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Short-Cut:
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Die Vergangenheit
Trahnfisch
Trahnfisch@gmx.de
Seilbahn zu den Sternen, An der Grenze, Das Nest, Todestrieb, Memento Mori,Reduxe, FTF,
NC 17
Mulder Angst, Scully Angst, Scully Tortour, Gefühle, MSR
Die hier beschriebenen Personen gehören nicht mir, sondern den Schauspielern, CC, 1013 Productions, 20th Century Fox, und wahrscheinlich noch einem ganzen Haufen von Firmen oder Personen, deren Namen ich nicht kenne, und die lieber im Verborgenen bleiben aber den großen Reibach machen möchten.
Bei einem Fall wird Scully stark mit ihrer Vergangenheit konfrontiert
Die Geschichte spielt, wie fast alle von meinen Staffeln nach einer etwa achtjährigen Partnerschaft von Scully und Mulder. Spoiler könnten bis hin zu "Alles begann in Oregon" vorkommen, jedoch nichts mehr ab dieser Folge, was natürlich bedeutet, dass Mulder nie verschwunden war und es folglich auch Doggett nicht gibt. Seit mir nicht böse, aber mir gibt die Figur des John Doggett einfach nichts, wobei ich von der schauspielerischen Leistung des Darstellers eigentlich absolut überzeugt bin.

Die Vergangenheit

 
Dana Scully stand unter der Dusche und lehnte ihre Stirn gegen die kalten Fliesen, während das Wasser auf ihre Schultern und ihren Nacken prasselte und dann in kleinen Rinnsalen ihren Körper hinab lief.
Ihre Haut war bereits stark gerötet und brannte. Sie beschwerte sich auf diese Weise über die zu hohe Temperatur, doch Scully hoffte, dass es ihr half wieder einen klaren Kopf zu bekommen.
Ohne dass sie es verhindern konnte, schlichen sich die Erinnerungen immer wieder in ihre Gedanken. Wieder fühlte sie die Angst, die Hilflosigkeit, die Schmerzen und nicht zu vergessen die Erniedrigung. Sie hatte jahrelang nicht mehr daran gedacht, keine Alpträume mehr gehabt, doch mit diesem Fall hatte sich das geändert. Sie durchlebte die schlimmste Zeit ihres Lebens ein weiteres Mal.

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Mulder war vor drei Tagen in ihr gemeinsames Büro gekommen und hatte mit einer Akte herumgewedelt.
"Was ist das, Mulder? Ein neuer Fall?" sie war aufgestanden und neben ihn getreten.
"Ja, einige kleine Mädchen im Alter von 6-8 Jahren sagen aus, dass sie von Außerirdischen entführt wurden. Ich möchte der Sache nachgehen," hatte er geantwortet und ihr die Akte gereicht.
Sie hatte eine Augenbraue hochgezogen und ihn angeblickt, bevor sie sich um die Akte kümmerte.
"Fox, diese Mädchen haben sich das offensichtlich nur ausgedacht. Du glaubst doch nicht wirklich, dass sie alle entführt wurden." sie hatte ihn skeptisch angesehen, wie üblich an den Aktenschrank gelehnt, und ihre Augen hatten diesen typischen Ausdruck angenommen, wie sie es immer taten, wenn sie eine seiner Theorien für spooky hielt.
"Ich denke, wir sollten uns das ansehen und dann entscheiden ob die Kinder eventuell zu viel fern gesehen haben," hatte er gesagt und sie sanft aber bestimmt aus dem Büro geschoben.

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Sie waren seit zwei Tagen hier und Scully hatte vor einer Stunde mit einem der Mädchen gesprochen. Nun wusste sie, dass es sich auf keinen Fall um eine Entführung handelte, aber das, was sie erfahren hatte, gefiel ihr noch weniger. Vor allen Dingen rief es Erinnerungen wach, die sie lieber verschlossen hätte.
Scully drehte das Wasser aus und trat aus der Dusche. Sie trocknete sich vorsichtig ihre gereizte Haut ab und wickelte sich schließlich das Handtuch um den Körper, um sich die Haare zu kämmen.

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Mulder lief nun schon seit zwanzig Minuten nervös in ihrem Hotelzimmer auf und ab. Er machte sich Sorgen um Scully. Sie kannten sich nun schon seit acht Jahren, waren seit mehr als vier Jahren mehr als nur Partner oder gute Freunde, aber er konnte sich nicht erinnern, Dana schon einmal so erlebt zu haben, wie vor etwa einer halben Stunde, als sie von der Befragung, welche sie mit einem der Mädchen durchgeführt hatte, wiedergekommen war.
Sie war erschreckend blass gewesen, hatte ihn nicht angesehen, ihren Blick immer auf den Boden gerichtet und sie hatte sich direkt in das Badezimmer verzogen. Irgend etwas war geschehen, und er hatte nicht die leiseste Vorstellung, was es sein könnte.

Nun trat er auf die Tür zu und legte sein Ohr an das Holz. Das Wasser wurde ausgestellt und er konnte hören, wie der Duschvorhang zur Seite gezogen wurde.
Mulder sah auf die Uhr. Dana hatte tatsächlich eine halbe Stunde lang unter der Dusche gestanden. Normalerweise brauchte sie solange für das gesamte Badezimmerritual. Er überlegte einen Moment, was er tun sollte, und entschied sich dann dafür leise anzuklopfen.

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Scully hörte das leise Klopfen und wusste, dass es nur Mulder sein konnte. Sie überlegte einen Moment, ob sie ihn weg schicken sollte, sie wollte jetzt nicht darüber reden. Sie wollte überhaupt nie darüber reden.
Andererseits wusste sie, dass sie das nicht tun konnte. Sie konnte ihn nicht einfach fort schicken. Das konnte sie schon seit über vier Jahren nicht mehr. Also seufzte sie und fragte leise
"Ja?"
"Dana? Bist du in Ordnung?" hörte sie seine besorgte Stimme, durch die Tür gedämpft.
´Nein, bin ich nicht!` dachte sie, sagte es jedoch nicht laut.
"Es geht mir gut, Fox," antwortete sie.
"Darf ich zu dir reinkommen?" wollte er wissen.
"Gib mir noch fünf Minuten und ich komme zu dir raus, okay?" meinte sie, sich darüber im Klaren, dass er in diesen fünf Minuten wie ein gefangener Tiger in dem Zimmer herumirren würde. Vielleicht würde man sogar später auf dem Teppich den Weg nachvollziehen können, den er gegangen war, überlegte sie, und ein Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht.
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Mulder setzte seinen Weg im Hotelzimmer fort. Eine steile Falte hatte sich auf seiner Stirn gebildet, als sie ihm gesagt hatte, dass es ihr gut ging. In den letzten Jahren war sie sehr viel offener geworden, was ihre jeweilige Verfassung anging. Sie hatte begonnen, ihm auch in diesem Punkt völlig zu vertrauen und ihm gesagt, wie sie sich fühlte. Um so mehr erschreckte es ihn, dass sie eben gesagt hatte, es ginge ihr gut. Er *wusste*, dass es ihr *nicht* gut ging. Die Minuten kamen ihm wie eine Ewigkeit vor, und als sich die Badezimmertür öffnete, hielt er abrupt in seinem Weg inne und musterte sie.
Sie hatte ihre Arbeitskleidung gegen eine Jeans und ein T-Shirt getauscht. Ihr Haar war noch nicht gefönt und sie hatte es nass hinter ihre Ohren geschoben, wie sie es immer tat. Kurz kam ihm in den Sinn, dass sie sich erkälten könnte, wenn sie die Haare nicht trocknete, denn die Temperaturen waren noch ziemlich niedrig. Zu niedrig für den März auf jeden Fall.
Während er mit seiner Betrachtung fortfuhr, bemerkte er, dass ihr Gesicht immer noch viel zu blass, ihre Haut jedoch ansonsten krebsrot war. Sein Blick saugte sich an ihren Augen fest, und er erkannte Schmerz in ihnen. Mulder spürte das Verlangen, zu ihr zu gehen, und sie in seine Arme zu ziehen, doch irgend etwas sagte ihm, dass sie das nicht gewollt hätte.
Scully ging langsam auf den Stuhl zu und ließ sich darauf nieder.
"Ich habe mich heute mit einigen Fachleuten unterhalten. Sie haben mir Literatur empfohlen, in der Entführungen von Kindern beschrieben werden," eröffnete Mulder das Gespräch, absichtlich den Fall betreffend. Er wusste genau, dass er nichts aus ihr heraus bringen würde, wenn er sie jetzt bedrängte.
"Fox, diese Mädchen sind nicht entführt worden," sagte sie ruhig, und mit einem leicht resignierenden Tonfall.
"Was lässt dich zu dieser Ansicht kommen?" wollte er wissen.
"Ich habe heute mit Sally Batfield gesprochen. Sie war sehr verängstigt." meinte Scully und blickte auf den Boden.
"Das ist nicht verwunderlich. Wenn sie entführt wurde, wird sie Angst haben, dass es wieder geschieht," entgegnete er.
"Sie *ist* aber nicht entführt worden. Sie ist missbraucht worden, und das ist es auch, wovor sie Angst hat," erwiderte Dana mit Nachdruck.
"Missbraucht? Sexuell?" Mulder sah sie erschrocken an.
Sie nickte.
"Von wem?" wollte er wissen.
"Von einem Mann aus der Straße. Ich vermute, dass auch die anderen Mädchen von ihm missbraucht wurden. Vielleicht hat sich eine die Geschichte mit der Entführung ausgedacht, und die anderen haben mitgemacht. Ich weiß es nicht" erzählte sie. Mulder konnte beobachten, wie sie immer mehr in sich zusammen sank, ihre Haltung hatte keine Ähnlichkeit mehr mit der, die er sonst an ihr kannte. Nun stand sie auf und trat an das Fenster. Draußen war es schon seit einer Stunde dunkel und so starrte sie einen Moment in die Schwärze.
"Hat Sally das gesagt?" fragte Mulder hinter ihr.
Wieder nickte Scully und drehte sich dann zu ihm um.
"Ich brauchte einige Zeit, ehe sie mir soweit vertraut hat, dass sie es erzählte." sagte sie.
"Es passt alles zusammen. Ich meine, es ist ein weit verbreitetes Phänomen, dass sich Kinder, die sexuell missbraucht werden, in eine Fantasiewelt träumen, um dieses Trauma überhaupt überleben zu können. Sie erleiden nicht nur körperliche Schmerzen, sondern auch einen großen seelischen Schaden," erklärte sie.
"Ich weiß das, aber was bringt dich dazu, ihr zu glauben?" erwiderte er. Scully sog scharf die Luft in die Lungen und senkte wieder den Blick.
"Glaub mir, ich weiß, dass es wahr ist." murmelte sie.
"Komm schon Dana, du brauchst immer deine wissenschaftlichen Beweise, und jetzt willst du mir allen ernstes sagen, dass du diesem Kind einfach so glaubst?" Fox hob seine Hände mit einer fragenden Geste.
"Ich habe es in ihren Augen gesehen," antwortete Dana.
"Dana...." Mulder wusste nicht, wie er das deuten sollte und sah sie nur durchdringend an.
Sie wandte sich wieder dem Fenster zu und sah hinaus, ohne etwas zu sagen. Mulder setzte sich auf das Bett und sah sie abwartend an.
"Ich bin auch wie diese Kinder," flüsterte sie und drehte ihm ihr Gesicht zu. Mulder zog verständnislos seine Augenbrauen hoch.
"Fox, *ich* bin auch eines dieser Kinder! Es ist mir auch passiert!" sagte sie leise und eine Träne rollte ihre Wange hinunter. Mulders Gesichtsausdruck verwandelte sich in Schrecken. Er merkte, wie mit einem Schlag die Farbe aus seinem Gesicht wich. Er wollte aufstehen, sie in den Arm nehmen, doch eine abwehrende Handbewegung von ihr hielt ihn zurück.
"Wann?" hörte er sich mit einer ihm völlig fremden Stimme fragen.
"Als ich fünf war. Bis zu meinem neunten Lebensjahr." Sie drehte sich wieder zum Fenster.
"Wer...?" Mulder konnte nicht weiter sprechen. Seine Stimme versagte.
"Ein Mann aus der Nachbarschaft, genau wie bei diesen Mädchen. Er war ein Kollege meines Vaters. Ich habe jeden Abend gebetet, dass Dad versetzt würde, doch als es dann endlich so weit war, wurde dieser Mann ebenfalls mit versetzt." Sie wischte sich eine Träne von der Wange und tat einen tiefen Atemzug. Als sie ihn wieder ansah, waren ihre Wangen frei von Tränen.
"Dana...." Mulder trat auf sie zu, doch sie hob abwehrend ihre Hände.
"Bitte, Fox, ich kann das jetzt nicht. Fass mich jetzt bitte nicht an. Das würde alles zerstören," brachte sie hervor.
Mulder blieb stehen und sah ihr hilflos zu, wie sie ihre Arme um sich schlang, um sich selbst die Nähe und Geborgenheit zu geben, die sie jetzt brauchte.
"Wie oft...?" wieder versagte seine Stimme und er musste schlucken, um weiter sprechen zu können.
"Wie oft hat er das mit dir gemacht?" brachte er schließlich heraus.
"Einmal in der Woche, etwa. Manchmal auch mehr, und manchmal vielleicht auch nicht. Wenn wir im Urlaub waren." Sie schloss kurz die Augen und atmete tief durch, ehe sie weiter sprach. "Meine Eltern hatten oft irgendwelche Verabredungen, und er hat auf uns aufgepasst. Manchmal musste ich ihm auch was rüber bringen. Obst oder so. Dann hat er mich mit in sein Schlafzimmer genommen." Scully sprach auf eine erschreckende Weise distanziert von der ganzen Sache, doch sie schlang ihre Arme fester um sich.
"Warum haben deine Eltern das zugelassen?" flüsterte Fox leise.
"Sie wussten es nicht. Ich habe es nie jemandem gesagt. Bis heute." Nun bebte ihre Stimme.
"Du hast mit niemandem je darüber gesprochen? Nicht einmal mit deinen Eltern? Warum nicht?" Mulder war fassungslos. Er konnte sie nur anstarren und sich danach sehnen, sie in den Arm zu nehmen und sie zu trösten.
"Weil er mir gedroht hat."
"Womit? Wollte er dich schlagen? Hat er gedroht dich umzubringen?" fragte Mulder.
Scully schüttelte den Kopf.
"Was war es dann?" Mulder sprach leise. Er wusste, er konnte seiner Stimme noch nicht vollkommen vertrauen.
"Er sagte mir, wenn ich irgend jemandem etwas davon erzählen würde, dann täte er das gleiche mit Melissa und würde sie dann töten. Ich konnte nicht zulassen, dass Melissa auch erleben musste, was ich immer und immer wieder erlebte." Scully griff nach der Fensterbank und hielt sich daran fest. Mulder schloss entsetzt die Augen. Das war typisch für Scully. Sie litt vier schreckliche, lange Jahre um ihre Schwester zu schützen. Als er die Augen wieder öffnete, beobachtete er besorgt, dass sie noch blasser geworden war und nun die Knöchel ihrer Finger weiß hervortraten in dem Versuch sich zu halten. Sie war am Ende ihrer Kräfte und auch ihrer Beherrschung.
"Dana, bitte, lass mich dich halten. Lass mich dir helfen. Wenigstens jetzt." flehte Mulder.
Sie drehte sich zu ihm um, und er konnte die Qualen in ihrem Gesicht lesen. Als er jetzt langsam auf sie zu trat, ließ sie es geschehen. Bereitwillig ließ sie sich in seine Arme ziehen und sank an seine Brust. Er spürte wie ihre Beine nachgaben und führte sie zum Bett. Nun konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten und wurde von stummen Schluchzern geschüttelt.
"Mein Gott, wie hast du es nur all die Jahre ausgehalten, damit zu leben?" flüsterte er.
Sie zuckte die Achseln und schüttelte den Kopf, nicht in der Lage nun zu sprechen. Als sie sich nach einigen Minuten wieder in der Gewalt hatte, antwortete sie mit ruhiger Stimme.
"Ich habe nicht daran gedacht. Ich hatte auch meine Fantasiewelt und immer wenn die Erinnerungen kamen, zog ich mich in meine Welt zurück. Irgendwann wurde es weniger, ich brauchte diese Fantasiewelt nicht mehr. Aber als ich heute mit diesem Mädchen sprach, und sie mir erzählte, was dieser Mann mit ihr gemacht hatte, da waren die Bilder wieder da. Und mit ihnen kam auch die Angst, die Hilflosigkeit, das Gefühl, dreckig zu sein und es vielleicht auch verdient zu haben." meinte sie, während Mulder die Bettdecke unter ihnen hervorzuziehen versuchte.
Erschrocken hielt er inne.
"Dana, wieso glaubst du, du hättest so etwas verdient?" fragte er, nur am Rande bemerkend, dass seine Stimme sehr laut war. Scully zuckte zusammen und atmete tief durch. Sie blickte ihn mit müden Augen an.
"Ich weiß es nicht. Heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Kein Kind hat verdient, dass ihm so etwas angetan wird. Aber wenn man noch klein ist, dann sucht man die Schuld bei sich. Ich dachte immer, dass ich vielleicht nicht stark genug an Gott geglaubt hätte, und dass er mich auf diese Weise bestrafen will." sagte sie mit einem Seufzer.
Mulder strich ihr einige nasse Haarsträhnen aus dem Gesicht.
"Haben deine Eltern denn nie etwas gemerkt? Ich meine, man merkt doch, wenn sein eigenes Kind leidet." er schüttelte verständnislos den Kopf.
"Was macht dich so sicher? Ich meine, meine Eltern hatten immerhin vier Kinder. Und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass man mir angemerkt hat, dass mich etwas beschäftigt." erwiderte sie.
Er nickte, zog die Decke über ihren Körper und kroch hinter sie. Sanft schlang er von hinten die Arme um ihre schlanke Gestalt und hielt sie fest.

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Scully und Mulder fuhren langsam vor das Haus und stiegen aus.
"Hast du das Geschenk eingepackt?" fragte sie plötzlich und zog besorgt eine Augenbraue hoch.
"Natürlich! Es ist in der Tasche mit unseren Klamotten. Sogar ganz unten, damit Maggie es nicht finden kann, falls sie heimlich danach sucht." erwiderte er und grinste sie über das Autodach hinweg an.
Sie lächelte. Als wenn ihre Mutter nach ihrem Geburtstagsgeschenk suchen würde.
"Ganz unten? Na dann wird sie es ja nie im Leben finden, bei der Ordnung, die in der Tasche sicher herrschen wird." entgegnete sie.
"Was soll das denn heißen?" Mulder tat entrüstet.
"Fox, du hast gepackt. Ich kenne dich jetzt seit achteinhalb Jahren und ich habe noch nie erlebt, dass in einer von dir gepackten Tasche, oder in einem Koffer von dir, Ordnung herrscht." Nun grinste Scully.
"Ach komm. Du übertreibst maßlos. Ich finde mich immer zurecht." Mulder kam um das Auto herum. Langsam gingen sie auf das Haus von Danas Mutter zu.
"Ja, in diesem Fall bewahrheitet sich das Sprichwort >Das Genie beherrscht das Chaos<" meinte sie. Er blieb stehen und zog sie in seinen Arm.
"Dana, ich liebe dich. Du brauchst nicht um mich zu werben." Er lächelte und drückte ihr einen sanften Kuss auf den Mund.
Die Haustür öffnete sich und Maggie strahlte mit der warmen Junisonne um die Wette.
"Dana, Fox! Schön dass ihr endlich da seid." rief sie ihnen zu.
"Mom! Hallo!" Dana umarmte ihre Mutter und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.
"Tut uns leid, dass wir so spät kommen. Wir waren noch in einem Fall unterwegs." meinte sie.
"Hallo Maggie." Auch Fox umarmte Mrs. Scully.
"Hey, Fox." Mulder bekam ebenfalls einen Kuss auf die Wange.
"Das ist doch nicht schlimm. Schließlich habe ich erst morgen Geburtstag. Aber die anderen sind schon alle da." meinte Margaret und schob die beiden ins Haus.
Im Flur blieb Scully kurz stehen, um die Reisetasche neben der Garderobe abzustellen. Nach einem kurzen Blick in den Spiegel folgte sie ihrer Mutter und Mulder.
"Sieh nur, wer da ist, Dana. Mr. Blomberg. Ich habe ihn eingeladen, mit uns meinen Geburtstag zu feiern. Er wird in Melissas altem Zimmer übernachten." Maggie strahlte ihre Tochter an.
Mulder sah von dem älteren Herrn, der auf dem Sofa saß, angespannt und erschrocken zu Dana hinüber. Das ist also das miese Schwein, dass ihr die schönste Zeit ihres Lebens zerstört hat, dachte er.
Scully stolperte einen Schritt zurück und verlor jede Farbe aus ihrem Gesicht. Mulder straffte seine Schultern und atmete tief ein. Sein Gesicht verhärtete sich und seine Kiefermuskeln begannen zu zucken.
Drohend machte er einen Schritt auf den Mann zu, der gelassen auf dem Sofa saß, doch eine kleine Hand legte sich auf seinen Unterarm und hielt ihn sanft zurück. Irritiert drehte er sich zu Dana um, die ihn flehend ansah. Er hielt inne und legte dann liebevoll einen Arm um sie.
Das alles hatte sich innerhalb von Sekunden abgespielt. Nun sah Scully den Mann an und grüßte ihn freundlich.
"Hallo Mr. Blomberg. Wie geht es ihnen?" meinte sie. Mulder beobachtete sie genau, und konnte sehen, wie viel Überwindung sie diese Begrüßung gekostet hatte.
Mr. Blomberg erhob sich und trat auf Dana zu.
"Dana! Mein Gott, du siehst ja aus, wie eine Prinzessin, so wunderschön und graziös." Er reichte ihr die Hand und schüttelte sie. Schließlich zog er sie sogar in seinen Arm.
"Ich wusste schon damals, was für eine wundervolle Frau du einmal sein würdest." flüsterte er in ihr Ohr.
Dana entzog sich der Berührung und trat einen Schritt zurück. Mulder schob sich zwischen sie und Blomberg.
"Und Sie sind?" sprach Blomberg ihn auch direkt an.
"Ich bin Special Agent Mulder. Der Lebensgefährte und Partner von Dana." antwortete er und funkelte den etwa einen Meter achtzig großen Mann an. Dieser lächelte und seine Augen blitzten vor Belustigung.
"Oh, Agent Mulder also. Ich hoffe, sie sind nicht im Dienst, oder so. Es wäre doch zu schade, wenn sie sich gar nicht mit uns amüsieren könnten." grinste er.
Wieder spürte Mulder, wie Scully leicht seinen Arm drückte - so, wie sie es immer tat, wenn sie ihn beruhigen wollte.
Mulder lächelte sein Gegenüber herablassend an.
"Nein, das ist kein Problem. Ich bin privat hier. Aber sie wissen ja sicher, dass wir vom FBI nie ganz außer Dienst sind." entgegnete er.
Danas Bruder Charly und seine Frau hatten diese Szene interessiert beobachtete und warfen nun ihrer Mutter einen verständnislosen Blick zu. Diese zuckte jedoch nur mit den Achseln. Sie hatte keine Ahnung, was hier gerade passierte.
Megan, Charlys Frau, erhob sich und trat auf ihre Schwägerin zu.
"Dana, Liebes. Schön, dass ihr schon da seid. Wir dachten schon, ihr schafft es nicht mehr. Bill und Tara sind mit Matthew und Ginny auf den Spielplatz gegangen, sie werden sicher gleich kommen." Megan umarmte Scully.
"Megan. Wie geht es euch? Fox und ich waren noch in einem Fall unterwegs. Wir sind schon so schnell gekommen, wie es eben ging." meinte Dana und erwiderte die Umarmung.
Auch Fox wurde auf diese liebevolle Art begrüßt.
"Wo sind eure Mädchen?" erkundigte Mulder sich, nachdem er auch Charly die Hand gegeben hatte.
"Oh, sie sind draußen im Garten. Lauren findet es einfach wundervoll das hier eine Schaukel ist. Sie liebt es zu schaukeln, aber bei uns müssen wir immer erst auf den Spielplatz gehen." erklärte Danas jüngerer Bruder.
Scully warf einen Blick auf Mr. Blomberg, und Mulder beobachtete, wie sie immer angespannter wurde.
"Maggie, wir bringen kurz unsere Tasche nach oben und machen uns ein wenig frisch, okay. Wir sind direkt aus Las Vegas hier her gekommen, und hatten noch keine Zeit einmal durchzuatmen." wandte sich Fox an Mrs. Scully.
"Sicher, Fox. Wir werden euch rufen, wenn wir essen können, in Ordnung?" meinte Scullys Mutter verständnisvoll.
Mulder legte seine Hand auf Scullys Rücken und schob sie Richtung Flur. An der Garderobe bückte er sich und nahm noch die Tasche auf, bevor sie beide die Treppe hinauf liefen.
Oben in ihrem Schlafzimmer sank Dana auf das Bett. Sie atmete zischend ein und stützte ihren Kopf in die Hände. Mulder, der nach wie vor in der Tür stand, konnte sehen, wie sie langsam aber sicher in sich zusammensackte. Ihre Körperhaltung drückte nun genau aus, wie sie sich fühlte.
Er stellte die Tasche ab und ging auf sie zu. Langsam ging er vor ihr in die Hocke und legte seine Arme um ihren zierlichen Körper.
"Warum hast du mich zurück gehalten? Ich hätte diesen Mann am liebsten erschlagen." wollte er leise wissen.
Scully schüttelte leicht den Kopf.
"Ich weiß, dass du das hättest. Aber wir hätten Mom den Geburtstag versaut. Und außerdem, ...." sie stockte als er tief einatmete.
"Dana, ich bin mir sicher, wenn Deine Mom wüsste, was dieser Mann dir vier Jahre lang angetan hat, dann wäre ihr ihr versauter Geburtstag wirklich scheißegal. Ich bin mir sicher, dass sie mit Freuden helfen würde, ihn zu quälen, so wie er dich gequält hat." erwiderte Mulder und strich ihr sanft über den Rücken.
"Aber, sie weiß es nicht. Und ich möchte auch nicht, dass sie es erfährt." Sie hob ihren Kopf und blickte ihn an.
"Und warum nicht? Dana, es ist deine Mom. Sie würde dir keine Vorwürfe machen. Ich bin mir sicher, dass sie es wissen wollte. Und deine Brüder genauso." meinte er.
Sie schüttelte vehement den Kopf.
"Nein. Ich bin dreißig Jahre alleine klar gekommen, und das werde ich auch weiterhin." beharrte sie.
"Aber du bist nicht alleine." sagte er leise und sah sie traurig an.
Sie erkannte, dass sie ihn verletzt hatte und streichelte sanft seine Wange.
"Nein, du hast recht. Ich bin nicht alleine. Ich habe dich. Noch ein Grund, warum ich es den anderen nicht sagen werde. Sie würden sich nur nachträglich um mich Sorgen machen." Sie blickte ihm in die Augen, hielt jedoch seinem forschenden Blick nicht lange stand und sah schließlich auf ihre Beine. Mulder überlegte einen Moment, was es war, was er eben in ihren Augen gesehen hatte. Dann dämmerte es ihm und er runzelte die Stirn.
"Du hast Angst, dass sie sich Vorwürfe machen, nicht wahr?" vermutete er.
Ihr Kopf flog hoch und sie sog scharf die Luft ein. Das war schon Antwort genug für ihn. Immer wenn er einen ihrer Gedanken erfasste, den sie selber nicht laut aussprechen oder zugeben wollte, reagierte sie so.
"Es reicht, wenn du dir wegen allem, was mir passiert ist, grundlos die Schuld gibst. Ich ertrage es nicht, wenn es noch jemand anderes tut." flüsterte sie.
"Aber ich gebe mir nicht grundlos die Schuld." protestierte er. Sie seufzte resigniert.
"Du hättest nichts von dem, was geschehen ist, verhindern können, und doch trägst du die Last der Schuld auf deinen Schultern, dass es mich manchmal fast umbringt es mit ansehen zu müssen. Und weder meine Eltern, noch meine Brüder hätten verhindern können, dass dieser Mann mich angefasst hat. Trotzdem würden sie sich die Schuld geben. Sie hätten das Gefühl, versagt zu haben. Aber ich bin, verdammt noch mal, selber dafür verantwortlich. Ich hätte ja mit meinen Eltern reden können, damals." erklärte sie und versuchte krampfhaft die Tränen zurück zu halten, die in ihren Augen brannten.
"Du hast recht, deine Brüder hätten nichts tun können. Sie waren noch zu klein. Und deine Eltern haben es offensichtlich nicht bemerkt. Sie konnten dir auch nicht helfen. Aber du hättest dir auch nicht helfen können, denn dann hättest du Melissa in Gefahr gebracht." stimmte er ihr zu.
"Das ist doch Quatsch. Das ist das, was ich damals dachte. Aber wenn ich meinen Eltern davon erzählt hätte, dann hätte Blomberg gar nicht die Möglichkeit gehabt, Melissa etwas zu tun." entgegnete sie.
"Aber das wusstest du als Kind nicht. Dir war nicht klar, welche Konsequenzen es für Blomberg gehabt hätte, wenn du jemandem davon erzählt hättest. Also gib dir nicht die Schuld. Du hast es nicht verdient, was er dir angetan hat, also hör auf, dich selbst zu geißeln, indem du versuchst, alleine damit fertig zu werden." meinte er und gab ihr einen sanften Kuss auf den Haaransatz.
"Ich bin nicht mehr alleine!" erinnerte sie ihn.
"Nein, dass bist du nicht." ein leichter Seufzer entglitt ihm, als sie sich an seine Brust schmiegte.
"Es sind nur ein paar Tage. Ich werde es schon schaffen. Und dann kehren wir wieder in unsere Welt zurück. Dort wird es keinen Blomberg geben." murmelte sie und schloss die Augen.
"Es wird ihn immer geben, weil er dir etwas genommen hat, was nicht mehr gut zu machen ist." erwiderte Mulder nachdenklich.
"Aber ich kann damit leben. Ich habe es lange Zeit gekonnt, und ich kann es weiter. Mir sind schon andere schlimme Dinge passiert und ich habe es immer geschafft damit zu leben." meinte sie.
"Ja, das hast du. Du bist so stark wie keine andere Person, die ich kenne." Mulders Stimme klang traurig.
"Fox, ich wollte dich nicht traurig machen. Ich mache dir keinen Vorwurf. Für nichts, was mir geschehen ist. Warum also tust du es?" sie lehnte sich zurück und nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände. Sanft strichen ihre Daumen über seine Wangen und sie sah in seine vor Trauer schwarze Augen.
"Weil ich nicht umhin kann, zumindest einen Teil der Schuld bei mir zu sehen." erwiderte er und schlug die Augen nieder.
"Aber das ist nicht richtig. Es gibt Schuldige für das, was mir passiert ist, aber du kannst nichts dafür. Die einzigen die etwas dafür können, sind die, die mich geholt haben und die, die diese Tests durchgeführt haben. Du warst nicht unter ihnen. Du hast versucht mich zu retten. Und du hast mich gerettet. Nicht einmal, oder zweimal. Nein, du hast mich jedes verdammte Mal gerettet. Du bist der Grund dafür, warum ich heute noch lebe. Ohne dich, wäre ich in dem Krankenhaus damals nicht aus dem Koma erwacht. Ich hätte den Krebs nicht überlebt, ich hätte Donnie Pfaster und Tooms nicht überlebt, und ich wäre vermutlich immer noch in dieser Eiskapsel in der Antarktis, wenn du mich nicht gerettet hättest." führte sie an. Sie zog ihn zu sich heran und gab ihm einen sanften Kuss auf den Mund.
"Aber ohne mich, wären die doch gar nicht auf dich aufmerksam geworden." murmelte er.
"Woher willst du das wissen?" konterte sie.
Er blickte sie an, sah die Liebe und Zuneigung in ihrem Blick und merkte, wie ein warmer Schauer durch seinen Körper rieselte.
"Nenn es ein Gefühl." nuschelte er, den Kopf an ihre Brust drückend.
"Du und dein Gefühl." lächelte sie.
"Was hast du gegen mein Gefühl?" wollte er wissen. Er wollte sie ansehen, doch der Platz, an dem sein Kopf verweilte, war einfach zu schön, als dass er sich davon trennen konnte.
"Naja, ich denke, man kann sich nicht immer darauf verlassen." antwortete sie und blickte auf seinen Kopf hinunter.
"Wann habe ich mich das letzte mal geirrt, was mein Gefühl angeht?" forderte er sie heraus. Scully holte tief Luft und öffnete den Mund, um zu antworten, doch ihr fiel einfach nichts ein und so schloss sie ihn wieder. Fox hob seinen Kopf nun doch und sah sie mit einen triumphierenden Blick an.
"Nun, jetzt irrst du dich aber!" beendete sie die Diskussion und küsste ihn.
Mulder lächelte und erhob sich langsam. Er griff nach ihrer Hand und zog sie ebenfalls hoch.
"Was hast du vor?" erkundigte sie sich verwirrt.
"Mich frisch machen, natürlich." grinste er.
"Und was habe ich damit zu tun?" neckte sie ihn.
"Ich denke ich könnte Hilfe beim Einseifen gebrauchen, Frau Doktor." erwiderte er und zog sie mit sich zum Badezimmer.
Dana lächelte.
"Fox, ich liebe dich!" meinte sie und folgte ihm langsam.

Im Badezimmer drehte Mulder das Wasser der Dusche an und drehte sich dann zu Scully um. Langsam beugte er sich hinunter und gab ihr einen sanften Kuss. Seine Zunge streifte über ihre Lippen und schlüpfte schließlich in ihren Mund, als sich ihre Lippen langsam teilten. Seine Hände wanderten von ihrer Hüfte, wo er sie anfangs plaziert hatte, unter ihre Bluse und streichelten über die zarte Haut ihres Rückens. Ein leises Stöhnen entwich ihr und Mulder zog sich zurück und sah sie mit einem wissenden Grinsen an.
Scully begann, den Knoten von seiner Krawatte zu lösen und sie unter seinem Kragen hervor zu ziehen. Sie streifte sie über seinen Kopf, während er begann, ihr die Bluse aufzuknöpfen und sie über ihre Schultern zu schieben. Als Dana ihre Arme kurz senkte, fiel die Bluse achtlos zu Boden und Mulder fuhr zärtlich über ihre Rippen. Wieder fanden sich ihre Lippen zu einem Kuss, während Scully Mulder seines Hemdes entledigte. Als sie sich voneinander lösten, half sie ihm aus seinem T-Shirt.
Mulder öffnete ihren BH und streifte die Träger ihre Arme hinab, seine Fingerspitzen sanft über ihre zarte Haut gleiten lassend. Als das Kleidungsstück zu Boden gefallen war, beugte er sich hinunter, um ihre Brüste mit seinen Lippen und seiner Zunge zu verwöhnen. Dana bäumte sich ihm entgegen.
"Fox, warte." murmelte sie schließlich.
Er hob seinen Blick und sah sie durch den Dunst, der durch das heiße Wasser entstanden war, an.
"Was ist?" fragte er mit rauher Stimme.
"Das Wasser." stöhnte sie, als seine Hände die Arbeit von seinem Mund übernahmen.
"Was?" er wusste nicht, worauf sie hinaus wollte, und ihre Hand, die sich an seinem Gürtel und damit in der Nähe seines, zur Zeit, empfindlichsten Körperteils befand, halfen ihm auch nicht gerade dabei, einen klaren Gedanken zu fassen.
"Es wird kalt sein, wenn wir uns nicht beeilen." meinte sie und öffnete schließlich seine Hose, die nur wenig später auf dem Boden lag. Dana bückte sich und zog ihm auch die Boxershorts herunter. Fox trat aus den Hosen heraus und stand nun nur in Socken vor Dana.
Mit zwei schnellen Bewegungen waren auch diese bald verschwunden.
Während Scully seine Brust mit sanfte Küssen bedeckte, fingerte er an dem Reißverschluss ihres Rockes herum und öffnete ihn. Das Kleidungsstück fiel mit einem leisen Rascheln zu Boden und blieb dort liegen. Ihr Slip folgte ihm sofort, und Mulder zog sie ungeduldig mit sich in die Dusche. Sie schoben die Duschtrennwand zu und versanken in einem stürmischen Kuss. Scully griff blind nach der Seife und schäumte ihre Hände ein. Dann begann sie, zärtlich Mulders Brust und seinen Rücken einzuseifen. Er hielt sie an den Hüften fest und schloss genießerisch die Augen. Als sie sich langsam nach unten arbeitete und schließlich nach seinem Glied griff, sog er seine Unterlippe in den Mund und biss darauf herum. Sie fuhr über seine Länge und verstärkte dabei leicht den Druck. Mulder entwich ein Stöhnen und seine Hüfte stieß unkontrolliert in ihre Hand.
Er öffnete seine Augen und blickte sie liebevoll und mit vor Verlangen schweren Augen an.
Langsam hob er seine Arme und hielt schließlich ihr Gesicht in den Händen. Er beugte sich hinab und küsste ihre Augenlider, ihre Wangenknochen und schließlich fanden seine Lippen den empfindlichen Punkt hinter ihrem Ohr. Sie hielt in ihrer Tätigkeit inne, schloss die Augen und neigte ihren Kopf zur Seite, um ihm einen besseren Zugang zu ermöglichen.
Sie seufzte, als er mit seinen Lippen ihrer Sehne am Hals folgte, ihr Schlüsselbein verwöhnte und schließlich ihre Brustwarze umspielte. Zärtlich nippte er daran und knetet mit der Hand die andere Brust. Ihr Kopf fiel zurück und Mulder hörte ein Stöhnen. Er verschloss ihren Mund ein weiteres Mal mit seinen Lippen, ließ seine Hände zu ihren Hüften hinab wandern und hob sie hoch, um sie gegen die Wand zu drücken.
Scully spreizte ihre Schenkel und schlang ihre Beine um seine Hüften. Sie spürte, wie er sie ein Stück hinab gleiten ließ, und sie ihn in sich aufnahm. Ihr Füße verschränkten sich in seinem unteren Rücken und ihre Arme legten sich um seinen Nacken. Sie öffnete langsam die Augen und blickte ihn an, während er sich in einem langsamen Rhythmus aus ihr zurück zog und wieder in sie hinein stieß, sein Gesicht in Konzentration verzogen.
Gott, wie sie ihn liebte.
Nun öffnete Mulder ebenfalls seine Augen und lächelte sie leicht an.
Er steigerte sein Tempo und hielt sie sanft an ihrer Hüfte fest. Scully legte ihren Kopf zurück an die Wand und stöhnte genussvoll auf. Mulder wurde noch schneller, und Danas Muskeln zogen sich enger um ihn zusammen.
Der letzte Stoß, bevor er vom Orgasmus ergriffen wurde, war auch der Stoß, den Dana noch brauchte, um in den Strudel aus Gefühlen hineingezogen zu werden und so keuchten sie gleichzeitig unter den berauschenden Wogen des Orgasmus.
Erschöpft sanken sie anschließend auf den Boden der Dusche, immer noch eng umschlungen und miteinander verbunden.
"Ich liebe dich, Fox!" flüsterte Scully Mulder ins Ohr. Mulder hob seinen Kopf von ihrer Schulter, wo er ihn völlig erschöpft abgelegt hatte.
Liebevoll musterte er ihr gerötetes Gesicht, welches jetzt von einem glücklichen Strahlen gezeichnet wurde.
"Ich liebe dich auch! Mehr als alles andere auf der Welt!" erwiderte er und küsste sie sanft auf den Mund. Dann langte er mit einer Hand nach oben und griff nach der Seife. Er begann langsam ihren Nacken einzuseifen, wanderte dann mit der Seife in der Hand über ihr Schlüsselbein zu ihrer Brust und schäumte auch die ein. Scully lächelte und beugte sich vor, um ihm einen leichten Kuss auf den Mund zu drücken.

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Zehn Minuten später stiegen sie aus der Dusche und trockneten sich ab. Gerade als sie ihr Schlafzimmer wieder betraten, klopfte es an ihrer Tür.
Dana warf Fox einen fragenden Blick zu. Er war bereits fast wieder angezogen. Es fehlte nur noch das T-Shirt, doch sie selbst hatte lediglich ein Handtuch um ihren Körper geschlungen.
"Wer ist da?" fragte Fox laut.
"Ich bin es, Tara!" hörten sie die Stimme von Bills Frau durch die Tür hindurch.
"Komm rein." meinte Dana und griff nach der Bürste, die auf der Kommode lag.
Die Tür öffnete sich langsam und die blonden Haare von Tara Scully kamen zum Vorschein. Schließlich trat ihre Schwägerin ganz ein.
"Oh, Verzeihung. Ich wollte nur kurz Bescheid sagen, dass wir essen wollen. Mom meinte, dass ihr sicher kurz vorm Verhungern seid." sagte sie und drehte sich wieder zum gehen.
"Danke Tara. Wir sind in fünf Minuten bei euch, okay?" erwiderte Scully und lächelte leicht.
"Sicher. Bis gleich also." Tara schloss die Tür hinter sich.
Fox legte von hinten die Arme um Dana und drückte ihr einen Kuss in den Nacken.
"Habe ich dir schon gesagt, dass du einfach wundervoll warst?" murmelte er in ihre Haare.
"Nein, hast du nicht, aber wenn du jetzt nicht gleich aufhörst, werden wir niemals in fünf Minuten unten beim Essen sein können." gab sie zurück und lächelte.
"Du bist wirklich unersättlich, nicht wahr?" grinste er und küsste sie noch einmal.
"Nur, wenn es um eine Sache geht, die ich wirklich sehr liebe. Von dir zum Beispiel, kann ich nie genug bekommen." erwiderte sie und drehte sich in seinen Armen um. Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken und zog ihn langsam zu sich herunter, bis sich ihre Lippen zärtlich berührten.
Fox hob seine Hände zu ihren nackten Schultern und streichelte sie sacht. Langsam wanderte er von dort über ihr Schlüsselbein zum Rand ihres Handtuches und schob es ein Stück hinunter, um ihre Brüste zu berühren. Scully legte ihren Kopf ein Stück zurück in den Nacken und sah ihn mit blitzenden Augen an.
"Willst du mich etwa schon wieder verführen?" lächelte sie.
"Verlockender Gedanke," brummte Mulder, seine Augen auf ihre Brustwarzen gerichtete, die sich unter seinem Blick langsam wieder verhärteten.
"Und was werden wir den anderen sagen, warum wir nicht zum Essen kommen, und sie umsonst auf uns warten?" fragte sie leise.
"Wir haben schon gegessen?" schlug er vor.
"Zieh dich zu Ende an, Fox. Vielleicht bekommst du ja einen Nachtisch, später." meinte sie mit einem Lächeln und küsste ihn auf die Nase.
Mulder seufzte und nahm seine Hände von ihrer Brust.
"Also gut." nuschelte er mit einem Schmollmund und griff nach seinem T-Shirt.

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Das Essen war einfach wundervoll. Dana hatte sich den am weitesten entfernten Platz von Mr. Blomberg ausgesucht, und es so arrangiert, dass sie ihn auch nicht die ganze Zeit sehen musste. Nun saßen sie alle an dem gemütlichen Esstisch, jeder ein Glas Wein vor sich und unterhielten sich. Blomberg hatte sich vor zwanzig Minuten zurück gezogen, Lauren und Maria spielten im Wohnzimmer und Matthew war bereits im Bett und so konnten sie sich über alles mögliche unterhalten.
Scully hatte ihre kleine Nichte Ginny auf dem Schoß sitzen. Das Mädchen war erst vier Monate alt, und glich ihrer Mutter Tara aufs Haar. Sanft strich sie dem kleinen Mädchen über die Wange und redete mit ihr.
Mulder hatte seinen Arm über ihre Rückenlehne gelegt und beugte sich nun leicht vor, um nach seinem Glas zu greifen. Er lachte entspannt über einen von Bills Witzen und warf ihr dann einen kleinen Seitenblick zu. Dana lächelte ihn leicht an. Sie freute sich darüber, dass Bill und er sich so gut verstanden. Das war nicht immer so gewesen. Bill hatte Mulder gehasst und ihn für alles, was ihr zugestoßen war, verantwortlich gemacht.
Ginny rührte sich und verzog leicht den Mund, und Dana sah ihr zu, wie sich ihr kleines Näschen dabei kräuselte. Sanft fuhr sie mit dem Finger von der Nasenwurzel bis zur Nasenspitze und strich sie wieder glatt.
"Dana, was hat deine letzte Untersuchung ergeben?" fragte Charly plötzlich von der anderen Seite des Tisches her.
Dana hob kurz ihren Kopf, ohne jedoch im Streicheln inne zu halten und zuckte die Achseln.
"Es geht mir gut, Charly. Das Virus ist immer noch in meinem Körper, aber es ist nicht aktiv, und das wird es auch nicht werden, solange ich mir nur den Chip nicht entfernen lasse. Ich bin also nicht ganz gesund, aber ich bin trotzdem soweit in Ordnung." Antwortete sie und lächelte ein wenig schüchtern. Dieses Thema mied sie immer so lange es eben ging, doch nun gab es für sie keine Möglichkeit, diesem Gespräch zu entkommen. Sie warf Mulder einen vorsichtigen Blick zu, und sah, dass sich seine Augen leicht verdunkelt hatten. Immer wenn die Sprache auf ihre Krankheit kam, zogen sich seine Eingeweide vor Angst zusammen.
"Ihr habt also immer noch keine Möglichkeit gefunden, dieses Virus aus dir heraus zu bekommen, damit das Implantat entfernt werden kann?" wollte er wissen.
"Leider nicht. Glaub mir, ich wäre der glücklichste Mann der Welt, wenn ich keine Angst mehr haben müsste, eines Nachts aufzuwachen und festzustellen, dass Dana nicht mehr neben mir liegt, sondern auf irgendeiner Brücke steht," Mulder rieb ihr leicht und zärtlich über ihren Oberarm.
"Gibt es denn immer noch keine Erkenntnisse über dieses Virus? Woher es kommt, und ob es auf neuartige Medikamente anspricht?" erkundigte sich nun Bill.
"Ich habe vor einigen Wochen eine Chemotherapie durchgeführt. Außer, dass mir die Haare ausfielen und ich mir die Seele aus dem Leib gekotzt habe, hat sie nichts gebracht." erklärte Dana leise und sah wieder auf Ginny hinunter, um ihre Brüder nicht ansehen zu müssen.
Fox sah leicht zur Seite und versuchte Scully in die Augen zu sehen, um wie sonst auch immer in ihnen zu lesen, doch sie hatte sich völlig hinter ihren Haaren versteckt und liebkoste ihre kleine Nichte.
Er wusste, dass sie teilweise immer noch unter einigen Nebenwirkungen litt, und dass sie nur sehr ungerne darüber sprach. Sanft legte er seine Hand in ihren Nacken und massierte ihn leicht. Scully hob ihren Kopf und sah ihn dankbar an, woraufhin er ihr ein aufmunterndes Lächeln zuwarf.
"Du hast was?" Bill richtete sich auf.
"Warum hast du uns nichts gesagt. Wir hätten Urlaub nehmen und nach dir sehen können." schaltete sich Charly ein. Auch Maggie sah erschrocken zu ihrer Tochter und Mulder hinüber.
"Dana, Liebes, davon wusste ich ja gar nichts. Hast du so wenig Vertrauen zu mir, dass du mich aus deinem Leben so ausschließt?" fragte sie leise.
"Nein, das habe ich nicht, und es hat auch gar nichts damit zu tun. Und ich weiß auch, dass ihr Jungs nach mir gesehen hättet, und für mich da gewesen wärt. Aber ich wollte nichts sagen, bevor ich nicht sicher sein konnte, dass es wirkt. Ihr hättet euch nur umsonst gesorgt. Und als ich merkte, dass es gar nicht half, war es sowieso egal."
"Ich hatte mich schon gewundert, warum ich so lange nichts von dir und Mulder gehört hatte," seufzte Bill.
"Es ging ihr wirklich sehr schlecht. Ihr Körper hat sich aufs Härteste gegen die Chemo gewehrt. Zu sagen, dass ihr nur die Haare ausgefallen sind und ihr Magen rebelliert hat, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. Sie hat fast gar nichts mehr essen können, und wenn sie etwas zu sich nahm, dann kam es meistens gleich wieder raus. Die Knochen taten ihr weh und sie litt unter Schlaflosigkeit. Dana hat ständig gefroren und sie hatte nur wenig Kraft. Es gab Tage, da ist sie nicht einmal aus dem Bett gekommen."
"Und dann hat es noch nicht mal was gebracht." Megan hatte wirklich Mitleid mit Dana.
"Es tut mir wirklich wahnsinnig leid für euch. Hoffentlich findet ihr bald etwas, was dieses Virus bekämpft."
Dana nickte und erhob sich dann, die schon fast schlafende Ginny immer noch im Arm.
"Ich werde sie ins Bett bringen. Oder habt ihr etwas dagegen?" sie sah fragend von ihrem Bruder zu ihrer Schwägerin.
"Nein, natürlich nicht. Mach ruhig,." lächelte Tara und sah Dana und ihrer Tochter hinterher.
Mulder stellte sein Weinglas wieder auf den Tisch, und sah nachdenklich auf die Tür, durch die Dana verschwunden war.
"Wann werdet ihr endlich heiraten?" fragte Bill, und sah Mulder interessiert an. Mulder schrak auf und wandte sich Bill zu. Hatte er wirklich richtig gehört?
"Bitte?" fragte er nach.
"Ich fragte, wann ihr endlich heiraten werdet. Ihr seit jetzt seid mehr als vier Jahren zusammen und ihr kennt euch schon seit mehr als acht Jahren. Warum heiratet ihr nicht endlich?" wiederholte Bill seine Frage. Mulder hatte sich offensichtlich nicht verhört.
Ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht, in Anbetracht dessen, *wer* ihm diese Frage gestellt hatte. Es gab Zeiten, da hatten Bill Scully und er sich nicht einmal halbwegs vernünftig unterhalten können, wenn sie aufeinander trafen. Doch glücklicherweise waren diese Zeiten längst vorbei. Bill hatte sich daran gewöhnt, dass Mulder ein "Beinahe Familienmitglied" war, und hatte ihn offensichtlich vollkommen akzeptiert.
Nun sah er kurz verlegen zu Boden und schüttelte dann langsam den Kopf.
"Wir werden nicht heiraten, Bill." Sagte er leise, jedoch laut genug, dass es alle hören konnten.
"Aber warum denn nicht? Es ist doch offensichtlich, dass ihr beide euch sehr liebt. Was spricht also dagegen, den Bund fürs Leben einzugehen?" nun war auch Charly neugierig geworden und er zog eine Augenbraue hoch, wie auch Dana es immer tat, wenn sie eine Aussage von ihm in Zweifel zog.
"Es geht nicht. Unsere Beziehung wird im Bureau nur so lange geduldet, wie sie nicht offiziell ist. Wir leben zwar zusammen, aber unsere Namen sind doch noch verschieden. Sobald wir heiraten, wäre unser Vorgesetzter gezwungen, einen von uns in eine andere Abteilung zu versetzten. Und außerdem würde uns eine offizielle Beziehung viel zu verwundbar machen. Wir wären sehr viel angreifbarer dadurch."
"Wer könnte euch denn angreifen wollen?" erkundigte sich Megan.
"Etwa euer Vorgesetzter?" wollte Tara wissen und legte ihre Hand wie beiläufig in die ihres Mannes. Mulder hätte früher nie gedacht, dass Bill so ein körperlicher Typ war. Er wurde eines besseren belehrt. Bill zeigte seine Zuneigung für seine Frau sehr offen.
"Die Männer, die Dana damals entführt haben, die ihr den Krebs gaben und die sie später in die Antarktis brachten. Die warten nur auf eine Gelegenheit, uns an einem wunden Punkt zu erwischen," erwiderte Mulder.
Bill nickte und erhob sich dann ebenfalls.
"Ich werde sehen, ob Dana Hilfe braucht."
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Dana saß neben dem kleinen Gitterbett ihrer Nichte. Sie hatte ihre Beine an den Körper heran gezogen, einen Arm um die Knie geschlungen und den Kopf so geneigt, dass sie Ginny ansehen konnte. Eine Hand reichte durch die Gitterstäbe hindurch und sie streichelte das Kind sanft hinter einem Ohr.
Bill blieb leise in der Tür stehen und betrachtete das Bild, das sich ihm bot, nachdenklich. Offenbar hatte seine Schwester sein Eintreten nicht bemerkt, denn sie hatte ihren Kopf nicht einmal angehoben.
Dana liebte Kinder, das war schon immer so gewesen. Als Matthew noch klein war, hatte sie auch immer Stunden damit verbracht, den Jungen zu streicheln und zu liebkosen. Um so verwunderlicher war es für Bill, dass Dana selber noch keine Kinder hatte.
Langsam kam er näher und blieb etwa einen Meter von ihr entfernt ein weiteres Mal stehen. Nun hob sie langsam den Kopf und sah ihn an. Ein trauriges Lächeln umspielte ihre Mundwinkel.
"Sie sind einfach wunderschön, wenn sie so klein sind, nicht wahr?" fragte sie leise, jedoch nicht flüsternd.
"Ja, das sind sie. Aber nicht nur dann. Sie bleiben es auch, zumindest, wenn es deine eigenen sind." Bill lächelte leicht und Dana nickte.
"Warum bist du gekommen? Willst du mir eine Moralpredigt halten, dass ich mich nicht gemeldet habe, als es mir schlecht ging?" wollte sie wissen und erhob sich.
"Nein. Ich wollte nur sehen, ob du zurecht kommst. Ginny ist zwar erst vier Monate alt, aber sie hat schon einen ziemlichen Dickkopf, und Wickeln findet sie ganz schrecklich." scherzte Bill und musterte seine Schwester eingehend. Sie war wirklich dünner geworden, und ihre Haltung drückte eine gewisse Müdigkeit aus.
Jetzt schüttelte sie langsam den Kopf.
"Es war kein Problem. Sie ist einfach wunderbar. Genauso wie ihr Bruder. Aber bei Eltern, wie Tara und dir, können die Kinder auch nur wundervoll sein," entgegnete sie immer noch leise und sah ihren Bruder nun ihrerseits aufmerksam an.
"Wie meinst du das?" fragte dieser erstaunt.
"Nun ja, ihr gebt euren Kindern das, was sie brauchen. Eine ganze Menge Liebe und Aufmerksamkeit, aber auch die nötigen Grenzen und Konsequenzen."
Bill lächelte und hob seine Hand, um Dana sanft über die Wange zu streicheln.
"Warum hast du keine Kinder, Dana?" fragte er leise.
Sie zuckte fast unmerklich zusammen und senkte ihren Kopf, als wenn sie ein weiteres Mal in das Kinderbettchen schauen würde, um Ginny anzusehen. Langsam schloss sie die Augen und atmete tief durch.
"Es geht nicht," meinte sie und sah nun wirklich das kleine schlafende Kind an.
"Warum nicht. Ist Mulder nicht bereit die Suche nach seiner Schwester oder die Arbeit aufzugeben?" fragte Bill.
Dana hob den Kopf und suchte in Bills Gesicht nach etwas, das ihr verraten würde, wie sie diese Frage verstehen sollte. Doch sie konnte nichts Abfälliges in seinem Blick entdecken. Offenbar war es eine ganz normale, ernste Frage gewesen.
Langsam schüttelte sie den Kopf.
"Nein, darum geht es nicht. Davon abgesehen, hat Fox im letzten Jahr seine Schwester gefunden. Er weiß jetzt, was mit ihr passiert ist." "Fox hat Samantha gefunden?" Bill war ehrlich erstaunt. Sie nickte.
"Ja. Nicht so, wie man jemanden wirklich wiederfinden kann. Trotzdem weiß er, dass es ihr gut geht, da wo sie ist. Es war nur wenige Tage nachdem seine Mutter gestorben war." Scully rieb sich mit Daumen und Zeigefinger über die Nase. Bill pfiff leicht durch die Zähne.
"Also gut. Auch wenn ich nicht wirklich verstehe, was du meinst. Aber wenn es das nicht ist, was euch daran hindert ein Kind zu bekommen, was ist es dann? Ich meine, versteh` mich nicht falsch. Wenn du lieber Karriere machen möchtest, dann tu was du nicht lassen kannst, aber irgendwie glaube ich nicht, dass es das ist, was du willst. Du liebst Kinder so sehr, bist ganz verrückt nach ihnen. Also, warum bekommt ihr kein eigenes?" meinte er und sah ihr offen ins Gesicht. Dana senkte ihren Blick wieder kurz, hob ihn dann jedoch und Bill konnte voller Entsetzten sehen, dass eine Tränen ihre Wange hinunter lief.
"Weil ich keine Kinder bekommen kann, Bill," flüsterte sie und hob resigniert die Schultern und ließ sie wieder fallen. Unwirsch fuhr sie sich mit dem Handrücken über die Wange und wischte sich die Tränen fort.
Bill schluckte und sah sie erschrocken an.
"Aber..." seine Stimme versagte und eigentlich wusste er auch gar nicht, was er sagen wollte.
"Bei meiner Entführung damals, sind nicht nur irgendwelche Tests an mir vorgenommen worden. Die Männer haben auch meine Eizellen entfernt. Sie haben sie geerntet, um damit irgendwelche Hybriden zu züchten oder andere Tests zu machen. Ohne Eizellen keine Kinder. So einfach ist das."
"Das ist nicht einfach." Hörten sie von der Tür her Mulders Stimme. Mit zwei langen Schritten war er bei ihr und nahm sie sanft in den Arm.
"Nein, Dana. Mulder hat recht. Das ist nicht einfach. Das ist verdammt noch mal das Schrecklichste, was ich jemals gehört habe. Ich würde am liebsten losgehen, und diese Menschen erschießen!" grummelte Bill, und in seinen Augen waren Zorn und Haß, aber auch grenzenloses Mitleid und eine sanfte Liebe für seine Schwester zu erkennen.
"Dann kannst du dich hinten einreihen. Erst bin ich an der Reihe. Ich warte schon viel länger." Mulder beugte sich hinab und gab Scully einen beruhigenden Kuss auf den Haaransatz.
"Ach hört doch auf. Davon regenerieren sich meine Eizellen auch nicht. Und ich habe kein Verlangen danach, einen von euch an jedem zweiten Wochenende im Gefängnis zu besuchen," versuchte Dana die Situation wieder zu entspannen. Sie wollte nicht mehr über so ernste Themen sprechen.
"Mach nicht irgendwelche dummen Witze, Dana. Mulder und ich wissen, wie du dich deswegen fühlen musst. Du brauchst hier keine Show abzuziehen, um zu beweisen wie stark du bist," fuhr Bill auf.
Dana sah betreten zu Boden.
"Seit wann weißt du davon?" wollte ihr Bruder nun wieder etwas ruhiger wissen.
"Schon seit einer ganzen Weile. Ich weiß nicht genau, drei Jahre, oder vier."
"Und du hast es nie gesagt? Warum nicht. Hat Mom recht, vertraust du uns so wenig?" Bill klang traurig.
"Ach Bill, es hat wirklich gar nichts damit zu tun. Ich möchte nur nicht, dass ihr euch um Dinge sorgt, die nicht zu ändern sind."
"Dana, du bist unsere Schwester. Es ist praktisch unser Job, dass wir uns um dich sorgen." Bill trat einen Schritt auf sie zu und hob langsam seinen Arm. Er legte seine Hand auf ihre Schulter und sah ihr offen ins Gesicht.
"Ach Bill, verdammt, ich weiß das. Aber ich brauche doch auch nicht alleine damit fertig werden. Ich habe Fox. Und vielleicht kannst du dir vorstellen, dass ich nicht besonders gerne darüber rede. Es tut verdammt weh, zu wissen, dass man so..." Dana stockte und suchte nach dem richtigen Wort. Sie blitzte ihren Bruder an.
"... unvollständig ist. Ich meine, willst du wirklich wissen, wie es mir geht? Willst du wirklich, dass ich dir erzähle, wie es sich anfühlt, auf einem kalten Stahltisch festgeschnallt zu sein, sich nicht bewegen zu können, zu merken, dass sie deinen Bauch aufschneiden und irgend etwas dort hinein tun? Zu merken, wie sich die Beine langsam auseinander bewegen und du rein gar nichts dagegen tun kannst und wenn spitze Gegenstände in deinen Körper geführt werden? Wie es ist, wenn sich irgendwelche wildfremden Männer an den intimsten Stellen deines Körpers zu schaffen machen, und du vor lauter Angst und Schmerzen am liebsten sterben möchtest? Willst du das wirklich wissen?" Dana war immer lauter geworden und zum Schluss hatte sie fast geschrien. Sie zitterte am ganzen Körper. Bill war erschrocken mehrere Schritte zurückgewichen, und als sie ihn nun, schwer atmend, betrachtete, sah sie, dass er jegliche Farbe aus seinem Gesicht verloren hatte.
Sie holte tief Luft und senkte betroffen den Blick. Schließlich blickte sie ihm langsam wieder ins Gesicht.
"Es tut mir leid. Ich..., ich weiß auch nicht, ich habe mich da reingesteigert." "Nein! Nein, mir tut es leid. Ich muss mich bei dir entschuldigen. Du hast recht. Ich denke nicht, dass ich das alles wissen möchte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit klar käme." Bill kam wieder auf sie zu. Mulder war einige Schritte zur Seite getreten. Er kannte Dana gut genug, um zu wissen, wann sie lieber nicht berührt werden wollte.
"Verdammt, Dana! Ich wusste nicht, was du alles erlebt hast, als du monatelang verschwunden warst. Es tut mir so leid. Ich kann dir gar nicht sagen, wie leid mir das tut, dass du so etwas schreckliches mitmachen musstest." Er zog sie in seine Arme.
Dana ließ es geschehen und legte schließlich ihre Arme um die Hüften ihres Bruders.
"Ist schon gut. Ich komme damit klar. Ich weiß auch nicht, was heute mit mir los ist. Ich bin wohl nicht so gut in Form oder einfach nur müde." Sie drückte ihn fest an sich.
"Dana, Bill, Fox? Wo bleibt ihr denn? Es kann doch nicht so schwer sein, ein vier Monate altes Baby ins Bett zu bringen!" tönte Maggies Stimme von der Treppe zu ihnen hoch
Dana löste sich aus der Umarmung ihres Bruders und lächelte ihn an.
"Nun geht schon, ihr beiden, bevor wir hier gleich den Abend in eurem Schlafzimmer zu Ende bringen. Ich mache mich noch schnell frisch und komme dann nach." Sie schob Bill zur Tür.
"Ich liebe dich, Schwesterchen" sagte Bill und verließ das Schlafzimmer.
"Geh schon, Fox. Ich bin in fünf Minuten wieder bei Euch. Ich mache mich wirklich nur schnell frisch." meinte sie, als Mulder keine Anstalten machte, sich von der Stelle zu bewegen, und sie nur anstarrte.
"Bist du in Ordnung?" wollte er wissen.
"Ja. Ja, ich bin in Ordnung. Ich weiß nicht, was da gerade in mich gefahren ist."
Mulder nickte und drehte sich langsam um.
Auch Scully drehte sich um und sackte in der gleichen Bewegung langsam in den Schultern ein. Sie betrachtete ein weiteres Mal ihre kleine Nichte, die friedlich, an ihrem Schnuller nuckelnd, in ihrem Bettchen lag und schlief. Sie würde nie ein eigenes kleines Baby haben, sehen wie es schlief und wuchs. Würde nie erfahren wie es war, wenn es das erste Mal Mama oder Papa sagte, die ersten Schritte machte oder sich das erste Mal das Knie aufschlug.
Während sie so in Gedanken war, merkte sie nicht einmal, wie ihr die Tränen die Wange hinunter liefen. Erst, als sich von hinten zwei starke Arme um sie legten und sie fest an sich drückten, wurde ihr bewusst, dass sie immer noch vor dem Bett ihrer Nichte stand und bitterlich weinte. Sie drehte sich langsam in der Umarmung um, nicht in der Lage, ihre Tränen zu stoppen und klammerte sich wie eine Ertrinkende an Fox fest.
"Es geht dir nicht gut. Warum kannst du es denn nicht einfach zugeben?" fragte er leise und mit einem traurigen Unterton.
Sie schüttelte den Kopf, war nicht einmal in der Lage einen einfachen Satz hervor zu bringen und vergrub statt dessen ihr Gesicht in seiner Halsbeuge.
"Es tut so verdammt weh. Sie haben mir einfach etwas genommen. Sie haben mir keine Möglichkeit gelassen, selber so ein kleines Baby zu haben," schluchzte sie schließlich.
"Nein, dass haben sie nicht. Sie haben dir diesen Teil deines Lebens geraubt. Du liebst Kinder so sehr. Es tut sehr weh, zu wissen, dass wir keine haben können," murmelte er, und sie konnte deutlich die Selbstvorwürfe in seiner Stimme hören.
Sie sah ihn mit verweinten Augen an, doch die Tränen waren durch die Erkenntnis, dass er sich wieder einmal die Schuld gab, sofort versiegt.
"Aber es ist nicht deine Schuld, dass ich keine Kinder bekommen kann. Es tut nur in solchen Momenten so verdammt weh, zu sehen, dass Tara und Bill und auch Charly und Megan das haben, was ich mir insgeheim am meisten wünsche. Ich meine, sieh sie dir an. Ist Ginny nicht einfach wundervoll?" meinte sie.
Mulder blickte nun in das Bettchen und betrachtete das schlafende Mädchen. Ja, Dana hatte recht. Sie war wirklich niedlich. Langsam nickte er und schluckte. Auch er hätte gerne eine richtige Familie mit Dana. Dafür würde er ohne zu zögern die X-Akten aufgeben.
"Aber selbst wenn ich Kinder bekommen könnte. Es ginge nicht. Sie würden es gegen uns verwenden und sie uns vielleicht sogar wegnehmen, und vielleicht würden sie Tests an ihnen durchführen." Scully schauderte bei dem Gedanken daran, was DIE alles mit dem Kind machen könnten. Sie merkte, wie auch Mulder sich bei dem Gedanken versteifte und sie unwillkürlich fester an sich drückte.
"Wir könnten ein Kind adoptieren." Mulder sah von oben auf sie hinab. Scullys Kopf schoss hoch und sie sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
"Fox, das geht nicht. Hast du mir nicht zugehört?" wollte sie wissen.
Er zuckte die Achseln.
"Wir könnten weg gehen. Ich könnte eine Praxis aufmachen und als Psychologe arbeiten. Du könntest in einem kleinen Krankenhaus in der Pathologie arbeiten, oder vielleicht würdest du auch zu Hause bleiben, bei dem Baby. Wir könnten einen kleinen Hund bekommen," spann er den Faden weiter.
"Du würdest wirklich die Arbeit aufgeben, um eine Familie mit mir zu gründen?" wollte sie wissen.
"Warum nicht? Ich liebe dich, Dana. Ich will, dass du glücklich bist. Und wenn es das ist, was dich glücklich macht, dann würde ich den Akten nicht eine Sekunde nachtrauern."
Langsam schüttelte sie den Kopf.
"Und was würde aus der Verschwörung? Würdest du sie einfach weiter im Hintergrund ihre Fäden ziehen und so über die Zukunft der gesamten Menschheit bestimmen lassen?" wollte sie wissen. Der Gedanke erschreckte sie.
"Ich bin mir manchmal nicht sicher, ob wir überhaupt etwas gegen diese Menschen ausrichten können. Ich habe Angst, dass wenn wir ihnen eines Tages wirklich mal zu nahe kommen und so zu einer richtigen Gefahr für sie werden, sie etwas schreckliches tun werden."
"Was sollten sie denn tun?" Scully horchte auf.
"Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht holen sie dich ein weiteres Mal, oder lassen dich wieder krank werden. Verdammt ich weiß es doch auch nicht, aber wenn ich mal ehrlich sein soll, dann bin ich auch nicht scharf darauf, es herauszufinden," meinte er. Dana fröstelte bei dem Gedanken an das, was die Worte bedeuten könnten.
"Du willst also tatsächlich die Akten aufgeben und mit mir ein Kind adoptieren?" vergewisserte sie sich.
"Das würde ich sofort." Er gab ihr einen Kuss und lächelte.
"Nun ja, eigentlich denke ich, wir sollten diese Idee nicht ganz vergessen. Lass sie uns im Hinterkopf behalten." Nun lächelte auch Dana. Dann trat sie einen Schritt zurück und musterte Mulder eingehend.
"Warum bist du eigentlich noch hier oben? Hatte ich nicht gesagt, dass du schon runter gehen sollst?" wollte sie wissen.
Er sah sie irritiert an, grinste dann jedoch über das ganze Gesicht.
"Ich wusste doch, dass *nicht* alles klar ist. Und außerdem brauchte ich noch einen Pulli. Mir wurde langsam kalt, nur im T-Shirt."
"Nun geh aber. Sonst kommt Mom gleich noch hoch und sieht mich hier so völlig verheult. Dann ist die Stimmung hin."
Mulders Miene verdunkelte sich. Dana war lieber bereit, mit allen Problemen der Welt alleine fertig zu werden, als dass sie irgend jemandem die Stimmung versaute. Sie hatte schon als Kind angefangen, ihre Probleme in sich hinein zu fressen, statt sie laut heraus zu schreien.
Noch einmal beugte er sich zu ihr hinunter und gab ihr einen Kuss, bevor er sich umdrehte und nun wirklich nach unten ging.
Dana kam fünf Minuten später und sie hatten noch einen netten Abend miteinander. Es wurde viel gescherzt und gelacht, und Bill gab einige von seinen Witzen zum Besten.

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Scully war in den Garten gegangen. Sie genoß es jedes Mal, wenn sie ihre Mutter besuchte, auch einige Zeit im Garten zu verbringen, schließlich hatte sie selber keinen Garten, und die Arbeit ließ ihr auch selten Zeit für einige entspannte Stunden in der Natur. So saß sie nun in der warmen Morgensonne auf der Schaukel, die Augen geschlossen und sah nur hin und wieder in den Kinderwagen, in dem die kleine Ginny lag, und friedlich schlief. Ganz sanft schaukelte sie hin und her und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen, während sie den Vögeln lauschte, die sich hinter ihr in einem Baum zankten.
"Wir beide sind offenbar für einander bestimmt, oder was meinst du, warum uns das Schicksal noch einmal zusammen geführt hat?" zwei starke Arme schlangen sich von hinten um ihren Körper und Dana versteifte sich sofort. Sie keuchte, mühsam darum bemüht, weiter zu atmen und Luft in ihre Lungen zu pumpen, doch die Angst, die sich rasch in ihr ausbreitete, machte das Atmen zu einem fast unmöglichen Unterfangen.

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"Hey, habt ihr Dana gesehen?" Fox kam die Treppe runter gelaufen und sah sich suchend im Wohnzimmer um. Charly sah von seinem Spiel, welches er gerade mit Lauren spielte auf und Mulder an.
"Sie wollte nach draußen gehen. Tara hatte Ginny im Wagen auf die Veranda gestellt, und Dana wollte die Kleine nicht alleine lassen." Scullys Bruder und grinste bei dem Anblick, den Mulder bot.
"Mein Gott, Mulder, du machst den Eindruck, als wärst du ein Junkie auf Entzug. Wann hast du sie das letzte Mal gesehen? Vor einer Stunde oder vor einer halben?" lachte er. Mulder nickte ihm mit einem gequälten Grinsen zu, und ging dann nach draußen.
Langsam zog er die Tür hinter sich ins Schloss. Er hatte Dana tatsächlich vor fünfzehn Minuten das letzte Mal gesehen, und im Grunde wusste er, dass er sich albern aufführte, doch irgend etwas sagte ihm, dass sie ihn brauchte. Als er sich auf der Veranda umsah, konnte er weder Dana, noch den Kinderwagen mit Ginny entdecken und so ging er um das Haus herum. Als er um die Hausecke trat, hatte er das Gefühl, als hätte ihm jemand einen Schlag in den Magen verpasst.
Blomberg stand hinter Dana, hatte seine Arme um ihren Körper gelegt und hielt sie fest. Scully hatte sämtliche Farbe aus ihrem Gesicht verloren und versuchte verzweifelt, von der Schaukel aufzuspringen und damit auch Blomberg zu entkommen, doch der Mann machte keine Anstalten seinen Griff zu lockern.
"Du warst die beste von allen! Du warst auch die Erste. Gott du bist heute immer noch so schön, siehst immer noch so unschuldig aus, wie du damals mit fünf Jahren ausgesehen hast," hörte er den Mann stöhnen.
"Lassen Sie sie los!" schrie Mulder und rannte zur Schaukel. Blomberg trat rasch einen Schritt zurück und grinste Mulder an.
Dana keuchte immer noch, war jedoch im gleichen Moment von der Schaukel gesprungen, in der Blomberg zurück getreten war und hielt sich nun hinter Mulder.
Fox maß Blomberg von Kopf bis Fuß ab. Dann warf er einen Blick über die Schulter, und musterte Dana, die immer noch sehr blass war, aber ansonsten in Ordnung schien.
"Wenn Sie sie noch einmal anfassen, dann werde ich Sie töten," sagte Mulder ruhig und blickte Blomberg ins Gesicht. Dana legte ihre Hand sanft auf seinen Unterarm, um ihn zu beruhigen, doch Fox schüttelte sie einfach ab. Blomberg schien jedoch von dieser Drohung nicht beeindruckt zu sein. Er lächelte kalt.
"Ich habe doch nur meine ehemalige kleine Nachbarin begrüßt. Was stört Sie denn daran?" wollte der ältere Herr wissen.
"Ich weiß was Sie getan haben. Und ich warne Sie zum letzten Mal. Kommen Sie ihr nicht zu nahe." e Mulder drehte sich um. Er griff nach dem Kinderwagen von Ginny und mit der anderen Hand nach Danas Unterarm und zog sie mit sich, während er den Wagen auf die Veranda zusteuerte.

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Nachmittags tranken sie gemütlich Kaffe. Dana und Fox versuchten, möglichst viel Platz zwischen sich und Mr. Blomberg zu bringen, aber für Mulders Geschmack, wäre selbst das andere Ende der Welt noch zu nahe gewesen. Nach dem Kaffeetrinken sollte Maggie ihre Geschenke bekommen und die Kinder waren sehr gespannt. Obwohl es ja ihre Großmutter war, die Geburtstag hatte, waren sie sehr aufgeregt. Lauren und ihre zwei Jahre ältere Schwester Maria turnten schon die ganze Zeit ungeduldig auf ihren Plätzen herum.
"Hey, Lauren, komm doch mal her zu mir. Ich habe hier etwas für dich und deine Schwester!" meinte Mr. Blomberg schließlich und griff in seine Hosentasche. Auf Laurens Gesicht erschien ein Strahlen. Mulder bemerkte, wie sich in Dana jeder Muskel anspannte und sie genau beobachtete was geschah. Ihr Blick verfolgte jede Bewegung, die Blomberg machte, und als er Lauren langsam auf seinen Schoß zog, und dabei zu ihr rüber sah, auf seinem Gesicht ein wissendes Lächeln, sprang sie schließlich auf und meinte hektisch
"Maria, Lauren, soll ich euch auf der Schaukel Schwung geben?"
Die Mädchen waren begeistert und Lauren sprang wie der Blitz von Blombergs Schoss und folgte ihrer sieben jährigen Schwester jubelnd in den Garten.
"Aber Schatz, du hast doch den Kuchen noch gar nicht aufgegessen," rief Maggie ihrer Tochter hinterher und schüttelte erstaunt den Kopf.
"Ich habe keinen Hunger, Mom. Tut mir wirklich leid," meinte Dana und lief hinter Charlys Kindern her.

Mulder entschuldigte sich zehn Minuten später und folgte den dreien. Er trat auf die Veranda und lauschte auf das Jauchzen der Mädchen, dass zu ihm herüber wehte. Langsam ging er zur Schaukel und legte sanft einen Arm um Scully. Mit einem Seufzer legte sie ihren Kopf an seine Brust und schlang ihre Arme um seine Taille.
"Was war los?" wollte er wissen und küsste sie sanft auf den Haaransatz.
"Er hat sie angefasst, Fox. Seine Hand lag auf ihrem Schenkel, und zwar auf der Innenseite. Ich ertrage das nicht, wenn er Lauren oder Maria das antut." murmelte sie und hob ihren Kopf, um ihn ansehen zu können.
"Er wollte dass du das siehst, denn er weiss, dass du es nicht erträgst. Ich bin mir sicher, Blomberg kennt dich in dieser Hinsicht genauso gut, wie ich. Er weiss, dass du dich eher opfern und ihm gestatten würdest, dich ein weiteres Mal zu haben, als dass er diesen beiden Mädchen etwas antut, und darauf hofft er. Er hat es dir sogar indirekt zu verstehen gegeben, denn er hat dir heute morgen gesagt, dass du für ihn die Beste warst," sagte er leise, und strich ihr beruhigend über den Rücken. Scully schluckte schwer. Mulder hatte vermutlich recht. In einem Punkt auf jeden Fall. Sie würde nicht zulassen, dass Blomberg Charlys Mädchen weh tun würde. Eher würde sie ihm erlauben, sie zu haben.
Was dachte sie denn da für einen Mist? Sie hatte mittlerweile andere Möglichkeiten mit Blomberg fertig zu werden. Und doch, sie war sich nicht sicher, ob sie diese einsetzen würde, denn das hieße, dass ihre Mutter und auch ihre Brüder und Schwägerinnen erfahren würden, was sie vor so vielen Jahren erleben musste.
"Ich werde dafür sorgen, dass er den Mädchen nicht mehr zu nahe kommt, in Ordnung? Aber du musst mir versprechen, dass du dich ebenfalls von ihm fern hältst." Er legte zwei Finger unter ihr Kinn und brachte sie so dazu, ihn anzusehen. Seine Augen bohrten sich in ihre, auf der Suche nach dem Versprechen von ihr, nichts unüberlegtes zu tun.
"Fox meinst du etwa, mir gefällt es, ihm irgendwie nahe zu sein?" wollte sie wissen und funkelte ihn an. Mulder schüttelte langsam den Kopf. Auf seiner Stirn erschien eine steile Falte.
"Nein, dass meine ich nicht, aber sei ehrlich, du würdest es tun, und daran zerbrechen. Du willst Lauren und Maria schützen und du willst nicht, dass Maggie und die anderen etwas von dem efahren, was du als Kind mitmachen musstest. Und ich will auf keinen Fall, dass es sich wiederholt. Ich will nicht, dass du es für die Kinder tust oder weil du dich für das schämst, was er mit dir gemacht hat. Also gib ihm keine Möglichkeit. Ich habe das dumme Gefühl, er würde dich sogar gewaltsam dazu zwingen, wenn er nur die Gelegenheit dazu bekommt. Bitte, gib sie ihm nicht." Er zog sie wieder an seine Brust und hielt sie fest. Angst breitete sich in seinem Körper aus, und er hoffte, dass diese ungerechtfertigt war.
Blomberg würde sich gewaltsam von Dana holen, was er wollte und Mulder konnte sich denken, dass es für den Mann sehr nervenaufreibend war, mit dem Objekt seiner Begierde in einem Haus zu sein, zum Greifen nahe, und doch so fern. Vermutlich wartete er wirklich nur auf eine günstige Gelegenheit und er würde sie nutzen, ob sie sich im Haus, vielleicht im Keller, oder hier im Garten bot. Mulder nahm sich vor, nicht nur die Kinder gut im Auge zu behalten, sondern auch Dana.
"Lass uns wieder rein gehen. Maggie wartete sicher schon auf uns und auf die Geschenke," meinte er schließlich und gab ihr einen sanften Kuss auf den Mund.
"Maria, Lauren, lasst uns reingehen und Grandma die Geschenke geben." Scully lächelte die Mädchen an und löste sich von Mulder.

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Maggie freute sich wirklich sehr über all die Geschenke und sie saßen noch lange gemütlich beieinander. Mulder beobachtete Blomberg unauffällig und warf auch immer wieder einen Blick in Danas Richtung, die sich gerade mit Matthew ein Bilderbuch ansah. Lauren hatte sich ebenfalls dazu gesetzt und genoß es, dass Dana ihr den Rücken kraulte. Maria war zu ihm auf den Schoß geklettert und stellte ihm eine Menge Fragen.
"Hast du auch Geschwister, Fox?" wollte sie irgendwann wissen. Mulder sah aus den Augenwinkeln wie Bills Kopf herum fuhr und er gerade ansetzen wollte, Maria für ihre Neugierde zu tadeln, doch Mulder sah auf und schüttelte sanft den Kopf.
"Lass sie Bill. Es ist in Ordnung und ich finde, dass man Kinder nicht in ihrer Neugierde zügeln sollte. Wie sollen sie denn sonst alle wichtigen Informationen bekommen, um sich ein vollständiges Bild von der Welt zu machen?" meinte er, und sah dann wieder zu Charlys älterer Tochter hinunter.
"Ich hatte eine Schwester, Maria."
"Wo ist sie denn jetzt?" wollte das Mädchen mit unschuldigem Blick wissen.
"Sie ist bei den Sternen," erklärte Mulder.
"Wirklich? Aber wie ist sie denn da hingekommen?" erkundigte Maria sich.
"Sie ist geflogen. Weißt du, als wir noch Kinder waren, sind ein paar Männer gekommen und haben sie mitgenommen. Sie haben ihr sehr weh getan und eines Tages ist sie einfach zu den Sternen geflogen, so dass sie ihr nichts mehr tun konnten." Maria sah ihn an und ihre Augen bekamen einen traurigen Ausdruck.
"Dann hast du deine Schwester nie mehr gesehen?" flüsterte sie.
"Nein, das habe ich nicht. Aber ich habe ein Foto von ihr, das trage ich immer in meiner Brieftasche. Möchtest du es einmal sehen?" Mulder langte nach seiner Brieftasche, als Maria nickte. Er zog ein, an den Kanten schon leicht eingerissenes, Bild heraus und hielt es dem Mädchen hin. Marias Augen wurden immer größer, als sie das Mädchen auf dem Foto betrachtete.
"Sie ist wunderschön, Fox. Wie heißt sie?" Marias Stimme klang ehrfürchtig.
"Ihr Name war Samantha." Lauren war nun ebenfalls neugierig geworden und kletterte über Dana hinweg neben Fox und nahm ihrer Schwester das Bild aus der Hand. Sie war sehr viel sensibler als ihre Schwester, und als sie nun das Bild mit dem auf dem Karussell sitzenden, lachenden Mädchen betrachtete, löste sich eine Träne aus ihren Augen und lief die Wange hinunter.
"Darum siehst du manchmal so traurig aus. Vermisst du sie sehr ?" fragte sie mit erstickter Stimme und sah Fox mit traurigen Augen an.
"Ja, ich vermisse sie ganz schrecklich. Aber ich denke, dass es ihr da, wo sie jetzt ist, sehr gut geht. Wahrscheinlich schaut sie jeden Abend von den Sternen zu mir hinunter und lächelt," sagte Mulder und wischte Lauren die Tränen von der Wange.

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Mulder wurde durch ein Würgegeräusch geweckt. Mit einem Seufzen drehte er sich auf den Rücken und fuhr sich mit den Händen durch das Gesicht. Er rollte sich aus dem Bett und ging zum Badezimmer. Als er die Tür aufstieß, sah er Dana vor der Toilettenschüssel hocken, ein Anblick, der sich ihm in den letzten Wochen zu oft geboten hatte. Mit zwei schnellen Schritten war er bei ihr und strich ihr sanft die Haare aus dem Gesicht. Er streichelte beruhigend ihren Rücken und redete leise auf sie ein.
Schließlich hörte ihr Magen auf, sich schmerzhaft zusammenzuziehen und Scully stand erschöpft auf.
Mulder nahm einen feuchten Waschlappen zur Hand und wusch ihr vorsichtig das blasse Gesicht ab. Nachdem sie sich mit einer Menthollösung den Mund gespült hatte, führte er sie langsam wieder zum Bett, half ihr dabei, sich hinzulegen und deckte sie zu. Müde schloss sie die Augen und seufzte.
Fox ging um das Bett herum und legte sich wieder hin, wohl wissend, dass weder Dana noch er in dieser Nacht viel Schlaf bekommen würden.

Um halb neun stand Mulder leise auf. Dana hatte sich in der Nacht noch vier Mal übergeben und war erst um fünf Uhr in einen unruhigen Schlaf gefallen. Ohne sie zu wecken, ging er in das Badezimmer und zog leise die Tür hinter sich zu. Er hoffte, dass die Dusche die Müdigkeit vertreiben würde.
Als er fünfzehn Minuten später wieder ins Schlafzimmer trat, blinzelte sie ihn müde an.
"Hey. Warum hast du mich nicht geweckt? Eine Dusche hätte mir sicher gut getan."
Er setzte sich zu ihr auf die Bettkante und betrachtete ihr blasses Gesicht. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Mundwinkel.
"Ich wollte dich schlafen lassen. Es war eine verdammt harte Nacht für dich. Ruh dich noch ein wenig aus," meinte er sanft.
Sie schüttelte den Kopf.
"Nein, Mom wird mit dem Frühstück warten. Aber ich muss auf jeden Fall erst duschen." Sie richtete sich langsam auf. Mulder merkte, wie schwer ihr die Bewegungen fielen und legte ihr eine Hand auf den Rücken, um ihr zu helfen. Als sie aufrecht saß, griff sie mit der Hand nach seiner Schulter und hielt sich daran fest. Das Zimmer drehte sich langsam um sie, und auch als sie die Augen schloss, wurde es nicht besser. Ihr Atem beschleunigte sich, und auf ihrer Stirn bildeten sich kleine Schweißperlen. Sanft drückte Mulder sie wieder in die Kissen.
"Hätte ich doch diese verdammte Chemotherapie nie gemacht," stöhnte sie und fuhr sich mit der Hand über die Augen, als könne sie den Schwindel einfach wegwischen. Sie begann heftig zu zittern.
Mulder streichelte ihr sanft über die Wange und wartete darauf, dass sie die Augen öffnete und ihn ansah.
Schließlich blickte sie ihn mit ihren matten Augen an.
"Ich werde dir einen Tee holen und deine Medikamente. Sie liegen noch im Auto," meinte er besorgt. Sie nickte schwach. Keine Worte hätten ihm deutlicher gezeigt, wie schlecht es ihr ging.
"Dana, ich möchte, dass du liegen bleibst." Er strich ihr die Haare aus der feuchten Stirn und in seinen Augen war etwas flehendes.
Wieder nickte sie. Sie war sich sicher, selbst wenn sie es gewollt hätte, es wäre ihr nicht gelungen, auch nur die Beine aus dem Bett zu bekommen, ohne vor Erschöpfung ohnmächtig zu werden.
Mulder erhob sich und ging ins Badezimmer. Er kam mit zwei Bechern zurück und reichte ihr einen mit Menthollösung gefüllten. Während er ihr dabei half, sich halbwegs aufzurichten, nahm sie einen Schluck, spülte ihren Mund und spuckte die Flüssigkeit anschließend in den zweiten, leeren Becher, den er in der Hand hielt. Sanft ließ er sie wieder in die Kissen gleiten und stellte die Becher auf dem Nachtschrank ab. Scully zitterte immer noch und schloss kurz die Augen.
"Danke." Sie versuchte ein Lächeln.
"Ich bin gleich wieder da. Geh nicht weg." Mulder erhob sich und ging zur Tür. Sie verzog ihren Mund zu einem leichten Schmunzeln und schloss die Augen wieder, in der Hoffnung das das Zimmer endlich aufhören würde, sich zu drehen.
Unten angekommen, betrat er das Esszimmer und musste feststellen, dass bereits alle anderen auf ihn und Dana warteten.
"Guten Morgen, Fox!" grüßte Maggie gut gelaunt.
"Morgen Allerseits," erwiderte Mulder.
"Schön, dass ihr auch endlich kommt. Wir sterben hier fast vor Hunger," grinste Charly ihn an. Mulder schüttelte jedoch den Kopf.
"Fangt ruhig schon an. Ich brauche nur schnell etwas Tee für Dana. Es wird noch etwas dauern."
"Was ist mit Dana?" Bill sah Mulder besorgt an. Fox war sich sicher, dass er kurz davor war aufzuspringen und die Treppe hinaufzulaufen, um zu sehen wie es seiner Schwester ging.
"Es geht ihr nicht gut. Die Nebenwirkungen der Therapie..." erklärte er nur. Dann wandte er sich an Maggie.
"Hast du eine kleine Kanne für mich, damit ich etwas Tee mit nach oben nehmen kann?"
Maggie nickte und stand auf. Sie füllte etwas Tee in eine kleine Thermoskanne und reichte diese dem Freund ihrer Tochter.
Blomberg sah beunruhigt von einem zum anderen.
"Was hat Dana denn?" fragte er besorgt. Mulder wusste genau, worum er sich sorgte. Er hatte Angst, dass seine Schönheit einfach verwelken würde.
"Dana war vor vier Jahren an Krebs erkrankt und konnte nicht vollständig geheilt werden. Nun hat sie vor wenigen Wochen eine Chemotherapie gemacht, die ihr immer noch sehr zu schaffen macht." Erklärte Tara dem ehemaligen Nachbarn der Familie. Mulder beobachtete wie er ganz blass wurde und sich seine Augen vor Schreck weiteten.
"Hat sie Schmerzen?" erkundigte Megan sich.
"Sie hat starke Magenkrämpfe gehabt, letzte Nacht. Eigentlich hat sie mehr Zeit über der Toilette als im Bett verbracht und jetzt hat sie Schüttelfrost und ihr ist schwindelig. Ich werde ihr ihre Medikamente holen und dann so lange bei ihr bleiben, bis es ihr besser geht. Vermutlich braucht sie noch zwei oder drei Stunden Schlaf und dann kommen wir runter. Ich möchte sie nur ungerne alleine lassen, falls es wieder schlimmer wird." meinte er.
"Kann ich irgendetwas tun?" wollte Bill wissen.
"Nein, das ist nicht nötig. Gebt uns einfach noch einen Moment Zeit." Mulder lächelte leicht und ging dann nach draußen, um Danas Medikamente zu holen. Er merkte, wie sich Blombergs Blick in seinen Rücken bohrte.

Als er leise die Tür zu ihrem Schlafzimmer öffnete, sah er, dass Dana sich auf die Seite gedreht hatte. Sie zitterte immer noch, doch sie schien zu schlafen. Er schloss die Tür fast lautlos und setzte sich vorsichtig auf die Bettkante. Ihr Atem ging gleichmäßig und Mulder betrachtete ihr bleiches Gesicht. Scully schien offensichtlich zu spüren, dass Mulder sie ansah, denn sie drehte sich langsam auf den Rücken und blinzelte ihn unter einem Stöhnen an.
"Hey, wie geht es dir?" wollte er leise wissen. Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Dana schüttelte nur müde den Kopf.
"Ich habe hier deine Medikamente. Warte, ich helfe dir beim Aufsetzen." Mulder half ihr dabei, sich hinzusetzen und goss ihr schließlich einen Schluck Tee ein. Er reichte ihr die Tablette und gab ihr dann die Tasse. Vorsichtig trank sie einen Schluck, was sich als ziemlich schwierig erwies, denn sie zitterte nach wie vor sehr heftig.
Nachdem sie die Medikamente eingenommen hatte, half Mulder Dana dabei, sich wieder hinzulegen.
"Ich verstehe das nicht. Eigentlich sollte es mir nicht mehr so schlecht gehen. Ich meine, die Chemotherapie liegt schon einige Zeit zurück. Gelegentliche Übelkeit, ja, vielleicht auch noch Mal ein wenig spucken, aber doch nicht eine ganze Nacht." Sie schloss ihre Augen.
Fox griff nach ihrer Hand.
"Dana, dieses Wochenende hier ist sehr nervenaufreibend für dich. Ich nehme an, dass das nicht unbedingt gut für deinen sowieso schon angegriffenen Magen ist." Erwiderte er. Sie nickte leicht.
"Schlaf jetzt. Ich werde hier bei dir bleiben." Flüsterte er.
"Danke." Murmelte sie und fiel sofort in einen tiefen Schlaf.

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"Dana geht es dir wieder besser?" Charly trat auf seine Schwester zu, als sie die Treppe hinunter kamen.
"Ja, danke. Es geht wieder." Sie lächelte leicht.
"Verdammt, Dana, du siehst wirklich beschissen aus." Mischte sich nun Bill ein, der auf dem Sofa saß und sie ausgiebig gemustert hatte.
"Oh, herzlichen Dank, Bill. Das ist genau das, was eine Frau gerne hört." Sie grinste schief.
"Ach komm schon. So habe ich das nicht gemeint. Aber jetzt mal ehrlich, diese Chemo hat dir wirklich zugesetzt, nicht wahr?" meinte er.
"Naja, ich muss gestehen, ich hätte nicht gedacht, dass mir diese Therapie so zu schaffen machen würde. Ich meine, ich habe damals in meinem Studium gelernt und auch gesehen, was die Chemo anrichtet, aber ich habe nicht geglaubt, dass man sich so schlecht fühlt. Vielleicht fällt es mir auch nur deshalb so auf, weil ich ja vorher eigentlich mehr oder weniger gesund war, oder zumindest Symptomfrei. Der Tumor ist ja schließlich weg gewesen. Also hatte ich keine Kopfschmerzen und auch kein Nasenbluten mehr." Erklärte sie.
"Warum arbeitest du denn mit diesen Nebenwirkungen? Nimm dir doch einfach mal ein paar Tage Urlaub und sieh zu, dass du erst mal wieder auf die Beine kommst." Meinte Bill.
Mulder blickte sie mit einem Was-habe-ich-gesagt-Blick an und grinste triumphierend.
"Ach Leute!" stöhnte Dana genervt auf und sah von Bill zu Mulder und wieder zurück. "Ich verstehe gar nicht, dass ihr euch vor Jahren immer nur gestritten habt. Ihr seid euch so verdammt ähnlich, dass ich mich schon manchmal fürchte. Es geht mir wirklich gut. Die Nebenwirkungen sind eigentlich längst vorbei, ich verstehe selbst nicht, warum sie mir gelegentlich noch zu schaffen machen. Ich verspreche euch, dass ich mich nicht überarbeiten werde, in Ordnung?"
Bill blickte verblüfft von Dana zu Mulder rüber und zuckte verständnislos mit den Achseln.
"Du hast gerade genau das gesagt, was ich schon seit drei Wochen predige. Aber in dieser Beziehung kann man besser mit einer Wand reden, da kommt wenigstens noch ein Echo zurück. Dana reagiert schon gar nicht mehr, wenn ich sie bitte, endlich Urlaub zu nehmen." erklärte Fox.
"Das hat auch keine Reaktion verdient." Murmelte Scully und ging in die Küche.
"Hey, Mom. Tut mir leid, dass ich erst jetzt komme." Grüßte sie ihre Mutter, die bereits wieder vor dem Herd stand und das Mittagessen zubereitete.
"Schatz, geht es dir besser?" wollte Mrs. Scully besorgt wissen, und überhörte die überflüssige Entschuldigung ihrer Tochter geflissentlich. Sie umarmte sie statt dessen erst einmal herzlich und drückte sie dann auf einen Stuhl.
"Ja, es geht mir wieder gut." Dana erhob sich wieder und kramte sich Brot und Aufstrich aus den Schränken.
"Bist du sicher, dass du schon wieder etwas essen solltest. Willst du es nicht besser erst mit Zwieback und Tee versuchen?" fragte Margaret vorsichtig.
"Ach Mom. Bitte. Ich bin mittlerweile alt genug, um zu wissen, wie ich mich verhalten muss, und ich bin auch nicht zerbrechlich. Du musst mich nicht in Watte packen." Dana verdrehte genervt die Augen im Kopf.
"Ja, ich weiß. Aber ich mache mir nun einmal Sorgen um dich. Du neigst dazu, dich zu überschätzen und ich glaube, manchmal achtest du nicht genug auf dich und deine Bedürfnisse. Ich habe bereits eine Tochter verloren, ich will dich nicht auch noch verlieren." Maggies Augen füllten sich mit Tränen.
"Mom! Es tut mir leid. Ich weiß, dass du dir Sorgen um mich machst, aber es geht mir gut. Wirklich. Diese Nebenwirkungen werden nachlassen, und ich schwöre dir, dass ich wirklich gut auf mich aufpasse, und wenn ich es vergesse, dann ist da ja auch immer noch Fox, und glaub mir, der vergisst es bestimmt nicht. Manchmal glaube ich, das ist seine einzige Lebensaufgabe. Auf mich zu achten." Dana stellte die Lebensmittel, die sie sich gegriffen hatte, auf den Tisch und trat auf ihre Mutter zu, um sie in den Arm zu nehmen.
"Also gut, wenn du meinst, dann iss halt dieses Brot. Aber in einer Stunde ist auch das Essen fertig. Denk daran." meinte Maggie und lächelte ihre Tochter an.
"Sicher," murmelte Dana und machte sich ein Brot zurecht.

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"Wo sind denn die Mädchen?" Dana kam die Treppe hinunter gelaufen und sah sich suchend im Wohnzimmer um.
"Sie sind draußen," antwortete Megan und lächelte ihre Schwägerin an. Danas Augen weiteten sich.
"Und Mr. Blomberg?" verlangte sie zu wissen und war schon an der Tür zur Veranda angelangt.
"Der ist auch draußen. Dana, was ist denn nur mit dir los? Du benimmst dich so seltsam, wenn es um euren ehemaligen Nachbarn geht," erwiderte Charlys Frau, doch Dana hatte die Tür schon wieder hinter sich zugezogen und stürmte die Treppe der Veranda hinunter.
"Maria?" rief sie laut und sah sich um. Es kam keine Antwort. Scully merkte, wie ihr Herz schneller zu schlagen begann.
"Lauren?" Dana rief lauter. Wieder antwortete niemand und Dana begann zu laufen. Sie rannte um das Haus herum und fand die Schaukel leer vor. Auch auf dem Rest des Grundstückes waren weder Blomberg noch die Mädchen zu finden.
Sie merkte, wie ihr Körper gegen die Anstrengung zu protestieren begann, denn er hatte sich von den Strapazen der Nacht noch nicht erholt. Kalter Schweiß trat ihr auf die Stirn und die Bäume begannen langsam, sich um sie zu drehen.
Sie versuchte, den Schwindel weg zu blinzeln, doch es gelang ihr nicht vollständig.
"Maria? Lauren?" rief sie noch einmal, bekam jedoch auch dieses Mal keine Antwort. Als sie wieder umdrehen und in Richtung Straße laufen wollte, um zu sehen, ob die Mädchen dort waren, tanzten schwarze Schleier vor ihren Augen und ihre Beine gaben nach. Hart schlug sie auf dem Rasen auf. Wie aus weiter Ferne hörte sie, dass jemand ihren Namen rief, dann wurde alles schwarz um sie.

Mulder trat aus dem Haus und sah sich um. Langsam ging er um das Haus herum und sah Dana mitten auf dem Rasen stehen. Er hörte sie nach den Mädchen rufen und beobachtete schließlich, wie sie der Länge nach auf den Rasen fiel und dort bewegungslos liegen blieb.
"Oh mein Gott, Dana!" rief er und rannte los. Neben ihr ließ er sich auf die Knie fallen und drehte sie auf den Rücken. Sanft strich er ihr die Haare aus dem Gesicht und nahm sie hoch.

Das erste, was Dana bewusst wahrnahm, als sie wieder zu sich kam, war ein feuchtes Tuch auf ihrer Stirn und ein Murmeln ganz in ihrer Nähe. Langsam schlug sie die Augen auf und blinzelte leicht. Nach einem Moment konnte sie ihr Umwelt klar erkennen und sie blickte direkt in das besorgte Gesicht von Mulder. Er saß auf ihrer Bettkante und sein Blick ruhte auf ihrem Gesicht.
"Hey!" sagte er sanft.
"Hey!" nuschelte sie und versuchte sich aufzurichten. Mulder half ihr dabei. Charly und ihre Mom waren mit im Raum und sahen sie ebenfalls besorgt an.
"Wie fühlst du dich?" fragte er ruhig.
"Wo sind die Mädchen?" wollte sie mit leiser Stimme wissen, ohne auf seine Frage zu reagieren.
"Sie sind mit Bill, Tara und Matthew auf dem Spielplatz." Mulder streichelte sie sanft. Erschöpft schloss sie die Augen.
"Dana, was ist los mit dir?" wollte Maggie wissen und trat einen Schritt näher.
Scully ignorierte die Frage ihrer Mutter genauso wie die von Mulder vorher und öffnete ihre Augen wieder. Ihr Blick bohrte sich in Mulders.
"Was ist mit...?" wollte sie wissen.
"Er ist nach Hause gefahren als du unter der Dusche warst. Ich hatte noch keine Zeit es dir zu sagen," sagte er leise. Sie seufzte erleichtert.
"Dana!" Maggie fasste nach der Schulter ihrer Tochter.
"Ich bin in Ordnung, Mom!" meinte Dana und sank wieder zurück in die Kissen.
"Du bist nicht in Ordnung," mischte sich nun auch ihr Bruder ein. "Wenn man in Ordnung ist, dann fällt man nicht einfach so in Ohnmacht."
"Charly! Ich habe die ganze Nacht über der Toilette gehangen, und als ich eben gerannt bin, war das einfach zu viel für meinen Körper," versuchte Dana ihn zu beruhigen. Charly sah sie skeptisch an.
"Wirklich! Es ist genau das passiert, was Mom heute morgen vorausgesagt hat. Ich habe mich überschätzt," erklärte sie und warf ihrer Mutter ein schwaches Lächeln zu. Maggie erwiderte es nicht. Immer noch schimmerte die Sorge in ihren Augen.
"Stellt sich nur die Frage, warum du überhaupt wie eine Verrückte durch den Garten gerannt bist und die Mädchen gerufen hast." blieb Charly hartnäckig.
"Ich habe mir Sorgen um die beiden gemacht. Ich dachte, sie wären vielleicht auf die Straße gerannt und es sei etwas passiert." Wieder schloss sie ihre Augen und atmete tief durch. Sie fühlte sich müde und ausgelaugt und der Gedanke, einfach die Augen zu schließen und bis zum anderen Morgen durchzuschlafen, in der Hoffnung, dass sich das Zimmer beim Erwachen nicht mehr drehen würde, wurde immer verlockender.
Charly holte tief Luft und wollte zu einer Erwiderung ansetzten, doch ein Blick auf das blasse Gesicht seiner Schwester, hielt ihn zurück.
"Ich denke, es wäre gut, wenn ihr schon nach unten geht. Ich werde noch einen Moment hier bleiben und dann gleich nachkommen. Dana braucht jetzt Ruhe!" meinte Fox und sah Margaret und Charly bittend an. Beide nickten und verließen leise das Zimmer.
"Dana, bist du in Ordnung?" wollte Mulder wissen, nachdem sich die Tür hinter den beiden geschlossen hatte.
Müde öffnete sie ihre Augen und blickte ihn an. Sie versuchte, ein beruhigendes Lächeln zustande zu bringen, doch sie merkte selbst, dass es ihr nicht wirklich gelang.
"Ja, ich bin in Ordnung. Ich bin nur ganz schrecklich erschöpft. Und das Zimmer will einfach nicht aufhören sich zu drehen." murmelte sie.
"Was war los da draußen?"
"Ich dachte, er hätte die Mädchen," seufzte sie. "Ich denke, an diesem Wochenende war ich wohl paranoid, nicht du."
"Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dir in diesem Fall professionelle Hilfe zu holen?" wollte er wissen.
"Du meinst, ich sollte mit einem Psychologen darüber reden?" stellte sie eine Gegenfrage. Er nickte vorsichtig.
Langsam schüttelte sie ihren Kopf, doch dadurch nahm der Schwindel noch zu und ein leises Stöhnen entwich ihrer Kehle.
Sie kniff ihre Augen zu und hoffte, dass es dadurch besser würde, doch als sie ihre Augen wieder öffnete, drehte sich das Zimmer immer noch.
"Nein, habe ich nicht. Fox, ich brauche keinen Psychologen. Ich bin jahrelang damit klar gekommen, und dass die Erinnerungen mich durch den Fall von damals und durch das Treffen mit diesem Mann einholen, ist doch wohl normal, oder." meinte sie und wollte sich wieder aufrichten. Mulder drückte sie sanft zurück in die Kissen, und zu seinem Entsetzen musste er feststellen, dass sie es ohne Gegenwehr geschehen ließ.
"Meinst du wirklich, dass sich die Erinnerungen einfach so wieder verkriechen?" fragte er leise und streichelte sanft ihre Wange. Sie nickte.
"Sonst habe ich ja immer noch dich. Schließlich bist du ja Psychologe." Sie lächelte.
"Also gut, wenn du meinst. Schlaf jetzt ein wenig." Er lächelte ebenfalls.
Sie schloss gehorsam ihre Augen.
"Ist dir schlecht?" erkundigte Fox sich, bevor er sich erhob.
"Nein. Nein, ich bin nur müde. Mach dir keine Sorgen. Ich bin in zwei Stunden wieder auf dem Damm." Nuschelte sie. Mulder grinste und nickte, obwohl sie es nicht sehen konnte.
"Sicher. Ich sehe später noch einmal nach dir," meinte er und verließ das Zimmer.

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Langsam ging er die Treppe hinunter. Er wusste, er musste jetzt eine gute Erklärung für Danas Verhalten haben, denn ihm war Charlys Misstrauen nicht entgangen. Auch Megan schien sich sehr über Danas Verhalten zu wundern.
"Mulder, was ist mit Dana los?" wollte Charly auch gleich von ihm wissen, als er das Wohnzimmer betreten hatte.
"Was meinst du, Charly?" erkundigte Mulder sich und sah Danas Bruder offen ins Gesicht.
"Er meint, sie verhält sich wirklich ziemlich seltsam. Und das schon seit ihr beide hier angekommen seit. Also, was genau stimmt nicht mit ihr?" erwiderte nun Megan und gesellte sich zu ihrem Mann.
"Wir haben kürzlich einen Fall bearbeitet, der ihr sehr zu schaffen gemacht hat. Ich denke, sie braucht noch ein wenig Zeit, um die Sache zu verarbeiten." Mulder sah verlegen zu Boden. Er hoffte, dass die beiden diese Erklärung schlucken würden, denn er war nicht bereit, mehr zu sagen.
"Hatte dieser Fall irgend etwas mit Mr. Blomberg zu tun?" fragte Charly und hob eine Augenbraue.
"Wie kommst du darauf?" Mulder wurde hellhörig.
"Nun ja, mir ist aufgefallen, dass sie sich in seiner Gegenwart sehr zurückhaltend verhalten hat, und sie fragte eben nach ihm," meinte Charly.
Mulder zuckte nur die Achseln. Er wusste nicht recht, was er darauf erwidern sollte. Er wollte Dana nicht verraten, jedoch wollte er ihren Bruder auch nicht belügen.
Obwohl, der Fall hatte nicht direkt mit Blomberg zu tun.
"Nein, er hatte nicht mit Blomberg zu tun," sagte er schließlich und ging auf das Sofa zu.
Mit einer geschmeidigen Bewegung ließ er sich darauf nieder. Er spürte, dass sowohl Charly, als auch Megan ihm mit ihren Blicken gefolgt waren.
"Also gut. Offensichtlich willst du nicht darüber reden, warum auch immer. Ich denke, ich werde Dana fragen wenn sie wieder fit ist." Charly seufzte und drehte sich um.
Mulder sprang auf und hielt ihn an der Schulter fest.
"Charly, bitte, lass es einfach auf sich beruhen. Du tust weder dir, noch Dana einen Gefallen, wenn du hier weiter bohrst."
"Mulder, weißt du was du da gerade gesagt hast?" Charly sah ihn erschrocken an.
"Ja, ich bin mir durchaus darüber im Klaren, was ich da von dir verlange. Aber trotzdem, tu es einfach. Bitte!" meinte Fox.
Danas Bruder sah einen Moment zu Boden und hob schließlich den Kopf wieder.
"Ist ihr etwas passiert?" fragte er leise und zögerlich.
"Nein. Nein, ihr ist nichts passiert. Mach dir keine Sorgen," antwortete Mulder. Charly nickte leicht und verließ dann das Haus. Megan sah noch einmal zu Mulder rüber und machte dann Anstalten, ihrem Mann zu folgen.
"Ist dir klar, worum du ihn gerade gebeten hast? Sie ist immerhin seine Schwester, und die Ungewissheit, was mit ihr los ist, wird ihm den Schlaf rauben," meinte sie, mit einem Blick über die Schulter.
Mulder nickte.
"Ja, ich weiß. Aber es ist besser so." Mulder ging auf die Küche zu.

"Fox, geht es Dana gut?" Maggie saß am Küchentisch und sah ihn mit ängstlichem und besorgtem Blick an.
Mulder ließ sich ihr gegenüber nieder und nahm vorsichtig ihre Hand in seine.
"Dana ist in Ordnung, Maggie. Sie ist erschöpft und schläft jetzt."
"Sie hat sich überschätzt, nicht wahr?" meinte sie traurig.
"Das ist wohl so." Mulder grinste leicht. "Dana wäre nicht Dana, wenn sie sich nicht überschätzen würde. Wir wissen beide, dass es in ihrer Natur liegt, das zu tun. Aber das ist nichts, was dir Sorgen machen muss."
"Nun ja, aber es liegt in meiner Natur mich zu sorgen. Also einigen wir uns einfach darauf, dass Dana sich weiterhin überschätzt, und ich mir weiterhin um sie Sorgen mache."
"Erzähl mir von Dana. Wie war sie, als sie so alt war wie Lauren und Maria?" bat Mulder. Er musste etwas über sie erfahren. Er musste wissen, ob Maggie und ihr Mann es wirklich nicht merken konnten, dass etwas mit Dana nicht stimmte.
"Sie war wundervoll. Aber sie war auch immer irgendwie mein Sorgenkind. Weißt du, Dana war immer mein kleines Mädchen. Melissa war älter als sie, und aus irgend einem Grund hat sie sich immer durchzusetzen gewusst. Sie hat sich von niemandem etwas sagen lassen. Dana war ruhig und zurückhaltend. Sie war sehr sensibel, jedoch auch sehr verschlossen. Viele Dinge ließ sie sehr nahe an sich heran, und dann saß sie oft stundenlang auf der Schaukel und sah den Vögeln zu, die in den Bäumen ihre Nester hatten, doch zeigte sie uns niemals wirklich, was sie beschäftigte. Manchmal denke ich, dass sie es nur ihren Brüdern zu verdanken hat, dass sie heute so stark ist."
"Das denke ich nicht. Ich glaube eher, dass sie es von dir geerbt hat."
"Sie war ein sehr ernstes Kind. Bill, Charly und auch Melissa schienen keine Probleme mit den häufigen Umzügen zu haben, doch Dana litt sehr darunter, dass wir immer wieder an einen anderen Ort kamen. Und Bill und ich mussten auch häufig zu gesellschaftlichen Anlässen.
Mr. Blomberg passte dann auf die Kinder auf. Die Jungs liebten den Mann. Dana mochte es nicht, wenn wir abends weg mussten. Sie schlief in diesen Nächten immer sehr schlecht und am anderen Tag war sie noch ruhiger als sonst," erinnerte sich Maggie und Mulder nickte. Wenn Maggie wüsste, warum Dana an diesen Tagen noch ruhiger gewesen war, würde sie vermutlich zusammen brechen. Scully hatte recht – Maggie durfte es nicht erfahren. Sie hatte sich schon so oft um Dana sorgen müssen, sie wäre an dieser Eröffnung zugrunde gegangen.
"Sie lachte nur selten, obwohl die anderen gerne Witze rissen," erzählte sie weiter und sah mit einem traurigen Lächeln den Freund ihrer Tochter an.
"Das ist auch heute noch so." meinte Fox.
"Aber du hast es geschafft, dass sie öfter lacht. Ich denke, sie hat noch nie so oft gelacht, wie in den Jahren, in denen ihr zusammen seid." meinte sie.
"Hast du Bilder von ihr. Ich meine, Bilder die sie gemalt hat?" fragte er leise.
"Sicher. Würdest du sie gerne sehen?" Maggie strahlte ihn an.
"Ja, gerne!" Mulder nickte.
Maggie erhob sich.
"Ich habe sie in meinem Schlafzimmer."
"Maggie, ist es dir recht, wenn Dana und ich noch ein paar Tage hier bleiben? Ich denke, sie braucht noch ein wenig Ruhe."
"Sicher, ich würde mich freuen. Bill und die anderen bleiben auch noch bis zum Wochenende." sie lächelte ihn an.
Mulder griff nach seinem Handy und tippte eilig eine Nummer ein.
Nach nur kurzer Zeit meldete sich Skinner am anderen Ende.
"Sir, ich bin es. Mulder," meldete er sich und fuhr fort.
"Ich möchte bitte noch einige Tage Urlaub für Scully und mich beantragen."
"Ist alles in Ordnung bei ihnen?" wollte Skinner wissen.
"Scully geht es nicht so gut. Die Therapie, die sie vor einigen Wochen durchgeführt hat, hat sie doch mehr angegriffen, als wir zuerst dachten. Ein paar Tage Ruhe werden ihr sicher gut tun."
"Gut, wir sehen uns dann also nächste Woche wieder. Wünschen sie Scully eine gute Besserung von mir." sagte Skinner und sie beendeten das Gespräch.
Nur wenige Minuten später trat Maggie wieder in die Küche. Sie trug eine große Mappe unter dem Arm.
"Hier sind die Bilder." Maggie legte die Mappe auf den Tisch. Sie zog die Kordel auf, die sie zusammenhielt und nahm das erste Bild hinaus.
"Siehst du, das hier hat sie gemalt als sie sieben war. Sie malte häufig ihre Freunde oder uns. Oder Hunde. Dana liebte Hunde," erzählte Maggie. "Aber meistens hat sie irgendwelche Fantasiewelten gemalt," fuhr sie fort.
Mulder betrachtete die Bilder, die sie ihm der Reihe nach mit einigen Erklärungen reichte.
Nein, schoss es ihm durch den Kopf. Sie konnten es nicht merken. Ihre Bilder waren mit hellen, freundlichen Farben gemalt und die Motive deuteten nicht im Geringsten darauf hin, dass Dana Probleme hatte. Und so, wie Maggie ihre Tochter eben beschrieben hatte, war auch ihr Verhalten nicht so auffällig gewesen, dass Maggie und ihr Mann auf die Idee kommen konnten, Blomberg würde ihr irgendetwas antun.
Viele Bilder zeigten diese Fantasiewelt, und obwohl er wusste, um was für eine Welt es sich dabei handelte, so war ihm doch klar, dass ihre Eltern und Geschwister keine Ahnung davon gehabt hatten.

Fast drei Stunden später legte Mrs. Scully das letzte Bild zurück in die Mappe.
"Hast du eigentlich von allen deinen Kindern so eine dicke Mappe?" wollte Mulder wissen.
Maggie schüttelte den Kopf.
"Ich habe von allen Kindern eine Mappe, aber die anderen sind nicht so dick. Ich habe dir doch gesagt, Dana war für mich immer was besonderes. Und davon einmal abgesehen, Bill hat nicht gerne gemalt, Charly hat seine Bilder meistens an seine Großeltern verschenkt und Missy war eher ein handwerklicher Typ. Sie hat viel mit Holz gewerkelt, aber nur selten Papier und Stifte in die Hand genommen. Für Dana war es wohl etwas anderes. Sie hat sich häufig mit ihren Stiften zurück gezogen. Oft war sie dann nicht einmal ansprechbar, sie lag lang ausgestreckt auf dem Boden und war vollkommen in sich zurück gezogen." Antwortete sie.
Mulder nickte und streckte sich.
"Ich denke, ich sollte noch mal nach ihr sehen. Wenn ich sie jetzt nicht wecke, dann wird sie die halbe Nacht wach liegen."
Maggie nickte ebenfalls und lächelte.
Fox erhob sich und lief langsam die Treppe hinauf.
Leise öffnete er die Tür und trat ein. Er setzte sich auf die Bettkante und betrachtete die kleine, schlafende Gestalt. Dana atmete ruhig und gleichmäßig. Zärtlich strich er ihr eine Haarsträhne aus der Stirn und fuhr dann mit der Spitze seines Zeigefingers sanft über ihre Wange.
Langsam drehte sie ihren Kopf in seine Richtung und öffnete verschlafen die Augen. Sie blinzelte ein paar Mal, ehe sie ihn deutlich erkennen konnte.
"Hey." Fox lächelte sie liebevoll an.
Dana fuhr sich mit ihren Händen über das Gesicht und versuchte dann, sich aufzusetzen. Sofort begann sich das Zimmer wieder um sie zu drehen und sie sank mit einem Seufzer zurück in die Kissen. Mulder beobachtete sie besorgt. Es ging ihr offensichtlich schlechter als er geahnt hatte.
"Bleib liegen. Ich werde dir ein Glas Wasser holen." Mulder erhob sich.
Nur kurze Zeit später kam er mit einem Glas Wasser aus dem Badezimmer wieder. Er setzte sich wieder zu ihr auf das Bett und stellte das Wasser auf dem Nachtschrank ab, um nach den Tropfen, die dort standen, greifen zu können.
Fox gab einige Tropfen in das Wasser und wandte sich dann wieder Scully zu, die jeden seiner Schritte beobachtet hatte.
"Wie spät ist es?" wollte sie wissen und versuchte erneut, sich aufzurichten. Wieder begann das Zimmer, sich um sie zu drehen, als sie den Oberkörper ein wenig angehoben hatte und nun auf ihre Ellenbogen gestützt im Bett lag. Sie kniff die Augen zu, doch es nützte nichts.
"Halb fünf," antwortete er und half ihr dabei, noch ein Stück weiter hoch zu kommen.
Ihre Augen weiteten sich erschrocken.
"So spät schon. Warum hast du mich nicht eher geweckt?" meinte sie.
Mulder warf ihr nur einen vielsagenden Blick zu und griff nach dem Glas.
Sie nahm es ihm mit einem weiteren Seufzer ab und trank den Inhalt aus. Nachdem sie es auf den Nachttisch gestellt hatte, ließ sie sich wieder in die Kissen sinken und legte eine Hand über ihre geschlossenen Augen.
"Wenn mir doch nur nicht so schwindlig wäre!" stöhnte sie.
Mulder sah sie liebevoll an und streichelte zärtlich über ihren Oberarm. Langsam ließ sie ihre Hand sinken und sah ihn an.
"Wir müssen langsam packen, damit wir nicht so spät los kommen. Ich würde gerne noch vor dem Dunkelwerden zu Hause ankommen," sagte sie leise. Mulder schüttelte den Kopf.
"Wir fahren nicht." Er lächelte bei dem erstaunten Gesichtsausdruck, den sie machte.
"Nicht?" fragte sie irritiert.
Wieder schüttelte er den Kopf.
"Fox, wenn du das machst, weil es mir nicht gut geht, ...." Er unterbrach sie.
"Ja, ich mache das, weil es dir nicht gut geht. Ich habe vorhin bei Skinner angerufen und für uns beide eine Woche Urlaub beantragt. Dana, innerhalb von wenigen Stunden bist du zwei Mal vollkommen zusammen gebrochen. Ich werde nicht zusehen, wie du dich zugrunde richtest. Wir bleiben hier, bei deiner Mutter. Hier hast du einen Garten und Ruhe und ausserdem werden Charly und Bill mit ihren Familien auch erst nächstes Wochenende nach Hause fahren. Du kannst noch Zeit mit ihnen verbringen und dich erst einmal erholen," erklärte er mit fester Stimme.
Sie schloss kurz ihre Augen und nickte schließlich.
"Danke!" flüsterte sie und griff nach seiner Hand. Langsam hob sie sie und führte sie an ihren Mund. Zärtlich drückte sie einen Kuss in seine Handfläche.
Wieder stützte sie sich auf die Ellenbogen und wieder erfasste der Schwindel sie. Dunkle Schleier tanzten vor ihren Augen, doch sie richtete sich noch weiter auf. Mulder beobachtete sie und Besorgnis wuchs in ihm. Er sah, wie die Farbe aus ihrem Gesicht wich und sie immer blasser wurde.
"Kannst du mir sagen, was du vor hast?" fragte er schließlich.
"Ich möchte aufstehen," nuschelte sie, angestrengt versuchend, die schwarzen Schleier vor ihren Augen davon zu blinzeln.
"Du willst was? Dana, wem willst du etwas beweisen. Du bist doch noch gar nicht in der Lage aufzustehen. Du würdest einfach umkippen." Er hielt sie sanft zurück.
Mit Entsetzten musste er feststellen, dass sie keinen Widerstand leistete.
"Fox, ich werde die ganze Nacht wach liegen, wenn ich jetzt nicht aufstehe."
"Setz einen Fuß aus dem Bett, und ich schwöre dir, du wirst schneller wieder drin sein, als du `Fox, das ist doch nicht dein Ernst, dass du wirklich glaubst, Außerirdische hätten das getan´ sagen kannst - und ich werde dich mit Handschellen an dieses Bett fesseln." Er grinste.
Mit einem Lächeln legte sie schließlich ihren Kopf wieder auf die Kissen.
"Aber ich schwöre dir, wenn ich heute Nacht nicht schlafen kann, dann wirst du auch nicht schlafen. Ich werde dafür sorgen, dass du nicht eine Minute schläfst, das kannst du mir glauben."
"Das wagst du nicht," meinte er und grinste noch breiter.
"So? Was macht dich so sicher?" wollte sie wissen.
"Nenn es ein Gefühl," flachste er.
"Ach du und dein Gefühl." Ging sie auf den Spaß ein.
"Was hast du gegen mein Gefühl?" wiederholte er das, was er nur wenige Tage zuvor schon zu ihr gesagt hatte.
"Naja, ich denke, dass man sich nicht immer darauf verlassen kann," neckte sie ihn und grinste.
"Wann habe ich mich das letzt Mal geirrt, was mein Gefühl angeht?" wollte er wieder von ihr wissen.
"Nun, jetzt irrst du dich aber. Und vor zwei Tagen hast du dich auch geirrt," meinte sie, ebenfalls den Wortlaut von vor zwei Tagen wiederholend und schloss die Augen. Auch wenn sie es nicht zugeben wollte, diese Unterhaltung strengte sie sehr an, und das Zimmer begann wieder, sich um sie zu drehen.
"Schlaf noch etwas, ich werde hier bei dir bleiben." Mulder streichelte sanft ihre Wange.
"Nein. Ich bin in Ordnung. Ich werde einfach noch etwas hier liegen bleiben, aber schlafen sollte ich wirklich nicht mehr." Immer noch hatte sie ihre Augen geschlossen.
"Also gut, ich bleibe aber trotzdem hier bei dir sitzen." Er streichelte sie weiter.
"Erzählst du mir was?" wollte sie wissen.
Mulder lächelte.
"Was soll ich dir denn erzählen?" fragte er zurück.
"Ich weiß nicht. Irgend etwas. Erzähl mir eine Geschichte. Du hast doch gestern die Mädchen ins Bett gebracht, was hast du ihnen für eine Geschichte erzählt?" sagte sie leise.
"Ohhh, ich habe ihnen nichts besonderes erzählt. Ich habe ihnen nur von einer Fee erzählt, die mir vor etwas mehr als acht Jahren erschienen ist. Ich habe ihnen erzählt, dass sie mir das Leben gerettet hat und das sie immer für mich da ist." Mulder sah sie mit einem liebevollen Lächeln an.
"Wer ist sie?" wollte Dana wissen.
Fox stellte die Hände neben ihrem Kopf auf und beugte sich zu ihr runter. Leise sprach er in ihr rechtes Ohr.
"Ich denke, du kennst sie. Sie ist wundervoll. Und unwahrscheinlich hübsch. Sie hat Augen, die so blau sind, dass ich in ihnen ertrinken könnte. Ihr Blick ist immer offen und ich kann durch ihre Augen bis auf ihre reine, unschuldige Seele blicken. Sie ist nicht besonders groß, aber sie ist die stärkste, intelligenteste und dickköpfigste Frau, die ich je kennen gelernt habe. Sie hat rote Haare, die ihr wunderschönes Gesicht einrahmen. Und ich liebe sie. Ich begehre diese Fee mehr als alles andere auf dieser Welt. Sie ist so gutmütig, so zärtlich, so unschuldig, so brillant, so sexy, dass es mir den Atem raubt, wenn ich sie ansehe," flüsterte er. Als er sich ein wenig aufrichtete, sah er, dass Scully lächelte und ihn mit feuchten Augen ansah.
"Ich liebe dich!" murmelte sie und zog seinen Kopf hinunter, bis sich ihre Lippen sanft und zärtlich zu einem Kuss trafen.
Mulders Hand wanderte in ihren Nacken und hielt ihren Kopf fest.
"Du bist das Allerbeste, was mir jemals passiert ist." Flüsterte er und küsste sie auf die Stirn. Seine Lippen wanderten weiter über ihre Wangenknochen, ihr Kinn und schließlich an der Sehne ihres Halses entlang. Als er unter seinen Lippen den Pulsschlag fühlen konnte, ließ er sie dort liegen und genoß dieses Gefühl, welches ihm zeigte, dass sie lebte. Schließlich wanderten seine Lippen weiter, streiften ihr Schlüsselbein und er weidete sich an dem Geräusch, welches ihre Kehle verließ.
Seine Hand wanderte unter ihr T-Shirt und blieb an ihren Rippen liegen. Sanft zog sein Zeigefinger dort kleine Kreise.
Dana stöhnte leise auf und ihre Hände krabbelten ebenfalls unter sein T-Shirt. Langsam fuhr sie seinen Rücken hinauf und hinunter und genoss das Spiel seiner Muskeln unter ihren Handflächen. Ihr Mund schnappte nach seinem Ohrläppchen und sie saugte spielerisch daran, was ihm ein Keuchen entlockte.
Schwer nach Luft schnappend, lehnte er sich schließlich zurück und blickte sie an.
"Wir sollten an dieser Stelle Schluss machen." lachte er.
Scully zog einen Schmollmund.
"Das ist gemein." nuschelte sie.
"Mmh, ich weiß. Aber ich denke nicht, dass du in der Lage bist, jetzt hier weiter zu machen. Ich möchte nicht, dass es wieder schlechter wird." Er gab ihr einen leichten Kuss auf die Wange.
"Aber vielleicht geht es mir ja gar nicht mehr so schlecht. Eigentlich geht es mir schon wieder ganz gut."
"Ja, und ich möchte, dass es auch so bleibt." erwiderte er.
"Das ist unfair. Erst heiß machen, und dann abhauen!" grinste sie und zog ihn am Kragen seines T-Shirts wieder zu sich hinunter und küsste ihn.
"Hey, hey hey!" Mulder lachte leise und zog sich leicht zurück. Scully richtete sich auf, damit er ihr nicht entwischen konnte, doch sofort nahm das Schwindelgefühl wieder zu und sie schloss die Augen. Mit einem leisen Stöhnen fasste sie sich an die Stirn. Mulder griff schnell nach ihren Schultern und half ihr, sich wieder zurück zu legen.
"Scheiße!" fluchte Scully und hielt seine Hand fest.
"Ssch! Es wird sicher gleich wieder besser werden," flüsterte er und streichelte beruhigend über ihr Haar.
"Ja, sicher." antwortete sie.
Mulder beugte sich hinunter und küsste sie sanft.
"Ich liebe dich," sagte er mit leiser und zärtlicher Stimme.
Sie lächelte leicht.
"Was haben Charly und Mom gesagt?" fragte sie nach einer langen Pause, in der sie einfach nur still und mit geschlossenen Augen da gelegen hatte.
"Nichts weiter." Mulder lächelte sie beruhigend an.
"Wie du meinst," brummte sie und öffnete ihre Augen. Ihr Blick fixierte ihn und Mulder senkte schließlich seine Augen.
"Warum erzählst du mir nicht, was sie gesagt haben?" wollte sie wissen.
Er blickte sie wieder an. Er hatte gewusst, dass sie die Lüge bemerken würde, doch er war nicht bereit ihr von seinem Gespräch mit Charly zu erzählen und er hoffte, dass auch Charly Dana nicht darauf ansprechen würde.
"Deine Mom macht sich Sorgen. Ich habe ihr versichert, dass es nun einmal in deiner Natur liegt, dass du dich überschätzt, und dass sie sich keine Sorgen machen soll. Sie meinte daraufhin, dass es aber nun einmal in ihrer Natur läge, sich um dich zu Sorgen und dass ihr das wohl so weiter laufen lassen müsst, ob ihr es wollt oder nicht." erzählte Mulder einen kleinen Teil von seinen Gesprächen. Er hoffte, dass sie dann zumindest das Thema Charly vergessen würde.
Dana tat ihm den Gefallen, ob nun, weil sie es wirklich vergessen hatte, oder weil sie merkte, dass er sowieso nichts weiter dazu sagen würde, wusste Mulder nicht. Er vermutete jedoch letzteres.
Sie zog ihn zu sich herunter und küsste ihn sanft und zärtlich. Ihre Lippen wanderten schließlich von seinen Lippen weiter über seine Wangen bis zu seinem Ohr, wo sie liebevoll mit dem Ohrläppchen spielte.
Mulder grinste und drückte sich ein Stück von ihr weg.
"Du kannst es nicht lassen, nicht wahr?" lachte er und strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn.
"Das ist aus rein medizinischen Gründen!" erwiderte sie und sah ihn mit gespielt ernstem Blick an.
"Ach?" brachte er erstaunt hervor.
"Ja! Liebe ist erwiesenermaßen die beste Medizin." Sie zog ihn ein weiteres Mal runter.
"Legst du dich zu mir und nimmst mich in den Arm?" flüsterte sie in sein Ohr. Sie lächelte nicht mehr, was Mulder nicht nur zeigte, dass sie keinen Scherz machte, sondern auch, wie sehr sie seine Nähe nach diesen anstrengenden Tagen brauchte. Er küsste sie auf die Augenlider und nickte.
Schnell streifte er die Schuhe ab und kroch dann über sie hinweg in das Bett. Sanft drehte er sie auf die Seite und legte sich dann hinter sie, so dass er einen Arm um ihre Taille legen konnte und den anderen unter ihren Kopf. Er rückte ganz nahe an sie heran und küsste sie in den Nacken. Als er den Kopf zurück nahm, sah er, dass sich eine Gänsehaut auf ihrer Haut gebildet hatte. Er verstärkte den Druck um sie ganz leicht und beugte sich soweit vor, dass er seine Wange von hinten an ihre legen konnte.
"Ich liebe dich!" flüsterte er und küsste sie leicht mit dem Mundwinkel.

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Sie verbrachten noch eine wundervolle Woche bei Danas Mom. Scully hielt sich fast den ganzen Tag im Garten auf und genoß die Sonne. Sie saß auf der Schaukel, oder gab ihren Nichten Anschwung. Sie baute große Sandburgen mit Matthew und schob Ginny in ihrem Kinderwagen durch den Garten.
Mulder konnte sich nicht erinnern, wann er Dana jemals so entspannt gesehen hatte. Es war fast, als hätte es die Tage mit Blomberg nie gegeben.
Sie bekam das erste Mal seit dem sie die Chemotherapie durchgeführt hatte wieder eine gesunde Gesichtsfarbe und sie schlief ohne Alpträume, Schwindelattacken oder Übelkeit.
Weder Charly noch ein anderes Familienmitglied sprach sie noch einmal auf Blomberg an und Mulder war ihnen sehr dankbar dafür.
Er wusste jedoch, dass er Dana nicht immer vor dem Thema Blomberg beschützen konnte, denn er selber hatte sich fest vorgenommen, den Mann hinter Gitter zu bringen.

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Zwei Wochen später saßen sie sich in dem kleinen Kellerbüro am Schreibtisch gegenüber und Mulder stierte gedankenverloren auf den Aktenschrank. Scully blickte schließlich von ihrem Bericht auf und musterte ihn eingehend.
"Mulder, was ist los?" wollte sie schließlich wissen, wie immer im Büro auf die alte Anrede zurückgreifend. Es hatte lange gedauert, bis sie sich schließlich getraut hatten, von dem förmlichen Sie auf das vertraute Du umzusteigen, doch waren sie sich darüber einig, dass sie sich im Büro weiterhin mit den Nachnamen anreden wollten.
Nun schreckte er sichtbar zusammen und blickte sie mit einem verwirrten Ausdruck im Gesicht an.
"Bitte? Hattest du mich etwas gefragt?" erkundigte er sich.
"Ich habe gefragt, was los ist? Du bist heute schon den ganzen Tag so seltsam," wiederholte sie.
Er atmete tief durch und setzte sich gerade hin.
"Ich habe gerade nachgedacht." erklärte er und angelte sich einen Bleistift.
Dana sah ihn durchdringend an. Sie wusste, dass er ihr etwas zu sagen hatte, was sie nicht unbedingt hören wollte. Sie hatte schon vor langer Zeit gelernt, auf die Körpersprache ihres Partners zu achten und sie zu verstehen.
"Und worüber hast du nachgedacht?" fragte sie geduldig, nachdem er keine Anstalten machte, von sich aus weiter zu sprechen.
"Ich möchte Blomberg ins Gefängnis bringen," gestand er nach kurzem Zögern.
"Du willst was?" sie musste sich verhört haben. Das konnte doch nicht sein Ernst sein.
"Ich will, dass er dafür bezahlt, was er dir angetan hat," erklärte er und legte den Bleistift mit einer ruhigen Bewegung auf den Schreibtisch zurück.
"Mulder, du weißt doch selber, dass er dafür nicht mehr bestraft werden kann. Es ist längst verjährt. Kein Geschworener und vor allem kein Richter wird den Mann heute noch dafür bestrafen, und erst recht, wird kein Staatsanwalt dreißig Jahre nach der Tat noch dieser Sache nachgehen und Anklage erheben." Sie stand auf. Unruhig ging sie im Büro auf und ab.
"Nein, du hast recht. Aber ich bin mir sicher, dass Blomberg auch heute noch kleine Mädchen missbraucht und dafür können wir ihn belangen. Ich werde verrückt bei dem Gedanken, dass da ein kleines Mädchen ist, dass vielleicht sogar Ähnlichkeit mit dir hat, und das genau das Gleiche erleben muss, wie du damals." Er stand ebenfalls auf und trat ihr in den Weg. Sanft griff er nach ihren Händen und hielt sie fest.
"Was macht dich so sicher, dass er es immer noch tut?" wollte sie wissen.
"Er hat es angedeutet. Und so wie er die Mädchen angesehen hat, war es auch ziemlich offensichtlich, dass er es am liebsten auch mit ihnen gemacht hätte." erklärte er.
Sie sah zu Boden, wollte nicht darüber nachdenken, was Blomberg den Mädchen hätte antun können.
"Und wie willst du das beweisen?" fragte sie und ihre Stimme zitterte leicht.
"Ich werde mich in der Straße umhören, in der er lebt. Ich werde ihn beobachten und ihn erwischen. Und dann werde ich ihn weich klopfen,"sagte Mulder und bei seinen letzten Worten klang der pure Hass durch.
"Lässt du mich mit dir gemeinsam der Sache nachgehen?" wollte Dana nach einer kurzen Pause wissen. Sie hatte sehr wohl bemerkt, dass er nur von sich sprach und sah nun unsicher zu Boden.
Mulder antwortete nicht sofort. Er sah sie nachdenklich an.
"Ehrlich gesagt, bin ich nicht sicher. Ich habe Angst, dass es dich zu sehr mitnimmt. Seit wir wieder arbeiten, haben deine Schwindelattacken wieder zugenommen und du träumst wieder häufiger. Ich möchte kein Risiko eingehen."
Ihr Kopf flog hoch und sie sah ihn aus weit aufgerissenen Augen an. Sie hatte nicht erwartet, dass er sie tatsächlich aus der Sache raushalten wollte.
"Fox, meinst du nicht, dass ich ein Recht darauf habe, bei dieser Sache dabei zu sein?" wollte sie wissen. Nun war es an Mulder seinen Kopf hoch zu reißen und sich unsicher im Büro umzusehen.
Sie hatte ihn tatsächlich Fox genannt. Im Büro. Das passierte nur in ganz heiklen Momenten.
"Doch, sicher. Ich will doch nur nicht, dass es dir schlecht geht."
"Ich werde damit umgehen können."
"Bist du sicher? Ich meine, einige Kinder werden uns vielleicht schildern, was er tut." Mulder sah sie mit einem zweifelnden Blick an.
"Wenn ich nicht damit klar komme, dann habe ich immer noch dich." Sagte sie mit leiser Stimme und blickte auf ihre Hände.
"Ja, das stimmt. Du hast mich." murmelte er.
"Wann willst du los?" erkundigte sie sich.
"Morgen früh," sagte er und blickte ihr in die Augen. Er konnte Schmerz darin erkennen, und Angst und Unsicherheit. Langsam trat er einen Schritt auf sie zu und zog sie in seine Arme.

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Mulder ging sehr vorsichtig vor, bei den Ermittlungen.
Er hatte Skinner nichts von seinem Vorhaben gesagt und statt dessen für sich und auch Scully eine Woche Urlaub genommen. Der Assistent Director hatte zwar die Stirn gerunzelt, aufgrund der Tatsache, dass Mulder und Scully nun innerhalb von wenigen Wochen zweimal Urlaub nahmen, doch er hatte nichts gesagt. Vermutlich war er im Grunde seines Herzens dankbar dafür, denn er erinnerte sich sicherlich noch daran, wie man Mulder eine Woche zwangsbeurlauben musste, weil sonst der gesamte Urlaub des Agenten verfallen wäre.
Nun hockte er schon den dritten Tag neben Scully in dem gemieteten Ford und beobachtete das Haus, in dem Blomberg lebte. Sie standen etwas abseits und brauchten ein Fernglas, um den schmalen Weg, der zur weißen Haustür führte, beobachten zu können. So konnten sie sicher sein, dass Blomberg nichts bemerken würde.
Dana war sehr ruhig, seit sie diesen Job begonnen hatten. Sie sprach nur wenig und Mulder konnte beobachten, dass sie wieder heftiger träumte, als in den Wochen zuvor. Insgeheim verfluchte er sich dafür, dass er ihr von seinem Vorhaben erzählt und sie zu allem Überfluss auch noch mitgenommen hatte. Auf der anderen Seite hätte er sich auch nicht einfach so davon stehlen können, wie er es vor fünf Jahren getan hätte. Sie lebten zusammen und sie arbeiteten zusammen. Scully hätte sehr schnell eins und eins zusammen gezählt, wenn er eines Morgens nicht neben ihr im Bett gelegen, und statt dessen vor Blombergs Haus in einem Auto gesessen hätte. Und er war sich sicher, es hätte den Krach ihres Lebens gegeben.
Scully griff nach dem Fernglas und nahm es ihm aus der Hand. Sie blickte angestrengt hindurch, während sie die Straße absuchte. Ihr Blick blieb an einem kleinen Mädchen hängen, welches langsam die Straße hinauf ging.
Sie atmete tief ein, was Fox dazu veranlasste, nun seinerseits nach dem Fernglas zu greifen und es vor seine Augen zu halten.
Schnell hatte er das Mädchen gefunden. Er löste seine Augen von dem Fernglas und warf Scully einen Blick zu.
Sie wandte ihren Kopf ab und blickte aus dem Fenster, wohl wissend, was sein Blick bedeutete.
Das Mädchen dort auf der Straße war etwa 6 Jahre alt und sehr zierlich – und es hatte rote Haare die, zu einem Zopf zusammen gebunden, bis zu ihren Schultern reichten.
Mulder blickte wieder zu dem Kind hinüber und beobachtete, wie es immer langsamer wurde und dann schließlich vor dem Gartenzaun von Blombergs Haus stehen blieb.
Das Mädchen rührte sich nicht, sah nur unverwandt auf die Haustür und Mulder hatte den Eindruck, als wenn sie immer mehr in sich zusammensackte, als wolle sie am liebsten in das nächste Mauseloch kriechen, wo niemand sie finden konnte.
Ein Bild von Scully als Kind schob sich vor sein inneres Auge. Hatte sie auch so vor dem Tor gestanden, welches der letzte Schutz vor der Hölle war, die sie dahinter erwartete. Hatte sie gebetet, dass Blomberg nicht zu Hause war, oder überlegt, einfach wieder umzudrehen und schnell wegzulaufen?
Die Haustür wurde geöffnet und Mulders Gedanken waren wieder in der Gegenwart. Er beobachtete, wie das Mädchen zusammenzuckte und unwillkürlich einen Schritt zurück machte.
Blomberg lächelte die Kleine falsch an und sagte etwas zu ihr. Sie nickte zaghaft als Antwort, eine Bewegung, die Mulder auch bei Dana gesehen hatte, als sie im Haus ihrer Mutter auf ihren Peiniger getroffen war. In der Gegenwart von Blomberg war sie wieder das kleine Mädchen gewesen, dass ängstlich und scheu reagierte, darauf hoffend, ihn nicht zu verärgern, weil es dann noch schmerzhafter war, er noch brutaler in seiner Befriedigung war.
Das Mädchen trat nun langsam auf das Tor im Gartenzaun zu und öffnete es.
Mulder schluckte hart. Er saß hier, wusste genau, was diesem Kind in den nächsten Minuten zustoßen würde und konnte nicht eingreifen. Er musste noch warten.
Er wollte Blomberg auf frischer Tat ertappen.
Scully rührte sich neben ihm.
"Ich kann das nicht Fox!" flüsterte sie und sah ihn mit tränennassen Augen an.
"Wir müssen noch warten, Dana." Sagte er, ohne den Blick wirklich von dem Haus abzuwenden.
"Ich kann nicht. Bitte. Lass nicht zu, dass er ihr *das* antut," flehte sie ihn an und langte nach dem Türgriff.
"Dana, warte noch drei Minuten. Wie lange warst du früher in dem Haus, bevor..." er ließ den Satz unvollendet.
"Er hat mich immer sofort mit in sein Schlafzimmer genommen, wenn ich bei ihm war. Schließlich warteten zu Hause meine Eltern auf mich." Dana öffnete die Tür.
"Ich werde da jetzt hin gehen. Ich werde nicht warten, bis er ihr weh getan hat," sagte sie entschlossen und stieg aus.
Mulder sprang hinterher und fasste sie schließlich am Arm.
"Bleib hier. Ich werde gehen." Er blickte sie an. Seine Worte waren keine Bitte, das wusste Dana und so nickte sie nur und lehnte sich mit einer müden Bewegung an das Auto.
Fox sprintete los und war nur wenige Minuten später an dem Haus angekommen. Er trat leise durch das Tor und schlich langsam um das Haus herum.
Alle Fenster und Türen waren verriegelt, auch die Vorhänge waren überall zugezogen. An der Hintertür hielt Mulder schließlich an und kramte das Werkzeug heraus.
Dana blickte ihn immer vorwurfsvoll an, wenn er sich unerlaubt zu einem Ort zutritt verschaffte, doch er war sicher, sie hätte ihn an dieser Tür angespornt, sich zu beeilen.
Das Schloss öffnete sich mit einem leisen Knacken und Mulder hielt einen Moment lang inne, um auf die Geräusche zu lauschen, die von innen zu ihm nach draußen drangen.
Er hörte leises Schluchzen aus der oberen Etage, doch niemand näherte sich ihm.
Leise trat er in das Wohnzimmer und ging auf die Treppe zu, die sich von dort aus nach oben schlängelte.
Während er die Stufen nach oben schlich, griff er nach seiner Waffe und entsicherte sie. Das Schluchzen wurde lauter und Mulder konnte leise Satzfetzen vernehmen.
Eine Mädchenstimme flehte, dass man sie in Ruhe lassen solle und eine dunkle Männerstimme sagte in unerbittlichem Tonfall, dass es Ruhe geben solle.
Das Schluchzen nahm wieder zu, klang jedoch gleichzeitig so, als versuche das Kind, es krampfhaft zurück zu halten.
"Wenn du jetzt nicht endlich Ruhe gibst, dann werde ich morgen deine Schwester nehmen und sie anschließend töten!" fauchte Blomberg, woraufhin das Wimmern leiser wurden.
Mulder war mit zwei Schritten an der Tür und stieß sie auf.
Das Bild, welches sich ihm bot, ließ ihn beinahe taumeln. Er hatte das Gefühl, als wenn sich seine Eingeweide zusammenziehen würden und sein Mageninhalt gleich hier wieder an die frische Luft wollte.
Blomberg hockte über dem kleinen Mädchen, welches vollkommen nackt war. Er hatte seine Hose herunter gezogen und sein großer, steifer Penis stieß gegen die Schenkel des Kindes, welche durch seine Beine gespreizt wurden. Er hatte die Hände auf dem Bauch und der Brust des Mädchens liegen und streichelte sie dort grob.
Als Mulder die Tür aufgestoßen hatte, war sein Kopf herum geflogen und seine Augen weiteten sich in Unglaube.
"Gehen Sie von dem Mädchen runter, sofort!" sagte Mulder leise, jedoch in einem scharfen Ton und richtete seine Waffe auf Blomberg. Er konnte beobachten, wie der Penis des Mannes innerhalb von Sekunden schlaff an ihm herunter hing.
Blomberg sprang auf, zog jedoch in der gleichen Bewegung auch das Mädchen mit sich und hielt es nun wie einen Schutzschild vor sich.
"Verschwinden Sie, Agent Mulder," fauchte er.
"Lassen Sie das Mädchen los," knurrte Fox und trat drohend einen Schritt näher.
"Sie werden nicht schießen. Sie könnten die Kleine verletzen."
"Ich bin ein sehr guter Schütze. Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass ich es nicht versuche." "Sie bluffen." Meinte Blomberg und trat einen Schritt zurück. Er griff mit seiner linken Hand nach der Nachttischlampe und zerschlug sie auf der Kante. Ohne den Blick von Mulder oder der Waffe abzuwenden, oder das Mädchen los zu lassen, hob er eine Scherbe auf und drückte sie dem weinenden Mädchen an den Hals.
"Wenn Sie schießen, Agent Mulder, ist das Kind tot. Was wollen Sie also tun?" fragte Blomberg und grinste sein Gegenüber hämisch an.
"Nichts wird er tun." erklang Danas Stimme von der Tür her und sie betrat das Schlafzimmer. Mulder drehte sich überrascht um, und sah in ihr blasses Gesicht und die weit aufgerissenen, unstet umher wandernden Augen.
"Dana, was willst du hier. Ich sagte doch, du solltest am Auto warten," sagte er leise und machte einen Schritt auf sie zu.
"Lass das Mädchen los, Blomberg. Du willst doch gar nicht sie. Du willst doch eigentlich mich." meinte Dana leise, Fox vollkommen ignorierend. Sie konnte ihn jetzt nicht gebrauchen. Sie konnte jetzt niemanden gebrauchen. Bei dem, was sie jetzt vor hatte, musste sie sich vollkommen von allen Gefühlen und Gedanken abkapseln.
"Dana, nein. Das ist nicht dein Ernst." Hörte sie Mulder hinter sich aufstöhnen.
Blomberg grinste sie an.
"Du warst immer etwas besonderes Dana. Du warst die erste. Mein Liebling. Alle anderen waren nur dazu da, mich an dich zu erinnern." Sagte er leise.
"Lass sie gehen," wiederholte Dana.
"Sag deinem Partner, dass er die Waffe weglegen soll, sonst werde ich sie hier, vor euren Augen umbringen." Befahl Blomberg und drückte die Scherbe fester an den Hals des Mädchens. Die Kleine schrie gepeinigt auf und die Tränen liefen noch schneller über ihre Wange.
"Ganz ruhig, meine Süße. Es wird alles wieder gut. Ich verspreche es dir. Er wird dir nichts tun, nie wieder." Dana sprach beruhigend auf das Kind ein. Mulder stöhnte gequält hinter ihr auf.
"Fox, bitte, tu was er sagt. Ich werde es überleben." wandte sich Dana mit leiser Stimme an ihn.
Er schüttelte verzweifelt den Kopf.
"Nein, Dana, bitte nein," flehte er sie an. Seine Augen saugten sich in ihren fest.
"Er wird dieses Mädchen umbringen. Bitte. Lass es mich retten." Sagte sie. Ihre Stimme zitterte.
Blomberg sah die beiden mit einem breiten Grinsen an und drückte die Scherbe noch ein wenig fester an den Hals des Kindes.
"Fox!" flehte Dana und Mulder bückte sich langsam und legte seine Waffe auf den Boden.
"Geben sie ihr einen Schubs, alter Freund." Blomberg und deutete mit seinem Kopf auf die Waffe. Mulder seufzte schwer und tat dann, was Blomberg verlangte.
"Lassen Sie das Mädchen gehen," meinte er, als er sich wieder erhoben hatte.
"Oh nein. So einfach ist das nicht. Wo sind Ihre Handschellen?" Blomberg schüttelte den Kopf.
"Was willst du tun, Blomberg?" Danas Stimme zitterte leicht. Mulder bewunderte sie für ihre Stärke.
"Ich traue deinem Freund nicht. Er wird die nächste Gelegenheit nutzen. Also, wo sind die Handschellen?" Der alte Mann blickte Mulder durchdringend an.
Langsam griff Mulder nach den Handschellen und hielt sie schließlich vor sich.
"Gehen sie zu der Heizung rüber und legen Sie sie an. Aber so, dass sie an der Heizung festgebunden sind."
Mulder rührte sich nicht und starrte den Mann nur mit blitzenden Augen an. Wieder wurde die Scherbe ein wenig mehr an den Hals des Mädchens gedrückt und die ersten Tropfen hellen Blutes liefen an der Haut herunter.
"Fox, bitte!" Dana sah ihn flehend an.
Langsam ging er zur Heizung hinüber und kettete sich daran fest. Er schluckte hart und ließ sich schließlich auf den Boden gleiten.
"Du kannst sie jetzt loslassen, Blomberg. Ich bin hier, Mulder kann dir nicht mehr in die Quere kommen, also brauchst du sie nicht mehr," erklärte Dana mit leiser Stimme.
Blomberg lächelte sie kalt an und stieß das Mädchen von sich. Stolpernd fiel es auf den Boden und blieb dort weinend liegen.
"Komm her, Schatz." Dana bückte sich und langte nach der dünnen Decke, die auf Blombergs Bett lag.
Das Kind kroch rasch auf Dana zu und warf sich in deren Arme. Scully strich einige Male beruhigend über den Rücken des Mädchens und redete leise auf sie ein. Mit der anderen Hand wickelte sie die Decke um das zitternde Kind.
"Geh jetzt zu deinen Eltern," sagte Scully schließlich und schob das Mädchen auf die Tür zu.
Scully drehte sich leicht um, den leiser werdenden Schritten des Kindes lauschend und wurde jäh in die Wirklichkeit zurück gerissen, als Blomberg sie grob am Arm hoch riss und ihr die Scherbe an die Kehle drückte.
"Dana!" schrie Fox mit panischer Stimme und zerrte an seinen Handschellen.
"So, meine Süße," flüsterte Blomberg ihr von hinten laut in ihr Ohr. Sie merkte, wie sich ihr ganzer Körper versteifte.
"Weißt du noch, wie es geht?"
Ein kaum wahrnehmbares Nicken war ihre Antwort.
"Dann tu es. Jetzt." Erwiderte er und trat einen kleinen Schritt zurück, ohne jedoch die Scherbe von ihrem Hals zu nehmen.
Dana begann langsam ihre Hose aufzuknöpfen und sie ihre Beine hinab zu schieben. Mulder beobachtete sie gebannt. Sie stand mit dem Gesicht ihm zugewandt. Ihre Augen hatte sie geschlossen und ihr Atem ging hektisch, obwohl sie sich offensichtlich darum bemühte, ihre Angst nicht zu zeigen.
"Dana, ich bin bereits wieder hart, seit ich deine Stimme eben hörte, also beeil dich dabei. Du musst mich nicht durch einen Striptease erst noch scharf machen." Blombergs Stimme klang in ihr Ohr. Sie zuckte zusammen. Nach einem kurzen Zögern, welches Blomberg dazu veranlasste die Scherbe ein wenig fester an ihren Hals zu drücken, zog sie ihr Höschen hinunter und stand nun nur noch mit ihrer Bluse bekleidet vor ihrem Peiniger.
Blomberg machte wieder einen Schritt auf sie zu und griff mit einer Hand um ihren Körper herum an die Knöpfe ihrer Bluse. Hektisch öffnete er sie und zog die Bluse an ihren Armen hinunter. Der BH folgte schnell und so stand sie schließlich vollkommen nackt zwischen Blomberg und Mulder.
Fox schloss bei dem Gedanken, was nun folgen würde, die Augen und stöhnte unterdrückt auf. Scully versuchte ihre Blöße mit ihren Armen zu verdecken, wusste jedoch, dass es ihr nicht gelang. Sie hörte wie aus weiter ferne, dass Blomberg hinter ihr nach irgendetwas suchte. Schließlich hatte er es wohl gefunden und er richtete sich wieder auf.
"Streck deine Arme nach hinten." Befahl er.
Ihre Augen flogen auf und ihr Kopf ruckte herum.
"Du sollst deine Arme nach hinten strecken," wiederholte er mit scharfer Stimme.
"Wa..." stammelte sie und er riss grob einen ihrer Arme hinter ihren Körper.
"Dana, du bist FBI-Agentin. Ich bin doch nicht blöd. Weißt du, ich will nur sicher gehen, dass du keine faulen Tricks versuchst." Erklärte er und sie spürte, wie sich das kalte Metall der Handschelle um ihr Handgelenk legte. Ein hörbares Klicken sagte ihr, dass sie eingerastet war.
Ihr Arm wurde unsanft verbogen, als Blomberg auch nach dem zweiten Arm langte und diesen ebenfalls nach hinten zog, um auch ihn zu fesseln.
"Dreh dich um," sagte Blomberg kurz und Dana tat was er befohlen hatte. Sie warf noch einen Blick auf Mulder, der mit fest zusammengebissenen Zähnen und leichenblassem Gesicht dem Geschehen folgte.
"Ich liebe dich," flüsterte sie und sah, wie sich eine Träne aus seinen Augen löste und seine Wange hinunter rollte.
Blomberg hatte einen Schritt zur Seite gemacht, so dass Mulder nun ihn und auch Dana von der Seite sah.
"Du kennst deine Aufgabe. Tu es jetzt." Blombergs Stimme war heiser.
Mulder sah, wie Dana einen ekelerfüllten Blick auf Blombergs steifes Glied warf, schwer schluckte und sich langsam hinkniete. Erschrocken riss er die Augen auf, als ihm dämmerte, was sie als nächstes tun würde.
"Nein!" stöhnte er und schloss seine Augen.
Scully blickte noch einmal wiederwillig fragend, ängstlich und unsicher zu Blomberg hoch. Dieser nickte abgehackt. Gier glitzerte in seinen Augen und sie wusste, sie würde sich ihm nicht wiedersetzen können. Sie hatte keine Chance und müsste jetzt und hier für die Sicherheit, die sie dem Mädchen verschafft hatte, bezahlen.
Sie nahm einen zitternden Atemzug und schluckte noch einmal die Galle, die sich bitter in ihrem Mund ausgebreitet hatte, hinunter.
Dann öffnete sie ihren Mund und fühlte im gleichen Moment Blombergs Hand in ihrem Haar, wie sie ihren Kopf mit harten Griff hielt und näher an den Ort brachte, wo er sie haben wollte.
Ihr Körper versteifte sich, als sie seinen Penis in ihren Mund nahm. Gequält presste sie die Augen zu, versuchte, sich an den Ort zu bringen, der ihr in ihrer Kindheit immer geholfen hatte, diese Erniedrigungen zu überstehen.
Blomberg bewegte sein Becken vor und zurück, während er ihren Kopf wie in einen Schraubstock gespannt fest hielt.
Wie aus weiter Ferne hörte sie, wie er immer lauter stöhnte und verschwommen nahm sie war, dass seine Bewegungen heftiger und gröber wurden. Nicht nur einmal stieß er mit seiner Schwanzspitze an ihr Zäpfchen und brachte sie damit fast zum Würgen.
Schließlich ergoss er sich in ihrem Mund und zog, nachdem der letzte Tropfen Sperma ihre Kehle erreicht hatte, ihren Kopf zurück und in den Nacken.
"Schluck es runter!" befahl er und drückte die Scherbe fest an ihren bloßliegenden Hals.
Ekel und Scham erfüllten sie und doch tat sie, was er sagte und schluckte.
Erst jetzt hörte sie Mulder, der wie ein Berserker an seinen Handschellen riss und rüttelte und laut schrie.
Sie wünschte, er würde ruhig sein und ihr die Möglichkeit geben, zu vergessen, dass er da war und ihre Erniedrigung mit ansehen musste. Sie wünschte, sie könnte sich an den Ort in ihrer Fantasie zurück ziehen, der für sie immer ein Ort der Zuflucht gewesen war, doch es gelang ihr nicht.
Sie wusste, dass sie es noch nicht ausgestanden hatte, dass er noch einmal scharf werden und in sie eindringen würde. Dass sie Schmerzen haben und sich dreckig und schäbig vorkommen würde, doch sie konnte nichts dagegen tun.
Blomberg zog sie auf die Beine und sie merkte, dass sie zitterte, als hätte sie eine Nacht in der Kühlkammer zugebracht, mit nichts weiter bekleidet, als einem dünnen Sommerkleid. Ihre Beine gehorchten ihr nicht und so zog Blomberg sie schließlich zu dem Bett. Er warf sie auf die Matratze und fummelte ungeduldig an den Handschellen herum.
Überrascht hörte sie, wie sie sich lösten und merkte, dass sie ihre linke Hand wieder frei bewegen konnte. Doch die Scherbe an ihrer Kehle hielt sie davon ab.
Blomberg bog ihren rechten Arm nach oben und schlang die Handschelle um einen Gitterstab seines Bettgestells. Er drehte sie auf den Rücken und bog auch den linken Arm hoch und kettete in wieder fest.
Es gab kein Entkommen.
"Bitte!" flehte sie, doch er lachte nur und beugte sich zu ihr runter.
"Du hast bekommen was du wolltest. Caroline ist wieder zu Hause. Nun wirst du mir dafür geben, was ich will." Blomberg berührte grob ihre Brust.
"Ich wusste immer, dass du einen schönen Busen haben würdest. Und ich war der erste, der ihn berührt hat, auch wenn er damals noch nicht zu sehen war. Ich war auch der erste, der deine heiße Möse berührt hat. Gott, kein anderes Mädchen hat mich jemals wieder so angemacht wie du." Er keuchte und beugte sich noch weiter hinunter. Seine Zunge fuhr über ihre Brust und hinterließ ein Gefühl puren Ekels in ihr.
Sie schloss die Augen und wartete auf das Unvermeidliche. Mit aller Macht konzentrierte sie sich auf den Ort ihrer Fantasie und verschloss sich vor allem, was außerhalb dieses Ortes vor sich ging.

Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, und was genau geschehen war, als sie plötzlich zwei sanfte Hände an ihren Wangen spürte, die die Tränen, die unaufhaltsam aus ihren Augen liefen, zärtlich wegstreichelten.
Langsam öffnete sie ihre Augen und blickte direkt in Mulders Gesicht, welches sie besorgt und voller Mitleid musterte.
"Ssht! Es ist alles gut. Er ist weg. Er hat dir nichts getan," flüsterte Mulder und nestelte mit der rechten Hand an den Handschellen, die sie an dem Bett hielten.
Scully blickte sich um. Sie konnte Blomberg nirgends sehen, hörte jedoch zwei männliche Stimmen und jemanden der schmerzvoll keuchte.
Mulder hatte endlich die Handschellen geöffnet und half ihr dabei, sich aufzurichten.
Zwei Männer in Uniform standen im Zimmer. Der eine stand in der Tür, der andere stand neben Blomberg, welcher am Boden lag und sich keuchend die Schulter hielt.
Blut quoll zwischen seinen Fingern hindurch und er krümmte sich vor Schmerzen.
Mulder angelte nach einer Decke, die auf dem Bett lag und hängte sie Dana um, die vollkommen apathisch auf der Bettkante saß.
Ohne bisher auch nur ein Wort gesagt zu haben, stand sie schließlich auf und trat auf Blomberg zu. Sie sah auf ihn hinab, voller Ekel und Abscheu und ließ sich dann neben ihm auf die Knie sinken. Langsam zog sie seine Hand von der Wunde.
"Ich brauche einen Verband und Mull. Das hier muss verbunden werden," sagte sie und sah zu dem Officer hoch, der in der Tür stand.
"Ich sehe im Bad nach, ob dort Verbandszeug ist," erwiderte der und verschwand in einem angrenzenden Raum.
Mulder hockte sich neben Scully.
"Du musst das nicht machen, Dana. Lass es jemand anderes tun." Er berührte sie am Arm.
"Ich werde ihn verbinden." Sagte sie, ohne ihn jedoch anzusehen. Mulder hatte das Gefühl, als wenn seine Eingeweide zu Eis erstarren würden. Sie kapselte sich von ihm ab. Sie ließ ihre Gefühle nicht zu, war vollkommen distanziert, auch sich selbst gegenüber.
"Dana, du stehst unter Schock. Du musst in ein Krankenhaus und untersucht werden." Redete er leise auf sie ein.
"Ich bin in Ordnung. Lass mich ihn schnell verbinden." Sie nahm die Verbandssachen von dem Officer entgegen.
Routiniert begann sie, die Schussverletzung zu verbinden. Als sie fertig war, bückte sich der andere Officer und griff nach Blomberg. Er zog ihn hoch, legte ihm Handschellen an und brachte ihn nach draußen. Sein Kollege folgte ihm.
Dana hockte noch immer am Boden und stierte vor sich hin. Mulder, der inzwischen aufgestanden war und mit dem anderen Officer gesprochen hatte, ging neben ihr in die Knie und nahm sie in die Arme.
Er wusste nicht, von wo sie jetzt zu ihm zurück kehrt, doch sie kehrte zurück und mit ihr kamen auch die Erinnerungen.
Von einer auf die andere Sekunde, verlor Scully auch den letzten Rest Farbe aus ihrem Gesicht und begann, am ganzen Körper zu zittern.
Sie würgte, schnappte nach Luft, würgte erneut und erbrach sich unter qualvollem Stöhnen auf den Fußboden.
Verzweifelt drückte sie ihre Arme in den Unterleib und wimmerte, während immer neue Würgereize zeigten, dass sich ihr Magen schmerzhaft zusammenzog und seinen Inhalt wieder preisgeben wollte.
Hilflos musste Mulder zusehen, wie sie schließlich schluchzend zusammenbrach.
Er zog sie hoch und schloss sie fest in seine Arme, während er beruhigend auf sie einredete.
Als schließlich ein Sanitäter kam, konnte er nicht sagen, wie lange sie in dem Zimmer auf dem Boden gehockt hatten und Scully sich schluchzend an ihn geklammert hatte, doch er war sich sicher, dass es eine Ewigkeit gewesen sein musste.
Es brach ihm das Herz zu sehen, wie Dana unter der Berührung des Sanitäters zusammen zuckte und ihr Blick wie der eines gehetzten Rehs umherirrte und nach einem Fluchtweg suchte.
"Ich werde ihr etwas zur Beruhigung geben. Dann sollte sie mitfahren ins Krankenhaus, damit sie untersucht werden kann," wandte sich der Mann an Mulder und zog eine Spritze aus seinem Koffer.
"Ich brauche nicht ins Krankenhaus. Es ist doch nichts passiert. Sie können nichts feststellen, wenn er nicht in mich eingedrungen ist." Flüsterte Dana und sah sich hilfesuchend nach Mulder um.
"Du stehst unter Schock. Du solltest zu Beobachtung mitfahren."
"Nein. Nein ich möchte nicht ins Krankenhaus. Bitte. Ich möchte.... Lass mich nicht alleine!" sie weinte heftig und das Zittern nahm wieder zu.
"Ssht. Dana, ich werde dich nicht alleine lassen. Ich bin hier. Ich gehe nicht weg."
"Wird ihr die Spritze helfen. Kann ich sie dann mitnehmen in unser Motel. Ich werde sie nicht aus den Augen lassen, das Verspreche ich." Wandte sich Mulder an den Sanitäter, der in der Zwischenzeit die Spritze aufgezogen hatte.
"Sie kann mit Ihnen fahren. Die Spritze wird sie beruhigen, und der Schock wird sich legen." Der Sanitäter schlug die Decke zur Seite, um an Scullys Arm heranzu kommen.
Sie zuckte zusammen und drückte sich an Mulder.
"Ganz ruhig, Dana. Es passiert dir nichts," beruhigte Mulder sie und drückte sie fester an sich.

Mulder wusste nicht mehr, wie lange sie noch in dem Zimmer auf dem Fußboden gehockt hatten, ehe das Zittern in Danas Körper nachließ und er sie auf die Beine ziehen konnte. Er half ihr dabei, sich die Klamotten anzuziehen und dirigierte sie langsam zum Auto, welches er, alle Geschwindigkeitsrekorde brechend, vor die Haustür geholt hatte. Vollkommen erschöpft sank sie auf den Sitz.
"Kann ich dich kurz alleine lassen? Ich möchte noch schnell mit den Officers reden. Es dauert nur zwei Minuten," erkundigte er sich und sie nickte matt.
"Ich komme schon klar, mach dir keine Sorgen," sagte sie mit leiser, müder Stimme und lehnte sich zurück.
"Ich bin gleich hier vorne, falls was sein sollte, dann ruf einfach nach mir." Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Sie nickte leicht und Mulder schloss die Tür mit einem leisen Knall.

Es dauerte tatsächlich nicht lange, bis Mulder sich hinters Steuer setzte und den Wagen startete.
Die Fahrt verlief, ohne dass sie ein Wort miteinander wechselten. Dana hatte ihre Augen geschlossen und ihr Kopf lehnte leicht am Fenster. Trotzdem konnte sie die besorgten Blicke spüren, die Mulder ihr immer wieder zuwarf.
Als sie am Motel angekommen waren, half er ihr aus dem Auto und dirigierte sie ohne Umwege ins Badezimmer. Langsam begann er, ihr die Sachen auszuziehen, behielt sie jedoch immer genau im Auge, um nichts zu tun, was ihr unangenehm gewesen wäre.
Er bemerkte ihre Nervosität, als sie schließlich vollkommen nackt vor ihm stand, sofort und streichelte sanft über ihre Oberarme.
"Scht, Dana ganz ruhig. Du bist hier bei mir. Hab keine Angst, ich werde dir nichts tun," flüsterte er. Es war der erste Satz, den er seit seinem Gespräch mit den Officers gesagt hatte und sie nickte leicht. Nun begann auch er, sich schnell auszuziehen und stellte dann das Wasser in der Dusche an.
"Was hast du vor?" fragte sie mit leiser, dünner Stimme.
"Duschen," erwiderte er knapp und half ihr dabei, in die Duschwanne zu steigen.
Mulder folgte ihr und zog dann den Vorhang zu.
Nun waren sie in der kleinen Kabine ganz alleine, nur für sich. Die Welt und alles Schreckliche hatten sie ausgeschlossen, zurückgelassen in ihrem Motelzimmer, wohl wissend, dass es sie später wieder einholen würde.
Später, dachte Mulder. Jetzt soll sie entspannen.
Er griff nach der Brause und ließ den Strahl des warmen Wassers über sie wandern. An ihrem Nacken hielt er inne, nahm seine zweite Hand hoch und begann in sanften, wohltuenden Bewegungen darüber zu streichen, um die Anspannung aus ihrem Körper zu wischen.
Nach einigen Minuten legte er die Brause beiseite und griff nach der Seife. Er schäumte seine Hände ein und verteilte die Seife in zarten Kreisen in ihrem Gesicht. Scully stand passiv vor ihm, die Arme hingen locker neben ihrem Körper und ihre Augen hatte sie geschlossen, und doch konnte Mulder die Anspannung ganz deutlich in ihrem Körper fühlen.
Er beugte sich vor, seinen Mund an ihr Ohr bringend und fragte mit leiser Stimme
"Sind dir diese Berührungen unangenehm?"
Sie schlug ihre Augen auf und blickte in seine. Während sie ihren Blick senkte, schüttelte sie den Kopf. Es war nur eine leichte Bewegung, die er mehr erahnte, als dass er sie wirklich sah, und er fühlte sich stark an das abgehakte Nicken in Gegenwart von Blomberg erinnert.
Zärtlich legte er zwei Finger unter ihr Kinn und hob leicht ihr Gesicht an, so dass er ihr in die Augen sehen konnte.
"Ich möchte dich vergessen lassen. Ich möchte dass es dir besser geht. Wenn du diese Berührungen jetzt nicht magst, sie nur erduldest, dann wird dir das nicht helfen, also sag es mir bitte ehrlich."
Dana biss sich auf die Lippe und Mulder konnte sehen, wie sich Tränen in ihren Augen bildeten. Er wollte sie trösten, ihr sagen, dass alles wieder gut werden würde, doch wusste er nicht, wie viel Nähe sie jetzt ertragen konnte, ob er die Grenze nicht sogar schon überschritten hatte.
Hilflos stand er vor ihr und beobachtete wie alle Stärke von ihr abfiel und die Tränen in rasenden Bächen aus ihren Augen liefen.
Scully machte einen zaghaften Schritt auf Mulder zu und lehnte sich gegen seine Brust. Schwach schloss sie ihre Arme um seine Hüft und legte ihren Kopf an seine Brust.
Mulder atmete erleichtert auf und schloss ihren kleinen bebenden Körper in eine schützende Umarmung.
Sie weinte leise, kein Ton verließ ihre Kehle und sie weinte lange, doch als sie schließlich einen Schritt zurück trat, waren ihre Tränen versiegt.
Sie sah zu Boden und Mulder schob erneut zwei Finger unter ihr Kinn und hob ihr Gesicht an. Er konnte Scham in ihrem Augen entdecken und wurde unsicher. War es die Scham, die Blomberg in ihr hinterlassen hatte, oder war es Scham vor ihm, dass sie vor ihm zusammen gebrochen war.
"Soll ich weiter machen?" erkundigte er sich, absichtlich nicht fragend, was sie so beschämte. Sie nickte, ein deutliches und klares Nicken, welches ihm zeigte, dass sie es wirklich wollte.
Wieder griff er nach der Seife und schäumte seine Hände ein. Sanft verteilte er die Seife auf ihrem ganzen Körper, wusch auf diese Weise die Berührungen von Blomberg, das Gefühl dreckig zu sein und ihre Scham ab. Dann nahm er wieder die Brause in die Hand und spülte die Seife weg. Scully blickte auf und in sein Gesicht. Sie ließ ihren Blick prüfend über seinen Körper gleiten und Mulder war in diesem Moment dankbar dafür, dass er es geschafft hatte, seinen Beschützerinstinkt die Oberhand behalten zu lassen. Andernfalls hätte er in diesem Moment das gehabt, was er auf keinen Fall haben wollte, einen ganz offensichtlichen Beweis für sein Verlangen nach ihr.
Ihre Augen blieben an seinem linken Handgelenk hängen und wanderte dann, nach einem erschrockenen Blick in sein Gesicht, rüber zu seinem rechten Handgelenk. Vorsichtig griff sie danach und zog es sich näher vor ihr Gesicht. Mulder folgte ihrem Blick und erkannte Abschürfungen an der Stelle, wo die Handschellen ihn an der Heizung gehalten hatten.
Sanft fuhr sie mit den Fingern über die wunde Stelle und blickte dann ein weiteres Mal in sein Gesicht.
Er zuckte die Achseln, beugte sich vor, gab ihr einen Kuss auf die Schläfe und stellte das Wasser aus. Mit einem leichten Ruck zog er den Duschvorhang zur Seite und langte nach einem Handtuch.
Er breitete es aus und wickelte es vorsichtig um ihren Körper. Sie schmiegte sich dabei in seine Umarmung und genoss das Gefühl, ganz von ihm umsorgt zu sein.
Leicht rubbelte er mit seinen Händen über das Handtuch, um sie abzutrocknen und half ihr schließlich dabei, aus der Dusche hinaus zu treten.
Als sie sich zu ihm umdrehte, hielt sie ein Handtuch für ihn in der Hand und reichte es ihm. Wortlos nahm Mulder es entgegen und trocknete sich schnell ab. Achtlos ließ er es zu Boden fallen, als er fertig war und trat an das Waschbecken heran. Er griff nach Danas Zahnbürste und der Zahnpasta und bereitete beides vor. Dann schob er sie an die Stelle, an der er gestanden hatte, drückte es ihr in die Hand und sah zu, wie sie sich, ebenfalls ohne auch nur ein Wort zu sagen, jedoch nach einem dankbaren Blick in sein Gesicht, die Zähne putzte.
Schnell hob er sein Handtuch wieder auf, schlang es sich um und ging er in ihr Zimmer. Er suchte ein paar frische Sachen aus dem Schrank für sie zusammen und brachte sie ihr ins Badezimmer.
"Ich bestelle einen Tee, während du dich anziehst," meinte er und reichte ihr die Sachen.
Sie nickte leicht und begann sich frische Unterwäsche anzuziehen. Als er gerade zur Tür hinaus gehen wollte, blickte sie noch einmal auf und sagte leise
"Fox?" Er drehte sich zu ihr um, eine Augenbraue fragend hochgezogen.
"Danke." Sie blickte ihm offen ins Gesicht. Er nickte nur und verließ dann das Badezimmer.
Als sie fertig angezogen aus dem Badezimmer trat, zog er sich gerade seine Jeans an. Still setzte sie sich auf das Bett und betrachtete ihn. Er griff nach seinem T-Shirt, welches neben ihr lag, und ihr Blick fiel ein weiteres Mal auf sein Handgelenk.
Sie erhob sich und ging hinüber zu ihrem Kleiderschrank. Ihr Arztkoffer stand wie immer ganz unten und sie nahm ihn hinaus und trug ihn zurück zum Bett.
"Lass mich das mal ansehen," bat sie und zog ihn neben sich. Stumm gehorchte Mulder und ließ sie einen fachmännischen Blick auf seine Wunden werfen.
Nachdem sie die Verletzungen von allen Seiten betrachtet hatte, öffnete sie den Koffer, nahm eine Salbe heraus und trug diese vorsichtig auf die Wunden auf.
Anschließend griff sie nach einem Verband und wickelte einen um sein rechtes und einen um sein linkes Handgelenk.
"Das wird reichen."
Mulder nickte, gerade als es an der Tür klopfte. Er erhob sich und sah aus den Augenwinkeln, wie Dana bei dem Geräusch zusammen zuckte.
Er fragte sich, ob sie als Kind auch so verstört und verschüchtert war, wenn sie von Blomberg zurück kam und er verfluchte Maggie und Bill dafür, dass sie nicht bemerkt hatten, wie schlecht es ihr ging.
"Das wird der Tee sein." Er öffnete die Tür.
Eine Stunde später lag Dana in Mulders Armen auf dem Bett und genoss es, dass er ihr mit beruhigenden Bewegungen über den Rücken strich.
Sie hob den Kopf und blickte ihn von unten durchdringend an.
"Es tut mir leid, dass du das mit ansehen musstest. Ich weiß wie schrecklich das für dich gewesen sein muss," sagte sie leise. Mulder setzte sich ruckartig auf.
"Dana..." Er brachte keinen Ton heraus, angesichts dieser Aussage. Sie hatte die Hölle durchgemacht, schon wieder, und entschuldigte sich dafür, dass er es miterleben musste.
"Es tut mir so leid, dass ich es nicht verhindern konnte, dass er es dir ein weiteres Mal antun konnte." Tränen sammelten sich in seinen Augen.
"Ich habe es ihm angeboten. Du konntest nichts tun." Sie streichelte seine Wange.
Er zog sie in seine Arme und hielt sie fest.
"Ich liebe dich, Dana," rlüsterte er und legte sich wieder hin, sie mit sich ziehend.

Sie hatten eine harte Nacht gehabt. Dana hatte mehrmals ihren gesamten Mageninhalt der Toilette anvertraut und Mulder hatte hilflos daneben gestanden und mit ansehen müssen, wie sie sich unter den Magenkrämpfen krümmte. Wenn es nicht ihre Alpträume waren, die ihn weckten, dann litt er selber unter den Erinnerungen an die schlimmste Stunde seines Lebens und durchlebte sie in seinen Träumen wieder und wieder.
Am nächsten Morgen nahmen sie den ersten Flug zurück nach D.C., in der Hoffnung, dass in der vertrauten Umgebung die Erinnerungen verblassen würden.

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Agent Mulder, Sie haben nach mir gefragt?" Skinner kam auf Mulder zu und sah ihn fragend an.
"Ja, Sir, das ist richtig. Ich möchte eine Befragung durchführen," erwiderte Mulder und sah seinen Vorgesetzten offen an.
Dana und er waren schon vor Ablauf der einen Woche Urlaub wieder zum Dienst erschienen. Sie waren sich darüber einig geworden, dass sie Ablenkung gut gebrauchen konnten, und Mulder wollte unbedingt die Befragung von Blomberg durchführen.
"Wo ist denn Agent Scully? Wieso führt sie diese Befragung nicht mit Ihnen durch?" wollte Skinner wissen.
"Ich habe Scully nicht gesagt, dass ich diese Befragung durchführen werde. Ich möchte sie nicht dabei haben." Sagte Mulder.
"Können sie mir auch sagen, warum?" Skinner runzelte die Stirn.
"Weil der Mann, den wir gleich befragen werden in Agent Scullys Vergangenheit eine wichtige und schreckliche Rolle gespielt hat. Ich möchte ihr das nicht antun."
"Befinde ich mich hier in einem persönlichen Rachefeldzug?" warf Skinner ein.
Mulder reagierte nicht auf die Frage, doch das war für Skinner schon Antwort genug.
"Warum soll gerade ich diese Befragung mitIihnen durchführen?" wollte er von seinem Untergebenen wissen.
"Weil ich nicht möchte, dass irgend etwas von dem hier nach außen dringt. Ich vertraue ihnen, Sir."
"Sollte ich noch etwas wissen, bevor wir da gleich reingehen?" Skinner musterte ihn argwöhnisch.
"Sie sollten nur tun, was Sie für richtig halten."
Skinner sah ihn fragend und nachdenklich zugleich an.
"Mulder, reißen Sie sich ja zusammen, da drin," warnte er und folgte seinem Untergebenen, der sich ohne eine Reaktion abgewandt und auf die Tür zugetreten war.
Er atmete noch einmal tief durch, bevor er sie öffnete und trat dann entschlossen in das Verhörzimmer.
Blomberg saß entspannt auf einem Stuhl an einem Tisch, der mitten im Raum stand. Mulder blieb auf der anderen Seite des Tisches stehen und musterte den Mann mit unverhohlenem Hass.
"Agent Mulder! Wie geht es Dana?" fragte Blomberg und lächelte Mulder an, als wären sie alte Freunde.
"Ich würde gerne mit Ihnen über Amber, Lisa, Sarah, Danielle und Caroline sprechen. Oder gab es noch mehr Mädchen, denen Sie weh getan haben? Habe ich noch ein kleines Kind vergessen?" meinte Mulder und beugte sich über den Tisch, ganz nahe an Blomberg heran. Skinner hatte sich neben seinen Agenten gestellt und setzte sich nun auf einen der beiden noch freien Stühle.
"Ich weiß gar nicht, wovon sie reden."
"Ich rede davon, dass Sie diese Mädchen teilweise schon seit mehreren Jahren sexuell missbrauchen. Dass Sie sie zu Geschlechtsverkehr mit Ihnen zwingen und ihnen drohen, dass sie der Schwester oder der besten Freundin das Gleiche antun und anschließend töten würden, wenn sie irgend jemandem auch nur ein Sterbenswörtchen sagen," führte Mulder auf.
"Sie können nichts von dem, was Sie gerade gesagt haben, beweisen." Blomberg sah ihn überlegen an.
"Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Sie eines der Mädchen bedrängt haben," erinnerte Mulder ihn.
"So? Was haben Sie denn gesehen, Agent Mulder?" fragte Blomberg großspurig. "Sie haben gar nichts gesehen. Zumindest nichts, was für eine Anklage reichen würde."
Mulder merkte, dass Blomberg sich seiner Sache sehr sicher war. Er rechnete offenbar fest damit, dass Dana ihn nicht anzeigen würde.
"Ich habe gesehen, wie Sie ihren widerlichen, steifen Schwanz an die Schenkel eines nackten Mädchens gedrückt haben, wie Sie es grob am ganzen Körper berührt haben und ich habe gehört, wie Sie dem Mädchen gedroht haben, mit ihrer Schwester das Gleiche zu tun und sie anschließend zu töten, wenn sie nicht ruhig wäre," zählte Mulder auf und setzte sich.
"Das ist doch alles nur erfunden!" fuhr Blomberg auf.
"Und ich habe die Aussage von insgesamt fünf kleinen Mädchen, die genau schildern, was sie tun mussten, und was Sie mit ihnen getan haben." Mulder ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
"Was meinen Sie, wie viele von diesen Mädchen eine Aussage vor Gericht machen werden?" fragte Blomberg und grinste hochmütig.
"Sie vergessen offenbar, dass ich als Zeuge aussagen werde."
"Was wollen Sie denn aussagen? Es ist doch nichts passiert. Ich habe das Mädchen gehen lassen und die beste Gegenleistung bekommen, die ich mir nur wünschen konnte. Haben Sie eigentlich eine Ahnung, wie lange ich auf diesen Moment gewartet habe? Beinahe dreißig Jahre. Ich habe für diesem Moment gelebt, habe ihm entgegen gefiebert, seit Dana und ihre Familie damals weggezogen sind. Ihr weicher Mund um meinen Penis.... Und dass Sie dabei waren, hat es nur noch besser gemacht." Mulder sprang auf und schlug Blomberg über den Tisch hinweg. Ein lautes Knacken zeigte deutlich, wie Blombergs Nase brach. Skinner sprang auf und zerrte Mulder zurück.
"Sie verdammtes Schwein. Sie perverses Arschloch. Ich werde Sie für den Rest ihres Lebens hinter Gitter bringen, das verspreche ich Ihnen!" schrie Mulder und versuchte, sich gegen den Griff des Assistent Directors zu wehren. Dieser zog ihn jedoch unerbittlich zur Tür.
Draußen angekommen drückte er ihn gegen die Wand, wo Mulder schwer atmend stehen blieb, den Kopf an die Wand gelehnt und die Augen geschlossen.
"Können Sie mir mal sagen, wovon zur Hölle der Mann da drin gerade gesprochen hat?" bluffte Skinner den Agenten an.
Mulder stieß sich von der Wand ab und lief unruhig vor seinem Vorgesetzten auf und ab, machte jedoch keine Anstalten zu antworten.
"Mulder! Ich erwarte eine Antwort."
"Ich bin dazwischen gekommen, als Blomberg sich gerade an der kleinen Caroline vergehen wollte. Er schnappte sich das Kind und hielt es zwischen sich und mich, so dass ich nichts machen konnte. Schließlich bedrohte er das Mädchen mit einer Scherbe. Dana kam dazu und...." Mulder stockte und atmete tief durch.
"Was und?" verlangte Skinner zu wissen.
"Sie bot sich Blomberg an, im Tausch für das Leben des Mädchens. Blomberg hat Dana als Kind ebenfalls missbraucht. Sie war die erste, alle anderen Kinder hatten eine enorme Ähnlichkeit mit ihr," fuhr Mulder mit leiser Stimme fort. Er war stehen geblieben und seine Schultern sackten bei der Erinnerung an das Szenario langsam in sich zusammen.
"Sie hat was getan?" fragte Skinner erschrocken und lauter als beabsichtigt.
"Sie hat sich ihm angeboten," wiederholte Mulder und fuhr sich mit den Händen durch die Haare.
"Er hat mich dazu gezwungen, die Waffe wegzuwerfen und mich an eine Heizung zu fesseln. Ich hatte keine Wahl, er hätte sonst das Mädchen getötet. Dann ließ er das Mädchen gehen und bedrohte Dana. Sie wurde vollkommen überrumpelt von ihm, hatte keine Möglichkeit zu entkommen oder irgendwie zu reagieren. Er zwang sie, sich auszuziehen und fesselte anschließend ihre Hände auf dem Rücken. Dann zwang er sie dazu, ihn zu befriedigen. Anschließend stieß er sie auf sein Bett, fesselte sie daran und wollte sie vergewaltigen. Kurz bevor er...." wieder versagte Mulder die Stimme und er musste schwer schlucken.
Skinner sah den Agenten geschockt an.
"Er wollte gerade in sie ...," Mulder ließ das Wort unvollendet "als zwei Officers, alarmiert durch Carolines Eltern, in das Zimmer stürmten und Dana so retteten. Sie schossen Blomberg nieder."
"Verdammt noch mal, wieso erfahre ich erst jetzt davon?" wollte Skinner wissen.
"Wie geht es Agent Scully?" erkundigte er sich, als ihm klar wurde, dass er auf diese Frage keine Antwort bekommen würde.
"Sie schläft schlecht und behält nur selten das Essen bei sich." Mulder sah betreten zu Boden.
"Sie sagten eben, dass Blomberg Scully schon als Kind...." er sprach nicht zu Ende. Mulder nickte leicht.
"Sie war das erste Kind, an dem er sich vergangen hat. Bis vor vier Monaten, hatte sie es niemandem erzählt. Ihre Familie weiß nichts davon, und sie möchte, dass das so bleibt."
"Sie wird also nicht vor Gericht aussagen?" wollte Skinner wissen.
Fox schüttelte den Kopf.
"Der Richter wird sie fragen, warum sie Blomberg dieses Angebot gemacht hat. Er wird es darstellen, als hätte sie diesen Übergriff auf sie gewollt. Aber glauben sie mir, wenn sie ihr Gesicht gesehen hätten, dann hätten sie gewusst, dass sie Angst hatte und sich geekelt hat und dass sie nichts lieber gewollt hätte, als am anderen Ende der Welt zu sein, in diesem Moment. Es war...." wieder beendete er den Satz nicht.
"Sie waren die ganze Zeit dabei? Sie haben es gesehen?" fragte Skinner erschrocken und atemlos.
Mulder blickte wieder auf seine Füße und nickte leicht.
"Wie geht es Ihnen denn, Mulder? Ich meine, wie kommen Sie damit klar?" Skinner war nicht länger nur ein Vorgesetzter, er war ein Freund, und erst jetzt, durch diese Frage wurde Mulder sich darüber bewusst.
Er blickte auf, sah Skinner einen Moment lang in die Augen und wusste, dass der Mann darin alles sehen konnte, dass er nicht mehr antworten musste. Er gestattete eigentlich nur Dana so in ihn hinein zu blicken, doch er konnte es nicht in dieser Sache. Gegenüber Dana musste er in diesem Fall stark sein, musste ihr helfen, mit der Situation fertig zu werden, doch gerade dieser Vorfall hatte ihn so sehr mitgenommen, dass er irgendjemandem zeigen musste, wie es ihm wirklich ging. Warum also nicht Skinner?
Der Assistent Director erschrak angesichts dessen, was er in Mulders Augen gesehen hatte. Da waren Sorge, Hilflosigkeit, Angst und vor allem Schuld gewesen. Es schien beinahe, als wenn dieser Vorfall der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte, und Skinner war sich nicht sicher, ob Mulder diese Sache jemals wegstecken könnte.
"Wenn Sie jemals jemanden brauchen, mit dem Ssie über diese Sache reden wollen, dann können Sie sich gerne bei mir melden. Ich bin für Sie da, Mulder." Skinner legte eine Hand auf die Schulter des Agenten.
Mulder senkte den Blick wieder und stemmte die Hände in die Hüften.
"Danke, Sir, ich weiß das sehr zu schätzen, aber ich komme schon klar. Alles was ich jetzt will, ist diesen Schweinehund hinter Gitter zu bringen. Ich will, dass er für das, was er Dana und all den anderen Kindern angetan hat, bezahlt."
Skinner nickte, hatte keine andere Antwort erwartet und drehte sich wieder zu der Tür zum Vernehmungsraum um.
"Na, dann wollen wir uns dieses Schwein mal vorknöpfen." Er wartete bis Mulder direkt hinter ihm war, ehe er die Tür öffnete.

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Langsam betrat Mulder sein Büro. Scully sprang auf und trat auf ihn zu, als er die Tür hinter sich schloss.
"Wo warst du?" wollte sie wissen und griff nach seiner Hand. Er war erschreckend blass.
"Ich habe Blomberg verhört."
"Du hast was?" sie sah ihn erschrocken an und wich zwei Schritte zurück.
"Warum hast du nicht bescheid gesagt?" wollte sie wissen.
"Ich wollte nicht dass du dabei bist. Du hast schon genug durchgemacht wegen ihm."
"Aber du doch auch. Glaubst du, ich merke nicht, wie du unter dem leidest, was da passiert ist. Glaubst du, ich höre nicht, wie du Nacht für Nacht im Schlaf weinst und meinen Namen stöhnst? Verdammt, Fox, wir haben das beide erlebt, warum verschließt du dich so vor mir?" Tränen stiegen ihr in die Augen. Mulder trat einen Schritt auf sie zu.
"Ich möchte dir helfen, damit wir die Sache endlich vergessen können. Du hast gerade erst die Chemotherapie hinter dir und jetzt gleich wieder der nächste Schlag. Du bist doch nur noch ein Schatten von dem, was du warst. Ich wollte nicht, dass du dir anhören musst, dass du es doch wolltest, dass du es doch angeboten hast."
"Aber er hat doch recht. Ich habe es angeboten," flüsterte sie und eine Träne löste sich aus ihren Augen.
"Aber du wolltest es nicht. Du hast nur dieses Mädchen retten wollen. Nie im Leben wolltest du ihn so berühren, oder von ihm berührt werden. Er hat dich gezwungen es zu tun, hat dich gefesselt und dein Leben bedroht. Und ich habe ihn nicht davon abgehalten," stieß er hervor. Auch über seine Wange rollten nun die Tränen.
"Du konntest nichts tun. Du hattest nicht die kleinste Chance. Ich wusste das von Anfang an und ich habe es trotzdem angeboten."
"Gott Dana, ich liebe dich so sehr. Zu sehen, wie dieser Mann dich gezwungen hat, ihn so zu berühren und zu sehen, wie er dich gegen deinen Willen berührt hat, war das schlimmste, was mir je passiert ist." Schluchzte Mulder und zog sie in seine Arme.
"Ich weiß, Fox, ich weiß," murmelte sie.
Minuten vergingen, in denen keiner von ihnen ein Wort sagte und sie sich nur hielten und gegenseitig trösteten.
Schließlich trat Mulder einen Schritt zurück und blickte sie an.
"Er wird nie wieder ein Mädchen anfassen können. Skinner und ich haben ihn bearbeitet, bis er die Verbrechen an den Mädchen gestanden hat," sagte er leise.
Dana schluckte. Skinner. Er wusste nun also Bescheid.
"Ich muss also nicht aussagen?" fragte sie nach einem Moment.
Mulder schüttelte den Kopf.
"Das hätte ich nicht zugelassen. Ich hoffe, dass zumindest drei der Mädchen aussagen werden. Dass wird reichen, um ihn für den Rest seines Lebens ins Gefängnis zu bringen."
Scully trat wieder auf ihn zu und schmiegte sich in seine Arme. Sie wusste, dass sie beide noch Zeit brauchen würden, ehe sie diesen Vorfall hinter sich lassen konnten, doch sie wusste auch, dass sie es schaffen würden. Und wenn Blomberg verurteilt würde, dann bräuchten sie sich keine Gedanken mehr um ihn machen.

 
 
Ende

 
Autors Note:
Ich neige dazu, Dinge die mich sehr beschäftigen, in Geschichten zu verpacken, denn wenn ich sie einmal zu Papier gebracht habe, fällt es mir leichter, damit umzugehen. Durch meinen Beruf habe ich bereits mit Menschen (Kindern und Erwachsenen) zu tun gehabt, die das Gleiche erlebt haben, wie Scully in meiner Geschichte. Ich musste einfach zusehen, meinen Kopf wieder frei zu bekommen und so entstand diese Story.
Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse und ich würde mich über Feedback wirklich sehr freuen.

Trahnfisch@gmx.de