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DAS Yasi

ywollmarker@yahoo.de

Mulder-P.O.V., ein wenig Humor

G-6

keiner

Dazu kann ich nur einen Insider-Witz anführen: nicht nur das Klo-Forum hat einen Schlauch-Tag. Auch Mulder kann davon ein Lied singen...

So, mal schaun, was dabei rauskommt, wenn ich versuche, ein wenig schwarzen Humor in eine Geschichte zu bringen, vorausgesetzt, ich schaffe es!!! Ich kann nur immer und immer wieder Wod, Maike, Liesel, Nina, Jessy, Tina und Manu danken, die mich immer wieder aufbauen, wenn sogar ich mal am Boden zerstört bin, die mir zuhören und sich jedesmal meine Posts durchlesen, egal wohin ich sie poste. Ihr solltet niemals vergessen, dass jeder einzelne von euch was ganz besonderes ist, und natürlich habt ihr bei mir zu Hause ein lebenslanges "Willkommenticket", denn Leute wie euch lad ich wirklich gerne zu mir ein.



Der Schlauch- und Wurmtag


Washington D.C.
Freitag, 17:31 Uhr


Ich will jetzt einfach nur mehr raus aus dem Büro! Heute war einer dieser Tage, an dem einfach nichts gelingen wollte. Mal abgesehen davon, dass ich schon den ganzen Tag irgendwie ein Brett vor dem Kopf hatte und ich in dieser Folge auch zweimal den Kopf gegen den Türstock und gegen die Schublade des Schreibtisches gestoßen hatte, hatte ich es auch geschafft, Scully zu verärgern. Gut, das passierte öfter, doch heute hatte ich das gar nicht gewollt und es war einfach nur dummer Zufall gewesen, dass ich wieder einmal meine große Klappe nicht halten konnte. Sie war vor über einer Stunde aus unserem Büro gerast, jedoch nicht, ohne mir vorher eine Akte an den Kopf zu werfen. Ich muss gestehen, ich hatte es wirklich verdient.

Der Tag hatte schon genauso begonnen. Zuerst hatte ich mich verschlafen, dann beim Rasieren geschnitten und vor lauter Eile hatte ich es sogar geschafft, mir zwei verschiedenfärbige Socken anzuziehen. Dass die Krawatte ein riesiger Fettfleck zierte, will ich hier gar nicht erwähnen, auch nicht, dass der Fahrstuhl in meinem Appartmenthaus mal wieder nicht funktionierte, und ich dadurch gezwungen war, die Stiege zu benützen, was mir einen vernichtenden Blick der Hausbesorgerin einbrachte, da diese gerade dabei gewesen war, die Stiege aufzu-wischen.
Ich könnte meine Erzählung noch so weiterführen, doch dann würden hier alle in Tränen ausbrechen, und das würde zu weit gehen.

Alleine der Tatsache, dass heute einfach alles schief gegangen war, entsprang das tiefe Bedürfnis, mich selbst noch irgendwie zu belohnen. Doch diesen Gedanken verwarf ich sofort wieder, es wäre wohl besser, Scully zu belohnen, denn sie war es schließlich, die mich schon seit Jahren an ihrer Seite ertrug. Ein kleines Geschenk unter Freunden sollte Wunder bewirken und zu gerne erinnere ich mich an ihren Gesichtsausdruck, wenn wir zu Weihnachten Geschenke austauschten, auch wenn wir uns immer wieder sagten, wir würden uns nichts kaufen.

Gut, mal überlegen. Ich würde ihr einen schönen Bilderrahmen kaufen, damit sie darin eines der vielen Familienbilder aufhängen konnte, die sie so sehr liebte und sich daran erfreuen konnte. Gedacht, getan.

Auf der Fahrt zum Einkaufszentrum schoss vor mir ein BMW wie eine gesengte Sau aus einer Toreinfahrt heraus, so dass mich nur der abrupte Rechtsschwenk auf den glücklicherweise leeren Bürgersteig vor der lebensvernichtenden Fahrtweise dieses Kretins rettete. Vor Schock und Wut biss ich fast in das Lenkrad und beschloss, meinen nächsten Wagen mit einer 80 Millimeter Haubitze auszurüsten.

In der Einkaufspassage angekommen, musste ich mich erst mal durch die Massen von Rentnern schlagen, die selbstverständlich um diese Zeit einkaufen gehen mussten - wann haben sie auch sonst Zeit? Bei den Bilderrahmen angekommen, stellte ich fest, dass die von mir erwünschte Größe nicht vorhanden war, also musste ich wieder zurück durch das Gewühl.

An der Kasse wurde ich höflich darauf hingewiesen, jetzt sei nicht der rechte Moment, um nach irgendwelchen fehlenden Größen zu fragen, denn schließlich gäbe es auch Kunden, die wussten, was sie suchten und ich sollte mir doch einfach eine andere Größe kaufen.

Ich ging also zurück zu meinem Auto, wohl wissend, dass die nächsten zwei Staus in der Innenstadt mit Sicherheit mir gehörten. Vor dem nächsten Einkaufs-zentrum angekommen, peilte ich einen 100 Meter vor mir liegenden Parkplatz an, für den ich aber über die Busspur musste.

< Los Junge, eine Minute Angst plus Gas, dann ein grelles Blitzlicht. >

Hinter einem Kleinbus sah ich den Polizisten stehen, der mich so eben filmreif abgelichtet hatte. Ich würde wohl in mein nächstes Auto auch ein schwenkbares Maschinengewehr einbauen müssen.

Ich war immer noch so geblendet von dem Licht des Polizeiradars, dass ich an dem vorhin gesichteten Parkplatz vorbei fuhr und erst nach vier Runden um den Block den nächsten fand. Da ich hart im Nehmen war und mich nicht von gottlosen Untermenschen tangieren lies, beschloss ich, dennoch einen zweiten Angriff Richtung Kaufhaus zu starten.

In dem obligatorischen Gedränge in der Geschenkeabteilung erspähte ich den gewünschten chromfarbenen Bilderrahmen - sogar zum halben Preis. Alles würde gut werden, Scully würde mir nicht mehr böse sein und wenn ich Glück hatte, würde sie mir sogar ihr Sofa anbieten und mir ein Stück des leckeren Kuchens geben, von dem ich wusste, dass sie ihn gestern gebacken hatte. Während sie es sich dann auch auf ihrem Sofa gemütlich machen würde, könnte ich den Bilderrahmen aufhängen und für mich würde die Sonne wieder scheinen. Ich fuhr mit einem dümmlichen Grinsen im Gesicht nach Hause.

Kaum zur Wohnungstür rein gekommen, wählte ich Scullys Nummer, um sie wenigstens auf meinen Besuch vorzubereiten, denn was ich heute nicht auch noch brauchen konnte, war eine wutschnaubende Partnerin, die mich wieder einmal als Eingriff in ihr Privatleben sehen würde.

Doch so wie der Tag begonnen hatte, schien er auch zu enden. Ich vergriff mich natürlich wieder einmal im Ton und es dauerte keine fünf Minuten, da erklärte mir Scully auf ihre unnachahmliche einfühlsame Art, sie könne sich schöneres vorstellen, als den Abend mit ihrem verrückten Partner zu verbringen. Da ich auch darauf etwas zu erwidern hatte, nun gut, lassen wir das, auf den darauf folgenden Tobsuchtsanfall möchte ich nicht näher eingehen.

Ich legte mich schließlich zerknirscht auf meine Couch, schaltete noch nicht einmal den Fernseher ein sondern zog mir die Decke ganz über den Kopf in der Gewissheit, dass mir jetzt nichts mehr passieren konnte - vorausgesetzt, dass die verdammte Decke dort blieb, wo sie war.


ENDE