch irgendetwas in mir sträubte sich damals, wieder eine Beziehung mit einer Arbeitskollegin einzugehen. Das hatte ich bereits zweimal hinter mir und beide Male sind nicht gerade toll für mich ausgegangen. Im Nachhinein gesehen denke ich, Scully hat den Korb damals doch mehr verletzt, als ich angenommen hatte, denn in den darauffolgenden Jahren habe ich mehr als nur einmal versucht, ihr doch näher zu kommen. Aber da ist es dann Scully gewesen, die abgeblockt hat.

Dennoch war mir klar, dass sie in mir doch immer mehr gesehen hat als nur ihren Partner. Sie dachte, sie wäre gut, aber ich habe ihre Eifersucht gegenüber Phoebe und Diana dennoch gespürt. Die Sache mit Phoebe war eigentlich nur ein Missverständnis, denn sie war es gewesen, die mich geküsst hatte. Gut ok, ich hab mich auch küssen lassen, doch ich wollte sicher nicht, dass Scully das sehen würde. Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als sie mit herunter geklappter Kinnlade dastand und auch an den Ausdruck in ihren Augen. Sie war verletzt, verletzt weil ich mit Phoebe etwas tat, was ich ihr einmal untersagt hatte.

Die Sache mit Diana war da schon etwas anderes. Gut, natürlich, ich habe Diana nie mehr absichtlich geküsst, seit Scully und ich zu Partnern wurden. Dennoch hab ich ihr viel zu lange vertraut, etwas, das Scully wohl auch heute noch immer nicht so richtig verstehen kann. Für mich ist das allerdings viel einfacher gewesen, denn obwohl mir irgendwann klar geworden ist, dass sie für diesen Schweinehund von Krebskandidaten arbeitete, war ich mir dennoch ganz sicher, sie würde mich niemals verraten oder mir in irgend einer Weise absichtlich schaden.
Dass Scully Diana von Anfang an nicht leiden konnte, war offensichtlich. Dennoch habe ich Blödmann es immer wieder geschafft, Scully in Bezug auf Diana vor den Kopf zu stoßen. Darüber bin ich ganz sicher nicht glücklich und es ist nur Scullys gesamter Art zu verdanken, dass sie damals nicht einfach verschwunden ist.

Ich erinnere mich auch noch genau an den Zeitpunkt, als mir klar geworden ist, wie viel mehr Scully für mich doch wirklich empfindet.

Es war der Augenblick als sie mir im Krankenhaus sagte, sie würde – trotz ihres Krebses –an meiner Seite stehen solange sie noch könnte.

Ich hab sie umarmt und sie damals das aller erste Mal geküsst. Auch wenn es nur ein kurzer Kuss gewesen war, sagte er doch soviel mehr aus. Sie war nicht nur mein Partner, meine Vertraute, sie wurde für mich zu der wichtigsten Person in meinem Leben.

Es hat dann lange gedauert, bis ich wieder versucht habe sie zu küssen, doch Dank einer kleinen Biene wurde nichts aus diesem Kuss. Ich glaube heute, dies wäre der erste richtige Kuss zwischen uns beiden geworden, doch leider hat es nicht sein sollen.

Das nächste Mal habe ich sie dann in der Silvesternacht 2000 geküsst. Was im Grunde nichts weiter als ein unschuldiger Freundschafts-Kuss gewesen war, hat mir dennoch verdeutlich, wir wichtig mir diese kleine Person in all den Jahren geworden ist.

Was uns nun wieder zum Ausgangspunkt bringt.

Nachdem ich an diesen besagten Tag in die Fruchtbarkeitsklinik gegangen war, um das zu tun, was ich Scully versprochen hatte, haben wir den Abend dann zusammen in ihrem Apartment verbracht. Mir war klar, dass Scully Angst davor hatte, es würde nicht klappen und wie sich später dann herausgestellt hat, hat es ja auch nicht geklappt!

Doch etwas ist mir an diesem Abend erst wirklich bewusst geworden. Die Tatsache nämlich, dass ich eigentlich enttäuscht war, dass Scully mich auf diese Art darum gebeten hatte, der Vater ihres Kindes zu sein, gab es doch eine viel schönere und wunderbarerer Art, ein Kind zu zeugen. Gut, zugegeben, in Scullys Fall war diese ja damals nicht möglich, zumindest hatte ihr Arzt ihr das so gesagt.

Was auch immer der Grund gewesen sein mochte, letztendlich haben Scully und ich in dieser Nacht dann aber doch miteinander geschlafen.

Egal was mir die Leute einreden wollen, ich bin völlig davon überzeugt, dass unser William genau in dieser Nacht gezeugt worden ist. Wieso auch nicht? Denn es war eine Nacht voller Leidenschaft und Liebe, und wenn ich jemals im Leben an Gott geglaubt habe, dann in dieser Nacht. In Scully schlummerte ein Feuer, das nicht einmal ich für möglich gehalten hatte und das mich in jeder Weise nicht nur überrascht, sondern auch unendlich glücklich gemacht hatte. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie soviel Wärme und Zärtlichkeit erfahren wie bei ihr und ich war verdammt noch mal schon mit viele Frauen zusammen gewesen. Doch auch das hatte sich durch Scully geändert. Früher hatten mich wenigstens diese Zeitschriften oder Videos noch irgendwie gereizt, doch schon bald nach meiner Bekanntschaft mit Scully habe ich eigentlich in jeder dieser Frauen immer nur die kleine Rothaarige gesehen.

Nach dieser Nacht haben Scully und ich so weitergemacht wie bisher. Wir haben – ohne es auszusprechen – unser Privatleben strikt vom Beruf getrennt und nicht einmal in den Nächten, in denen wir im Land unterwegs waren, um irgendwelche Fälle zu lösen, haben wir uns erlaubt, die Nacht miteinander zu verbringen. Dieses besondere Glück blieb uns für die seltenen Abende in Washington, in denen wir abwechslungsweise bei Scully oder bei mir waren.

Wir waren beide so unsagbar glücklich.

Doch wieder einmal wurden wir getrennt und eigentlich hätten wir es voraussehen müssen, denn wem ist schon das vollkommene Glück gewährt?

Diesmal haben sie mich entführt und es war Scully, die alleine zurückblieb. Mit einer Stärke, die alle überraschte, hat sie verbissen nach mir gesucht und erst dann aufgegeben, als sie meine Leiche gesehen hat. Ich kann mir nur annähernd ihre Qualen vorstellen, denn diese muss sie bei meinem Anblick empfunden haben.

Wenn je ein Mensch Stärke bewiesen hat, dann Scully. Ich weiß genau, dass eigentlich immer schon SIE der Stärkere von uns beiden gewesen war und ich gestehe auch uneingeschränkt, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich im umgekehrten Sinne, diese Zeit überlebt hätte.

Doch dank Skinner – der mich zusammen mit Doggett aus meinem Grab zurückgeholt hat – habe ich Scully wiederbekommen. Gerade rechtzeitig um miterleben zu dürfen, wie William in ihr heranwuchs.

Doch wieder einmal wurde unser Glück auf eine harte Probe gestellt. Vielleicht hätten wir uns wirklich niemals ineinander verlieben sollen, nur hätten wir es denn verhindern können? Nein, ich denke nicht! Doch nur wer glücklich ist, dem können sie dieses Glück wieder nehmen. Und genau das haben sie getan.

Ich wurde nach Williams Geburt vor die Wahl gestellt zu verschwinden, oder das Leben von den einzigen beiden Menschen zu gefährden, die jemals für mich so etwas wie eine Familie gewesen sind. In meinem Herzen wusste ich, Scully hatte Recht. Ich musste gehen. Mein Leben für das ihre und das unseres Sohnes. Hatte ich da denn eine Wahl?

Nun bin ich hier, alleine, mit all meinen Gedanken und Gefühlen für Scully und unseren Sohn.

Nur das vollkommene Wissen, dass meine Rückkehr der absolute Tod für Scully oder William bedeuten würden, hielt mich immer wieder davon ab, doch wenigstens für einen Tag zurückzukehren. Ich vermisse Scully so sehr.

Doch im Grunde wird es wohl auch noch einige Zeit so bleiben, denn es ist einfach noch immer viel zu gefährlich, jetzt in ihre Nähe zu kommen. Wir haben schon einmal versucht uns zu treffen, doch für diesen Versuch hat ein anderer sein Leben lassen müssen und Scully stand ein weiteres Mal einem dieser Supersoldaten gegenüber.

Das einzig Positive, das bei diesem Versuch herausgekommen war, ist die Tatsache um das Wissen, das auch diese Supersoldaten besiegbar sind. Irgendetwas in diesem Gestein in dem Bergwerk hatte es geschafft, den Mann wie ein Magnet in sich aufzusaugen. Auch mir war klar, dass dies nicht unsere Waffe sein konnte, wir würden schließlich nicht immer vor diesem Bergwerk mit ihnen zusammen treffen. Dennoch war es schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. Nun wussten wir zumindest, dass sie getötet werden konnten.

In den letzten Monaten ist mir auch klar geworden, dass die Arbeit an den X-Akten nicht der Mittelpunkt des Universums ist, dass es andere Dinge gibt, die weitaus wichtiger sein konnten als dies.

Sollten wir es jemals schaffen zu gewinnen, dann wäre ich auch bereit, John Doggett meine Arbeit zu übergeben oder besser gesagt, zu überlassen. Ich weiß, John hat nicht darum gebeten, die Abteilung zu übernehmen und ich gestehe auch, ich konnte den Kerl anfangs nicht leiden, was wohl auch damit zu tun hatte, dass ich das erste Mal jemanden vor mir hatte, der es schaffte, dass ich so etwas wie Eifersucht spürte. John mag Scully, das ist mir bewusst, dennoch hätte mir eigentlich klar sein müssen, dass ich Scully auch in dieser Hinsicht uneingeschränkt vertrauen kann. Ich denke aber, meine Abneigung gegen John hatte auch damit zu tun, dass ich – vielleicht viel früher als andere – gemerkt hatte, dass er ein würdiger Nachfolger für meine Arbeit sein würde. John ging die Dinge anders an als ich, vielleicht nicht ruhiger, dennoch mit einer anderen Sichtweise, die ihn in diesem Sinne manchmal auch nicht so verbohrt erscheinen ließen wie mich. Es war schwer für mich einzugestehen, dass da noch jemand außer Scully war, dem ich blind die X-Akten anvertrauen würde. Doch das tat ich, denn John hatte es verdient. Und mit Monica an seiner Seite hatte er die beste Voraussetzung, es zu schaffen. Auch ihm würden sie Steine in den Weg legen, das lag in der Natur der Sache, doch John könnte es schaffen, davon war ich überzeugt.

Nur eines wusste ich mit Sicherheit: was immer auch der Grund für Scullys Schwangerschaft gewesen sein musste, unser Sohn war etwas ganz besonderes. So besonders, das ihn die Supersoldaten für uns unerklärlicher Weise bei seiner Geburt nicht mitgenommen hatten. Vielleicht war es gar kein solchen Wunder, wie Scully immer annahm. Vielleicht ist dies eines der wenigen guten Dinge, die DIE in all den Jahren zustande gebracht haben. Vielleicht liegt es ja an dem bisschen schwarzen Öl, das sowohl Scully als auch ich immer noch in uns tragen. Natürlich könnte es andererseits doch das Wunder sein, das Scully gerne glauben würde, doch ehrlich gesagt: ich war niemals ein so gläubiger Mensch als dass ich mir vorstellen könnte, Gott hätte uns dieses Geschenk geschenkt. Meine Theorie für dieses Wunder sah so ganz anders aus und würde ich Scully davon erzählen, dann würde sie meinen, dies sein wieder eine meiner verrückten Ideen. Dennoch war ich davon überzeugt, das alles, was passiert war und von DENEN geplant worden ist, nur einem Ziel diente, nur einen möglichen, logischen Schluss zulassen konnte: mein Sohn würde mit Sicherheit eine wichtige Rolle in der Geschichte der Menschheit sein. Wie auch immer, ich hatte keinen Plan, was oder wie etwas passieren würde, dennoch wusste ich einfach, William war dazu geboren worden, eine wichtige Rolle zu übernehmen. In meinem Herzen hoffte ich nur, dass es mir möglich sein würde, ihn aufwachsen zusehen, zusammen mit Scully.

Ende