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the secret path to follow
Die alte Leier... they belong to themselves... bis auf vielleicht Lucy. Außerdem sind wir zwei doch viel hübscher als Chris, oder Lala? (sag jetzt nichts Falsches) J
dgs
NC 17
existence
Die letzte Epi, die letzte Chance?
Tja, was soll ich schon groß sagen? Wir hatten lange Weile, also wird einfach ne Story geschrieben. Wir haben auch nix gegen Teá oder so. Lala, hilf mir hier raus... (!)
Na immer doch! mysty_msr@lycos.de


the secret path to follow




Scully steht wie gebannt vor ihrem Partner. Sie kann sich nicht bewegen, all ihre Muskeln scheinen wie gelähmt. Mit langsamen und vorsichtigen Schritten kommt Mulder immer weiter auf sie zu. Seine Hand streicht zart über ihr Gesicht und bringt dabei eine, ihr ins Gesicht gefallene Haarsträne wieder an ihrem richtigen Platz.
Scully zittert etwas, obwohl sie sich in Mulders Gegenwart sehr wohl fühlt.
Es scheint, als wüsste er nicht wo er seine Hände hintun soll und er legt sie verkrampft auf ihre Schultern. Ihre Gesichter nähern sich ... dann halten sie an ...


"...Cut, Cut, Cut! Was sollte das denn jetzt? Könnte mir mal irgendjemand sagen was hier los ist?" Chris Carter, der sich verantwortlich gemacht hat, für die letzte Folge in der David Duchovny und Gillian Anderson zusammenspielen, Regie zu führen, stand fassungslos neben der Kamera. Rob Bowman sah von seinem Stuhl auf zu Chris und zuckte die Schultern.
Was war nur los mit den beiden Hauptdarstellern? Die letzte gemeinsame Folge sollte ein Erfolg und kein Flop werden. In ihr sollten sich all die Jahre, die sie zusammengearbeitet haben wiederspiegeln und zeigen, das sie ein perfektes Team geworden waren ... und jetzt? Seit Tagen herrschte eine seltsame Spannung am Set, die wie von David, so auch von Gillian aus ging.
"Gillian, du sollst nicht beängstigt und verschreckt gucken, sondern nur erwartungsvoll und aufgeschlossen für das, was auf dich zukommt und David ...du bist der totale Eisklotz. Was sollte denn das mit den Händen auf ihren Schultern? ...Langsam drehe ich durch. Ihr spielt unerfahrener, als in der ersten Folge!" Chris ließ sich auf seinen Regisseur- Stuhl fallen und wendete sich zu Rob.

Gillian und David standen sich derweil noch an der selben Stelle gegenüber und schwiegen sich an. Keiner von beiden hatte Lust, sich mit Chris oder Rob anzulegen um sich zu verteidigen. Sie wirkten verkrampft und ernst, was sonst selten der Fall war. Ihre Blicke schweiften durch die Räume. Mieden sich gegenseitig. Waren ausdruckslos, leer.

"Es hat keinen Zweck Chris. Zumindest nicht heute. Das war jetzt der neunzehnte Versuch. Neunzehn... lass dir das mal auf der Zunge zergehen.
Meinst du es ist wegen ihr?" Rob blickte schräg hinter sich, wo eine blonde kurzhaarige Frau saß.
"Du meinst Tea?" Chris sah zu Dave und Gillian. "Du weißt, das Tea und Gil wie Feuer und Wasser sind!? Sie mögen sich nicht sonderlich, um es mal milde auszudrücken." Erklärte Rob und grinste hämisch.

"Können wir nicht eine andere Szene zuerst drehen? Ich kann das nicht."
Meldete sich David nun und schritt aus dem Scheinwerferlicht. Chris sah ihn an. Es stecke etwas Sorge in seinem Blick, doch dann nickte er
"Alles bereit machen für die dreizehnte Szene ..." Rief er in den Raum und Hektik machte sich augenblicklich breit.
David ging zu Tea. Sie versuchte ihn zu besänftigen. ‚Er solle sich doch nicht aufregen, es sei schließlich die letzte Folge, bald hätte er es hinter sich und auch Gillian' Dann sagte sie wieder irgendetwas davon, dass das sowieso ein komisches Ende sei und das Chris den Kuss doch weglassen könnte.
David hörte ihr gar nicht zu. Er dachte nach. Die letzte Folge an diesem Set, mit diesen Menschen, mit Gillian, seiner kleinen verrückten Gillian.
Er sah zu ihr. Sie stand in Mitten des Chaos. Alle liefen um sie herum, doch sie rührte sich nicht. Sie war abwesend, nicht an Ort und Stelle. Wo war die verrückte, lustige Person nur, die einem immer ein Lächeln aufs Gesicht zauberte, ob man wollte oder nicht?
Sie regte sich und erkannte endlich, das sie im Weg stand. Ihre Blicke trafen Davids. Für einen kurzen Moment gehörten sie sich und alles andere war nebensächlich, bis Tea David anstupste "Hörst du mir überhaupt zu?"
Er sah sie an "Natürlich ..." sagte er >nicht!< dachte er.
Er sah noch mal kurz rüber in das Chaos, doch Gillian war nirgendwo zu sehen.
Widerwillens drehte er sich zu seiner Frau und lauschte ihren Worten.

Gillian ging an die frische Luft. Sie musste mal richtig durchatmen. Diese Luft und diese Leute in den Räumen konnte sie einfach nicht mehr ertragen. Alles fing vor einer Woche an, als sie anfingen, die letzte Folge der achten Staffel und damit auch die letzte Folge mit David, zu drehen.
Das erste was ihr nicht passte war, dass David seine Frau mitgebracht hatte, mit der sie wirklich nicht sonderlich gut zurecht kommt und dann war da noch die Tatsache, das Davids Verhalten unerträglich war. Klar freute er sich auf seine neue Zeit, frei von X-Akten und dergleichen, aber musste er das so ... seltsam zur Show stellen?
Heute hatte das ganze Szenario wohl seinen Höhepunkt erreicht.
>Schlimmer kann es doch gar nicht werden< dachte Gillian und setzte sich auf eine Bank, die unter einem geschmückten Baum stand. Heute hatte sie nicht ein Wort mit David gewechselt. Sie sah sich um. Sie schlang ihre Arme um sich, um sich vor der kühlen Brise zu schützen, die nur sie zu umgeben schien.

Als es ihr dann zu viel wurde stand sie wieder auf, um sich in ihren Trailer zu begeben. Für heute hatte sie gestrichen die Nase voll. Wenn Dave meinte, er müsse hier den Helden von Welt spielen, bitte schön. Soll er doch. Ein Blick auf ihre Armbanduhr verriet ihr, dass es noch drei Stunden bis Drehschluss waren. Ein heftiges Klopfen an ihrer Tür lies sie zusammenschrecken. > Hoffentlich ist es nicht David!< "Gill, ich bin's. Bist du da drin?" Erleichtert erkannte sie Chis´ Stimme. "Komm rein." antwortete sie knapp. Mitten in ihrem Trailer fiel Chris erst auf, dass sie umgeräumt haben musste. Soweit dies hier überhaupt möglich war. Dann erinnerte er sich wieder, weswegen er überhaupt hier war. "Gill, du wirst jetzt nichts von mir hören! Ihr seid zwei erwachsene Menschen, und jeder ist für seine Handlungen selbst zuständig. Und ich habe keine Lust deine Mom nachzumachen, aber reißt euch verdammt noch mal zusammen! Ist das denn so schwer?" Gillian setze sich. Er fuhr fort. "Und jetzt fange ich doch an einen Vortrag zu halten." seine Stimme war nun leiser. Chris setzte sich ihr gegenüber. "Weswegen ich hier bin, ich hab mit Rob die Szene umgeschrieben. Der Kleine wird mit eingebaut. Hoffentlich kriegt ihr es dann auf die Reihe! Wenn nicht, dann mach ich mein Versprechen endgültig wahr!" Gillian musste lächeln. >Versprechen... sicher doch!< Seit sie denken kann, kam Chris in jeder noch so kleinen Schwierigkeit mit seinem Versprechen an, sich den Strick zu nehmen. Glücklicherweise lebte er ja noch, doch jetzt war es mal wieder so weit. "Ich mein es ernst, Gill!" versuchte er gespielt beleidigt rüberzubringen. "Chris, find dich damit ab, ich bin der Schauspieler, nicht du. Selbst wenn das nächste Erdbeben eine Spalte in dein Studio setzt, die bis in die Hölle reicht, schaffst du es noch eine brauchbare Folge zu liefern, mit der man die FOX Bosse begeistern kann!" "Höre ich da ein Hang zur Übertreibung heraus?" sie lachten beide "Hier ist die Szene." Und schon konnte Gillian Chris ihren Trailer verlassen sehen. Was er zurückließ war das Skript vor ihr auf dem Tisch.

Einen Studiohof und unzählige Kulissen weiter traf Chris dann endlich auf David und Tea. "Dave, ich hab dich schon überall gesucht." Glücklich eine Ablenkung von Tea zu haben, drehte sich David gespannt zu seinem langjährigen Freund und Chef um. "Es geht noch mal um diese Szene, wir..." "Oh, was für ein Zufall!" trällerte Tea dazwischen "Davon haben wir nämlich auch grad gesprochen, stimmt's Schatz?" David lächelte abwechselnd zu seiner Frau und Chris. "Wir finden nämlich beide, dass man diese Szene am besten streichen sollte. Sie ist doch eher unwichtig für die Serie. Stattdessen könnte man doch versuchen zu zeigen, wie sich diese Scully da, und er hier im Streit trennen. Sozusagen als Schlüssel zur nächsten Staffel, wo er ja eh nicht mehr dabei ist. Somit könnte man auch.." Chris winkte mit der Hand. Kann jemand wirklich so schnell reden? "Dave, kann ich dich mal unter vier Augen sprechen?" Schweigend folgte er ihm in die Kulisse, die Scullys Wohnzimmer mimte.

"Chris, sie hat sich da in etwas hineingesteigert." Versuchte er Tea zu verteidigen. "Dave, hör mir mal zu. Erstens: wie bitte? Meint sie das ernst? Zweitens: ich hab mit Rob die Szene umgeschrieben, wir wollen das Baby mit dabei haben. Somit ist dein Problem mit den Händen gelöst, du wirst ihn von Scully in den Arm gelegt bekommen. Und drittens: wenn du und Gill nicht bald anfangt wie Schauspieler zu handeln, dann... Sieh doch mal, es ist die letzte Folge, ich weiß, dass du nicht mehr Mulder sein willst, aber dieses eine Mal. Ist das denn zu viel verlangt?" Kurz überlegte er, ob er noch die Anspielungen von Rob bezüglich Tea anbringen sollte, verwarf dies aber schnell. David schien schon so genug mit ihr zu tun zu haben. Stattdessen fragte er vorsichtig, ob sie morgen wieder kommen würde. "Nein, morgen fährt sie mit Westy zu ihrer Freundin nach Napa." antwortete dieser darauf. "Hier, das Skript. Wir werden es morgen drehen." entschied Chris sofort. >Vielleicht waren an Robs Bedenken ja doch was dran?!< "In 10 Minuten geht es weiter, halt dich bereit." "Sicher"

7 Minuten später traf Gillian am Set ein. Es wurden zwei Szenen auf einmal gedreht. Patrick hatte eine gemeinsame mit David und Gillian eine mit Gish im Auto. In der Maske, in der David schon saß und sich die Schminktipps seiner Frau an seine Maske Lucy anhören musste, traf Gill mit Patrick gemeinsam ein. David blickte auf und stutzte als er Gillian sah. Sie hatte rote Augenränder. >Hat sie geweint?< schoss es ihm sofort durch den Kopf. >Du Idiot!< tadelte er sich selbst. Unter anderen Umständen wäre er ja zu ihr gegangen, aber jetzt, wo Tea da war? Unmöglich. "Lucy, danke. Ist genug. Ich krieg vor lauter Puder ja gar keine Luft mehr. Geh dich doch bitte um Gill kümmern, ja?" Er warf ihr einen auf Gillian weisenden besorgten blick zu. "Für dich doch alles!" meinte sie knapp. Dann ging sie zu Gillian. Die killenden Blicke, die Tea ihr noch zuwarf hatte sie nicht mehr gesehen.

"Gill, was hast du getan?" "Kommt drauf an wer das wissen will!" Typisch. Eine Gegenfrage. Lucy wusste, was das zu bedeuten hatte. Besser war jetzt nicht weiter nachzuhacken, doch sie wäre nicht Lucy, wenn sie es nicht tun würde. "Dave hat sich glaube ich Sorgen gemacht." "Glaubst du?" Da war es schon wieder. Eine Gegenfrage. "Du siehst doch, dass er mit ihr beschäftigt ist. Wie soll er sich denn da noch auf was anderes konzentrieren?!" >Oh oh. Es ist mal wieder soweit< "Stehst du mal auf? Ich mach dir den Bauch noch rum. Wir werden es schon noch wegtuschieren können." Während der Prozedur schwiegen sie sich nur an. Dann sollte noch etwas Make up aufgelegt werden. "Und ich glaube er hat sich wirklich Sorgen gemacht. Jedenfalls hatte er Zeit dazu als sie mir die ganze Zeit ihre Make up Methoden erklärt hatte, von denen ich eigentlich gar nichts wissen wollte." versuchte Lucy es noch mal. Schließlich hatte sie ein Psychologiestudium angefangen. Doch wie es in LA nun mal ist, ist sie dann doch beim Film gelandet. "Es ist nichts." sagte Gillian nun wieder ruhiger. "Meine Katztenallergie, du weißt schon!"
>Natürlich, weil ja auch so viele Katzen bei dir im Trailer rumlaufen.<

Die Szenen waren schon bald im Kasten. In perfekter Ausführung, zur Zufriedenheit von Chris. "Und aus! Bravo Leute!" schrie Chris der Autoszene von Gillian zu. Schnell verabschiedete sich Gill von den Umherstehenden und machte sich auf den Weg nach Hause. Denn Daves Szene war noch beim taking, und sie hatte nicht sonderlich viel Lust ihm noch über dem Weg zu laufen. Oder vielmehr seiner Frau.

"Ist sie schon weg?" Lucy brauchte sich nicht umzudrehen um ihren Ansprechpartner zu erkennen. Sie säuberte die letzten Pinsel in aller Ruhe weiter. "Ja, vor einer viertel Stunde ungefähr." Stille. "Wieso?" Stille. "Ach, nur so." Dave fühlte sich schlecht. Er vermisste die kleinen Neckereien zwischen ihnen. Die haben aufgehört, als Tea mit ans Set kam. Dave fühlte sich schuldig. "David! Wo bleibst du denn?" schrie sie von irgendwo hinter zig Kulissen. Dave fühlte sich grauenvoll. Er fürchtete, dass es auch morgen nicht wieder beim Alten sein würde, auch, wenn Tea nicht dabei sein würde. Vielleicht könnte er dann ja mal mit ihr reden. Aber was sollte er ihr denn schon groß sagen? "Einen schönen Feierabend noch, Lucy." "Den wünsch ich dir!" Dann hörte sie Schritte, die von ihr aus in Richtung Ausgang schallten. "Wie lange braucht ihr denn noch?"

Tea griff nach Daves Hand und umschloss sie, doch er erwiderte ihre Geste nicht, ließ sich einfach von ihr zu ihrem Auto führen und setzte sich gleich auf den Beifahrersitz.
Er dachte nach. Gott, war er nachdenklich in den letzten Tagen und es schien immer schlimmer zu werden. Er konnte sich vorstellen, wie die Menschen, die um ihn herum lebten sich fühlen mussten.
Tea hielt an einem Stopschild. Das erinnerte ihn unwillkürlich an eine Szene die er mit Gillian gedreht hatte. Die Folge hieß "Energie" und Mulder und Scully hatten sich pausenlos gestritten. Doch er liebte diese Folge. Die gesamte Crew hatte einen Höllenspaß beim Drehen gehabt und Gillian steckte alle immer wieder mit ihren Lachanfällen an. David musste grinsen und konnte sich nur zu gut vorstellen, wie bescheuert das aussehen musste, schließlich war nichts Lustiges um ihn geschehen... es war in ihm geschehen.
Als sie auf der linken Spur auf dem Highway fuhren, fuhr plötzlich ein Auto rechts neben ihnen auf gleicher Höhe. Vier, wie vom Affen gebissene kreischende, Frauen saßen drin und hörten nicht auf zu winken und kurbelten die Scheibe runter. David musste noch mehr grinsen. Er liebte seine Fans, er wusste, das er es ohne sie überhaupt nirgendwo hin geschafft hätte. Tea mochte es nicht, wenn er sich mit seinen Fans unterhielt. "Die geben dir nicht das Geld für deine Auftritte!" Schimpfte sie immer ...sie hatte doch keine Ahnung, dachte David dann immer. Langsam kurbelte er sein Fenster runter und winkte den Frauen. "I love you, too!" Lachte er, als Tea den Hebel für das Fenster von ihrem Sitz aus betätigte und sich die Scheibe wieder schloss.
Er legte seine Finger auf die Scheibe und schenkte den Frauen so noch einen kurzen Moment Aufmerksamkeit. Er hatte Gillian, für ihre Offenheit den Fans gegenüber, immer sehr bewundert. Da war sie. Schon wieder in seinem Kopf. Was tat sie da nur immer wieder? Er sah zu Tea. Ihr Blick war konzentriert auf die Straße gerichtet "Soll ich die Kindersicherung lieber reinmachen, oder verhältst du dich jetzt wie ein Erwachsener?" Sein Blick war leer, als sie ihn ansah, um eine Antwort zu erhalten. Er sagte nichts. Dachte an seine kleine Tochter, die zu Hause schon auf ihn warten würde. Dachte an seine Familie die er bald, bei der Weihnachtsfeier sehen würde. Dachte an Gillian ...

Gillian war bereits an ihrer Wohnung angekommen. Diese Woche war ihre Tochter bei ihr und sie dankte Gott dafür. Sie brauchte jetzt jemanden, der sie ablenkte, von was auch immer. Piper saß mit ihrem Kindermädchen vor dem Fernseher, als sie die Wohnungstür aufschloss.
Selbst Pipers Lieblingsfilm konnte sie jetzt nicht mehr davon aufhalten, ihrer Mutter in die Arme zu laufen. Gillian drehte ihre Tochter in der Luft.
"Danke Libby. Wenn du möchtest, kannst du für heute Feierabend machen ... ich weiß doch, das dein Tony auf dich wartet!" Zwinkerte Gillian Libby zu, welche sich auf die Unterlippe biss, um nicht einen lauten Freudenschrei herauszurufen. Sie hatte Gillian von dem "gutaussehenden Italiener namens Tony" schon tausend Stories erzählt und wie Gillian nun mal ist, freute sie sich so sehr, als sei sie selber diejenige, die verliebt ist.
Nach fünf Minuten war Libby aus der Tür verschwunden.
"Na, sweetheart?! Was machen wir jetzt noch mit dem angebrochenen Abend?" Piper sah ihre Mom an und grinste breit. "Oh, man. Ich will gar nicht wissen, was du schon wieder denkst ... du hast diesen furchtbaren Gesichtsausdruck von mir... gewöhn ihn dir lieber schnell ab, sonst verängstigst du auch noch alle Männer ... obwohl, das ist im Moment gar nicht mal so übel... also warte noch ein paar Jahre, okay?!" Gillian kitzelte Piper so sehr, das sie wie wild schrie und um sich strampelte.
Eine halbe Stunde später hatten sie ihr Schwimmzeug gepackt und waren auf dem Weg zum Schwimmbad.

David trug Westy auf seinem Arm, während Tea wie wild um ihn herumwirbelte und ihre Sachen für ihre Aerobic Stunde zusammensuchte.
"In zwei bis drei Stunden bin ich wieder da, Honey. Dann können wir ja vielleicht noch etwas reden ... du bist so komisch heute..." Mit den Worten verließ sie das Haus. Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, das Westy schon längst im Bett liegen sollte, also brachte er sie in ihr Bettchen und begab sich dann ins Wohnzimmer, um noch ein wenig in der Post rumzustöbern. Er schaltete die Anlage an und lauschte den Worten des Radiosprechers. Noch so ein Typ, der immer versucht krampfhaft lustig zu sein.
Die Post bestand hauptsächlich aus Rechnungen die er nach und nach durch ging. Als er diese Tortur beendet hatte lehnte er sich zurück und ließ seine Blicke durch den hellen Raum schweifen. Über die Bilder an der Wand, die Fenster und die Familienfotos.
Endlich hatte der Moderator im Radio Ruhe gegeben und eine sanfte Melodie erklang. Dave schloss seine Augen und lauschte dem Text ...

>I'd like to see you- thought I'd let you know
I wanna be with you everyday
'cause I got a feeling that's beginning to grow
and there's only one thing I wanna say
I'm ready- to love you
I'm ready- to hold you
I'm ready- to love you
I'm ready- to hold you
Ready as- I'm gonna be
…<
(Bryan Adams)


Der Text traf ihn wie ein Schlag. Warum dachte er schon wieder an Gillian? Was für wirre Dinge tat sein Kopf in letzter Zeit mit ihm?
Er hat ein Kind und ist glücklich verheiratet ... ist er das wirklich?
Diese Frage hatte er sich noch nie gestellt. Er brauchte sie sich nicht zu stellen, denn so wie es war, war es selbstverständlich. Doch wo waren plötzlich all die Unterhaltungen mit Tea hin. Die Zeit, die sie zusammen mit ihrer Tochter verbrachten gab es gar nicht mehr. Die Zärtlichkeiten die sie austauschten ... verschwunden.

Er betrachtete seinen Ehering. Mehr kritisch als alles andere.

>I´m ready - to love you<


Es wollte einfach nicht mehr aus seinem Kopf verschwinden. Also beschloss er für heute mit dem Tag abzuschließen. Tea wollte noch mit ihm reden, fiel es ihm wieder ein. Doch das würde ihr auch noch ein anderes Mal einfallen.

Nach fünf quälenden Minuten im Bett war David davon überzeugt, dass es mit dem Einschlafen um eine schwierige Angelegenheit handelte. Er starrte zum Telefon. Dann stand er auf und nahm den Hörer in die Hand. Er wählte eine ihm wohl bekannte Nummer. Doch am anderen Ende der Leitung nahm keiner ab. Traurig legte er auf.
Und nun war er froh, dass es so gekommen war. Was hatte er sich dabei denn gedacht? Und was hätte er denn überhaupt sagen sollen? "Hi Gill! Ich bin's, ich wollte nur mal anrufen." Eine wirklich beknackte Idee!
Er meinte ein Geräusch aus Westys Zimmer zu hören. Doch als er ihr Zimmer betrat, lag sie immer noch genauso friedlich da, wie er sie hingelegt hatte. Sie sah aus wie ein Engel. Er konnte sich noch an die Zeit zurückerinnern, als er mit Gill damals auf Piper Acht gegeben hat. Gillian war eine frisch gebackene Geschiedene, und war froh, dass sie David hatte, der ihr ein bisschen unter die Arme griff. Manchmal blieb er auch über Nacht bei ihr. Das war aber meistens im Trailer. Zu der Zeit waren sie noch in Vancouver. Ja, die lieben alten Zeiten.

Die Zeit verging, und plötzlich war es fast Mitternacht. Ein Auto parkte auf dem Hof. Und wenig später war Tea im Haus. "Oh Schatz, es tut mir leid, ich hätte nicht so spät kommen sollen. Aber du kennst doch noch Missy, ja? Mit der war ich noch einen Caffee trinken." "Ich dachte, du magst sie nicht?! Letzte Woche hast du sie noch als naive Schnepfe beschimpft." "Da war sie ja auch noch nicht mit Micky zusammen!" "Und wer ist Micky?" "Michael heißt er. Ein Jungresisseur. Es kann doch nicht schaden, einen guten Eindruck zu machen, wer weiß?" Er zwang sich zu einem Lächeln. "Du wolltest noch etwas mit mir besprechen?" Sie hang ihre Jacke auf. "Ach ja. Hätte ich fast vergessen." Sie setzte sich zu ihm auf die Couch. "Was ist los mit dir mein Süßer?" Sie streichelte ihm die Wange. Er fasste nach ihrer Hand, und nahm sie wieder runter. "Ich weiß nicht, was du meinst." "Ist es deine Arbeit? Ist es zu viel für dich? Brauchst du Ruhe?" "Nein." "Oder weil du deine letzte Folge drehst? Ist es das?" "Vielleicht." "Ach Dave. Jetzt fang nicht wieder damit an. Das hatten wir doch ausführlich besprochen." Er rieb sich die Schläfen. "Tea, ich bin müde und muss morgen früh raus. Kommst du mit ins Bett?" "Ich hab zu viel Caffee getrunken." Sie trat zu ihm rüber und gab ihm einen Gute Nacht Kuss. Dann wollte er gehen, doch hielt plötzlich inne. Er musste noch etwas Wichtiges herausfinden. "Tea?" Sie drehte sich fragend um. Und bevor sie einen klaren Gedanken fassen konnte drückte er ihr seine Lippen auf Ihre. Er schloss die Augen und versuchte sich zu konzentrieren. Der Kuss wurde immer stürmischer, bis sie sich ihm entriß." Nein, heute nicht. Schlaf gut, ja?" "Viel Spaß in Napa."

Das lief jetzt schon seit zwei Monaten so. heute nicht, ich hab Kopfschmerzen, lass mich oder ich will jetzt schlafen. Sexentzug war wirklich schwierig für ihn. Aber heute Abend ging es ihm nicht um Sex, sondern ob er noch etwas fühlte, wenn er sie küsste. Und so sehr er sich auch angestrengt hat, er konnte nichts fühlen. Das Erschreckende an der Tatsache war, dass es ihn nicht einmal schockierte. Im Gegenteil, was er tatsächlich fühlte war Gleichgültigkeit.

Am nächsten Morgen stand er leise auf, denn er wollte nicht riskieren Tea zu wecken. Ein weiterer Vortrag über sein Mulder Dasein hätte ihm gerade noch gefehlt. So schlecht war es gar nicht, eine Serienfigur zu spielen. Der Charakter war immer der selbe. Man brauchte sich nicht erst in die Figur hineinzudenken. Von der Crew ganz zu schweigen, sie waren wie eine große Familie. Anfangs hatte es ihn gestört, dass die Fans ihn nur als Mulder sahen, nicht als David. Doch nach der Zeit, hatten sie auch das gelernt. Und somit machte es noch viel mehr Spaß.

Am Set war wie immer schon viel los. Er ging erstmal in seinem Trailer. Das Skript für heute müsste er sich noch einmal kurz durchlesen, dann hätte er es drauf. Das war eine Fähigkeit, um die ihn viele beneideten. Er brauchte nur einen kurzen Blick auf die Zeilen werfen, dann hatte er alles drauf. Das wohl einzige, was ihn aus seiner Fassung bringen konnte, war wenn er Gill lachen hörte. Es brauchte auch nur der Anflug eines Lachers sein, das reichte schon völlig aus. Und er merkte sofort, wenn sie lachen musste.
Dann hörte er Stimmen von draußen. "Gill, du bist spät dran!" Das war Chris, ohne Zweifel. "Sorry, ich musste mich noch um Piper kümmern. Der Babysitter kam heute morgen nicht, da musste ich sie selber zur Schule bringen." "Apropos Piper, wann kommt sie ihren Patenonkel mal wieder besuchen?" "Ich werd sehen, wann wir Zeit haben." Trällerte sie zurück. Dann hörte man noch eine Tür und es war still. Dave lächelte. Wunderbar, sie ist gleich nebenan. Er sah seine Chance.


Es klopfte vier Mal leise an ihrer Tür. "Komm rein Dave!" schrie sie aus einer Ecke. Sie schien wie verwandelt. Er kam auf sie zu. "Wo ist Tea denn?" "Heute hab ich meinen Aufpasser entlassen." Und er drückte ihr ein Küsschen auf die Wange. Das hatte er schon lange nicht mehr getan, früher war es Gang und Gebe. "Suchst du was Bestimmtes?" "Das Drehbuch von heute!" "Oh, das sieht dir wieder einmal ähnlich. Miss Anderson, wie sie leibt und lebt." "Ha ha ha." Wobei sie jedes ha extra betonte. "Ich kann Meins holen." "Nein Danke. Ich bin nicht auf deine Hilfe angewiesen." Meinte sie überspielt. So machten sie noch weiterhin ihre Späße und vergaßen dabei die Zeit. Daran wurden sie erst wieder erinnert, als Chris energisch gegen ihre Tür hämmerte. "Geht das schon wieder los? Ich dachte ihr seid aus dieser Phase endlich raus." Sofort waren die beiden ruhig. "Komm mit." Sagte Dave, und zog sie mit in seinem Trailer, um Gill das Drehbuch zu zeigen. Chris blieb verdutzt zurück. Ja, das war das, was er vermisst hatte. Schon seit einiger Zeit. Und jetzt war es wieder da. So langsam nahm er Bobs Behauptung ernster.

Nach zehn Minuten saßen die beiden in der Maske. "Morgen Lucy" begrüßte Gill ihre Maske. "Hey, du strahlst ja!" Gill lächelte. "Ja, ich hab nachgedacht." "So?" Jetzt stellte Lucy die Gegenfragen. Ein eher ungewöhnlicher Fall für einen äußerst ungewöhnlichen Tag. "Ja, das hab ich." "Und was ist dabei rausgekommen." "Ich hab gewusst, dass du mich das fragst!" "Ach ja? Du hast mich ja auch indirekt darum gebeten." "Spricht da schon wieder der Psychologe aus dir?" "Vielleicht, vielleicht auch nicht. Also?" "Lucy, ich bin eine erwachsene Frau. Und so sollte ich mich auch verhalten." "Tea?" Gill nickte. "Das kann doch nicht so schwer sein!" "Kommt auf die Situation an, meinst du nicht auch?" "Lucy, was soll das denn heißen." "Ich hab doch Augen im Kopf! Fertig!" Und schon war sie verschwunden und lies eine verblüffte Scully zurück.

"From the moment I became pregnant I feared the truth.. about how...and why." Scully war den Tränen nahe. Wieder schaute sie auf das kleine Bündel Mensch auf seinem Arm. Dann blickte sie wieder in Mulders unwiderstehliche Augen. "And I know that you feared it, too." sagte sie dann etwas leiser. Mulder versteifte seinen Blich auf den Kleinen. "I think what we feared were the possibilities" Er schaute sie an. "The truth we both know." Etwas unbeholfen sah Scully zu ihm auf. "Which is what?" fragte sie letztendlich. Seine Lippen kamen immer näher, sie schlossen die Augen.

>Oh Gott, ich muss sterben!< schoss es ihm durch den Kopf.

Ihre Lippen trafen aufeinander.

Das, was er gestern Abend bei Tea so krampfhaft versucht hatte, durchströmte ihn jetzt ohne jegliche Konzentration. Einfach so. Und es fühlte sich erstaunlich gut an. >Ich bin verheiratet! Ich dürfte nicht einmal daran denken!< Er wollte mehr.

Mulder und Scully brachten nun Bewegung in den Kuss. Ganz langsam. Und unendlich zärtlich. Sie hob ihren rechten Arm und fasste seinen linken Arm damit.

Gillian musste sich zusammenreißen. Das, was sie sich gestern geschworen hatte schien nun wieder unmöglich. Vielleicht würde es leichter sein, wenn Tea hier wär. Unter ihren Augen den Ehemann zu küssen würde eventuell einfacher sein, emotionsloser.

Die Kamera schwenkte aus dem Raum. Mulder und Scully - endlich vereint.

Die Crew klatschte vor Begeisterung in die Hände. Bob und Chris schüttelten sich die Hände. Alles war wie immer: perfekt.
Gillian und David standen noch immer dicht an dicht voreinander. Er konnte sie noch schmecken. Doch was war das? Bildete sich tatsächlich eine Träne in ihrem Auge? Sie lies seinen Arm los und trat einen Schritt zurück. "Gill?" Eine Art von Panik machte sich auf ihrem Gesicht breit. Ihre himmelblauen Augen huschten abwechselnd von David zu der Wand hinter ihm, zur Crew und wieder zu David. Sie schüttelte stumm den Kopf und rannte weg. Nur David sah es, all die anderen war zu sehr mit feiern beschäftigt. Fast alle. Lucy kam auf Dave zu und nahm ihr den Kleinen ab. "Geh schon!" Er starrte sie an. "Worauf wartest du noch? Dass es jeder mitkriegt?" Er rannte Gill hinterher.

Lucy sah Dave nach. Ein allwissendes Lächeln lag auf ihren Lippen und sie nickte "Geh schon, du Dummkopf!"

David lief durch die verschiedenen Kulissen in Richtung Ausgang und rief immer wieder Gillians Namen. Vereinzelt standen Crew Mitglieder in den Kulissen und sahen erschrocken und verdutzt auf, als David halb über die Kabel stolperte.
Dann kam er an die Luft. Der Lichtunterschied von Innen und Außen war so stark, das seine Augen schmerzten und sie sich erst an das Licht gewöhnen mussten. Er blinzelte und dann erkannte er die Silluette einer Frau, die einige Meter von ihm entfernt stand.

Gillian stützte sich an dem Zaun ab, der das Gelände abtrennte.
Was war nur über sie gekommen? Was hatte sie sich nur gedacht?
Oh, Gott. Es war ihr so peinlich. Was würde David nur denken, oder viel schlimmer noch, was würde sie ihm erzählen?
Die Tränen rannen über ihr Gesicht und sie konnte den verdammten Heulkrampf einfach nicht stoppen. Sie kam sich so lächerlich vor.

David erkannte sie und ging auf sie zu. Was hatte sie nur?
Hatte sie etwa die selben merkwürdigen Gefühle wie er gehabt? Nein, das war wohl ziemlich unwahrscheinlich. Aber vielleicht hatte sie seine merkwürdigen Gefühle irgendwie ... bemerkt? Vielleicht hatte sie seine Zunge auf ihren Lippen gespürt und war geschockt ... erst jetzt wurde es ihm bewusst.
Oh, man ...für ihn war das alles andere als ein Filmkuss gewesen. Er hatte versucht , er hatte wirklich versucht ihr seine Zunge in den Mund zu stecken. Und sie hatte, sie hatte es einfach über sich ergehen lassen und dann....dann hatte er auch ihre Zunge spüren können. Aber so war Gillian halt, für alles neue offen und spontan, für Drehbuchänderungen war sie immer zu haben.
Aber das? Er hatte sie wohl geschockt. Er hatte sich selbst geschockt.

Langsam kam er ihr näher. >Bitte, Dave. Bitte bleib stehen!< Ging es Gillian durch den Kopf, als sie David auf sich zu kommen sah.
>Verdammt, bleib wo du bist!<
"Gill, ich ..." doch er kam nicht weiter, denn sie fiel ihm ins Wort
"David, bitte....komm nicht näher. Ich befinde mich grade in einer für mich undefinierbaren Krise!" Versuchte Gillian schon wieder zu scherzen, doch die Tränen liefen ihr noch immer über ihr, in zwischen, lächelndes Gesicht.
David brachte durch seinen verzweifelten Gesichtsausdruck ein leichtes Grinsen auf sein Gesicht. Er blieb stehen "Undefinierbare Krise also, Agent Scully?!"
Sie lächelte noch mehr. Sie muss sich angehört haben, wie in einer ihrer Rollen als Scully, die sie von nun an ohne ihn fortsetzen muss.
>Verdammt, hör auf daran zu denken, du verdammte Heulsuse ...!<

"Bitte, Dave. Ich brauche etwas Ruhe, Zeit für mich, zum Nachdenken, oder sonst irgendetwas ...aber am wenigsten brauche ich deine Nähe im Moment ..." Gillian dachte nicht weiter nach über ihre Worte. Sie platzten einfach nur so raus. "Ich weiß, dass ich dich nicht hätte so küssen sollen, aber verdammt, schick mich jetzt nicht mit einem schlechten Gewissen weg!" Rief er ihr aus zehn Metern Entfernung zu. "Was? Nein, nein...du verstehst das nicht, ich meine, nicht einmal ich verstehe das wirklich, aber darum geht es doch gar nicht zumindest nicht wirklich ... das ist ja so peinlich ...!" Gillian drehte sich mit ihrem Rücken zum Zaun und rutschte langsam runter.

"Was ist daran denn peinlich, hm?" Auch David setzte sich auf den Boden und wendete seinen Blick nicht von ihr ab.
"Ich will nicht darüber sprechen. Ich will nicht, dass du mich so ansiehst und ich will nicht, dass .. dass Tea jemals etwas davon erfährt!" Nun verzieht Davids Gesicht sich wieder zu einer ernsteren Miene.
"Was ist los, Sweety?" Gillian legt ihr Gesicht in ihre Hände und atmete hörbar aus. "und ich will nicht, dass du mich so nennst, okay?!" Jetzt kam sie sich selber wie eine Zicke vor. David hatte sie immer so genannt und es war einfach nur lieb von ihm gemeint, aber im Moment verletzte sie es nur noch mehr.

Plötzlich wurde Gillian durch ein lautes Geräusch wieder in die Realität geholt. David war wieder aufgestanden und trat nun mit voller Wucht gegen einen metallenen Eimer, der über den Boden schepperte.
"Verdammt noch mal! Glaubst du das ist leicht für mich? Glaubst du, dass das hier leicht für mich ist?" Schrie er "Glaubst du etwa, dass ich froh bin, das alles, meine zweite Familie, hinter mir zu lassen, für immer? Glaubst du, ich freue mich zurückzufahren, zu meiner Frau, die wohl nie wirklich meine Frau war? Zurück zu ihr zu fahren und mich in ihre kalten Arme begeben? Glaubst du etwa, das mich noch irgendetwas außer Westy nach Hause lockt?
...Und glaubst du etwa nicht, dass ich im Moment absolut nicht weiß, was meine Gefühle mit mir machen, wenn ich in deiner Gegenwart bin?" David schrie und ihm standen Tränen in den Augen. Er war so wütend auf Gillian auf die Crew, auf Tea, doch am aller meisten auf sich selber ... warum konnte er nicht einmal etwas richtig machen. Nur eine richtige Entscheidung?

"Ach, vergiss es ..." Er wendete sich ab und ging wieder in Richtung des Studios. Gillian stellte sich wieder aufrecht. Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und sah ihm nach.

>Zu spät, jetzt hast du erst recht alles versaut. Siehst du es endlich ein, dass du der Grund allen Übels bist? Wieso musste er es dir erst mitten ins Gesicht sagen, dass deine Gegenwart ihn wahnsinnig zu machen scheint?!< Gill stand auf, noch immer den Zaun umklammernd. Der Anflug von Tränen war nun verschwunden. Es bestand einfach kein Grund mehr zu weinen. Wie in Trance machte sie kehrt und ging in Richtung ihres Trailers. Gott, sie musste hier weg!

Dave betrat wieder das Studio. Die euphorische Masse, die noch vor einer Weile ihnen zuapplaudiert hatte, war nun fast gänzlich wieder mit aufräumen und noch anderen Dingen beschäftigt. In einer Kulisse, die einmal Doggetts Schlafzimmer mimte, lies er sich nieder. Kein Mensch war da. Das Fenster in seinem Rücken erlaubte nur spärlich ein paar Sonnenstrahlen Eintritt, die dennoch ein Glitzern der auf seinen Wangen hinterbliebenen Tränenspur verursachte. Wie konnte er nur? Das war alles wie ein schlechter Traum. Wann hatte er Gill das letzte Mal angeschrien? Erschrocken stellte er fest, dass er sie noch niemals zuvor angeschrien hatte. Er erinnerte sich, dass sein Vater einmal zu ihm sagte, dass es nicht auf die Worte an sich ankommt, sondern auf die Art und Weise, wie sie gesagt werden. Langsam senkte er seinen Kopf und betrachtete seinen Ehering. Mit der anderen Hand drehte er ihn vorsichtig an seinem Finger. Skeptisch betrachtete er ihn. Der Ring war wunderschön. An sich, zumindest. Doch gefiel ihm die Bedeutung nicht. In einem Zug streifte er ihn ab und lies ihn beachtungslos fallen.

David rannte wieder raus zum Zaun, doch sie war schon weg. Ihr Wagen stand nicht mehr neben ihrem Trailer, also brauchte er sich nicht einmal die Mühe machen sie dort zu suchen. Er müsse ihr Zeit geben. Zeit um Nachzudenken. Über sich und, und ihn. Wenigstens das schuldet er ihr.

Schwungvoll parkte Gillian vor ihrem Haus in Malibu. Sie konnte schon vom Auto aus hören, dass Piper und Libby wieder einmal eine kleine Privatparty veranstalteten. Die beiden bemerkten sie nicht einmal, als sie in der Tür stand. Aufmerksam beobachtete sie ihre Tochter. Wie ähnlich sie ihr doch war. Doch dann wurde die Musik leiser, und Libby schaute sie entschuldigend an. Gill lächelte. "Danke fürs Aufpassen, Libby." "Kein Problem. Morgen? Um die gleiche Zeit?" "Nein, Clyde kommt sie heute Abend abholen. Ich ruf dich wieder an." Damit verabschiedete sich Libby und schob sich neben Gillian durch die Tür.

"Mama?" fragte Piper schließlich ernst. Gillian drehte sich zu ihr um. "Ich hab dir was gemalt!" Mit diesen Worten reichte sie ihr ein buntes Blatt hin. "Damit du nicht mehr so traurig bist." "Wieso sollte ich traurig sein?" verdutzt schaute sie ihre Tochter an. "Bist du traurig, wegen mir?" "Gott nein, Süße. Wie kommst du bloß darauf?" Gillian betrachtete das Bild. Es zeigte sie am Set. "Dankesehr, es ist sehr hübsch!" Sie musste sich zusammenreißen, nicht schon wieder in einem Heulkrampf zu verfallen. Heute schien aber auch alles ein Stich mitten ins Herz zu sein! "Wenn du wieder da bist, dann besuchen wir Onkel Chris wieder, einverstanden?" Piper strahlte wieder. "Siehst du, Mom, da ist er. Er sagt dir und Onkel David, dass ihr endlich aufhören sollt zu lachen!" Gillian streichelte über ihren Kopf und gab ihr ein Küsschen auf die Stirn.

David saß in seinem Trailer. Er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal geweint hatte. Vermutlich bei Westys Geburt. Und heute war es nicht das erste Mal. Die Dämmerung war bereits in ihrer Endphase. Normalerweise mochte er den Spätherbst nicht. Die Sommerabende waren ihm viel lieber. Doch jetzt kam ihm die Dunkelheit ganz gelegen. Er stützte sein Kopf in seine Hände. >Das bringt dich auch nicht weiter! Gott, du bist ein so erbärmlicher Feigling! Wann wirst du einmal, nur ein einziges Mal in deinem verkorksten Leben eine richtige Entscheidung treffen?< Die Gedanken von vor ein paar Stunden ließen ihn nicht los. >Nur eine richtige Entscheidung! Du bist doch ein erwachsener Mann!< Mit zittrigen Knien stand er auf. Für ihn stand fest: er würde sie verlieren, würde er jetzt nichts unternehmen.

Die Hauptverkehrszeit war glücklicherweise schon vorbei. Dennoch schien der Weg nach Malibu eine Ewigkeit zu dauern. Er verlangsamte sein Tempo an der vertrauten Einfahrt. Dann blieb er stehen. Er zögerte eine Weile und schaute dann nach rechts zu dem Haus. Alles dunkel. Er fuhr sofort weiter. Es sollte nicht lange dauern, als er wiederholt abbremste und in die kleine gepflasterte Gasse einbog. Schließlich hielt er hinter einem in der Dunkelheit grau schimmernden Escort. Sein Blick wand sich diesmal zur linken Seite. Drei Personen konnte er ausmachen. Sie standen alle in der Eingangstür.

Piper hüpfte aufgeregt um ihren Vater herum. Warum müssen die großen Leute immer so viel zu besprechen haben? "Du solltest Urlaub nehmen, Gill!" Sie schaute bedrückt auf die Türschwelle. Clyde merkte, dass er gegen eine Wand redete. Er beugte sich zu seiner Tochter hinunter. "Sag deiner Mom Tschüss, sonst verpassen wir noch unseren Flieger!" Heftig umarmte Piper ihre Mutter. Clyde küsste sie auf die Wange. "Ruf an, wenn dir danach ist!" Sie nickte abwesend und sah ihnen nach, als sie in das Taxi stiegen. Die Arme vor ihrem Bauch verschränkt sah sie den roten Lichtern nach, als sie auf die Hauptstraße einbogen. Sie hatte ein ziemliches Glück, dass sie mit ihrem Ex- Mann noch vernünftig reden konnte. Wer konnte das schon behaupten? Anfangs musste sie sich Mühe geben, mit ihm klar zukommen. Piper zuliebe. Doch nun waren sie wie Freunde. Clyde hat wieder geheiratet und Piper mochte Prue. Das war alles, was für sie zählte.

Dann bemerkte sie einen Schatten, der aus eines der parkenden Autos ausstieg. Erst jetzt wurde ihr bewusst, wie lange sie schon hier in der Kälte stand. Sie drehte sich um und war im Begriff die Tür zu schließen. "Gillian?" Eiskalt lief es ihr den Nacken herunter. David! Sie konnte seine Schritte hören. Noch immer stand sie mit dem Rücken zu ihm. Die Schritte hörten auf. Er musste noch vor dem Tor stehen geblieben sein. Komm nicht näher . hatte sie heute vormittag zu ihm gesagt. Am wenigsten brauche ich deine Nähe... du verstehst das nicht! ... ich will nicht darüber reden; ich will nicht, dass du mich so ansiehst; ich will nicht, dass du mich so nennst! Sie senkte ihren Kopf. Dann fasste sie all ihren Mut zusammen und drehte sich wieder um. Tatsächlich ist er vor ihrem Zaun stehen geblieben. Lange sagte keiner von ihnen ein Wort. Dann hielt sie es nicht mehr länger aus. "Willst du da anfrieren?" Ein Hauch von einem Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit. Langsam näherte er sich der Haustür, den Blick nie von ihr abgewandt. Kurz vor der Treppe, etwa einen Meter von ihr entfernt, blieb er stehen. "Ich will dich nicht stören, ich.." hilfesuchend schaute er in ihre Augen. "... ich, es tut mir so Leid, Gill... ich darf doch Gill sagen, oder?" Sie presste ihre Lippen zusammen. Eine Träne bahnte sich ihren Weg durch ihr Gesicht. "Ich wollte dich nie anschreien, ich, keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht hab... Und ich will nicht, dass du meinetwegen weinst." Er biss fest seine Zähne zusammen. Sie schluchzte einmal auf und schluckte hörbar. Dann schloss sie ihre Augen und nickte zweimal leicht. "Es tut mir auch Leid." flüsterte sie. Noch eine Träne, konnte sie nicht einmal so stark sein wie Scully? "Vieles von dem wollte ich gar nicht sagen." Ihre Stimme war fast erstickt. Dann fühlte sie seine kalte Hand auf ihrem Gesicht, die ihre verdammten Tränen wegwischten. Sie öffnete wieder die Augen und griff nach seiner Hand. "Du bist ja ganz kalt!"

Seine Augen verfingen sich wieder in ihren. "Weine nicht, bitte. Es ist schrecklich zu wissen, der Grund für deine Tränen zu sein, hm?!"
Sie drückte seine Hand etwas und zog ihn dann leicht hinter sich her. "Komm doch mit rein, dann können wir noch was quatschen und uns darüber auslassen, wie dumm wir doch eigentlich sind!" Sagte Gillian mit einem Lächeln, doch als sie sich zu David umdrehte, der apprubt stehen geblieben war und in sein ernstes Gesicht sah verschwand ihr Lächeln langsam.
Nun war es an ihr, sanft mit ihrem Handrücken über sein Gesicht zu streicheln. Er wich ihr etwas aus. "Was ist los?" Sie fühlte sich hilflos und hatte Angst wieder etwas falsch gemacht zu haben.

David schüttelte leicht seinen Kopf. Seine Augen waren durch Gillians Berührung noch immer geschlossen "Es .. es ist nichts. Du hast bloß recht...
Ich bin dumm ..." Nun lächelt er doch etwas, aber eher über sich. Es war lächerlich. Er war lächerlich. Ein erwachsener Mann, ja das glaubte er zu sein und nun stellte er fest, er war ein kleiner dummer Junge, der so ziemlich alles verpatzte, was nur möglich war. Ein kleiner Junge, der noch keine Ahnung hatte von der Welt da draußen und besonders wenig Ahnung hatte er von den Gefühlen, die diese große Welt mit sich zu bringen schien. Gefühle die so stark sein können, das man Angst vor ihnen bekommt und sie verdrängt irgendwo, nach ganz unten. Sie versucht mit anderen Gefühlen zu beschütten, abzudecken und es werden immer mehr, da die eigentlichen Gefühle so groß so stark sind und eine so große Fläche im Herzen und in der Seele bedecken, das nicht einmal alle anderen Gefühle auf einmal dieses eine Gefühl ersetzten können. Langsam schlug er seine Augen wieder auf.
Das ihm das klar wurde, das er das endlich akzeptieren konnte, machte ihm zwar große Angst, da seine Befürchtungen was seine Gefühle Tea gegenüber anging sich bestätigten, doch erleichterte es ihn gleichzeitig.

"Weißt du, Gillian, ich glaube das wäre keine besonders gute Idee...!" Brachte Dave endlich raus und deutete mit einem Kopfnicken in die Richtung der Haustür. Gill sah ihn an. Sie verstand nicht so recht, doch sie reagierte gleich "Dann setzt dich schon mal, ich hole bloß eine Jacke!" Sie deutete auf die Stufen, die vor ihnen lagen und verschwand durch die Tür.
David setzte sich und sah sich um. Sein Atem ging schneller. Er wusste nicht warum, aber er war nervös. Sein Atem stand still bei dem Gedanken, wer gleich neben ihm sitzen wird: Gillian Anderson. Die Frau, an deren Seite er nun seit knapp neun Jahren arbeitete. Er schloss die Augen und grinste. Es war einfach nur komisch.

Gillian trat aus der Tür, eine Wolldecke umgewickelt und dachte noch immer über Davids seltsame Andeutung nach. Langsam bewegte sie sich auf ihn zu und setzte sich neben ihn.
"Wo ist Tea?" Gill blickte in die Ferne. "Irgendwo!" Sagte Dave und schüttelte leicht seinen Kopf. Es erschien ihm suspekt, aber es war ihm egal, ob er wusste wo Tea ist, oder nicht. "Irgendwo? Und dahin wolltest du sie nicht begleiten? Mulder wäre gleich mitgefahren!" Scherzte Gillian über seine ‚präzise' Aussage "Nein, ich denke nicht das Mulder mitgefahren wäre."
Nach einem fragenden Blick von Gillian fuhr er fort "Ich meine, Mulder fuhr immer nur mit einer Person der er traute. Einer Person, die ihm vertraute. Einer Person, für die er alles gegeben hätte. Für die er gestorben wäre..."
Er senkte seinen Blick und starrte auf den Boden. "Aber... Tea ist deine Frau!" Platzte es aus ihr raus. Er reagierte nicht. "Du bist nicht Mulder." Versuchte sie zu erklären und Dave sah auf. Wieder mit dem Blick in die Ferne gerichtet.
"Ja, das ist sie ...auf dem Papier ... nicht hier drin." Flüsterte er und legte seine zusammen geballte Hand auf sein Herz. Gillian musste schlucken. Sie wusste nicht, das David so fühlte. Verdammt sie wusste es nicht, und sie fühlte sich schlecht, weil sie nicht wusste wie lange er das schon mit sich rumschleppte und vielleicht mit ihr reden wollte ... als Freundin ...wie immer.
"Das wusste ich nicht ...es...es tut mir leid!" Sagte sie leise und strich ihm durch sein Haar. David schloss seine Augen und atmete hörbar aus "Es braucht dir nicht leid zu tun. So etwas passiert halt ...wie du weißt..." Meinte er und deutete in die Richtung in die Clyde zuvor mit Piper gefahren war.
Nicht das Gillian Tea hätte besonders gut leiden können, aber es tat ihr leid und es tat ihr weh, David so zu sehen. Er schien bedrückt. Irgendetwas bedrückte ihn. Ihre Gedanken schweiften zurück. Ihr fiel der Dreh der letzten Szene ein. Sie hatten sich geküsst. Sie hatten sich richtig geküsst, verbotener weise. Sie schüttelte heftig ihren Kopf. Wie konnte sie jetzt nur an so etwas denken? Sie schämte sich und sie war sich sicher, das sie rot geworden war.

"Weißt du, Gill, ich habe immer bewundert, was Chris da kreiert hat. Ich meine die Charaktere, unsere Charaktere. Mulder und Scully. Ich habe sie um ihre Beziehung beneidet. Ich habe Mulder um seinen Mut beneidet und ich habe ihn um Scully beneidet" Gillian lachte leise und beobachtete David weiterhin. Ihr wurde erst langsam bewusst, wie ernst er das meinte.
"Ich weiß das klingt verrückt und ich wollte es mir auch niemals selber eingestehen, aber es stimmt. Und weißt du, ich muss blind gewesen sein, all die Jahre lang, denn meine Scully war immer an meiner Seite. Ich meine Davids Scully und nicht Mulders, verstehst du?" Gillian nickte stumm. Worauf wollte er hinaus? Wollte er versuchen ihr klar zu machen, was für eine Beziehung ihn und Tea verbindet? Sie wusste es nicht, saß einfach nur still da und ließ seine Worte weiter auf sich einprasseln.
"Ich weiß nicht- ich weiß nicht ob du mir folgen kannst und ich weiß nicht, ob du - ich weiß einfach gar nichts mehr ... Hör zu Gillian, du bist meine Vertraute. Du bist mein Schutzschild und ich will dich auf keinen Fall verletzten. Du bist der Freund, den ich immer, egal wann und wo, aufsuchen konnte, um mit dir über die belanglosesten Probleme zu quatschen. Du bist für mich wie die Sonne, die an dunklen Tagen die schlimmsten Dinge von meiner Seele zaubert und um alles in eins zu fassen: Du bist meine Scully.
Und dafür danke ich dir." Davids Blick hat sich fest in ihrem verhangen.
Gillian starrte einfach nur, schien durch ihn hindurch zu starren. Das Schlucken fiel ihr schwer. "Dave, bitte sag so etwas nicht!" Krampfhaft versuchte sie die erneut in die Augen geschossenen Tränen zu unterdrücken.
"Aber, es ist die Wahrheit und ich will sie mit dir teilen ... du weißt, du bist mir nichts schuldig. Gar nichts. Ich wollte nur, das du es weißt." Flehend sah er in ihre Augen und küsste ihr die dicke Träne von ihrer Wange.
"Dave, du weißt doch ganz genau, das ich dich nicht weniger mag. Wir sollten uns nicht immer wegen solcher Kleinigkeiten streiten...!" Flüsterte Gillian ihm ins Ohr, da sein Kopf noch immer auf ihrer Schulter ruhte.
"Nein Gill, du hast da etwas falsch verstanden ...ich mag dich nicht ...Ich liebe dich!" Ihre Augen weiteten sich und er erhob seinen Kopf von ihrer Schulter.
"David, nein...!" Sie schüttelte ungläubig ihren Kopf, doch er hatte sich schon langsam zu ihr heruntergebeugt und drückte seine Lippen auf die ihren.
Zärtlich streichelte er durch ihr Haar, über ihre Wangen.
Gillian saß einfach nur steif da, ließ es mit sich geschehen ohne wirklich realisieren zu können, was er grade gesagt hatte.
Doch langsam schloss sie ihre Augen, gab sich dem Gefühl hin, dass sie überrollte, das sie zu lange unterdrückt hatte, von dem sie nie wahrhaben wollte, das es echt ist. Doch das war es ...verdammt, es war zu wahr!!!


Sie wusste nicht genau, wie lange sie sich hier draußen schon küssten. Sie fühlte sich wie damals, als Teenager, wo sie noch verbotenerweise vor der Tür mit Jungs rummachte. Immer der Gefahr ausgesetzt, dass die schwätzigen Nachbarn, oder gar die Eltern sie sehen könnten. Doch sie war kein Teenager. Schon lange nicht mehr. Trotzdem war es ... verboten. "Dave, wir dürfen das nicht." Versuchte sie es schließlich noch einmal, denn sie wusste, lange würde ihr Verstand dem nicht mehr standhalten. Er küsste noch ein letztes Mal die pulsierende Ader an ihrem Hals, dann hielt er inne und senkte den Kopf. Er wagte es nicht sie anzusehen. "Tut mir leid, ich, ich hätte dir das niemals sagen dürfen." flüsterte er gerade noch so laut, dass sie es akustisch verstehen konnte. Vorsichtig strich sie mit ihren Händen durch sein wuscheliges Haar. Dann übte sie ein wenig Druck an seinen Schläfen aus, sodass er sie ansehen musste. Unter jedem seiner Augen waren inzwischen Tränenbahnen. Gill nahm einen Zipfel ihrer Decke und trocknete fürsorglich sein Gesicht. "Sag mir, dass ich gehen soll, und ich bin weg." Noch immer hielt sie seinen Kopf fest. "Das kannst du nicht von mir verlangen, Dave."

Was willst du eigentlich? Ja, nein, ja, nein! Glaubst du denn, er hat keine Gefühle? Er serviert dir sein Herz auf einem silbernen Tablett, und was machst du? Du treibst ihn natürlich zurück! Na bravo! Alles, was du dir im Geheimsten gewünscht hast, ist jetzt, in diesem Augenblick vor dir. Warum, frage ich, warum zur Hölle kannst du nicht einmal in deinem Leben etwas richtig machen?

Dave griff vorsichtig nach ihren Händen. Hatte er was gesagt? Nein, oder? Dennoch sah er sie fragend an. Wie könnte man diesen Augen nur widerstehen? Gillian öffnete den Mund, als wolle sie etwas sagen. Doch es wollte einfach kein Ton herauskommen. All ihre Muskeln spannten sich an und Dave fasste ihre Hände noch fester. Erneut setzte sie an, um etwas zu sagen. "Bitte halt mich fest." kamen die erstickten Worte letztendlich aus ihr raus. Ohne zu zögern nahm er seine Gill in den Arm und hielt mit einer Hand ihren Kopf. "Shhh. Es tut mir leid." hauchte er in ihr Ohr. "Nein, es ist. Weißt du" sie umklammerte seinen Hals "ich liebe dich auch!" Dann war es ihr unmöglich ihre Tränen zurückzuhalten. "Ist das der Grund, warum du weinst?" Ein warmer Luftstoß in seinem Nacken zauberte ein Lächeln auf Daves Gesicht. "Nein, natürlich nicht."

Sie löste sich aus der Umarmung mit einem lächelndem Gesicht, aus dem ihm zwei feuchte Augen ansahen. Erneut, und diesmal mit völligem Einverständnis mit sich selbst, näherten sich ihre Lippen und sie gaben sich ein mit Liebe und Leidenschaft zugleich erfüllten Kuss hin. Gills Hände fanden wieder die Umarmung um seinen Hals und klammerten sich fest um ihn, aus Angst ihn wieder loslassen zu müssen. Dann hielt er inne und schob seine Arme unter ihr und erhob sie. "Oder hattest du vor, die ganze Nacht hier draußen zu verbringen?" Sie strahlte ihn an. Und ohne zu antworten lehnte sie ihren Kopf an seine Brust, die Arme noch immer um ihn gelegt. Vorsichtig dirigierte er sich durch den Türrahmen und verhalf der Tür mit einem kleinen Tritt sich zu schließen. David kannte sich in Gillians Haus aus. Er hatte sie schon oft besucht, und er war schon mehr als einmal über Nacht geblieben. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Presse das herausgefunden hätte. Er lächelte kurz über diesen Gedanken, dann hielt er auf die Treppe zu.

Das Schlafzimmer mit dem weißen Himmelbett darin war das größte Zimmer im Obergeschoss. Es war das Einzige, welches er noch nie von innen gesehen hatte. Nur einen kurzen Augenblick zögerte er, dann ging er auf das Bett zu. So vorsichtig er nur konnte legte er sie dort ab und kniete daneben auf dem Fußboden. Gill spürte seine Aufregung, wie könnte sie nicht? Oder dachte er vielleicht, genau in diesem Augenblick, an Teá? "An was denkst du gerade?" Fast schon verlegen senkte er seinen Blick. "Kannst du dir vorstellen, wie oft ich hiervon schon geträumt hab?" Mit diesen Worten wusste sie, was er tatsächlich meinte. Dass er sie nicht ausnutzen würde. Dass er es ernst mit ihr meinte, die Liste war lang. Sie setzte sich aufrecht und streckte die Hand nach ihm aus, die er sogleich ergriff. Gill zog ihn auf das Bett, sodass er nun neben ihr seinen Platz fand. Ohne weiter darüber nachzudenken setzte sie sich auf seinen Schoß und begann ihn abermals zu küssen. Sie spürte seine Hände an ihrer Hüfte auf und ab streicheln. Dann stieß er mit seiner Zunge, wie zuvor an diesem Tage, in ihrem Mund. Gill genoss jede einzelne Sekunde, dennoch wollte sie mehr. Denn er war nicht der einzige von ihnen, der sich dieses Szenario erträumt hatte. Aber sie war sich sicher, dass er das bereits wusste. Sie fasste nach seiner Jacke und bemerkte erst jetzt, dass er noch Mulders Sachen trug. Für einen kurzen Augenblick lies er seine Hände von ihr, damit sie ihm die Jacke abstreifen konnte, welche beachtlos auf dem Boden landete. Es dauerte nicht lange und der Jacke folgte auch sein graues T- Shirt.

Mit leichtem Druck drückte sie ihn auf das Bett und begann mit ihren kleinen Händen seinen nackten Oberkörper zu erforschen. Sie spielte mit den weichen Härchen auf seiner Brust und lehnte sich dabei wieder zu ihm herunter. Nach einem kurzen Kuss, den er nur unfreiwillig beenden musste, knabberte sie zärtlich an seinen Ohrläppchen und folgte dann der Spur seiner Halsschlagader. Schon jetzt konnte sie seine abgeflachte Atmung hören. Nun war es an ihm für Gleichberechtigung zu sorgen. Langsam schob er seine Hände zu ihr herunter, um den Saum ihres Shirts zu fassen. Sein Hals drosselte ihn für den Verlust ihrer Küsse, als sie von ihm abließ, um das Ausziehen ihres Shirts zu bewilligen. Doch zu seinem Glück war sie gleich wieder an der Stelle, an der sie aufgehört hat und entlockte ihm damit ein leises Stöhnen. Seine Hände glitten an ihren Seiten entlang und er fragte sich, wie lange er schon nicht mehr so gefühlt hatte.

Ihre weichen Lippen glitten über seinen Bauch und hauchten zarte Küsse auf jeden Quadratzentimeter, den er hergab. Ihre Hände wanderten tiefer zu dem Bund seiner Hose und öffneten mehr oder weniger ungeduldig die Knöpfe. "Wenn ich wirklich deine Scully bin, muss ich leider hier aufhören, denn das hier" sie deutete auf Davids Shorts "Ist Scully immer verwehrt geblieben!" Grinste sie Dave an. "Denkst du nicht, dass Scully genau wie Mulder immer davon geträumt hat? Also ich bin der festen Überzeugung davon!" spielte David künstlich ernst. Ohne ein weiteres Wort zupfte Gillian an seiner Hose und David zwang sich nicht zu lachen. Sie mussten ein furchtbar komisches Bild abgeben. Und er stellte sich die Frage: Wie scharf kann man aufeinander sein, dass man sich nicht einmal mehr gegenseitig ausziehen kann?
Gillian bemerkte das breite Grinsen in seinem Gesicht und sah ihn verzweifelt an "Was ist? Willst du mir nicht mal helfen?" das brachte Dave nun endgültig zum loslachen "Entschuldige, ich finde diese Situation grade nur so ..." Weiter kam er nicht denn ein schallendes Gelächter brach aus ihm aus und zusätzlich warf sich eine absolut entrüstete Gillian auf ihn und begann ihn zu kitzeln. Sie drehten sich wild im Bett hin und her und entledigten sich gegenseitig ihrer Anziehsachen. Als beide nur noch in ihren Slips bzw. Boxershorts nebeneinander lagen trat wieder Stille ein. Die Luft war mit bewundernden Blicken und flachen Atemstößen erfüllt. Das Gefühl von nackter Haut an nackter Haut ließ beide erschaudern. Dave war bereits so erregt, dass sich die Auswirkungen von Gillians Gegenwart in einer großen Beule in seiner Hose bemerkbar machten. Seine Hände streichelten über die glatte Haut von Gill. Über ihre Brüste gefolgt von seinem Mund, was sie dazu brachte laut aufzustöhnen. Sie hatte schon lange keinen Liebhaber mehr gehabt, jedoch war es nicht irgendein Liebhaber, der sie grade so unglaublich sanft verwöhnte, nein, es war David. Der Mann von dem sie heimlich träumte, ohne es sich jemals wirklich eingestehen zu wollen. Seine Zunge strich über ihren Bauch bis zum Saum ihres Slips, welchen er mit geschmeidigen Händen von ihren Hüften streifte. Dann entledigte er sich auch seiner Shorts und legte sich wieder neben Gillian, die ihre Hände unaufhörlich über seinen Körper gleiten ließ. Als sie sein erregtes Glied in ihre zarte Hand nahm machte er ein seltsames Geräusch, was sie noch nie zuvor von ihm gehört hatte. Sie musste leicht lächeln, was aber gleich verschwand, als er sich vorsichtig über sie legte und sie ihre Beine, einladend, etwas weiter spreizte. Vorsichtig drang er in sie ein, was beide zum aufkeuchen brachte. Dieses Gefühl von Innigkeit und Vertrautheit war, im wahrsten Sinne des Wortes, atemberaubend. Dave fing an sich in ihr zu bewegen und war nicht länger im Stande sich zurückzuhalten. Gillian ging es da nicht anders. Sie rief seinen Namen, kratzte ihm unkontrolliert über den Rücken und verpasste ihm an jeder erdenklichen Stelle Knutschflecke. David liebte es seine Gillian so zu sehen. Es erregte ihn nur noch mehr und dann kam er, ihren Namen rufend, in ihr. Gillian war allein dadurch befriedigt, das er gekommen war, doch dann fühlte sie, wie auch ihr Höhepunkt sie wie eine Welle überrollte und mitriss ...

So wie Gott sie erschaffen hatte, lagen sie unbedeckt auf dem großen, weißen, zerwühlten Bett. Dave hatte seine Arme von hinten um Gillian gelegt und lehnte seine Stirn an ihren Nacken "I'm ready to love you, I'm ready to hold you!" Flüsterte er in ihre Haare und musste dann den Kampf gegen die Müdigkeit als Verlierer aufgeben, doch dass war ihm egal, schließlich hatte er heute schon genug gewonnen. Gillian streichelte weiter über seinen Arm. Sie war irgendwo zwischen Traum und Realität und es gefiel ihr. Ja, daran konnte sie sich durchaus gewöhnen...

Als Dave am nächsten Morgen aufwachte, war er zwar etwas desorientiert, begriff aber sofort. Nur da fehlte doch jemand.
Schnell, eigentlich entgegen seinen morgendlichen Angewohnheiten, stand er auf und ging aus dem Zimmer. Tausende Gedanken schwirrten ihm durch den Kopf. Was, wenn sie es heute bereut? Er war sich doch gestern Abend noch so sicher, was ihre Gefühle angeht. Was, wenn sie jetzt irgendwo hier in einer Ecke sitzt und sich die Seele aus dem Leib weinte? Was, wenn er sie doch nicht verdiente?
Doch dann hörte er Geräusche aus dem Badezimmer. Vorsichtig öffnete er die Tür und lugte hinein. Gillian stand gerade unter der Dusche und hatte ihn längst durch sein Spiegelbild in der Duschwand bemerkt. "Spanner!" David schreckte auf. "Neun Jahre Dana Scully machen sich wohl bemerkbar!" meinte er nur darauf. Dann merkte er, dass er vollkommen nackt war. Und er wusste, was er jetzt tun würde.
Er öffnete die Duschkabine und die ersten heißen Wassertropfen sprangen ihm fröhlich entgegen. "Wir müssen doch Wasser sparen." Entschuldigte er sich und küsste ihren Hals, während das Wasser auf sie einprasselte. Sofort machte sich eine Gänsehaut über ihren Körper breit. Sie musste sich umdrehen, damit sie sein Gesicht sehen konnte. "Wie hast du geschlafen?" Seine Hände waren überall. Wann hatte er zum letzten Mal die Möglichkeit gehabt, sich so wohl zu fühlen? "Wunderbar, alles ist wunderbar." Er küsste sie nun auf den Mund und schmeckte sie zum ersten Mal an diesem Tag. Und er hoffte, dass es nie mehr aufhören wollte. Stürmisch umarmte sie Dave, dessen Haut nun auch schon ganz heiß von dem Wasser war. Wenige Sekunden später fühlte sie sein hartes Glied an ihr Becken stoßen und er presste sie an die Duschwand. Mit einem Zug hob er sie hoch, dass sie ihre Beine um ihn schlingen konnte. Sie konnte sich nicht daran erinnern, es schon einmal unter der Dusche getan zu haben. In diesem Moment entschied sie, das noch viel öfter zu tun. Was hatte sie nur alles verpasst? Aber das würde sie nun alles nachholen können. Und zwar mit dem Mann, der sie liebte und den sie mindestens genauso stark liebte. Sie konnte sehen, dass er seine Augen geschlossen hatte, während er in sie hineinstieß. Sein Rhythmus war einfach phantastisch und sie konnte fühlen wie sie kam. Ja, das würden sie wieder tun, entschied sie.
"Ich liebe dich Dave." Hauchte sie ihm ins Ohr, nachdem sie wieder halbwegs den Atem zurückerlangt hatte. Mit erschöpfter Stimme bestätigte er sie.

Am Set war heute nichts los. Denn heute war drehfrei. Trotzdem musste das Reinigungspersonal und etliche Kulissenbauer heute dort antreten. Eine Putzfrau musste gerade ausfegen. Sie war schon fast fertig und freute sich auf ihren Feierabend, als sie nur noch das letzte Zimmer, fegte. Doch was war das? Auf dem Boden lag etwas Glitzerndes. Sie bückte sich und hob es auf. Es war ein Ring. Ein Goldener noch dazu.
"Wahrscheinlich eins dieser Requisiten Ringe." Murmelte sie mürrisch. Sie schmiss ihn mit in den Eimer, wo sie auch den Dreck vom Boden hineinschüttete. Schließlich gab es solche Art von Requisiten hier en masse. Dann hatte sie auch dieses Zimmer fertig ausgefegt. Alles, was sie jetzt noch tun würde war, das Bett in Ordnung zu bringen, schließlich schien das hier ein Schlafzimmer zu mimen und dann noch den Eimer im Müllcontainer zu entleeren und dann nichts wie ab nach Hause.


FINI