Autor:

Kontakt:

Kategorie:

Rating:

Spoiler:

Short-Cut:


Anmerkung:
DAS Yasi

ywollmarker@yahoo.de

Mulder-P.O.V., Humor

PG-13

keiner

Was kann es für uns schöneres geben, als ein nackter Mulder in einem Hotel? Nun, vielleicht nichts, aber ob Mulder selbst das auch so sieht?

Jeder von euch weiß, dass mein Job so manche Vorteile mit sich bringt. Doch manchmal, da gibt's auch Situationen, wo man viel Fingerspitzengefühl und eine gehörige Portion Selbstbeherrschung braucht, um einen Nachtdienst zu überleben. Das hier hat sich so ähnlich wirklich zugetragen, und ich wusste nichts besseren, als das Geschehene auf Mulder umzumünzen. Ich bin eben doch ein hoffnungsloser Fox Mulder Fan, das kann ich wohl nicht mehr leugnen. Also: für alle da draußen, die genauso denken: heute ist ein guter Tag!!! So long...



Verflixt noch mal!


Es war mal wieder soweit, tief in meinem Innern hatte ich es gewusst und doch war da noch ein Fünkchen Hoffnung über gewesen, aber Nein es muss ja so kommen:

Skinner verkündet der gesamten Abteilung, dass heute Abend im Hotel 'Miracle', um 19:00 Uhr eine Schulung bzw. Präsentation eines großen Überwachungskonzerns stattfinden würde, Teilnahme sei Pflicht aber verhungern müsste keiner, es gäbe ein kaltes Buffet.

Na toll. Und das musste natürlich unbedingt in einer Woche passieren, in der Scully im Urlaub war und ich mir also nun alleine mit einem Haufen rotbackiger Grünschnäbel den Abend um die Ohren schlagen musste. Ich konnte mir was Besseres vorstellen doch ich wusste, ich hatte keine Wahl, Skinner würde mein Fehlen nicht noch einmal entschuldigen.


Um 18:30 trat eine mehr oder weniger missmutige Schar von FBI Agenten Richtung Hotel 'Miracle', was praktischerweise ganz in der Nähe des FBI Gebäudes liegt. Ich hoffte, dass sich der Arbeitskollege, der mich freundlicherweise mit zur Arbeit genommen hatte, nicht wieder völlig sinnlos betrinken würde, denn dann würde es wohl eine Ewigkeit dauern, bis wir nach Hause kamen. Wenn ich hier schon dabei sein musste, hatte ich dennoch vor, danach noch bei den LGM vorbei zu fahren, denn die würden es sicher schaffen, mich von meinem Unmut über Scullys Urlaub hinweg zu trösten.

Normalerweise waren ja die Dienstwagen beim FBI kein Problem, doch Scully und ich hatten erst kürzlich einen Verweis bekommen, da irgend so ein verfluchter Brillenträger in der Rechenprüfabteilung der Meinung war, wir würden zu viele unnötige Dienstfahrten unternehmen und aus diesem Grunde musste ich eben das kleine Übel in Kauf nehmen, und mit diesem Agent Kurt Vollhammer eine Fahrgemeinschaft bilden. Ich hätte natürlich auch den Bus nehmen können, doch das war, aus meiner Sicht gesehen, einfach noch unakzeptabler.


Im Foyer des Hotels bilden sich wieder die üblichen Grüppchen, die "Star-Agents" der oberen Etage suchen die Nähe zu ihren Gruppenleitern, damit sie besser auf ihrer Schleimspur rutschen können, die kleinen Lichter, suchen die Nähe von anderen kleinen Lichtern, damit sie sich gegenseitig besser die Wunden lecken können. Ich gehöre wohl weder zu der einen noch zu der anderen Sorte, denn es ist ja ein bekanntes Thema, dass mich alle für einen Spinner halten und jetzt, ohne Scully, komme ich mir wirklich etwas verloren vor. Nicht, dass ich darauf was gegeben hätte, ich erwähne es nur.

Nach zwanzig Minuten beginnt endlich diese Präsentation. Es war also das übliche Bla Bla, und dafür musste ich meine Freizeit opfern; ich bin entzückt. Nach dem Vortrag wird die Schlacht am Büffet eingeläutet, was wieder meiner anfänglichen Befürchtung, ausgesprochen reichhaltig und abwechslungsreich ist, im Gegensatz zu den sonst üblichen belegten Brötchen.

Natürlich habe ich versucht, mich davor heimlich wegzuschleichen, doch Skinner hat sowas wohl erwartet, denn er hatte sich vor dem Ausgang postiert und da ich nicht vorgehabt hatte, ihn zu erschießen, blieb mir nichts anderes über als gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Während dem Essen bessert sich meine Laune um einige Grad, obwohl ich immer noch wegen dem verpassten Abend mit den drei Spinnern mit mir hadere. Nach dem Essen bilden sich wieder besagte Grüppchen, wobei ich einigen Kollegen ansah, dass sie jetzt auch lieber nach Hause gefahren wären, aber sich Angesichts der Präsenz unseres Chefs nicht trauen, bzw. noch nicht trauen die Segel zu streichen. So wird also überall Smalltalk betrieben, so gut es ging, und dazu ordentlich Bier drauf geschüttet. Gegen 22:00 Uhr hat sich die Runde schon gelichtet, aber "Autopartner", dieser Schleimer, baggert und sülzt unermüdlich mit unserem Chef herum, als ob er ihm gleich vor versammelter Mannschaft an die Hose wollte!

Die Zeit schreitet nur langsam, sehr langsam, während ein anderer Agent, natürlich aus der oberen Etage, sich hemmungslos an die Neue Schreibkraft der Buchhaltung heranmacht. Dieser Schwachkopf, welche halbwegs intelligente Frau würde sich von diesem Glatzkopf schon beeindrucken lassen?

Um 23:00 bin ich das Spiel leid und will einfach nur hier raus. Also passe ich den geeigneten Moment ab, um meine Mitfahrgelegenheit zu interviewen: Wo sonst als auf dem Klo, denn ansonsten ist er ja zu beschäftigt unserem Chef in den Allerwertesten zu kriechen. Ich frage ihn, am Pissoir neben ihm stehend, wann er den gedenkt nach Hause zu fahren und er antwortet das wüsste er noch nicht, es wäre gerade so lustig.

Es kostet mich ungeheure Kraft cool zu bleiben und ich zische ein 'Na dann bis später'. Eigentlich hätte ich ihm am liebsten in den Hintern getreten, doch auch das würde mir den Abend nicht mehr verbessern können. Also gehe ich zurück in die Bar. Eine weitere Stunde später beschließe ich, mir in diesem Hotel lieber ein Zimmer zu mieten, da ich aus Frust zuviel getrunken habe. Frust vor allem darüber, dass Scully nicht hier ist und ich es vorhin nicht geschafft habe, einfach zu verschwinden. Dies sind die Situationen, in denen ich mich ernsthaft frage, ob es wirklich sinnvoll ist, bei einer Regierungsstelle zu arbeiten, an dem so viele Schleimscheisser auf einen Haufen zu finden sind.

Doch wie auch immer, wenn ich jetzt nicht schleunigst ins Bett käme, würde mich der zwangsläufige Kater morgen früh umbringen.

Ich verabschiede mich mit einem gequälten Lächeln und stoße im Fahrstuhl einen müden und erleichterten Seufzer aus.

Endlich allein, ohne diese hirnverbrannten Optimisten, die mich mit ihrer 'Uns gehört die Welt' Einstellung den ganzen Abend gelangweilt haben. Ich falle halbtot ins Bett und schaffe es gerade noch meine Klamotten neben einen Stuhl in die Ecke zu feuern.

Irgendwann nachts weckte mich das Drücken meiner übervollen Blase und ich schleiche, immer noch total besoffen und halb blind, Richtung Bad. Als die Tür hinter mir ins Schloß fällt, werde ich jedoch schlagartig nüchtern. Ich stehe nackt auf dem Hotelflur !

< Lieber Gott im Himmel, lass das nicht wahr sein, sag mir das ich nur schlecht geträumt habe, Bitte. Bitte. bitte! >

Aber der liebe Gott zeigt kein Erbarmen, auch nach fünf Minuten stehe ich immer noch splitterfasernackt im dritten Stock des schlauchartigen Hotelflurs.

Verfluchte Scheiße, was jetzt? Nachdem ich weitere fünf Minuten von einem Bein aufs andere gehampelt bin und langsam anfange zu frieren, kommt mir eine Idee: Bestimmt haben die hier auch ein Nottelefon im Flur, damit man an der Rezeption Bescheid sagen kann, wenn zum Beispiel ein Feuer ausbrach.

Ich bin natürlich keineswegs ein schüchterner Mensch und meine Männlichkeit stelle ich eher freiwillig im Mittelpunkt aber in diesem Fall ist mir die Sache doch nicht so ganz geheuer. Es ist eine Sache, eine schöne Frau zu beeindrucken, eine andere, nackt in einem fremden Hotel herumzulaufen.

Ich laufe langsam und vorsichtig, immer bedacht mein Geschlechtsteil zumindest mit einer Hand zu verhüllen, den Flur entlang.

Würde man mich jetzt sehen, man würde mich für wahnsinnig halten, besser noch für einen Sexgangster, ich sehe schon die Schlagzeile in der Morgenzeitung vor mir :
'Psychopatischer Exhibitionist terrorisiert Hotelgäste'.

Natürlich halten mich sowieso alle für einen Spinner, einen sexbesessenen Spinner, doch würden sie mich jetzt erwischen, dann wäre mir die Zwangsjacke sicher.

Weit und breit kein Telefon in diesem scheiß Flur, das ist wohl die Strafe Gottes für mich, weil ich immer mit dem Kopf durch die Wand will.

Nachdem ich den Flur ein zweites Mal vorsichtig und hoffentlich lautlos, aber leider ohne das ersehnte Telefon zu entdecken, abgelaufen bin, nimmt die einzige Konsequenz in meinem Kopf Form an. Ich muss im Fahrstuhl runter an die Rezeption fahren und mich dort irgendwie bemerkbar machen, oh Gott wie peinlich! Allein der Gedanke jagt mir heiße und kalte Schauer über den Rücken.

Ich bin erledigt. Ich verbringe weitere zehn Minuten in eine Ecke gekauert und beobachte den Fahrstuhl.

Also gut, ich muss es hinter mich bringen. Ich bewegte mich Richtung Fahrstuhl und drücke den Knopf, hoffentlich ist der Fahrstuhl leer, Bitte, Bitte, Bitte!

Der Fahrstuhl öffnete sich langsam und ich spähe mit hochrotem Kopf hinein, - leer. Ich steige ein und wische mir die zwanzigste Schicht Schweißperlen von der Stirn. 'E' wie Erdgeschoß steht auf der Schalttafel, 'I' wie Inferno wäre viel passender gewesen. Der Fahrstuhl setzte sich in Gang. Die Fahrt hinunter kommt mir endlos lange vor und ich zucke bei jedem Stockwerk von Panikattacken geschüttelt zusammen, Bitte, Bitte, Bitte fahr weiter, keine anderen Fahrgäste.... Nach unsäglichen Minuten der Qual komme ich endlich im Erdgeschoß an und die Türe ging auf.

Ich stehe da wie ein Häufchen Elend und winke mit einer Hand Richtung Rezeption, allerdings könnte es auch sein, dass ich dem Feuerlöscher gewinkt habe, da ich trotzdem immer noch irgendwie mit Alkohol vollgepumt war.

Weitere Sekunden vergehen. Nichts auf der Welt würde mich dazu bringen durch diese Empfangshalle zu laufen und an der Rezeption zu klingeln, Nichts. Ich weiß nicht wie lange ich da stand, bis plötzlich die Fahrstuhltür wieder zugehen will, was ich aber durch den Einsatz meines Oberschenkels zu verhindern wusste.

Ich habe aber die Lichtschranke nicht getroffen und die Tür klemme mir den Schenkel ein, worauf ich laut losschreie. Plötzlich geht die Tür wieder auf und vor mir stand der Nachtportier. Er nimmt sich auch noch die Zeit mich von oben bis unten zu mustern, während ich irgendwelche Entschuldigungen murmele und mit gesenktem Kopf probiere, das ganze zu erklären!


Da er den Generalschlüssel für alle Zimmer dabei hat, können wir sofort wieder hochfahren, wofür ich Gott danke. Während der Fahrt schaut er mich halb ungläubig, halb grinsend an, seine niedrigen Gedanken stehen ihm auf der Stirn geschrieben: Das wird ein Fest morgen früh, wenn ich das meinen Kollegen erzähle!

Ich falle wieder ins Bett, stehe aber nach zwanzig Minuten wieder auf, da ich ja ursprünglich zur Toilette gehen wollte, was mir aber in der Aufregung glatt entfallen ist. Dieses Mal aber finde ich die Badezimmertür.

Am nächsten Morgen behandeln mich alle Bediensteten des Hotels 'Miracle' äußerst freundlich und zuvorkommend und alle wissen meinen Namen: "Ja gerne Agent Mulder, aber natürlich Agent Mulder, darf es noch etwas sein Agent Mulder ?, Kein Frühstück Agent Mulder?"

Und immer mit diesem ironischen Lächeln im Gesicht, ich könnte sie alle umbringen. Ich verlasse das Hotel als armer gedemütigter Mann, der jetzt wieder seinem unerfreulichen Tagwerk nachgehen muss, und ich bin mir sicher, dass ich nie wieder einen Fuß in diese Räumlichkeiten setzen würde.


Wie es passieren konnte weiß ich nicht, aber als ich Scully zwei Tage später am Flughafen abhole, grinst sie mich nach einer kurzen, freundschaftlichen Umarmung an und sagt: "Na Mulder, wie ich gehört habe, haben sie eine anstrengende Nacht in einem Hotel hinter sich. Wenn Sie mir vorher schon einmal gesagt hätten, wie solche Seminare mit Ihnen enden könnten, dann hätte ich nicht jedesmal eine Ausrede gesucht, daran nicht teilnehmen zu müssen. Haben Sie vielleicht eine Ahnung, wann das Nächste stattfinden wird?"....


ENDE