Titel: tötliche Stille
Autor: Birte/Kdala
Kontakt:
mailto:birte@rancka.de, das ist meine allererste FF, also bitte so viel Feedback wie möglich!Kategorie: Drama; character death; MSR (ein kleines bisschen)
Rating: ich denke mal PG-13
Disclaimer: Alle Charaktere aus Akte X, die in dieser Geschichte vorkommen, gehören nicht mir, sondern Chris Carter, 20th Century Fox und 1013 Productions. Ich habe sie mir nur ausgeliehen.
Short-Cut: Da die FF so kurz ist, lohnt sich ein Short-Cut nicht, dann wüsste man schon die ganze FF, also einfach mal lesen!
Anm. des Autors: Als erstes möchte ich mich bei WoodyX bedanken, die mich mit ihrer FF "Crash!Boom!Bang!" auf diese Idee gebracht hat.
Und dann danke ich noch der Yasi für die beta und das schicke Cover.~~~~
tötliche Stille~~~~9:32 Uhr Mulders Büro
Mulder saß an seinem Schreibtisch und schrieb grade einen Bericht zu ihrem letzten Fall. Er wunderte sich schon wo Scully blieb. So spät war sie sonst nie.
Grade als er sich fragte, wo sie so lange blieb klingelte das Telefon. Skinner war dran. Er bestellte ihn sofort in sein Büro. Irgendwie war Mulder unwohl zumute, Skinner hatte so komisch geklungen, so hatte er ihn noch nie erlebt. Seine Stimme hatte gezittert und er hatte sich mit einigen Wörtern verhaspelt.
Mulder machte sich auf den Weg in Skinners Büro. Dort angekommen klopfte er kurz an der Tür und trat dann ein. Skinner saß hinter seinem Schreibtisch und hatte den Kopf von ihm abgewandt. Mulder konnte förmlich spüren, dass irgendetwas nicht stimmte. Er setzte sich auf den Stuhl vor dem Schreibtisch und wartete darauf, dass Skinner sagen würde was los sei. Plötzlich durchbrach der die Stille und als er anfing zu reden zitterte seine Stimme immer noch ein wenig: " Mulder, hören sie, es... es hat da einen, einen Vorfall gegeben. Eine Straßenecke weiter. Ein junger Mann, niemand weiß weshalb, aber er hat plötzlich eine Pistole aus seiner Jackentasche gezogen und... einfach um sich geschossen. Er hat sechs Menschen getroffen und sich danach selbst erschossen." In Mulder drehte sich alles, er hatte so ein schrecklich mieses Gefühl in sich, dass er sich jetzt am liebsten die Ohren zugehalten hätte. Er wollte überhaupt nicht wissen, was Skinner ihm noch zu sagen hatte. " Also," fuhr Skinner fort, " Scully, ich weiß nicht was sie dort wollte und weshalb sie überhaupt da war, aber...". Die letzten Worte verschluckte er wieder, er konnte sie einfach nicht herausbringen. Mulder war blass geworden, er saß ganz still da und starrte Skinner an. Er hatte plötzlich schreckliche Angst. " Ist..., hat sie..., geht es ihr gut?" Presste er hinaus. Doch Skinner antwortete nicht. Er schüttelte nur kaum merklich den Kopf. "Aber sie wird doch wieder gesund, oder? Sie ist nicht...?" Mulder wurde immer lauter, plötzlich hatte ihn eine Panik gepackt. Er zitterte jetzt am ganzen Körper und alle Haare auf seinen Armen und in seinem Nacken hatten sich aufgestellt. " Doch, Mulder, sie, sie ist tot." Skinner flüsterte nur. "NEIN" schrie Mulder. Er war noch blasser und bekam kaum noch Luft, er hatte einen riesigen Knoten im Hals, der sich anfühlte als müsste er daran ersticken. "Wo... wo ist sie," keuchte er. "Sie haben sie ins Krankenhaus gebracht, um sie noch mal zu untersuchen." Mulder stürmte aus dem Büro, er hätte es hier keine Sekunde länger mehr ausgehalten.
10:06 Krankenhaus
Nachdem Mulder am Krankenhaus angekommen war, hatte er sich erstaunlich ruhig erkundigt, ob er Scully sehen dürfte. Die Ruhe war allerdings nur äußerlich. In ihm drin war ein Orkan von Gefühlen und im Zentrum dieses Orkans war es totenstill. Es war so still, wie es noch nie in ihm still gewesen war. Er rannte beinahe auf das Zimmer zu, in welchem sie liegen sollte, doch einige Meter vor der Tür hatte er das Gefühl, dass eine schreckliche Kälte von diesem Zimmer ausging und er hatte Angst dort hineinzugehen, und zu sehen was dort war. Er nahm sich zusammen und öffnete langsam die Tür. Es war kein Krankenzimmer, es war nur ein Zimmer in dem sich die Angehörigen von den Verstorbenen verabschieden können. Und da, auf dem Bett... lag Scully. Sie lag ganz still, sah einfach wunderschön aus, in diesem Moment erinnerte sie ihn ein wenig an Schneewittchen oder Dornröschen, nur etwas blass, allerdings lange nicht so blass wie Mulder in diesem Moment. Er schlich zu ihr ans Bett. Wieder hatte er diesen Knoten im Hals, der ihn nur keuchend atmen lies. Er kniete vor dem Bett nieder, nahm Scullys Hand, die neben ihrer Hüfte lag und hielt sie ganz fest. Jetzt konnte und brauchte er sich nicht mehr zusammenzureißen, er weinte, aber nicht laut sondern ganz still in sich hinein. Tränen liefen über seine Wangen und Lippen. Sein Körper bebte vor Schmerz. Langsam beugte er sich zu ihr vor, streichelte vorsichtig mit dem Handrücken über ihre Wange, strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Eine Träne perlte von seinen Lippen, und landete neben Scullys Nase. Er drückte seine Stirn gegen ihre, wich kurz zurück, weil sie so schrecklich kalt war und küsste dann ganz behutsam ihre unbeweglichen Lippen. Er legte seinen Kopf, der ihm plötzlich so schwer vorkam auf Scullys Bauch und blieb dort ganz still liegen. Es liefen immer noch ein paar Tränen aus seinen Augen, aber die waren nichts gegen die Tränen die er innerlich weinte, er weinte so bitterlich und fühlte wieder, dass er jetzt jeden Moment an seiner Trauer ersticken müsste.
11:00 einige Tage später auf dem Friedhof
Mulder stand in einer Gruppe Menschen, die er zum Teil wohl kannte, aber er registrierte überhaupt nichts. Er fühlte sich wie in einem Traum. Einem schrecklichen Traum, dem schrecklichsten Alptraum, den er je geträumt hatte, bis auf, dass dies kein Traum war, sondern die Realität. Alle waren sie schwarz angezogen und immer wieder hörte er ein verzweifeltes Schluchzen. Und obwohl er nicht allein war, fühlte er sich einsamer als je zuvor. Er weinte nicht. Da waren keine Tränen mehr in ihm, die er hätte weinen können. Und in ihm drin war alles still und dunkel. Er bekam kaum etwas von der Rede mit. Der Schmerz war so stark geworden, jetzt wo er hier stand und sah, dass es wirklich für immer sein sollte, dass er sie nie wieder sehen würde, nie wieder mit ihr reden könnte, sie nie wieder in den Arm nehmen könnte und ihr niemals sagen könnte, wie sehr er sie schon immer geliebt hatte.
Mit der Zeit verschwanden all die Menschen um ihm herum. Manche sagten etwas zu ihm, dann nickte er nur kurz und gab eine freundliche Antwort. Aber er bemerkte nicht einmal mit wem er sprach. Als alle gegangen waren stand er immer noch da, ganz allein, blickte auf den Grabstein und fühlte sich so furchtbar leer. Da war überhaupt nichts mehr in ihm, nur noch der unerträgliche Schmerz. Der Himmel verdunkelte sich noch etwas mehr, und es passte genau zu seiner Stimmung, obwohl er nicht einmal eine Stimmung wahrnahm, es war alles nur so schrecklich still in ihm. Er hatte Angst vor dieser Stille. Sie war so endgültig.
Plötzlich fing es an zu regnen. Erst kleine, feine Tröpfchen, dann immer größere und schließlich war es ein richtiger Platzregen. Mulder war schon total durchnässt. Er fror nicht, Frieren war ein so kleiner Schmerz, er berührte ihn kaum, weil er von einem tausend mal größeren und schlimmeren Schmerz unterdrückt wurde. Dann sackte er neben dem Grab zusammen. Er konnte sich einfach nicht mehr auf den Beinen halten. Die Rose, die er die ganze Zeit in der Hand gehalten hatte und an die er sich geklammert hatte, glitt ihm aus der Hand und landete sacht neben ihm auf dem nassen Graß.
ende