Ich saß müde auf der Veranda und blickte gen Himmel. Ich wusste selbst nicht was ich in diesem Moment denken sollte. Alles war so seltsam, alles war so verwirrend. Normaler weise bin ich ein Mensch, der alles auf sich zukommen lässt, wie es eben ist. Doch je mehr ich in diese Situation hineingezogen werde, desto mehr bemerke ich Veränderungen an mir. Besonders wenn es um diese eine Sache geht. Es ist eine Sache, die sich in gewisser Weise gut anfühlt, gut weil sie verboten ist. Ich habe immer schon gerne verbotene Dinge getan, Tabus gebrochen, doch wenn ich daran denke dies zu tun, hierbei meinen Willen durchzusetzen, bekomme ich Angst. Fragen wie: Wer bin ich eigentlich, dass ich mir erlauben kann so zu denken? Und Ist es richtig, was ich denke? tauchen in meinem Inneren auf und ich beginne zu zweifeln, an dem zu zweifeln, das ich mir mehr als alles andere auf der Welt wünsche, an meinen Gefühlen zu zweifeln. Doch wie komme ich eigentlich auf solche obskuren Ideen? Habe ich mich tatsächlich ins Negative verändert, wie manche Leute es mir vormachen wollen? Ich schüttelte hastig den Kopf und konzentrierte meinen Blick wieder auf die Sterne. Ich zwang mich zum hundertsten, nein tausendsten Mal in meinem Leben dies zu unterdrücken. Ich war verrückt, es war sinnlos, diese Gedanken waren vollkommen sinnlos. Hätte ich eine Chance, hätte er es mir gezeigt, hätte ich noch Hoffnung würde es zu bemerken sein. Doch das war es nicht und ich musste endlich aufhören Dinge zur Realität zu machen, die nur in meinen Träumen zu bestehen wagten… Unruhig drehte ich meinen Kopf auf die Seite und sah durch das Verandafenster direkt in mein Wohnzimmer, einen großen gut eingerichteten Raum, der zeigte, dass ich mir Dinge leisten konnte, die andere nicht mal zu träumen wagten. Er war noch niemals hier gewesen. Wir treffen uns nie privat, es wäre auch zu schön, würden wir uns statt 16 Stunden 24 Stunden auf die Nerven gehen, hatte ich einmal gedacht, doch jetzt, wo diese 16 Stunden, sich auf kurze Interviews verringert hatten, die wir auf Grund des Finales führten, spürte ich, dass ich falsch gelegen hatte…Wieder sah ich zu den Sternen, wieder zurück zum Wohnzimmer. Ob Piper wohl schlief? Ach, was redete ich da, natürlich schlief sie. Es war ein Uhr in der Nacht und siebenjährige Mädchen zählen es nicht gerade zur Gewohnheit zu dieser Zeit durchs Haus zu toben. Gehörte ich nicht auch längst ins Bett? Was zum Henker machte ich eigentlich hier draußen? Brachte es mir etwas über Fragen nachzudenken, deren Lösung nur das Schicksal kannte, deren Lösungen man nicht vorhersehen konnte? Ich wusste, dass ich mich in diesem Moment nur selbst verrückt machte. Und ich wusste ebenfalls, dass ich dies in meinem Bett fortführen würde, nur meinen Blick auf die Zimmerdecke gerichtet und nicht auf einen klaren Nachthimmel. Ich verdrehte die Augen und lehnte mich zurück. Es war romantisch, irgendwie romantisch hier zu sitzen und in sinnlosen Fragen zu versinken, alles was sich um diese Sache drehte war romantisch, weitgehend jedenfalls…