Die Figuren Mulder und Scully gehören Chris Carter. Wenn ich damit igendein Recht verletzte, so weiß ich nichts davon. So. Zu der Geschichte. Ich finde den ersten Teil irgendwo besser, wober man diese Geschichte mit einigen kleinen Veränderungen sowieso an fast jede Geschichte hängen kann. Ich will jetzt aber meine Geschichte auch nicht schlecht machen! Also: Viel Spaß beim Lesen!

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Svenja
SFrahm500@aol.com
MSR
PG
Fortsetzung der Geschichte "kaputte Fernseher"
Zu Scullys Glück erinnert sich Mulder an etwas, das er vor einiger Zeit "gestohlen" hatte. Damit kann er nun Scully sehr glücklich machen

Kritiken sind erwünscht. Bitte an: AFrahm500@aol.com.

 

Scherben bringen Glück!

 

Zufrieden wartete Fox Mulder in seinem Kellerbüro auf Dana Scully seine Partnerin... seine Freundin. Er war glücklich, daß sie vor ein- zwei Wochen den ersten Schritt gemacht und ihn geküßt hatte. Wie gut, daß die Technik noch nicht so weit war, daß sich Fernseher selbst reparieren konnten... Sonst wäre Scully nie zu ihm gekommen, sonst wäre sie nie auf diese Weise auf seine Zuneigung gestoßen, wie sie es ihm später erzählte 'Der Fernseher war aus...', sonst... wären sie jetzt nicht zusammen!
Er schaute auf die Uhr... sie würde schon noch kommen. Knapp drei Minuten später platzte Dana auch schon ins Zimmer. Sie sah etwas verweint aus, doch nachdem sie ihm versichert hatte, daß alles in Ordnung sei, verflogen seine Gedanken schnell wieder. Doch ein seltsames Gefühl tief in seinem Herzen sagte ihm immer wieder, daß doch etwas nicht stimmte. Er verdrängte dieses Gefühl.
Sie gab ihm schnell ein kleines Küßchen als Zeichen, daß sie ihn liebte. Hier im Bureau mußten sie ihr privates Verhältnis verborgen halten. Partner... sie waren Partner. Doch sie waren entgegen dieser 'Partner dürfen kein Verhältnis haben'- Regel das Risiko eingegangen, ihre Stellen beim FBI zu verlieren, wenn es im Bureau bemerkt werden würde. Um dieses zu vermeiden, bemühten sich beide, dort auf Distanz zu bleiben.
Also fingen sie an, sich über den gegenwärtigen Fall zu unterhalten. Jemand hatte eine Kindergartenklasse gekittnappt und sie irgendwo hier in Washington - wie vermutet wurde - versteckt. Sie hatten nicht mehr Anhaltspunkte, als daß der Täter blond war und den Arm auffällig mit einigen Gottessymbolen und Silhuetten tätowiert war. Und selbst der sonst so einfalsreiche Mulder hatte noch nichtmal einen Anschein einer Tehorie. Scully wunderte sich, warum Mulder sich überhaupt für diesen Fall interessierte... es hatte nicht mit UFOs, Monstern oder ähnlichem zu tun. Sie versuchte, den Fall wie jeden anderen zu behandeln, doch sie nahm ihn sich sehr zu Herzen. So war es jedes Mal, wenn Kinder in die Fälle verwickelt waren. Seit ihrer Entführung damals, produzierte ihr Körper keine Eizellen mehr. Seit sie dies erfahren hatte, daß sie kein eigenes Kind mehr haben konnte, war sie sich erst klar darüber geworden, wie sehr sie sich eigentlich eines gewünscht hatte. Doch sie wollte Mulder nicht mit diesem Problem konfrontieren, da sie wußte, daß es keine Lösung für dies gab. Doch sie weinte deswegen oft und lange. Wie auch gestern Abend, was Mulder richtig erkannt hatte.
"Mulder" hörte sie sich plötzlich sagen. Er drehte sich zu ihr um. "Könne wir den Fall nicht bitte wieder abgeben?" sie sprach so leise, daß er kein Wort davon verstanden hatte.
"Hat dir jemand deine laut,- und leiser- Rede Muskel entfernt" versuchte er zu scherzen.
"Ach..." sie war unsicher, ob sie weitersprechen sollte.
"Schon gut Mulder ich... ich war in Gedanken." Sagte sie schließlich und lächelte ihn an.
"Geht es dir wirklich gut? Du siehst etwas blaß aus..." Das ungute Gefühl kehrte unwillkürlich zurück.
"Es geht mir gut!"
"Wenn du es sagst" er schaute sie unsicher an. Was verheimlicht sie mir?! Etwas zögernd wand er sich wieder zu seinen Akten.
Sie schaute ihm über die Schulter. Das Klassenfoto des Kindergartens. Mulder war dabei, alle seine Aufzeichnungen und Informationen noch einmal genau zu studieren. Und auch Scully schnappte sich einen kleinen Stapel. Und vertiefte sich darin. Nach einiger Zeit mußte sie gegen eine Träne kämpfen, die nun leise über ihre Wange lief. Diese Fotos lachender Kinder... Und was jetzt wohl mit ihnen sein mochte? Waren sie tod? Warum wurde kein Lösegeld verlangt? Was wollte der Mann von diesen Kindern?
Mulder schaute hin und wieder zu Scully hinüber. Irgendwas war anders. Sie hatte einen komischen Gesichtsausdruck. Sie war blaß, sie starrte auf diese Fotos, als wären sie das achte Weltwunder. Sie... hatte eine Träne im Auge.
"Dana..." er stand auf und ging zu ihr herüber. "Irgendwas macht die zu schaffen... möchtest du darüber reden?"
"Ach Mulder!" sie fiel ihm in die Arme. "Nicht hier..." Er schloß seine Arme um sie. Er fühlte ihre Wärme. Aber auch... ihr leichtes Zittern.
Da Scully hier partou nicht sagen wollte, was sie bedrückte, entschlossen sich beide, in Mulders Appartment zu fahren. Es war ohnehin schon spät und relativ dunkel draußen.
In seinen Appartment angekommen setzte sich Scully auf Mulders Couch und er machte ihnen einen Tee. Als nach kurzer Zeit der sanfte Duft Kamillentees in Scullys Nase stieß, kam auch Mulder ins Zimmer und setzte sich zu ihr auf die Couch.
Nach einer Weile bedrückender Stille nur durchzogen von manchen Schlürfern, denen beide nicht entgehen konnten, meldete sich Mulder endlich zu Wort. "Dana... was bedrückt dich so?" sie schaute vom Rand ihrer Teetasse auf und sagte mit sanfter Stimme, das es der Fall wäre, der sie nicht gerade begeisterte.
Fox wußte, daß Dana Kinder liebte... und sich vielleicht auch irgendwann ein eigenes mit ihm wünschte, was seinen Gedanken un Wünschen entsprach. Auch er hatte Kinder nicht minder gern, wenn sie nicht gerade dabei waren, wie am Spieß zu schreien und keine Anstalten machten, sich zu beruhigen.
"Warum hast du mir das nicht schon eher gesagt? Du weißt, du kannst immer zu mir kommen
wenn..." er wurde leiser "du ein Problem hast" Er bemerkte die Veränderung in ihren etwas von Tränen getrübten Augen.
Stille.
"Ich... mir ist es erst vorhin richtig klar geworden, daß es der Fall ist, der mir zur Zeit am meisten zu schaffen macht."
"Was macht dir denn noch zu schaffen?"
Sie nippte an ihrer Teetasse "Es ist... ach... ist nicht so wichtig!"
"Aber du weinst doch oft deswegen" Mulders Blick war verzweifelt und bittend.
"Ich..." Sie löste sich von seinem Blick. Stille beiderseits. Man hörte nur die Autos, die an dem Fenster vorbeifuhren und eine schreiende Nachbarin, die anscheinden Krach mit ihrem Ehemann hatte.
"Ich wünsche mir ein eigenes Kind..." Seine Augen leuchteten auf, doch er sah ihr auch an, das sie noch nicht fertig gesprochen hatte "Aber..." Sie stellte ihre Teetasse weg, bevor sie antwortete. "Seit meine Entführung..." sie hielt inne "seit meiner Entführung ist mein Körper nicht mehr im Stande dazu, Eizellen zu produzieren. Ich werde nie ein eigenes Kind haben können" Eine Träne suchte sich langsam ihren Weg über Danas Wange. Fox schaute sie an. Mit so etwas hatte er nicht gerechnet. Sie blickte nicht zu ihm auf. Sie hatte ihren Kopf gesenkt und griff langsam nach seiner Hand. Er stellte nun auch seine Tasse weg, ergriff ihre Hand und nahm sie in den Arm.
Nach einer Weile von Worten, die Dana beruhigen sollten, kamen auch Mulder langsam die Tränen. Sanft tropften einige auf Danas Schulter. Sie hielt Fox fest umklammert als wollte sie sagen "Bleib bei mir!" Doch keiner sagte ein Wort.
Draußen auf der Straße und auch in der Nachbarwohnung war es ruhig geworden, als wolle niemand die Atmosphäre in diesem ruhigen Zimmer trüben.
Langsam und sanft löste sich Fox nach einer Weile aus Danas umklammerung und schaute ihr in die Augen. Beide hatten Spuren von geflossenen Tränen glitzernd auf ihren Wangen.
"Dana... ich..." Mulder stockte. Was sollte er in einer solchen Situation sagen?! Er war noch nie gut darin gewesen, seine Gefühle zu äußern. "Ich... es tut mir leid" er sprach ganz leise und sanft. So was blödes, sagte er sich, fiel ihm nichts besseres ein? Doch ihm war wohl nicht viel anders zumute als Dana.
"Schon gut Fox" brachte sie mit zitternder Stimme hervor.
Nach einer kurzen Pause unendlich scheinender Stille fragte Mulder bedrückt "Gibt es denn keine Möglichkeit... ich meine... deinen Körper dazu zu bringen..."
"Mulder." Sie wollte jetzt nicht darüber reden, doch irgendwie verspürte sie auch einen Drang, mit jemanden darüber zu sprechen. Also fing sie an. "Die Ärzte haben gesagt, sie könnten höchstens eine fremde Eizelle einpflanzen, aber..." sie stockte "dann wäre es nicht MEIN Kind!" Sie löste sich von seinem Blick und legte ihren Kopf in seinen Schoß. Sanft streichelte Mulder ihr über die Stirn. Er saß nur da und hörte zu, was Scully sagte als sie weitersprach "...Mulder, ich fühle mich so schuldig!"
"Aber wofür denn. Du hast doch nichts getan. Die... die einzigen Leute, die sich Schuld zuschreiben müssen sind die Leute, die dir das angetan haben." Man hörte nicht, daß seine Stimme schwankte, aber würde Dana sein Gesicht sehen, würde sie sehen, daß er sich auch mit schuldig fühlte. Und, daß er wütend war.
"Fox!?... ich liebe dich!"
"Dana..." Er stockte einen Moment. "ich liebe dich auch. Die Sorgenfalten auf seiner Stirn waren verschwunden... Nun sah er aus, als würde er angestrengt überlegen. Ihm war wirklich ein Gedanke gekommen. Ein Gedanke, den er Dana lieber erst sagte, wenn er sich bestätigte, er würde ihr nur falsche Hoffnungen machen. Er mußte sich nur entsinnen, wo er sie gelagert hatte... Irgendwo, wo sie haltbar sein würde! Er hatte schon eine Idee, wo sie sein könnte... Sie, die vor ungefähr einem Jahr in einem Klonlabor gefunden hatte. Eine Eizelle... von Scully. Er erinnerte sich noch genau daran. Er war zutiefst wütend, voller Sorge, und hatte keineswegs das Bedürfnis, soetwas nochmal durchzumachen. Mehrere Male hatte er es schon durchmachen müssen. Jedes Mal, wenn es schlecht um Scully stand... Scullys Krebs war ausgebrochen und sie unterzog sich einer Chemotherapie. Dies hatte nicht das geringste gegen ihren Krebs gebracht. Er war nur noch dem Gedanken hinterher gelaufen, die Männer zu verurteilen, zur Rechenschaft zu ziehen, was sie Scully damit angetan haben. Entführt und Test ausgesetzt, die ihr ganzes Leben verändert hatten... Er dachte nicht gerne daran zurück. Doch jetzt, in diesem Moment sah er eine gute Seite darin, was er damals für Scully getan hatte. In einem Klonlabor fand er eine Eizelle von ihr. Und er meinte, sich entsinnen zu können, daß er sie behalten und nicht zurück in das Fach mit den anderen gelegt zu haben. Er würde nach ihr suchen. Irgendwo in seinem Eisschrank müßte er sie noch haben...
Vielleicht würde Scullys... und auch sein Traum doch noch wahr werden. Doch was würde danach sein? Wenn sie ein Kind bekämen würde alles auffliegen, sie würden ihre Arbeit beim FBI verlieren...
Nach vielen Grübeleinen schlief er ein. Scully war noch einige Minuten wach bis sie auch
einschlief!
Dana wachte auf. Was war das für ein Radau? "Hey, was suchen sie in meiner Wohnung?!" schrie sie verschlafen. Wenig später bemerkte sie, daß sie gar nicht in ihrer Wohnung war. Sie schaute sich um. Was mochte Mulder wohl machen in der Küche?! Sie rappelte sich auf, stieß die Decke zur Seite, mit der Mulder sie zugedeckt hatte und ging verschlafen auf die Küche zu.
"Was machst du da?!" fragte sie Mulder. Sie rieb sich den Schlaf aus den Augen. Was zum Teufel machte er mit dem Kopf in seinem Eisfach?! Zumal dieses doch viel zu klein dafür sein mußte. Er blickte sich zu ihr um.
"Äh... ähm... ich räume mein Eisfach auf!" ihm war auf die Schnelle nichts besseres
eingefallen. So ein Schwachsinn, was er da gesagt hatte! Das würde Scully ihm niemals abnenehmen. "Naja... ich... ich wollte mir eine Pizza machen... und... und da ich sie auf die Schnelle nicht gefunden habe dachte ich, es wäre sowieso mal wieder Zeit zum aufräumen..."
Mulder hatte alle Sachen aus dem Fach neben sich auf den Boden gelegt. Auch eine Tiefkühlpizza. "Pizza... zum Frühstück..." sie schaute ihn ungläubig an. Er zuckte entschuldigend mit den Schultern.
"Und ich soll alle Brötchen alleine essen?!" sie blickte immer skeptischer auf die Tüte
Brötchen, die neben den Tiefkühlsachen auf dem Boden stand.
"Tja... also..." er schaute etwas verlegen auf den Haufen Tiefkühlkost, der sich neben ihm stapelte und kratzte sich am Kopf.
"Fox?! Was ist es nun, was du da wirklich suchst?!"
Was sollte er nun bloß sagen? Es müßte ihm eigenlich von vorne herein klar gewesen sein, daß Dana ihm diese Lüge nie abkaufen würde. Doch was sollte er jetzt schon wieder sagen? Wenn er ihr wieder die Unwahrheit sagte und sie es später merkte, dann würde sie ihm wahnsinnige Vorwürfe machen. Doch wenn er ihr die Wahrheit sagte und er nicht das finden würde, wonach er gesucht habe...
"Ok... ich bin nicht dabei aufzuräumen..." war das erste, daß ihm einfiel.
"Und?" Sie blickte erwartungsvoll aber inzwischen etwas belustigt an. Er sah einfach zu komisch aus, dachte sie. Sein Gesichtsausdruck hatte ähnlichkeit mit dem eines Kindes, daß gerade mit der Hand in der Keksdose erwischt worden war.
Ihm war immer noch nichts gescheites eingefallen und starrte sie mit offenem Mund an. Was sage ich nur? Seine Gedanken liefen auf Hochturen.
"Fox, ich habe Frühstückshunger!" sagte sie schließlich, als sie merkte, daß Mulder es ihr partu nicht sagen wollte, was er vor hatte. Soll er doch ein Geheimnis haben, dachte sie noch. Ich verrate ihm ja auch nicht alles. Sie gab ihm im vorbeigehen ein Küßchen und begab sich wieder in Richtung Sofa. Erleichtert packte Fox die Tiefkühlkost wieder ins Eisfach zurück und öffnete die Brötchentüte. Er machte für sich beide ein Brötchen und kam damit zu Dana auf die Couch. Wo kann sie bloß sein? Schoß es ihm immer wieder durch den Kopf. Ich weiß doch, daß ich sie ins Eisfach gelegt habe...
"Was machen wir heute? Es ist Samstag!" Dana schien wieder gute Laune zu haben. Es hatte ihr anscheinend gut getan, sich auszusprechen.
"Naja, wir könnten Weihnachtsgeschenke kaufen gehen." Er blickte sie belustigt an. "Du darfst dir eines aussuchen" Nun grinste er. Sie gaben sich einen innigen Kuß.
"Aber nur, wenn wir dafür nach 'Alaska' gehen!" Sie schmiegte sich an ihn.
"Das war ernst gemeint Dana"
"Meines auch!"
"Ist aber etwas weit, wenn du bedenkst, daß wir hier in Washington D.C. sind."
"Ach! Ich meine doch den neuen Krimskramsladen!" Bevor er etwas sagen konnte, drückte sie ihre Lippen auf seine. "Und wir gehen ein Eis essen."
"Es ist doch Winter..." Fox schielte sie an "Außerdem kann ich mir etwas süßeres vorstellen, als ein Eis!" Dana fing an zu lachen und beide fielen sich in die Arme.
Wenig später zogen sie sich beide eine Jacke an, wobei Mulder sich wunderte, daß Scully soetwas 'normales' anzog und sie ihr sogar gut stand obwohl es seine war. Er fragte sich, ob sie soetwas noch zwischen ihren ganzen Mänteln hängen hatte... Trotzdem ein seltsamer Name für einen Laden, dachte Mulder.
Als sie in 'Alaska' angekommen waren, stürzte sich Scully gleich auf einen kleinen braunen, flauschigen Teddy. "Fox schau mal, ist der nicht süß!?" Sie drückte den Teddy dem verwunderten Fox in die Hand und ging durch die Reihen von kleinen Figuren, Kerzen mit dazugehörigen Kerzenständern, T-Shirts und allerlei unnützem Zeug. So hatte Mulder Scully noch nie erlebt. Daß sie soetwas schön fand, durch Regalreihen zu gehen und Krimskrams anzuschauen, fand Mulder etwas abwegig. Naja, jeder hat irgendwelche Macken, dachte er. Er war ja auch nicht ganz ohne...
Irgendwas schien seine Aufmerksamkeit zu erregen. Er ging zielstrebig auf ein Regal zu. Es war ein großes rotes Herz zum umhängen, wo "Ich liebe dich" draufstand. Schnell schnappte er es sich und ging zügig zur Kasse. Er verstaute nach dem Bezahlen die beiden Sachen in einer Tüte, um sie vor Dana versteckt zu halten.
Fox fiel erschöpft in seinen Sessel. Scully hatte ihn noch rund durch die Stadt gescheucht, um irgendein Geschäft zu besuchen. Mulder hatte sich wie ein Chauffeur gefühlt. Immer nur dabei, um das Auto zum nächsten Parkplatz zu lenken.
Nun schaltete er seinen Fernseher ein und entspannte sich. Wenig später zwang ihn sein knurrender Magen dazu, aufzustehen und sich eine Pizza reinzuschieben. Er bemerkte nicht, daß dabei etwas auf den Boden fiel. Ein kleines Metallröhrchen.
Nach einer Viertelstunde vernahm er schon den leichten Pizzageruch, der vom Backofen her aufstieg. Er stand wieder auf und ging in die Küche um nach seiner Pizza zu sehen. Als er sich davon überzeugt hatte, daß die Pizza gut war, indem er mit einer Gabel hineingestochen hatte und sich wie auch immer dabei die Finger verbrannt hatte, hohlte er einen Teller um gleich danach zu bemerken, daß dieser zu klein war für sein Essen. Also kramte er nach einem anderen. Als er endlich einen gefunden hatte, drehte er sich irritiert um und fand, daß es etwas verbrannt roch. So ein Mist! Mulder ließ ausversehen seinen Teller fallen und stürzte auf den Backofen zu. Ach scheiße, war Mulders erster Gedanke. Jetzt war sein Teller kaputt und er hatte trotzdem keine Pizza. Das war ihm zu viel. Er nahm sich ein paar Sonnenblumenkerne und beschloß, die Scherben am nächsten Morgen weg zu machen. Er legte sich wieder auf sein Sofa und schlief bald darauf ein.
Ein Knall. Etwas orrientierungslos sprang Mulder auf und wollte nach seiner Pistole greifen. Doch schon im nächsten Moment bemerkte er, daß dieser Schuß aus dem Fernseher stammte. Gerade war ein Piratenfilm angelaufen und irgendwelche Schiffe beschossen sich laut mit ihren Bordkanonen. Genervt, aber mit einem Lächeln schaltete Mulder die Flimmerkiste aus. Er erinnerte sich an den gestrigen Abend und daran, daß er nichts richtiges gegessen hatte. Er ging in die Küche mit dem Gedanken, erst etwas zu essen bevor er die Küche säuberte und eine Dusche nahm. Naja, oder vorher zu duschen und dann die Scherben wegzukehren... Doch als er barfuß in eine der Scherben trat fand er, daß er wohl doch lieber sauber machen sollte, bevor er irgendetwas anderes tat. "Scheiße!" Er setzte sich neben die Scherben auf den Boden und betrachtete die kleine aber schmerzende Wunde unter seinem Fuß. Er stand auf und ging etwas humpelnd ins Badezimmer um sich ein Pflaster drauf zu kleben.
Als er sich Schuhe angezogen hatte taumelte er in die Küche und hohlte sich mißmutig Handfeger und Schaufel, die er, wie ihm auffiel, schon lange nicht mehr benutzt hatte.
Er kniete nieder um sich nicht die ganze Zeit bücken zu müssen. Als er die erste Fuhre in den Mülleimer schippen wollte, fiel ihm etwas auf, daß nicht gerade nach einer Scherbe aussah. "Ja!" sagte er ruhig. Doch in seinem Inneren war er aufgebracht. So ein Glück! Er hatte sie wieder gefunden. Er würde Scully sie aber erst zu Weihnachten schenken. Mit dem Teddy und dem Herz. Zudem mußte er dann nicht nochmal durch alle Geschäfte streichen um ein passendes Geschenk für sie zu besorgen.
Doch wenn er sie weiter so in der Hand behalten würde, würde sie bald nicht mehr zu gebrauchen sein. Das kleine Röhrchen mit Scullys Eizelle lag warscheinlich schon seit gestern Abend da. Schnell hohlte er eine etwas größere Schachtel und legte sie behutsam wieder in sein kleines Eisfach zurück.
Seit so langer Zeit hatte Dana nicht solch gute Laune wie Gestern gehabt. Sie hatte sich richtig aussprechen können. Warscheinlich lag es daran. Sie hatte zwar schon alles ihrer Mutter lang und breit erzählt, aber das war nicht das gleiche. Nun war sie wahnsinnig erleichtert und sicher, daß Mulder den Fall absetzten würde. Sie stand in der Küche und machte sich ein Spiegelei zum Frühstück. Sie summte sogar ein Lied dabei. Wann hatte sie dies zum letzten Mal getan?! Und außerdem war Morgend der letzte Arbeitstag bis nach Silvester. Hoffentlich nahm Mulder sich dieses Jahr frei und arbeitete nicht noch über Weihnachten weiter, wie er es die letztes Jahre getan hatte. Mulder würde den Fall absetzen und sie würde beruhigt Weihnachten verbringen können. Es war schon so nahe gerückt. Noch fünf Tage. Dieses Jahr würde sie das Fest der Liebe nicht mit ihren Eltern, sondern mit Mulder verbringen. Sie freute sich schon wahnsinnig darauf.

Weihnachten! Mulder hatte sich fein raus gemacht und stand vor Scullys Haustür. Er hatte tatsächlich Ferien genommen und vorher den Fall abgesetzt, damit Scully wieder ruhig schlafen konnte. Nachdem er zweimal geklopft hatte öffnete Dana die Tür. Er trat ein und zog eine Tüte hinter sich her, die er schnell auf Danas Sofa stellte und sie in die Arme schloß. Nach einem langen Kuß löste er sich aus ihrem Arm und sie sah zu, wie er ein noch kleineres Tütchen aus der großen zog und und sie in ihrem Eisfach verstaute.
"Was wird das jetzt?!" Ihre Stimme klang belustigt. Mulder schmunzelte. "Um das zu erfahren mußt du wohl bis heute Abend warten!" Er schloß sie wieder in seine Arme und schob sie wieder zurück ins Wohnzimmer. Schob seine Tüte zur Seite und sie machten es sich auf dem Sofa gemütlich.
Es wurde langsam dunkel. Dana und Fox hatten den Tag damit verbracht, sich über irgendwelche Jugendstreiche zu unterhalten. Scully stand auf. Sie hohlte ein kleines verpacktes etwas hinter dem kleinen künstlichen Tannenbäumchen hervor. Lächelnd überreichte sie es Mulder und gab ihm nebenbei ein Küßchen auf die unumstreitbar zu groß geratene Nase. Bevor er es aber auspackte ging er in die Küche und hohlte die Tüte aus dem Eisfach. Aus ihr zog er eine kleine, achteckige Schachtel. Wieder im Wohnzimmer griff er noch in die große Tüte um etwas zweites hinter seinem Rücken zu verstecken. Dana war aufgestanden und ging auf ihn zu. "Kommm schon Fox, ich bin so neugierig!" Er grinste und wich einen Schritt zurück. Daraufhin gab sie ihm einen langen Kuß. Dabei wanderten ihre Hände hinter seinen Rücken. Blitzschnell und überraschend griff sie nach der kleinen Schachtel in Foxs rechter Hand.
Beide lachend setzten sie sich wieder aufs Sofa und Mulder gab ihr nun auch den Teddy mit dem 'Ich liebe dich'-Herz. Als erstes fiel Scully Fox um den Hals. "Der süße Teddy." Quiekte sie wie ein kleines Kind. Erst jetzt öffnete sie die Schachtel. Als erstes kam ein Armband zum Vorschein. Es passte vom Stil und der Form her genau zu ihrer Goldkette mit dem kleinen Kreuz, das sie immer trug. Ihre Augen leuchteten, als Mulder ihr das gute Stück umlegte.
"Danke Schatz! Aber was wolltest du damit in meinem Eisfach?! Hat das etwa etwas mit dem geheimnisvollem Etwas in deinem Eisfach zu tun?!" Sie blickte ihn schief an.
"Schau doch nach, ob du in dem Kästchen noch etwas findest!" Lachend nahm sie die Watte heraus, in die das Kettchen gebettet war. Ein kleines Röhrchen kam zum Vorschein. Sie guckte ihn etwas verdattert an. Sie wollte es öffnen, doch Fox legte seine Hand auf die Ihre und schob sie davon weg.
"Was ist das Fox?!"
"Es ist ein Geschenk - eigentlich für uns beide!"
"Ach du selbstsüchtiger Kerl" Sie boxte ihn in die Seite.
"Nun sag schon" Mulder wurde etwas ernst.
"Es ist etwas... wovon wir beide träumen!"
"Und du lagerst es ihm Eisfach?!" Sie überlegte einen kurzen Moment und kam zu dem Schluß, daß es eine zimlich kleingehakselte Tiefkühlpizza war. Beide lachten.
"Nun sag schon!" sagte sie ungeduldig. Er schaute ihr in die Augen. "Es ist... es ist etwas, was dir gehört... es ist... DEINE Eizelle!" Er blickte weg, sie schaute ihn baff an. Eine Träne schimmerte in ihrem Augenwinkel.
"Und wie kommst du dazu?!" Etwas verärgert, aber auch glücklich klang sie.
"Als... Als du damals eine Chemotherapie gemacht hast wegen deinem Krebs... Da habe ich geheime Klonlabore besucht... Ich habe Einen großen Schrank voller Eizellen gefunden..." Eine Träne rollte über seine Wange. "Und es waren auch deine dabei" sie fing an zu schluchzen und fiel ihm die Arme. "Das... das ist das schönste Geschenk, daß mir je irgendjemand machen konnte!" Beide weinten Und Scully betrachtete über Mulders Schulter das kleine Röhrchen. Mulder war froh, daß Scully so reagiert hatte und ihn nicht angeschrien hatte deswegen, wie er auch in Betracht gezogen hatte, wie sie hätte reagieren können!
Scully legte das kleine Etwas behutsam in die Schachtel zurück und stellte die in ihr Eisfach. Sie ging wieder zu Mulder. Wie froh sie war... So glücklich! Sie hatte keine Worte dafür sondern schmiegte sich an Mulder und beide heulten Freudentränen.


ENDE
by Svenja Frahm -