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spookydogstar spookydogstar@gmx.de Alles beginnt in Oregon; Per Manum; Augenblicke; eine kleine Stelle aus Im Bermuda Dreieck MSR – eindeutig *g* J *g* Nun ratet mal, wem die Charaktere von Mulder und Scully wohl gehören. Richtig, mir leider nicht, sondern Chris Carter, 20th Century Fox und 1013 Productions und ich habe sie mir nur mal wieder für meine kleinen Fantasien ausgeliehen. *g* Was wäre passiert, wenn Mulder nie von den Außerirdischen entführt worden wäre...??? Diese FF habe ich eigentlich ursprünglich mal für die Juni Challenge bei WoX geschrieben, aber wie ihr ja jetzt sehen könnt, ist sie nun doch nicht dort gelandet. Es kommt halt nicht immer alles so, wie man es sich denkt. Als ich damals den neuen Aufruf bei WoX für die Juni Challenge gelesen hatte, machte ich mir natürlich gleich so meine Gedanken. Und es ist doch schon komisch, was eine so kleine Sache, wie eine Entführung, doch für Auswirkungen auf die Serie hat. Alleine schon das Auftreten von neuen Agenten wäre doch anscheinend von vornherein ausgeschlossen. Da mir aber im Laufe der achten Staffel einige dieser Charaktere ein klein wenig ans Herz gewachsen sind, wollte ich in meiner Story nicht darauf verzichten. Mal schauen, was dabei zum Schluss rauskommt. J Bei einigen Unterhaltungen zwischen Mulder, Scully und Skinner habe ich versucht, mich so nah wie möglich an die Originalscripte von den jeweiligen Folgen zu halten, was jedoch zur Folge hatte, das manche Äußerungen im deutschen Fernsehen damals anders übersetzt wurden, als es das Script hergibt. Also wundert euch nicht, wenn euch manches nicht bekannt vorkommt. Ach so, Rückblicke von Mulder oder Scully sind Kursiv geschrieben. PLEASE. Ich möchte doch schließlich wissen, ob sich meine Arbeit lohnt, oder ob ich doch lieber beim Lesen von FF’s bleiben sollte. *g* Mal überlegen... wo fange ich am besten an. Als erstes möchte ich mich natürlich bei den Leuten von SoX bedanken, also DAS_YASI, DAS_WoD und alle anderen, die da noch dran hängen. Macht weiter so. Jetzt hätte ich doch noch glatt dich, Blue, vergessen. Vielen Dank für deine Unterstützung und Hilfe, die du mir in der Zeit gegeben hast, als ich einfach nicht mehr weiter wusste. Deine Hilfe ist unbezahlbar für mich und deshalb könnten auch noch so viele Worte meine Dankbarkeit an dich nicht annähernd ausdrücken. DANKE Und zu guter letzt möchte ich David Duchovny und Gillian Anderson für ihre Hervorragende Verkörperung von Mulder und Scully danken. Ohne Akte X und die Chemie zwischen den beiden wäre ich bestimmt nicht an diesen Punkt hier gekommen. Hätte mir einer vor ein paar Jahren gesagt, das ich jemals so etwas wie das hier schreiben würde, ich hätte ihn glatt für verrückt gehalten. |
VIEL SPASS
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Another Future >*<>*<>*<>*<>*<>*<>*<
Washington D.C.; FBI Building
<Was zum Teufel geht in diesem Raum nur vor sich?> waren die einzigen Gedanken von Scully, nachdem sie das Büro von AD Skinner verlassen hatte und nun im Flur stand. Ehe sie einen weiteren klaren Gedanken fassen konnte öffnete sich auch schon die Tür und Mulder folgte ihr in den Flur.
"Mulder, wenn irgendetwas davon wahr ist..." sagte sie zu ihm, nachdem sie sich umgedreht hatte und ein paar Schritte auf ihn zu gegangen war. "Auch wenn es so wäre, ich will, dass Sie es vergessen, Scully." versuchte er ihr mit ruhigem Tonfall zu erklären.
<Was war denn heute eigentlich nur los? Wieso verhielt sich hier jeder auf einmal anders?> "Ich soll es vergessen?" war alles, was sie daraufhin überrascht von sich gab. Sie dachte inzwischen schon, sie wäre im falschen Film, erst die Unterhaltung mit den Lone Gunmen, Krycek und Marita Covarrubias in AD Skinners Büro und nun auch noch das hier mit Mulder. War sie denn die einzige Person, die noch klar denken konnte? Doch ehe sie weiter darüber nachdenken konnte, hörte sie auch schon wieder Mulders Stimme und wie er sagte: "Sie werden nicht mitkommen. Ich werde nicht zulassen, dass sie mitkommen!" Anscheinend schien er jetzt total zu spinnen. Wie kann er denn nur so etwas sagen. "Was reden Sie für einen Blödsinn?" wollte sie von ihm wissen und brachte ihre Worte energischer raus, als sie es eigentlich wollte. "Irgendwann muss mal Schluss sein und der Zeitpunkt ist jetzt." sagte er ruhig und doch bestimmend. Sie wollte jetzt endlich von ihm wissen, was das alles hier zu bedeuten hatte, doch weiter als ein "Mulder..." kam sie nicht, da er ihren Redefluss gleich darauf unterbrach. "Verstehen Sie denn nicht? Die holen sich Entführte. Sie sind eine Entführte! Ich möchte nicht riskieren..." Bevor er weitersprach, sah er sie mit einem traurigen und für ihn bedeutungsvollen Blick an. "...Sie zu verlieren." war dann schließlich alles, was er mit zittriger Stimme sagen konnte.
<Habe ich das eben richtig verstanden? Er will nicht riskieren, mich zu verlieren.> spukte es durch Scullys Kopf. Während sie langsam auf ihn zu ging, um ihn in ihre Arme zu nehmen, damit sie ihm, in den für sie so entscheidenden Minuten, nahe sein konnte, hatte sie das Gefühl, als ob alles um sie herum in Zeitlupe ablaufen würde. Als sie ihn endlich erreicht hatte, was ihr wie nach einer Ewigkeit vorkam, schmiegte sie sich eng an ihn, strich mit ihrer Hand leicht über sein Haar und brachte mit sanfter Stimme die einzigen Wörter heraus, die sie noch im Stande war zu sprechen: "Ich werde Sie nicht alleine gehen lassen." Und nachdem sie ihm diese wenigen Worte gesagt hatte, spürte sie, wie er sie noch näher an sich drückte, obwohl der Abstand zwischen ihnen schon so gering wie möglich war. Sie wollte ihn einfach nur festhalten und am liebsten nie mehr los lassen. Denn niemand von ihnen wusste genau, wann sie das nächste mal die Gelegenheit hätten, ihre Gefühle, die sie für einander empfanden, wieder so offen zeigen zu können.
Landstraße in Bellefleur / Oregon
Die Dämmerungen war schon langsam über der Landstraße herein gebrochen, als Skinner, mit Mulder in seiner Begleitung, den Wagen an den Straßenrand lenkte. Nachdem Skinner den Kofferraum des Wagens geöffnet hatte, nahm Mulder seinen Rucksack raus und wollte sich auch schon auf den Weg in den Wald machen, als Skinner ihm seine Befürchtungen über die ganze Sache hier mitteilte: "Es beginnt wie der Hinterhalt, vor dem ich mich immer gefürchtet habe." "Es gibt hier keinen Hinterhalt, Sir." war alles, was er auf Skinners Worte hin erwiderte und sich anschließend auf den Weg in den Wald machte. "Hey, Sie wissen, dass ich hier auch meinen Arsch riskiere, Agent Mulder." rief Skinner ihm hinterher. "Ich weiß das." antwortete er, bevor er sich wieder in Richtung Wald umdrehte.
zur selben Zeit in Washington D.C.; Skinners Büro
Nachdem Mulder und Skinner sich auf den Weg nach Oregon gemacht hatten, sah sich Scully zusammen mit den Lone Gunmen noch einmal ein paar Akten an. Als sie eine der vielen Akten aufschlug und darin las, stutzte sie auf einmal und redete, ohne es zu merken, vor sich hin: "Das kann nicht sein!" Etwas verwirrt schauten die Lone Gunmen zu Scully rüber und Frohike fragte nur: "Was lesen Sie da?" "Medizinische Unterlagen – Billy Miles und die anderen bekannten Entführten aus Bellefleur; Oregon. Sie alle hatten anormale Gehirnaktivitäten." Während Scully ihnen von ihren Erkenntnissen erzählte, schauten ihr die drei dabei über die Schulter. "Ein elektro-enzephalitisches Trauma." gab Byers von sich. Kaum hatte Byers seinen Satz beendet wanderten Scullys Gedanke auch schon zu Mulder. Er hatte damals, als er mit dem außerirdischen Artefakt in Berührung kam und dadurch fast seinen, von ihr so geliebten, Verstand verloren hatte, genau die selben Anzeichen dieser anormalen Gehirnaktivitäten gehabt. Als sie den Lone Gunmen davon erzählte, wusste Langley nicht so recht, was sie damit eigentlich meinte. Mit den Worten: "Es war etwas da draußen in dem Wald. Es hat mich niedergeschlagen. Weil es mich nicht wollte. Mulder glaubt, dass ich es bin, die in Gefahr ist, geholt zu werden." versuchte sie Langley zu erklären, was diese anormalen Gehirnaktivitäten, die Mulder am Anfang des Jahres hatte, nun für Auswirkungen haben könnten. Frohike war sofort klar, was das bedeuten würde und meinte nur: "Aber es ist Mulder, der jetzt in Gefahr ist."
Während Frohike den anderen von der Erkenntnis, welche sie gerade gemacht hatten erzählte, wurde Scully auf einmal schwindelig. Ihr Gesicht war schon seit geraumer Zeit immer blasser geworden. Erst der Schwächeanfall in Oregon und dann die Erkenntnis, dass sie es gar nicht war, die entführt werden sollte, hatten einfach an ihren Nerven gezehrt. Durch den Ohnmachtsanfall, welchen sie zur Zeit erlitt, wurde ihr schwarz vor Augen und ehe sie sich dem Boden nährte wurde sie auch schon von den Lone Gunmen aufgefangen.
in den Wäldern von Bellefleur /Oregon
Mulder lief mit Skinner an seiner Seite dieselbe Strecke entlang, die er auch mit Scully vor zwei Tagen genommen hatte. Als sie die Stelle erreicht hatten, an der sich das UFO, laut Krycek’s Aussage, befinden sollte, nahm Mulder seinen Rucksack ab und holte mehrere transportable Laser aus dem selbigen. Ohne Skinner darüber zu informieren, was es mit den rot leuchtenden Lasern auf sich hatte, begann Mulder damit, die Laser auf der Lichtung so auszurichten, dass alle in eine Richtung des Waldes strahlten. Nachdem er mit der Ausrichtung fertig war, überprüfte er die Anzeige von dem Gerät, welches er in der Hand hielt und meinte, fast mit einem belustigten Tonfall, zu Skinner: "Ich würde sagen, es sieht wirklich gut aus." Skinner vernahm Mulders Äußerung, während er weitere Laser ausrichtete.
Als Mulder seinen Blick von dem Gerät nahm und zum Ende der Lichtung blickte, merkte er auf einmal, dass die roten Laserstahlen nicht einfach so in den unendlichen Weiten des Waldes endeten, sondern durch irgendetwas aufgehalten wurden. Vorsichtig machte er ein paar Schritte auf die Stelle zu, als er durch ein weißes und sehr grelles Licht geblendet wurde. Abrupt blieb er auf der Stelle stehen und schaute dem hellen Licht hinterher, welches sich jetzt immer weiter von ihm entfernte. In diesem Moment war ihm klar, das Krycek und Marita Covarrubias recht hatten, und sie beide aber zu spät gekommen sind. Während sie sich noch in Washington darüber unterhielten, wo genau das UFO im Wald sein könnte, hatte es sich in der Zwischenzeit schon selbst repariert.
Unmittelbar nachdem sich das UFO gen Himmel bewegt hatte, erhob sich Skinner aus seiner Position und ging auf Mulder zu. "Was zum Teufel ist das?" fragte er ihn, während er sich die eine Hand vor die Augen hielt, um nicht allzu sehr von dem Licht geblendet zu werden. "Sieht so aus, als wären wir zu spät gewesen." war alles, was Mulder daraufhin resigniert von sich gab. Er konnte es einfach nicht glauben. Schon wieder einmal hatte er keinen Beweis, die seinem Vorgesetzten hätten überzeugen können. Frustriert und voller Wut darüber, dass er es wieder einmal nicht geschafft hatte, sammelte er die Laser, welche sie vorhin noch aufgebaut hatten, wieder ein, steckte sie in seinen Rucksack und begab sich ohne ein weiteres Wort zu Skinner zurück zum Auto.
Völlig irritiert über die Reaktion von Mulder nahm auch Skinner seine Sachen und folgte ihm. Er hätte mit allem gerechnet, nur nicht damit. Vielleicht würden sie trotzdem noch etwas auf der Lichtung finden. Es würde doch bestimmt irgendwelche Hinweise geben, die darauf schließen lassen könnten, dass sich bis vor kurzem dort ein UFO befand. Doch anscheinend war Mulder das völlig egal.
Als die beiden ca. zehn Minuten später den Wagen wieder erreicht hatten, feuerte Mulder den Rucksack in den Kofferraum, ohne auch nur einen Gedanken an die darin befindlichen Laser zu verschwenden. "Sollte der Rucksack noch so einen Schlag abbekommen, dann können wir die Ausrüstung auch gleich auf den Boden werfen." vernahm er die Stimme von Skinner. Anscheinend war Mulder den Weg bis zum Auto völlig in seine Gedanken versunken, denn als er über die Worte von Skinner nach dachte, gab er ein kurzes: "Tut mir leid." von sich und öffnete danach die Autotür.
Bevor Skinner auf der Beifahrerseite einstieg ließ er seinen Blick noch einmal in den Wald schweifen und dachte darüber nach, was er eben gesehen hatte. Niemals zuvor hatte er ein UFO gesehen und nun fing er an zu verstehen, wie es ist, wenn niemand einem so recht Glauben schenken will. Schließlich hatte er dies schon des öfteren getan, wenn er die Berichte von Mulder angezweifelt hatte. Er schaute noch einmal zum Himmel und zu den Sternen, die dort zu sehen waren und stieg anschließend ins Auto. Ehe er seinen Sicherheitsgurt umgelegt hatte, startete Mulder auch schon den Motor und mit einem Aufheulen desselben setzte sich der Wagen in Bewegung, mit dem Ziel Washington D.C.
Washington D.C.; Parkhaus des FBI Buildings
kurz nach Sonnenaufgang
Mulder hatte den Wagen gerade in einer Parklücke untergebracht, als auch schon sein Handy klingelte. Es war Frohike, der an der anderen Seite des Telefons zu hören war und ihn fragte, wo er sich befinde. "Wir stehen im Parkhaus des FBI Buildings. Warum?" hakte er schließlich nach, weil es doch etwas ungewöhnlich war, dass Frohike ihn einfach so anrief, nur um zu wissen, wo er sich befindet. "Die Jungs und ich sind im Krankenhaus. Scully hatte einen Schwächeanfall in Skinners Büro erlitten." war alles, was Frohike ihm auf seine Frage hin antworten konnte, da Mulder ihn gleich darauf unterbrach. "In welchem Krankenhaus seit ihr?" platzte es aus ihm heraus, während Skinner ihn mit einem fragenden Blick von der Seite anschaute. "Es ist das Memorial Hospital." "Okay, ich bin sofort da." Kaum hatte er den Satz beendet, steuerte er den Wagen auch schon wieder aus dem Parkhaus auf die Straßen von Washington D.C.
Auf dem Weg ins Krankenhaus kam es Mulder so vor, als ob alles gegen ihn war. Denn egal, an welche Kreuzung sie auch kamen, jedes Mal schalteten die Ampeln von grün auf rot um und so dauerte es fast ein halbe Stunde, ehe sie das Krankenhaus erreicht hatten. Als Mulder zusammen mit Skinner in die Notaufnahme stürmte, kamen ihnen auch schon Byers, Langley und Frohike entgegen. "Wo liegt sie? Wie geht es ihr?" Die Gedanken in seinem Kopf überschlugen sich und an alles, was er jetzt noch denken konnte, hatte mit Scully zu tun. Die Bilder des Schwächeanfalls im Wald und des Schüttelfrosts, welchen sie in seinem Motelzimmer erlitten hatte, zeichneten sich vor seinen Augen ab. Wieso hatte er nicht nur schon vorher deswegen etwas unternommen? Schließlich hatte er doch mitbekommen, dass es ihr nicht gut ging. Durch Frohikes Worte: "Sie machen im Moment gerade noch ein paar Tests, aber der Arzt wollte eigentlich gleich kommen und uns über ihren Zustand aufklären." wurde er wieder zurück in die Wirklichkeit geholt. Und als er seinen Blick zu Frohike wandern ließ, kam auch schon Scullys behandelnder Arzt, Dr. Quade, auf sie zu.
Nachdem der Arzt sich bei ihnen vorgestellt hatte, fragte Mulder ihn besorgt, wie es Scully ginge. "Ms. Scullys Blutdruck lag bei 80 zu 60, als sie mit dem Krankenwagen bei uns eingeliefert wurde. Wir haben ihren Kreislauf daraufhin versucht zu stabilisieren, was uns nach einiger Zeit dann auch gelungen ist. Als Ms. Scully wieder zu sich kam, was nach ca. 15 Minuten der Fall war, hat sie über starke Schmerzen im Abdomen geklagt. Deswegen wurde sie von mir zum MRT geschickt. In ein paar Minuten dürfte sie wieder auf der Station sein und sobald ich den Befund ausgewertet habe und Ms. Scullys Zustand sich nicht wieder verschlechtert hat, können Sie zu ihr." versuchte er Mulder zu beruhigen.
Da sie in diesem Augenblick so wieso nichts weiter tun konnten, setzten sie sich auf die Wartebänke, die neben der Notaufnahme standen und warteten darauf, das der Arzt wieder zu ihnen kommen würde. Nach geschlagenen zehn Minuten kam Dr. Quade zurück und teilte ihnen mit, dass Scully wieder in ihrem Zimmer sei. Da ihr Blutdruck aber immer noch ziemlich niedrig war und seine Patientin noch Ruhe bräuchte, erlaubte er fürs erste nur Mulder den Besuch bei ihr. Die anderen verabschiedeten sich bei ihm, da sie im Moment sowieso nichts weiter für Scully tun konnten und begaben sich in Richtung Ausgang. Dr. Quade blieb mit Mulder vor dem Krankenzimmer mit der Nummer 21 stehen und ließ ihn anschließend alleine, da er sich noch um andere Patienten zu kümmern hatte.
Vorsichtig und so leise wie es nur ging drückte Mulder den Türgriff nach unten und steckte den Kopf behutsam durch den kleinen Spalt. Scully lag mit dem Gesicht zum Fenster und die Sonnenstrahlen, die ins Zimmer fielen, zeichneten kleine Muster auf ihre Bettdecke. Als sie gehört hatte, wie die Tür geöffnet wurde und jemand ein "Hey." von sich gab, drehte sie sich langsam um. Sie hatte Mulders Stimme sofort erkannt, denn niemand sonst schaffte es, so liebevoll zu reden, wie er. Nachdem Mulder das Zimmer betreten hatte, holte er sich einen der Stühle, die in der Ecke standen, und stellte ihn neben Scullys Bett. Er setzte sich und umschloss anschließend zärtlich ihre Hand mit seiner. "Wie geht es Ihnen?" brachte er als einziges schüchtern hervor. "Ich würde mal so sagen, den Umständen entsprechend." "Was genau fehlt Ihnen denn nun? Der Arzt sagte mir zwar, dass Ihr Blutdruck zu niedrig sei, aber mehr wollte er nicht verraten." hakte Mulder nach.
<Wie soll ich es ihm nur sagen?> geisterte es durch Scullys Kopf. Schließlich erzählt man ja nicht jedem Tag seinem Arbeitskollegen, dass man schwanger ist. Aber er hatte ein Recht darauf, die Wahrheit von ihr zu erfahren.
Durch die Ruhe, die zwischen den beiden herrschte, wurde Mulder immer unruhiger. Was hatte der Arzt nur festgestellt, dass Scully ihm nicht erzählen wollte. Sollte der Krebs etwa wieder ausgebrochen sein oder etwas noch schlimmeres? Alleine schon die Gedanken daran ließen sein Herz schmerzen und ihn innerlich zittern.
Mit einem ruhigen, aber doch ängstlichem: "Was ist los?" durchbrach er die Stille. "Ich weiß nicht so recht, wie ich es sagen soll..." setzte sie an, als sich vor ihrem geistigen Auge ein paar längst in den Hintergrund gerutschte Szenen ihren Weg an die Oberfläche bahnten.
Durch die Fenster in Scullys Wohnung war das Leuchten der Straßenlaternen zu sehen, als Mulder sich von ihrer Couch erhob, nachdem sie die Wohnung betreten hatte. Ein einziger Blick in ihr Gesicht schien ihm zu verraten, dass alle ihre Hoffnungen von der einen Sekunde auf die andere geplatzt waren. Alle ihre sehnlichsten Wünsche waren einfach zerplatzt, wie eine Seifenblase und auch er konnte nichts tun. Doch er wollte es anscheinend einfach nicht wahr haben und so fragte er sie trotzdem: "Es hat nicht geklappt, oder?"
"Es war meine letzte Chance." war alles, was sie unter Tränen sagen konnte, nachdem Mulder sie in seine Arme genommen hatte und sie sich mit aller Kraft an ihm festhielt. Als sie sich ein wenig beruhigt hatte, küsste Mulder vorsichtig ihre Stirn und sagte anschließend: "Wunder soll es doch immer wieder geben!"
Sollte dies etwa das Wunder sein, von dem er damals sprach? Die Antwort auf diese Frage kannte sie doch eigentlich schon längst. Aber es kam ihr immer noch so unwirklich vor. Die Bilder der Vergangenheit waren so schnell weg, wie sie gekommen waren und Mulder wusste noch immer nicht, was ihr nun fehlte bzw. nicht fehlte. An der Stelle, wo sie vorher abgestorben war, setzte sie nun wieder ein: ... ich ...ich bin schwanger!" Und während ihr die Worte über die Lippen kamen, ließ sie ihrer Freude und den damit verbundenen Emotionen freien Lauf und lächelte übers ganze Gesicht.
Mulder dachte in diesem Moment, seinen Ohren nicht trauen zu können. Hatte sie eben wirklich gesagt, dass sie schwanger sei? Das, was auch er sich damals sehnlichst für sie gewünscht hatte, sollte nun doch noch in Erfüllung gehen. Als er Scullys Lächeln sah, wurde ihm bewusst, dass er sich nicht verhört hatte. Aber wie war das möglich, nach allem, was er damals rausgefunden hatte. Und auf einmal hörte er, wie seine Stimme ein: "Aber, wie ...wie ist das möglich?" von sich gab, obwohl er das doch nur denken wollte. "Gottes Wege sind manchmal unergründlich und außerdem scheint es doch noch Wunder zu geben." antwortete sie und hatte dabei immer noch ein Lächeln im Gesicht.
Ehe Mulder sich jedoch mit Scully über die sich daraus entstehenden Veränderungen unterhalten konnte, kam die Krankenschwester in das Zimmer und hatte eine Nachricht für Mulder.
Nachdem Skinner zurück zum FBI Building gefahren war, wurde er auch schon von Kersh empfangen und musste ihn über den Ausflug, den er und Mulder nach Oregon unternommen hatten, Bericht erstatten. Und Skinner kannte Kersh nur zu gut, dass er auch noch ein Hühnchen mit Mulder zu rupfen hatte, so dass er ihm diese Nachricht im Krankenhaus zukommen ließ, wonach Mulder sich so schnell wie möglich ins FBI Building begeben sollte.
Mit den Worten: "Sobald ich bei unserem lieben Vorgesetzten war, komme ich wieder." verließ er das Zimmer und machte sich auf den Weg ins FBI Building. Den leichten Sarkasmus in seiner Stimme hatte Scully natürlich nicht überhört, doch so war Mulder nun mal.
FBI Building; Kersh’s Büro
um die Mittagszeit
Als Mulder das Sekretariat von Kersh’s Büro betrat, wartete dort bereits ein anderer Agent. Er war diesem Agenten bisher noch nie über den Weg gelaufen und so wie er aussah, kam er auch bestimmt nicht gerade von der FBI-Akademie. Doch ehe er weiter darüber nachdenken konnte, öffnete sich auch schon die Tür zu Kersh’s Büro und er wurde hinein gebeten.
"Bitte nehmen Sie Platz Agent Mulder." war alles, was Kersh zu ihm sagte und dabei auf den Stuhl, welcher sich rechts von ihm befand, zeigte. Auf dem anderen Stuhl saß Skinner, in dessen Gesicht nicht gerade die Freude geschrieben stand. "Wie ich gehört habe, haben Sie und Assistant Direktor Skinner einen kleinen Ausflug nach Bellefleur, Oregon gemacht! Und das, obwohl man Sie und nebenbei auch Agent Scully vor nicht allzu geraumer Zeit darauf hingewiesen hat, dass ihre Ausgaben, die sie für ihre unbändige Suche benötigen, den Ergebnissen, die sie mir vorlegen, nicht gerecht werden." Mulder wusste natürlich sofort, wovon Kersh redete und so wanderten seine Gedanken an den Anfang der Woche.
Special Agent Short wurde vom FBI damit beauftragt zu prüfen, ob die Kosten, die durch die vielen Reisen, die er und Scully im Laufe der sieben Jahre gemacht hatten, auch im selben Verhältnis zu ihrem Nutzen stehen würden. Da dies natürlich nicht der Fall war, wurde er von Special Agent Short darauf hingewiesen, die Suche nach den Außerirdischen einzuschränken.
Der Typ hatte ja auch leicht reden, er saß ja schließlich immer in seinem kleinen Büro und durchwühlte nur irgendwelche Akten. Doch bei seiner Arbeit sah es wesentlich anders aus. Und als der Special Agent auch noch erwähnte, dass er seine Suche genauso gut über das Internet erledigen könnte, war er bei ihm vollends unten durch.
Schließlich platzte ihm total der Kragen, als Special Agent Short erwähnte, dass es nicht unzumutbar für ihn und Scully sei, das Blickfeld von ihn beiden einzuschränken. Was er daraufhin auch gleich bei Special Agent Short durchführte.
Durch Kersh’s Worte: "Man teilte mir mit, dass Sie den FBI Revisor Agent Short angegriffen hätten, um es mal milde auszudrücken." wurde er schließlich aus seinen Gedanken gerissen. "Und es ist mir egal, was Sie dazu zusagen haben. Sie sind eindeutig zu weit gegangen. Es reicht mir jetzt mit Ihnen. Und deshalb sehe ich keine andere Möglichkeit, als Sie bis auf weiteres vom FBI zu suspendieren."
Während Kersh ihn über die Konsequenzen informierte, die sein Faustschlag gegen Agent Short betragen würde, hörte Mulder ihm nur mit einem Ohr zu. Denn seine Gedanken waren ausschließlich bei Scully im Krankenhaus. Er dachte immer noch über das nach, was sie ihm vorhin erzählt hatte und auch daran, was für Auswirkungen seine Suspendierung und ihre Schwangerschaft auf die X-Akten hätten.
"Aber Sir, was ist mit meiner Arbeit an den X-Akten und den Vermisstenfällen in Oregon?" brach es auf einmal aus ihm heraus. "Daran hätten Sie vielleicht vorher denken sollen, bevor Sie irgendwelche unüberlegten Handlungen begehen." war alles, was Kersh auf Mulders Frage hin sagte. Nach einer kurzen Pause fügte er jedoch noch hinzu: "Da aber ein paar Angehörige der in Oregon Vermissten sich an uns gewandt haben, wird das FBI die Suche nach diesen Leuten übernehmen und deshalb wird den X-Akten ein neuer Agent zugewiesen. Sie können sich übrigens bei Assistant Direktor Skinner dafür bedanken, dass die X-Akten nicht komplett geschlossen werden. Damit dürfte Ihre Frage beantwortet sein."
Dem hatte Mulder nichts weiter zuzusetzen. Er war zu weit gegangen, und das wusste er auch. Am liebsten hätte er sich jedoch dagegen gewährt, aber er wusste ganz genau, dass das weder für ihn noch für Scully gut gewesen wäre. Ohne ein Wort zu Skinner und Kersh erhob er sich aus dem Stuhl und ging zu Tür. Nachdem er das Vorzimmer betreten hatte, hörte er auch schon, wie Kersh den draußen wartenden Agenten, John Doggett, zu sich herein rief.
Wie in Trance ging Mulder zu seinem Auto, startete den Motor und fuhr wieder zu Scully ins Krankenhaus.
Memorial Hospital
<Was soll ich bloß Scully sagen? Wie wird sie das in ihrem Zustand verkraften?> waren die einzigen Gedanken, die ihm durch den Kopf geisterten, als er die Notaufnahme betrat. Der schmale Gang im Krankenhaus kam ihm in diesem Moment unendlich lang vor. Es kam ihm so vor, als er ob er fünf Minuten bis zu ihrem Zimmer benötigt hätte, doch in Wirklichkeit waren es vielleicht 50 Sekunden gewesen. Bevor er die Tür öffnete überlegte er sich noch einmal, was er ihr erzählen sollte. Er konnte doch nicht einfach so mit der Tür ins Haus fallen. Doch je mehr er darüber nach dachte, um so unsicherer wurde er.
Es half alles nichts. Er setzte ein vielleicht etwas gequältes Lächeln auf, klopfte kurz an die Tür und öffnete diese anschließend, nachdem er Scullys Stimme vernommen hatte und wie sie "Herein" sagte.
"Mulder, was machen Sie denn schon wieder hier?" fragte Scully ihn überrascht. Schließlich war ihr ja bewusst, das er bei Kersh vorsprechen musste. Und die Standpauken bei ihm dauerten im allgemeinen auch immer recht lange. Ohne ihre Frage zu beantworten setzte er sich auf den Stuhl, der immer noch neben ihrem Bett stand.
"War es so schlimm, dass es Ihnen die Sprache verschlagen hat?" hakte sie nun nach. "Wie man es nimmt." war seine einzige Reaktion darauf. "Nun sagen Sie mir doch endlich, was los ist." "Ich weiß nicht so recht, Scully. Ich... ich weiß nicht, wie ich es Ihnen sagen soll." "Hey Mulder, es geht mir gut. Ich werde den Anschiss, den Kersh Ihnen verpasst hat schon abkönnen. Also, nun los. Oder muss ich Ihnen alles aus der Nase saugen?" fügte sie mit einem leichten Grinsen an.
Er setzte an und atmete noch einmal tief ein. "Es ist aus." war dann schließlich alles, was er heraus bekam. "Wie, es ist aus?" fragte Scully etwas irritiert. "Meine Arbeit an den X-Akten." erzählte er mit einer ruhigen und traurigen Stimme. "Kersh hat mich bis auf weiteres vom Dienst suspendiert. Er weiß von der Sache in Oregon und das wir und auch Skinner dort waren. Und..." Er machte eine kleine Pause, ehe er weiter sprach. "... und außerdem davon, das ich das Blickfeld des FBI Revisors ein klein wenig eingeschränkt habe." "Aber... aber... das... das geht doch nicht. Schließlich ha... haben wir doch beide gegen die Vorschriften verstoßen." kam es Scully stotternd über die Lippen.
"Wenn er schon jemanden suspendieren sollte, dann mich, schließlich habe ich dich nicht daran gehindert, sondern eigentlich auch noch ein wenig ermutigt." sprach sie weiter, nachdem sie ihre Stimme wieder einiger Maßen im Griff hatte. Sie war schließlich mit daran Schuld und den Gedanken daran, dass er alles alleine ausbaden musste, konnte sie einfach nicht ertragen. "Scully bitte nicht. Du bist nicht daran Schuld und ich möchte auch nicht, dass du dir das einredest. Du hättest mich doch sowieso nicht daran hindern können. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann kann nichts und niemand es mir ausreden, das weißt du doch." versuchte er sie zu beruhigen.
Nachdem Mulder seinen letzten Satz beendet hatte, sprudelte es auf einmal aus Scully heraus: "Wie soll es denn jetzt weiter gehen?" Mulder konnte die Panik und die Hilflosigkeit in Ihrer Stimme hören. "Skinner konnte Kersh überreden, die X-Akten nicht zu schließen, aber Kersh sagte mir, dass das FBI dir einen neuen Partner zuweist. Ein Agent namens John Doggett. Der Typ saß bereits da, als ich in Kersh’s Büro gebeten wurde. Ein Möchtegern-Typ in Anzug. So wie der aussah, glaubt der an alles, nur nicht an das, was für die Arbeit an den X-Akten wichtig ist." Bevor Mulder weiter sprach schaute er Scully in die Augen und fuhr anschließend mit leiser Stimme fort: "Es tut mir so leid Scully."
Es war einfach alles zu viel für ihn geworden. Die Arbeit an den X-Akten und die Zusammenarbeit mit Scully waren alles, was ihm noch geblieben war. Doch nun hatte man ihm auch noch den letzten Halt genommen. Er konnte nicht länger neben ihr sitzen und ihr dabei vielleicht auch noch in die Augen sehen. Er konnte es einfach nicht. Wortlos erhob er sich aus dem Stuhl, ließ seinen Blick kurz aus dem Fenster schweifen. Alles war so friedlich dort draußen. Die Sonne schien noch immer vom Himmel und die Vögel veranstalteten ein Sing-Sang das auch noch meilenweit entfernt zu hören sein musste.
Mit den Worten: "Es tut mir leid Scully, aber ich muss jetzt allein sein." verabschiedete er sich bei Scully und verließ das Zimmer.
In den nächsten Tagen, die vergingen, hatte Scully alles mögliche versucht, um Mulder zu erreichen. Doch es war alles vergebens. Und mit der Zeit wusste sie auch nicht mehr, wo sie noch nach ihm hätte suchen sollen. Sie hinterließ ihm auf seiner Mailbox vom Handy und auch auf seinem Anrufbeantworter immer wieder ein paar Nachrichten, doch auch auf diese antwortete er nicht.
Die Arbeit an den X-Akten hatten sie auch wieder vollends beschäftigt. Es war ein seltsames und beklemmendes Gefühl, als sie das erste Mal das Büro betrat und nicht wie gewohnt die Stimme von Mulder vernahm, da er mal wieder seit Sonnenaufgang bei der Arbeit war.
Bei der Einschätzung ihres neuen Partners hatte Mulder voll in die Hundert getroffen. Ihr kam es so vor, als ob er noch ungläubiger war, als sie es damals war, als sie dieses Büro zum ersten Mal betreten hatte. Egal wie viele Akten er sich auch in der Zeit, in der sie noch im Krankenhaus war, durchgelesen hatte, es schien immer etwas zu geben, das er mit normalem Menschenverstand hatte erklären wollen.
Scullys Apartment
Scully war gerade seit einer halben Stunde zu Hause, als es an ihrer Wohnungstür klopfte. Ohne zu zögern öffnete sie dir Tür und als sie sah, wer dort vor der Tür stand, stiegen ihr ein paar einzelne Tränen in die Augen. "Hey! Darf ich rein kommen?" fragte Mulder sie schüchtern. Unfähig auch nur ein Wort rauszubringen machte Scully einen kleinen Schritt zur Seite und nach dem Mulder eingetreten war schloss sie Tür. Als sie sich zu ihm umdrehte, stand er einfach nur da und schaute sie von oben bis unten an. Wie lange hatte er sich auf diesen Anblick gefreut. Sie sah so wunderschön aus in ihrer blauen Jeans und dem beigen T-Shirt, das sie im Moment an hatte. Durch das gedämmte Licht in ihrem Wohnzimmer schimmerten ihre rötlichen Haare voller Glanz. Und er hatte das Gefühl, in ihren kristallblauen Augen zu ertrinken. Er wollte ihre ganze Schönheit in sich aufsaugen und sie nie wieder preisgeben. Ohne ein Wort zu sagen ging er einen Schritt auf sie zu und wischte ihr ein paar der Tränen weg, die sie in der Zwischenzeit nicht mehr zurück halten konnte und sich nun an ihrer Wange einen Weg nach unten bahnten. Anschließend zog er sie vorsichtig in seine Arme und hielt sie einfach nur fest. Und als er spürte, wie sie seine Umarmung erwiderte schlug ihm sein Herz gleich noch schneller gegen die Brust.
Als sie sich nach ein paar Minuten von einander lösten, was den beiden jedoch wie die Ewigkeit vorkam, beugte Mulder sich zu ihr runter und küsste sanft ihre weichen Lippen. Durch die Tränen, welche sich noch immer an ihrer Wange nach unten schlängelten, schmeckten ihre Lippen leicht salzig. Der Kuss hätte bestimmt noch ewig gedauert, wenn Scully ihn nicht unterbrochen hätte. Ihr Innerstes hatte sich zwar dagegen gesträubt, aber sie wollte endlich wissen, wo er die letzten acht Tage gesteckt hatte. Und nach dem sie sich beide auf die Couch gesetzt hatten erzählte Mulder ihr alles.
"Nachdem mir Kersh gesagt hatte, das ich suspendiert bin, kam es mir so vor, als ob ich mir selbst einen Dolch durchs Herz gestochen hätte. Alles, was mir je wichtig war, hatte ich von einen Tag auf den anderen verloren. In meinem Kopf drehte sich alles und ich wusste nicht mehr, wie es weitergehen soll. Als ich dich damals im Krankenhaus einfach zurück ließ, wusste ich, dass ich einen großen Fehler gemacht hatte, aber ich brauchte einfach Abstand. Bitte versteh das jetzt nicht falsch, aber ich musste einfach über meine weitere Zukunft nach denken. Und als ich dann im Sommerhaus meiner Eltern saß und über die letzten sieben Jahre nach dachte, war es, als ob jemand in meinem Kopf einen Schalter umgelegt hätte, der mir zeigte, was im Leben eines Menschen wirklich wichtig ist. Ich dachte immer, das die Suche nach der Wahrheit und die Aufdeckung selbiger am wichtigsten ist. Und durch dieses Denken verschloss ich mich vor Allem und Jedem und konnte die eigentliche Wahrheit, die so offensichtlich war, nicht erkennen. Denn was nützt dir die Wahrheit, wenn du niemanden hast, dem du sie erzählen kannst. Vor Jahren noch hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich jemals diesen Menschen finden würde, doch ich habe mich getäuscht. Und wenn ich an die letzten Jahre zurück denke, wird mir immer mehr bewusst, wie sehr ich in die Suche nach der Wahrheit vertieft war und dabei das Wesentliche übersehen habe. Nämlich, dass ich schon längst den Menschen gefunden habe, der mir zuhört. Ich war durch diese Suche so blind, das ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen habe. Und nun, wo ich die Wahrheit, nach der ich immer gesucht habe, gefunden habe, fällt es mir schwer loszulassen. Das, was mich in den letzten Jahren aufrecht erhalten hat und mich zum weitermachen ermutigt hat, ist auf einmal vorbei. Doch, wenn man denkt, es gibt nichts mehr, für das es sich zu Leben lohnt, passiert etwas unvorhergesehenes und auf einmal hat dein Leben wieder einen neuen Sinn..."
Scully hätte auf ihre Frage mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass er ihr sein tiefstes Innerstes offenbart. Sie wusste genau, wie viel Überwindung ihm das gekostet haben muss. Er, der sonst nichts und niemanden an sich heran ließ, genauso wie sie, öffnete sich auf einmal. Sie konnte spüren, wie ihr noch mehr Tränen in die Augen schossen und sie nicht genug Kraft hatte, und es auch nicht länger wollte, sie vor ihm zu verstecken. Wie oft in den vergangenen Jahren hatte sie ihre Gefühle in sich hineingefressen. Alles nur, damit niemand mitbekommen sollte, wie verletzlich sie doch eigentlich war. Es war nie einfach für sie gewesen, in einem Beruf, der hauptsächlich von Männern ausgeübt wurde, zu bestehen. Das war das erste, was sie damals auf der FBI-Akademie gleich zu spüren bekam. Und so hatte sie angefangen einen Panzer um sich zu bauen. Sie musste einfach stark sein, um überhaupt in der Welt des FBI akzeptiert zu werden. Und obwohl sie genau wusste, dass Mulder ihre gute Arbeit und ihre Fähigkeiten schätze und er keineswegs jemals den Gedanken daran verlor, das sie der Arbeit nicht gewachsen sein könnte, hatte sie es bisher nicht geschafft, diesen harten Panzer zu entfernen. Nur in einigen Situationen hatte Mulder es geschafft und sie hatte sich ihm geöffnet. Und sie war ihm im Nachhinein auch immer sehr dankbar dafür, doch der richtige Mut loszulassen fehlte ihr immer wieder.
Mulder wusste nicht genau, wie er nun darauf reagieren sollte. Liefen ihr auf einmal die Tränen über die Wange, weil sie durch seine Worte so gerührt war, oder weil ihre Hormone durch die Schwangerschaft verrückt spielten? Er machte das, was das einzig richte in diesem Augenblick war und nahm sie einfach in die Arme und versuchte sie zu beruhigen. Scully konnte seinen heißen Atem an ihrem Nacken spüren und wie er immer wieder leise sagte: "Ich wollte dir nicht weh tun." und "Ich werde dich nie wieder verlassen."
Nachdem Scully sich nach ein paar Minuten beruhigt hatte erkundigte Mulder sich zum ersten Mal, seit dem er die Wohnung betreten hatte, nach Scullys Gesundheit. "Es geht mir gut, jetzt wo du wieder da bist." war schließlich alles, was sie zu ihm sagte. "Außer der morgendlichen Übelkeit, die hoffentlich nicht mehr so lange dauert, geht es mir und dem Baby gut." warf sie wenig später noch ein.
"Glaubst du, Kersh lässt mich wieder zu den X-Akten, wenn er erfährt das du schwanger bist?" fragte er sie mit ein wenig Zurückhaltung. "Ich weiß es nicht. So wie es aussieht, ist er ganz froh, das Agent Doggett deinen Job übernommen hat." Scully wusste in diesem Moment einfach keine Antwort auf seine Frage. Aber sie konnte sich gut vorstellen, dass Mulder seinen alten Job nicht zurück bekommen würde, wenn Kersh auch noch erfährt, dass sie und Mulder ein Kind erwarten. Es war schließlich überall bekannt, das eine Beziehung zwischen zwei Partnern nicht vom FBI geduldet wird.
Während der letzten acht Tage hatte Scully sich schon ein paar Gedanken über die Zukunft gemacht. Im Moment schaffte sie es noch, in verschiedene Bundesstaaten zu reisen und die Untersuchungen durchzuführen, aber in ein paar Monaten würde dies ganz anders aussehen. Sie konnte es sich und dem ungeborenen Kind einfach nicht zumuten, jeden zweiten Tag in einer anderen Stadt zu sein. Und so hatte sie schon längst einen Entschluss für sich getroffen. Bevor sie den X-Akten zugeteilt wurde, hatte sie damals an der FBI-Akademie in Quantico als Gastdozentin gearbeitet und nachdem die X-Akten das erste Mal geschlossen wurden, war sie ebenfalls wieder als Dozentin in Quantico tätig. Und genau das war es, für was sie sich bereits entschlossen hatte. Sie würde die X-Akten verlassen und wieder an die FBI-Akademie gehen, um dort zu unterrichten. Es war zwar nicht genauso spannend, wie die Arbeit an den X-Akten, aber dafür war es umso sicherer für sie. Außerdem hatte sie dadurch einen geordneten Tagesablauf und musste nicht auch noch am Wochenende arbeiten, so wie sie und Mulder es in den vergangen Jahren getan hatten.
Als sie über ihre längst gemachte Entscheidung nach dachte, fiel es ihr auf einmal wie Schuppen aus den Haaren. Wenn sie wieder unterrichten würde, wäre ihr Platz bei den X-Akten schließlich wieder frei, und sie würde alles mögliche versuchen, damit Mulder diesen Platz übernehmen würde. Und mit einem "Ich hab’s." lenkte sie Mulders Aufmerksamkeit auf sich. Dieser schaute sie leicht irritiert an und fragte nur: "Was hast du?" "Ich weiß, wie du wieder zu den X-Akten kommst!" sprudelte es förmlich aus ihr heraus. "Na da bin ich aber mal gespannt!?" "Ganz einfach. Während der letzten Tage habe ich darüber nach gedacht, wie es mit mir und der Arbeit an den X-Akten weitergeht und ich habe mich dazu entschlossen, wieder in Quantico zu unterrichten." "Aber Scully!!!" unterbrach Mulder sie. Doch Scully winkte nur ab, so nach dem Motto –Lass mich ausreden- und setzte auch schon wieder an: "Mulder, versteh doch. Das ist meine einzige Chance jemals ein Kind zu bekommen und ich möchte die Gesundheit unseres Kindes nicht aufs Spiel setzen, nur weil ich meiner Arbeit nach gehe. Wenn ich in Quantico unterrichte, habe ich einen geregelten Tagesablauf und eine Arbeitswoche, die am Montag Morgen beginnt und am Freitag Nachmittag aufhört. Schau, wenn ich nicht mehr bei den X-Akten arbeite, werden die einen neuen Agenten brauchen. Und ich weiß, dass ich es irgendwie schaffe, das Kersh deine Suspendierung aufhebt und du dann wieder an deinen X-Akten arbeiten kannst."
Mulder konnte einfach nicht die richtigen Worte finden, für das, was Scully ihm eben gesagt hatte. Sie hatte in den letzten Jahren, in denen sie zusammenarbeiteten schon so viel für ihn aufgegeben und durch seine unentwegte Suche soviel verloren. Nicht nur, dass sie mit dem Tot ihrer Schwester Melissa konfrontiert wurde, nein, dass Schicksal schlug gleich doppelt bei ihr zu. Denn zu allem Überfluss musste sie auch noch um ihr eigenes Leben kämpfen. Und alles nur, weil er auf der Suche nach der Wahrheit war.
Scully konnte förmlich sehen, wie es in Mulders Kopf arbeitete. Sie wusste genau, was in seinem Kopf jetzt vor sich ging. Niemand sonst auf der Welt verstand es so wie sie, seine Gedanken zu lesen und dies nur, in dem sie ihm in die Augen schaute. Und sie wusste genau, was er sie im nächsten Moment fragen wollte und noch ehe er zu einer Frage ansetzen konnte, nahm sie seine Hand in die ihre, beugte sich ein wenig nach vorne, so das sie nah genug an seinem Ohr war, um ihm seine ungestellte Frage zu beantworten. Mit lieblicher Stimme hauchte sie schließlich "Weil du mir das schönste Geschenk gemacht hast, das man je einem Menschen machen kann." ins Ohr.
Mulders Gedanken drifteten zu jenem Tage, der sein ganzes weitere Leben verändern sollte. Er war mal wieder auf der Suche nach den Beweisen, die er so sehnsüchtig für seine Wahrheit brauchte. Und diesmal war er sich sicherer denn je, diese Beweise in England zu finden. Doch der damit verbundene Flug stellte sich mal wieder als unnütz heraus. Scully war diesmal gar nicht erst mitgekommen. Sie wusste schon von vornherein, dass an der ganzen Sache mit den Kornkreisen nichts Wahres dran wahr. Und so reiste er alleine nach England, und während er sich mal wieder auf die Suche nach der Wahrheit begab, schien sich Scullys Leben und ihre ganze Sichtweise an diesem Wochenende von einem Moment zum anderen grundlegend zu verändern. Und ehe er sich versah, bauten sich Bilder vor seinem inneren Auge auf, die ihn und Scully in seinem Apartment zeigten.
Scully hatte ihre Beine auf seinem Couchtisch abgelegt, und während er über die letzten Worte von Scully nach dachte, fiel Scullys Kopf langsam nach hinten an die Rückenlehne. Als er sich schließlich zu ihr umdrehte bemerkte er, dass sie eingeschlafen war und strich ihr vorsichtig eine widerspenstige Haarsträhne aus dem Gesicht. Anschließend legte er ihr eine Decke, die auf der Couch lag, über ihren sich langsam hebenden und senkenden Oberkörper. So leise es ging, verlies er das Wohnzimmer und betrat, nachdem er die Kaffeetassen noch in die Küche gebracht hatte, sein Schlafzimmer.
Es war mitten in der Nacht, als er auf einmal ein Geräusch aus dem Wohnzimmer hörte. Er brauchte ein paar Sekunden, bis er seine Gedanken langsam geordnet hatte. Die Geräusche mussten von Scully stammen, die schließlich immer noch auf der Couch lag. Nachdem er sich aus seinem Bett aufgerappelt hatte ging er ins Wohnzimmer, wo er auch fast gleich mit Scully zusammenstieß, weil diese im Dunkeln nach ihren Schuhen suchte. "Sie können ruhig den Lichtschalter benutzen, ich habe die Stromrechnung bezahlt.!.!" war alles, was Mulder auf ihre Suche im Dunkeln belustigt von sich gab. "Auf diese Idee wäre ich im Leben nicht gekommen." erwiderte sie und fügte anschließend noch hinzu: "Ich wollte Sie schließlich nicht wecken. Aber es wäre wahrscheinlich doch besser gewesen, das Licht anzumachen, denn dann wäre ich auch nicht über meine eigenen Schuhe gestolpert."
Durch das Licht, welches von der Straßenlaterne in Mulders Wohnzimmer schien, konnte sie sehen, wie Mulder sich ein lautes Lachen verkneifen musste. "Das ist überhaupt nicht witzig." war schließlich alles, was sie zu ihm sagen konnte, bevor auch sie über ihr eigenes Missgeschick lachen musste. Es dauerte ein paar Sekunden, bis die beiden sich wieder einigermaßen beruhigt hatten. Nachdem sich Mulder auf die Lehne der Couch gesetzt hatte, schaute er zu Scully, die sich in der Zwischenzeit auf der Couch niedergelassen hatte, um sich ihre Schuhe anzuziehen und fragte sie nach einer kleinen Pause: "Was wird das denn, wenn es fertig ist?" "Wonach sieht es wohl aus?" "Sie wollen doch nicht etwa bei solch einem Wetter raus gehen und einen Spaziergang machen?" Der Regen, der während des Abends eingesetzt hatte prasselte noch immer auf Washington D.C. nieder und so wie es aussah, würde er das auch noch die ganze Nacht, wenn nicht sogar den ganzen Morgen über tun. "Ich will zu dieser späten Stunde bestimmt keinen Spaziergang mehr machen Mulder." war alles, was sie sagen konnte, ehe sie von Mulder unterbrochen wurde. "Sagen Sie bloß, Sie wollen bei diesem Mistwetter in Ihr Auto steigen und durch die Straßen von Washington D.C. nach Hause fahren?" "Denken Sie etwa, ich werde in einem Motel absteigen, und dort übernachten?" "Natürlich nicht, aber es ist viel zu gefährlich auf den Straßen bei diesem Wetter und ich möchte nicht, das Ihnen etwas zustößt." fügte Mulder schließlich mit ein klein wenig Angst in seiner Stimme hinzu. "Wenn Sie wollen, können Sie den Rest der Nacht hier übernachten. Ich werde die Couch nehmen und Sie können das Bett haben." bot Mulder ihr nach eine kurzen Pause an. Er hätte in diesem Augenblick alles dafür getan, damit sie nicht bei diesem Wetter und mit der damit verbundenen schlechten Sicht zu sich nach Hause fahren würde. Scully war dieses Angebot natürlich nicht recht, das konnte er in ihrem Gesicht förmlich sehen, aber nach einer paar Minuten und ein wenig Überredungskunst schaffte er es schließlich doch noch, sie davon zu überzeugen. Und nach dem Mulder sich ein Laken aus dem Schrank im Schlafzimmer genommen hatte, machte er es sich auf der Couch gemütlich.
Durch einen Schrei, der von Scully aus dem Schlafzimmer kam, wurde Mulder wenig später aus seinem Traum gerissen. Er sprang von der Couch auf und stürmte in das Schlafzimmer. Scully saß völlig schweißgebadet auf dem Bett und er konnte sehen, das ihr ein paar Tränen über die Wangen liefen. Vorsichtig setzte er sich neben sie aufs Bett. Mit sanfter Stimme fragte er sie, ob es ihr gut ginge. Eigentlich war diese Frage in diesem Augenblick überflüssig, denn er konnte sehen, wie ihr die Angst ins Gesicht geschrieben stand. Doch die Reaktion von Scully auf seine Frage war anders als erwartet. Sie sagte diesmal nicht einfach ihren Standartsatz "Es geht mir gut, Mulder.", den sie normalerweise an dieser Stelle immer benutzte. Anstatt dessen, erzählte sie ihm von ihrem Traum. Wie sich herausstellte, hatte sie diesen Traum schon des öfteren gehabt.
Sie sah sich immer wieder in einer Lagerhalle auf dem Boden liegen. Neben ihr war eine Menge Blut, doch dieses Blut war nicht das ihre. Nachdem sie sich dessen immer wieder versichert hatte, drehte sie sich auf die andere Seite und sah... Als sie an der schmerzlichsten Stelle ihres Traums angelangt war, hörte sie auf einmal abrupt auf weiter zu erzählen. Es dauerte ein paar Minuten, bis sie weiter sprach und als Mulder die letzten Details ihres Traums erfuhr, durchfuhr es ihn wie ein Blitz. Denn jedes Mal, wenn Scully sich in ihrem Traum auf die andere Seite drehte, sah sie in die blutunterlaufenen Augen von Mulder und wie er versuchte mit letzter Kraft ein wenig Luft in seine Lungen zu bekommen.
Er konnte einfach nicht glauben, was Scully ihm eben erzählt hatte und wie aus einem Reflex, den jeder Mensch in diesem Moment hat, nahm er Scully beschützend in die Arme und flüsterte ihr immer wieder leise ins Ohr "Es war nur ein Traum Scully. Nichts weiter. Es war nur ein Traum.", während er sie immer weiter in den Armen wiegte. Die Zeit verging und Scully hatte sich wieder einigermaßen beruhigt, als Mulder sie langsam aus seiner Umarmung ließ. Er konnte noch immer ein paar Tränen in ihren kristallblauen Augen sehen und dieser Anblick schmerzte innerlich in ihm. Durch Scullys Hand, die er auf einmal auf der seinen spürte, wurde er wieder in die Realität zurück geholt. "Würde es Ihnen etwas aus machen, den Rest der Nacht neben mir zu liegen?" fragte Scully ihn mit zitternder Stimme. Mulder sagte kein einziges Wort und legte sich stattdessen neben Scully auf das Bett. Mit leiser Stimme vernahm er das Wort "Danke" von ihr, als Scully sich ein wenig an ihn ranschmiegte. Der Duft, der von ihren Haaren ausging war einfach unbeschreiblich für ihn. Alles in seinem Körper spielte verrückt. Nie zuvor war er Scully jemals näher gewesen und das, was er in seinen geheimsten Träumen immer wieder vor Augen hatte, schien auf einmal Wirklichkeit zu werden. Und ehe er es merkte, fuhr er mit seiner linken Hand vorsichtig durch ihre Haare. Als er ihr so zart durchs Haar strich merkte er, wie ihm ein feiner Schauer über den Rücken lief und so wie es für ihn aussah erging es Scully ähnlich. Denn nachdem er seine Hand kurz aus ihren Haaren entfernt hatte, drehte sie sich zu ihm um und die beiden schauten sich nun direkt in die Augen. Ihre Augen funkelten wie der Sternenhimmel und an das nächste, an das er sich erinnern konnte war, wie er Scullys warme und sanfte Lippen auf den seinen spürte. Wie durch einen Blitz getroffen durchzog es ihn in diesem Moment. Doch es sollte diese Nacht nicht nur bei diesem einen Kuss bleiben. Denn das, was als nächstes passierte würde sein Leben für immer verändern.
Es kam Mulder so vor wie in einem wunderschönen Traum, als seine Gedanken wieder in die Gegenwart wanderten und er Scully mit einem Lächeln anschaute und nur meinte: "Da du es ja immer wieder schaffst, meine Gedanken zu lesen, wollen wir doch mal sehen, was du jetzt liest.!.!" Als Scully ihm in die Augen sah, musste auch sie anfangen zu lächeln und beugte sich nach vorne und keine Sekunde später spürte sie auch schon Mulders warmen und weichen Lippen auf den ihren. Mulders linke Hand fuhr vorsichtig durch Scullys rötliche Haare, während die andere Hand sich langsam an ihrem Knie nach oben arbeitete. Die Leidenschaft, und das damit verbundene Knistern, welches im Zimmer herrschte, war förmlich zu hören. Keiner der Beiden hätte diesen Augenblick für nichts auf der Welt eingetauscht.
Scullys Apartment;
nächster Morgen
Die ersten Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg über Scullys Bettdecke, als Mulder verschlafen seine Augen öffnete. Der Anblick, welcher sich ihm bot war unbeschreiblich für ihn. Scully klammerte sich förmlich an ihm fest. Ihr linkes Bein hatte sich um seine Beine geschlungen und ihr Kopf ruhte friedlich auf seiner Brust. Er konnte jedes Mal ihren warmen Atem spüren, wenn sie ausatmete. Und nachdem er seine Augen wieder geschlossen hatte, roch er den Duft ihrer Haare, welcher von ihrem Shampoo ausging. Für ihn roch es gleichzeitig nach Pfirsich und Apfelblüten. Es kam ihm so vor, als ob er gar nicht genug Geruchsnerven hätte, um jeden noch so kleinen und lieblichen Duft von ihr in sich aufzusaugen.
Nach einer Weile, in der er einfach nur so da lag und diesen Moment in sich aufnahm, versuchte er sich vorsichtig aus dem Bett zu entfernen, um Scully nicht zu wecken, was ihm nach ein paar Minuten auch gelang. Nachdem er das Bett verlassen hatte ging er erst einmal in die Küche und setzte für sich und Scully frischen Kaffee auf. Anschließend ging er ins Badezimmer und machte sich ein wenig frisch. Als er gerade dabei war, das Badezimmer wieder zu verlassen, öffnete sich die Tür mit einem starken Stoß und Scully stürmte an ihm vorbei, mit dem Ziel, das Toilettenbecken auf schnellstem Wege zu erreichen.
Mulder war von ihrem Anblick im ersten Moment ein wenig geschockt, aber nach ein paar Minuten wusste er, was er zu tun hatte. Er kniete sich vorsichtig neben Scully auf den Fußboden und versuchte ihr, so gut es ging, beizustehen, in dem er ihr sachte mit der einen Hand über den Rücken strich. Nachdem Scully das schlimmste fürs erste hinter sich hatte, nahm Mulder ein frisches Handtuch aus der Badezimmerkommode und benetzte es mit ein wenig Wasser und gab ihr dieses anschließend. Scully wischte sich damit den Mund ab und war froh, dass sie die morgendliche Übelkeit nun nicht mehr alleine durchstehen musste. In den acht Tagen, in denen sie Mulder nirgends erreichen konnte und nicht wusste, wie es ihm ging, ging es ihr nach der Übelkeit immer noch schlimmer als vorher, doch jetzt war es ganz anders. Denn sie wusste, dass er so lange an ihrer Seite bleiben würde, wie sie ihn bräuchte und nicht eher gehen würde.
Nach ein paar Minuten hatte sich ihr Kreislauf wieder einigermaßen gefangen, so dass sie sich wieder langsam vom Fußboden erheben konnte. Mulder half ihr vorsichtig wieder auf die Füße und führte sie anschließend zur Couch. Behutsam und sachte ließ sich Scully auf der Couch nieder und ehe sie sich versah, wurde sie auch schon mit der Decke, die über der Rückenlehne lag, von Mulder zugedeckt. Gleich darauf verschwand Mulder in der Küche und kam einige Minuten später mit zwei Tassen Kaffee in der Hand zurück ins Wohnzimmer. Er stellte die beiden Tassen auf den Tisch und nahm anschließend neben Scully platz.
Scully war in der Zwischenzeit ein klein wenig eingenickt und wurde durch das Geräusch, das durch die Tassen verursacht wurde, als Mulder diese auf den Tisch abstellte, wieder wach.
"Oh entschuldige, ich wollte dich nicht wecken." sagte Mulder zu ihr, als er mitbekommen hatte, wie Scully schläfrig ihre Augen geöffnet hatte. "Schon gut, es wird sowieso Zeit, dass ich mal langsam in die Gänge komme. Und so wie ich das sehe, werde ich das auch schaffen." war alles, was sie daraufhin erwiderte und dabei eine der Tassen vom Tisch nahm. Nachdem sie einen Schluck genommen hatte leckte sie sich vorsichtig mit der Zunge den vom Kaffee verursachten Kaffeemund ab und gab als einziges ein "Mmmhhhh lecker." von sich. "Freut mich, dass dir meine Spezial-Kaffeemischung schmeckt." erwiderte Mulder mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Scully schaute ihn ungläubig an und fragte nur: "Spezial-Kaffeemischung?" "Ja.!. Man nehme koffeinfreien oder normalen Kaffee aus dem Supermarkt und lässt diesen dann durch die Maschine laufen. Nachdem man den Kaffee dann in die Tassen gegossen hat gibt man noch ein klein wenig Milch und je nachdem auch noch etwas Zucker dazu. Und bevor man den Kaffee dann serviert gibt man noch eine kleine Priese Liebe dazu und siehe da, die Mulder-Spezial-Kaffemischung ist fertig. Und wer in den Genuss der selbigen kommt kann sich glücklich schätzen, denn es gibt nur einen Menschen auf der Welt, für den ich diesen Kaffee mache."
Nachdem Mulder mit der ausschweifenden Erklärung seiner Spezial-Kaffeemischung fertig war beugte er sich langsam nach vorne, nahm Scully vorsichtig die Tasse aus der Hand und stellte sie auf dem Tisch ab, ohne je den Blick von ihr zu nehmen.
Scully war noch immer hin und weg von den Worten Mulders und ehe sie wieder klar denken konnte spürte sie auch schon Mulders sanfte Lippen auf den ihren. Vorsichtig und voller Gefühl ließ Mulder seine Lippen über die ihre streichen und nach einer Weile voller Hingabe berührten sich ihre Zungen und durch das dadurch hervorgerufene Gefühl durchfuhr Mulder ein Stromschlag, der in seinem kleinen linken Zeh begann und sich anschließend über seinen gesamten Körper ausdehnte, bis er am kleinen rechten Zeh abebbte.
Der Kuss dauerte eine Ewigkeit und nach dem sich Mulder wieder vorsichtig von Scullys Lippen gelöst hatte und ihr danach noch ein paar Minuten lang einfach nur in die Augen sah lehnte er seinen Kopf sachte gegen ihre Schulter. Doch allzu lange kam sein Kopf dort nicht zur Ruhe, denn Scully sprang nach ein paar Minuten förmlich von der Couch auf und ging hinüber zum Fenster. "Komm, lass uns einen Spaziergang im Park machen. Das Wetter ist einfach viel zu schön, um den ganzen Tag in der Wohnung zu verbringen."
Mulder war inzwischen ebenfalls zum Fenster gegangen und stand nun hinter Scully. Sanft legte er seine Hände um ihre Taille und zog sie etwas an sich ran. "Nichts ist so schön wie du." flüsterte er ihr anschließend mit Hingabe ins Ohr und versüßte das ganze noch mit einem sanften Kuss in den Nacken. Scully drehte sich in seiner Umarmung zu ihm um, gab ihm einen Kuss auf den Mund und nahm anschließend seine Hand in die ihre und meinte nur: "Wenn wir hier noch länger stehen verschwindet die Sonne vielleicht noch und wir brauchen gar nicht mehr gehen.!." und zog ihn dabei etwas hinter sich her zur Tür.
Nach dem sie ca. zehn Minuten durch die Strassen von Washington D.C. gegangen waren erreichten sie einen Park, der wie eine kleine Oase zwischen den Häuserschluchten empor schoss. Am Eingang in den Park war aus Sträuchern so eine Art wie Mauer gepflanzt und ein Eisentor eröffnete ihnen den Weg in eine wunderbare Welt des Grünen. Ein paar Meter hinter dem Eingang stand der erste Springbrunnen, von denen es in diesem Park einfach unzählige gab. Durch die Sonnenstrahlen, die auf die vom Springbrunnen erzeugten Tropfen schienen, konnte man einen kleinen Regenbogen sehen, der nur so in den unterschiedlichsten Farben strahlte.
In der Mitte des Parks war ein herrlicher See angelegt worden, auf dem sich ein paar Enten von den Spaziergängern füttern ließen. Als sie an einer leeren Bank angekommen waren setzten sie sich und schauten einfach nur dem Treiben zu, das im Park herrschte. Mütter und Väter gingen mit ihren Kindern spazieren oder tollten auf dem Rasen rum. Andere wiederum nutzten das schöne Wetter, um auf dem See eine kleine Bootspartie zu machen. Und noch andere joggten fröhlich über die sandigen Wege, die kreuz und quer durch den gesamten Park verliefen.
Als ein Vater mit seiner kleinen Tochter an ihnen vorbei ging stellte sich Scully vor, wie sie und Mulder vielleicht in einem Jahr genauso durch den Park schlendern würden. Und auch Mulder gingen in diesem Moment genau die gleichen Gedanken durch den Kopf.
Der Tag neigte sich langsam dem Ende entgegen und ehe sie sich versahen verwandelte sich der blaue Himmel durch die untergehende Sonne rötlich und nach und nach wurde der Park immer leerer. Da mit der untergehenden Sonne auch die schöne Wärme verschwunden war machten sich Mulder und Scully wieder auf den Weg zurück zum Apartment.
Den Rest des Sonntages verbrachten die beiden damit, sich einen Film anzugucken und einen kleinen Imbiss zu sich zu nehmen, ehe sie schlafen gingen.
nächster Morgen;
FBI Building
Scully betrat gerade das Kellerbüro, als sie auch schon von Agent Doggett begrüßte wurde der sich nach ihrem Wochenende erkundigte. Er hatte ja nicht gewusst, dass sie noch am Sonnabend gearbeitet hatte, nur um Skinner heute Morgen den fertigen Bericht geben zu können. Scully bedankte sich für die Frage und meinte nur, dass sie ein wunderschönes Wochenende gehabt hätte. Anschließend nahm sie ihren Bericht vom Schreibtisch und machte sie sich auf den Weg zu Skinners Büro.
Skinners Büro
Scully informierte Skinner über den letzten Fall und gab ihm ihren Bericht. Nachdem Skinner sich den Bericht durchgelesen hatte und damit zufrieden war bat Scully ihn um ein Gespräch. In diesem Gespräch ging es darum, dass Scully die X-Akten verlassen wolle, um wieder an der FBI-Akademie in Quantico arbeiten zu können. Skinner war über die Bitte von Scully ziemlich überrascht, schließlich wusste er noch nichts davon, das Mulder die Stelle von Scully übernehmen sollte. Aber ehe er über Scullys Entscheidung nach fragen konnte, erklärte Scully ihm auch schon alle Einzelheiten und das sie hoffe, dass Skinner sie und Mulder bei dieser Sache unterstützen würde.
Da die Suspendierung von Mulder gerade mal erst ca. zehn Tage her war und er genau wusste, wie Kersh im Moment noch auf ihn zu sprechen war, war er von Scullys Vorschlag nicht gleich von Anfang an begeistert, aber nach dem er von Scully mehr Einzelheiten, über das warum, bekommen hatte, schloss er sich ihr an. Es blieb jetzt nur noch die Frage, wie man die ganze Sache Kersh am besten verkaufen könnte. Und da Skinner Kersh damit nicht überrennen wollte, bat er Scully darum, noch einen Monat mit der Bekanntgabe ihres Wechsels zur Akademie zu warten. In dieser Zeit würde bestimmt ein wenig Gras über die Angelegenheit mit Mulder und dem Special Agent Short gewachsen sein. Scully war mit diesem Vorschlag einverstanden und bedankte sich bei Skinner für seine Unterstützung.
Anschließend ging sie wieder runter ins Büro und fing an, an dem nächsten Fall zu arbeiten, so als ob überhaupt nichts wäre. Sie wollte auf keinen Fall, dass Doggett von der ganzen Sache was erfährt.
anderthalb Monate später
Scullys letzter Arbeitstag bei den X-Akten war nun endlich amtlich. Skinner hatte es tatsächlich geschafft Kersh dazu zu bringen, Mulders Suspendierung aufzuheben und ihn wieder den X-Akten zuzuteilen. Scully und Mulder rätselten zwar darüber, wie Skinner dies geschafft hatte, aber im nachhinein waren sie einfach nur froh darüber, dass er es geschafft hatte. Und das wie rückte nur noch in den Hintergrund.
Mulder und Doggett hatten sich inzwischen auch schon kennen gelernt. Da Mulder Scully in der letzten Woche, in der sie noch bei den X-Akten arbeitete, des öfteren von der Arbeit abgeholt hatte, lernten sie sich ein klein wenig kennen. Mulder war zwar immer noch nicht sonderlich von Doggett begeistert, aber er war in diesem Falle das kleinere Übel, das er für sich und Scully gerne in Kauf nahm.
Die nächsten Monate, in denen Scully an der Akademie unterrichtete und Mulder mit Doggett zusammen die merkwürdigsten Fälle bearbeitete, vergingen wie im Flug.
Zum einen lag es daran, dass beide bei der Arbeit viel zu tun hatten und zum anderen daran, dass bis zur Geburt des Babys noch eine Menge erledigt werden musste.
Während der letzten drei Monate der Schwangerschaft tat Mulder sogar etwas für ihn sonst untypisches. Er schaffte es doch tatsächlich, an den Wochenenden nicht zu arbeiten. Außerdem reduzierte er die Arbeitszeit unter der Woche auf das minimalste. Was so gut wie hieß, das er erst so gegen 8.00 Uhr mit dem Dienst anfing und, wenn der jeweilige Fall es zu lies, das Büro um 17.00 Uhr verlies.
An solchen Tagen schaute er dann immer in der FBI-Akademie vorbei, um Scully von der Arbeit abzuholen, denn ihr Arbeitstag ging immer erst so gegen 9.00 Uhr los. Meistens schlenderten sie dann beide immer durch die Einkaufspassagen, um das ein oder andere fürs Baby zu kaufen. Wenn es nach Mulder gegangen wäre, hätte er in solchen Geschäften Stunden verbringen können. Alles, was auch nur im entferntesten mit Babysachen zu tun hatte faszinierte ihn. Alleine schon die kleinen Schühchen oder die kleinen Strampler sahen so putzig aus und der Gedanke daran, dass in diesen Sachen auch noch ein solch kleines Würmchen stecken würde, ließ ihm jedes Mal ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Zwei Monate vor dem Termin machten sich Scully und Mulder mit Hilfe der Lone Gunmen daran, das Gästezimmer in Scullys Wohnung zum Kinderzimmer umzufunktionieren. Es begann damit, die alte Tapete, die noch von den Vormietern stammte, von den Wänden zu reißen. Anschließend fingen die Lone Gunmen und Mulder damit an, die Wände mit Farbe zu streichen.
Da die ganze Sache jedoch länger als geplant dauerte und die Lone Gunmen noch eine "Verabredung" hatten blieb Mulder nichts anderes übrig, als das Zimmer alleine weiter zu streichen. Doch all zu weit kam er an diesem Tag auch nicht mehr. Denn etwa eine halbe Stunde nachdem die Lone Gunmen gegangen waren arteten die kleinen Stichelein zwischen Mulder und Scully so weit aus, dass das ganze in einer Pinselschlacht endete.
Mulder hatte über den gesamten Kopf verteilt hier und dort den ein und anderen Farbspritzer abbekommen und war damit noch recht gut bedient. Scully hingegen hatte es um einiges schlimmer erwischt. Die Farbe lief ihr regelrecht von den Haaren herunter und die einzigen freien Stellen, die nichts von der Farbe abbekommen hatten, waren ihre Ohren, und dies auch nur, weil sie von den Haaren bedeckt wurden.
Nachdem die beiden die entstandene Sauerei, und auch sich, wieder sauber gemacht hatten ließen sie sich völlig ausgepowert auf die Couch fallen. In den acht Jahren, in denen sie sich nun schon kannten, hatten sie noch nie so ausgelassen rumgealbert.
Georgetown; Scullys Apartmenthaus
Bis zum errechneten Geburtstermin war es nur noch eine Woche hin und Mulder wollte heute mit Scully noch ein paar Einkäufe erledigen. Es war so gegen halbsieben, als er das Gebäude betrat und sich auf den Weg zu Scullys Wohnung machte. Da er seinen Schlüssel für Scullys Apartment heute Morgen auf der Flurkommode hatte liegen lassen, blieb ihm nichts anderes übrig, als zu klingeln. Nach ein paar Minuten stand er jedoch immer noch vor verschlossenen Türen und war verwundert darüber. <Was hat das nur zu bedeuten?> geisterte es durch seinen Kopf, da ihm das aber nicht viel weiter half, klopfte er bei Scullys Nachbarin. Vielleicht würde sie ja wissen, warum niemand bei Scully öffnete. Es dauerte ein paar Sekunden, bis er ein "Ich komme gleich." vernahm. Die Tür öffnete sich vorsichtig und eine ältere Frau schaute durch den Türspalt. "Können Sie mir vielleicht sagen, wo ich Dana Scully finde?" fragte er. Mulder war Scullys Nachbarin natürlich nicht unbekannt und so meinte sie nur: "Hat man Sie denn nicht informiert?" "Wie informiert? Was meinen Sie damit?" Kaum hatte er die letzten Worte ausgesprochen, als er sich der Äußerung der Frau im Klaren war. "Was ist passiert? Wo hat man sie hingebracht? Wissen Sie, was los ist?" Die Fragen, die ihm so auf der Seele brannten, überschlugen sich förmlich. "Soviel ich weiß, hat man sie ins Memorial Hospital gebracht. So wie ich das mitbekommen habe, hatte sie über Schmerzen in der Bauchgegend geklagt. Mehr kann ich Ihnen leider nicht sagen." Die ältere Dame hatte gerade mal die letzten Worte gesprochen, als Mulder sich auch schon auf dem schnellsten Wege ins Krankenhaus begab. Bevor sich die Tür, die das Treppenhaus mit den einzelnen Etagen verbindet, hinter ihm geschlossen hatte hörte er noch die Nachbarin wie sie ihm mit heiser Stimme hinterher rief "Wünschen Sie Ms. Scully alles Gute von mir."
Memorial Hospital
ca. zehn Minuten später
Die Angst, die Mulder wegen Scully hatte, konnte man förmlich in seinem Gesicht sehen, als er hastig in die Notaufnahme stürmte. "Können Sie mir sagen, wo ich Dana Scully finde?" fragte er die erste Schwester, die ihm über den Weg lief. "Man hat sie mit dem Krankenwagen eingeliefert." fügte er noch schnell an, als er das fragende Gesicht der Schwester bemerkte. Was Mulder nicht wusste war, das die Schwester gerade erst mit ihrem Dienst angefangen hatte und deshalb nichts von einer Einlieferung wusste. Aber nachdem sie eine ihrer Kolleginnen fragend anschaute meinte diese nur: "Er meint bestimmt die Schwangere, die vor ca. anderthalb Stunden bei uns eingeliefert wurde. Wenn ich mich nicht irre, ist Dr. England der behandelnde Arzt." Mulder wollte nun auf schnellstem Wege wissen, wo er diesen Dr. England finden würde, doch ehe er seine Frage auch nur stellen konnte sagte ihm die Schwester, das Dr. England auf der Neugeborenenstation zu finden sei.
Keine zwei Minuten später hatte Mulder die Station erreicht, die nur eine Etage über der Notaufnahme lag. Und wie der Zufall es wollte stieß er auch gleich förmlich mit Dr. England zusammen. "Entschuldigen Sie, aber können Sie mir sagen, wie es Dana Scully geht?" "Ich nehme mal an, das Sie der Ehemann sind.!." Ehe Mulder auf seine Frage antworten konnte sprach der Arzt auch schon weiter. "Man hatte Ihre Frau wegen starker Bauchschmerzen zu uns gebracht. Bei den durchgeführten Untersuchungen wurde eine bakterielle Entzündung diagnostiziert. Da solch eine Entzündung für Mutter und Kind gefährlich sind blieb uns nichts anderes übrig, als das Kind per Kaiserschnitt auf die Welt zu holen. Man hat ihre Frau inzwischen von der Aufwachstation wieder zurück ihn ihr Zimmer gebracht. Als ich jedoch vor fünf Minuten bei ihr war, um die Blutwerte und den Blutdruck zu überprüfen, schlief sie noch. Gegen die Entzündung geben wir ihrer Frau Antibiotika."
Mulder war von den vielen Nachrichten, die alle auf einmal über ihn hereinbrachen, völlig überrumpelt und schaute den Arzt nur mit einem etwas fragenden Gesicht an. Erst durch eine Frage des Arztes, die er jedoch nicht so richtig verstand, wurde er wieder einigermaßen in die Realität zurück geholt. "Was... was wollten Sie?" war das erste, was er leicht stotternd von sich gab. "Ich wollte wissen, ob Sie Ihren Sohn jetzt vielleicht sehen möchten?" Wie in Trance folgte er dem Arzt den Gang entlang und blieb vor einer Glasscheibe stehen. Der Arzt drückte kurz auf die Klingel, welche sich rechts neben der Glasscheibe befand und kurz darauf wurde die Tür auch schon von einer Schwester geöffnet. "Dies hier ist Mr. Scully. Er würde gerne seinen Sohn sehen." "Na dann kommen Sie mal mit." sagte die Schwester lächelnd und machte einen kleinen Schritt zur Seite. Der Arzt verabschiedete sich fürs erste bei Mulder und machte sich auf den Weg zum Fahrstuhl.
Immer noch von den ganzen Ereignissen mitgenommen korrigierte Mulder den Arzt nicht einmal, sondern folgte der Schwester. "Einen kleinen Augenblick." bat ihn die Schwester zu warten. Nach ein paar Sekunden kam sie mit einem kleinen blauen Bündel auf dem Arm wieder und sprach mit lieblicher Stimme: "So, du hast hier jemanden, der dich besuchen möchte. Darf ich vorstellen, das ist dein Daddy." Mit diesen Worten überreichte die Schwester Mulder das Baby. Kaum hatte Mulder seinen Sohn in den Armen, als dieser auch schon das eine Auge öffnete und einen ersten kleinen Blick riskierte. "Wenn Sie wollen, bringe ich Sie zu Ihrer Frau ins Zimmer, damit Sie ungestört sind."
Mit dem Baby auf dem Arm ging Mulder hinter der Schwester hinterher. Nachdem sie das Zimmer von Scully betreten hatten, die immer noch friedlich schlief, stellte die Schwester einen Stuhl neben das Bett, auf dem Mulder Platz nahm. "Sollten Sie irgend etwas brauchen melden Sie sich einfach bei mir." Mit diesen Worten verließ die Schwester das Zimmer und schloss die Tür hinter sich.
Mulder saß nun mit seinem Sohn auf dem Arm vor Scullys Bett. Er hatte Mühe, das Geschehene erst einmal zu verkraften. Eigentlich wollte er doch heute mit Scully durch die Geschäfte schlendern und anschließend wollten sie den Abend gemütlich vor dem Fernseher verbringen, doch nun saß er hier vor ihrem Krankenbett und nichts war mehr wie vorher. Sein ganzes Leben hatte sich von einem Augenblick zum anderen verändert. Ab sofort musste er für das kleine Wesen, welches er auf dem Arm hielt, Verantwortung übernehmen. Mit diesen Gedanken musste er sich zwar schon seit geraumer Zeit auseinander setzen, aber nach seinen Plänen hätte es doch erst in einer Woche so weit sein sollen. Aber das zeigte ihm mal wieder, dass nichts auf der Welt vorhersehbar ist. Und es meistens sowieso anders kommt als man denkt.
Doch mit solchen verworrenen Gedanken wollte er sich jetzt nicht mehr auseinandersetzen. Er war froh, das es Scully und dem Baby gut ging. Nach ein paar Minuten, in denen er einfach seinen Gedanken hinterher hing, erhob er sich leise vom Stuhl und ging hinüber zum Fenster. Die Bäume, die auf dem Krankenhausgelände standen hatten inzwischen schon ihre Blätter verloren und der Winter schien langsam Einzug zu halten. Er mochte diesen Übergang von der einen Jahreszeit zur nächsten. Vor allem, weil es immer ein schönes Schauspiel war. Die Vögel, die in den warmen Süden davon flogen und die Bäume, die ihr Blättergewand zu Boden fallen ließen.
Durch ein Geräusch, das er zu erst nicht einordnen konnte wurde er wieder in die Realität zurück geholt. Während Mulder vor dem Fenster stand und das Treiben auf dem Gelände beobachtete, kam Scully wieder langsam zu sich. Mit einem liebevollen dahingehauchten "Hey" ging er auf Scullys Bett zu. Scully war von der Narkose noch ein kleinwenig mitgenommen, aber als sie sah, was Mulder in seinem Arm hielt, wurde ihr wieder bewusst, wo sie war. Mulder stand wie angewurzelt vor ihrem Bett. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages schienen durch das Fenster und fielen direkt auf Scullys Bett. Er hatte Scully noch nie so wunderschön gesehen wie in diesem Moment. Vorsichtig beugte er sich zu ihr nach unten, gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss, sah ihr danach ein paar Sekunden lang in die Augen und flüsterte sanft: "Ich liebe dich." Nach einer kurzen Pause fügte er mit einem Lächeln auf dem Lippen an: "Aber wehe, du sagst jetzt wieder - Oh, brother - ."
Ohne ein Widerwort zog Scully Mulder vorsichtig an seiner Krawatte wieder zu sich runter, drückte sanft ihre Lippen auf die seine. Nachdem sie sich wieder von seinem Mund gelöst hatte schaute sie erst zu Mulder und anschließend auf ihren Sohn und meinte nur: "Ich liebe dich auch. Ich liebe euch beide mehr als alles andere auf der Welt." Und kaum hatte sie die letzten Worte ausgesprochen, verschloss Mulder ihren Mund auch wieder mit einem sanften Kuss.
The End
Wer bis hier her durchgehalten hat und unterwegs nicht auf der Strecke geblieben ist, kann sich freuen, denn der weiß jetzt, was mir als Shipper so alles durch den Kopf geistert. *J *J *
Anmerkungen: Falls ihr euch fragt, wie Skinner und Mulder so schnell von der einen Seite des Landes zur anderen Seite des Landes kommen konnten, denkt immer daran, bei Akte X ist einfach alles möglich *g*. Und außerdem gibt es ja immer noch die heißgeliebten Flugzeuge.
Am Anfang sollte es ja nur eine FF darüber werden, was alles hätte passieren können, wenn Mulder nicht entführt worden wäre, aber so wie es aussieht, sind meine Gedanken mit mir durchgegangen *g*. Daher habe ich mir erlaubt, die FF zu einem Happy-End für unsere beiden Agenten werden zu lassen. Ich hoffe ihr seit ein klein wenig zufrieden mit meiner Arbeit.