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Confession AD

Skyland Samantha

skylandsamantha@yahoo.de

Scully, Mulder und Skinner gehören Chris Carter, 1013 und FOX, mir gehört nur Jessy.
Schließlich brauchte ich doch jemanden, der Skinner in diese Bar kriegt.

PG

POV

Ach du je. Gezeichnet, Feuer, Kontakt, Todestrieb, Verschwörung des Schweigens, Krieg der Koprophagen, Energie, Rückkehr der Seelen, Terma, Memento Mori, Redux II, Das Ende, FTF, Im Bermudadreieck, Millennium, Augenblicke, Drei Wünsche.
Muss man aber nicht alle gesehen haben.

Eine betrunkene Scully, die jemandem ihr Herz ausschüttet.

Ich weiß, ich weiß, es ist unrealistisch. Aber ist nicht alles bei Akte X unrealistisch? Ich weiß auch, dass Diana tot ist, aber es war unvermeidbar.


Confession A.D.


Donnerstag, 30. August 2001 14:11:27

Ich gehe nicht gerne in solche Clubs. Glaubt mir, ich hasse es wirklich. Aber Jessy hat heute Geburtstag und ich musste ihr versprechen, sie in diesen Laden zu begleiten. Sämtliche Notlügen waren sinnlos, meine kleine Schwester hat mich schon immer durchschaut, sogar als wir noch nicht laufen konnten.

Ich sitze an dieser grässlichen Bar und wünsche mich zurück in meine Wohnung, am liebsten mit einem Buch von Shakespeare vor dem Kamin. Jessy wird seit drei Stunden von einem schleimigen Kerl über die Tanzfläche gewirbelt und hat sichtlichen Spaß daran, während ich vor meinem dritten Glas Mineralwasser dahinvegetiere.

Am anderen Ende der Theke sitzt eine Frau, die mich mit glasigen Augen anstarrt. Sie kommt mir bekannt vor. Warum sieht sie ständig zu mir herüber? Sie trägt ihre Haare durch irgendeine kunstvolle Technik hochgesteckt und schwarzen Lippenstift. Vor ihr stehen mehrere leere Gläser. Plötzlich erhebt sie sich und kommt auf mich zugeschwankt. Mit einem zuckersüßen Lächeln blickt sie herauf und klappert mit den tiefschwarzen Plastikwimpern.

"Agent Scully?"

"Yap", piepst sie mit ihrer Unschuldsmiene. Ich schaue mich suchend nach ihrer Begleitung um. Das scheint sie erstaunlicherweise in diesem umnebelten Zustand noch zu registrieren. "Bin gaaaanz allein, Walter."

Ich klettere von meinem Barhocker und schleife sie hinter mir her in Richtung Jessy. Sie reißt ihren Blick für eine Sekunde von ihrem Casanova los und widmet mir ihre Aufmerksamkeit. "Ich dachte schon, du findest nie eine." Ich versuche ihr ruhig und sachlich, soweit das bei der ohrenbetäubenden Musik möglich ist, zu erklären, dass ich ihr Vorgesetzter bin. Scully strahlt vor sich hin und befindet sich in einer Welt fern meiner Vorstellungskraft. Ich kann einfach nicht glauben, dass ich ein einziges Mal in meinem Leben in eine Bar gehe, die dazu noch endlos weit von Washington entfernt ist, und Scully treffe. Jessy überlässt mir ihren Wagen, da sie sich 'eventuell' nachher noch die Briefmarkensammlung des Widerlings ansehen will.

Ich zerre Scully durch die Menge nach draußen und packe sie an den Schultern. "Was zur Hölle tun Sie hier?" Ich bekomme den Eindruck eines aufgescheuchten Rehs nicht aus meinem Gehirn. "Was tust du denn hier, Waaaalterrrr?" Gut, spielen wir mit. "Das ist eine Gegenfrage und nicht fair, Scully." Ich setze sie in Jessys Auto und hoffe, dass sie nicht kotzen muss. Mitten auf dem Highway fängt sie plötzlich an zu erzählen.

"Heute morgen, es war wieder einer dieser Morgen, an dem er völlig begeistert von irgendeiner absurden Akte ist, hatten wir eine kleine Auseinandersetzung. Nichts besonderes, wie immer eben. Er meinte es ist so und ich sagte, finde ich nicht. Und er sagte, nach all den Sachen, die ich gesehen habe, müsste ich doch eigentlich glauben. Und dann fängt er an, von diesen...diesen..." Ihr Finger saust hektisch durch die Luft. "UFO?", helfe ich. "Ja. Sag ich doch. Er fängt an von diesen UFO-Dingern zu reden und meint, wir müssten sofort nach... Leckmich, irgendwo in North Carolina, aber ich wollte meinen Samstagabend anders verbringen als mit Mulder. Nicht dass ich etwas gegen ihn hätte, neineineineinein, ich will nur nicht schon wieder in einem Schneesturm landen, oder in der Wüste, oder in einem Boot im Nebel, oder zwischen Vampiren in Wasweißich, oder..." Sie muss eine Pause machen, um Luft zu holen. "Ich bin nur eine Last für ihn und ich will nicht, dass er sich ständig für mich in Gefahr bringt. Er sagt, dass er mich braucht, aber ich..."

Sie beginnt zu schluchzen.

"...ichhabeihnimmernurgehindert..." Sie zieht ihre Schuhe aus und nimmt sie in die Hand. "Und das habe ich ihm auch gesagt und es wäre beinahe...wir hätten uns beinahe geküsst, aber dann kommt diese Scheißbiene, diese verdammte SCHEISSBIENE und sticht mich und schon wieder muss er hinter mir her und wir sind plötzlich in der Antarktis und liegen im Schnee..." Sie trommelt mit ihren Fäusten auf dem Handschuhfach herum. "Und er hat mir gesagt...dass er mich liebt, ich weiß es noch so genau, ja, ich weiß alles, was er je zu mir gesagt hat. Er hat zu mir gesagt, dass ich die einzige bin, der er vertraut und dass er...dass ich seine Freundin bin und..." Ich lasse fast das Steuer los. Er liebt sie? Ich hätte es mir denken können. "Und dann kam sie und hat alles kaputtgemacht, diese Schlampe, diese Nutte, diese...

Sie kam an und wollte ihn mir einfach wegnehmen. Ich habe sie gehasst. Ich hasse normalerweise niemanden, aber sie habe ich gehasst. Sie hat sich zwischen uns gedrängt, es ist ja nicht so, dass er mir gehört, aber..." Moment mal - wer ist 'sie'? "Er hat auch noch mit dieser Special Agent-Special Hure Diana zusammengearbeitet und hat ihr vertraut und ichhassesiesoundichhasseihnsoundichhassesiealleso. Und jetzt hat er gesagt, wenn ich nicht will, dann fährt er eben mit Diana in dieses Scheißkaff mit den Scheißufos und ich soll doch machen, was ich will. Ich hasse ihn so. Ichliebeihnsosehr..." Sie legt ihren Kopf auf ihre Knie und weint ihren viel zu kurzen Rock nass. "Und dann bin ich hierhin gefahren, weil eine Freundin mir gesagt hatte, dass es hier ganz nett ist und ich habe etwas getrunken." Etwas?? "Es ist alles in Ordnung, Scully, ich werde Sie jetzt nach Hause fahren." Ich habe noch nie von einer einzelnen Person so viele Schimpfwörter hintereinander gehört. "Nein,Walter, Fahr mich zu ihm. Ich will zu Mulder. Ich will Mulder jetzt sehen, ich muss ihm jetzt sagen, dass ich ihn liebe." "Ich halte das für keine gute Idee." "Ich will sofort zu Mulder!!!", kreischt sie in mein Ohr und greift mit einer Hand nach meinem Hals. Okay, okay. "Wo ist Mulder denn?" "Wilmington." Ich suche eine Karte aus dem Fach und stelle fest, dass wir gerade an derAusfahrt vorbei gefahren sind. Ich wende auf dem Seitenstreifen und fahre in Richtung Wilmington. Während der Fahrt erfahre ich, wann sie sich in ihn verliebt hat - "Bei unserem achtunddreißigsten Fall in Minneapolis" - wann sie eifersüchtig auf andere war - "In Miller's Grove, in Comity und in wowardasnochmal, als Diana aufgetaucht ist und diese dumme hobie...Phoebe" - und wann sie sich umarmt haben - "Beim ersten Fall, als ich dachte, ich hätte diese Male, in Minneapolis, nachdem sie Donnie verhaftet haben, als Diana angeschossen wurde in unserem verbrannten Büro, nachdem er aus Tunguska zurück war, nachdem Missy gestorben ist, als ich ihm gesagt habe, dass ich Krebs habe und als ich im Krankenhaus war, hat er mich zweimal auf die Wange geküsst...im ersten Jahr hat er immer Dana gesagt, das hat er zuletzt gemacht, als er mit der Hypnose da in dings..." Sie starrt aus dem Fenster und eine Träne rollt über ihr Gesicht. Sie wendet sich mir zu und strahlt. "Sylvester hat er mich geküsst. Und als ich Daniel wiedergetroffen habe - das ist mein Ex - haben wir auf seinem Sofa gesessen und Tee oder so was getrunken und dann bin ich eingeschlafen und er hat mich zugedeckt und als ich dann mitten in der Nacht aufgewacht bin, habe ich mich zu ihm ins Bett gelegt und er hat mich umarmt und wir lagen die ganze Zeit nur so da und..." Ich bin vollständig damit ausgelastet, meine Kinnlade wieder vom Boden aufzusammeln. "Und einmal haben wir einen Film angeguckt und der war total scheiße, aber er saß neben mir und ich bin die ganze Zeit näher gerutscht und er hat es nicht gemerkt, glaube ich." "Scully, wir sind da. Wie heißt das Hotel?" "Spiller's Motel oder so." Ich finde besagten Ort schneller, als ich gedacht hätte, obwohl er eigentlich Spilling's Motel heißt. "Danke, Walter." Sie beugt sich zu mir und küsst mich auf die Wange. Dann steigt sie aus dem Wagen. Nun ja... Sie versucht es. Ich springe hinterher und fange sie gerade noch auf.

"Huch. Der letzte war wohl zu vvvvviel." Ich begleite sie bis zur Tür, ihre Schuhe - Wie kann die Frau auf diesen Dingern laufen? – hält sie immer noch in der Hand. Nachdem wir uns informiert haben, wo ihr Liebster sich befindet, wird sie nervös.

Mit zitternden Händen klopft sie an seine Tür. "Hau ab, Diana, ich will nicht mit dir schlafen. Ich sage es dir zum letzten Mal..." Die Tür wird aufgerissen. "...ich liebe nur Scul...Scully??? Sir???" Seine Blicke wandern desorientiert von ihr zu mir. "Was..." Sie wirft sich in seine Arme. "Oh, Mulder..." Er starrt mich an. "Was haben Sie mit ihr gemacht?" "Ich habe sie in einer Bar...", starte ich einen Versuch. "In einer Bar??? Scully würde niemals freiwillig in eine Bar gehen. Was haben Sie mit ihr gemacht? Warum sieht sie aus wie eine Prostituierte und..." Er wedelt mit der Hand durch die Luft. "...warum hat sie Alkohol getrunken???" Mit der anderen Hand hält er sie schützend an sich gedrückt, während sie Freudentränen mit Wimperntusche auf sein weißes T-Shirt vergießt. Jedes ihrer Worte klingt in meinem Kopf wider. Die Tür hinter mir öffnet sich und Diana Fowley gesellt sich zu uns. "Was ist passiert, Fox?" "Geh wieder ins Bett, Diana und nenn mich nicht Fox." Scully hebt ihren Kopf von seiner Brust und lächelt. Er wendet sich ihr zu. "Legen Sie sich hin, Scully. Auf dem Sofa ist noch Platz." Er schiebt sie behutsam ins Zimmer, wo sie unsicher in Richtung Couch taumelt.

"Was zur Hölle haben Sie mit ihr angestellt??"

Ich erzähle ihm das, was er seit Jahren sucht. Die Wahrheit.

"Meine kleine Schwester hat heute Geburtstag und ich habe ihr versprochen, sie in diese merkwürdige Bar zu begleiten. Und plötzlich läuft Scully mir über den Weg. Sie war ziemlich betrunken und deshalb habe ich sie ins Auto gesetzt und wollte sie nach Hause fahren, aber...auf dem Weg hat sie mir erzählt, warum sie dort war und dass... sie seit Minneapolis in Sie verliebt ist und, tja, alles eben. Sie erzählte mir, wann, warum und bei welchem Fall Sie sie mit ihrem Vornamen angesprochen haben, ob Sie sie umarmt haben, dass Sie sich beim Jahreswechsel geküsst haben, wo sie eifersüchtig auf andere Frauen war, dass Sie sich beinahe vorher schon geküsst hätten, wobei eine - ich zitiere - Scheißbiene es verhindert hat und dass sie Agent Fowley hasst."

Mulder hat Schwierigkeiten, seinen Mund geschlossen zu halten. "Sie meinen --- Sie wollen damit sagen, dass --- ich --- oh mein Gott --- Scully..." "Hm?", meldet sich besagte Person halbnackt von der Couch. "Scully..." Er sprintet zu ihr, nimmt ihr Gesicht in beide Hände und sieht ihr in die Augen. "Mulderdududuhastfleckenda." Sie piekt ihren Plastikfingernagel in seinen Bauch, wo sie ihn angeheult hat. "Agent Mulder, ich gehe jetzt besser."

Ich ziehe mich langsam in Richtung Tür zurück, aber Mulder hält mich zurück. "Könnten Sie mir vielleicht ein Glas Wasser bringen?" Resigniert gehe ich in die Küchenecke und kehre mit einem Glas Wasser zu meinen beiden Agenten zurück. Vorsichtig flößt er es ihr ein. "Urmblph", macht Scully und spuckt es ihm ins Gesicht. Er verwendet das restliche Wasser, um ihr Makeup zu entfernen, dann löst er ihre Frisur, wobei mir ein Rätsel bleibt, auf welche Art und Weise. "Leg dich hin Scully." Sie schüttelt heftig den Kopf und kuschelt sich an ihn. "Will nicht." Er legt seine Arme um sie und legt seine Nase in ihr Haar. "Schlaf jetzt. Ich werde hier sein, wenn du aufwachst." Sie lässt sich zurücksinken, bis sie auf dem Rücken liegt und schließt die Augen. Mulder küsst ihre Stirn und erhebt sich vom Sofa. Er geht einige Schritte auf mich zu. "Danke." "Gern geschehen." Ich glaube, ich nehme mir ein Taxi.

Ende