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Anmerkung v. Yasi:
DAS YASI

ywollmarker@yahoo.de

DAGS

PG-13

Die Personen, um die es hier geht, gehören leider nicht mir sondern immer sich selbst, mehr hab ich dazu leider nicht zu sagen. Mir gehört lediglich ein David-Klon! *g*

bis heute denk ich mal...zumindest wenn man den Gerüchten glauben schenken darf!

Probiert mal aus einen Songtext von Buffy eine DAGS Geschichte zu schreiben!!! You can make me feel…I`m scared, ashamed of what I feel…more than I can say…let me take your love and bury it in a hole six foot deep…I can lay my body down…but I can't find my sweet release…so let me rest in peace!

Tja, diesmal hab ich viel viel viel zu sagen!!!! Also zuerst geht mein Dank mal an Wod, denn da sie bei SoX den HTML-Teil überhat, gehört es nun mal zu meinen Aufgaben, für Werbung bzw. neue Autoren zu sorgen. Als ich da vorhin so durchs Netz geflogen bin, kam mir die FF von Foxy "Never wanna hurt you" wieder unter! Diese und der Threat von MR im Gillian Forum haben mich dazu gebracht, dies hier zu schreiben. Nachdem ich mir fünfmal hinter einander wieder James "Rest in peace" reingezogen habe, war ich startklar. In diesem Sinne danke ich auch James mal ganz herzlich für seine grandiose Darstellung des Spikes in Buffy und natürlich David und Gillian für ihr gekonntes Spiel bei Akte X. Ebenfalls will ich Jessy "DANKE SAGEN" für einige super Tage bei ihr in Düsseldorf. Und nun mach ich noch was, das viele von meinen Freunden nicht verstehen werden, oder vielleicht doch, wer weiß......*ggg*......Alf: DAS hier ist Kitsch!!! Darum widme ich diese Geschichte auch dir!!! Davon abgesehen hab ich einfach mal versucht, Tea nicht immer als "The bad Guy" zu sehen, wie ich das sonst immer gerne tue. Diesmal hab ich ihr sehr viel Verständnis und Herz gegeben, also hau mich ned Wod!!!

So, nun wünsch ich allen noch ein wunderschönes Weihnachten 2002 und das Wünsche in Erfüllung gehen!!!


Ein verspäteter Weihnachtswunsch
oder
REST IN PEACE



"Das darf doch wohl nicht wahr sein!"

Ich legte den "Evening Stadart" beiseite. "Verdammt!"

Ich war mir nicht ganz sicher ob ich mehr darüber erbost war, diesen Artikel überhaupt gelesen zu haben oder über mich selber, denn ich hatte ganz deutlich einen dumpfen Schlag in der Magengegend verspürt. Im Grunde hielt ich nicht sehr viel von solchen Artikeln in irgendwelchen Zeitschriften oder Magazinen, allerdings kam mir gleichzeitig auch der Gedanke, dass Gill sich genau seit fünf Wochen nicht mehr bei mir gemeldet hatte.

Seit sie nach London gezogen war, um dort Theater zu spielen, haben wir es immer geschafft, wenigstens einmal in der Woche zu telefonieren. Doch sein fünf Wochen hatte ich nichts mehr von ihr gehört. Natürlich hatte ich versucht sie anzurufen, doch immer war ihr Handy ausgeschaltet gewesen. Bis jetzt hatte ich mir nichts dabei gedacht, ich wusste schließlich, dass sie die Arbeit im Moment ganz in Anspruch nahm und über die schlechten Kritiken, die sie bis jetzt bekommen hatte, war sie auch nicht sehr erfreut gewesen.

Abgesehen davon wusste ich auch, dass sie diesen...diesen Julian wirklich in Kenia kennen gelernt hatte, Gill hat mir das selbst erzählt. Damals hatte ich aber nicht den Eindruck, als wäre sie sonderlich begeistert von ihm gewesen. Was aber, wenn an diesem Gerücht doch was dran sein sollte?

Ich ließ mich auf die Couch fallen und fühlte mich alles andere als gut.

Ich kannte Gill nun schon seit Jahren und es war schon schwer genug für mich gewesen, sie nach England gehen zu lassen. Nicht das ich etwas zu sagen gehabt hätte, aber so schön London auch sein mochte, es war auch verdammt weit weg von hier!

Mir ist klar, das immer schon viele Spekulationen über das Verhältnis von Gill und mir im Umlauf waren und nicht einmal meine Heirat mit Tèa hat daran etwas geändert. Ich war niemals dumm und natürlich kann ich nachvollziehen, wie solche Gerüchte zustande kamen, wo doch manchmal nicht einmal unsere engsten Freunde sich ganz sicher waren, ob wir beide nicht doch mehr waren, als NUR gute Freunde.

Aber Tatsche ist nun mal, das wir genau das sind: gute Freunde, um nicht zu sagen die aller besten Freunde. Ich vertraue Gill mehr als irgendjemand sonst auf dieser Welt und Gill kommt heute noch mit all ihren Problemen zuerst zu mir.

Tèa versteht das und akzeptiert es auch. Sie hat mich damals, vor unserer Heirat, gefragt, was ich für Gill empfinde und ich hab ihr die einzige Antwort gegeben, die ich ihr geben konnte. Ich liebe Gill, und das ist die Wahrheit. Ich weiß das, Gill weiß das und Tèa weiß das auch. Allerdings liebe ich sie auf eine ganz besondere Art und Weise, die keinesfalls meine Zuneigung und Liebe zu Tea beeinträchtigt. Ich weiß, mit Tèa kann ich alt werden, ich kann mich auf sie verlassen, weil sie mich versteht und respektiert. Nicht, das Gill das nicht auch tun würde, doch Gill und ich hatten unsere Chance gehabt. So sehr ich sie auch liebe, wir sind nicht dafür geschaffen, unser Leben miteinander zu verbringen. Es würde einfach nicht gut gehen.

Dennoch konnte ich mich im Moment nicht an den Gedanken gewöhnen, dass sie wirklich wieder heiraten könnte. Natürlich vergönne ich es ihr, das sie glücklich ist, und kein Mensch kann auf Dauer alleine glücklich sein. Wenn jemand das Beste verdient hat, dann ist es Gill. Nach ihrer gescheiterten Ehe mit Clyde war sie doch einigermaßen labil und ich weiß auch, es ist vor allem mir zu verdanken, dass es ihr heute wieder besser geht.

Die Eingangstüre fiel ins Schloss und West stürmte ins Wohnzimmer auf mich zu. Hinter ihr kam Tèa mit Miller.

"Daddy, Mom hat mir diese Barbiepuppe gekauft, die ich so gerne haben wollte. Hier, sieh mal." West zeigte mir stolz ihre neueste Errungenschaft.

Ich blickte zu Tèa auf und sie verstand meinen Blick. Ein entschuldigendes Lächeln war ihre Antwort. Sie verwöhnte die Kleine viel zu sehr.

Für die nächsten Stunden war ich von meinen Gedanken an Gill abgelenkt. Doch am Abend, als die Kinder schon im Bett lagen, brachte Tèa Gillian wieder in meine Gedanken.

"Schatz, hast du diesen Artikel über Gillian und ihre angebliche Verlobung schon gelesen?" Mein Gesichtsausdruck beantwortet ihre Frage von selbst.

"Mein Gott Honey, du wirst das doch nicht etwa glauben? Du kennst doch Gillian. Wenn sie so eine wichtige Entscheidung für ihr Leben treffen würde, dann wärst du doch der erste, dem sie es sagen würde. Warum bist du also so niedergeschlagen?"

"Und was...was, wenn es doch wahr wäre?"

"Hat sie dir gegenüber so etwas denn erwähnt?" fragte Tèa erstaunt.

Sie hatte ja recht, es war wirklich nicht Gills Art, sich nach nur fünf Wochen einfach so zu verloben.

"Nein, hat sie nicht. Allerdings weiß ich auch, dass sie diesen Typen wirklich kennen gelernt hat."

"Und?"

"Nun ja, ich mein ja nur...also wenn doch...dann..."

Tèa blickte mich verwundert an. "Mein Gott Honey, das ist doch jetzt nicht dein Ernst oder? Ruf sie doch einfach an und frag sie, damit hast du doch sonst auch keine Probleme."

Tèa war schon eine klasse Frau, dass musste ich zugeben. Nicht viele andere Ehefrauen würden eine so enges und tiefgehende Freundschaft ihres Ehemannes mit einer anderen einfach so akzeptieren. Doch Tèa tat das, vielleicht auch darum, weil sie wusste, dass dies alles unsere Ehe niemals gefährden konnte.

"Tèa, ich hab ja versucht sie anzurufen, doch ich krieg sie einfach nicht ans Telefon." Etwas leiser fügte ich hinzu: "seit genau fünf Wochen, um genau zu sein."

Tèa dachte einen Augenblick nach, dann sagte sie energisch: "Honey, ich weiß was du machen solltest. Fahr zu ihr. Rede mit ihr. Frag sie direkt was an diesen Gerüchten dran ist. Ich fahre doch morgen sowieso zu meiner Mom und West und Miller nehm ich eben mit. Dann kannst du nach London fliegen. Ihr solltet das klären. Es ist ja nicht mit anzusehen, dass du hier wie ein Häufchen Elend rumhängst. Komm schon Schatz, gib dir einen Ruck. Du kannst doch sowieso nicht klar denken, bevor du es nicht sicher weißt."

Liebevoll blickte ich Tèa an. "Wieso bist du nur so eine tolle Frau, mein Schatz?"

"Das ist nicht schwer bei einem Mann wie dir, Honey" meinte Tèa lächelnd.

Am nächsten Tag saß ich im Flugzeug auf dem Weg nach London. Eigentlich kam ich mir mehr als nur dumm vor, einfach bei Gill aufzukreuzen, ohne ihr vorher Bescheid zu geben. Andererseits, wie hätte ich das machen sollen, wenn ich sie nicht erreicht habe.

Nachdem ich in London angekommen war, hatte ich beschlossen, mir zuerst einmal ein Hotelzimmer zu suchen und Gill erst nach der Vorstellung im Theater gegenüber zu treten.

In meinem Bauch tanzten hunderte von Schmetterlingen, ich freute mich wirklich sehr, sie endlich wieder zu sehen. Es war nun schon einige Monate her, seit wir uns Lebewohl gesagt hatten und wenn ich darüber nachdachte, wurde mir klar, dass dies überhaupt die längste Zeit ohne dem anderen gewesen war, seit ich Gill zum ersten Mal gesehen hatte. Nicht einmal, als ich in der achten Staffel ausgestiegen war, war die Zeitspanne so groß gewesen, schließlich haben wir uns dennoch fast jede Woche gesehen. Allein schon wegen Piper wäre das anders gar nicht möglich gewesen. Ich kannte die Kleine seit ihrer Geburt und im gewissen Sinne war ich sicherlich für sie so etwas wie die Vaterfigur in ihrem Leben. Klar, Clyde kümmerte sich um sie, doch ich konnte mit Sicherheit sagen, dass ich Piper näher stand als er.

Seit Gill mit ihr nach London gegangen war vermisste ich die Kleine, fast eben so sehr wie Gill selber.

Am gleichen Abend stellte ich fest, dass das Theater trotz der schlechten Kritiken fast völlig ausgebucht war. Ich bekam noch eine Karte in der zehnten Reihe und so war es mir möglich, Gill auf der Bühne zu betrachten, ohne das sie mich gesehen hätte.

Ich war hingerissen von ihrer Vorstellung und konnte bei weitem den Kritikern nicht zustimmen. Gill war gut, verdammt gut sogar. Ich stand in der Pause nicht auf, sondern blieb in Gedanken an unsere gemeinsame Zeit am Akte X Set auf meinem Platz sitzen. Vor meinem Auge spielten sich immer und immer wieder die selben Szenen ab: Gill als Scully, Gill als Scully, die um Mulder besorgt war, Gill wenn sie einen ihrer Späßchen mir mir trieb, Gill, die mich umarmte um mir zu zeigen, wie wichtig ich ihr war, Gill wie sie mich küsst, Gill...

Nach dem Ende der Vorstellung wagte ich mich also in die Höhle des Löwen. Es war leichter in ihre Gardarobe vorzudringen, als ich gedacht hatte. Ich klopfte und trat unaufgefordert ein. Erst später wurde mir klar, dass ich hätte anklopfen sollen.

Ich öffnete die Türe und fand Gill in der Umarmung eines schwarzhaarigen Mannes.

"Entschuldigung, ich.. ich wollte nicht...ich.."

In Gills Augen trat ein warmer Glanz als sie sah, wer da so vor sich hinstotterte.

"Dave! Oh mein Gott, Dave, du hier?" Ich konnte die Freude über meinem Besuch in ihrem Gesicht lesen.

Sie machte sich aus dieser Umarmung los und kam auf mich zu. Dann fiel sie mir um den Hals und für einen Augenblick lang war meine Welt wieder in Ordnung. Doch nur so lange, bis ich mich wieder an diesen Typen hinter ihr erinnerte. Ich stieß sie leicht von mir weg, und obwohl ich nichts anderes tun wollte, als sie fest zu halten und sie an mich zu drücken, schien mir dies nicht eben der richtige Zeitpunkt zu sein.

"Gill, ich wollte nicht stören, ich kann auch später wieder kommen."

"Ach Dave, nichts da. Ich lass dich doch nicht gleich wieder gehen, wenn du schon einmal hier bist." Dann drehte sie sich um und meinte: "Julian, das hier ist David. Dave, Julian."

Ich musste nun wirklich diesem Typ die Hand schütteln und ich verspürte wieder dieses ungute Gefühl in mir drinnen. Ich hätte in diesem Augenblick gehen und wieder nach L.A. fliegen können, denn ich kannte Gill gut genug um zu wissen, dass das Gerücht in der Zeitung nicht nur ein Gerücht war, sondern die Wahrheit. Doch so sehr ich es auch wollte, ich konnte nicht einfach wieder verschwinden.

Gill machte es mir auch nicht gerade einfacher. Nachdem ich notgedrungen eine Höflichkeitsfloskeln mit diesem Julian ausgetauscht hatte, regelte Gill die Situation, in dem sie Julian erklärte, wie glücklich sie sei, mich hier zu haben und sie würde ihn anrufen, woraufhin er sich verabschiedete.

Ich hätte glücklich sein sollen, doch das was ich fühlte, war alles andere als Glück. In mir stieg so etwas wie Panik auf und anstatt froh zu sein, Gill endlich wieder zu sehen, griff ich sie sofort an.

"Du hast dich also verliebt und willst heiraten? Nach nur fünf Wochen hast du wirklich vor, diesen Typ zu heiraten. Mein Gott Gill, hast du denn gar nichts gelernt? Wie kannst du nur so dumm sein? Der Kerl ist nichts für dich und abgesehen davon, was hast du dir eigentlich dabei gedacht, dich nicht mehr bei mir zu melden? Was für ein Spiel ist das hier? Ich bin verliebt also brauch ich David nicht mehr oder wie? Ach Gill, ich hätte dir eigentlich mehr Verstand zugetraut. Wärst du ein Mann würd ich dich fragen, wann du angefangen hast mit dem Schwanz zu denken. Nur weil der Typ vielleicht gut im Bett sein mag, was ich allerdings bezweifle, musst du dich doch nicht wie ein verliebtes Gör benehmen."

Gill war bei meinem Ausbruch abwechselnd rot und weiß geworden. Nun glitzerten ihre Augen, jedoch nicht vor Freunde, sondern vor Wut.

"David! Nun mach aber mal halblang, ja! Wer gibt dir das Recht hier den Moralapostel zu spielen? Was geht es dich an in wen und wann ich mich verliebe oder ob ich gedenke zu heiraten oder nicht? Ich dachte du bist mein Freund, doch das hier...das was du gerade gesagt hast, das ist unter aller Kritik. Ich hab mich gefreut dich hier zu sehen, doch nun glaube ich fast es wäre besser, wenn du wieder verschwinden würdest!"

"Ich soll verschwinden? Das kannst du haben, Süße! Aber vorher hab ich noch etwas für dich." Mit diesen Worten ging ich auf Gill zu, drückte sie hart an die Wand und presste meinen Mund auf ihre Lippen.

Gill war wohl viel zu verdutzt um im ersten Moment richtig zu reagieren. Sie öffnete ihren Mund und für einen kurzen Augenblick berührten sich unsere Zungen. Doch sie kam sehr schnell zur Vernunft und stieß mich mit aller Kraft von sich.

"David, was verdammt noch mal soll das hier eigentlich? Du bist der, der hier verrückt spielt. Und nun verschwinde, ich will dich nie wieder sehen."

Ich hatte mich in der Zwischenzeit wieder gefangen und wusste, Gill hatte recht. Mit hängendem Kopf ging ich zur Tür.

"Ich mag den Verstand verloren haben Gill, aber du genauso. Ich habe hier heute einen Fehler gemacht, aber ich werde mich nicht dafür entschuldigen, denn du bist die, die alles zerstört. Denk darüber nach."

Doch Gill wollte nicht nachdenken, konnte es in diesem Augenblick auch nicht. Sie griff nach dem erstbesten Gegenstand auf ihrem Schminktisch, einer Vase, und schleuderte sie mir an den Kopf. Die Vase zersprang in 1000 Teile und ich fühlte, wie mir das Blut aus der Schläfe rann.

"Toll, Gill. Danke. Genau das hab ich gebraucht. Genau darum bin ich hierher gekommen." Mit diesem Worten öffnete ich die Tür und ging.

Nachdem ich einige Zeit durch die Straßen Londons geirrt war, begriff ich, dass die Wunde an meinem Kopf doch tiefer war als angenommen und so blieb mir nichts anderes über als in ein Hospital zu gehen, um den Schnitt nähen zu lassen.

Ich glaube sagen zu können, dass ich bis zum nächsten Morgen nicht fähig gewesen bin, einen klaren Gedanken zu fassen. Erst am nächsten Tag war ich wieder in der Lage, mich halbwegs mit den Geschehnissen des vergangenen Abends auseinander zu setzen.

Gill hatte im Grund völlig recht gehabt, mich rauszuwerfen, ich hatte mich benommen wie ein Idiot. Doch viel schlimmer noch empfand ich die Tatsache, dass ich endlich kapiert hatte, dass Gill mir mehr bedeutete, als ich mir all die Jahre über eingestehen hatte wollen. Ich liebte diese Frau nicht nur, ich wollte sie auch mit keinem anderen Mann teilen. Noch während ich darüber nachdachte, ob ich sie anrufen und mich entschuldigen sollte, klingelte mein Handy. Es war Gill.

"Dave, ich...also, es tut mir leid, dass ich die Vase nach dir geworfen habe und ich wollte mich auch gar nicht mit dir streiten. Ich war einen Moment lang so glücklich dich zu sehen, und dann hab ich mich so über deine Standpauke geärgert, dass ich für einen Moment lang den Überblick zur Realität verloren hatte. Du hättest mich nie küssen dürfen Dave, aber trotzdem gibt mir das nicht das Recht, etwas nach dir zu werfen. Das tut mir leid."

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Gill rief mich an, aber sie entschuldigte sich nicht dafür, dass sie sich nicht bei mir gemeldet hatte, und sie sagte auch nicht, dass die Gerüchte nur Gerüchte waren. Nein, ihr tat es nur leid, dass sie diese verdammte Vase nach mir geworfen hatte.

"Gill, ich glaube, ich hatte es verdient. Ich hab mich benommen wie ein Idiot."

"Ja Dave, das hast du."

"Dann hast du also wirklich vor, diesen Typ zu heiraten, einfach so."

Ich konnte richtig sehen, wie Gill die Augen schloss und einen Moment nach den richtigen Worten suchte. "Dave, ich habe vor diesen Typen, wie du ihn nennst, nächstes Jahr im August zu heiraten, ja. Und sein Name ist Julian Dave."

Ich hatte es gewusst, noch bevor sie es gesagt hatte. Dennoch tat es mir unheimlich weh, es aus ihrem Mund zu hören. Ich wollte nicht, dass sie diesen Julian heiratet, ich wollte, sie wäre wieder in L.A. bei mir und alles wäre noch so wie früher.

"Ist das dein letztes Wort zu dieser Sache, Gill?"

"Ja Dave, das ist es. Du kannst es akzeptieren oder es lassen, nur ändern kannst du es nicht."

"Gill, du weißt, dass ich dich liebe, das weißt du doch. Wie kannst du also...?"

"Verdammt Dave, du liebst mich NICHT! Du sagt, du tust es, aber es stimmt nicht. Was du liebst ist die Vorstellung, dass alles so bleibt wie es immer gewesen ist. Du bist schließlich auch verheiratet und soviel du selbst sagst, liebst du Tèa auch. Warum sollte ich also nicht heiraten? Du klammerst dich an die Vorstellung, dass - wenn mein Gastspiel hier vorbei ist - ich wieder nach L.A. zurückkomme und wir unser altes Leben so weiterführen wie es in den letzten Jahren gewesen ist. Doch das werde ich nicht tun. Ich werde hierbleiben, Julian heiraten und wenn Gott will, dann werden wir auch Kinder haben. Du liebst die Vergangenheit, doch die Zukunft ist eine andere."

Seit Gillian angefangen hatte zu sprechen, liefen mir die Tränen über die Wangen.

"Gill, ich hab nur eine einzige Frage an dich: Liebst du diesen...Julian?"

"Ich denke, das tue ich, ja." Es war, als hätte sie mir gerade ein Messer durchs Herz gejagt. "Und mich? Ich dachte immer, du liebst mich, Gill."

"Ich liebe dich auch Dave, auf eine ganz besondere Art und Weise. Doch du selbst hast immer gesagt, wir würden nicht dazu geschaffen sein, das Leben gemeinsam zu verbringen. Ich habe es einfach satt zu warten, dass irgendetwas passiert, dass deine Einstellung zu diesem Thema ändert. Ich will nicht den Rest meines Lebens nur eine Nebenrolle in deinem Leben spielen dürfen. Du hast deine Wahl vor langer Zeit getroffen, bist verheiratet und hast noch dazu mit Tèa einen wahren Glücksgriff gemacht. Ihr habt zwei liebe Kinder und du wirst lernen müssen zu akzeptieren, dass das alles ist, was du in deinem Leben haben kannst, so wie ich gelernt habe, das es sinnlos ist, einem Traum hinterher zu jagen, einem Traum, der sich nicht erfüllen kann."

"Wenn das der Grund ist, warum du diesen Typ, Sorry, diesen Julian heiraten willst, Gill, dann ist das der falsche Grund, und das weißt du auch."

"Zumindest ist es ein Grund, Dave und es ist besser, du gewöhnst dich an den Gedanken."

"Das kann ich nicht, Gill, und das werde ich auch nicht!"

"Dann kann ich dir auch nicht helfen, Dave, sondern dir nur viel Glück für deine Zukunft wünschen. Wenn du irgendwann bereit bist, das zu akzeptieren, dann kannst du dich ja melden. Sonst ist es besser, du lässt es."

Gill hatte aufgelegt, einfach so.

Ich hatte immer gedacht, es wäre nicht möglich, dass irgendein Mensch mich jemals so verletzten könnte. Doch Gill hatte es geschafft!

Ich bin am nächsten Tag wieder zurück nach L.A. geflogen und Tèa und die Kinder hatten es sicher nicht einfach mit mir. Dieses Weihnachten war für mich nicht das, was es hätte sein sollen. Ich hab mich für alle Geschenke bedankt, doch im Grunde meines Herzens hatte ich nur einen Weihnachtswunsch gehabt: Gillian sollte zu mir zurückkehren.

Vier Monate später:

Tèa hatte alles versucht um mir über diese Zeit hinweg zu helfen. Doch sie konnte nicht umhin mir zu sagen, dass sie Gill recht gab bei dem was sie tat. Tèa war wirklich eine der wunderbarsten und einfühlsamsten Menschen die mir jemals begegnet waren. Ich weiß nicht, was ich in dieser Zeit ohne sie gemacht hätte.

Sie hatte versucht mir begreiflich zu machen, dass ICH es war, der seine Einstellung überdenken musste. Gill hatte recht gehabt, ich hatte meine Entscheidung vor langer Zeit getroffen und war mir auch immer sicher gewesen, dass diese Entscheidung auch die richtige war. Ich liebte Tea, egal wie sehr ich mich nach Gill sehnte, und ich hätte niemals meine Ehe aufs Spiel gesetzt um beide besitzen zu können. Tèa machte mir klar, dass Gill einfach nicht mehr nur ein kleiner Teil meines Lebens sein wollte und das ich auch gar kein Recht dazu hatte, dies von ihr zu verlangen. Ich bewunderte meine Frau, die mir mit ihrer Güte und ihrem Verständnis soviel Rückhalt gab, bis ich nun schließlich eingesehen hatte, was ich falsch gemacht hatte: Ich hatte mir eingeredet, Gill und ich könnten kein Leben miteinander führen, weil ich zu sehr Angst bei der Vorstellung hatte, dass sie mich eines Tages einfach verlassen oder schlimmer noch, mich einfach nicht mehr lieben könnte. Doch genau dies war passiert. Ich hatte vor Jahren die falsche Entscheidung getroffen. Ich hätte Gill den Heiratsantrag machen sollen, nicht Tèa. Und es war Tèa gewesen, die mir dies verständlich machte.

Gill war immer noch in England, und immer wieder tauchten Berichte über sie und diesen Julian in den Zeitungen auf. Sie sah gut aus und jedes Mal, wenn ich ihr Bild sah, wurde mir schmerzlich bewusst, wie sehr ich sie vermisste.

Doch heute war der Tag gekommen, an dem ich sie Wiedersehen würde. Chris hatte uns um ein Treffen gebeten, da er nun endlich ein Drehbuch für den zweiten Akte X Film hatte und mit Gill und mir wegen der Einzelheiten sprechen wollte. Von Chris wusste ich auch, dass Gill heute da sein würde und ich konnte meine Gefühle, die ich auf dem Weg zu Chris Haus hatte, nicht beschreiben.

Dort angekommen, war Gill bereits da. Als ich eintrat kam sie auf mich zu und umarmte mich herzlich. Sie hatte Klasse, hatte sie schon immer gehabt und sie war noch schöner, als ich sie in Erinnerung hatte.

Wir waren über vier Stunden bei Chris und unsere Unterhaltung drehte sich nur um den Film. Gill hatte mich nur anfangs gefragt, wie es Tèa und den Kindern gehen würde, und ich hatte geantwortet, ihnen geht es gut. Ich wollte sie nicht fragen wie es ihr mit diesem Julian ging, wollte es gar nicht wissen.

Als die Unterredung vorbei war, verabschiedeten Gill und ich uns von Chris und gingen zum Auto. Zuerst sagte keiner von uns ein Wort. Doch dann dachte ich, ich konnte sie doch nicht so einfach wieder verschwinden lassen, ohne wenigstens....

"Gill, was ist? Hast du Zeit mit mir noch irgendwo einen Kaffee zu trinken? Oder sollte ich besser fragen, hast du überhaupt Lust dazu?"

Gill lächelte mich an. "Ja gerne, Dave."

Wir sind dann in Tommys Bistro gefahren. Zuerst hat sie mir von Piper erzählt und welche Fortschritte sie in der Schule mache, dann vom Theater. Irgendwann hielt ich es nicht mehr auch und fragte sie direkt:

"Bist du glücklich Gill, ich mein, so richtig glücklich?"

Einen Moment veränderte sich der Ausdruck in ihrem Gesicht, dann aber blickte sie mir direkt in die Augen.

"Jetzt ja, Dave. Aber es war kein leichter Weg um hierher zu kommen. Ich hab einige beschissene Wochen hinter mir."

Das ließ mich aufhorchen. "Willst du mir sagen, was passiert ist?"

"Nein, eigentlich nicht, Dave. Es reicht, wenn du weißt, dass es keine leichte Zeit gewesen ist. Doch jetzt geht's mir wieder gut. Das liegt vor allem daran, dass ich dich wieder gesehen habe. Ich habe dich vermisst, trotz allem, was passiert ist."

"Ich habe dich auch vermisst, Gill. Mehr als du ahnst! Doch ich habe auch was gelernt aus dem Dilemma in London."

Gill lachte auf. Ja, so kannte ich meine Gill. "Ach und was, Dave? Das es ratsam ist, wütenden Frauen mit Vasen aus dem Weg zu gehen?"

"Ja das, und...und...ich habe eingesehen, dass ich damals einen Fehler gemacht habe, Tèa zu heiraten und nicht dich. Ich hatte so verdammte Angst davor, dass du mich dann eines Tages verlassen könntest, dass ich..."

"Dave, nicht, bitte! Reiß keine alten Wunden auf. Das ist Vergangenheit und vielleicht schaffen wir es irgendwann wieder, richtige Freunde zu sein."

Ich blickte Gill verwundert an. "Wieder Freunde sein? Gill, du warst die ganze Zeit über meine Freundin, daran hat sich doch nichts geändert, nur weil ich mich wie ein Idiot aufgeführt habe. Doch vielleicht hast du recht. Wenn in einem Monat die Dreharbeiten für den Film beginnen, dann sehen wir uns ja wieder jeden Tag und in gewisser Weise wird alles wieder so sein, wie es immer gewesen ist...."

Zwei Monate später

Die Sonne brannte heiß in meinem Trailer und ich versuchte, mich auf die kommende Szene mit Robert vorzubereiten. Doch da ich mich einfach nicht konzentrieren konnte, stand ich auf um mir vom Kaffeestand etwas Eistee zu holen. Als ich meinen Trailer verließ, sah ich Tèa aus dem von Gillian kommen.

Als sie mich erblickte, kam sie auf mich zu, gab mir einen Kuss und meinte, wir müssten reden.

Ich war verwundert, denn obwohl Tèa und Gill sich immer gut verstanden hatten, wäre es logischer gewesen, wenn Tea zuerst zu mir gekommen wäre, schließlich war ich ihr Mann.

Doch das was nun folgte, darauf war ich in keinster Weise vorbereitet gewesen. Tèa war zu Gillian gegangen, weil sie endlich Klarheit haben wollte, Klarheit über Gills Gefühle für mich. Ich weiß nicht, wie ich es nun in der richtigen Reihenfolge erzählen soll, doch eigentlich war es ganz einfach. Tèa und ich hatten schon vor Jahren ein Abkommen getroffen, dass, wenn einer von uns sich jemals in jemand anderen verlieben sollte, wir unsere Ehe mit Anstand und Würde beenden würden. Tèa hat diesen Jemand kennen gelernt, doch sie wäre nicht Tea, wenn ihre Sorge nicht auch mir gegolten hätte. So ist sie zu Gill gegangen und wollte wissen, ob sie mich immer noch lieben würde, lieben könnte, nach allem was ich getan hatte. Mir ist in dem Monat, seit Beginn der Dreharbeiten, aufgefallen, dass dieser Julian niemals hier aufgetaucht war, doch ich hatte auch nicht nach ihm gefragt, denn irgendwie war er immer noch der Mensch, den ich für den Bruch zwischen Gill und mir verantwortlich machen wollte. Gill hatte Tèa gesagt, dass sie schon seit Monaten nicht mehr zusammen waren und dass sie mich immer noch lieben würde. Genau das hatte Tèa gehofft zu hören und nachdem sie mir das gesagt hatte, stand sie auf, gab mir einen Kuss und sagte: "Nun liegt es an dir, Honey, das zu tun was richtig ist. Geh und sag ihr, wie sehr du sie liebst. Ich wünsch dir viel Glück!"

Ich ging sofort rüber zu Gill und als ich eintrat und sie mir in die Augen sah, da wusste sie, dass ich bereits mit Tèa gesprochen hatte.

"Warum hast du`s mir nicht gesagt, Gill?" Ich blieb dicht vor ihr stehen.

"Weil...Dave, ich kam mir so dumm vor, so unendlich dumm. Du hattest recht gehabt. Ich wollte Julian aus den falschen Gründen heiraten, wollte es endlich schaffen, von dir loszukommen. Er hat mich fasziniert, hat mich angebetet, doch im Grunde meines Herzens wollte ich eigentlich nur, dass du mich anbeten würdest, dass du neben mir liegen würdest. Ich hab eingesehen, dass ich dabei bin, einen Fehler zu machen also hab ich die Geschichte beendet. Dann war ich wieder da und du...du.."

Gill, verdammt, ich liebe dich und ich bete dich an! Ich tu das schon seit Jahren, nur war ich zu dumm es mir einzugestehen. Es hat so weh getan, als du mir in London sagtest, ich solle verschwinden wo ich doch nichts anderes wollte, als dich in dem Arm zu nehmen und festzuhalten. Tèa meinte, ich soll dir sagen, was ich empfinde und sie sagte, ich sollte es richtig machen. Also Gill: Tèa und ich, wir werden uns trennen und wenn du danach immer noch bereit bist, mit dem größten Idioten des ganzen Sets zusammen zu sein, dann würde dieser Idiot der glücklichste Mensch des ganzen Universums sein."

Gill stieß einen leisen Schrei der Erleichterung aus und fiel in meine Arme.

"Ich liebe dich auch, Dave, ah Gott, ich liebe dich so sehr. Ja, ich nehme ihn, diesen Idioten von dem du sprichst, weil ein Leben ohne ihn für mich nur ein halbes Leben ist."

Dann beugte sie sich nach oben und wir küssten uns. So standen wir lange tief umschlungen da, bis schließlich Chris die Tür des Trailers aufstieß, um festzustellen, warum seine beiden Hauptdarsteller nicht dort waren, wo sie hätten sein sollen.

"Ähm...ich bitte vielmals um Entschuldigung, wenn ich die Turteltauben störe, aber da draußen wartet Arbeit auf euch. Küssen könnt ihr euch auch später."

Als wir lachend hinter Chris den Trailer verließen, musste ich lächeln, denn mit wurde klar, dass so mein Weihnachtswunsch also doch noch in Erfüllung gegangen war....

ENDE