Autor:
Kontakt:
Beta:
Cover:
Spoiler:



Rating:
Kategorie:
Disclaimer:






Short-Cut:

spookydogstar
spookydogstar@gmx.de
Mary
GabiS
Per Manum (aber nur die Sache mit der künstlichen Befruchtung, sprich die Rückblendungen); ansonsten alles, was bis zur Mitte der siebten Staffel passiert ist.
Ich nehme jetzt nämlich einfach mal an, das die Rückblicke bei Per Manum so gegen Mitte der siebten Staffel spielen *lol*
PG 13
MSR, Mulder Vignette
Warum muss ich das eigentlich immer wieder aufs neue hier hinschreiben? Jeder, der FF’s liest bzw. schreibt, weiß doch schließlich, dass sie Chris Carter, 20th Century Fox und 1013 Productions gehören und das ich sie mir nur für meine kleinen Fantasien ausleihe. So gerne ich es auch möchte, ich verdiene hiermit leider keinen einzigen Cent. Alles, was ich hierfür bekomme ist hoffentlich ein wenig Feedback *PLEASE*.
Die Darstellung von Mulder und Scully bleibt auch weiterhin David Duchovny und Gillian Anderson vorbehalten. Obwohl sie ruhig mal bei mir vorbei schneien könnten, um die ein oder andere FF in die Wirklichkeit umzusetzen. *lol* *ggg*
Was wäre, wenn die Befruchtung in "Per Manum" geklappt hätte................???????

Anmerkung der Autorin:

Okay, die Idee für diese FF ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern meine Betaleserin hat sich das alles hier ausgedacht.
Sie hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, eine FF zu schreiben. So eine Art Challenge. Und so gutmütig, wie ich nun mal bin, habe ich ihr mein Wort gegeben und mich dazu bereit erklärt.

Nicht nur, das sie mir das Thema vorgegeben hat *lol*, nein, sie hat mir auch noch ein paar Punkte genannt, die unbedingt in der FF vorkommen müssen:

  1. Scully und Mulder müssen, bevor sie zusammen kommen schon gemeinsam in einer Wohnung wohnen !

  2. Mulder soll einen Rat in Liebesdingen von Skinner erhalten !

  3. Ein Verehrer/in von Scully oder Mulder der/die in irgendeiner Form negativ auf die Schwangerschaft/das Baby reagiert (unter der Voraussetzung, dass nicht zum Schluss eine M/Other oder S/Other FF dabei heraus kommt) !

  4. Die Lone Gunman sollen bei etwas persönlichem helfen !

  5. Die Reaktion von Bill Scully auf die Schwangerschaft !

  6. Keine Spoiler nach der Mitte der siebten Staffel !


  7. Und zu guter letzt, darf ich mir noch nicht mal einen Namen für das kleine Würmchen (Baby *ggg*) ausdenken.

  8. Das Baby soll entweder Samantha Melissa und/oder
    William Walter heißen !

Also, wenn hier die blödeste FF rauskommt, die ihr je in eurem Leben gelesen habt, dann gebt nicht mir die Schuld. Ich bin total unschuldig in dieser Hinsicht. Mein Job ist nur, meine Fantasie einzusetzen und diese für euch auf Papier zubringen.

Wenn ihr euch also beschweren wollt, dann nicht bei mir, sondern am besten gleich direkt bei Mary. Und deshalb gebe ich euch schon mal vorab ihre Internet Addy J Rommie1982@aol.com J

So, das hast du nun davon Mary. Das kommt dabei raus, wenn man einem so bescheidene Vorgaben gibt. *lol* J J J



Die wahre Zukunft oder doch nur ein Traum ???



"Nun mach schon und setz deinen Arsch in Bewegung.! Grüner wird die Ampel nicht mehr.", schreie ich den Autofahrer vor mir an.

Den ganzen Tag ist die Welt nun schon gegen mich. Angefangen hat es damit das ich verschlafen habe und dadurch natürlich viel zu spät im Büro aufgetaucht bin. Und kaum hatte ich mich mit einer Tasse Kaffee in der Hand in mein Kellerbüro begeben wollen wurde ich auch schon von irgendeinem Agenten, der sich verlaufen hatte, angerempelt und das Ende von dem ganzen könnt ihr euch natürlich denken. BINGO. Der heiße Kaffee war nicht mehr länger in der Tasse, sondern lief mir über mein Hemd. Ich kann von Glück reden, dass ich mir nicht noch schwerwiegende Verbrennungen zugezogen habe.

Uns so wie der Tag begonnen hat ging er auch fast weiter. In jedes Fettnäpfchen, in das ein Mensch treten kann, stand ich gleich mit beiden Füßen drin.

Doch einen Hoffnungsschimmer gibt es für mich an diesem Tag trotzdem noch. Obwohl man sagen könnte, dass ich den Ort bzw. das darauf befindliche Gebäude überhaupt nicht ausstehen kann. Ich bin nämlich auf dem Weg zum Cathrine Hospital.

Für die jenigen unter euch, die es noch nicht wissen, ich HASSE Krankenhäuser. So gut wie jede schlechte Erinnerung verbinde ich mit dem Krankenhaus. Entweder war ich es selbst der dort das Bett hüten musste oder es war meine Partnerin, die ich öfters als mir lieb war dort besuchte.

Aber heute freue ich mich darüber dieses Gebäude betreten zu dürfen. Denn diesmal werde ich es mit einem Lächeln auf meinen Lippen verlassen können und das kommt in meinem Leben bestimmt nur einmal unter zwanzig Fällen vor. Und heute ist einer dieser zwanzig Fälle. Die Frage ist jetzt nur ob ich noch rechtzeitig da sein werde. So wie es aussieht wird es ziemlich schwierig, denn wenn der Wagen sich vor mir nicht endlich in Bewegung setz, komme ich dort nie an.

Als ich vorhin mit ihr telefoniert habe, habe ich ihr versprochen vorsichtig zu fahren und mich nicht unnötig in Gefahr zu bringen. So schwer es mir in diesem Moment auch fällt mein Versprechen zu halten, so weiß ich doch wem ich dieses Versprechen gegeben habe.

Sie ist die Liebe meines Lebens. Ohne sie wäre ich nicht mehr fähig zu existieren. Nur durch das Schlagen ihres Herzens wird mein eigenes Herz dazu animiert zu schlagen.

Vielleicht sollte ich euch jetzt aber endlich mal von euren Qualen erlösen und mit der ganzen Wahrheit rausrücken. Ihr werdet euch bestimmt schon fragen worum es hier eigentlich geht.

Also gut, ich bin so nett und verrate euch jetzt ein Geheimnis, dass ihr aber niemand anderem erzählen dürft.

Ich, Fox William Mulder, werde Vater. Ja, ihr habt richtig gehört.

Ich kann es selbst noch gar nicht richtig verstehen, obwohl für mich diese Erkenntnis nicht ganz neu ist. Seit fast neun Monaten weiß ich nun schon, dass sich mein Leben mit dem heutigen Tage für immer verändern wird.

Doch am besten ich fange jetzt einfach mal ganz von vorne an, bevor ich eure fragenden Gesichter noch weiter ertragen muss.

 

Angefangen hatte alles damit, dass mir vor ca. 8 Jahren ein neuer Partner zugeteilt worden war. Damals ging ich davon aus, das Dr. Dana Katherine Scully mich genauso schnell wieder verlassen würde wie sie das Zimmer betreten hatte. Doch ich hatte mich eindeutig in ihr getäuscht. Aber diese Erfahrung sollte ich noch des öfteren in unserer Zusammenarbeit machen.

Die Geschichte, um die es hier heute aber wirklich geht, begann vor ca. zwei Jahren.

Scully musste unter schmerzlichen Umständen erfahren, dass sie nie im Leben selbst Kinder bekommen könne. Das war gerade zu der Zeit als sie feststellen musste, dass es ein kleines Mädchen gab, Emily, dessen leibliche Mutter sie, laut den DNA Tests, war.

So schnell wie sie davon erfahren hatte, so schnell verlor sie Emily auch wieder. Sie an ihrem Sarg stehen zu sehen brach mir das Herz. Ich konnte einfach nichts für sie tun. Nichts, was ihr dieses Glück, das sie für ein paar Tage hatte, hätte wieder zurück bringen können.

Doch wie schon so oft in meinem Leben hatte ich mich auch in dieser Hinsicht mal wieder geirrt.

Es war ungefähr anderthalb Jahre nachdem sie und ich von Emily erfahren hatten als ich ihr endlich gestand, dass ich ein paar ihrer Eizellen, die ihr damals bei der Entführung entfernt wurden, in einem Labor "sicherstellen" konnte.

Als ich damals die Eizellen aus dem Labor mitgehen ließ und anschließend bei ihr im Krankenhaus auftauchte, konnte ich sie schließlich nicht einfach so mit dem nächsten Schock überraschen. Die Diagnose, dass sie einen inoperablen Gehirntumor habe, wurde ihr gerade erst ein paar Tage zuvor mitgeteilt. Wie hätte ich ihr in diesem Moment denn erzählen sollen, dass man ihr bei der Entführung sämtliche Eizellen entfernt hatte.

So gut ich konnte lebte ich seit dem mit der Lüge und den Schuldgefühlen, die ich deswegen hatte. Aber irgendwann war einfach ein Punkt erreicht an dem ich dieses Versteckspiel nicht mehr mitspielen wollte und so entschied ich mich ihr die Wahrheit, ihre Wahrheit, zu sagen.

Ihre Reaktion könnt ihr euch ja sicherlich denken. Keine Frau würde einem in diesem Moment um den Hals fallen, Scully war da keine Ausnahme.

Sie war wütend, wütend auf mich und auf die, die ihr das angetan hatten. In ihren Augen konnte ich die Wut sehen und ich bin mir sicher, wenn sie gekonnt hätte, wäre sie mir am liebsten an die Gurgel gesprungen. Sie konnte nicht verstehen wie ich das alles vor ihr verheimlichen konnte, warum ich ihr nichts gesagt hatte. Und sie wollte sich auch nicht mit dem zufrieden geben, was ich ihr gesagt hatte. Sie wollte nicht akzeptieren das die Eizellen, die ich die ganze Zeit über bei den Lone Gunman aufbewahrt hatte, nicht "lebensfähig" sein würden.

Nachdem ich damals das Krankenhaus mit den Eizellen verlassen hatte ließ ich sie natürlich gleich untersuchen. Am Anfang war man noch davon ausgegangen, dass sie in Ordnung seien doch je mehr Untersuchungen erfolgt waren, um so unsicherer war man sich. Das Ergebnis von allem wahr schließlich, dass alles nichts nützen würde. Man versicherte mir, dass man die Eizellen niemals für eine künstliche Befruchtung in Betracht ziehen könnte.

Ich war von dieser Nachricht damals am Boden zerstört. Nach all dem, was Scully schon wegen mir durchstehen musste, war dies nun noch die Spitze des Eisberges. Kein Wunder, dass mich ihr Bruder am liebsten höchstpersönlich umbringen würde. Bei all dem Leid dass ich bis dahin über seine Familie gebracht hatte, wäre es ihm nicht zu verdenken.

Wie dem auch sei, Scully wollte sich auf keinen Fall mit den Worten, die ich ihr so zwischen dem Flur und den Fahrstuhltüren gesagt hatte, zufrieden geben. Sie wollte unbedingt die Meinung eines zweiten Arztes einholen.

Und ich weiß nicht, wer oder was dafür verantwortlich war, aber man hatte ihr gesagt, dass eine Chance zu einer künstlichen Befruchtung bestehen würde. Die Chancen lagen zwar nicht bei 100%, aber das würden sie auch nicht, wenn eine Befruchtung auf natürlichem Wege geschehen würde.

Man braucht sich doch nur mal ein Biologiebuch schnappen. Es ist doch eigentlich ein Wunder, das es überhaupt mehr als 6 Mrd. Menschen auf der Erde gibt, wenn man bedenkt wie klein die Chance ist überhaupt schwanger zu werden.

Aber ich schweife mal wieder vom Thema ab und so wie ich mich kenne wird das wahrscheinlich noch öfter vorkommen.

Also wieder zurück zum eigentlichen Punkt.

Scully hatte einen Arzt gefunden der die künstliche Befruchtung durchführen würde. Als sie mir diese Neuigkeit erzählte waren wir gerade im Büro, da wir mal wieder ein paar Berichte schreiben mussten. Ich wäre ihr in diesem Moment am liebsten um den Hals gefallen. Die Freude und gleichzeitige Erleichterung die mich durch diese Neuigkeit durchfluteten, sind und waren auch zum damaligen Zeitpunkt nicht in Worte zu fassen.

Wie dem auch sei, Scully wurde dadurch die Chance gegeben sich ihren größten Wunsch zu erfüllen. Ein Wunsch, den jede Frau irgendwann einmal im Leben hat und der Scully, durch meine Suche nach meiner Schwester und der Wahrheit, beinahe verwährt geblieben wäre.

Die nächsten Stunden die wir in unserem Büro verbrachten waren..., wie soll ich sagen, ...angespannt. Ich spürte, das Scully irgendetwas auf dem Herzen lag, doch sie wollte einfach nicht mit der Sprache raus rücken. Nach zweimaligem Nachfragen gab ich auf. Ich wollte nicht, dass ich es mal wieder sein würde, der ihr den schönsten Tag seit langem, zerstören würde. Und so arbeitete ich weiter an meinen Berichten.

Es war so gegen halb sieben als Scully sich von ihrem Stuhl erhob und nur meinte, dass sie jetzt nach Hause gehen würde. Ich wünschte ihr noch eine "Gute Nacht" und ehe ich mich versah war sie auch schon aus dem Zimmer. Eine halbe Stunde später machte ich mich ebenfalls fertig um nach Hause zu fahren und den Rest des Tages vor dem Fernseher zu verbringen.

Um eine Sonnenblumenkernpackung ärmer und vierzig Minuten später fuhr ich bei meinem Apartment vor. Der Briefkasten war mal wieder mit Werbung und Rechnungen zugestopft. Als ich mein Apartment betrat, warf ich die ganzen Sachen ungeachtet auf den Tisch.

Ich wollte gerade meine Fische füttern, als auf einmal ein Briefumschlag meine Aufmerksamkeit weckte. Der Briefumschlag klebte auf meinem Computermonitor und ich konnte schon an der Schrift erkennen dass er von Scully war.

<Warum schreibt mir Scully einen Brief und warum gibt sie ihn mir nicht persönlich???> geisterte es durch meinen Kopf. Doch ohne weitere Gedanken setzte ich mich auf die Couch und öffnete den Briefumschlag.

Ich hatte gerade mal die Hälfte des Briefes gelesen, als mein Herz auf einmal aufhörte gleichmäßig zuschlagen. Was ich dort las wollte mir einfach nicht in den Kopf.

 

 

Ich weiß gar nicht genau, wie ich jetzt am besten anfangen soll.

Als Sie mir vor ein paar Tagen sagten, dass ich nie Kinder bekommen würde und Sie dies auch schon seit mehr als zwei Jahren gewusst haben, wusste ich nicht wie ich mich verhalten sollte. Ich war verärgert und wütend auf Sie. Ich kann einfach nicht verstehen warum Sie mir das alles vorenthalten haben. Haben Sie gedacht, dass ich nicht damit leben könnte oder daran zerbrechen würde? Sie kennen mich nun schon seit so vielen Jahren und wissen immer, was in mir vorgeht oder wie es mir geht. Ich brauche Ihnen noch nicht einmal die Wahrheit sagen, Sie wissen es auch so.

Ich weiß, dass ich Ihnen, in Bezug auf meinen Wunsch Mutter zu werden, viel zu verdanken habe. Sie haben sich für mich in Gefahr begeben und alles riskiert, nur um mich zu retten. Ohne Sie hätte ich nie die Möglichkeit bekommen, die sich mir nun bietet.

Ehe ich von meinem Arzt heute die positive Nachricht bekommen hatte, habe ich mir schon darüber Gedanken gemacht was ich machen würde, wenn eine künstliche Befruchtung klappen würde. Und so schwer mir das hier auch fällt, ich hatte eine Antwort auf diese Frage, bevor ich auch nur die Praxis von Dr. Parenti betreten hatte. Die Sache ist nur, wie ich es Ihnen sage...............

 

 

Den Rest könnt ihr euch ja bestimmt denken. Richtig, sie hat mich in diesem Brief gefragt ob ich der Vater ihres Kindes werden wollte. Sie fragte mich, ihren verrückten Partner, ob ich der Vater ihres Kindes sein will. Für mich stand die Antwort natürlich gleich fest.

Ohne große umschweife griff ich nach dem Telefonhörer und wählte ihre Nummer. Nach zweimaligem Klingeln nahm sie ab und ich meldete mich mit einem zaghaften "Hey". Zu mehr war ich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht im Stande.

Nach einer kleinen Pause gab ich ihr kurz zu verstehen, dass ich ihren Brief gefunden hatte und nun mit ihr reden wolle. Auf schnellstem Wege bin ich zu ihr gefahren und stand vor ihrer Tür.

Die Atmosphäre in dem Moment, als sie die Tür geöffnet hatte, war einfach unbeschreiblich. Ohne um den heißen Brei herum zu reden sagte ich ihr, wie ich mich entschieden hatte. In ihrem Gesicht konnte ich sehen wie sich die Information, die sie gerade gehört hatte, vom Eingang ihres Ohres auf den Weg über den Gehörgang zum Gehirn machte. Und das nächste, was ich sah war, wie ihre Augen anfingen zu strahlen und zu leuchten. Ehe ich mich versah standen wir auch schon engumschlungen in ihrem Flur und wir wussten beide in diesem Moment, dass nichts mehr wie vorher sein würde. Egal was auch passieren würde, die Erkenntnis, die jeder von uns an diesem Abend gemacht hatte, würde es unmöglich machen dies alles zu vergessen.

Die Umarmung kam mir vor wie eine Ewigkeit doch ehe ich mich versah, saß ich auch schon wieder in meinem Auto. Scully meinte noch, dass sie alles weitere mit Dr. Parenti klären würde und der Arzt sich dann mit mir in Verbindung setzen würde.

Zwei Tage später war es soweit. Nachdem mir Scully die genaue Wegbeschreibung gegeben hatte machte ich mich auf den Weg in die Praxis. Da war ich nun und wartete darauf, in einer dieser Kabinen zu verschwinden. Eine halbe Stunde später und ich war wieder auf dem Weg zurück ins Bureau. Scully hatte sich für den Nachmittag frei genommen, was mir an diesem Tage überhaupt nichts ausmachte.

 

Das Warten auf die erlösende Nachricht, ob die künstliche Befruchtung funktioniert hatte oder nicht, war unerträglich. Es vergingen fast zwei Wochen. Scully und ich waren gerade im Büro, als sie einen Anruf von der Praxis erhalten hatte. Eigentlich wollte ich sie begleiten, aber sie versicherte mir, dass ich das nicht bräuchte und ehe ich auch nur irgendeinen Widerspruch loslassen konnte war sie schon aus dem Büro verschwunden.

Da ich an diesem Tag sowieso nicht mehr klar denken konnte bin ich zu Scullys Wohnung gefahren und hatte mich auf die Couch gelegt. Die Sekunden wurden zu Minuten, die Minuten zu Stunden und diese wiederum zu Tagen, so kam es mir jedenfalls vor.

Ach so, ich sollte hier vielleicht kurz erwähnen, das ich zu diesem Zeitpunkt gerade notdürftig bei Scully eingezogen war. Mir blieb einfach nichts anderes übrig.

Zwei Tage zuvor brannte die Wohnung über meiner fast vollständig aus. Ein Kurzschluss soll die Ursache gewesen sein, aber das war mir in diesem Moment ziemlich egal. Das ganze Löschwasser war nämlich durch die Decke in mein Apartment gelaufen. Man kann sich ja sicher denken, dass es mir unmöglich war dort weiterhin zu "wohnen".

Die Idee mit dem vorübergehenden Wohnen bei Scully kam übrigens nicht von mir, sondern von Scully direkt. Ich war an diesem Abend nur noch einmal kurz zu ihr gefahren um sie darüber in Kenntnis zusetzen, aber ehe ich mich auf den Weg in ein Hotel begeben konnte wurde ich auch schon förmlich von ihr in die Wohnung gezogen. Und so schlief ich nun seit zwei Nächten auf ihrer Couch.

Wie dem auch sei, während ich auf Scully wartete bin ich eingenickt und erst wieder aufgewacht als Scully die Tür geöffnet hatte.

Noch leicht verschlafen erhob ich mich von der Couch und stand nun wie eine Statue vor ihr. So sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte einfach nichts in ihren Augen erkennen. Weder Freude noch Trauer, alles was ich sah waren blaue Augen, die in meine starrten.

<Was, wenn es nicht geklappt hat? Würde sie diesen weiteren Schicksalsschlag verkraften?> Meine Gedanken spielten in diesen Minuten verrückt. Sollte ich etwas sagen oder nur hier stehen bleiben und darauf warten, was sie sagen würde? Doch ehe ich den Gedanken zu Ende bringen konnte schlang sie auch schon die Arme um mich und ich konnte hören, wie sie anfing zu schluchzen. Erst noch leise und verhalten, doch je länger wir dort standen um so mehr ließ sie die Mauern, die sie vor so langer Zeit errichtet hatte, einstürzen.

Da standen wir nun und ich wusste noch immer nicht ob es nun geklappt hatte oder nicht. Doch diese Frage wurde mir durch ein dumpfes und leises "Ich... ich... Baby...." beantwortet. Mehr konnte Scully in diesem Moment einfach nicht sagen, doch mir reichte es völlig aus. Ich wusste, dass sich ihr größter Wunsch erfüllt hatte.

Ihr größter Wunsch, sie war schwanger, sie würde in neun Monaten ein Baby haben. In diesem Augenblick fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, ich würde Vater werden. Natürlich war ich mir dem schon bewusst, als ich meine Zusage zu der Samenspende gegeben hatte doch nun war es ganz anders.

Scully und ich würden ein Baby bekommen, wir würden Eltern werden. Sie und ich, wir beide.

Von unseren Gefühlen übermannt standen wir bestimmt eine Ewigkeit so in ihrem Wohnzimmer, unfähig, den anderen auch nur für eine Sekunde aus den Armen zulassen. Nach ca. zehn Minuten schafften wir es dann irgendwie doch noch und setzten uns auf die Couch. Die Tränen liefen ihr noch immer über die Wangen und ich wischte sie ihr sachte weg. Und als ich ihr dabei in die Augen sah, konnte ich endlich wieder in ihnen lesen. So wie ich es schon seit dem Moment konnte, seit sie damals mein Büro betreten hatte. Anfangs dachte ich immer, das sei unmöglich, das kann sie jetzt gar nicht denken. Doch in Wahrheit war es immer so, dass es stimmte. Es ist wie ein unsichtbares Band, dass uns auch in den schlimmsten Zeiten miteinander verbindet.

Als ich ihr in die Augen schaute war ich unfähig die Gefühle, die ich in diesem Moment empfand, auch nur irgendwie in Worte auszudrücken. Was sollte ich denn auch schon groß sagen <Herzlichen Glückwunsch, freut mich, dass es geklappt hat?>. Ich glaube, wenn mir so etwas aus versehen rausgerutscht wäre, hätte sie mich im hohen Bogen von der Couch gestoßen. Aber irgendetwas musste ich doch schließlich sagen.

Als die Worte meinen Mund verließen war es so, als ob es das einfachste auf der Welt wäre. Wie konnte ich nur so lange darauf warten diese Worte zu sagen. Aber bei uns beiden war es halt nicht so wie im normalen Leben. Und warum sollte dann auch diese Sache so ablaufen, wie bei anderen Menschen. Aber an diesem Abend hatte ich es geschafft meinen Verstand einmal abzuschalten und ließ nur mein Herz reden.

Im ersten Moment war ich mir nicht sicher, ob meine Zunge wirklich die Kraft gefunden hatte die Worte aus meinem Mund herauszubefördern. Doch als ich in ihr Gesicht schaute und die Reaktion darin sah, war ich mir sicher dass ich ihr meine Liebe gestanden hatte. Drei einfach Worte, die man in seinem Leben nur ein bis zwei mal einem Menschen sagt. Drei Worte mit denen man für den Menschen, den man liebt, die Sterne vom Himmel holen kann. Und an diesem Abend habe ich durch diese drei kleinen Worte die gesamte Milchstraße für Scully vom Himmel geholt.

Denjenigen die jetzt denken ich sei ein Weichei, kann ich nur recht geben. Aber eins kann ich mit Gewissheit sagen, die Leute, die das jetzt von mir denken, waren in ihrem Leben noch nie wirklich verliebt.

Bis zu dem Tag als mir Scully zugeteilt wurde hätte ich wahrscheinlich genauso reagiert. Liebe war für mich damals immer nur ein Zustand, den alle anderen Menschen auf der Erde erlebten, nur nicht ich. Nur nicht Spooky Mulder, der kleinen grünen Menschchen hinterher jagt.

Nachdem ich ihr nun endlich meine Liebe gestanden hatte veränderte sich alles, was für mich bis dato normal gewesen war. Ich veränderte mich. Zwar nicht so, dass es gleich jedem aufgefallen war, aber ich veränderte mich. Man kann schließlich nicht jemandem sagen dass man ihn liebt und sein Leben so weiter leben wie bisher. Vor allem nicht dann, wenn die Liebe von dem anderen erwidert wird.

An diesem Abend blieb die Welt, so wie ich sie bis dahin kannte, stehen. Blieb stehen, damit sich dieser Moment für immer in mein Gedächtnis einbrennen konnte.

Leute, die kurz vor dem Tod wieder ins Leben zurück kommen sagen doch immer, dass sich ihr ganzes Leben noch einmal vor ihren Augen abgespielt hat. Sollte mir vor meinem Tod einmal das selbe passieren, wird genau dieser Moment ebenfalls vor meinem inneren Auge erscheinen. Doch bis dahin ist es ja noch eine Weile.

 

Die Neuigkeiten, über Scullys Schwangerschaft, behielten wir damals erst einmal für uns. Sogar Mrs. Scully und meiner Mom erzählten wir erst einen Monat später davon, obwohl Mrs. Scully es wohl schon eher geahnt haben muss. Wie sagt man doch immer so schön >eine Mutter erkennt, wenn die Tochter in anderen "Umständen" ist<.

Außerdem waren Scully und ich dieses Versteckspiel nach einem Monat auch leid. Selbst Skinner hätte es früher oder später mitbekommen. Es ließ sich auch nicht verhindern, denn die eigentlich "morgendliche" Übelkeit setzte bei Scully immer erst so gegen Mittag ein. Für mich und erst recht für Scully war dies die schlimmste Zeit der Schwangerschaft. Egal was sie zu sich nahm, es dauerte keine zwei Stunden und das Essen ging den umgekehrten Weg. So gut es ging versuchte ich ihr in dieser Zeit zur Seite zu stehen, doch dies war nicht ganz so einfach. Wenn ihr zu Hause übel war konnte ich mich neben sie knien, ihr beistehen und sie trösten. Doch dies ging im Bureau ja nicht so einfach. Meistens war Scully nicht alleine auf der Damentoilette und so wartete ich in solchen Fällen immer vor der Tür. Sie sah jedes Mal schrecklich aus, ihre Haut war blass und sie war schwach. Mit der Zeit wurden die Ringe unter ihren Augen auch immer sichtbarer. Nicht einmal das beste Make-up konnte verhindern, dass man es sah.

Die Übelkeit hielt bei Scully bis in den dritten Monat an. Da sie sich so gut wie jeden Tag übergeben musste, war ich schon einige Male drauf und dran sie ins Auto zu packen und zum Arzt zu fahren. Aber sie erzählte mir immer wieder, dass dies ganz normal sei und andere Frauen auch damit leben müssten.

Das nannte sie Leben, wenn man ständig ins Bad rennen musste und sich über der Kloschüssel abstützte. Schließlich konnte das alles doch nicht gut für das Baby sein. Aber es gab einfach kein durchkommen bei ihr. Nicht einmal ihre Mutter hatte es geschafft.

 

Ihr könnt euch ja sicherlich vorstellen was für ein großer Stein mir vom Herzen gefallen war, nachdem diese Übelkeit endlich aufgehört hatte. Länger hätte ich dies auch nicht mehr mitgemacht, egal was sie zu mir gesagt hätte.

 

Nachdem die ersten drei Monate überstanden waren, hatte uns mal wieder Scullys Mutter zu sich eingeladen. Was sie uns damals jedoch nicht gesagt hatte, war, dass an diesem Wochenende auch Bill Scully Jr. bei ihr vorbei schauen wollte. Der hatte mir zum damaligen Zeitpunkt ja gerade noch gefehlt. Sobald er von Danas Schwangerschaft erfahren würde, wäre ich meines Lebens nicht mehr sicher.

Und so war es später dann auch. Er war schon nicht gerade erfreut mich im Haus seiner Mutter anzutreffen. Aber an dieser Sache schlitterte ich noch sehr gut vorbei, bei der Schwangerschaft sah es da schon ganz anders aus.

Dana und ich hatten uns gerade auf die Couch gesetzt, als Mrs. Scully zusammen mit Bill das Wohnzimmer betrat. Dana’s Geburtstag war zu diesem Zeitpunkt zwar schon einen Monat her, aber da Bill damals bei der Feier nicht dabei war hatte er sein Geschenk an diesem Wochenende mitgebracht.

Sein Geschenk bestand aus einer Flasche Wein und zwei Kerzenständern. Nicht nur dass er Dana eine Flasche Wein schenkte, nein, es handelte sich dabei auch noch um ihren Lieblingswein, für den sie hätte sterben können.

Die Reaktion von uns beiden kann man sich ja vorstellen. Wir schauten uns nur stumm an und im Zimmer herrschte auf einmal eine gespenstige Stille.

Bill stellte die Flasche auf den kleinen Wohnzimmertisch, direkt vor Scullys Nase und meinte nur trocken: "Na los, Schwesterchen. Ich weiß doch, wie sehr du diesen Wein liebst."

Stotternd gab Scully nur ein "Äh... danke Bill." von sich.

"Hey nicht so stürmisch, du überschlägst dich ja gleich vor Glück." war alles was ich daraufhin von Bill vernahm.

Bill wollte sich gerade auf den Weg in die Küche machen, um ein paar Gläser zu holen, als er von Dana gestoppt wurde: "Ich glaube, dass ich heute besser keinen Alkohol trinken werde, Bill. Ich fühle mich schon den ganzen Tag nicht so gut. Wahrscheinlich brühte ich gerade eine Erkältung aus!"

"Das kaufe ich dir nicht ab. Ich kenne dich doch. Als ich dir das letzte Mal eine Flasche von diesem Wein mitgebracht hatte, hast du sie mir ja förmlich aus den Fingern gerissen." erwiderte Bill.

Da Mrs. Scully erkannte, dass Dana es nicht schaffen würde ihn davon zu überzeugen, dass sie kein Schluck Wein trinken würde, schaltete sie sich mit ein: "Bill, wenn deine Schwester sagt, dass sie heute lieber keinen Wein trinken möchte, dann musst du dies akzeptieren."

Doch auch dies schien irgendwie keinen Erfolg zu haben. Stattdessen veränderte sich Bills Gesichtsausdruck und er meinte nur: "Also ich verstehe euch beide nicht. Dana wird ja wohl kaum schwanger sein und deswegen keinen Schluck trinken wollen."

<Bingo, der Kandidat hat hundert Punkte gemacht.> schoss es mir auf einmal in den Kopf.

Die Blicke zwischen Dana, Mrs. Scully und mir sagten ihm jedoch alles was er wissen musste. Sogar ein Blinder mit Krückstock hätte in diesem Moment die Wahrheit erkannt.

Das nächste, was ich in Bills Augen sehen konnte war Ärger und Wut. Ich war mir ziemlich sicher, dass dies alles mir galt und ich wurde auch nicht enttäuscht. Nur ließ er diese Wut nur indirekt an mir aus.

"Reicht es nicht, dass Melissa schon durch diesen Schweinehund getötet wurde. Und mal abgesehen von der Sache mit deiner Entführung und deinem Krebs... Ich glaube es einfach nicht. Jetzt lässt du dir auch noch ein Kind von diesem Mistkerl andrehen. Sag mal hast du jetzt total den Verstand verloren?" sprudelte Bills Ärger nur so aus ihm heraus während er Dana einen vernichtenden Blick zu warf.

Doch Scully ließ ihm keine Zeit um wieder zu Atem zu kommen und erwiderte seine Tirade gleich darauf. "Nein Bill, ich habe nicht den Verstand verloren. Mein Verstand war noch nie so klar wie in den letzten Jahren. Und ich lasse mir auch kein Kind von Mulder andrehen. Ich wollte, dass er der Vater meines Kindes wird und es ist mir völlig egal wie du darauf reagierst. Du hast mir nichts zu sagen! Sieh endlich ein, dass ich ein eigenes Leben habe und du mir keine Vorschriften machen kannst wie ich mein Leben zu leben habe. Ich bin kein kleines Kind mehr, dass ständig von dir bemuttert werden muss. Wann wirst du endlich akzeptieren, dass ich Mulder liebe?!"

Das hatte gesessen. Mit offenem Mund starrte Bill nun abwechselnd zwischen Dana und mir hin und her.

"Ach ja, du liebst ihn. Liebt er dich denn auch oder spielt er dir nur was vor? Sobald irgendwo das nächste UFO gesichtet wird ist der doch weg." hörte ich Bill reden, nachdem er seine Stimme wieder gefunden hatte.

Was ich allerdings von ihm gehört hatte reichte mir nun entgültig und ich blieb nicht mehr länger still: "Ob es Ihnen nun gefällt oder nicht, ich liebe Dana. Egal, was auch passieren wird, ich werde sie immer lieben. Ob Sie mir das nun glauben wollen oder nicht ist nicht mein Problem. Aber sie sollten sich gut überlegen mit wem Sie hier eigentlich reden. Sie ist schließlich Ihre Schwester. Und ich kann nicht verstehen wie Sie es ertragen können sie bis an ihr Lebensende unglücklich zu sehen."

 

Hatte ich das damals wirklich zu ihm gesagt? So wie es aussah ja, obwohl ich immer noch nicht genau sagen kann wie mir diese Worte aus dem Mund heraus gefallen waren. Es hätte mir doch völlig egal sein können ob er sich für Dana freut oder nicht. Die Hauptsache war doch, dass Dana und ich glücklich waren. Und das wir glücklich waren konnte man schon zehn Meilen gegen den Wind sehen. Ich war nie glücklicher in meinem Leben bis zum heutigen Tag.

Doch schnell wieder zurück zu unserer kleinen Geschichte.

 

Das Ende vom Lied war dann schließlich, dass Bill Jr. das Haus seiner Mutter auf schnellstem Wege verließ. Und so wie es aussah war das auch für ihn und für mich besser so. Wer weiß, was noch alles hätte passieren können.

Seit diesem Vorfall hörte Dana eine Weile nichts von Bill und ich konnte ihr ansehen, dass es sie innerlich doch ganz schön mitgenommen hatte. Aber was sollte ich in diesem Augenblick schon groß machen. Sobald ich ihm gegenüber gestanden hätte, wäre er mir doch an die Gurgel gesprungen.

 

Die nächste größere Auseinandersetzung wegen des Babys traf uns eine Woche nachdem wir bei Mrs. Scully waren.

Ich war auf dem Weg in unser Büro und wollte gerade die Tür öffnen, als ich auch schon eine Stimmen von drinnen hörte. Die Stimme, die ich dort hörte, hätte ich unter Tausenden heraus gehört. Es gab bzw. gibt nur einen Menschen auf Erden, deren Klang der Stimme so lieblich und gefühlvoll ist.

Auch heute noch läuft mir jedes Mal eine Gänsehaut über den Rücken, wenn ich sie sprechen höre.

"Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, dass Sie mich in Ruhe lassen sollen!" hörte ich Scully jemanden anschreien. Als ich jedoch das Büro betrat, war sie alleine und hatte nur den Telefonhörer in der Hand. Ohne ein weiteres Wort schmiss sie diesen auch schon auf die Gabel und lächelte mir gequält entgegen.

"Alles in Ordnung?" vergewisserte ich mich.

"Natürlich. Du kommst ziemlich spät?" lenkte sie auch schon auf ein neues Thema.

Der Grund, warum ich an diesem Tag später kam, lag darin, dass ich die letzten Sachen aus meiner Wohnung geholt hatte. Der Wasserschaden war schon seit gut einem Monat behoben, aber ich wohnte und schlief weiterhin bei Dana. Die Zeiten auf ihrer Couch waren schon längst vorbei. Wir waren schließlich zwei erwachsene Menschen und so teilten wir uns ihr Bett. Ich hatte ihr damals jedoch gesagt, dass ich sofort wieder in meine Wohnung ziehen würde wenn der Vermieter diese renoviert hätte.

Als wir eines Abends vor dem Fernseher saßen und ich so durch die Kanäle zappte hörte ich leise Danas Stimme und wie sie mich fragte: "Würde es dir gefallen, wenn du für immer hier wohnen würdest?"

Mit offenem Mund und Augen, die mir in diesem Moment beinahe aus den Höhlen gefallen wären, starrte ich sie an. <Ob es mir gefallen würde? Natürlich! Ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als bis an mein Lebensende neben dir aufzuwachen.> dachte ich erst in Gedanken und entschloss mich anschließend, genau diese Gedanken so gefühlvoll und voller Hingabe wie möglich zu ihr zu sagen.

Obwohl wir zum damaligen Zeitpunkt schon fast zwei Monate das waren, was man umgangssprachlich als Paar bezeichnen würde, hatten wir bis dato noch nie über solche Sachen wie das zusammenziehen gesprochen.

Das Ende von diesem schönen Lied war schließlich, dass wir damit anfingen meine restlichen Sachen aus meiner Wohnung in ihre zu bringen.

An diesem Tag holte ich nur noch die letzten Umzugskartons ab ehe ich mich auf den Weg ins Büro machte.

"Hast du denn nicht meinen Zettel gefunden, den ich dir auf den Küchentisch gelegt habe?" fragte ich sie, nachdem ich meinen Mantel an der Garderobe aufgehangen hatte.

"Doch, aber ich dachte es würde schneller gehen."

"Hey, ein alter Mann ist doch kein D-Zug." war alles, was ich amüsiert darauf hin von mir gab.

Nach einer kleinen Pause lenkte ich das Thema jedoch wieder auf das Telefonat, welches sie geführt hatte, als ich das Büro betrat. "Wer war das eigentlich am Telefon?"

"Niemand." gab sie mir als knappe Antwort zu verstehen.

Ohne ein weiteres Wort gingen wir an die Arbeit und ich versuchte, dass ganze einfach zu vergessen.

Es war gegen die Mittagszeit als sich Scully von ihrem Stuhl erhob, mich anlächelte und mir mitteilte, dass sie in die Kantine gehen würde. Ich hatte an diesem Tag irgendwie keine Lust mich den lästigen Blicken der anderen Agenten auszusetzen und so blieb ich in unserem Büro.

Ca. zehn Minuten später hörte ich wie jemand an die Tür klopfte. Ich dachte schon, dass es Scully sei die sich doch anders entschieden hätte und nun wieder zurück kam. Wobei ich mich jedoch wunderte, dass sie anklopfte. Als ich die Tür öffnete stand dort nur ein kleiner Junge, der einen Strauß Blumen in der Hand hielt.

Ohne viele Worte drückte er mir die Blumen in die Hand und verschwand auch schon wieder. Völlig irritiert stand ich nun da und wusste gar nicht so recht was ich davon halten sollte.

Nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen hatte sammelte ich meine Gedanken erst einmal wieder und betrachtete die Blumen genauer. Bei den Blumen handelte es sich um Jasminblüten, die einen lila Schimmer hatten. In dem Grünzeug, das die Blüten umgab, steckte ein kleiner, blauer Briefumschlage den ich ohne Bedenken heraus zog und öffnete.

Was ich dort allerdings lass, ließ mich innerlich zittern und ehe ich auch nur ansatzweise einen klaren Gedanken fassen konnte, ließ ich mich auf meinen Stuhl fallen.

<Das glaube ich doch einfach nicht. Das, was dort steht, kann unmöglich war sein. So etwas könnte sie mir nie im Leben antun.> Ich war einfach nur geschockt.

 

 

Liebste Dana,

wie lange willst du das Versteckspiel denn noch weiter spielen. Wann wirst du endlich einsehen, das wir beide zusammengehören?

Ich kann nicht glauben, dass du dir ein Kind hast andrehen lassen. Warum nur hast du das gemacht? Ein Kind steht unserer Beziehung einfach nur im Wege. Und außerdem gibt es da auch noch den Vater des Kindes, der sich immer noch zwischen uns drängt.

Wann gibst du diesem Verlierer denn endlich den Laufpass und stehst zu mir?

Dies ist mein letzter Versuch, die Sache friedlich zu klären. Ich hoffe, du siehst endlich ein, dass wir, und zwar nur wir, für einander bestimmt sind.

.....

 

 

Den Rest des Briefes konnte ich nicht mehr erkennen da mir die Zeilen, die ich bis dahin gelesen hatte, schon die Tränen in die Augen stiegen ließen.

Und wie es der Zufall so wollte betrat keine fünf Sekunden später Scully auch schon wieder das Büro und schaute mich mit einem fragenden Blick an.

"Von wem sind den die wunderschönen Blumen?" wollte sie von mir wissen.

<Von wem die Blumen sind? Das müsstest du doch am besten wissen.>

"Ich dachte, du könntest es mir verraten." gab ich zynisch, ja fast aggressiv zurück.

"Was meinst du denn mit, 'dass ich es besser wissen müsste'?"

Ich war in diesem Moment einfach nicht mehr Herr meines Verstandes, denn sonst hätte ich die Sachen, die ich ihr in den nächsten zwei Minuten an den Kopf geworfen hatte, auf keinen Fall gesagt.

"Nun tu doch nicht so, als ob du nicht bescheid wüsstest. Wieso war ich nur so blöd. Allen anderen wird es wahrscheinlich schon aufgefallen sein, nur mir nicht. Du kannst mir ruhig verraten, seit wann das mit dem anderen Kerl geht. Jetzt ist doch sowieso alles zu spät. Ich weiß jetzt nämlich von euch beiden. So etwas hätte ich jedoch nicht von dir erwartet." waren die letzten Worte, die ich noch sagen konnte, ehe mir die Stimme versagte.

So schnell es ging stürmte ich an ihr vorbei aus dem Zimmer und versuchte schnellstens ins Parkhaus zugelangen ohne das mich ein anderer Agent sehen sollte. Bevor ich das Büro verlies warf ich noch die Blumen zusammen mit dem Brief auf den Boden.

Die nächsten Stunden verbrachte ich damit durch ganz D.C. zu fahren. Ich musste erst einmal wieder zu Verstand kommen und das gerade Passierte verarbeiten.

Ich weiß nicht mehr genau wie lange ich im Endeffekt durch Washington gefahren bin. Dass nächste, an das ich mich wieder erinnern konnte war, wie mein Handy in meiner Jackentasche klingelte.

"Was ist?" schrie ich förmlich in die Sprechmuschel.

Am anderen Ende konnte ich die Stimme meines Vorgesetzten erkennen, der mich darum bat noch einmal kurz bei ihm im Büro vorbeizuschauen.

Da ich sowieso nichts besseres zu tun hatte, lenkte ich den Wagen wieder in die entgegengesetzte Richtung und fuhr zurück zum FBI Gebäude. Die Nacht war inzwischen schon über der Stadt hereingebrochen und es waren nur noch wenige Autos auf den Straßen, so das ich in weniger als zehn Minuten auch schon vor Skinners Bürotür stand.

Ohne umschweife bat mich Skinner in sein Büro und ich nahm auf einem der Stühle platz.

"Danke, dass Sie noch schnell vorbei gekommen sind Agent Mulder."

"Natürlich, kein Problem, Sir." sagte ich zu ihm, mit meinen Gedanken jedoch überhaupt nicht bei der Sache.

"Was ist los Mulder?" vernahm ich kaum hörbar Skinners Stimme, so versunken war ich in diesem Moment.

"Was meinen Sie damit?"

"Agent Scully kam vor gut vier Stunden völlig aufgelöst in mein Büro und ich hatte Mühe sie wieder zu beruhigen."

"Ach ja?" gab ich ohne eine Reaktion von mir.

Zum damaligen Zeitpunkt wusste Skinner natürlich schon längst über Scullys Schwangerschaft und unsere 'enger gewordene Beziehung' bescheid. Anfangs war er zwar überhaupt nicht davon begeistert, da er wusste, wie gefährlich dies für uns sein könnte, aber mit der Zeit bemerkte er schließlich, das die Stärke von uns, die bis dahin sowieso schon außergewöhnlich war, nur noch mehr an Kraft gewann.

"Ja! Sie sagte mir, dass Sie sie angeschrieen hätten und anschließend aus dem Büro gestürmt wären. Mulder, hören Sie mir zu. Scully hat mir gesagt, was genau Sie zu ihr gesagt haben und außerdem hat sie mir auch den Brief gezeigt, den Sie im Büro haben fallen lassen."

"Was wollen Sie denn nun eigentlich von mir?" unterbrach ich ihn schroff.

"Ich möchte nicht, dass Sie einen großen Fehler begehen. Einen Fehler, den Sie vielleicht nie wieder gutmachen können. Ich möchte, dass Sie mir nur zuhören bei dem, was ich Ihnen zu sagen habe."

"Wenn es denn unbedingt sein muss." Für mich war alles egal, sollte er doch drauflos erzählen. Wen würde es schon interessieren? Mich auf keinen Fall.

"Die Blumen, die heute bei Ihnen im Büro abgeliefert wurden, sind von einem gewissen Mr. Thanton geschickt worden. Mr. Thanton ist bzw. war ein Angestellter bei der Post. Nachdem, was Scully mir erzählt hat, war er ihr heimlicher Verehrer. Vor ca. einem halben Jahr fing das wohl alles an. Er schickte ihr Blumen und kleine Präsente z.B. Pralinen und lauter solcher Sachen. Nach einem Monat hörte er damit auf und Scully machte sich keine weiteren Gedanken. Bis heute, als er sie im Büro anrief.

Was ich Ihnen damit sagen will Mulder ist, dass Sie nicht durch diese Sache ihr Glück riskieren sollten. Ich bin zwar Ihr Vorgesetzter, aber auch ich habe Augen im Kopf. Sie sollten den Streit, den Sie mit Scully hatten, so schnell wie möglich schlichten. Sie liebt Sie und Sie lieben sie.

Schauen Sie sich doch nur einmal an. Es ist noch nicht einmal ein Tag vergangen und Sie sind schon jetzt ein menschliches Wrack. Gehen Sie zu ihr und bringen Sie diese Sache aus der Welt. Vertrauen Sie mir. Wenn Sie es nicht tun, werden Sie es sich bis an ihr Lebensende nie mehr verzeihen."

Die Informationen, die in so kurzer Zeit auf mich eingeströmt waren konnten gar nicht so schnell von meinem Gehirn verarbeitet werden, wie ich sie akustisch wahrnahm. Was war ich nur für ein Idiot. Wie konnte ich nur jemals denken, dass Scully etwas mit einem anderen hätte. Konnte mich mein Verstand denn wirklich so im Stich lassen, dass ich unfähig war richtig zu denken?

Die nächste Frage, die sich mir stellte war, würde Scully mir dies je verzeihen? Würde sie jemals wieder ein Wort mit mir wechseln? Wie sollte ich das alles nur wieder in die richtige Richtung lenken?

Ohne ein weiteres Wort zu Skinner, erhob ich mich aus dem Stuhl und ging wieder zum Fahrstuhl, der mich daraufhin ins Parkhaus beförderte.

Ich wusste, dass es nicht ausreichen würde, jetzt vor ihrem Apartment aufzutauchen und vor ihr auf Knien um Verzeihung zu flehen. So gut kannte ich Scully nun inzwischen schon und dass dies kein Erfolg haben würde war mir klar. Aber was sollte ich stattdessen machen?

Völlig niedergeschlagen und mit Kopfschmerzen saß ich an diesem Abend noch eine Weile im Parkhaus des FBI’s. Nach endlosen Stunden wusste ich endlich, was mir vielleicht aus der Misere helfen würde und so fuhr ich los.

 

Ehe Scully das Büro am nächsten Morgen betrat hatte ich schon alles für meine Entschuldigung vorbereitet. Und nachdem ich ihr einen Brief auf ihren Schreibtisch gelegt hatte verließ ich wieder das Büro.

An dieser Stelle sollte kurz erwähnt werden was in dem Brief stand, bevor mir einer der hier anwesenden noch ein Loch in den Bauch fragt.

Da ich noch nie ein begabter Poet gewesen war und es auch sicherlich nie sein werde, versuchte ich mit einfachen Worten meine Gefühle auf den Punkt zu bringen.

 

 

Dana,

was ich mir gestern im Büro erlaubt habe, war der größte Fehler den ich machen konnte.

Wie konnte ich nur annehmen, dass du mich mit einem anderen Mann hintergehen würdest?

Was ich getan habe tut mir vom ganzen Herzen leid und ich hoffe du kannst mir verzeihen.

Ich warte in meinem Apartment auf deine Antwort. Ich hoffe, du siehst ein was für ein Idiot ich war.

Vergib mir bitte.

 

In Liebe Mulder

 

 

Ein paar von euch hätten es vielleicht besser geschrieben, aber ich war schließlich der jenige, der zur damaligen Zeit Mist gebaut hatte und das war alles, wozu mein Gehirn noch im Stande war.

 

Seit dem ich das Büro an diesem Morgen verlassen hatte wollte die Zeit einfach nicht vergehen. Da ich wusste, dass Scully immer so zwischen halb acht und neun das Büro betreten würde konnte ich mir ausrechnen, wann sie etwa den Brief gefunden haben würde.

So blieb mir noch Zeit die restlichen Vorkehrungen zu treffen.

Es war kurz vor zehn, als ich einen Wagen vor meinem Apartmenthaus vorfahren hörte. Es hätte so gut wie jeder sein können, der dort vorfuhr, aber mein Glücksstern wollte an diesem Tag, dass es Scully war.

Schnell zog ich mir die Schuhe an, die ich, als ich mein Apartment betreten hatte, neben der Tür ausgezogen hatte. Anschließend schnappte ich mir noch eine verführerisch duftende Rose und verließ das Apartment.

Da ich wusste, dass sie den Fahrstuhl benutzen würde, versteckte ich mich kurzer Hand auf der Feuertreppe, von der ich auch noch prima die Wohnungstür beobachten konnte.

Es dauerte keine zwei Minuten und die Fahrstuhltüren öffneten sich und ich konnte sehen wie Scully auf die Tür mit der Nummer 42 zu steuerte. Sie blieb davor stehen und klopfte an. Als sich jedoch nichts tat holte sie den Schlüssel zu meinem Apartment aus ihrer Jackentasche und mit einem schnellen drehen des Schlüssels im Schloss, verschaffte sie sich Einlass.

So leise wie es ging kam ich aus meinem Versteck hervor und achtete genau darauf, was Scully machte. Nachdem sie die Tür geöffnet hatte blieb sie kurz dahinter stehen und starrte nun in mein leeres Apartment. Sie sah so niedlich aus, wie sie so da stand und ich hätte sie in diesem Moment am liebsten gleich in meine Arme genommen und nie mehr losgelassen.

Doch ich hielt mich zurück und blieb kurz hinter ihr stehen. Sie hatte mich bis dato noch nicht bemerkt. Dies änderte sich jedoch schlagartig als ich vorsichtig die Rose, welche ich immer noch in der Hand hielt, langsam über ihren Kopf hinweg vor ihren Augen erscheinen ließ.

Ruckartig drehte sie sich um und sah mir nun genau in die Augen.

"Ein Poet hat einmal geschrieben, dass Blumen die Sprache des Herzens sind und man mit ihnen jedes noch so traurige Herz wieder zum Blühen bringen kann." hauchte ich ihr entgegen, während ich sachte ihre Hand in die meine nahm und mit der anderen die Rose sanft über ihre Wange wandern ließ.

Was immer sie auch hatte sagen wollen, sie war einfach nur sprachlos. Ihre schönen blauen Augen schimmerten durch die Tränen, die sich darin gebildet hatten und ehe ich mich versah machten sich die ersten Tränen auch schon auf den Weg über ihre Wangen.

Der Anblick, der sich mir in diesem Augenblick bot war einfach nur himmlisch. Vorsichtig und in ihren Augen nach der Antwort auf meine ungestellte Frage suchend, beugte ich mich langsam nach unten. Kaum hatte ich die Antwort in ihren wunderschönen Augen gelesen berührten sich auch schon unsere Lippen.

Zärtlich ließ ich meine Lippen über die ihren streifen und bat nach einer Weile mit meiner Zunge um Einlass, welcher mir auch nicht verwährt wurde. Unsere Zungen fingen an im Mund des jeweils anderen auf Erkundung zu gehen. Sanft fuhr ich mit meiner Zunge über ihre Lippen.

Mit meinem Fuß gab ich der Tür einen kleinen Tritt woraufhin diese mit einem leisen Klick ins Schloss fiel.

Anschließend wanderten wir, immer noch küssend, in mein ehemaliges Schlafzimmer. Als wir dieses erreicht hatten löste ich mich langsam von ihrem Mund und wartete auf ihre Reaktion, die von ihr kommen würde, wenn sie sich im Zimmer umsehen würde.

Ich hatte, dank der Hilfe der Lone Gunman, das gesamte Schlafzimmer in ein Blumenmeer verwandelt. Überall lagen Rosenblüten in den unterschiedlichsten Farben verstreut.

In der Mitte des Zimmers hatte ich eine Decke ausgebreitet und an manchen Stellen standen ein paar Kerzen, die das gesamte Zimmer in einen wunderbarem, warmen Glanz hüllten. Aus der tragbaren Stereoanlage drang leise ein Lied.

Romantischer hätte ich das Zimmer nicht herrichten können, soviel stand fest. Und es hatte auch nicht sein Ziel verfehlt. Die Liebe, die ich in Scullys Augen sehen konnte, war unbeschreiblich. Wie konnte ich nur so blind sein und riskieren die Liebe meines Lebens zu verlieren. Nur, weil ich wieder einmal überreagiert hatte.

Doch damit war von nun an Schluss. Nichts und niemand würde sich wieder zwischen uns stellen. Ich würde so einen Fehler nie wieder in meinem Leben begehen. Wer weiß, wie oft ich solch ein Glück noch haben würde. Man sagt schließlich nicht umsonst, man soll das Glück, welches sich einem einmal im Leben bietet mit beiden Händen ergreifen und gut festhalten. Befolgt man diesen Ratschlag nicht, könnte man schnell um das Glück gebracht werden.

Aber ich hatte mehr als nur Glück, denn ich bekam eine zweite Chance. Eine zweite Chance die einem Menschen im Laufe des Lebens nur ein bis zweimal wiederfährt.

Durch ein "Oh mein Gott, Fox..." von Dana wurde ich wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Dies war das erste mal, dass sie mich seit Beginn unserer Beziehung Fox nannte.

Hin und weg von ihren Worten beugte ich mich ihrem Gesicht entgegen und verteilte kleine Küsse auf ihren Wangen und schließlich auf ihrem Mund.

 

Wie der weitere Verlauf des Tages ausgesehen hat, könnt ihr euch ja bestimmt denken. Wir waren einfach nicht mehr aus diesem Zimmer zukriegen. Okay, einmal hatte ich das Zimmer verlassen, das aber auch nur, um eine neue CD aus dem Wohnzimmer zu holen. So, nun zufrieden? Mehr erzähle ich euch aber nicht. Ihr habt doch bestimmt genügend Fantasie, um euch alles weitere vorzustellen.

 

Nachdem diese Krise überstanden war, konzentrierten wir uns wieder voll auf das Baby. In den nächsten Monaten besorgten wir alles mögliche, was für unser Wunder nötig war. Seit dem Zeitpunkt, ab dem wir wussten dass die künstliche Befruchtung geklappt hatte, betrachteten wir es als ein Wunder.

 

Ein Wunder, das vor fast neun Monaten seinen Anfang nahm und nun das Licht der Welt erblicken möchte.

Als mich Dana vorhin angerufen hat, erzählte sie mir, dass die Jungs, die ihr heute bei einigen Kleinigkeiten helfen wollten, sie ins Krankenhaus bringen. Wie ein aufgescheuchter Hahn stürmte ich daraufhin aus dem Büro und nun sitze ich hier.

Diese Schnecke von Autofahrer habe ich inzwischen hinter mir gelassen und bin seit gut zehn Minuten im Krankenhaus. Diese ewige Warterei geht mir jetzt aber langsam auf die Nerven. Der Arzt meinte nur kurz, dass er noch schnell bei einer anderen Patientin vorbeischauen müsste und mich anschließend über alles informieren würde. Sollte der jedoch in den nächsten zehn Sekunden nicht vor mir stehen, dann gnade ihm Gott.

Die Jungs haben sich inzwischen schon wieder auf den Weg in ihr kleines Reich begeben, da sie noch irgendetwas holen müssten.

Endlich geht die Tür, hinter der der Arzt verschwunden war, wieder auf.

"Würden Sie mich nun endlich mal zu Dana Scully lassen?" frage ich völlig genervt.

Ich frage mich in diesem Moment wie ich so lange hier ruhig sitzen konnte, aber wahrscheinlich liegt das daran, dass die ganze Situation hier für mich neu ist.

"Kommen Sie, bevor es zu spät ist!" höre ich den Arzt sagen und folge ihm den Krankenhausflur entlang.

Am Ende des Flures bleibt er stehen und öffnet die Tür, vor der wir nun stehen. Mein Blick überfliegt das gesamte Zimmer und bleibt schließlich auf Dana ruhen.

Sie liegt im Bett und sieht schon ziemlich mitgenommen aus.

"Wo warst du denn nur?" ist alles, was ich von ihr zu hören bekomme.

"Tut mir leid, aber heute sind nur langsame Schildkröten auf der Straße unterwegs." erwidere ich in einem lustigen Ton.

"Wie geht es dir?" erkundige ich mich, nachdem ich neben dem Bett platz genommen habe.

"Es ging mir schon besser..." kommt es schmerzverzehrt von ihr wieder.

Sofort greife ich nach ihrer Hand und versuche so den Schmerz der Wehe auf mich überzuleiten, was jedoch nicht viel Erfolg hat.

Nun schaltet sich der Arzt auch schon ein und meint nur trocken, dass Dana bei der nächsten Wehe pressen solle.

Das war wirklich knapp. Fünf Minuten länger hinter diesem Autofahrer und ein paar Minuten länger auf einem der Stühle im Flur und ich wäre zu spät gekommen. Doch so erlebe ich alles voll mit.

Es dauert keine fünf Minuten und ich kann den ersten Schrei hören, den das Baby von sich gibt.

Oh mein Gott, ich glaube ich falle gleich in Ohmacht. Es gibt nichts schöneres auf der Welt für einen Vater, als bei der Geburt seines Kindes dabei zusein. Von meinen Gefühlen übermannt kullern die Tränen nur so aus meinen Augen und ich lächle nebenbei Dana an.

Der Arzt übergibt den kleinen Schreihals der Schwester und diese untersucht das Baby erst einmal gründlich.

Mit einem Lächeln auf den Lippen drückt mir die Schwester anschließend das Bündel, in dem unser kleines Wunder liegt, in den Arm.

Offene Augen starren in offene Augen. Ich weiß zwar, dass jedes Baby in den ersten Wochen nach der Geburt blaue Augen hat, aber ich bin mir schon jetzt sicher, dass dieses wunderschöne blau darüber hinaus weiterhin bestehen bleiben wird.

"Na du, deine Mom möchte bestimmt auch mal einen Blick auf dich werfen." ist alles, wozu ich im Stande bin.

Vorsichtig lege ich das Baby Dana in die Arme und betrachte die beiden einfach nur. So wie der Augenblick in dem mir Dana sagte, dass die künstliche Befruchtung geklappt hatte, brennt sich auch dieser Moment in mein Gehirn ein.

"Wie sollen wir sie eigentlich nennen?" werde ich von Dana aus meinen Gedanken gerissen.

"Ich weiß nicht!"

Bis zum heutigen Tag haben wir uns noch nie Gedanken über einen Namen gemacht. Wahrscheinlich, weil Dana und ich das Glück, das uns geschenkt wurde, bis jetzt nicht richtig begreifen konnten.

"Würde dir <Samantha Melissa> gefallen?" fragt sie schließlich zögerlich.

Zwei Namen, die mich jedes Mal an meine unentwegte Suche nach der Wahrheit erinnern. Soll unser Kind wirklich so heißen? Sollen wir jedes Mal aufs neue daran erinnert werden, was DIE uns angetan haben?

"Dana..." Weiter komme ich nicht. Ein Blick in ihre Augen und schon sind meine Bedenken vergessen.

Selbst wenn wir eines Tages die Wunden und Schmerzen die uns zugefügt wurden vergessen haben, werden wir die beiden Menschen, die wir auf alles in der Welt geliebt haben, nicht vergessen.

Von nun an leben sie weiter in unserer Tochter, in unserem Wunder.

 

Finish

 

Anmerkung der Autorin; die zweite *lol*:

Gut ich gebe zu, die FF tropft mal wieder nur so vor Romantik und Kitsch, aber ich konnte mich einfach nicht zurück halten. Ich hoffe, es hat euch trotzdem ein bisschen Spaß gemacht sie zu lesen.

Dies ist meine erste Vignette. Also seid nicht ganz so streng mit mir.

 
Ach so, kurze Info zu der Stelle mit dem Poet und den Blumen.

Was ich dort geschrieben habe entspringt vollkommen meiner Fantasie. Und selbst wenn ein Dichter so etwas mal gesagt haben sollte weiß ich nichts davon. *lol*