Stay


Disclaimers: lustig lustig. Weder Dave noch Gill gehören mir. Sie gehören niemandem, außer sich selbst (logisch, eigentlich) Was ich hier schreibe ist mir gestern Abend vorm zu-Bett-gehen eingefallen, also alles frei nach meiner Nase erfunden. Aber stellt euch es doch mal vor... Wär DAS nicht Wahnsinn?????
Rating: DGR (!) man darf ja wohl noch träumen, right?!
Spoilers: ihr müsstet schon wissen, was zur Zeit bei unseren Lieblingen nach der achten Staffel abgeht, sonst wird's schwierig!!!
Content: ich sag nur >dgr<
Archiv: überall, solange mein Name drin bleibt
Feedback: au ja! Mysty_msr@lycos.de

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Stay by manja
Erwähnte ich schon, dass ich ein hoffnungsloser Romantiker bin??? Und falls hier zur Geltung kommen sollte, dass ich etwas gegen Tea Leoni habe, dann tuts mir echt leid. Aber das ist nicht beabsichtigt. Ich kann mir schließlich schlecht ein Urteil über Jemandem erlauben, den ich gar nicht kenne....

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Gill schaute auf die Uhr. Halb drei morgens!
Höchste Zeit hier zu verschwinden.
Sie hatte hier eh nichts verloren. Anfangs wollte sie ja auch gar nicht erst kommen. Sie hätte schwören können, dass sie bei seinem Anblick die Tränen nicht mehr zurückhalten könnte. Und so ganz ohne Begleitung, das war wirklich nicht das Wahre. Obwohl ihr eine Begleitung an diesem Abend wohl ganz und gar nicht von Nutzen wäre. Sie sah zu ihm herüber. Er lachte. Aber es war nicht echt. Das konnte sie nach acht langen und harten Jahren Zusammenarbeit mit geschultem Blick feststellen. Tea war grade nicht an seiner Seite.
Wahrscheinlich plaudert sie wieder mit irgendwelchen wichtigen Leuten aus dem Showbizz. Ob sie der Grund war? Vielleicht, möglich wäre es ja.
>Ach, alles Quatsch!<, schrie sie ihr Verstand an, >Das geht mich jetzt überhaupt nichts mehr an! Dave hat wegen anderen Gründen mit den X Akten aufgehört. Es war ihm einfach zu viel. Und der Big Boss wollte seine hohen Gagen nicht mehr bezahlen. Also musste sich einer von beiden entscheiden: Dave hat schließlich die Hand ergriffen.<
Sie ging zu ihm, aber kurz vor ihm blieb sie stehen, als Tea sich grade wieder aufdringlich an seinen Hals schmiss. Schnell reagierte Gill und wich auf Mitch Pileggi, der neben Dave stand, aus. Er bemerkte sie sogleich.
"Gillian, du willst wohl los?!"
"Ja, ich möchte Piper nicht so lange mit dem Babysitter alleine lassen!"
"Ach so, ja klar! Also, wir sehen uns!"
"Gute Nacht!", lächelte sie und drehte sich um. Rasch schritt sie durch die Tür, über der ein Transparent mit `thanx 4 the happy time, David´ stand. Sie musste hier raus! Mit einem Griff in ihre Manteltasche holte sie die Autoschlüssel heraus.
"Agent Scully?"
>Oh Gott! Dave!<
Sie drehte sich langsam um, noch bevor sie die Gelegenheit bekam die Autotür zu öffnen.
"Nun, Agent Mulder!", versuchte sie im gleichen Ton zu sprechen. Sie müsse jetzt Haltung bewahren! Schließlich war sie Schauspielerin!
"Gill, ich will, dass du weißt, dass mein Entschluß nichts mit dir zu tun hat!"
Sie atmete tief durch. Er trat näher an sie heran und ergriff ihre kleinen Hände. "Das Wichtigste ist, du bist damit zufrieden!"
Sie vermied absichtlich das Wort "glücklich". Sie konnte spüren, dass er den Tränen nahe war. Den ganzen Abend hatten sie sich gemieden. Schaute er zu ihr, schaute sie verlegen und traurig weg, und umgekehrt. Er legte seine Arme ein letztes Mal um seine Freundin und hielt sie so fest, als ob sein Leben davon abhänge.
"Ich bin immer für dich da! Das weißt du, nicht wahr Gill? Du brauchst nur anzurufen!"
"Ich werd's schon schaffen!"
Er löste seine Umarmung und sah ihr in die Augen.
"Das meinte ich nicht."
"David - Schatz! Wo bleibst du denn so lange?"
Gill und Dave zuckten bei der Ertönung von Teas Stimme zusammen.
"Geh schon! Sie wartet auf dich. Außerdem zitterst du ja!"
Er nahm ihren Kopf in seine Hände, es kam beiden ziemlich bekannt vor, und er küsste sie auf den Mund.
"Es war eine sehr schöne Zeit, die ich nie vergessen werde!", stammelte er und trat drei bis vier Schritte rückwärts, bevor er sich umdrehte und zu Tea ging. Weder er noch sie wussten, wie sie sich fühlen, geschweige denn verhalten sollten.
Sie stieg ins Auto und fuhr los. Glücklicher Weise ist der Verkehr in L.A. um diese Zeit abgeklungen. Denn nach Malibu im Nachtstau, darauf hatte sie jetzt wirklich keinen Nerv mehr.

"Was ist mit dir?"
Dave starrte auf die Menschenmasse, die sich vergnügte.
>Wahrscheinlich bin ich die einzige Seele hier, die noch begreift, warum wir eigentlich hier sind, dass es nie wieder so sein würde wie früher. In alten Zeiten. Mit Gill. Gillian!< Er konnte nicht glauben, dass er so sehr an sie hängt.
>Man merkt immer erst, was man hat, wenn man dabei ist alles zu verlieren, schoß es ihm durch den Kopf.
"Dave???"
"Hä?"
"Mach gefälligst nicht so ein Gesicht, es reicht ja schließlich, wenn ich das zu Hause zu sehen bekomme! Aber hier sind wir unter Leuten, David! Verstehst du? Die Presse und noch andere wichtige Leute sind hier! Also reiß dich zusammen!" Und schon war sie wieder mitten im Getümmel. Dave machte sich nie wirklich was aus den Medien. Klar, die Kritiken waren wichtig. Schließlich ist es das Showbizz, aber kann man so vernarrt darauf sein? Aber so war Tea nun mal. Das konnte er sich jetzt auch nicht mehr aussuchen. Er hatte eine Wahl getroffen, er hatte sie geheiratet und nun müsse er damit zurecht kommen. Ob es ihm nun gefiel oder nicht. Egal. Er setzte sich auf einen der Stühle.
>Ob Gill schon zu Hause ist? Sollte ich vielleicht mal anrufen? Nein, besser nicht. Piper.<
"Mr. Duchovny. Sie sehen im Moment ja nicht sehr glücklich aus! Was denken Sie grade?"
>Na toll, das hat mir grade noch gefehlt. Seht ihr Idioten denn nicht, dass ich am liebsten meine Entscheidung rückgängig machen würde?<
"Ich bin sehr müde, es war ein anstrengender Tag!"
>Ich hasse Reporter.<
"Mit Ihrer Entscheidung, den X-Akten den Rücken zu kehren, verschwindet ein wichtiger Bestandteil der Serie. Wie denken Sie, wird es weitergehen?"
>Wie schon? Sie werden auch ohne mich klar kommen. Gott,... Gill tut mir leid.<
"Das kann ich nicht sagen. Ich verfüge nicht mehr über irgendwelche Drehbücher der X-Akten. Aber ich denke mal, Chris wird die Serie noch spannend und fesselnd halten."
"Wie kam es zu Ihrer Entscheidung?"
>Da kennen Sie meine Frau nicht! Sie können sich ja gar nicht vorstellen...<
"Ich möchte einfach Zeit für andere Projekte haben, und für meine kleine Tochter!"
"Aber Sie haben es doch sonst auch geschafft, alles unter einem Hut zu bringen. War das Geld ausschlaggebend?"
>Was nützt einem der größte Reichtum, wenn man ihn nicht mit demjenigen teilen kann, den man...<
"Nein, um das Finanzielle ging es dabei nicht. Es ist nur..."
"Sehe ich das richtig, Sie haben eigentlich keinen bestimmten Grund?"
"Doch, natürlich hat er den, er möchte einfach mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Stimmt doch Schatz?"
Dave lächelte gekonnt seiner Frau und den Reporter abwechselnd an.
"Mr. Duchovny, vielen Dank für dieses Gespräch. Einen schönen Abend noch!" Tea schaute ihn böse an. Er konnte sich denken, dass sie wieder zu Hause mit ihm darüber diskutieren wollte.
>Alles drehte sich immer nur um den äußeren Schein. Die heile, glückliche Familie und ihre Karriere. Nichts wichtiger als das! Ihr zuliebe hab ich bei den X-Akten aufgehört. Sie hat es ja nicht ausdrücklich verlangt, aber es war schwer zu übersehen. Das hätte Gill nie getan. Da war es schon wieder! Gill. Dauernd diese Vergleiche mit ihr! Wieso tu ich das? Ja, sie war wichtig für ihn, aber sie war doch nur seine Freundin. Seine beste.<
"Tea, ich will nach Hause!"
Sie nickte ihm zu.

Endlich zu Hause angekommen atmete Gill die Luft tief ein. Die Sache mit dem Babysitter war natürlich erlogen. Schließlich war Piper alt genug. Sie war ihr ganzer Stolz. Heute Nachmittag fragte sie, ob sie Onkel Dave nicht mal besuchen gehen könnte. Es war unglaublich, dass sie sich mit ihm so gut verstand. Aber schließlich ist sie ja auch mit ihm aufgewachsen. Manchmal, dachte Gill, da kam es ihr so vor, als ob sie mit Dave besser zurecht kommt, als mit ihrem eigenen Vater. Aber das war ja Schwachsinn! Sie musste sich ablenken. Sie schlenderte zu der kleinen Kommode im Wohnzimmer. Die Post von heute, oder besser gesagt die von gestern, lag noch ungeöffnet da. Die Versicherung, Rechnungen und eine alte Freundin von der High School. Ein weiterer Brief war unbeschriftet. Sie öffnete ihn zuerst.
>Schon wieder so ein Brief. Das kann doch nicht wahr sein! Schon vor einiger Zeit traf so ein Brief ein. Es muß sich hier um so eine Gruppe von Fans handeln, die nicht verstehen, dass es jetzt ohne Mulder weitergehen soll.< Damals hatte sie Dave davon erzählt. Er hatte versucht sie zu beruhigen. Er hatte versucht ihr beizubringen, dass sie in Sicherheit sei, und das er es nicht zulassen würde, dass ihr etwas zustieß. Damals musste sie ihm versprechen, dass wenn so ein Brief noch mal auftauchen würde, sie sofort zu ihm kommen soll. Doch sie konnte doch nicht schon in der ersten Nacht, wo er nicht mehr ihr Partner war, bei ihm ankommen und um Hilfe betteln. Wie würde das denn aussehen? Nein, sie muß lernen auch ohne ihn zurecht zu kommen. Sie ist ja schließlich nicht abhängig von ihm! So was ist doch krank! Scully und Mulder haben schließlich nichts mit den Privatangelegenheiten von Gillian und David zu tun! Nein, sie würde sich von diesem Brief nicht einschüchtern lassen.
>Vielleicht war es ja nicht mal von der selben Person! Genau!< Sie knüllte den Brief zusammen und warf ihn in im hohen Bogen in den Papierkorb.
>Ab ins Bett!<

Tea fuhr auf die Einfahrt. Sie hatten nicht miteinander gesprochen, seit sie von dieser Abschiedsparty gekommen waren.
"Du könntest dich ruhig mal bei mir bedanken!"
Dave schaute sie an.
"Wieso denn?"
"Das ich dir wiedermal den Allerwertesten gerettet habe!"
"Wegen der Reporter Sache? Ich bitte dich!"
"Du könntest dich mal ein bißchen anstrengen! Es muß ja nicht gleich die Presse wissen!"
"Die Presse also! Das ist wohl alles, was für dich zählt!"
"Ach, du verstehst mich nicht! Du hast mich nie verstanden. Manchmal frag ich mich, was dich dazu bewegt hat mich zu heiraten!"
Er stieg aus, wartete nicht bis sie eingeparkt hatte. Eine weitere quälende Nacht. Er fragte sich, wann er das letzte Mal neben Tea zufrieden eingeschlafen war. Dauernd machte sie irgendwelche Andeutungen gegenüber seiner Karriere. Und wie wichtig es war, dass sie auf so viele Promo-Parties wie nur möglich gehen musste, das sei gut fürs Geschäft! Mittlerweile war er ja schon froh, dass er sie nicht auf jeder begleiten musste. Er sehnte sich an die netten Abende zurück, noch vor seiner Hochzeit, als er und Gill, manchmal noch mit Chris, bis tief in die Nacht geplaudert und gelacht hatten. Aber das war seit ihrer Hochzeit mit Clyde vorbei. Er hatte eigentlich nichts gegen Clyde. Wenn er nur der Mann gewesen wäre, der seine Gill glücklich gemacht hätte. Aber es sollte nicht sein. Nach ihrer Scheidung dauerte es ziemlich lange, bis Gill wieder ganz die Alte war. Aber sie hatten wieder ihren Spaß zusammen. Manchmal kam er sie sogar zu Hause besuchen und blieb bei Piper, bis sie eingeschlafen war. Nicht nur einmal dankte ihm Gill dafür, dass er ihr half. Er hätte sich damals fast selbst verloren.
Doch dann kam Tea. Es war alles wie ein Zauber! Wie in einem Traum, aus dem man nicht mehr erwachen will. Doch nach der Hochzeit war es Zeit aufzuwachen. Sein tröstendes, heimisches Pflaster war seine Kleine. Er liebte Westy abgöttisch! Sie war sein Ein und Alles! Er erinnerte sich, wie Gill damals vernarrt in Piper war, mit welcher Zuwendung sie sich um sie gekümmert hatte. Und wenn er jetzt sah, wie Tea mit Westy manchmal umging, da meinte man, dass Westy nur ein Promogag für sie sei. Aber zum Glück war er ja da! Und Tea konnte auch eine fürsorgliche Mutter sein, wenn sie es wollte. Aber der Babysitter verbrachte beinahe mehr Zeit mit ihr, als Tea selbst. Und das tat ihm weh.
Als er Westys Zimmer betrat, leuchteten ihm die künstlichen Glühwürmchen entgegen. Zu Westys Geburt hatte Gill eins von diesen im Dunkeln leuchtenden Figuren geschenkt. Seitdem war Westy wie nach diesem Ding! Jetzt hatte sie mehr als 26 Stück in ihrem Zimmer. Westy schlief friedlich und ruhig. Das kleine Kuscheltier lag an ihrem Kopf. Zärtlich strich er ihr übers Gesicht. Genau so hatte er es auch immer bei Piper in diesem Alter gemacht.
Manchmal fragte er sich ernsthaft, ob Gill sauer auf ihn war, als es plötzlich hieß, dass er verheiratet sei. Er hatte es nicht mal fertig gebracht es ihr zu sagen.
>Zu feige!<, sagte ihm sein Gewissen, >Einfach zu feige.<
Wenn er sich vorstellte, dass sie auch noch bei der Trauung dabei gewesen wäre, dann hätte er vermutlich noch "Nein" gesagt. Aber Gill ließ sich nichts anmerken. Nicht das kleinste bisschen konnte er aus ihrer Mine entziehen. Nach außen hin betonte sie ja mehr als nur einmal, dass sie sich unendlich für ihn freue. Aber im Inneren konnte er es nicht wahrhaben. Jedenfalls nicht wirklich. Und nun ist alles vorbei.
Er konnte sich an einer Hand abzählen, wie hoch die Chancen stehen würden, dass sie ihn einfach nur so mal anrufen würde. Nichts würde so sein wie es einmal war!
Er ging wieder auf den Flur und schloss die Tür leise. Wo war seine Frau Tea nur? Plötzlich knallte die Haustür zu. Er schrak auf. Ärgerlich ging er bis zum Treppenrand und legte demonstrativ seinen rechten Zeigefinger auf den Mund. Tea rollte nur die Augen und ging in die Küche.
Das Telefon stand am Treppenabsatz. Dave starrte es an. Nein, er würde sie nicht anrufen. Da muss er jetzt durch.
Er machte sich auf eine weitere Nacht voller Unruhen bereit...

Zwei Wochen später wachte Gill in ihrem Bett auf. Die Sonnenstrahlen tanzten auf dem Fußboden. Dann wurde ruckartig die Tür aufgerissen!
"Mama!", jauchzte Piper fröhlich.
"Guten Morgen mein kleiner Spatz!"
"Was machen wir heute?"
"Wir? Heute kommt doch wieder Jaquline und passt auf dich auf!"
"Kann ich mit Jackie zu Onkel Dave gehen?"
"Wir haben doch darüber gesprochen, Piper! Mama arbeitet nicht mehr mit Onkel Dave zusammen!"
"Aber er hat gesagt, dass ich ihn besuchen kann. So oft ich will!"
"Aber nicht heute. Jackie bringt dich zu Steff, sie hat doch heute Geburtstag! Das willst du dir doch nicht entgehen lassen!"
Pipers Augen leuchteten.
"Kommst du auch?"
"Mami geht einkaufen, aber du erzählst mir dann am Abend, wie es gelaufen ist und wieviel Eis du in dich hineingestopft hast, okay?"
"Okay"
Sie gab ihrer Mama einen Kuss und lief wieder heraus. Gill seufzte. Sie wusste, dass sie Piper nicht ewig hinhalten konnte.

Tea ist zu einem Casting gegangen. Eine Nebenrolle. Ehrlich gesagt wusste Dave gar nicht, was sie da überhaupt wollte. Erst macht sie ein Drama aus ihrer Karriere und nun spricht sie für eine Nebenrolle vor! Sehr verwunderlich! Wirklich. Wahrscheinlich wäre sie an die Decke gegangen, hätte Dave sein Vorsprechen heute für Wahr genommen. Aber das hätte aller Wahrscheinlichkeit nach wieder einmal zu unendlich viel Zoff zwischen ihnen gesorgt. Und das war das Letzte, was er jetzt noch gebrauchen konnte. Was blieb ihm also anderes übrig, als zu Hause zu sitzen und abzuwarten?! Schließlich war Westy ja zu Hause bei ihm. Und so konnte er sich mal alleine mit seiner Tochter beschäftigen. Wenn Tea dabei war, dann durfte dies nicht sein und das nicht, das war doch keine Erziehung. Zuchthaus schon eher. Er knipste den Fernseher an.

Gill schlenderte mit einer großen Sonnenbrille und einem Kopftuch durch die Läden L.A.` s. Sie hoffte inständig, dass niemand sie erkennen würde. Sie war froh, mal wieder ein bißchen Zeit für sich selbst zu haben. Der Dreh ist zwar anstrengend, aber die paar Wochen Drehpause, die zur Zeit herrschten, waren auch nicht gerade leicht zu bewältigen. Piper konnte manchmal richtig anstrengend sein.
Von einem Geschäft in das Nächste. Sie vergaß die Zeit. Sie bemerkte auch nicht, dass sie seit vier Geschäften von zwei korpulent wirkenden, jungen Frauen verfolgt wurde. Als sie das vierte verließ, passierte es. Schreie, die schon hysterisch waren und ein Schlag auf den Kopf. Gill wurde schwarz vor Augen....

Im gesamten Fernsehuniversium war nichts zu finden, was ihn auch nur annähernd interessierte. Dabei hatte er sich anfangs richtig darauf gefreut. Westy machte ihren Mittagsschlaf und es war wieder etwas ruhiger im Haus.
Er starrte zum Telefon. Dave fragte sich, wie oft er dieses häßliche Ding nun schon anstarrte und dabei an Gill denken musste. In den vergangenen zwei Wochen bestimmt eine Million Mal. Aber was sollte er denn tun? Sollte er sie einfach so mal anrufen?
>Toller Gedankenzug, Dave. Und dann? Willst du ihr sagen, dass du dich schon mal in sie verliebt hattest? Wahnsinn! Echt Wahnsinn. Sie wird dich aller Wahrscheinlichkeit nach fragen, warum du erst jetzt damit rausrückst, warum du Tea geheiratet hast. Oder warum du es überhaupt sagst. Es ist doch jetzt eh alles zu spät. Viel zu spät!<
Nein, das konnte er nicht tun. Er hatte die Feigling - Masche nun mal angefangen, also müsse er sie auch zu Ende spielen.
>Tolles Spiel! Wer hat sich das denn ausgedacht? Und Tea? Die ist wahrscheinlich dein Hauptgewinn. Oder eher deine Strafe für das Falschspielen.<
Er wollte dieses Spiel nicht mehr spielen. Es war nicht sein Spiel. Es zu beenden war alles was er wollte. Doch konnte er entkommen? Wenn ja, wie? Ein Konflikt, zwischen seinem Verstand und seinem Gefühl. Er griff zum Hörer.
"...alias Dana Scully vor ein paar Minuten ins Hospital eingeliefert..."
Dave drehte sich zum Fernseher. Den Hörer immer noch in der Hand, begriff er, dass sie jetzt unmöglich an´s Handy gehen würde. Er trat benommen ein paar Schritte auf den Fernseher zu. Seine Phantasie hatte ihm keinen schlechten Scherz gespielt. Was er sah, war die Realität. Bilder des Schreckens flogen an ihm vorbei. Gillian? Seine kleine Gill ist im Krankenhaus? Er horchte weiter, und verstand. Fans! Der brutale Nachteil am Berühmtsein: vernarrte Fans, die durch Hartnäckigkeit nur so sprudelten. Einmal hatte Gill schon Bekanntschaft mit ihnen gemacht. Aber damals war es doch nur ein Brief. Und sie ist,... sie wäre doch gleich zu ihm gekommen. Oder sollte er sich etwa täuschen?
Panik ergriff ihn und er schreckte auf, als er einen Knall vernahm. Tea war wieder da. Er konnte sie durch das Fenster sehen. Sie sah nicht gerade glücklich aus. Wahrscheinlich hat es wieder einmal nicht mit der Rolle geklappt. Aber dafür hatte er jetzt herzlich wenig Verständnis. Er musste zu Gill. Er musste sie auf der Stelle sehen. Er musste sicher gehen, dass sie in Ordnung ist, soweit ihr momentaner Zustand das überhaupt zuließ.
"Dave? Wo willst du hin?"
"Erklär ich dir später. Westy schläft, sei leise."
"Interessiert dich gar nicht, wie es bei mir gelaufen ist?"
Dave schaute sie an. Am liebsten hätte er ihr jetzt die Meinung gesagt, aber es gab da etwas in ihm, was bedeutend stärker war als das. Das Verlangen Gill zu sehen. Ohne ein Wort zu verlieren stieg er in das Auto, aus dem sie erst ein paar Sekunden zuvor ausgestiegen war. Er machte den Motor an und Tea stampfte wütend ins Haus. Die Tür knallte.
"Du solltest leise sein!", sagte er leise vor sich hin und fuhr endgültig los. Sein Ziel kannte er nicht genau. Schließlich gibt es unzählig viele Hospitals in L.A.! Aber er hat die Stelle wiedererkannt, an der die Reporterin stand. Ganz in der Nähe war eins. Da müsste sie sein. Wie ein Verrückter raste er los. Er erinnerte sich an die vielen kleinen Gespräche zwischen Mulder und Scully, in denen es um Mulders Fahrstil ging. Er bremste ein wenig ab, denn es würde auch keinem nützen, wenn er am nächsten Baum selber krankenhausreif war, sagte ihm sein Verstand. Aber er hielt die Geschwindigkeit nicht lange und schon bald hatte er wieder das höchste Eiltempo drauf.

Glücklicher Weise verfügte das Hospital, in dem er sie vermutete, über eine Tiefgarage. Unvorsichtig parkte er ein und rannte in das Gebäude. Der typische Krankenhausgeruch stieg ihm in die Nase. Überall waren Schwestern und rasten an ihm vorbei. Keine von denen sah aus, als hätte sie Zeit ihm Auskunft zu geben. Er wusste ja nicht einmal, ob er hier in der richtigen Abteilung gelandet war. Für ihn sah es nämlich wie die Notaufnahme aus. Er ging zur Zentrale, wo gleich drei Schwestern mit telefonieren beschäftigt waren. Sie schauten ihn nicht mal an und machten mit einem Handzeichen deutlich, dass er doch bitte warten solle. Eine vierte Schwester eilte zu den drei genannten.
"Wo finde ich Gillian Anderson?"
Sie schrak auf.
"Sie sind doch... Sind Sie nicht der..."
"Wo?"
"Ehh, hier gleich. Nein doch nicht. Ich meine nicht mehr. Ich .."
"Wo ist sie?"
"Kommen Sie bitte mit mir mit."
Er folgte ihr mit schnellem Schritte.
"Eigentlich darf ja noch niemand zu ihr. Sie braucht nämlich noch viel Ruhe."
"Wo gehen wir hin?"
"Zur Intensivstation!"
"Was ist mit ihr?"
"Sie liegt im Koma. Die Schädelfraktur drückte ein wenig auf ihr Gehirn."
"Im Koma? Oh mein Gott!"
"Wir haben den Druck natürlich schon beseitigt. Sie hat gute Chancen!"
"Gute Chancen wofür?"
"Aufzuwachen.", sagte die Schwester schon leiser.
Sie sprachen nicht mehr miteinander. Ab und zu merkte Dave, dass sie ihn immer wieder anstarrte.
>Immer das Gleiche. Was hab ich an mir, dass sie mich alle so anstarren? Na wenigstens führt sie mich zu Gill!<
"Hier ist es. Bitte verhalten Sie sich entsprechend."
Dave nickte und betrat den Raum.

Die Schläuche an den Armen, das piepende Geräusch der Überwachungsgeräte oder das Pflaster an ihrem Kopf, er wusste nicht wo er zuerst hinsehen sollte. Die Schwester verließ den Raum. Langsam ging er auf sie zu. Tränen kämpften sich durch seine Augen. Neben dem Bett blieb er stehen und zog sich den Stuhl heran.
"Gill?"
Keine Antwort. Er fasste nach ihrer Hand.
"Sag doch was!"
Keine Reaktion.
"Ich wollte dich anrufen! Schon die ganze Zeit über. Kannst du mich hören, Gill?"
Er legte seinen Kopf auf die Bettkante, und er erinnerte sich, wie Mulder und Scully schon mal so eine Situation hatten. Er hörte Schritte. Gespannt hob er seinen Kopf und die Tür sprang auf.
"Mami?"
Jaquline blieb im Türrahmen stehen und nickte Dave zu. Er nickte zurück und sie schloss die Tür.
"Hey, Piper!"
"Onkel Dave, was hat Mami? Ist sie krank?"
Er hob sie auf seinen Schoß und hielt sie fest.
"Mami schläft."
Er musste versuchen, die Tränen zu verbergen. Pipers kleine Hand langte nach vorne, zu ihrer Mutter auf deren Stirn.
"Hat Mami Fieber?"
"Nein, ich glaub nicht. Sie ist nur ganz doll müde, dass sie lange schlafen wird."
Sie schaute ihn mit feuchten Augen an, so dass es ihm das Herz brach.
"Was hälst du davon, wenn ich dich nach Hause bringe und dann bei dir bleibe? Wir bestellen uns ne Pizza und machen es uns gemütlich. Aber nicht Mami sagen! Und morgen kommen wir beide wieder hierher!"
"Hat Mom morgen ausgeschlafen?"
Er hob sie auf seinen Arm und trug sie aus dem Zimmer.
"Vielleicht."

Nachdem mit Jaquline alles geklärt war, setze er Piper in sein Auto und fuhr los. Er freute sich richtig auf den Abend mit ihr. Denn er mochte Gillians kleine Tochter wirklich sehr. Es hat ihm immer Spaß gemacht etwas mit ihr zu unternehmen. Auch wenn sich ihre Abenteuer meistens auf dem Set abspielten. Aber da gab es ja sowieso immer was Neues zu entdecken. Bei einem kleinen Pizzastand hielt Dave kurz und sicherte sich und Piper das Abendbrot. Dann fuhr er weiter nach Haus.
"Also, Prinzessin. Worauf hast du heute Lust?"
"Darf ich lange aufbleiben?"
"Aber nur, wenn es unter uns bleibt! Und nur dieses eine Mal!"
"Versprochen!"
"Großes Indianer - Ehrenwort?"
"Immer!"
"Also?"
"Wir schauen uns ein Video an!"
"Ohhh. Und welches möchtest du gerne sehen?"
"Du bist der Bestimmer!"
"Wirklich? Das find ich ja toll."
Piper setzte sich mit der Pizza auf die Couch und Dave nahm einfach das erste Video, was er greifen konnte. `Sleeping Beauty´
Beide aßen ihre Pizzen auf und fühlten sich richtig wohl. Er beobachtete Piper immer wieder, mit welcher Begeisterung sie sich den Film anschaute. Er fragte sich, wie oft sie den schon gesehen hatte. An manchen Stellen konnte sie sogar schon mitsprechen. Mit Erstaunen stellte Dave die große Ähnlichkeit zu Gill fest. Es war einfach die gleiche Art. Als der Film zu Ende war, einigten sie sich auf das Programm im Cartoon Channel. Und es dauerte nicht lange, da war sie auch schon in seinem Arm eingeschlafen.

Ein schöner Tag war in Anbruch.
Im Hospital war es überraschend hell und freundlich. Als er gestern Nachmittag hier war, kam ihn alles so unwirklich und verschleiert vor.
>Vielleicht war es ja auch nur der Schock.<, dachte er bei sich. Er betrat die Intensivstation.
Auch hier war es leise und beruhigend zugleich. Ein optimistisches Gefühl machte sich in Dave breit. Er lächelte.
Jackie würde mit Piper erst gegen Mittag vorbeikommen. Somit hatte er sich Zeit verschafft, um bei Gill alleine zu sein. Und er freute sich darauf.
Er betrat das Zimmer.
Ein Doktor und zwei Schwestern unterhielten sich vor ihrem Bett leise mit jemandem, den er nicht erkennen konnte. Doch kam ihn die Stimme bekannt vor, er konnte sie nur nicht gleich zuordnen. Dann trat die eine Schwester zur Seite und er erkannte Clyde.
>Gott, was will der denn hier?<
"David! Schön dich wieder zu sehen."
"Schade, dass es keine anderen Umstände sein konnten!"
"Gehen wir kurz raus? Die sind hier auch gleich fertig."
Dave nickte stumm und versuchte noch einen flüchtigen Blick auf Gill zu erhaschen. Nichts. Nichts konnte er sehen, außer ihre Hand mit den Schläuchen.
"Ich hab das hier von Jaquline erfahren. Und ich dachte mir, ich hab zwar nichts mehr mit ihr zu tun, aber ich wollte sie nur sehen."
Dave nickte wieder.
"Sieh, David, ich hab nicht viel Zeit. Ich muß nachher wieder losfliegen. Ich kann mir nicht so lange frei nehmen."
"Wie geht es ihr?"
"Der Arzt ist doch grad bei ihr. Ich bin auch erst vor einer Minute angekommen."
Obwohl Dave Clyde kannte, fühlte er sich mehr als nur unwohl in seiner Gegenwart.
>Was genau hatte er hier verloren? Was wollte er von ihr? Glaubte er, mit seinem Auftauchen hier geht es ihr wieder besser? Das ist doch kein Film!<
"Alles, was ich bisher erfahren konnte, war, dass es ernst ist. Ich,... ich kann nicht verstehen, wer so etwas tun kann."
"Ich auch nicht."
"Stimmt etwas nicht?"
Dave sah ihn an.
"Wieso?"
"Hör zu, ich weiß, dass sie nichts mehr von mir will. Aber auf Dauer allein zu sein, das kann doch nicht gesund sein!? Ich möchte doch nur, dass sie glücklich ist. Und ich weiß, dass sie deine Entscheidung, von den Akten wegzugehen, nicht leicht weggesteckt hat."
Dave schaute ihn verwundert an.
"Sie hat mich angerufen."
Erwiderte Clyde erklärend, als ob er Daves Gedanken lesen konnte.
"Sie hat dich angerufen? Weswegen? Wegen mir?"
"Ich glaub ja. Sie hat es nicht ausdrücklich gesagt, aber ich glaube, sie wollte nur mit jemandem reden. Sie war ziemlich fertig, obwohl sie es verbergen wollte."
"Es ist alles meine Schuld!"
Ohne dem jegliche Beachtung zu schenken fuhr Clyde fort.
"Rede mit ihr, Dave!"
"Falls du es noch nicht bemerkt haben solltest, sie liegt im Koma!"
"Ja, ich weiß. Aber ich bin mir sicher, dass sie dich hören kann. Bitte rede mit ihr. Ihr müsst das klären."
"Wir sollen was klären, meinen Abgang?", fragte er schon fast sarkastisch.
"Vielleicht!"
Dave verstand die Welt nicht mehr. Er sollte mit ihr reden, na toll. Wieso spricht Clyde in Rätseln?
"Vielleicht auch nicht. Ich weiß, dass es zwischen euch etwas gibt, das euch beide sehr stark verbindet. Darüber müsst ihr reden. Es muss nur einer den Anfang machen. Und ich glaube, jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Mach den ersten Schritt und hilf ihr! Bitte."
Dave kullerte eine Träne bei diesen Worten die Wange hinunter.
"Wie, was soll ich ihr denn sagen?!"
"Du weißt, was ich meine. Denk nicht darüber nach. Tu`s einfach. Ich will doch nur, dass sie glücklich ist. Nichts weiter."
Dave wischte sich die Träne mit dem Handrücken weg und sah erleichtert auf Clyde. Seine anfängliche Skepsis über seine Präsenz hier bei Gill war verflogen. Jetzt, wo er wusste, was er von ihm wollte. Wie konnte er auch nur denken, dass Clyde... Nein, das war doch absurd! Oder hatte er etwa Angst, dass er sie ihm hätte wegnehmen können? So, wie er es schon einmal getan hatte?
"Du siehst doch sicher Piper heute noch?!"
Dave nickte.
"Gib ihr bitte das hier von mir. Ich muß jetzt los. War schön dich wiederzusehen!"
Dave nahm das mit buntem Papier eingepackte Geschenk an sich.
"Ja, dich auch!"
Clyde stand auf und ging. Bevor er um die Eck bog, sah er sich noch einmal um. Sein Blick war fordernd auf Dave gerichtet. Dieser nickte ihm zu und Clyde war endgültig verschwunden.
"Mr. Duchovny? Sie können jetzt zu ihr."
"Wie geht es ihr?"
Abweisend gingen die beiden Schwestern an ihnen vorbei.
"Ihre Werte haben sich etwas verschlechtert."
"Was?"
"Aber das ist noch kein Grund um... es kann morgen schon wieder ganz anders aussehen. Bei Komapatienten haben wir hier schon etliche kleine Wunder erlebt. Bleiben Sie optimistisch!"
Er ging ab. Dave konnte nicht glauben, was er eben vernommen hatte.
Das war ja schon eine halbe Grabrede!
>Bleiben Sie optimistisch. Ist ja wie in einem schlechtem Film! Wunder! Der erlebt noch mal sein blaues Wunder!<
Er betrat wieder den Raum und setzte sich auf die selbe Stelle, wie am vorigen Tag. Zärtlich nahm er ihre Hand in die seine. Die Geräte um ihn herum, dessen Messungen er nicht verstand, verloren an Bedeutung. Es kam ihm vor, als ob nur noch er und Gillian hier existieren würden. Er schrak auf, als er dachte, er hätte eine leichte Kopfbewegung vernommen.
Unmöglich, Dave! Hör auf dir was vorzumachen! Sprich zu ihr!
Er streichelte ihre Hand. Auf und ab. Und noch mal. Immer wieder.
"Gill, ich weiß nicht, ob du mich hören kannst, aber... weißt du, ich hatte es dir nicht gesagt, aber ich bin der glücklichste Mensch auf diesen ganzen beschissenem Planeten! Und weiß du wieso? Weil ich dich kenne! Und jetzt versteh ich, was ich getan habe. Weißt du, du warst immer so unkompliziert. Nein, ich meine, du bist es. Immer noch. Und ich muß vergessen haben, wieviel Spaß wir hatten. Ich meine damals. Ich war so ein Idiot. Alles was ich zum Leben brauchte, hatte ich die ganze Zeit vor mir. Ich brauchte nur meine Hand auszustrecken zu dir, doch.. ich weiß auch nicht. Es war alles so verzwickt und wir beide, wir... Dann hast du Clyde geheiratet. Insgeheim war ich neidisch auf ihn. Dass er es war der Nachts neben dir schlafen durfte, und dich lächeln sehen konnte. Dann kam Piper. Als du es mir gesagt hattest, war ich froh und verärgert zugleich. Froh, weil du es mir als erster gesagt hattest, verärgert, dass du von einem anderen ein Kind trägst. Ich dachte, würde dieses Kind hassen. Aber es kam alles ganz anders. Piper ist ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben geworden. Erinnerst du dich, wie sie mal im Requisitenlager eingeschlossen war und wie wir beide sie gesucht hatten? Danach war die ganze Crew sauer auf uns, weil wir erst so spät zum Dreh kamen!
Nach eurer Scheidung wollte ich dich jeden Abend halten. Ich wollte dir sagen, dass ich bei dir bleibe. Doch nicht einmal kam es dazu. Bis ich endgültig alles kaputt gemacht hatte mit Tea. Sie ist so.. anders als du! Manchmal ist es richtig kalt und schroff um sie herum. Und dann trau ich mich manchmal gar nichts zu sagen. Nach den paar Malen, als du uns besucht hattest, kamen meist nur zynische Bemerkungen über dich. Es tat so weh. Ich wollte, dass ihr euch versteht. Keine Ahnung wieso. Doch Tea blockte bei diesem Thema völlig ab. Sie drängte immer mehr, dass unser Kontakt abbrechen soll. Du glaubst nicht, wie sehr ich mich auf unsere Drehtage gefreut hatte. Es war immer so freundlich bei dir. Wenn ich zu dir in deinen Trailer gekommen bin, wir uns unterhalten und Tee getrunken haben, da wäre ich am liebsten dort mit dir geblieben. ... Geh nicht weg von mir!"
Er hatte gar nicht bemerkt, wie Tränen sich den Weg auf sein T- Shirt bahnten. Er legte seinen Kopf mit auf ihr Kissen und schloss die Augen. Seine Hand hielt noch immer ihre fest.

Unverhofft schrak Dave auf. Hatte er geschlafen? Er schaute auf die Uhr. Ja, hatte er. Gill lag immer noch regungslos da. Sein Handy klingelte zum zweiten Mal. Der Grund, warum er überhaupt wach geworden war.
"David?"
"Dave, wo steckst du, verdammt noch mal!"
"Was willst du? Ist was mit Westy?"
"Westy! Ist das alles, was dich interessiert? Wo warst du letzte Nacht? Bei Gillian?"
"Und wenn schon!"
"Das ich nicht lache! Dave, sie liegt im Koma! Du kannst nichts für sie tun!"
"Doch ich kann! Woher willst du das wissen?"
"Als du mich Hals über Kopf gestern umgerempelt hattest, lief der Fernseher noch! Denkst du ich bin blöd?"
"Hör zu! Ich verlange ja nicht, dass du das verstehst. Aber ich bleibe hier. Sie ist meine Freundin und ich will ihr helfen!"
"Deine Freundin also! Heute Abend ist die Party bei Channel 4! Ich will, dass du mich begleitest!"
"Das werde ich erst noch sehen!"
"Und das heißt?"
"Warte nicht auf mich."
Sie legte wütend auf. Stirnrunzelnd steckte er das Handy wieder weg. Die Tür sprang auf.
"Hi Onkel Dave!"
Frohen Mutes sprang Piper auf sein Schoß!
"Jackie ist schon wieder los. Hast du geweint?"
"Wie kommst du darauf?"
"Deine Augen!"
"Was ist damit?"
"Sie sind so rot. So sehen Mamis Augen auch immer aus, wenn sie traurig war."
"Wann war Mami denn traurig?"
"Früher nicht so oft. Aber in letzter Zeit schon. Ich dachte ich war böse, aber sie hat gesagt, dass es okay ist. Dann hab ich ihr einen Kuss gegeben und sie hat wieder gelacht!"
Dave drehte sie wieder um, so dass sie mit ihrem Rücken an seinem Bauch saß. Er hielt sie ganz fest und schaukelte ein wenig hin und her.
"Onkel Dave?"
"Hmm?"
"Kannst du Mama nicht aufwecken?"
Ihm lief wieder eine Träne hinunter. Leise antwortete er,
"Ich kann nicht, mein Spatz!"
"Du hast es doch noch gar nicht versucht!"
sagte sie enttäuscht.
"Ich find Mom hat genug geschlafen. Sie soll wieder wach werden!"
"Piper, das geht nicht so einfach!"
"Wieso?"
Er hielt sie noch fester.
"Schau mal, Mami braucht Ruhe!"
"Du musst sie küssen!"
"Wieso soll ich deine Mom küssen?"
"Du hast dir doch auch den Film gestern angesehen. Da hat es auch geklappt!"
"Piper, das war ein Märchen!"
"Aber du kannst es doch trotzdem tun!"
"Ich glaube, du wärst furchtbar enttäuscht, weil es nicht klappen wird."
"Du musst ganz fest dran glauben!", flüsterte sie und stand auf.
"Komm schon! Es muß der richtige Prinz sein!"
Sie zog an seiner Hand!
"Steh auf!"
Zitternd stand er auf und setzte sich auf die Bettkante. Gespannt sah Piper dem Geschehen zu.
"Du mußt ganz fest daran glauben. Das ist doch ganz einfach!"
Dave strich Gill über die Haare. Sie war wunderschön, auch wenn sie etwas blasser war als sonst. Seine Hände blieben an ihren Wangen stehen. Er beugte sich zu ihr herunter und schloss seine Augen. Vorsichtig berührten sich ihre Lippen. Er konnte sie riechen. Doch dann besann er sich darauf, dass Piper ja da war und er löste sich wieder von ihr. Piper lief auf die andere Seite vom Bett und sah gespannt auf ihre Mom. Verzweifelt wurde sie immer ungeduldiger.
"Mami! Wach auf!"
Sie rüttelte an ihrer Hand.
"Piper, hör auf!"
Er eilte zu ihr und nahm sie auf seinen Arm. Ihr kleines Gesicht vergrub sie schluchzend in seinem Nacken.
"Es tut mir Leid Kleine!"
Er setzte sich wieder auf den Stuhl. Doch sie beruhigte sich nicht. Er hielt sie fest. Bis er seinen Augen nicht traute.
"Piper! Hör auf zu weinen!"
Sie sah in an, mit traurigen kleinen Kinderaugen, die ihm das Herz zu brechen drohten. Doch er lächelte sie an.
"Es hat doch funktioniert!"
Piper drehte sich auf der Stelle um und alle Tränen waren vergessen als sie sah, dass ihre Mom dabei war die Augen zu öffnen. Schnell wischte sie sich ihre Tränen aus dem Gesicht und ging zu ihr.
"Mama?"
"Hey!", flüsterte Gill mit heiserer Stimme.
"Es hat funktioniert! Er hat dich wach geküsst! So wie im Märchen!"
Verwirrt sah sie ihre kleine Tochter an, bis sie merkte, dass hinter ihr noch jemand stand. Es war Dave! Sie lächelte ihn an.
"Piper, schau mal, ich hab hier etwas von deinem Daddy. Warum gehst du nicht raus und wickelst es aus?"
Dave gab ihr das Geschenk und sie verließ den Raum. Er trat näher an sie heran und nahm ihre Hand, während er sich zu ihr setzte.
"Wie fühlst du dich?"
"Ich bin müde. Du hast ja geweint!"
"Warum hast du es mir nicht gesagt? War es wieder ein Brief?"
Sie nickte.
"Gott, Gill! Du solltest doch zu mir kommen."
"Ich konnte nicht!"
"Ich wollte dich anrufen, die ganze Zeit über."
Er beugte sich näher zu ihr herunter. Ihr fiel es schwer zu sprechen.
"Ging mir genau so!"
Ein terrorisierendes Geräusch ließ beide hochschrecken. Am Überwachungs- fenster klopfte Tea wie wild an die Scheibe. Sie sah verärgert aus. Bis es Dave wieder einfiel. Die Party!
"Geh schon!"
"Nein! Ich lass dich nicht alleine. Nicht schon wieder!"
"Dave, bitte! Sei nicht albern!"
Sie versuchte ihn von sich wegzuschieben, als er sie ansah.
"Sie soll alleine gehen. Es geht hier nicht um sie, verstehst du? Es geht um mich. ICH möchte sie nicht begleiten. ICH möchte lieber hier bleiben!"
"Dave...nicht"
"Schhht"
Er hielt ihre Hand noch fester und sah wieder zum Fenster hinüber. Er fragte sich, wo Piper war. Wahrscheinlich mal für kleine Mädchen!
Er sah Tea in die Augen, die voller Wut waren.
"Sieh doch zu, wie du ohne mich zurecht kommst! Ich hab genug von dir!", schrie sie so laut, dass Gill und Dave es sogar hören konnten. Dann kamen zwei muskulöse Herren in schwarzen Anzügen auf sie zu und forderten sie zum Gehen auf, was sie auch so schnell wie nur möglich tat.
Entsetzt darüber, was sich grade abgespielt hatte, sah Gill ihn an.
"Das wollte ich nicht!", flüsterte sie. Doch Dave ist ganz ruhig.
"Es ist doch nicht deine Schuld! Es tut mir leid, dass du das mit ansehen musstest. Aber es wäre so oder so demnächst geschehen."
Der behandelnde Arzt stürmte in das Zimmer.
"Hab ich es mir doch gedacht! Tut mir leid, Sir, aber Sie müssen jetzt gehen! Sie muß untersucht werden."
Dave gab ihr ein Küßchen auf die Stirn.
"Ich komme morgen wieder! Noch bevor du die Augen aufgemacht hast!"
Scully blickte besorgt auf den Flur.
"Ich kümmer mich um sie."
Er strich ihr noch einmal über das Gesicht und löste sich dann von ihr.
"Sehen Sie?! Schon wieder ein Wunder!"

Eine Woche später.
Dave ging mit schnellem Schritt den Flur entlang. Die Blumen in der einen Hand und ein Blatt Papier in der anderen. Sie lag schon längst nicht mehr auf der Intensivstation. Sie hatte sich gut erholt. Heute würde sie endlich entlassen werden. Er betrat ihr Zimmer.
Sie saß aufrecht in ihrem Bett und strahlte ihn an. Bei ihrem Anblick blieb er im Türrahmen stehen. Die Schläuche waren schon alle abgemacht. Nicht einmal mehr ein Pflaster war an ihrer Schläfe. Einfach atemberaubend!
"Gott sei Dank werde ich heute entlassen! So langsam hab ich gar keinen Platz mehr für deine ganzen Blumen!"
Riss sie ihn aus seinen Gedanken.
"Wie geht es dir?"
"Bestens! Was hast du da?"
Er schubste sich von de Tür ab und ging auf sie zu.
"Das hat Piper gemalt. Ich hab dir doch erzählt, dass Clyde ihr Malzeug geschenkt hatte!"
Gill nahm das Bild entgegen. Sie erkannte drei Menschen darauf, die sich in einem Schloss befanden.
"Sie war der Überzeugung, dass wenn ich dich küsse, du dann aufwachen würdest."
"Wie in ihrem Lieblingsfilm!"
"Ja, genau. Du glaubst ja nicht, wie oft ich mir den mit ihr anschauen musste."
"Tut mir leid"
"Ich hab's gern gemacht! Ich soll dir sagen, dass wir das hier sein sollen."
Er deutete auf die beiden Personen, die in ihrer Mitte das Kind an der Hand hielten. Gill lächelte.
"Sie freut sich wahnsinnig, dass du wieder nach Hause kommst!"
"Dave, ich... Ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll!"
Er setzt sich zu ihr auf das Bett und umarmte sie, so fest er nur konnte.
"Das brauchst du nicht! Und das weißt du auch! Die letzte Woche war die schönste Woche seit langem!"
"Was ist mit Tea?"
"Ich hab heute morgen meine Sachen holen lassen!"
"Es tut mir leid!"
"Wieso? Ich bin glücklich darüber! So, wie es jetzt ist!"
"Wie es jetzt ist?"
"Genau jetzt!"
Er lies sie wieder los und sah ihr in ihre himmelblauen Augen. Es kam ihn wie eine Ewigkeit vor. Gott, wie lange wollte er das hier schon tun? Seit acht Jahren?
Er hätte in diesem Moment sterben können, so glücklich war er, als sich ihre Lippen berührten. Sie wurden immer leidenschaftlicher, als er plötzlich wieder von ihr ab ließ.
"Hab ich was falsch gemacht?"
"Nein, um Gottes Willen, nein. Ich wollte dir nur sagen, dass... ich dich liebe!",
sagte er ernst. Ihr Lächeln verriet ihm, dass sie genau so fühlte.
"Lass uns endlich nach Haus fahren!"





ending

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Und?
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Bitte, bitte Feedback!
Und noch ma recht herzlichen Dank an Mari, der ich als erstes hiervon erzählt hatte. Hab noch ständig deine SMS vor Augen: "...so was traust du dir zu?..." Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht!
Andere Frage: was sagen meine vier Versuchsobjekte? Nerv ich euch nicht schon langsam mit meinen ganzen Stories?
Plz mailt mir: mysty_msr@lycos.de