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Kaputte Fernseher
Svenja

SFrahm500@aol.com
Sie gehören nicht mir, sie gehören Chris Carter, 1013 und Co. Autor: Svenja Frahm
PG
Mitte 5.Staffel
Scullys Fernseher ist kaputt und da sie unbedingt eine alte Fassung von Romeo und Julia sehen möchte, führt sie ihr Weg zu Mulder...




Kaputte Fernseher ( I )


Es klopfte an der Tür. Fox Mulder schreckte auf. Er hatte auf seiner geliebten Couch gedöst. Er war vor dem Fernseher eingenickt, wo nun eine alte Verfilmung von Romeo und Julia lief. Es klopfte ein zweites Mal.
"Ich komme" rief er noch etwas benommen. Er rieb sich die Augen und machte sich auf den Weg zur Tür, dabei warf er einen Blick auf seine Uhr: 20:30 Uhr. Er hatte gerade mal 5-10 Minuten dort gelegen.
Als er die Tür öffnete, kam eine grinsende Scully zum Vorschein. "Oh hallo! Kommen Sie doch rein" Scullys Grinsen wurde noch breiter, als sie ihn beim Eintreten näher betrachtete. Sein Haar war komisch zerzaust, er trug Jeans und ein graues T-Shirt. Mit dem müden Ausdruck auf seinem Gesicht sah er darin zum schreien aus.
"Habe ich Sie geweckt?", fragte sie etwas entschuldigend.
"Ja, aber das macht nichts. Was ist denn los?" er kratzte sich am Hinterkopf und schloß die Tür hinter ihr.
"Ich habe eine seltsame Bitte!" Ihr erwartungsvolles Lächeln wich nicht.
"Ja?" fragte er schon etwas wacher.
"Dürfte ich bei Ihnen fernsehen?" Ihr war es etwas peinlich, soetwas zu fragen und Mulder
deswegen aufzuwecken.
"Was wollen Sie denn schauen?" Sie war froh, daß er sie nicht wieder rausschickte oder sie
auslachte. Es war ja auch eine bekloppte Frage, dachte sie sich. Aber sie sah das leichte grinsen auf seinen Lippen.
Beide hatten sich auf Mulders Allzwecksofa gesetzt.
"Ich habe vorhin meinen Fernseher eingeschaltet..." begann sie "...und da hat es einmal 'peng' gemacht und er war wieder aus." Sie blickte etwas verlegen auf ihre Hände in ihrem Schoß nieder mit denen sie nervös etwas herumspielte.
"Ich möchte ihnen wirklich nicht auf die Nerven gehen! Wenn Sie möchten, gehe ich auch
wieder.", sagte sie ablenkend, nachdem ihr Blick den Fernseher erfaßt hatte, wo gerade der Film lief, den sie gerne sehen würde. Eine alte Fassung von Romeo und Julia. Als Teeni war sie von dieser Version so begeistert gewesen, daß sie ihn, so selten sie sonst auch fernsehen mochte, schauen wollte. "Ich wollte gerne Romeo und Julia sehen" nun war es raus. Bestimmt hatte Mulder dieser Film eben schon so gelangweilt, daß er dabei eingeschlafen war. "Es läuft ja auch schon" erwartungsvoll schaute sie zu ihm auf.
Nach kurzem Überlegen und einem scheuen Blick auf den Fernseher kam die Antwort. "Klar" meinte er nur. Doch insgeheim dachte er: Ich schlafe sowieso wieder dabei ein, aber was soll's. Diesen Augen, dieser Frau, seiner Partnerin konnte Mulder einfach fast nichts abschlagen. Auch wenn er es sich nicht eingestehen wollte, in den Tiefen seines Herzens war auf ewig ein Kämmerchen für Scully reserviert. Irgendwas an dieser Frau zog ihn magisch an. Ja, er liebte Dana Katherine Scully. Ihre Augen, ihre Art, ihre Figur, ihr ganzes Aussehen. Er blickte sie von der Seite an. Ihr Blick war auf den Bildschirm geheftet. Diese Augen, die schon so viel Schreckliches gesehen hatten. Grausam verstümmelte Opfer von irgendwelchen Killern oder Tieren. Sein Büro... Bei dem Gedanken mußte er schmunzeln. Das schlimmste überhaupt, was man sehen konnte!
"Wollen Sie was trinken oder was essen?" entfuhr es ihm. Sie drehte sich zu ihm "Nein danke." Sie lächelte ihn an. Dieses Lächeln... so süß, so... zart.
Nach ungefähr einer halben Stunde Flimmerkasten schauen schimmerte eine Träne in Scullys Augenwinkel. Gerade als Romeo Julia einen innigen Kuß gab. Sie unterdrückte ihre weiteren Tränen aber und wischte sich diese eine verstohlen aus dem Augenwinkel. Es mußte nicht sein, daß sie hier vor Mulder laut losweinte, so wie sie es damals gemacht hatte.
Mulder hatte sich nicht lange halten können. Schon bald waren ihm seine Augen zugefallen.
Langsam rutschte sein Kopf zur Seite. Dana nahm dies erst wahr, als er bis auf ihre Schulter
gesunken war und nun sanft an ihr lehnte. Sie blickte zu ihm hinunter. Romeo und Julia waren schon wieder am knutschen. Wie gerne würde Scully Mulder auch einen Kuß geben. Nur einen. Und dabei seine warmen Lippen auf den ihren spüren?! Was war es wohl, was sie an diesem Mann, ihrem Partner, so faszinierte? Seine sanfte und energische Art? Oder sein Aussehen? Warscheinlich beides. Sie fand sowieso, daß Fox Mulder ein überdurchschnittliches Aussehen hatte. Sie emfand es richtig angenehm, seinen Kopf auf ihrer Schulter zu spüren. Sanft strich sie ihm über sein braun-schwarzes Haar. Warum war sie so schüchtern und gestand ihm ihre Zuneigung nicht? Warscheinlich, weil sie sich selbst erstmal eingestehen mußte, daß sie ihn liebte. Nach 4 1/2 Jahren zusammenarbeit. Eigentlich konnte man sie sowieso nicht mehr nur als Partner bezeichnen. Sondern eher als Freunde, dachte sie noch. Zu gerne hätte sie es, wenn es noch mehr als das wäre.
Der Film ging zur Neige und auch Dana fing an zu gähnen. Sollte sie nach Hause gehen und
Mulder, dessen Kopf inzwischen in ihrem Schoß gelandet war, auf der harten, ausgesessenen Couch schlafen lassen? Sie genoß es einfach zu sehr, strich ihm eine Sträne aus der Stirn und entschloß sich, noch ein paar Minuten sitzen zu bleiben. Wollte sie überhaupt wieder raus in die Kälte? Als sie zuhause losgefahren war, zeigte das Thermometer bereits unter 0° C. Wie würde es nun wohl sein, wo ein paar Stunden vergangen waren und es inzwischen stockduster draußen war? Eigentlich wollte sie der Vernunft wegen aufstehen. Ja, FBI-Regeln. Sie waren Partner... Doch sie konnte sich irgendwie keinen Ruck geben Mulders Kopf aus ihrem Schoß zu heben. Doch was würde Mulder sagen, wenn er aufwachte und seinen Kopf in ihrem Schoß finden würde?
Sie war immer wieder kurz davor, doch noch aufzustehen. Doch irgendwie schaffte sie es nicht und verschob es immerwieder um ein paar Minuten. Sie strich Mulder sanft mit dem Handrücken über die Stirn. Irgendwie war sie wahnsinnig müde geworden und konnte ihre Augen auch fast nicht mehr aufhalten. Der lärmende Fernseher lief immernoch, weil Mulder die Fernbedienung mit seiner einen Hand umklammerte. Sonst hätte sie den Störenfried ausgeschaltet, bevor er Mulder wieder aus seinen Träumen aufschrecken ließ...
Mit der Zeit wurde sie immer schläfriger... und schließlich schlief sie nun doch ein. Danas hand ruhte noch immer auf Foxs Stirn. Inzwischen waren im Fernsehen etliche Wiederhohlungen von Fernsehsendungen vom Vortag zu sehen. Die Uhr, die auf dem Fernsehgerät stand lief, tickte weiter. Nach einiger Zeit verkündete sie mit einem kuzen 'Piep', daß es nun 5 Uhr morgens war. Der Raum wurde durch den Fernseher noch schwach erhellt und man konnte die beiden Schlafenden ruhig und fast synchron atmen hören.
Mulder drehte sich langsam einmal auf die andere Seite. Er war schon wieder halb wach, doch noch zu schläfrig, seine Augen zu öffnen und sich an das Licht zu gewöhnen, was er draußen und im Raum schon vermutete. Seltsam, dachte er, sein Sofa war doch sonst so hart und ausgelegen, heute so... so warm, weich und angenehm am Kopfende.
Jetzt erst nahm er etwas auf seiner Stirn wahr. Eine Hand?! Nun erst öffnete er seine Augen einen Spalt um diese zu idendifizieren. Scullys, stellte er fest. Sie war noch da! Scully war nicht weggegangen gestern Abend! Er lächelte. Er griff nach ihrer Hand auf seiner Stirn, legte diese an seine Wange und hielt sie dort mit einer Hand fest, wobei ihm bewußt wurde, daß er in der andern Hand immer noch die Fernbedienung hielt. Er schaltete das lärmende Gerät aus. Nun war auf dem Fernseher nur noch ein graues, langsam ins schwarz überlaufende Bild zu sehen und es wurde ruhig und dunkel im Raum. Er konzentrierte sich auf das ruhige, gleichmäßige Atmen von Scully. Wenn er sich doch bloß trauen würde, ihr seine Liebe zu gestehen! Was war schon dabei? Sie könnte höchstens 'nein' sagen. Doch warscheinlich war es gerade das, wovor er 'Angst' hatte. Oder auch davor, daß dann ihre berufliche Beziehung, die ihm auch in keiner Weise mißfiel, zu Bruch gehen könnte. Wie lieblich sie aussah, wenn sie schlief... Auf dem Flur war warscheinlich noch Licht an,
denn ein schmaler Lichtschein fiel noch auf ihr Gesicht.
Über seinen Grübeleien stellte er fest, daß er immernoch müde war, denn er fing herzhaft an zu gähnen. Mit Scullys Hand auf seiner Wange und einem Lächeln auf den Gesicht schlief er wenig später wieder ein.
Nach einiger Zeit war es nun Scully, die wieder aufwachte und im falen Licht, das hinter den Vorhängen hervorstrahlte, feststellte, daß sie nicht in ihrem Bett lag, sondern auf Mulders Couch mit seinem Kopf in ihrem Schoß saß. Der Fernseher war aus. War Mulder zwischendurch aufgewacht, hatte ihn ausgemacht und sich nicht von ihrer Hand befreit? Im Gegenteil schoß es ihr durch den Kopf. Ihre Hand ruhte nun auf seiner Wange. Bildete sie sich das alles nur ein?
Ach was, dachte sie sich. Mulder wird sie doch nicht... Er wird sie nicht... oder doch? Sie liebte ihn ja auch... Ein Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit. Es war ein sanftes, ein strahlendes Lächeln.
So saß sie ungefähr eine halbe Stunde und strich mit ihrer freien Hand leicht über Mulders Haar und seine Stirn. Dann öffnete er seine Augen einen Spalt. "Hallo, guten Morgen. Sie sind ja noch hier?!" sagte er verschlafen und verwundert, daß Scully schon wach war, ihre Hand immernoch nicht aus seinem Griff befreit hatte und schon wieder eine Hand auf seiner Stirn zu fühlen war. "Guten Morgen" erwiederte sie. Er war etwas verlegen geworden, zog zarghaft seine Hand von der ihren und erhob sich aus ihrem Schoß. Er blickte in den seinen, er mied ihren Blick.
"Das mit ihrer Hand..." fing er an "Also ich..." versuchte er weiter "Eigentlich...". Sie sagte nichts. Er blickte zu ihr auf. Ein strahlen in ihren Augen, wie er es selten sah bei ihr.
Um sie herum knisterten tausende von Funken als Scully mit beiden Händen nach seinen Wangen griff, ihn zu sich heranzog. "Ich liebe dich" flüsterte Scully, als sich ihre Lippen fast trafen. Sein Kuß fühlte sich warum und zärtlich an... als sich ihre Lippen wieder trennten flüsterte er zurück "Ich liebe dich auch Dana"

Ende