Vergessen
"Vielen Dank!" er ging ohne zu zögern auf sie zu und umarmte sie.
Scully stand da wie gelähmt. Als er seine Arme um sie schloß fing ihr Herz an zu rasen, ihr Blutdruck schoß in die Höhe und sie konnte ihr Glück kaum fassen.
Auch Mulder ging es wenig anders. Er war so froh jemanden zu haben der da war wenn er ihn brauchte das er sie einfach umarmen musste.
Als sie sich voneinander lösten sagte Mulder unvermittelt: "Was sagt eigentlich Skinner dazu das sie hier sind und nicht arbeiten?"
Scullys Gedächtnis fing an zu rasen. Hatte sie Skinner in seiner Nähe erwähnt? Nein, das hatte sie nicht.
"Mulder? Wie kommen Sie auf den Namen Skinner?"
"Ich weiß es nicht. Wieso?"
"Das ist unser Vorgesetzter beim FBI."
Mulder fing an zu lächeln. Dr. Hamleigh hatte Recht behalten. Auch wenn ihm bisher nur ein Name eingefallen war er hatte wieder Hoffnung.
Die Zeit verging wie im Flug. Sie hatte ihm kurz bevor sie ging noch ihre Handynummer und die Nummer von zu Hause aufgeschrieben. "Sie können mich jeder Zeit anrufen." Hatte sie ihm noch gesagt. Sie war sich sicher das er sie anrufen würde.
Es war bereits Abends als sie Mulders Apartment verließ. Sie war froh das ihm schon nach dieser kurzen Zeit ein Name eingefallen war. ‚Er wird sich bald wieder an alles erinnern. Da bin ich mir sicher,’ dachte sie sich und fuhr nach Hause.
Als Mulder allein zu Hause war sah er sich noch einmal genau um. Er ging ins Bad und nahm sich seine Zahnbürste. ‚Wo verdammt noch mal ist die Zahnpasta?’ Er ging zum anderen Ende des Raumes und wollte gerade in das Schränkchen sehen als er ein Geräusch wahrnahm.
<quirscht>
Er sah nach unten und was klebte da unter seinem Schuh?
"Oh verdammt!" Er nahm sich ein wenig Toilettenpapier und wischte die Zahnpasta von seiner Schuhsohle ab. Er sah nun doch noch in das Schränkchen und was lag da? Eine neue Tube Zahnpasta. Er nahm sie also heraus und putzte sich die Zähne.
Danach ging er in sein Schlafzimmer und suchte nach einem Schlafanzug. ‚Hm, wo könnte er sein?’ Er sah in den Schrank. Dann unter das Kopfkissen. ‚Ah!’ Oh Gott, was soll das denn sein? Es war kein wirklicher Schlafanzug sondern eine Boxershort und ein T-Shirt.
Er zog sich um und ließ sich dann genüsslich auf das Wasserbett fallen. Kurz darauf schlief er ein.
In dieser Nacht wurde er von Alpträumen gequält.
‚Was war das?’ Mulder schreckte auf. Er sah sich um aber er entdeckte nichts. ‚Es war wohl nur ein Traum.’
Danach konnte er nicht mehr einschlafen. Er wälzte sich hin und her. Immer wieder hörte er etwas. Er sah auf die Uhr. 2:32h.
‚Ob ich Scully anrufen kann? Sie hatte ja jeder Zeit gesagt.’
Zögerlich griff er zum Telefon und wählte die Nummer, die Scully ihm gegeben hatte.
<tuuut,..., tuuut>
"Scully?" meldete sie sich verschlafen.
"Hi, hier ist Mulder. Sie hatten doch gesagt ich darf Sie jeder Zeit anrufen."
"Was gibt es denn?"
"Ich kann nicht mehr schlafen. Ich habe Alpträume und ich fühle mich in dieser Wohnung unwohl."
"Wie kann ich Ihnen helfen?"
"Ich habe Angst."
"Soll ich vorbeikommen?"
"Das würden Sie für mich tun?" Sie merkte wie er anfing zu lächeln. Das hörte sie an seiner Stimme.
"Ok, ich komme vorbei."
"Danke."
Damit legte er auf. Er schaltete das Licht im Wohnzimmer ein. Irgendwie war ihm das Dunkle unheimlich. Er setzte sich auf die Couch und wartete auf Scully.
Scully zog sich einen Jogginganzug an und ging zum Auto. Dann fuhr sie los. Irgendwie freute sie sich das Mulder sie angerufen hatte. Sie hatte ihn ihrer Meinung nach schon viel zu lange nicht mehr gesehen auch wenn es nur ein paar Stunden waren.
Als sie bei ihm ankam war sein Apartment hell beleuchtet. Er hatte ihr die Tür geöffnet und sah sie erstaunt an.
"Was ist?" fragte sie erstaunt.
"Sie sind wirklich gekommen?"
"Ja, was dachten Sie denn?"
"Ich hätte nicht gedacht das Sie um diese Uhrzeit herkommen. Kommen Sie doch bitte rein."
Sie gingen ins Wohnzimmer und setzten sich auf die Couch.
"Wenn Sie wüssten wie oft Sie mich früher um unmenschliche Zeiten aus dem Bett geklingelt haben. Was haben Sie denn geträumt?"
"Ich,..., ich habe auf einem großen Platz gestanden. Um mich herum standen sehr viele Menschen. Zuerst starrten sie mich an, dann zeigten sie mit dem Finger auf mich. Ich bin daraufhin losgerannt und habe eine Treppe übersehen. Als ich heruntergefallen bin, bin ich aufgewacht."
"Das ist normal Mulder. Tief in Ihrem Unterbewusstsein haben Sie sehr große Angst davor rauszugehen weil Sie sich nicht mehr erinnern können. Aber es wird sich geben. Da bin ich mir sicher. Außerdem schlafen Sie heute das erste Mal wieder bei sich zu Hause."
Er sah sie an und sie bemerkte die Angst in seinen Augen.
"Soll ich die Nacht über hier bleiben?"
"Das würden Sie für mich tun?"
"Aber natürlich."
Sie saßen noch einige Zeit ohne ein Wort da. Nach ein paar Minuten sah Scully zu Mulder. Er schlief.
Kurz danach schlief auch sie ein.
Am nächsten Morgen wachte Scully früh auf. Sie dachte zwar es sei schon hell aber dann fiel ihr auf das die Deckenlampe ja noch an war. Draußen war es noch dunkel. Sie hatte tatsächlich im Sitzen geschlafen. Mulder hatte sich an sie gelehnt. Sie traute sich nicht, sich zu bewegen. Er hatte anscheinend ruhig schlafen können. Sie freute sich, ihn so nah bei sich zu haben.
Nach ein paar Minuten wachte er auf.
"Ich erinnere mich an etwas." Sagte er und sah zu ihr auf.
"Ja? An was denn?" Interessiert sah sie ihn an.
"An Gefühle."
Sie schluckte, sollte sie ihn jetzt fragen ob diese Gefühle für sie sind? Oder nicht? Sie wusste nicht was sie tun sollte. Dann aber hörte sie auf ihr Herz.
"Für mich?" eine kurze Pause entstand. Sie hoffte er würde ja sagen.
Dann öffnete er seinen Mund um zu antworten.
"Ja." Langsam hob er seinen Kopf hoch. Ihre Lippen näherten sich.
Genau in dem Moment in dem sich ihre Lippen berührten machte es <pling>.
Die Glühbirne war kaputt. Sie saßen im Dunkeln.
"Viel besser." hörte sie ihn noch sagen als er sie wieder küsste.
Als sie sich dann wieder voneinander lösten sagte er: "Ich kann mich wieder erinnern. An alles." Er versuchte ihre Augen zu erkennen. Sie funkelten im restlichen Licht das von den Straßenlaternen von draußen kam.
"Und ich kann es nicht fassen das ich in dieser langen Zeit meine Gefühle für dich verdrängt habe." Er machte eine Pause und nahm Scullys Hand. Sie zitterte aber er war sich sicher das es nur aus Aufregung war und nicht weil es unangenehm für sie war.
"Ich liebe dich Dana Katherine Scully. Und das werde ich nie vergessen."
Dann versanken sie in einem ewigen Kuss...
Ende