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spookydogstar
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Mary
Rommie1982@aol.com
GabiS
The Truth; Zum Wohle des Kindes; Helden; William
G-6
Mulder POV; und natürlich MSR, bei den Spoilern geht das ja auch gar nicht anders ;-)
Um es kurz und schmerzlos für mich zu machen: Sie gehören CC, 20th Century Fox und 1013 Productions. Also nix mit Kohle für mich. *schade*
Was geht Mulder durch den Kopf, nachdem Skinner ihn über ein paar unwiderrufliche Ereignisse informiert?
BITTE, ich brauche es genauso wie die Luft zum atmen. Ihr wollt doch nicht etwa daran Schuld sein, wenn ich wegen Sauerstoffmangels im Krankenhaus lande. *lol*

Glück u n d Trauer

 

 

>William..... Adoption..... Scully.....< hallt es immer noch durch meinen Kopf. Immer wieder aufs neue, während ich auf dem kalten Fußboden sitze.

Zwei Stunden ist es jetzt her, seit sich mein Leben aufs neue um 180 Grad gedreht hat.

Mit aller Macht versuche ich das Gehörte zu verarbeiten, doch die bisherigen Strapazen, die ich in letzter Zeit ertragen musste, lassen es nicht zu.

Wenn ich so darüber nachdenke, weiß ich gar nicht, wie ich es überhaupt so lange ausgehalten habe. Erst die ständige Angst, in meinem Versteck bei Gibson, entdeckt zu werden. Dann die endlose Gehirnwäsche, mit der man mir einreden wollte, dass ich mich schuldig gemacht habe und ich es nicht verdient hätte weiter zu leben. Gefolgt vom Schlafentzug und immer wiederkehrenden Schlägen der Wärter.

Tief in meinem Inneren weiß ich, warum ich das alles überstehen konnte. Der Gedanke, sie endlich wieder in meine Arme zu schließen hat mir geholfen, gegen *DIE* anzukämpfen.

Wie durch eine Nebelwand spielt sich die Unterhaltung mit Skinner immer wieder in meinem Kopf ab, wie ein Videoband das in einer Endlosschleife läuft und über das ich keine Kontrolle zu haben scheine.

 

ca. zweieinhalb Stunden zuvor

Verwirrt blicke ich auf die Tür, die sich zum zweiten Male an diesem Tag öffnet.

Mit einem zufriedenen, inneren Lächeln denke ich an das letzte Mal zurück, als ein paar Sonnenstrahlen kurz in meine Zelle schienen. Es war der Augenblick in dem ich mich nicht wie zuvor verstellen musste. Endlich konnte ich ihr zeigen, wie sehr mir ihre Berührungen und ihre Nähe gefehlt haben. Ich konnte meine zuvor versteckten Gefühle zeigen, ohne Angst haben zu müssen, in der nächsten Sekunde den Launen der Wärter ausgeliefert zu sein.

In diesem Moment gab es einfach nur uns beide. Keine Gedanken an das vermeintliche Ende der Menschheit, keine bittere Wahrheit, die ich gefunden hatte. Nur mich und Scully – vereint nach all den Monaten der Trennung.

Mit zugekniffenen Augen, um mich gegen die einfallenden Sonnenstrahlen zu schützen, erkenne ich meinen ehemaligen Vorgesetzten. Doch dieses mal folgt ihm keine rothaarige Person, diesmal ist nur er es, der meine Zelle betritt.

"Was ist los?" frage ich ihn verwundert.

"Mulder, wenn ich Sie vor Gericht verteidigen soll, dann müssen Sie mir endlich sagen was Sie im Mount Weather Complex rausgefunden haben."

"Das kann ich nicht. Sie müssen das verstehen. Ich kann einfach nicht."

Ich sehe, das Skinner meine Antwort nicht akzeptieren oder gar verstehen kann. <Schließlich geht es hier um ihr Leben>, lese ich in seinen Gesichtszügen. Doch das Wissen, das mich in diese Zelle gebracht hat, kann ich einfach mit niemandem teilen. Wie könnte ich auch die Wahrheit mit den Menschen teilen, die mir im Leben wichtig sind, wenn nicht einmal ich selbst im Stande bin sie zu verstehen.

"Verdammt, Mulder, es geht hier um Ihr LEBEN. *Die* haben Sie jetzt genau dort, wo sie Sie immer haben wollten. Und Sie machen genau dass, was diese Leute von Ihnen erwarten. Wo ist denn ihr Wille geblieben, die Wahrheit aufzudecken? Jahrelang haben Sie vehement nach der Wahrheit gesucht, haben alles riskiert um die Wahrheit aufzudecken, ihr Leben und das von den Menschen, die Ihnen bei der Suche geholfen haben, des öfteren aufs Spiel gesetzt. Doch nun, wo sie anscheinend die Wahrheit kennen, sind Sie nicht bereit diese auszusprechen! Warum?"

"Weil weder Sie noch ich etwas gegen *DIE* machen können. Der Kampf ist schon längst entschieden."

"In dieser Hinsicht muss ich Ihnen leider recht geben," höre ich leise Skinners Stimme, nicht in der Lage die Bedeutung des Satzes zu verstehen.

Die Unsicherheit in meinem Gesicht erkennend, bringt Skinner seine Aussage auf den entscheidenden Punkt.

"Mulder, ich weiß nicht wie ich es Ihnen sagen soll aber...", fängt er an und macht eine kurze Pause, "...die Einsamen Schützen sind tot."

>NEIN< höre ich mich in Gedanken schreien.

"Ne... ...in", kommt es schließlich schwach über meine Lippen.

"Es tut mir leid", kann ich Skinners Stimme nach ein paar Minuten, in denen sich meine Gedanken überschlagen, vernehmen.

>Das kann einfach nicht sein.< geistert es unentwegt durch meinen Kopf.

"Warum?" schmeiße ich Skinner das Wort förmlich an den Kopf, immer noch in dem Glauben, das ganze nur zu träumen. Doch an Skinners Reaktion kann ich erkennen, dass dem nicht so ist. Dass ich nicht in der nächsten Sekunde aufwache und alles so ist, wie ich es mir erträume. Die Realität sieht anders aus, anders, als ich sie mir jemals ausmalen könnte.

"Sie sind für die Wahrheit gestorben, haben ihr Leben geopfert, um das tausender, unschuldiger Menschen zu retten."

Immer noch damit beschäftigt, das Gehörte mit meinen Gedanken zu vereinbaren, kann ich in Skinners Gesicht erkennen, dass es sich bei dem Tod der LoneGunmen nicht um die einzige schlimme Nachricht handelt.

Will ich die ganze Wahrheit darüber, was während meiner Abwesenheit passiert ist, wirklich hören? Sollte ich mich nicht einfach mit der grausamen Erkenntnis begnügen, dass die Freunde, die mich während meiner Suche immer unterstützt haben, für die Wahrheit, die ich gesucht habe, gestorben sind? Eine Wahrheit, die sie genauso krampfhaft aufdecken wollten wie ich.

Innerlich mit diesen quälenden Fragen kämpfend, erkenne ich, dass ich gar keine andere Wahl habe. Ich muss die Wahrheit wissen, denn nur so habe ich Gewissheit darüber, dass das was ich mache auch wirklich das Richtige ist. Das Richtige für mich, für die Menschen die mir am Herzen liegen und für den Rest der Menschheit.

"Skinner, was... was ist noch passiert, während der letzten Monate?" kommt es schließlich zögernd von mir.

Durch die Frage von mir völlig überrascht stellt Skinner mir eine Gegenfrage: "Was meinen Sie, Mulder?"

"Ich kann es in ihrem Gesicht sehen, Skinner. Es gibt noch etwas anderes, dass Ihnen durch den Kopf geht. Etwas, dass mit mir und Scully zu tun hat."

"Ich glaube nicht... dass... dass ich..." ist alles, was Skinner unsicher von sich gibt.

"Bitte, Skinner. Was ist mit Scully?" flehe ich ihn förmlich an. In meinem Geiste male ich mir schon die schlimmsten Sachen aus.

Scullys Krebs, der wieder ausgebrochen ist und dass ich diesmal nicht im Stande bin sie zu retten.

>William.< hallt es auf einmal durch meine Gedanken.

"Ist... ist etwas mit William?" frage ich mit schwacher Stimme, in der Hoffnung von Skinner ein -Nein- zu hören. Doch all meine Hoffnungen werden jäh zerstört als Skinner meine Frage nach ein paar Sekunden des Zögerns beantwortet.

"Mulder, Scully hat... sie hat ihn zur Adoption..." ist alles, was ich vorerst verschwommen von Skinners Antwort höre. Denn im nächsten Augenblick spüre ich auch schon, wie mein Herz in zwei Teile zerspringt und sich in meinen geschlossenen Augen die ersten kleineren Tränen bilden.

 

Schemenhaft höre ich am Rande noch immer Skinners Stimme, wie er mir erklärt, warum Scully unseren Sohn zur Adoption gegeben hat. Über die Umstände, die dazu geführt haben, über die Gefahren, die William und Scully, in den letzten Monaten ausgesetzt waren. Höre, wie er mir von der Entführung Williams erzählt. Darüber, wie Jeffrey Spender die Pläne seines Vaters durchkreuzt hat.

 

>William..... Adoption..... Scully.....< vernehme ich meine eigene Stimme immer und immer wieder, während Bilder in meinem Kopf aufblitzen.

Bilder von Dana und William. Von mir und William. Von Dana und mir, wie wir beide in ihrem Schlafzimmer stehen.

Als ich in ihre kristallblauen Augen schaute und dieses Glitzern darin zu erkennen war. Ein Glitzern, hervorgerufen durch Glück und Freude. Glück und Freude, die nur ein Mensch empfinden kann, der das, was ihm am wichtigsten ist, in greifbarer Nähe hat. Genau das selbe Glitzern muss sie damals auch in meinen Augen gesehen haben. In diesem Moment verspürte ich unsagbares Glück und Zufriedenheit endlich meine Gefühle, die ich jahrelang tief in meinem Innern verschlossen hatte, offen zeigen zu können. Ihr zeigen zu können, wieviel sie mir bedeutet. Sie und William.

Bilder vom Augenblick, in dem ich William das letzte Mal in meinen Armen hielt. Es kommt mir vor als wäre es erst gestern gewesen, als er mich mit seinen, noch babyblauen Augen angelächelt hat und dabei diese glucksenden Geräusche von sich gegeben hat.

Als ich ihm zum Abschied einen sanften Kuss auf seinen, mit Babyflaum bedeckten Kopf gegeben habe, während sich erneut Tränen der Trauer in meinen Augen bildeten. Der Schmerz, ihn und Scully für eine nicht absehbare Zeit verlassen zu müssen. Mir bewusst, nicht mit erleben zu können, wie er aufwächst.

Bilder von Dana und William, während Scully mit unserem kleinen Wunder auf der Couch sitzt und ihm ein Lied vorsingt. Ein Lied, dass für uns beide inzwischen mehr bedeutet als ich es mir am Anfang, als ich sie es das erste mal habe singen hören, hätte erträumen können. Wer kann sich auch schon vorstellen, dass man ein Baby mit den Strophen von "Joy to the world" zum einschlafen bringen kann? Aber Scully dachte sich bestimmt, was beim Vater schon so gut geklappt hat, kann beim Sohn ja nur zum Erfolg führen. Und wie recht sie doch mit dieser Annahme hatte!

Bilder von Dana, wie die ersten Tränen aus ihren Augen rollen und sich langsam an ihrer Wange nach unten bewegen. Tränen des Abschieds und der Ungewissheit. Die Ungewissheit darüber, ob man den Menschen, den man von ganzem Herzen liebt, jemals wieder in die Arme schließen kann.

Als ich die ersten salzigen Tränen auf meinen Lippen spüre, weiß ich, dass in diesem Augenblick auch mein Gehirn das Gesagte verarbeitet hat. Meinem Herzen war sofort bewusst, was meine Ohren vernommen hatten, doch ist mein Verstand erst jetzt dazu in der Lage, mit den Worten umzugehen.

 

Langsam verschwinden die Nebelschwaden und ich finde mich in der inzwischen dunklen Zelle wieder. Ohne jegliches Zeitgefühl lehne ich mich gegen die Wand.

Mit den Gedanken bei Scully und dem Wunsch, sie jetzt in meinen Armen halten zu können, drifte ich schließlich über in den Schlaf. Mit der Hoffnung, dass, wenn ich die Augen wieder aufmache, ich von der Erkenntnis erfasst werde, dass alles doch nur ein böser Traum ist.

 

nächster Morgen

7:12 Uhr

Sanft spüre ich eine Hand an meinem Arm, gefolgt von einer Stimme, die ich meinen Namen sprechen höre.

Ein wenig verwirrt öffne ich meine Augen und sehe ihr Gesicht vor mir. In ihrem Gesicht kann ich all die Angst erkennen die sie in ihrem Herzen spürt. Angst, mich für immer zu verlieren.

Und wie auf Knopfdruck spricht sie genau diese Ängste im nächsten Augenblick aus.

"Du machst mir Angst, Mulder. Ich habe Angst, dich wieder zu verlieren nachdem ich dich gerade erst zurück bekommen habe."

In der Hoffnung, ihr die Zuversicht geben zu können, die wir beide in diesem Moment am meisten brauchen, höre ich mich sagen: "Ich weiß was ich tue."

Doch durch ihre nächsten Worte bin ich mir wieder mehr den je bewusst, dass wir den Kampf gegen *DIE* schon längst verloren haben.

"Also... was immer du auch tust. Du hast keine Ahnung wie viel bereits verloren ist... Was ich tun musste."

Erneut schleichen sich schemenhafte Bilder von der Unterhaltung, zwischen Skinner und mir, in mein Gedächtnis.

"Ich weiß es. Skinner hat es mir gesagt", spreche ich mit sanfter Stimme, während ich die endlose Trauer in ihren Augen erkenne.

"Unser Sohn... ich habe ihn weg gegeben", bricht es schließlich aus ihr heraus.

Wieder einmal wird mir bewusst, was diese Frau alles wegen mir durchmachen musste. Wie kann ich all das, was ich ihr in den letzten neun Jahren angetan habe, jemals wieder gutmachen? Kein anderer Mensch auf Erden musste so viele Schicksalsschläge hin nehmen, hat so viele Menschen verloren. Und alles nur, weil ich auf der Suche nach der Wahrheit gewesen bin. Eine Wahrheit, die ich letztendlich gefunden habe, aber für welchen Preis?

In dem Versuch, ihr den Schmerz zunehmen, ziehe ich sie meine Arme. Doch wie kann man jemandem den Schmerz nehmen, dessen Herz schon tausende von Narben aufweißt. Eine Narbe für jedes neue, schmerzhafte Leid das über sie gekommen ist.

"Ich weiß, dass du keine andere Wahl hattest...," ist ein kläglicher Versuch ihr die Angst zu nehmen, die sie mir offenbart hat. Nie im Leben würde ich ihr Vorwürfe über die Adoption von William machen. Wenn jemand sich Vorwürfe machen sollte, dann ich. Weil ich nicht da war, als sie mich am meisten gebraucht hat. Jedes Mal, wenn sie mich gebraucht hat, war ich nicht da. Als sie schwanger war und *DIE* hinter dem ungeborenen Baby her waren. Als sie Angst hatte, dass *DIE* ihr William gleich nach der Geburt entreißen. Oder aber, als sie die schwerste Entscheidung in ihrem Leben treffen musste.

Mit dem Gedanken daran, sie vielleicht nie mehr in den Armen halten zu können und für immer zu verlieren, spreche ich mit tränenerstickter Stimme: "Ich habe euch beide so sehr vermisst."

Als ich ihre weichen Lippen spüre, wie sie sanft meinen Nacken küssen, merke ich wie aus den zwei Teilen meines Herzens wieder eins wird.

Zusammengeführt durch die Liebe der Frau, die ich in meinen Armen halte.

Für den Bruchteil einer Sekunde verschwinden die Trauer und die Angst, die sich in meinem Inneren erstrecken.

Die Trauer über den Tod meiner Freunde und den Verlust unseres Sohnes.

Angst, die ich aufgrund meines jetzigen Wissens verspüre. Das mein Wissen mir das Leben kosten könnte und dass es dadurch für mich und Scully keine gemeinsame Zukunft geben wird.

In diesem Augenblick empfinde ich einfach nur Glück, das mir durch diese Frau wiederfährt.

Das Glück, nach all den Monaten, wieder bei ihr zu sein, ihre Stimme zu hören und in ihre kristallblauen Augen schauen zu dürfen, die mich mit so viel Liebe anschauen.

Obwohl ich jetzt die Wahrheit über vieles, wonach ich mein Leben lang gesucht habe, kenne, hoffe ich doch tief in mir drin, dass ich auch diesmal einen Weg finden werde um *DIE* an ihrem Vorhaben zu hindern.

Finish

 

Tja Leute, ihr habt es mal wieder geschafft. Ihr habt eine weitere meiner hirnrissigen Ideen überstanden (hoffentlich unbeschadet *gg* *lol*).

Und da mir im Moment die Ideen nur so zufliegen (auch dank meiner lieben Beta Mary *knuddl*), könnt ihr euch auch weiterhin auf neue FF’s aus meiner Feder freuen.

Also noch viel Spaß beim Stöbern durch das Internet, auf der Suche nach neuen FF’s.

Für mich heißt es für heute Abschied nehmen bis zum nächsten verrückten Abenteuer meiner Gedanken.

Bis bald und nicht vergessen...

--"The Truth Is Out There"--