by Kel
Waage14@aol.com
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Pfeifend weht der Wind. Ich kann ihn spüren. Er streift meine Haut, mein Haar. Mein Kleid flattert leise in den roten Morgenstunden und ich fühle mich wie ein Vogel. Meine Arme hängen an mir herunter und meine Füße spüren den Boden unter mir, der von den Temperaturen langsam erwärmt wird.
Ich blicke hinaus auf das Meer; es ist so dunkel und geheimnisvoll von hier oben. In mir herrscht eine ungewöhnliche Stille, die ich selten besitze. Ich frage nicht nach dem Warum, denn es hat keinen Sinn. Ich ziehe niemanden zur Rechenschaft, will auch gar nicht wissen, weshalb es soweit kommen musste. Ich brauche keine Antworten auf meine ungestellten Fragen. Nicht mehr.
Ich weiß, dass er nun fort ist. Für immer. Es war eine Frage der Zeit, darum kann ich auch nicht weinen. Ich trauere nur. Ich tauche in meinen Körper, in jede Zelle meines Gehirns, und versuche Erinnerungen an die gemeinsame Zeit hervorzukramen. Bilder spiegeln sich vor meinem inneren Auge ab und ich versuche sie so lange wie möglich zu behalten, um nicht wieder den Bezug zur Realität zu finden.
Es ist schwer, darüber zu reden, ich will es auch nicht. Niemand muss erfahren, wie ich mich fühle. Es hatte auch niemanden bisher interessiert. Nicht mal ihn. Den Mann, den ich liebte, dennoch nicht mit Liebe erfüllen konnte.
Und so stehe ich hier oben... mein Geist wird eins mit der herrlichen
Natur. Mein Körper lässt sich in die Welt des Friedens und der
Ruhe gleiten.
Ich fühle mich unbeschwert, erleichtert, zugleich aber auch entmutigt
und seltsam.
Ich habe beschlossen hier herauf zu kommen. Ich bin viele Stunden gefahren, um dieses Ziel zu erreichen. Und als ich meinen Fuß auf den blanken Stein setzte, war das ein weiterer Schritt für die Zukunft. Eine unbeschwerte Zukunft, wie ich sie mir erhofft habe in meinen künsten Erwartungen und Vorstellungen.
Und deswegen trauere ich nur. Keine Tränen, keine einsamen Stunden.
Ich bin hier um ein neues Kapitel meines Lebens anzufangen. Ich habe den
Weg in die Freiheit gefunden und so hart es auch klingen mag: Sein Tod
hat mich dorthin geführt.
- E N D E -