Titel:
Tea Time
Autorin.
Galloway
Spoiler:
Ditched again (meine eigene Geschichte)
Rating:
PG 13, Humor
Inhalt:
Scully Mutter besucht Scully und erfährt mehr als sie erhofft
hat
POV:
Scully
Disclaimer:
Alle Personen gehören Chris Carter und ich mache kein Geld mit
diesen Geschichten
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Dana
Scully kam aus dem Bad und ging pfeifend Richtung Küche. Ja, sie
pfiff ein kleines Lied. Und das machte sie normal nie. Es gab
vielleicht fünf Menschen, die behaupten konnten, Dana Scully je
Pfeifen gehört zu haben. Aber sie benahm sich in letzter Zeit
öfter merkwürdig. Woran das lag? Das wusste sie ganz genau.
Auch, wenn sie es ihm gegenüber nie zugeben würde. Sie war
glücklich. Übermäßig glücklich. Und das lag einzig und
alleine an einem einzigen Mann. Und dieser lag gerade friedlich
schlummernd in ihrem Bett. Gestern Nacht waren sie aus Hollywood
zurückgekehrt. Von der Premiere eine Filmes, in dem sie beide
quasi die Hauptrollen spielten. Der Film war zwar absolut
grässlich gewesen und sie betete inständig, dass er an den
Kinokassen floppen würde und so schnell wie möglich aus dem
Programm genommen wurde, aber der Abend hatte ein Gutes gehabt.
Eine FBI-Kreditkarte von Skinner, die ihnen alle Türen geöffnet
hatte. Und der Assistent Direktor würde bei der Abrechnung
gewiss seine Großzügigkeit bereuen. Dafür hatten sie gesorgt.
Mulders Jetlag schien ein wenig größer zu sein wie der ihrige.
Denn nach ihren morgendlichen Aktivitäten hatte er sich nur mit
seinem Kopf an ihre Schulter gelegt und war mit einem Arm auf
ihrem Bauch eingeschlafen. Es störte ihn überhaupt nicht, dass
sie dabei völlig bewegungsunfähig blieb. Und nachdem dann ihr
rechter Arm, auf dem er halb lag, eingeschlafen war, hatte sie
sich möglichst leise aus den seinen befreit und die Dusche
aufgesucht. Nun war sie vollkommen erfrischt und nur ein Tee
würde den Morgen noch ein wenig perfekter machen. Und so stand
sie nun mit dem Wasserkocher in der Hand und goss sich gerade
eine Tasse ein, als es an der Tür klopfte. Dieses etwas
überraschende Geräusch ließ sie einen kleinen Hüpfer machen,
der dazu führte, dass im Folgenden mehr Wasser neben der Tasse
als in ihr landete.
Mist.
Sie
wischte schnell mit einem Handtuch die kleine Sauerei auf und
machte sich auf den Weg zur Tür. Wer konnte das nur sein? Umso
überraschter war sie als sie die Tür öffnete. Sie konnte einen
kleinen Aufschrei nicht verhindern, als sie sah wer davor stand.
Mum!
Super
Dana. Klasse reagiert. Wie unauffällig. Nicht, dass sie sich
nicht freute ihre Mutter zu sehen. Doch ehrlich gesagt, dachte
sie in diesem Moment nur: Mist Mulder liegt in meinem
Schlafzimmer und ich hab ihr noch kein Sterbenswörtchen gesagt.
Sie wird mich killen.
Kann
ich herein kommen oder willst du mich noch länger anstarren?
Ja,
Dana, willst du sie noch länger anstarren?
Ähm,
nein, komm herein.
Und
damit war ihre Mutter auch schon auf dem Weg zur Couch, wo sie
sich auch gleich niederließ.
Ja,
setz dich doch erst mal, sagte Scully leise.
Was
war das, Kleines?
Immer
wenn ihre Mutter ihr verdeutlichen wollte, wer eigentlich das
sagen hatte, benutzte sie Wörter wie Kleines. In diesen Momenten
war man ihr ausgeliefert und konnte sich gleich geschlagen geben.
Sie betete nur, dass Mulders Jetlag so groß war, dass er nicht
aufwachen würde. Das konnte sie nun gar nicht gebrauchen. Vor
allem, weil Mulder auch nicht wusste, dass sie ihrer Mutter noch
nichts erzählt hatte. Und so wie Mulder die Welt sah, würde er
darin wieder vermuten, dass sie nicht zu ihm stand. Aber das tat
sie. Okay, sie hatte darauf bestanden, dass sie sich in der
Arbeit so professionell wie immer benahmen. Also auch getrennte
Hotelzimmer. Aber das war nun mal das Beste. Schließlich wollten
sie noch länger zusammenarbeiten, was ziemlich schnell vorbei
wäre, wenn man beim FBI herausfand, dass sie nicht nur beruflich
ein Paar waren. Es war ja nicht so, dass sie ihrer Mutter nichts
sagen wollte, aber es hatte bis jetzt einfach noch nicht so
wirklich gepasst.
Ich
fragte ob du einen Tee willst?
Aber
gern.
Also
schaltete Dana Scully erneut den Wasserkocher ein, öffnete den
Schrank, holte eine Tasse heraus und warf einen Beutel
Kamillentee hinein, den ihre Mutter am liebsten trank.
Und
wie war es in Hollywood? Hast du irgendeinen der Stars getroffen?
Zum Beispiel Rock Hudson?
Ist
der nicht schon tot? Na ja, ich hab Garry Shandling und Tèa
Leonie getroffen, wenn du die zu den Stars zählst.
Wen?
Na,
die beiden die Mulder und mich spielen.
Tut
mir Leid noch nie gehört. Vielleicht jemand den ich kenne?
Richard
Gere war da.
Richard
Gere? Warum das denn?
Er
hat Skinner gespielt.
Er
hat Skinner gespielt? Hatte der eine Hauptrolle?
Nein,
eigentlich nicht. Bis auf einen Taschenlampensucheinsatz.
Einen
was?
Ach,
nichts wichtiges. Wir haben sie ja gefunden.
Dana
du redest in Rätseln.
Vergiss
es einfach Mum. Es war schön. Ich hätte noch ein paar Tage
ausgehalten, aber die Arbeit ruft.
Ist
Fox auch schon zurück?
Mum,
er heißt Mulder und ja, er ist auch wieder in Washington.
Besser
gesagt in meinem Bett.
Und
wie geht es ihm. Ich hab ihn schon so lange nicht mehr gesehen.
Du könntest ihn eigentlich nächsten Sonntag zum Mittagessen
mitbringen. Du weißt doch dass Bill, Tara und Matthew kommen.
Matthew würde sich freuen ihn zu sehen und ich mich auch.
Und
vor allem Bill. Wenn sie Mulder nächste Woche mitbringen würde,
müsste sie ihrer Mutter vorher die Wahrheit sagen und sie fand
dass der Zeitpunkt nicht gerade der richtige war. Okay, sie
wollte es nicht sagen. Sie war sich immer noch nicht so sicher,
wie ihre Mutter zu Mulder stand. Sie mochte ihn, da war sich
Scully sicher. Aber würde sie ihn auch noch mögen, wenn er ihr
Freund wäre? Andererseits redete schließlich ihre Mutter ihr
schon seit Jahren ein, dass Mulder mehr für sie empfand.
Ich
werde ihn mal fragen, ob er überhaupt Zeit hat und kommen will.
Sag
ihm, wir würden uns wirklich freuen.
Sie
nahm sich die beiden Teetassen, machte sich auf den Weg zu der
Couch und rang immer noch damit, ob sie ihrer Mutter von sich und
Mulder erzählen sollte. Und da sie so in Gedanken war, sah sie
den Schatten auch nicht der plötzlich vor ihr auftauchte. Und
sie bemerkte es erst, als zwei kräftige Arme sie von vorne
umschlangen, sie hochhoben und gegen die nächste Wand drückten.
Instinktiv, um ihren Tee nicht zu verschütten, kreuzte sie ihre
Beine hinter seinem Rücken.
Wolltest
du den gerade zu mir ans Bett bringen?
Sie
hatte keine Chance auf eine Antwort, denn Mulder versiegelte ihre
Lippen mit seinen. So sehr sie sich auch bemühte, aber sofort
stieg das bekannte Kribbeln in ihrem Bauch auf. Wie machte er das
nur? Mulder vertiefte den Kuss und drückte sie nun vollends
gegen die Wand und presste zu allem Überfluss auch noch
spielerisch seine Hüfte gegen ihre. Ja, es war eindeutig was er
wollte. Das konnte sie deutlich spüren. An der unverkennbaren
Erektion, die an ihren Bauch gepresst war. Und völlig irrational
schoss ihr durch den Kopf: Wenigstens hat er eine Unterhose
an. Das war aber auch schon alles was er trug. Scully hatte
bisher völlig vermieden ihre Mutter anzusehen, aber die Röte
stieg ihr auch so ins Gesicht. In ihrem Hirn lief immer wieder
ein Gedanke ab. Das passiert nicht wirklich. Das passiert
nicht wirklich. Mulder beendete den Kuss und ging sogleich
zu ihrem Nacken über. Ihr entglitt völlig willenlos ein leiser
Seufzer.
Oh,
Scully, du machst mich verrückt, wenn du solche Geräusche von
dir gibst.
Das
hatte er jetzt nicht wirklich gesagt? Sie wagte es immer noch
nicht einen Blick Richtung Couch zu werfen. Sie konnte nicht
sagen, wie ihr die nächsten Worte so neutral über die Lippen
kamen, aber sie schaffte es.
Wenn
ich dir jetzt sagen würde, dass meine Mutter auf der Couch
hinter uns sitzt. Was wäre deine Reaktion?
Sehr
witzig Scully.
Nein
im Ernst Mulder.
Ah,
du willst spielen. Also deine Mutter sitzt hinter uns auf deiner
Couch.
Er
dachte nicht im Entferntesten daran mit der Liebkosung ihres
Nackens aufzuhören, sondern fuhr noch intensiver fort.
Das
tut sie wirklich.
Okay.
Dann würde ich ihr zeigen, wie scharf ich auf ihre Tochter bin.
Und
damit drückte er sie noch enger gegen die Wand, so dass er sie
nur noch mit einem Arm halten musste und fuhr mit dem anderen
ihren Bauch entlang und griff demonstrativ an ihre linke Brust
und drückte diese.
Oh
mein Gott, dass ist der peinlichste Moment meines Lebens. Ich
werde ihr nie wieder in die Augen sehen können. Und ich werde
nie wieder an einem Familienessen teilnehmen können ohne rot zu
werden.
Ihre
Mutter besaß soviel Anstand ihre Tochter aus der Situation zu
befreien oder ihr wurde die Sache auch langsam zu peinlich. Sie
räusperte sich. Laut. Vernehmlich. Deutlich.
Mulder
zuckte zusammen, beendete sein Spiel mit ihrem Nacken und vergrub
seinen Kopf in diesem.
Oh
Gott, sie sitzt wirklich auf der Couch.
Da
wundert man sich doch, wie du in Oxford als Bester abgeschlossen
hast. Und jetzt lass mich bitte runter, damit ich meiner Mum den
Tee bringen kann.
Und
damit blickte sie Mulder das erste Mal direkt an. Er artikulierte
Ich bin tot, worauf sie nur nicken konnte und dann
ließ er sie langsam herunter. Er wartete bis sie einen Schritt
vorgetreten war, trat dann während er sich umdrehte hinter sie
und fasste sie mit seinen beiden Händen an den Schultern. Ja,
wenn es noch was peinlicheres gab, als das was eben passiert war,
dann war das sicherlich der Anblick des Liebhabers der eigenen
Tochter in Unterhosen mit einer mehr als deutlichen Latte. Mulder
räusperte sich kurz und schien sich dann wieder einigermaßen
gefangen zu haben.
Hallo
Mrs. Scully.
Jetzt
blickte Dana das erste Mal zu ihrer Mutter und sah einen Mix aus
Schock, Peinlichkeit und so etwas wie Belustigung auf ihrem
Gesicht.
Hallo
Fox. Ich bat gerade Dana dich am Sonntag zum Essen einzuladen,
bevor du uns gezeigt hast, wie scharf du auf sie bist. Ich
schätze mal, dass war dann ein Ja.
Was
war das? War das ihre Mutter? Was hatte sie da gerade gesagt?
Bevor Scully überhaupt ihre Gedanken in den Griff bekam, hatte
Mulder schon geantwortet.
Das
kann man wohl so sehen. Ich komme gerne. Entschuldigung, aber ich
würde mir gerne etwas überziehen. Es ist doch etwas kalt hier.
Schön
dich mal wieder gesehen zu haben. Bis Sonntag dann, Fox.
Scully
spürte Mulders Lippen kurz auf ihrer Wange, bevor er ihre
Schultern losließ, sich elegant umdrehte und ins Schlafzimmer
ging.
Scully
stand nur da und brachte geschlagene zehn Sekunden kein Wort
heraus. Anschließend kamen nur Laute wie: Mhm... weißt du
also
ich...Mulder... wir aus ihrem Mund, bevor ihre Mutter die
Initiative ergriff.
Ich
glaub ich gehe jetzt. Wir sehen uns dann am Sonntag.
Damit
stand sie von der Couch auf und ging Richtung Tür. Kurz bevor
sie sie erreicht hatte, drehte sie sich nochmals um.
Ich
weiß zwar nicht ob dir das hilft, aber mir ist das ganze
mindestens genauso peinlich wie dir.
Danke.
Ich ruf dich an.
Ihre
Mutter lächelte ihr zu und verließ die Wohnung.
Scully
ließ sich auf die Couch fallen und hörte dann Mulder ins
Wohnzimmer kommen. Ihre Blicke trafen sich und alles was ihr
einfiel war:
Willst
du einen Tee?
ENDE