Arbeitstitel: XXX, Final Step
Author: mysty_msr
Keywords: MSR!!! Seperation
Spoilers: no special one, but – of course – it’s quiet good to have at least heard from them
Comments: no comment! OK, maybe a small one. I was wishing to do something, or better to write something down. But I had no real inspiration. And that drove me crazy. But after nearly three hours of thinking and thinking and thinking this stuff came up to me.
Disclaimers: yep, I know they are not mine bla, bla, bla (all, but: those that you didn’t know yet)






Final step


Tampa, Mainstreet 2, Ap. 7c; 20.48 Uhr
Seit nun mehr oder auch weniger zweieinhalb Jahren war sie allein. Eher mehr als weniger. Aber alles hat nun mal ein Ende, dachte Sue leise bei sich. Und wenn selbst Tiffy ihn so umwerfend findet. Dann kann da ja gar nichts schiefgehen. Aber was genau wusste sie denn von ihm? Tja, das war wirklich nicht viel. Tiffy würde jetzt wohl sagen, er sieht doch gut aus, was willst du mehr? Aber sie war ja nun mal nicht hier. Außerdem war Josh wirklich lieb. Und so, so zuvorkommend. So verständnisvoll. OK, sie war nun wirklich nicht häßlich. Nein ganz im Gegenteil, sie ist sogar ausgesprochen hübsch. Aber in den letzten zweieinhalb Jahren, hatte ihr das recht wenig genützt. Aber so einer wie Josh, der könnte doch jede x – beliebige haben. Warum also sie? Es hat eben noch niemand wirklich deine Schönheit zur Kenntnis genommen. Das waren genau die Worte, die Josh immer auf diese Frage antwortete. Aber sie sollte sich jetzt besser beeilen. Sie muss sich doch noch umziehen. Denn Josh hatte ihr doch extra für diesen Abend dieses sauteure smaragtgrüne Abendkleid geschenkt. Es war wunderschön! Hauteng geschnitten, schulterfrei und knöchellang. Einfach bezaubernd. Es betonte vor allem ihre schönen Haare und die Augen. Das Essen war auch schon soweit fertig. Die Kerzen standen geordnet auf dem Wohnzimmertisch. Und die langsame Musik war auch schon im CD – Player. Für alle Fälle, dachte sie schmunzelnd bei sich. Es sollte alles ganz perfekt sein. Diese Vollkommenheit wurde mit der wilden Orchidee, welche auch von Josh war, noch mehr betont. Das fehlende i – Tüpfelchen, sozusagen. Sie wurde von Sue gleich auf die Kommode, neben der Schlafzimmertür gestellt. Dann hatte sie sich auch schon umgezogen. Ungeduldig schaute sie auf ihre Uhr. Noch sieben Minuten bis zur verabredeten Zeit. Noch ein letzter prüfender Blick in den Spiegel. Sie hätte stundenlang Selbstkritik üben können, da ihr aber nur noch wenige Minuten blieben hat sie sich nur noch mal schnell die Nase gepudert. Auch wenn das von ihr aus nicht genug war, so war ihr Gewissen doch fürs erste beruhigt.
Dann riß die Türklingel ihres Apartments sie aus ihren Gedanken. Gott, war sie aufgeregt. Es soll alles perfekt sein. Heute Nacht. Josh trat herein. Sue war überglücklich, sie war wirklich bis über beide Ohren in ihn verknallt.
 
Knapp fünf Stunden später.
Tiffy fand sich ja selbst unmöglich, aber ihre verdammte Neugier brachte sie noch mal um. Sie musst Sue anrufen, um nach den Stand der Dinge zu fragen. Sue wird’s mir nie verzeihen, dachte sie. Aber Sue hatte sich einen lieben Freund wirklich mehr als verdient. Sie wählte... "Detektive Mantle?" "Ohh, bin denn da nicht bei Harps? Sue Harps?" Sollte sie sich denn wirklich verwählt haben? Bei der Nummer, die sie seit so langer Zeit schon wählte? Unmöglich! "Doch, Ma´am, das sind Sie, wie kann ich Ihnen weiterhelfen?" "Ja was soll denn das für eine Frage sein, ich hätte mal gerne mit meiner besten Freundin gesprochen!" "Sind Sie Mrs. Tiffanie Courley?" "Ja" "Mrs. Courley, wir müssen Ihnen leider eine schreckliche Nachricht übermitteln. Es geht dabei um Ihre Freundin Sue..." "Wie? Was soll das heißen!?!" "Sie, sie... ist ermordet worden. Vor naja sagen wir einer dreiviertel Stunde. Aber ich möchte Ihnen das nicht alles am Telefon erzählen. Es wäre nett, wenn Sie heute Nachmittag zu mir in die Polizeizentrale kommen könnten. Geht das?" "Sicher." "Gehen Sie schlafen."
 
Eine Woche später, FBI Hauptquartier.
"Da sind Sie ja endlich, ich verhungere!" "Jaja, und wenn Sie dann mal vor Hunger qualvoll sterben, Scully, dann ist natürlich kein geringerer schuld als ich." Dann mussten Beide lachen. Nach nahezu fast sieben Jahren schaffte er es immer noch sie zum Lachen zu bringen. "Hier, wie immer." "Daaankeschööön, Fox!" > Was war denn nun los?!? Fox? Wieso denn auf einmal Fox?< Wieder mussten Beide lachen. Es war einfach nur toll, so wie sie sich verstanden. Es könnte eigentlich gar nicht besser laufen. Der Fall, an den sie beide gerade arbeiteten, war ein Klacks. Nichts weiter. Nur Routine. Ein paar Zeugen hier, ein paar Beweise dort, und schon lässt sich das Puzzle zusammensetzten. Es war so einfach. Eine eifersüchtige Hausfrau, Mutter von zwei Kindern, meinte ihren Mann mal so um die Ecke zu bringen, weil er sie seit Anbeginn der Ehe betrug. Da sie als kleines Mädchen schon unter leichten Schlafstörungen litt, versuchte sie nun dies als Post – traumatisches Ereignis abzustempeln. Doch dass ihre Schlafstörungen schon im Alter von 13 Jahren behandelt wurden, hatte sie anscheinend vergessen. Also war dieser Fall so gut wie abgeschlossen. "Wenn Sie mich noch einmal Fox nennen, dann kommen meine Schlafstörungen, und dann...dann garantiere ich für nichts mehr." Witzelte er. Dann warf sie ihren Apfel nach ihm. Dabei merkten sie nicht, wie Skinner das Büro betrat. >Gott wie peinlich<. "Sir?" "Entschuldigung, ich, ehrm, ich wollte Sie beide nicht bei ihrer Mittagspause stören." "Was gibt’s denn so dringendes?" "Ich möchte, dass Agent Scully in einer anderen Abteilung bei einen anderen Fall hilft. Ich weiß, das kommt sehr plötzlich, aber es ist nur für diesen Fall. Wir brauchen Ihre Ambitionen als Medizinerin." "Ich... ja wann...jetzt?" "Morgen früh findet die erste Besprechung statt. Bitte sein Sie pünktlich, nicht wie Agent Mulder das zu tun pflegt." Dann war er auch schon weg. Stille, nichts als endlos scheinende Stille. >wieso soll sie denn nun weg von mir? Und wieso lässt sie es zu?< "Hören Sie..." "Nein!" befahl er. "Nein sagen Sie lieber nichts" "Was hätte ich denn Ihrer Meinung nach darauf antworten sollen? Oh nein Sir, Fälle, die nichts mit Aliens zu tun haben interessieren mich nicht?!?" >Du darfst nicht gehen< "Mulder, es ist doch nur für einen Fall. Mein Gott, wir werden es schon überleben" >Ja, du vielleicht, und ich?< Traurig schaute er zu ihr hoch. "Na kommen Sie schon! Ich werde mir für den Rest des Tages frei nehmen. Wir hören voneinander. Ich ruf Sie auch jeden Tag an, um mir Ihre Theorien anzuhören, und um sie Ihnen dann wieder auszureden." "Grüßen Sie mich auch noch, wenn wir uns auf dem Flur treffen? Oder bin ich Ihnen dann zu spooky?" "Nun hören sie aber auf!" grinste sie ihn an. Sie nahm seinen Kopf zwischen ihren Händen, strich ihm über seine Wangen und blickte in seine treuen Augen. >Scully, ich möchte dir von meinem Traum erzählen! Du darfst nicht gehen! Bitte! Das wird nicht gutgehen!< Sie war den Tränen nahe, deshalb küsste sie schnell seine Stirn und machte sich auf den Weg nach draußen. Dann war sie weg. Es tat ihm unendlich weh, dass er ihr nichts von seinem Traum erzählt hatte. Vielleicht hätte sie ja auf ihn gehört? Er wollte sie aufhalten, sie festhalten, doch er konnte nicht. Er war einfach zu feige.

Noch am selben Tag, aber viel viel später, am Abend irgendwo in Washington
"Sir, es tut mir leid, aber das ist das einzige Zimmer, das wir noch haben" "Na schön, dann muss ich eben damit vorlieb nehmen. Gute Nacht!" Josh war sich seiner ziemlich sicher. Hier in Washington würde er sein nächstes Opfer finden. Durch seine geschulten Kenntnisse in der Informatik Branche, war es ihm möglich in den Computer des Einwohnermeldeamt einzudringen. Mit Hilfe der Personalausweisnummer, konnte er sich sein Opfer auch ansehen. Für gewöhnlich dauerte es nicht lange, bis er ein passendes Opfer gefunden hatte. Aber dies war Washington! Hier gibt es Tausende und Abertausende Frauen, auf die sein Bild der vollkommenen Schönheit paßten. Sie soll schönes Haar haben, und eine gute Figur. Auch die Farbe der Augen war sehr wichtig. Er notierte sich drei Namen, die er für recht angemessen hielt. Er notierte: Nummer eins Dana Red, Nummer zwei Dana Shuemaker und Nummer drei Dana Orlean. Und morgen würde er sich auf den Weg machen. Er würde die Passende ganz bestimmt finden. Dann würde sein Werk vollendet sein.

4.42 Uhr
Scully wachte auf. Sie schaute auf die Digitalanzeige ihres Weckers. Wieso war sie jetzt schon wach? Dann wusste sie es. Ein Klopfen an der Tür. Es war zwar leise, aber es war da. Langsam kapierte sie was überhaupt los war. Sie stand auf und ging auf die Tür zu. Sie schaute durch den Spion und sah direkt auf Mulder. "Mulder... Was ist los? Warum sind Sie..." "Scully, ich wollte Sie nicht aufwecken." "Das haben Sie nicht. Los kommen Sie rein, oder wollen Sie die ganze Nacht auf meinem Flur verbringen? Wollen Sie auch einen Tee?" "Gern!" antwortete er und trat ein, während er leise die Tür hinter sich schloß. Dann ging er Richtung Couch und wartete auf Scully. Sie zog sich, während der Tee noch seine Zeit dauerte, schnell einen Bademantel über, denn sie fröstelte etwas. "Also was ist los mit Ihnen?" schlenderte sie langsam auf ihn zu mit zwei Tassen in den Händen. "Ich wollte Sie wirklich nicht stören. Wenn ich es tu, dann sagen Sie es mir." "Mulder, es macht mir nichts. Wirklich!" "Scully, ich möchte das Sie wissen ,dass ich ein ungutes Gefühl bei der Sache hab. Wissen Sie, seit ungefähr einer Woche habe ich einen Traum. Einen seltsamen Traum." Sie nippte an ihrer Tasse, dann stellte sie sie ab. "Mulder, wenn es wegen des Falls ist. Ich meine," "Nein, ich glaube ich habe einfach nur Angst. Angst um Sie, Scully. Im Traum, da, ich" Sie nahm seine Hand "Ich will es gar nicht wissen Mulder. Sehen Sie ich kann auf mich aufpassen. Auch ohne Sie." >auch ohne mich? Willst du denn weg von mir?< Er schaute weg. Er konnte sie nicht ansehen. Sie kam näher, umfaßte seine Schulterblätter und fing an sie zu massieren. Es war schön sie so dicht bei ihm zu spüren. Auch sie fühlte sich sicher, nun, dass er bei ihr war. Er war extra gekommen. Um diese Zeit. Um ihr von seinem Traum zu erzählen. Sie hatten noch nie so über ihre Träume und Visionen gesprochen. "Ich werde wieder zurück kommen" flüsterte sie in sein Ohr. "Versprochen" grinste sie nun leise und schmiegte sich ganz dicht an seinen Rücken. Er roch gut. Sie hatte ihn noch nie so wahrgenommen... Jetzt stelle auch er seine Tasse auf den Tisch und umklammerte fest ihre Arme. Er wollte sie am liebsten nie wieder los lassen. Doch das konnte er ihr nicht sagen. Er versuchte sich vorsichtig aus ihrer Umarmung zu befreien, denn er bemerkte, dass sie eingeschlafen war. Behutsam zog er sie zu sich auf seine Brust. Strich ihr das Haar aus dem Gesicht und legte die Decke über ihren Körper. Er merkte wie sie zitterte. Er umklammerte sie noch fester, wollte sie auf diese Weise wärmen. Und es schien tatsächlich zu klappen. Eng umschlungen schliefen sie beide auf der Couch ein. Und auch Mulders Traum schien sich, für diese Nacht zumindest, verabschiedet zu haben, denn er war bei ihr und er brauchte sich um Scully keine Sorgen zu machen.

7.12 Uhr
Er war schon wach. >Ich muss mich beeilen. Es gibt noch viel zu tun.< Binnen einer viertel Stunde war er geduscht und angezogen. Er suchte noch schnell nach den drei Adressen und verließ letztendlich das Zimmer. Um die Ecke gab es einen Bäcker, wo er sich vier Brötchen zum Frühstück kaufte. Er setzte sich nicht auf einen der vielen Stühle. Nein, dazu war keine Zeit. Dann machte er sich auf den Weg. >Dana wartet bestimmt schon auf mich< Er grinste.


7.23 Uhr
Ein vertrautes Geräusch riß Scully aus ihren Träumen. Der Wecker, natürlich. Der stand noch im Schlafzimmer. Dann stand sie langsam auf, um Mulder nicht zu wecken. Sie rannte schnell ins Schlafzimmer um den nervenraubenden Wecker endlich auszuschalten. Sie duschte sich und zog ihr dunkelblaues Kostüm über. Sie hatte es sich schon gestern rausgesucht. Frühstücken könne sie ja noch später. Außerdem wollte sie Mulder auf keinen Fall wach machen. >Du hast es gut.< Wenn er schlief sah er aus wie ein kleines unschuldiges Kind. Er brauchte erst halb neun bei der Arbeit anzutanzen. Sie kniete sich noch ein letztes Mal neben die Couch und sah ihn an. Sie sah ihn einfach nur an. Dann nahm sie die Decke und deckte ihm bis zum Hals damit zu. Ein letztes Mal küsste sie ihn auf die Wange und verließ schließlich ihr Appartement.
Als sich die Tür schloß, machte Mulder die Augen auf. Er war bereits wach, als der Wecker geklingelt hatte. Doch er wollte nichts unternehmen, was sie trennte. Also tat er, als ob er schlief. Nun machte auch er sich auf den Weg zur Dusche.
 
8.00 Uhr
Alle waren endlich da. Agent Skinner hielt nichts von langen Reden, also faßte er sich kurz. Kurz war die Vorstellung der Agenten und ebenso kurz war auch die Vorstellung des Falls. Scullys "neuer" Partner war Agent Tislow. Der Fall, um es in Skinners kurzen Wortwahl auszudrücken, handelte von einem Psychopathen, der bereits drei Frauen getötet hatte. Letztes Opfer war Sue Harps. Das Motiv war noch unbekannt. Aber die Vorgehensweise war bis ins kleinste Detail publik, jedenfalls in der Akte. Alles waren hübsche junge Frauen, alles Singles. Sie standen in keinerlei Verbindung zueinander. Er verführte seine Opfer immer in deren Wohnung. Er spielte mit ihnen. Zuerst aßen sie alle zu Abendbrot dann zeigte er sein wahres Gesicht und legte allen Fesseln an. Er fesselte sie ans Bett. Schließlich machte er sich einen Spaß daraus sie zu vergewaltigen, um sie dann mitten im Liebesakt mit den bloßen Händen zu erwürgen. >Wie schrecklich< dachte Scully. Aber das war nun der Fall, bei dem Mulder ihr nicht zur Seite stehen würde. Sie würde auch ohne ihn Josh Kass finden müssen.
Sie machte sich auf den Weg ins Krankenhaus. Denn Skinner hatte ihr die Autopsie von Sue Harps ans Herz gelegt.
 
Zur selben Zeit
Mulder war nun auch endlich fertig und machte sich auf den Weg nach draußen. Er wusste, er würde zu spät kommen. Aber es war ihm egal. Schließlich war ja niemand da, der ihn in seinem Büro erwartete. Er zog die Wohnungsntür von Scullys Appartement zu. Dann schreckte er auf. "Oh, guten Morgen. Wir sind jetzt wohl Nachbarn." Kam ihm eine junge Frau ,mit einem vollen Karton in der Hand, entgegen. "Entschuldigen Sie vielmals, mein Name ist Dana Orlean. Ich ziehe hier gleich neben Ihnen ein!" "Ach ja. Ja genau. Das Apartment ist ja frei. Und... erm ich wohne nicht hier, sondern...meine" "Freundin? Sie können es ruhig sagen" grinste sie. "Ohh nein! Nein nein. Nicht Freundin oder dergleichen. Eine Arbeitskollegin. Nur eine Arbeitskollegin. Entschuldigen Sie mich." Und schon war er weg. >scheint ja ganz nett zu sein der Kerl. Ein bißchen komisch, aber nett<
 
>Freundin< Am liebsten hätte er sie in den Glauben gelassen. Aber das konnte er nicht tun. Sie hätte es doch Scully gesagt. So sind Frauen eben! Aber dieser Gedanke gefiel ihm. Er gefiel ihm sehr.
Er fasste sich an die Schläfen. Kopfschmerzen. Er hoffte, dass sie bald verschwinden würden.
 
 
 
8.15 Uhr
Josh hatte Glück. Als er vor Dana Reds Haus stand, welches er auf Anhieb gefunden hatte, kam sie auch schon heraus. Er würde sie von nun an so lange beobachten, bis er alles über sie in Erfahrung gebracht hat, was er für wissenswert hielt. Es könnte Tage dauern, oder auch Wochen. Aber das war egal. Bei dem letzten Mädchen sollte erst recht alles perfekt sein. Er folgte ihr die Straße entlang. Bis zu der Kneipe, in der sie als Angestellte arbeitete. Sie sah gut aus. Genau so hatte er sie sich vorgestellt. Auch er betrat die kleine verqualmte Kneipe. Er setzt sich an den Tisch in der Ecke. Er schaute sie die ganze Zeit an. Nein, er starrte sie an. Aber sie bemerkte es nicht. Er sah alles, jedes Gespräch, jede Bewegung und jedes Lächeln. Und noch schlimmer: er sah sie lachen. Er haßte sie dafür. Er kochte förmlich. Er war sich sicher. Die Suche ist vorbei.
Das dachte er zumindest. Denn schon im nächsten Augenblick kam ein junger gut aussehender Mann durch die weinrot gestrichene Kneipentür. Er ging direkt auf Dana zu, und Joshs Befürchtungen traten in genau diesem Augenblick ein. >Danas Freund.< Mit einer weißen Rose in der Hand wollte er Dana an diesem Tag überraschen. Es schien ihm zu gelingen. Josh beobachtete nur noch, wie die Beiden sich umarmten und wieder lachten. Dann war er auch schon verschwunden.
>es bringt keinem was, wenn sie in einer Beziehung sind< Also strich er Dana Red von seiner Liste. 2 waren ja noch übrig.
Mrs. Red war sich in diesem Moment nicht bewußt, dass ihr Bruder, der zufällig in der Stadt war und sie überraschen wollte, ihr Leben gerettet hatte.
 
9.48 Uhr; Leichenhalle
Scully machte sich an die Autopsie. Eigentlich war das alles hier gar nicht so schlimm wie sie es sich vorgestellt hatte. Es war alles ganz normal. Naja, mal abgesehen davon, dass da eine Leiche vor ihr lag. Aber auch dies war schon zur Normalität geworden. Die tote Frau, Sue Harps, war ein noch sehr junges Opfer, wie Scully fand. Und auch sehr hübsch. >Wirklich schade um sie.<
Auch ihr neuer Partner, Agent Tislow, schien ja eigentlich ganz nett zu sein. Sie hatte auf jeden Fall eine andere Einstellung Tislows ihr gegenüber erwartet. Denn seit sie mit Mulder zusammenarbeitet, waren sie und ihr Image ganz schön in den Keller gesunken. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mulder. >was er wohl jetzt gerade macht?< Aber Tislow verhielt sich fair und respektvoll ihr gegenüber. Und das gefiel ihr natürlich auch. >Na mal sehen, ob er sich auch in Extremsituationen korrekt verhalten kann.<
Die Autopsie ergab keine wesentlich wichtigen Fakten. Das Opfer wurde weder mit Tabletten betäubt, noch gab es Anzeichen von Mißhandlungen. Sie wurde vergewaltigt, dass war klar. Und das schien ihr ganz bestimmt nicht zu gefallen haben. Und dann die Blutergüsse am Hals. >Wie kann man Jemanden nur mit den bloßen Händen erwürgen!< Es sah wirklich schlimm aus. Und auch die mittelgroßen Hautabschürfungen an den Händen bestätigten die Theorie der gefesselten Hände. >Na das war ja wieder ein toller Einstieg in den Tag!<
 
15.12 Uhr
Enttäuscht und auch etwas wütend saß Josh auf seinen Hotelzimmer und hämmerte wie ein wilder auf seine Tastatur ein. Dann Stille. Und der Computer spuckte die Adresse von Dana Shuemaker aus. >Na endlich!<
Dann machte er sich auch schon auf den Weg. Diesmal war es ein weiterer Weg bis zu ihrer Wohnung. Aber sie würde wahrscheinlich eh nicht zu Hause sein.
 
21.03 Uhr
Endlich war Scully zu Hause. Solch lange Tage auf Arbeit war sie zwar gewöhnt, aber irgend etwas war anders! Mulder! Sie erinnerte sich an ihr Versprechen, ihn jeden Abend anzurufen. Das würde sie auch gleich tun. Aber erst müsse sie sich duschen gehen.
 
21.19 Uhr
Josh fror gewaltig. Nun stand er schon den ganzen Nachmittag vor dem Mietshaus und noch weit und breit keine Dana Shuemaker in Sicht. Hatte er sich denn im Haus verfehlt? Er schaute zum elften Mal auf seinen Zettel. Nein, hatte er nicht. Also wartete er weiter.

21.20 Uhr
Scully zog sich schnell ein paar gemütliche Sachen über. Sie war froh endlich aus dem Kostüm raus zu sein. Dann ging sie Richtung Telefon und wählte dann schnell eine bekannte Nummer. "Mulder." Meldete sich eine Stimme am anderen Ende der Leitung. "Hey Mulder ich bin’s!" "Ach! Leben Sie auch noch?" fragte er trocken. "Nun haben Sie sich nicht so! Wie war Ihr Tag?" Aber bevor er antworten konnte sprudelten auch schon ihre gesamten Erkenntnisse über den heutigen Tag aus ihr heraus. Sie erzählte alles. Ganz detailliert. "...und mein Partner heißt Agent Tislow. Er scheint ganz nett zu sein." >also wohl das Gegenteil von mir, oder was?< Als sie erzählte bemerkte sie erst, dass sie die ganze Zeit über geredet hat und Mulder noch gar nicht zu Wort kam. "...und Sie?" "Ach nichts besonderes." "Gar nichts? Der Fall war doch schon so gut wie abgeschlossen." "Ja, ist er ja auch" "Ja haben Sie ihn abgeschlossen?" "Noch nicht ganz." "Mulder, fehlt Ihnen was? Sie hören sich so...anders an!" "Nein, alles ok." "Wissen Sie was? Ich werde mal zu Ihnen fahren und Sie ein bißchen aufmuntern. Na? Was halten Sie davon?" "Gar nichts, es geht mir gut!" hatte er nur als Antwort für sie. "Bin in 20 Minuten bei Ihnen." Dann legte sie auch schon auf, bevor er noch etwas erwidern konnte. >Wieso verhält er sich denn so?< Sie griff nach ihren Autoschlüsseln und ging aus dem Appartement.
 
21.23 Uhr
Endlich schien sein Warten ein Ende zu haben. Als er eine kleine Gruppe junger Frauen um die Ecke biegen sah, begannen seine Augen zu funkeln. Doch er konnte sie noch nicht sehen. Er hörte sie nur ihren Namen rufen. Sie schien in der Mitte zu gehen. Er hatte sie noch nicht gesehen. Sie lachten. Josh würde noch verrückt werden, wenn er sie nicht endlich zu Gesicht bekommen würde. Dann hatte er Alle im Blick. Die, die er zuvor nicht sehen konnte, sagte nun: "Also dann bis morgen Dana!" >Hä??? Wer ist denn nun Dana?< Dann löste sich die Gruppe auf, und alle verabschiedeten sich von Dana. Wer zurück blieb, war nun also die echte Dana. Josh zückte einen Stift und strich auch diese Dana von seiner Liste. >Na toll, jetzt warte ich hier den ganzen Tag in der Kälte, und dann...das!< Enttäuscht machte er sich auf den Weg zum Hotel. Gleich zwei Enttäuschungen an einem Tag! Das kann doch einfach nicht wahr sein. Beide entsprachen nicht seinem Wunschbild. Dana Red war in einer Beziehung, dachte er zumindest, und Mrs. Shuemaker war, naja, zu voluminös. >So sieht meine Dana nicht aus! Nicht meine Dana!<
 
21.45 Uhr
Scully klopfte an Mulders Tür. Erst etwas leiser, da es schon ziemlich spät war, doch dann lauter, da Mulder sie nicht zu hören schien. Oder wollte er sie nicht hören? Aber er würde sie doch in sein Appartement lassen, jetzt da sie schon mal hier war? Fragen über Fragen schossen ihr durch den Kopf, als Mulder seine Tür noch nicht öffnen wollte. >was war denn bloß los? So hat er sich doch sonst nicht verhalten!< Dann fiel ihr wieder ein, sie habe ja einen eigenen Schlüssel für seine Wohnung. Es könnte ihm ja auch etwas zugestoßen sein. Und es ist ihm peinlich zuzugeben, dass er ihre Hilfe braucht. Das würde jedenfalls sein merkwürdiges Verhalten erklären und warum er sich in Gottes Namen so verdammt unfair verhielt. Was könne sie denn dafür? Oder war es doch ein ganz anderen Grund? Was bedrückte ihn wirklich? >Vielleicht wollte er mich nicht sehen, weil...< Dann ging die Tür auf und Mulder stand in seinem weißen T – Shirt und einer blauen Jeans vor ihr. Seine Augen waren geschwollen, so, als hätte er geweint. Sein ganzes Gesicht war klatschnaß und er hielt sich am Kopf fest. "Mein Gott Mulder, was ist denn los? Geht es Ihnen nicht gut?" Mit einer routineartigen Handbewegung tastete sie seine Stirn ab. Und nach ihrer Deutung nach zu urteilen, war das Fieber. Nicht mehr und nicht weniger. Abweisend zog er seinen Kopf zurück, um sich aus ihrer Berührung zu befreien.
 
Zur gleichen Zeit
Mein Gott, war Josh sauer. >Das kann doch einfach nicht wahr sein! Wieso passiert mir so etwas immer? Ausgerechnet mir? Habe ich nicht schon genug durchgemacht?!?< Nein, so konnte er den Tag nicht ausklinken lassen. Er musste es tun. Er musste nun auch noch die dritte Dana von seiner Liste besuchen. Es ging gar nicht anders! Wie hätte er denn sonst schlafen sollen?!? Also machte er sich auf den Weg zu Dana Orlean. Inständig hoffte er, dass wenigstens diese Frau passen würde. >alle guten Dinge sind drei< versuchte er sich einzureden. Dann ging er auch schon.
 
21.51 Uhr
Mulders Appartement
"Mulder, Sie glühen ja förmlich. Ich hole Ihnen einen kalten Lappen" Und schon war sie auf dem Weg zum Bad. Als sie wiederkam, hatte er sich bereits auf die Couch gelegt. Seine Augen waren geschlossen. Er tat ihr so Leid. Was sollte sie machen? Vielleicht wäre es sogar besser, wenn sie heute Nacht bei ihm bleiben würde. Außerdem verspürte sie das dringende Bedürfnis mit ihm zu reden. Denn irgendwas hatte er doch. Auch wenn er sich die größten Mühen gab er zu unterdrücken, so gab es da etwas, was ihn bedrückte und weswegen er auch sauer war. Nur, war er sauer auf SIE? Seine Augen öffneten sich schlagartig, als er den kalten nassen Lappen auf seiner Stirn verspürte. "Scully, ich will nicht, dass Sie das hier tun. Gehen Sie!" "Ich kann Sie doch nicht in diesem Zustand alleine lassen." "Wieso nicht?!? Das ist es doch, was Sie so gut können!" Sie konnte nicht fassen, was er da eben gerade zu ihr gesagt hatte. "Wie bitte?" Das war es also? War er deswegen so schlecht gelaunt ihr gegenüber? "Sie haben mich schon verstanden." Sie wollte nun den Lappen wieder erfrischen, doch er stieß sie mit einer ruckartigen Bewegung, schon fast auf brutaler Weise von sich. "Mulder, ich versteh das alles hier nicht. Wieso... Ich meine weswegen behandeln Sie mich so?" "Ach tun Sie doch nicht so! Sie wissen doch ganz genau worum es geht!" Er versuchte sich aufzurichten, aber er war zu schwach. Scully wollte ihm aufhelfen, doch nur ein schroffes `lassen Sie mich in Ruhe` bekam sie als Gegenzug von ihm.
 
Etwas später
Nun war Josh wirklich kurz vorm Durchdrehen. Was war denn bloß los mit dieser gottverdammten Welt? Der Grund für seine Verbittertheit lag simpel auf der Hand. Seine dritte Kandidatin war mitten in den Umzugsarbeiten. Enttäuscht drehte er sich um und wollte zurück zu seinem Hotelzimmer, als ein Möbelwagen vor dem Doppelhaus hielt. Dann war da wieder ein Funkeln in seinen Augen. Er versteckte sich im vorderen Teil des Lkws und wartete so lange, bis der Fahrer mit seinem Kollegen die restlichen Möbelstücke auflud. Dann fuhr er endlich los. Er hielt vor einem schönen Haus. Es war ein Mehrfamilienhaus. >Oh, hat unsere kleine Dana sparen wollen?< Aber es war nett anzusehen.
 
22.07 Uhr
Mulders Appartement
"Wenn es Sie schon von Anfang an gestört hat, warum haben Sie denn nichts gesagt, als Skinner in unser Büro kam?" "Sie sind ja witzig. Wirklich witzig Scully. Sollte ich vor unseren Vorgesetzten sagen, dass ich mit dieser Sache nicht ganz einverstanden bin?" "Mein Gott Mulder, wo ist denn eigentlich Ihr Problem? Sie haben schon so oft ohne meine Hilfe auskommen müssen." "Ach ja? Da war aber auch kein Agent Tislow im Spiel!" Stille. Nichts als Stille. "Das ist es also." flüsterte sie. Schweiß lief ihm über die Stirn. Er konnte ihr nicht mehr in die Augen sehen. Dann schaute auch sie zu Boden. "Ja, genau das ist es. Also gehen Sie endlich. Gehen Sie zu ihrem neuen Fall und zu...zu diesem Tislow!" schrie er sie förmlich an. "Es ist also alles meine Schuld?!?" ""So sieht’s wohl aus" "Schön, fein, dann ist ja alles geklärt!" Sie war wütend. Richtig wütend. Aber auch traurig. Traurig über das, was an diesem Abend passiert war. "Machen Sie doch was Sie wollen. Und denken Sie was Sie wollen." Dann ging sie enttäuscht. Mulder lag noch immer auf der Couch. Er konnte nicht fassen, was sich da eben abgespielt hatte. Es tat ihm Leid. Unendlich Leid. >Nein Scully, geh nicht weg von mir, ich hab’s doch nicht so gemeint< Er konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Und dann diese Kopfschmerzen.
Auch Scully hatte Tränen in den Augen. >Wie konnte er nur so...so eifersüchtig sein. So kenne ich ihn ja gar nicht< Sie fuhr mit schwerem Atem nach Hause.
 
10 Minuten später
Josh war mittlerweile im Haus. Er hatte auch schon herausgefunden, wo Mrs. Orleans wohnt. Dann sah er sie. Er hatte sie gefunden. Er sah sie, wie sie mit den Möbelmännern sprach. Dann gingen die Möbelmänner. Gerade, als sie den Fahrstuhl betreten wollten, kam ihnen Scully entgegen. Sie ging schnell zur Seite, um ihnen Platz zu machen. Als der dritte Mann den anderen beiden nicht folgen wollte ging sie einfach weiter. Josh stand wie angewurzelt da. Er sah sie einfach nur an, doch sie hatte ihn nicht einmal wirklich registriert. Dann erst bemerkte Scully den Tumult auf den Flur. Da trat ihr auch schon Mrs. Orleans entgegen. "Oh. Guten Abend. Sie müssen Mrs. Scully sein. Mein Name ist Dana Orleans und ich wohne ab jetzt gleich neben Ihnen." "Angenehm. Ich heiße auch Dana. Dana Scully." "Wir können uns ja mal an einem Abend treffen." "Sicher können wir das." "Ich hab heute morgen schon Ihren Freund erm Partner kennen gelernt. Wirklich nett." "Ja, das ist er." versuchte sie möglichst neutral zu sagen. "Wohnen Sie hier allein?" wollte Mrs. Orleans wissen. "Ja. Ja das tu ich. Entschuldigen Sie mich, aber ich bin schrecklich müde. Gute Nacht." "Nacht" Dann gingen beide in ihr jeweiliges Appartement. >Wirklich nett<
Josh stand immer noch wie angewurzelt neben dem Fahrstuhl. Dann betrat er ihn, um auch wieder zurück zu seinem Hotel zu gelangen. Kann das denn wirklich wahr gewesen sein? Nach einem Tag voller Enttäuschungen? Und jetzt das? Scheiß auf Dana Orleans. Die war von nun an Geschichte. Dana Scully war es jetzt, der er seine ganze Aufmerksamkeit schenken würde. Er ging schneller. Denn er musste sich noch um die Blume kümmern. Bis morgen früh musste dies erledigt sein. Dann hatte er noch mehr zu erledigen...
 
Am nächsten Morgen
Der Wecker schrillte und tat sein Werk. Scully wurde langsam wach. Es war ihr so, als ob sie erst vor zwei Stunden eingeschlafen war. Sie dachte die ganze Zeit nur an gestern Abend. Am liebsten hätte sie sich zurück in ihr warmes Kissen gelegt und hätte den ganzen Tag lang geweint. Wegen Mulder. Es tat ihr weh. Er hatte ihr weh getan. Er meinte, es sei ihre Schuld. Hatte er etwa Recht? Doch sie wollte nicht ununterbrochen an ihn denken, obwohl es schwierig war. Sie ging sich duschen und suchte sich dann ein frisches Kostüm aus ihrem Schrank. Was er jetzt wohl gerade macht? Heute hatte sie etwas mehr Zeit. Also konnte sie noch Frühstück zu sich nehmen. Dann war sie fertig und ging aus der Tür. Sie wäre doch glatt gestolpert, hätte sie nicht noch einen prüfenden Blick auf ihre Schuhe verloren. Lag dort tatsächlich eine Blume vor ihrer Türschwelle? Langsam ging sie in die Hocke und hob die weiße Orchidee auf. Sie war wunderschön. Dann entdeckte sie die Karte und faltete sie auf. Sie war mit dem Computer geschrieben, was sie ein wenig verwunderte. Sie dachte aber nicht weiter darüber nach. Die Worte waren ja auch wichtiger. `Sie sind es, Dana, die ich gesucht habe M.` Konnte das denn wahr sein? Mulder? Sie lächelte und stellte die Pflanze schnell in eine Vase. Dann machte sie sich auf den Weg zur Arbeit.
 
9.38 Uhr
FBI
Eine gut gelaunte Scully stand nun vor Agent Tislow. "Agent Scully, es scheint sich was Neues ergeben zu haben. In fünf Minuten ist Besprechung." "Klar" Fünf Minuten, schoß es ihr noch mal durch den Kopf. Sie konnte nicht aufhören an das morgendliche Geschenk zu denken. Sie war sich sicher, dass es von Mulder war. So eine Art Versöhnung halt. Wieder huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Dann beschloss sie ihm eine Nachricht per Email zu schreiben. Also setzt sie sich an den nächsten Computer und dankte Mulder für diese Geste, in der Hoffnung, dass sich ihr alberner Streit wieder einrenken würde.
Dann fing die Besprechung an. Agent Tislow war voll und ganz auf seine Arbeit konzentriert. Zusammen mit ein paar anderen Agents hatte er nun ein Motiv für Josh`s Handeln herausgearbeitet. "Der Schlüssel liegt in seiner Kindheit." fing er an "Er hatte vier Schwestern. Sein Vater hat die Familie schon verlassen, bevor er überhaupt geboren wurde. Er war das jüngste aller fünf Kinder. Keine Brüder. Seine Mutter hatte einen starken Drang der Dominanz gegenüber Männern. Das versuchte sie auch ihren Töchtern zu lehren. Und wo sonst, als bei ihren Bruder, welcher ja viel jünger als sie war und sich nicht wehren konnte, hätten sie dies üben können? So wurde der Josh schon in seinen jungen Jahren von seinen Schwerstern unterdrückt und mißhandelt. Der Haß gegenüber Frauen musste sich in all den Jahren in seinem kranken Hirn gestaut haben. Unfähig sich als Kind gegenüber seinen Schwestern und seiner Mutter zu verteidigen, fraß er statt dessen alles in sich hinein und schmiedete mit der Zeit Rachepläne. Doch alle seiner Schwestern waren auf die schiefe Bahn geraten. Was auch nicht sehr wunderlich ist, bei der Mutter... Traurig, aber wahr. Die Mutter selbst ist an einer Überdosis Heroin Sylvester 1975 gestorben. Auch die Schwestern waren alle drogenabhängig. Sie gingen sogar auf den Strich, um sich das nötige Geld zu besorgen. Die letzte Schwester starb vor sieben Jahren. Die Namen der Schwestern waren Ellen, Kathy, Sue und Dana. Nach diesen Namen mordet er auch. Ein letzter Mord steht also noch bevor. Und er wird an einer Frau mit dem Namen Dana geschehen. Das steht fest. Er geht immer auf die gleiche Weise vor. Er sucht sich Frauen, die zu den Namen passen, und beobachtet sie so lange, bis er sich vollkommen sicher ist. Er ist, was seine Opfer betrifft, sehr wählerisch. Und er geht mit höchster Präzision vor. Alle Frauen waren alleinstehend und kinderlos, in keiner festen Beziehung. Jede der Frauen musste äußerlich zu dem Bild der jeweiligen Schwester passen. Er verführte jede der Frauen in ihren eigenen Appartement oder in deren Wohnung." Mein Gott, dachte Scully, und bemerkte, wie sich ihr Frühstück in ihrem Magen umdrehte. "Sind sie OK?" "Ja, alles in Ordnung." Agent Tislow schenkte ihr also nicht weiter Beachtung und wendete sich gleich wieder den anderen Agents zu. >Hat er denn schon meinen Namen vergessen? Scheint wohl so.< Sie verließ das Büro. Alles was Tislow als Reaktion zeigte war ein kurzer passiver Blick. Nicht mehr und auch nicht weniger. Den Rest des Tages verbrachte Scully damit irgendwelche Akten im Internet über Josh zu suchen. Vielleicht würden ihr die ja weiter helfen. >Hätte Mulder auch so reagiert wie Tislow? Nein, ganz sicher nicht. Mulder würde nicht so einfach meinen Namen vergessen. Er würde sich Sorgen um mich machen. Große Sorgen.<
 
Zur selben Zeit
Am selben Ort, nur ein paar Stockwerke tiefer
Mulder hingegen hatte derweil ganz andere Probleme. Der Fall war endlich abgeschlossen. Falls man das so nenne konnte. Er hatte ihn einfach an die Polizei abgegeben. Es war sein und Scullys Fall. Er spürte nicht das Bedürfnis dem noch weiter nach zu gehen. Nicht ohne Scully. Als schrieb er seinen Abschlußbericht. Das war genug Arbeit für einen Tag. Vor allem, da er eh nur an diesen dummen Streit denken musste. >Wie konnte ich nur ihr die Schuld geben? Und angeschrien hab ich sie auch noch. Ich hatte Scully noch nie so angeschrien. Noch nie. Ich hoffe, ich hab sie nicht endgültig verloren!<
 
 
Am Eingang des Hoover Buildings
>Hier arbeitest du also, Dana< Langsam ging Josh hinter einer Touristen Gruppe hinterher. Er hörte nicht wirklich zu. Denn eigentlich war er auf der Suche nach ihr. Das könnte zwar den ganzen Tag dauern, aber das war ihm egal. Er würde sie schon noch finden. Er wollte einfach noch viel mehr über sie wissen. Josh wusste, dass Touristen nur zu bestimmten Räumlichkeiten Zugang genossen. Deshalb seilte er sich auch nach und nach mehr von der Gruppe ab. Und es schien ihm auch zu gelingen. Unbemerkt schlenderte er durch die langen Korridore. >Ihr seid mir schöne Ermittler. Ihr Deppen merkt ja nicht einmal, dass ihr einen schnappen könnt, wenn er direkt vor eurer Nase steht!< Dann bemerkte er ein leerstehenden Raum. Er ging hinein, und als er den Computer sah, kam ihn eine viel bessere Idee. >Tja, Dana Schätzchen, sieht so aus, als ob ich dich gar nicht mehr suchen brauche!< Hastig tippte er auf den Computer ein. Auch wenn er nicht viel konnte, mit Computern konnte er durchaus umgehen. Er liebte diese Dinger einfach! Sie taten ihm nicht weh und sie gehorchten immer seinen Befehlen. Nach nur sechs Minuten hatte er was er wollte und starrte wie gespannt auf den Bildschirm. Irgend etwas in dieser Art hatte er sich auch schon gedacht. >Soso, Dana, du arbeitest also an meinem Fall! Welch Ehre!< Zufrieden verließ er wieder den Raum und machte sich auf den Weg nach draußen. >Na das kann ja noch richtig spannend werden, mein Schatz! Aber nun werde ich dir erstmal etwas schönes zum Anziehen kaufen. Das wird nach meinen Regeln gespielt und ich hab da auch schon so eine Idee...<
 
Später Nachmittag
Der Tag war gelaufen. Nach Scullys Meinung entpuppte sich Tislow als arrogantes, selbstsüchtiges und erfolgsgeiles Etwas. Das hätte sie nie von ihm erwartet. Sie schloß ihre Tür auf und der angenehme Geruch der Orchidee grub sich in ihre Sinne. Mulder! Schoß es ihr wieder durch den Kopf. Schnell bewegte sie sich auf den Anrufbeantworter zu um eine mögliche Antwort von ihm abzuhören. Aber nichts. Dann klingelte es plötzlich an der Tür. Ihre Augen leuchteten. Doch er war nur ein Kurier, der ein mittelgroßes Päckchen bei ihr ablieferte. Und ehe sie sich versah, war er auch schon wieder weg. Neugierig öffnete sie es. Sie konnte nicht glauben, was sich da vor ihren Augen befand. Ein wunderschönes Kleid. Es war ein Traum von Kleid. Smaragtgrün, hauteng und knöchellang. Einfach genial. Sie fand auch einen weiteren Zettel neben dem Kleid. `Heute Abend. 8 Uhr bei dir. Ich freu mich schon.` Sie war überglücklich und tänzelte ins Badezimmer, um noch ein ausgiebiges Bad zu nehmen.
 
FBI Building
Tislow war mal wieder erfolgreich. Wie immer. Er hatte nun herausgefunden, dass bei jedem der Morde weiße Orchideen und ein smaragtgrünes Abendkleid im Spiel waren. Doch seine ihm zugeteilte Partnerin war schon weg. Aber er wollte es ihr unbedingt noch heute Abend mitteilen, also beschloss er sie anzurufen. Nach drei Versuchen, welche alle vergeblich endeten, gab er schließlich auf. Dann fiel ihm aber noch dieser andere da ein. >Mein Gott, wie hieß er noch gleich? Ahh genau! Mulder.< Er suchte die Telefonnummer und hatte zwar auch hier nicht sonderlich viel Glück, aber immerhin sprang bei Mulder der Anrufbeantworter ein. Er faste sich kurz und bündig. Seine Nachricht an Mulder enthielt lediglich die Fakten und die dringliche Bitte, es Scully so schnell wie nur möglich mitzuteilen.
 
 
Während Scully immer noch ihr Bad genoß, kam auch ihr Partner, Mulder, in seiner Wohnung an. Es war schon spät. Jedenfalls war er normalerweise schon früher zu Hause. Und jetzt war es schon 20 vor Acht. Er schmiß seinen Computer an und bemerkte dabei, dass sein Anrufbeantworter blinkte. Also betätigte er den Abspielknopf während sich das Computerbild vor ihm langsam aufbaute. Die eine Nachricht, die er sich anhören musste, war auch noch von diesem Tislow! Am liebsten hätte er sich die Nachricht ja gar nicht erst angehört, aber es hätte ja auch genau so gut um Scully gehen könne. Aber leider hatte er sich da getäuscht. Denn Tislow benutzte ihn einfach nur als seine Weiterleitung zu Scully. Dann erschien auf seinen Bildschirm auch schon der Hinweis, dass er eine Email bekommen hatte. Rasch las er sie. Dann schossen ihm nur noch wirre Gedanken durch den Kopf. `vielen Dank für die weiße Orchidee?` Hä? Was? Wie? Dann fing er langsam an zu verstehen, dass Scullys Leben in Gefahr sein musste. Das hatte doch alles mit diesem dämlichen Fall zu tun, dachte er wütend. >Wenn Scully irgend etwas zustößt...< Dann rannte er auch schon aus dem Zimmer. Er musste sofort zu ihr. Auf dem Weg zum Auto versuchte er sie noch über Handy zu Hause anzurufen. Doch niemand hob ab. "Scheiße"
Er hoffte, dass es noch nicht zu spät war.
 
 
Zur selben Zeit
Scully war so schnell wie möglich aus der Wanne gehüpft, um das läutende Telefon noch zu erreichen. Doch vergebens. Erschrocken schaute sie auf ihre Uhr. >Oh mein Gott, ich muss mich ja beeilen< Sie schlüpfte in ihr neues Kleid und fing an sich die Haare zu machen. Dann noch etwas Make Up, und ein prüfender Blick in den Spiegel. >Naja, für so wenig Zeit nicht schlecht< Dann fiel ihr erschrocken auf, dass sie ja gar nichts zum Abendessen hatte. Nein, wie peinlich. Aber schließlich hatte sie die Nachricht, die sich im Kleid befand auch erst vor ein oder zwei Stunden erhalten! Mulder würde das schon einsehen.
 
Josh stand jetzt schon vor ihrer Tür. Er wusste, dass Dana nicht ihn erwarten würde. Aber er wusste auch, dass sie jemanden erwarten würde. Und aus genau diesem Grund hat sie sich auch das Kleid angezogen. Alles, was er jetzt tun musste, war so schnell wie möglich zu handeln, sobald sie ihre Tür öffnete. Er nahm also das Weiße Tuch aus seiner Tasche und tränkte es mit einer Flüssigkeit. Er war bereit. Es kann losgehen. Er klopfte.
 
Scullys Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie öffnete die Tür, und sah etwas weißes auf sich zukommen. "Mulder..." "Ist schon gut mein Schatz, es wird bald alles endgültig vorbei sein." Er konnte sie noch gerade so halten, als sie drohte auf dem Boden zu fallen. Bewußtlos lag sie in seinen Armen. Er schloß die Tür. Dann trug er sie durch ihre Wohnung, bis er das Schlafzimmer gefunden hatte. Er legte sie vorsichtig auf das Bett und fing an sie zu fesseln. Erst die Arme und dann die Beine.
 
Mulder war nun schon bis vor Scullys Haus angelangt, da kam er auf die Idee Tislow zu benachrichtigen. Da er die Nummer nicht wusste, rief er beim FBI an und verlangte eine sofortige Einsatztruppe unter Tislows Führung zu Scullys Adresse. Dann rannte er ins Haus.
 
Josh war nun mit dem Fesseln fertig und setzte sich auf die bewußtlose Scully. "Wie perfekt du doch bist. Doch nun ist es Zeit zu büßen!" Er strich mit seiner Hand an ihren Knien entlang, bis zu ihren Oberschenkeln. Er schob das Kleid bei Seite und spürte seine Erregung. Er zog das Kleid bis hoch zu ihrem Bauch. Er küßte ihren Bauch und machte sich an ihren Slip ran. "Gehen Sie sofort von ihr herunter!" befahl ihm eine Stimme hinter ihm. Josh drehte sich um und sah direkt in den Lauf von Mulders gezogener Pistole. "Oh, der große Held. Mulder, nehme ich mal an?!?" "Los! Runter von ihr!" schrie Mulder nochmals. "Oder was? Wollen Sie mich dann erschießen? Wissen Sie, ich hab mich über Sie schlau gemacht! Sie arbeiten mit Dana jetzt schon sieben lange Jahre zusammen. Ich frag mich da ernsthaft, wie Sie das aushalten konnten, ohne sich an ihr zu vergehen. Wissen Sie was ich meine? Hier sehen Sie sich sie an! Sie ist..." "Ich werde Ihnen ihr gottverdammtes Hirn aus dem Schädel pusten, wenn Sie nicht sofort ihre dreckigen Finger von ihr nehmen!" "Eifersüchtig?" Mulder antwortete mit der Entsicherung seiner Handfeuerwaffe. Dann, endlich, kletterte Josh von ihr runter. "Umdrehen!" Mulder hörte draußen Autos halten >Das müssen sie sein<. Er fesselte Josh hinterm Rücken und schob ihn aus dem Zimmer. "Nun gehen Sie schon!" befahl er wieder. Dann rückten auch schon die Agents an. Die Tür stand noch von Mulders Eintreten offen. Tislows Augen blinzelten, als sie Mulders Fang entdeckten. Mulder übergab ihn Josh und hörte nur noch, wie Tislow sagte, dass er sich um den ganzen Papierkram schon kümmern würde. Den Rest von dem, was er von sich gab, waren nur wüste Beschimpfungen, die auf Josh gerichtet waren und überhebliche Befehle, die er den restlichen Agents aufgab. Mulder schloß die Tür. Er wusste nicht, wie er es nun einschätzen sollte, dass Tislow sich nicht einmal über Scullys Zustand informiert hatte. Und obwohl es ein reichlich egoistischer Zug Tislows war, war Mulder doch froh, denn er wusste sich nun Scully sicher. Er ging zurück in das Schlafzimmer, wo sie noch immer regungslos dalag. Er konnte ihre Atmung sehen und auch den gleichmäßig schlagenden Herzschlag verspüren. Er zog das Kleid wieder in seine ursprüngliche Form zurück. >Sie hatte heute Nacht mich erwartet. Nur mich, und keinen anderen< Vorsichtig legte er sich neben ihr auf das Bett. "Hey Scully." flüsterte er ihr ins Ohr. "Komm schon! Mach die Augen auf!" Er küßte ihre Schläfe und streichte zärtlich über ihr Gesicht. Sie zeigte immer noch keinerlei Regung. Langsam fing er an sich Sorgen zu machen. Warum wachte sie denn nicht auf? "Scully! Bitte, ich bin’s Mulder." Dann, auf ein Mal, zuckte sie etwas. Mulder richtete sich nun auf und saß aufrecht neben ihr. Sanft umfaßte er ihre Schultern und rüttelte vorsichtig an ihr. "Dana, wach auf!" dann schlug sie ruckartig ihre Augen auf und er konnte noch immer den Ausdruck von Panik darin erkennen. "Mulder, aber wie..." Er legte seinen Zeigefinger auf ihre Lippen. Sie war den Tränen nahe. "Es ist vorbei, Scully, ich bin hier; bei dir" Bei diesen lieben Worten konnte sie erst recht die Tränen nicht mehr zurückhalten. Und er zog sie zu sich hoch und hielt sie ganz doll fest. Seine linke Hand umfasste ihre Taille und mit der Rechten hielt er ihren Kopf fest an seine Schulter. "Es tut mir alles so Leid Mulder" flüsterte sie mit tränen erstickter Stimme. "Nein Scully, das brauch dir nicht Leid zu tun. Ich war ja so ein verdammter Idiot!" Dann sagte keiner mehr was. "Wie geht es dir denn?" hauchte er in ihr Ohr. Sie löste sich aus seiner Umarmung und sah ihn direkt in die Augen. "Bitte geh nicht weg. Nicht jetzt!" bekam er als Antwort. Und als hätte er gar nichts anderes erwartet, bettete er sie wieder in den Kissen und suchte nach der Bettdecke. Als er sie zu greifen bekam, deckte er sich und Scully zu, und umklammerte sie ganz fest. "Am liebsten, möchte ich dich nie wieder loslassen." "Mhm" kam nur aus ihr heraus, dann fielen ihr voller Erschöpfung und Zufriedenheit die Augen zu. Sie hatte nichts mehr zu befürchten. Sie fühlte sich sicher in seiner starken Umarmung. Das ist doch alles, was sie je wollte...


Die nächsten beiden Wochen waren wie, wie ein Traum. Scully arbeitete nun wieder mit Mulder an einem, naja sagen wir mal an einem für sie üblichen Fall. Täglich wurden tausend Witzelein über Tislow gerissen und es war wieder alles wie vorher. Fast alles. Denn die Nacht in Scullys Bett konnte keiner von Beiden vergessen. Und Mulder war sich nicht sicher, ob bei Scully wirklich wieder alles in Ordnung war. Andererseits hatte sie von dem, was passiert war als sie bewußtlos war, nichts mitbekommen. Trotzdem raubte ihn nur der reine Gedanke an den Wortwechsel mit Josh das letzte Fünkchen Verstand. Auch die Tatsache, dass Josh nun in der psychiatrischen Haftanstalt saß schien ihn nicht sonderlich zu beruhigen. Natürlich merkte Scully, dass Mulder ab und zu noch etwas bedrückte, aber sie wollte ihn nicht darauf ansprechen, da sie ahnte, dass es etwas mit dieser Nacht zu tun hatte, welche sie doch lieber aus ihrer beiden Gedächtnis streichen wollte. Also entschloss sie sich statt dessen Mulder heute zu sich zum Essen einzuladen. Ein ganz normales Essen würde ihn schon auf andere Gedanken bringen. Ein privates Essen, was nicht von unzähligen Gesprächsstoff, der von ihrer Arbeit handelte, zu scheitern drohte. Ja, das wollte sie. Einfach nur mit ihm alleine sein, fern von all den Brutalitäten da draußen in der Welt. Davon hatte sie auf Arbeit schon mehr als genug!
Nachdem sie sich endlich den Mut gefasst hatte und sich getraut hatte ihn zu fragen, war sie um so glücklicher, dass er bestätigt hatte. Obwohl, was hätte er denn sonst schon sagen sollen? Ein NEIN wäre nun wirklich...paranomal, wie es Mulder so schön ausdrücken würde. Auch sah Mulder dies als Chance oder besser gesagt als einen Neuanfang nach diesen.. Ereignissen vor zwei Wochen. Hierbei konnte er sich vergewissern, dass auch wirklich alles OK war.
 
 
Am Abend
Mulders Befürchtung bezüglich Scullys Zustand, hatte sich natürlich nicht bestätigt. Das hatte er ganz schnell mitbekommen. Der Abend verging wie im Fluge und die Beiden unterhielten sich über Gott und die Welt. Und nach zwei Stunden und zweieinhalb Flaschen französischen Rotwein überkam dann doch die Müdigkeit.
"Das war ein nettes Essen, danke Scully." Sie lächelte. Er lächelte zurück. Stille. "Erm, ich, ich werde mir dann mal ein Taxi rufen und.." "Nein!" "Nein?" "- Nein! Du bleibst hier. Ich will nicht, dass du gehst." Mulder brauchte sich nicht noch lange überreden zu lassen. Und somit schlief er auf der Couch und sie im Bett. Jeder von ihnen hätte die Variante von vor zwei Wochen bevorzugt, aber keiner traute sich dies auszusprechen.
Irgendwie konnten beide (oder wollten sie?) nicht einschlafen. Doch nach etlich vielen Minuten, so kam es ihnen vor, gelang es dann doch.



3.37 Uhr
Sie wachte auf. Scully hatte geträumt. Mehr schlecht als gut. Doch als sie neben sich Mulder liegen sah, war alles wieder vergessen (Oh man, das war jetzt aber ein bisserl zu dolle). Sie sah ihn direkt in sein schlafendes Gesicht. Er sah friedlich aus und zufrieden. Scully musste lächeln. Sie strich ihm die Haare aus dem Gesicht. "Du hattest recht mit deinem Traum. Ich hab dich lieb" flüsterte sie. Doch irgendwie konnte sie nicht mehr einschlafen. Also beschloss sie sich eine Tasse mit warmer Milch zu machen. Das würde bestimmt helfen. Ganz bestimmt. Sie versuchte sich ganz langsam zu bewegen, um ihn nicht wach zu machen. Dann ging sie in die Küche und setzte die Milch auf.
 
Instinktiv, als ob er genau wusste, dass ihn etwas fehlte, machte Mulder die Augen auf. Er sah nur die leere Betthälfte neben sich. Wo war sie hin? Es war doch vorbei! Oder? Ja, es war vorbei, doch wo war sie? Er stand auf und ging ins Wohnzimmer. Nichts. Dann sah das Licht, welches aus der Küche zu kommen schien. Und da stand sie. Sie hatte sich das Kleid ausgezogen und trug nun ein Seidennachthemd mit Spaghettiträgern. Sie hantierte neben dem Herd herum. Er konnte es nicht genau erkennen, aber es schien eine Tasse zu sein, was sie dort in der Hand hielt. Er ging auf sie zu. Dann merkte auch sie, dass sie nicht alleine war und drehte ihren Kopf zur Seite. Mulder kam jetzt näher und legte seine Hand um ihre Hüfte. Die andere ruhte auf ihre Schulter. Scully schloß die Augen und lehnte ihren Kopf zurück. Er konnte spüren, wie weich sie war. Er konnte riechen, wie er sie noch nie zuvor wahrgenommen hatte. Er konnte sehen, wie sie ihre Augen geschlossen hatte. Er war von diesen Sinneswahrnehmungen ganz durcheinander und hielt sie nun noch fester. Er wollte sie nie wieder los lassen. Seine Hände wanderten nun ihre Arme entlang, bis zu ihrem warmen Hals. Er starrte auf ihre Halsfläche wie ein gieriger Vampir, der nun sein nächstes Opfer in seinen Fängen hatte. Doch Scully war kein Opfer. Nicht mehr. Er küßte diese Stelle und merkte, wie warm ihm auf einmal wurde. Seine Küsse wurden immer leidenschaftlicher; er konnte nicht mehr aufhören. Die Erregung wuchs auch in ihr und sie fasste nach seinen Händen. Nun lagen Handfläche in Handfläche und spielten miteinander. Da Scully keine Lust auf einen Knutschfleck hatte, beschloß sie sich umzudrehen und ihn anzusehen. Er hörte mit dem Küssen auf und gewährte ihr den Freiraum. Er sah ihr direkt in die Augen. Ihre Lippen nährten sich. Es war alles perfekt. Es kam beiden wie ein endloser Kuss vor. Er wollte mehr. Mehr von ihr. Er nahm ihren Kopf in seine Hände und küsste sich vom Mund aus wieder bis zum Hals vor. Sie spürte seinen Drang, sie dem Nachthemd zu entkleiden. Sie wollte es ja auch. Ihre Atmung würde heftiger und sie führte seine Hand zum Träger des Nachthemdes, um ihm zu sagen, das er es endlich tun sollte. Er verstand und schob erst den rechten, dann den linken Träger herunter. Das Kleidungsstück fiel auf den Boden und sie stand nun vor ihm, wie Gott sie schuf. Dann nach endlosen Küssen zog auch sie ihm das Hemd aus. Leicht strich sie ihm über seine Brust. Über seine Haare, welche in ihren Händen kitzelten, seinen Nacken hinauf. Er hob sie hoch, so dass sie nun auf der Küchenablage saß. "Nein, nicht hier. Es soll doch alles so perfekt wie möglich sein." unterbrach er die stille Zweisamkeit. Scully konnte ihm da nur zustimmen. Mit einem Ruck hob er sie auf seine Hände und trug sie wieder zurück zum Schlafzimmer. Zurück ins Bett. Er legte sie vorsichtig hin und entledigte sich seiner Hose und Underwear. Er legte sich neben ihr und sie begannen ihr Spielchen von Neuem. Sie konnte seine Hände überall spüren. An ihrem Hals, an ihren Brüsten, auf dem Bauch und entlang ihren Schenkeln. Sie schloß die Augen und spürte ihn einfach nur. Sie hatten alle Zeit der Welt, um sich gegenseitig zu erforschen. "Dreh dich um." hauchte er in ihr Ohr. Sie tat es. Auch ihr Rücken wurde nun mit tausend und unendlich vielen Küssen bedeckt. Dann hielt er auf einmal inne. Er hatte es entdeckt. Das Tattoo. Scully konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Mulder inspizierte das Tattoo ganz genau. "Eine Schlange?" "Mhm" Er küsste es. "Sie sieht toll aus, Scully" Mulder wusste zwar von einem Ed, aber den hat er inzwischen bestimmt schon vergessen. Sie entschloss sich, schon vor langer Zeit und vor allem jetzt, nichts weiter über ihr Abenteuer mit Ed zu erzählen. Auch aus dem Grunde, dass ja auch gar nichts in dem Sinne passiert war. Alles, was jetzt, in diesem Moment, passiert war wichtig. Mulder war wichtig. Wichtig für sie. Und sie war froh, dass Mulder, falls er noch von Ed wusste, nicht weiter nachfragte. Auch empfand sie es als schön, dass Mulder eins ihrer letzten Geheimnisse wusste. Das Tattoo. Er hatte es entdeckt. Doch nun wollte auch sie ihn berühren. Sie erhob ihren Kopf und Mulder verstand sofort. Sie wechselten ihre Positionen, und sie setzte sich auf ihn. Sie küsste jeden (!) einzelnen Fleck, den sein Körper hergab. Sie konnte seine Erektion spüren (und sehen). Und es gefiel ihr sehr. Am liebsten würde sie ewig so weiter machen wollen. Dann musste sie grinsen "Mulder? Stell dir vor Skinner könnte uns jetzt so sehen!" "Der ist mir egal. Jetzt zumindest." Mulder war so lieb. Er zog sie wieder zu sich hoch und sie kämpften mit ihren Zungen gegeneinander. Bis er seine wieder zurückzog und sie fragend ansah. Scully schaute ihn an und schenkte ihm das bezauberndste Lächeln, das er je gesehen hatte. Wieder rollten sie im Bett umher und tauschen ihre Positionen. "Ich will dich, jetzt. Ich bin mir ganz sicher. Ich will dich spüren, in mir." Das reichte Mulder voll und ganz auf seinen fragenden Blick von vorhin. Als er in sie eindrang fühlte sie sich so sicher und geborgen. Sie ließ ihn keinen Augenblick aus den Augen. Sie wollte sehen, wie er ihn ihr kommt. Wie er sich bewegte und wie er stöhnte. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie jemals so guten und zärtlichen Sex gehabt hatte. Dann überkam ihn der Höhepunkt seiner Lust und kurz danach war es auch bei ihr soweit. Er schaute sie mit seinen treuen Hundeaugen an und sie strich ihm die Strähne aus dem verschwitztem Gesicht. Noch einmal küsste er sie, dann legte er seinen Kopf erschöpft auf ihre Brust. Keiner von beiden bewegte sich, sie wollten sich noch nicht verlassen. Scully streichelte ihm durch die Haare und hielt ihn ganz fest. "Mulder, du zitterst ja. Bist du OK?" "Es ging mir noch nie besser!" Dann lösten sie sich und er deckte sich und Scully wieder zu und umklammerte sie so fest, wie er nur konnte. "Hey, weißt du was?" "Was denn?" "Wir müssen jetzt bei deiner neugierigen Nachbarin was klarstellen!" Dann mussten beide lachen. "Ja, das müssen wir wohl." Dann schliefen beide glücklich ein.


the ending