Titel:
My First, My Last, My Everything
Autor: Blue und Caro
Kontakt: bluescully@aol.com oder Daemona222559707@aol.com
Spoiler: None
Rating: Stay at your own risk
Kategorie: MSR, bisschen Humor, Seriencrossover (X-Files / Ally McBeal)
Short- Cut: Mulder wollte eigentlich Urlaub machen, doch alles kommt mal wieder ganz anders. Er landet in einer verrückten Kanzlei und begegnet einem kleinen grünen Männchen... :-)
Disclaimer:
Mulder und Scully, sowie alle anderen erwähnten oder beschriebenen Charaktere aus den ‚X- Files’ gehören leider nicht mir, sondern CC und 1013. Das wird wohl auch bis ans Ende meines Lebens so bleiben. Die Charaktere aus ‚Ally McBeal’ gehören auch nicht mir, sondern dem FOX Network. Das Lied ‘My First, My Last, My Everything’ gehört auch nicht mir. Es gehört Barry White. Ich habe mir alles nur geliehen.
Anmerkung: Das ist mein Beitrag zur Challenge! Caro hat mich hierbei kräftig unterstützt. Die Story entstand online. Für Mulders Handlungen bin ich verantwortlich und für Scullys ist Caro verantwortlich. Die weiteren Charaktere wurden zwischen uns aufgeteilt. Wir hoffen, euch gefällt diese Story. Feedback wäre klasse.
Ach, und noch was: Leute, die Ally nicht kennen, werden vielleicht vieles nicht verstehen. Wir hoffen jedoch, dass sie euch trotzdem gefällt.
*<>*<>*<>* My First, My Last, My Everything *<>*<>*<>*
WE GOT IT TOGETHER DID'NT WE
NOBODY BUT YOU AND ME
WE GOT IT TOGETHER BABY
MY FIRST, MY LAST, MY EVERYTHING AND THE ANSWER TO ALL MY DREAMS
YOU'RE MY SUN, MY MOON, MY GUIDING STAR MY KIND OF WONDERFUL,
THAT'S WHAT YOU ARE I KNOW THERE'S ONLY, ONLY ONE LIKE YOU
THERE’S NO WAY THEY COULD HAVE MADE TWO YOU'RE ALL I'M LIVING FOR YOUR LOVE I'LL KEEP FOR EVERMORE,
YOU'RE THE FIRST MY LAST MY EVERYTHING
IN YOU I'VE FOUND SO MANY THINGS A LOVE SO NEW ONLY YOU COULD BRING
CAN'T YOU SEE IF YOU, YOU'LL MAKE ME FEEL THIS WAY YOU'RE
LIKE A FIRST MORNING DEW ON A BRAND NEW DAY I SEE SO MANY WAYS THAT I CAN LOVE YOU TILL THE DAY I DIE.
YOU'RE MY REALITY YET I'M LOST IN A DREAM
YOU'RE THE FIRST MY LAST MY EVERYTHING
I KNOW THERE'S ONLY, ONLY ONE LIKE YOU THERES NO WAY
THEY COULD HAVE MADE TWO GIRLS YOU'RE MY REALITY BUT I'M LOST IN A DREAM YOU'RE THE FIRST YOU'RE THE LAST MY EVERYTHING
Riiiiiing...
Scully saß auf Mulders Stuhl im kleinen Kellerbüro des FBI-Hauptquatiers und starrte konzentriert an die Decke. Mit einem gelangweilten Blick griff sie zum Hörer: "Hallo?"
Sie gähnte, als sie die Stimme des anderen hörte.
"Scully? Ich bin’s Mulder! ...Und haben Sie viel zu tun?"
"Oh ja, Mulder,... hier ist viel los.", versuchte sie überzeugend zu klingen.
"Ach ja? Mh, na dann hat sich meine Frage ja erledigt.", entgegnete er.
"Was ist los, Mulder? Ist ihr Urlaub nicht so, wie Sie sich ihn vorgestellt haben?"
"Mh, also,... na ja,... ich habe hier etwas gefunden."
"ETWAS gefunden??? ... Mulder??", fragte sie barsch. Sie wusste, was jetzt kommen würde.
"Was, Mulder? Was haben Sie gefunden???"
"Ähm,... also, ich...", stotterte er.
"Ich wusste es, Mulder!"
Natürlich, es ging wieder um das alte Thema: Die kleinen grauen oder grünen Männchen... wie auch immer.
Scully kannte Mulder gut genug, sie verstand ihn auch, ohne dass er ihr direkt sagte, was er von ihr wollte.
"Wo sind Sie und wann soll ich kommen?"
"Scully, auf Sie ist doch immer Verlass. Nehmen Sie die nächste Maschine nach Boston, Massachusetts... ach, warten Sie! ... Sie sagten doch, dass Sie viel zu tun hätten?"
"Ach, das ist nicht der Rede wert. Ich mache mich auf den Weg."
"Na gut, Scully, bis, ähm,... bis später dann. Rufen Sie mich an, wenn Sie wissen, wann Sie kommen!"
"Ja, Mulder... und ich dachte, Sie machen wenigstens einmal Urlaub in Ihrem Leben."
"Tja, Scully, nichts ist so, wie es scheint."
Sie legten auf und Scully lies sich wieder zurück in den Sessel fallen. Plötzlich fiel ihr ein Bleistift auf den Kopf. Genervt betrachtete sie ihr sinnloses Werk, an der Decke über ihr.
Sie machte sich direkt auf den Weg nach Hause, um ihren Koffer zu holen. Für solche Situationen hatte Sie immer schon vorher gepackt. Sie machte sich auf den Weg zum Flughafen. Scully war eh schon viel zu spät dran, fast hätte sie die Maschine, die sie noch schnell per Telefon gebucht hatte, verpasst, doch die nette Dame am Schalter hatte sie doch noch hineingelassen. Sie war froh, endlich in der Maschine zu sitzen.. Schlimmer konnte es eh nicht mehr kommen. Wenn Mulder nicht angerufen hätte, dann wäre sie vor Langeweile noch gestorben. Noch nie zuvor hat-te sie sich so sehr auf einen Fall mit Aliens gefreut. Bevor sie in das Flugzeug gegangen war, hat-te sie noch schnell Mulder angerufen, damit er Bescheid wusste, wann er sie abholen sollte. Sie musste zugeben, dass sie sich richtig freute ihn wiederzusehen. Nie hätte sie gedacht, dass sie ihn so sehr vermissen würde.
Ich frage mich nur, warum Mulder nicht einmal in seinem Leben fähig dazu ist, Urlaub zu machen, ohne Aliens zu jagen. Oder jagen die Aliens ihn? Sie schmunzelte über ihre Gedanken und ehe sie sich versah, startete die Maschine in die Weiten des Himmels.
Alles war besser, als in diesem tristen Büro zu hocken... ohne Mulder... und sich zu Tode zu langweilen und Bleistifte zu missbrauchen.
Der Flug dauerte nicht lange, sie waren noch nicht mal eine Stunde in der Luft, da setzte die Maschine auch schon zur Landung an. Scully wurde kräftig durchgeschüttelt, als das Flugzeug den Boden berührte. Sie war froh, als sie endlich aussteigen konnte.
Und auf geht’s! Passt auf, ihr lieben Aliens: Hier kommt Scully!!!
Mulder wartete schon auf seine kleine Partnerin.
"Hey, Mulder! Sie sehen aber nicht aus, als hätten Sie eine Woche Urlaub hinter sich. Sie sind ja gar nicht braun geworden.", neckte sie ihn zur Begrüßung.
"Boston und braun werden?", gab er zurück.
"Ich hatte mich eh schon gewundert, warum Sie sich ausgerechnet Boston aussuchen, um Urlaub zu machen.", sagte sie stirnrunzelnd.
"Äh, ich schätze, ich muss Ihnen da noch etwas erklären, Scully...", stotterte er.
Sie schaute zu ihm auf.
"Ich wusste, dass das hier kein Urlaub werden würde. Ähm, aber ich dachte... ich... ich dachte, ich würde hier alleine klarkommen.", erklärte er mit dem Gesicht auf den Boden gerichtet.
Wie peinlich es doch ist, Scully zu gestehen, dass ich ihre Hilfe brauche!
"Wofür brauchen Sie meine Hilfe?", fragte sie.
Scully merkte, dass es ihm unangenehm war, vor ihr Schwäche zu zeigen, aber auf irgendeine Weise genoss sie es.
Das kommt ja nicht so oft vor. Sie lächelte in sich hinein.
"Also, ich werde Sie jetzt erst mal in unserem Hotel fahren. Danach werde ich Ihnen den Rest zeigen."
Mulder nahm ihren Koffer und sie gingen zum Parkdeck, auf dem sich Mulders Mietwagen befand und fuhren los.
"Wie war Ihr Flug?", fragte er.
"Ganz okay.", entgegnete sie.
"Schön... dann sind Sie ja frisch und munter für einen neuen Fall!", grinste er.
"Bin ich das nicht immer, Mulder?"
Er musste lachen.
"Also, was genau tun wir hier, Mulder?"
"Wie ich an Ihrem Unterton erkennen kann, würde ich mal sagen, Sie wissen schon, worum es sich hier handelt."
Scully fragte ironisch: "Um eine nicht existierende Lebensform, die Ihrem Gehirn einredet, sie gesehen zu haben?"
"Ja, so in etwa... aber ES existiert..."
"ES?? Aha..."
"Ja, man weiß ja nie, ob diese Aliens männlich oder weiblich sind.", grinste er und wunderte sich über sich selbst, dass er das Wort Alien in Scullys Gegenwart ausgesprochen hatte.
"Wenn DIE Ihnen nachschauen, dann sind es sicher Weibchen," sagte sie lustlos.
Mulder verdrehte die Augen und konzentrierte sich wieder voll und ganz auf die Strasse.
"Und? Was wissen Sie noch?"
Sie hasste es, ihm immer alles einzeln aus der Nase ziehen zu müssen.
"Ich glaube, es ist besser, wenn Sie sich das mal von Mr. Fish erklären lassen."
"Wer ist Fish?"
"Das ist der Leiter der Kanzlei, in der... na, Sie wissen schon..."
Mulder parkte den Wagen vor dem Hotel.
"Und wo haben Sie den getroffen, wenn ich fragen darf?"
"Ach, das ist unwichtig!"
"Sie wollen mir doch nicht etwa wichtige Details verschweigen, Mulder, oder?"
Er wollte ihr unter keinen Umständen von dieser etwas merkwürdigen Bar erzählen, in der er sich mit ihm getroffen hatte. Und schon gar nicht von dieser blonden, dürren, weiblichen Person. Er war sich sicher, dass sie dann sofort wieder zurück nach Washington fliegen würde. Aber er kam wohl nicht drum herum.
Verlegen erzählte er: "Ach, das war in so einer... so einer komischen Bar..."
"Komische Bar? ... Und?"
"Ja, da haben wir uns halt getroffen."
"Zufällig oder wie?"
"Nein, nicht zufällig. Wie ich Ihnen ja schon am Flughafen erklärt habe, wusste ich schon vorher, dass ich hier nicht hinfahren würde, um Urlaub zu machen und ich sagte Ihnen ja, dass ich ihre Hilfe brauche..."
"Mulder? Sie verheimlichen mir doch etwas. Ich kenne Sie jetzt schon sehr lange und ich weiß, dass mit Ihnen etwas nicht stimmt. Sie waren in einer von diesen Nachtbars, habe ich Recht?"
"Ja, das war ich, aber das ist eine seriöse, müssen Sie wissen. Wir haben uns da eigentlich nur getroffen, weil sie immer nach Feierabend dorthin gehen und...", Mulder brach ab.
Genervt fragte sie und dennoch neugierig, wie ein kleines Kind: "Und?"
Er musste es ihr jetzt sagen und er musste ihr auch sagen, warum er sie wirklich hierher bestellt hatte. Naja, vielleicht nicht alles. Vielleicht sollte er ihr einfach nur von dieser,... wie hieß sie noch gleich? Ach ja, richtig... Ally McBeal... vielleicht sollte er ihr einfach nur davon erzählen und nicht, dass er Scully wegen ihr herbestellt hatte und nicht direkt wegen dem Fall. Ja, das war eine gute Lösung. Jetzt konnte er nur noch hoffen, dass Scully ihm glaubte. Es war ja schließlich die Wahrheit.
"Nun ja, als ich mit Mr. Fish telefoniert habe, meinte er, dass wir uns dort in der Bar treffen soll-ten, da dort auch all seine Kollegen und... Kolleginnen sein würden... und dann bin ich dorthin,... aber nur wegen dem Fall, müssen Sie wissen! Ich konnte ja nicht ahnen, dass...", erneut brach er ab.
Oh Mann, das kann doch nicht so schwer sein, Mulder! Was soll sie dir denn schon groß vorwerfen? Es ist doch eigentlich nichts passiert! Wärst du sauer auf sie, wenn sie in dieser Situation gewesen wäre? Mh, vielleicht,... aber Scully ist nicht du,... ach, sie wird schon nicht sauer sein, aber wenn ich jetzt nicht sofort weiter rede, dann wird sie mit Sicherheit sauer werden! Lieber Gott, sollte es dich wirklich geben, dann stehe mir jetzt bei...
"Also, was ich damit sagen will ist, dass...", er stoppe, doch den letzten Teil des Satzes rasselte er wie ein Wasserfall herunter: "... dass diese Ally McBeal mich einfach geküsst hat und... ich konn-te wirklich nichts dafür, das müssen Sie mir glauben, Scully! Woher hätte ich wissen sollen, dass meine Ankunft allen weiblichen Kollegen bekannt war? Es tut mir leid!"
Warum erzähle ich ihr das eigentlich? Sie amüsiert sich jetzt bestimmt den ganzen Tag darüber. Warum entschuldige ich mich bei ihr? Wahrscheinlich ist es ihr eh egal, mit wem ich oder besser gesagt, wer mit mir rum macht! Oh lieber Gott, hilf mir hier raus... bitte...
"Ally McBeal!", sagte sie nur.
Er entschuldigt sich bei mir, obwohl er eigentlich keine Schuld hat... wie süß von ihm. Wie süß, dass er mir das überhaupt erzählt. Ist das vielleicht ein Zeichen? Ich meine, wenn ich ihm egal wäre, dann würde es ihm nicht so schwer fallen und es wäre ihm egal, ob es mir etwas ausmachen würde. Oh Mulder!
"Scully? Könnten Sie vielleicht irgendetwas sagen? Schreien Sie mich an oder schlagen Sie mich,... ganz egal was, aber bitte tun Sie was!"
Sie lächelte ihn an. Wie konnte sie ihm böse sein? Sie wusste, dass er sie nie im Leben anlügen würde. Sie glaubte ihm.
"Hey,... es ist doch okay. Warum sollte ich Ihnen denn böse sein?", munterte sie ihn auf.
"Wirklich?"
Scully merkte, dass ihm ein Stein vom Herzen fiel.
"Nein, Mulder. Sie müssten mich eigentlich besser kennen. Kommen Sie, lassen Sie uns rein gehen."
Sie stieg aus und nach ein paar Sekunden folgte Mulder ihr. Sie gingen in das Hotel hinein und Mulder trug Scullys Koffer in ihr Zimmer.
"Wie lange brauchen Sie, Scully? Mein Zimmer ist gleich nebenan. Kommen Sie einfach rein, wenn wir los können. Ich werde dort auf Sie warten.", sprach er zu ihr, als er zur Türe ging. Scul-ly stimmte ihm mit einem Lächeln zu und er schloss die Türe.
Oh, lieber Gott, ich danke dir! Ich verspreche dir, ich werde jeden Abend beten und an dich denken, wenn du mir nur weiterhin hilfst. Bitte...
Verwirrt ging er in sein Zimmer und schmiss sich auf sein Bett. Ein paar Minuten Entspannung könnten jetzt wirklich nicht schaden. Er schloss seine Augen und lauschte dem Geräusch von Scullys Dusche.
Nach ca. 20 Minuten klopfte es an seine Tür. Scully stand davor, doch er reagierte nicht.
Vorsichtig fragte sie: "Mulder?"
Doch sie bekam keine Antwort. Sie entschloss sich, hinein zu gehen und öffnete die Tür.
Als ihre Blicke durch das Zimmer huschten, entdeckte sie Mulder, der auf seinem Bett lag. Er schien zu schlafen. Vorsichtig ging sie zu seinem Bett hinüber und sah ihn an.
Wie süß er doch aus sieht, wenn er schläft! Scully strich ihm leicht über die Wange. Aber so ger-ne sie ihn noch stundenlang ansehen würde, ihr blieb nichts anderes übrig, sie musste ihn wecken. Vorsichtig stupste sie ihn an. Mürrisch drehte er sich zur Seite, sodass er zu Scully gedreht war. Im nächsten Moment öffnete er seine Augen und erschrak fürchterlich, als er sah, dass eine Gestalt vor seinem Bett stand. Doch er begriff schnell, dass es sich nur um Scully handelte. Erleichtert lächelte er sie an und stand auf.
"Es tut mir leid, dass ich Sie erschreckt habe.", sagte sie verlegen.
"Ach was!", nuschelte er nur.
Nachdem Mulder seinen Mantel übergestreift hatte, gingen sie zurück zum Wagen und fuhren los.
"Es ist nicht weit, Scully."
Scully nickte und nach einer fünfminütigen Fahrt warten sie auch schon da.
Mulder parkte den Wagen vor einem großen Gebäude.
"Die arbeiten alle noch. Wir müssen hoch in die Kanzlei. Aber seien Sie unbesorgt,... es gibt einen Fahrstuhl.", lächelte er ihr zu, als er sah, wie Scully das Gebäude beäugte.
Sie gingen hinein und stiegen in den Fahrstuhl
"Aber, Scully,... ich muss Sie warnen! Die sind dort alle etwas,... mh, wie soll ich sagen,... etwas seltsam, aber alle sehr nett. Aber das werden sie selber schnell feststellen."
"Ich bin ja seltsame, aber nette Menschen gewöhnt!", lächelte sie zu Mulder hinüber.
Der Fahrstuhl kam zum Stillstand und die Tür öffnete sich mit einem leisen Geräusch.
"Hallo, Agent Mulder! ... Sie müssen Agent Scully sein?" Elaine, die Sekretärin, kam auf sie zu-gestürmt, ehe sie aus dem Fahrstuhl aussteigen konnten.
"Ja, das bin ich... und wer sind Sie?"
"Ich bin Elaine... Elaine, die Frau für alles. Wenn Sie mal ein Problem haben, dann bin ich da. Kennen Sie schon meine neueste Erfindung? Hier, einen Gesichts- BH!", plauderte Elaine eifrig. Sie wollte Scully dieses komische, weiße Etwas schon über den Kopf stülpen, aber diese wies sie dankend zurück. Mulder und Scully mussten sich ein Lachen verkneifen. Er hatte Recht, seltsame, sehr seltsame Menschen waren das hier.
"Kommen Sie mit. Ich werde Sie zu Richard Fish bringen.", sagte sie, noch immer etwas enttäuscht darüber, dass sich Scully nicht für ihren Gesichts- BH interessierte.
Beide Agenten folgten ihr.
Eine blonde, dürre Frau stand mitten im Raum und starrte Mulder an. Er jedoch hatte sie nicht gesehen. Elaine zwinkerte Ally McBeal zu, als sie die beiden Agenten zu Mr. Fish brachten.
"Richard? Hier sind Agent Mulder und Scully.", erklärte sie mit einem lächeln auf den Lippen.
"Danke, Elaine." Bedankte sich Richard und machte ihr klar, dass sie jetzt wieder gehen konnte.
Elaine wollte die Tür gar nicht mehr schließen, tat es dann aber doch. Sofort schnellte ihr Ohr an die Tür, damit sie kein einziges Wort verpasste. Ally kam zu ihr rüber.
"Er ist da drin.", flüsterte Elaine.
"Ja, ich weiß und ich würde ihn da jetzt verdammt gerne raus holen.", gab Ally zurück.
"Agent Mulder, Agent Scully, bitte setzen Sie sich doch.", bedeutete Richard.
Die Beiden nahmen Platz und Scully ließ ihre Blicke durch den Raum schweifen.
"Haben Sie ihrer Partnerin schon über den Fall berichtet?"
"Nein, ich habe es für besser gehalten, Sie das übernehmen zu lassen.", kommentierte er und lächelte dabei leicht.
Scully schaute Richard an, sie wollte jetzt endlich mehr über diese Sache wissen.
"Also, Agent Scully, es ist so, hier passieren wirklich unheimliche Dinge" erklärte Richard fast flüsternd.
"Und die wären?", fragte sie ungeduldig.
"Nun, ich glaube, hier gibt es Aliens. Ich höre des Öfteren eine seltsame Musik und dann kommt dieses grüne Dings und es ist einfach schrecklich", offenbarte er kopfschüttelnd und Scully kam diese Angst unecht vor. Das war kein Mann, der vor ihr saß, das war ein erbärmlicher Feigling.
"Was macht es mit Ihnen? Wie sieht es aus?", forschte Scully nach.
"Also, es ist grün und tanzt einfach nur und ich höre diese Musik. Es hat mich nicht angefallen oder so, aber ich glaube ich... ich glaube, ich habe Angst."
Scully hatte das Gefühl, gleich laut loslachen zu müssen. Das war doch wohl nicht Mulders Ernst sie wegen so etwas extra herzuholen. Und sie hätte sich darüber totlachen können, wie Richard sich ausdrückte ‚Ich habe Angst’,... herrje!
"Also, verstehe ich Sie richtig, dass Sie nur ein grünes Etwas sehen, dass zu einer bestimmten Melodie tanzt, oder wie? Und weil es grün ist, ist es gleich ein Alien?", erkundigte sie sich skeptisch.
Richard nickte stumm und Mulder wäre jetzt am liebsten im Boden versunken und nie wieder rausgekommen. Richard hatte ihm das alles vollkommen anders erzählt.
"Mulder? Kann ich Sie mal unter vier Augen sprechen?"
Er nickte und sie standen auf, um raus zu gehen. Als sie die Tür öffneten, purzelten Elaine und Ally nach hinten. Mulder stockte der Atem. Doch er ging schnellen Schrittes an ihr vorbei zu einem Ort, an dem er mit Scully ungestört reden konnte. Und es gab verdammt nicht viele Orte, an denen man beruhigt sein konnte, dass niemand lauschte.
"Scully? Ich weiß, was Sie jetzt denken.", sprach er mitleidig.
"Ach ja? Mulder, was soll das hier? Sie sind mir ja schon mit den komischsten Fällen angekommen, aber das hier? Ich meine, soviel gesunden Menschenverstand müssten Sie doch eigentlich haben, um zu merken, dass das hier,... mir fällt noch nicht mal ein Wort dafür ein."
Obwohl Scully normalerweise immer sofort wütend wurde, wenn Mulder wieder einmal Mist gebaut hatte, fand sie diesmal die ganze Situation einfach nur zum Lachen komisch, was sie ihm auch mit einem breiten Grinsen zeigte.
"Scully, warum lachen Sie jetzt bitte?"
"Also, Mulder, schauen Sie sich doch mal um. Was bitteschön ist hier nicht komisch? Gesichts- BH,... also bitte!"
Jetzt musste auch Mulder lachen. Das mit dem Gesichts - BH war wirklich zu komisch.
"Aber Scully, er hat mir das ganz anders am Telefon geschildert. Wirklich! So hat er mir das nicht erzählt", erzählte Mulder, nachdem er sich wieder beruhigt hatte.
"Wie hat er Ihnen das denn erzählt?"
"Anders eben. Er klang wirklich so, als ob er Panik hätte und ich dachte er meint, es ernst. Und, Scully,..."
Mulder schaute zu Boden, denn was er jetzt sagen würde, wäre für Scully Grund genug ihn einweisen zu lassen.
"Was denn, Mulder?"
"Ich... ich habe es auch gesehen!"
"Was?! Sie haben es auch gesehen?"
Scully runzelte die Stirn.
"Ja, in seinem Büro. Ich war bei den anderen und da habe ich es gesehen und diese komische Melodie! Ich glaube es war Barry White!"
"Barry White?"
"Ja, Scully. Ich wollte Ihnen das zuerst gar nicht sagen, weil Sie mir eh nicht glauben würden, aber tun Sie es jetzt vielleicht doch?"
Mulder klang verzweifelt. Scully holte tief Luft. Was sollte sie denn bitteschön jetzt tun? Diese Geschichte war einfach zu bescheuert, als dass sie auch nur in entferntester Weise wahr sein konnte.
"Mulder, sind Sie sich denn da auch ganz sicher?"
"Natürlich, Scully und wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht anders reagiert, als er mir die Geschichte aufgetischt hat. Er hat am Telefon zuerst so anders geklungen und dann erzählte er mir das gleiche wie Ihnen. Doch als ich es dann selber gesehen habe, da fand ich das gar nicht mehr komisch!"
"Können Sie mir das ‚Grüne Etwas’ denn näher beschreiben? Ich meiner, außer, dass es Ihnen Angst gemacht hat, Mulder?"
"Also, es war grün, wie Sie schon wissen und es hatte Hörner auf dem Kopf! Nein, es waren kei-ne Hörner. Es war so was wie Antennen und es hatte große Augen. Das Ding war nicht größer als... nun ja, sagen wir mal 50 cm und es hat zu dieser Musik getanzt."
"Sie meinen so was, wie man bei Toys´R´Us bekommt?", fragte sie leicht ungläubig.
"Ja, so in etwa. Scully, Sie halten mich doch jetzt bestimmt für total bescheuert, oder?"
"Wäre das denn etwas neues für Sie?", zwinkerte sie ihm zu.
Mulder jedoch verdrehte nur genervt die Augen.
"Was machen wir denn jetzt, Scully? Diese Leute werden mir langsam unheimlich."
"Warum, Mulder? Sie scheinen doch ganz nett zu sein, ein bisschen seltsam vielleicht, aber doch nett."
"Ja, das meinen Sie. Warten Sie mal ab, bis Sie einen Tag hier verbracht haben. Nett sind sie ja alle, vielleicht etwas zu nett.", nuschelte Mulder, während er einen ganz kurzen Blick auf Ally warf und sie genervt ansah.
Schadenfroh lächelte sie ihm zu: "Ich habe doch in dieser Sache genug Erfahrung, Mulder."
Mulder wusste genau, was sie damit sagen wollte, jedoch tat er so, als hätte er es nicht gehört, wie immer.
"Und was bitte machen wir jetzt, Mrs. Oberschlau?"
"Sie sind doch der Experte, Mulder?!", entgegnete sie ihm.
"Was meinen Sie, warum ich Sie herbestellt habe?"
Okay, das ist nicht der Grund, aber trotzdem weiß ich nicht mehr weiter.
"Vielleicht sollte ich mich mal bemühen, damit ich es auch zu sehen bekomme, Mulder."
"Ja, denn bis jetzt waren es ja nur ich und..."
Mulder stoppte, denn plötzlich ertönte John Cages Stimme. Er schrie wie ein kleines Baby, welches seine Flasche haben will.
"HILFE!!! HILFE!!! ... Ich... ich... ich habe es gesehen! Ein Alien! Und ich... ich... ich habe Musik von Barry White gehört!"
John Cage rannte wie ein wildes Eichhörnchen durch die Gegend, aus seiner Nase ertönte ein ganzes Blasorchester.
"Okay, jetzt sind es drei.", sagte Mulder.
Die beiden Agenten gingen hinüber zu Cage und versuchten ihn zu stoppen.
Scully redet beruhigend auf ihn ein, doch das schien keine besonders große Wirkung zu haben. Seine Nase pfiff wie eine Dampflok. Scully brüllte ihn an, damit er endlich zum Stillstand kam.
"Jetzt sehen Sie mich an! Hören Sie mir zu!"
Scully hielt ihn fest und Cage hielt die Luft an. Seine Nase jedoch pfiff immer noch fröhlich vor sich hin. Schließlich hielt er sie zu.
"Mr. Cage, was haben Sie gerade gesehen?", erkundigte Scully sichtlich erleichtert, das Pfeifen nicht länger ertagen zu müssen.
"Ich... ich... ich habe ein Alien gesehen und es hat getanzt,... zu der Musik von Barry White."
Er sprach, als ob er sich in einem Trance ähnlichen Zustand befand. Kurz ließ er seine Nase los, doch es ertönte noch immer, das mittlerweile leisere, Pfeifen und er hielt seine Nasenlöcher wieder zu und lächelte eingeschüchtert.
Ein Alien... sicher! Scully sah hilflos zu Mulder rüber und versuchte seine Gedanken zu lesen. Er hingegen hoffte, dass Scully dem ganzen endlich etwas mehr Glauben schenken würde, schließlich waren es jetzt schon drei, die es gesehen hatten.
Mittlerweile hatten sich alle Mitarbeiter der Kanzlei um sie herum in einem Kreis aufgestellt, um ja jedes kleinste Detail mitzubekommen.
"Lassen Sie uns doch alleine in Ruhe darüber reden, Mr. Cage.", schlug sie ihm vor, als sie die Menschenmenge erblickte. John war nur fähig zu nicken. Scully gab ihrem Partner ein Zeichen und die drei verzogen sich in Cages Büro. Das hätten sie sich aber eigentlich auch sparen können, denn mit Elaine als Sekretärin bleibt nichts geheim. Bevor Mulder die Türe schloss, betrachtete er Elaine mit einem prüfenden Blick, doch diese klebte mit ihrem Ohr sofort wieder an der Tür, als er sie geschlossen hatte. John setzte sich auf den Boden und zog die Schuhe aus.
Auf den Boden?
"Ähm, wollen wir uns nicht lieber hierher setzen?", Scully deutete mit ihrem Finger auf die Couch in der anderen Ecke des Büros. John lag nun auf dem Rücken und starrte aus dem Fenster.
"Nein, nein, das tue ich immer. Ally, Richard und ich liegen oft hier an dieser Stelle und starren in den Himmel."
Scully zögerte einen Moment, doch dann legte sie sich neben ihn. Mulder traute seinen Augen nicht. Hatte sich Scully nun wirklich neben die Pfeifnase gelegt?
"Es hilft. Glauben Sie mir.", beteuerte Cage.
"Na, kommen Sie schon, Mulder!", forderte Scully.
Nach ein paar Sekunden legte er sich neben Scully auf den Fußboden.
"Meine Schuhe lasse ich aber an.", lächelte er.
Für einen Augenblick sagte niemand etwas.
"Und, Scully? Was sagen Sie jetzt? Ich meine, jetzt sind wir schon zu dritt!", brach Mulder das Schweigen.
Währenddessen, vor Cages Türe, redeten Ally und Elaine über Mulder.
"Was kann ich denn noch tun, Elaine?", fragte Ally verzweifelt.
"Warte mal, ich habe da eine ganz neue Erfindung. Ich selber habe sie schon ausgetestet!", grins-te Elaine.
Ally blickte sie fragend an. Elaine holte ein kleines Fläschchen, mit einer rosa farbigen Flüssig-keit darin, hervor und bestäubte Ally damit.
"Was ist das?", hustete Ally.
"Ally, du wirst es nicht glauben, aber Mulder wird verrückt nach dir sein, wenn er in deine Nähe kommt.", grinste Elaine voller Eifer.
"Echt? Dann mache gleich noch eine Ladung drauf."
Elaine besprühte Ally noch mehr.
"Und du bist sicher, dass es funktioniert?", fragte Ally.
"Ja, ich denke schon. Du wirst es gleich sehen, wenn er raus kommt."
Nach einer Weile öffnete sich die Tür zu John Cages Büro und die beiden Agenten traten aus dem Zimmer. Ally fing Mulder sofort mit ihren Blicken ein, während sie langsam zu ihm schritt.
"Scully? Oh, mein Gott!", schnappte er nach Luft, als er an Ally vorbei ging.
"Was hat sie denn? Sie schaut Sie ja an, als ob Sie der letzte lebende Mann auf Erden wären!"
"Scully,... ich sehe das Ding wieder. Es tanzt um mich herum!", sagte Mulder.
"Wo, Mulder? Ich sehe gar nichts,... nur Ally, die Sie anguckt, als wären Sie ein Stück Torte."
"Da, Scully. Direkt vor mir. Es tanzt! Gott, diese Musik ist so laut."
Mulder wurde von allen Seiten angestarrt.
"Mulder, Sie können jetzt mit Ihren Spielchen aufhören. Sie haben schon alle Augen auf sich gerichtet und gelacht haben wir auch... also?"
"Agent Scully, ich sehe es aber auch. Direkt vor mir!", meldete sich Richard Fish zu Wort.
Er schmiss sich auf den Boden und klammerte sich an Scully Beinen fest.
"Bitte beschützen Sie mich! Das ist doch Ihre Pflicht!", wimmerte er.
"Ist denn hier jeder verrückt geworden? Da ist absolut nichts!?", gab ihm Scully als Antwort.
Elaine ging zum Fenster, um es zu öffnen.
"Meine Güte, ist es hier stickig drin.", sagte sie dabei.
Ein kräftiger Luftzug schwirrte durch die Räumlichkeit. Die Männer kamen nach wenigen Se-kunden wieder zu Sinnen.
"Scully? Sie haben das nicht gesehen?", fragte Mulder immer noch leicht verwirrt.
Scully schüttelte den Kopf.
"Moment mal! Scully, kann ich kurz unter vier Augen mit Ihnen reden?", bat Mulder.
Er zog Scully am Arm in die Ecke, in der sie eben auch geredet hatten.
"Was ist da gerade passiert, Mulder?", wollte Scully nun endlich wissen.
"Scully, ich und die beiden anderen Männer haben es gesehen und ich wette, wenn noch mehr Männer im Raum gewesen wären, dann hätten die es auch gesehen. Scully, die ganzen Frauen hier haben es nicht gesehen. Was ist das, Scully? Ich finde das langsam nicht mehr komisch."
"Die nackte imaginäre Frau zwischen den Eiswürfeln in der Coca Cola Werbung?"
"Was zum Teufel meinen Sie, Scully?"
"Sie kennen doch die Werbung mit den Eiswürfeln! Männer sehen darin tatsächlich die Form einer nackten Frau, obwohl ich denke, das Männer sich da nur etwas hineinphantasieren.", erklär-te sie.
"Einbildung, Scully? Das kann gut sein, aber wovon denn bitteschön? Und warum sehen nur wir drei Männer es? Scully, Sie müssen mir glauben! Ich habe dieses grüne Ding wieder gesehen und diese Musik... und ich war nicht alleine. Scully, bitte glauben Sie mir."
"Gut, Mulder. Ich glaube Ihnen ja. Aber wenn Sie mir nicht mehr dazu sagen können, dann wer-de ich Ihnen auch keine große Hilfe sein können. Alles, was ich weiß, ist, dass es grün ist und diese Barry-White-Musik da ist. Wissen Sie denn nicht wirklich mehr?"
"Herr Gott, Scully! Wenn ich mehr wüsste, dann würde ich es Ihnen doch sagen. Er tanzt um mich herum. Verdammt, ich werde verrückt bei diesem Anblick und außerdem werde ich von dieser blonden Frau da hinten verfolgt."
Mulder blickte zu Ally hinüber, die ihn noch immer fasziniert beobachtete.
"Jetzt, wo Sie es erwähnen, kann es sein, dass es vielleicht etwas mit ihr zu tun hat? Ich meine, es hat erst angefangen, als wir aus dem Büro raus kamen und Sie an ihr vorbei gegangen sind.", versuchte Scully die Situation zu erfassen.
"Mit ihr? Wie soll das gehen? Glauben Sie etwa, dass Sie hexen kann oder was? Scully, ich bitte Sie."
Mulder konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.
"Sie bitten mich? Habe ich mich jemals über Ihre Theorien lustig gemacht? Wer hat denn immer gesagt, man soll jeder Theorie nachgehen? Sie haben mich um meine Hilfe gebeten und ich habe einen Vorschlag gemacht, aber wenn Sie das alles für Schwachsinn halten, dann machen Sie das hier doch alleine.", antwortete Scully patzig.
"Scully, es tut mir leid! So war das nicht gemeint... Es war nur so ungewohnt, das aus Ihrem Mund zu hören! Es tut mir leid, Scully."
Mulder sah verlegen zu Boden.
"Kommen Sie, lassen Sie uns mal zu den anderen rüber gehen."
Scully tat ihre patzige Antwort mittlerweile auch schon wieder leid. Manchmal sprach sie schnel-ler, als sie dachte und dann kam so etwas dabei heraus.
"Sorry, Mulder. Das ist mir so rausgerutscht.", sagte sie entschuldigend.
Er lächelte sie an und sie gingen wieder zurück zu den anderen. John Cage war mittlerweile auch wieder dazu gestoßen. Ally war gerade dabei, mit Elaine zu reden. Mulder und Scully richteten ihre Blicke auf die beiden.
"Es hat nicht geklappt, Elaine! Du weißt genau, was mir das bedeutet und du machst alles ka-putt.", brummte Ally mehr als gereizt.
"Entschuldigung. Ich dachte wirklich, dass es funktioniert! Achtung, die gucken schon!", gab Elaine zurück und lächelte dabei verlegen.
Scully sah Mulder an.
"Was ist? Haben Sie Lust meine Theorie zu prüfen?"
"Au ja, und ob ich das habe!", erwiderte Mulder mit einem schadenfreudigen Unterton.
"Hey, Ally, Elaine. Habt Ihr eben auch was gesehen?", fragte Scully, um ein Gespräch mit ihnen anzufangen.
Mulder ging währenddessen zu Cage und Fish hinüber.
"Äh, was? Achso, nein, haben wir nicht.", stotterte Elaine.
"Was sollen wir denn gesehen haben!", fragte Ally.
"Sagen Sie, Elaine, Sie machen doch hier den Kaffee, oder?"
"Ja, den mache ich. Ich bin hier Mädchen für alles. Wie schon gesagt, wenn Sie mal ein Problem haben, dann bin ich für Sie da oder wenn Sie mal meinen Gesichts- BH oder meine andere Erfin-dungen austesten wollen..."
"Und Sie machen den Kaffee genau wie immer?", hakte sie nach.
"Ja, sicher. Worauf wollen Sie hinaus?"
"Nichts, schon gut. Sie sind Erfinderin? Was haben Sie denn noch so alles erfunden? Das hört sich ja sehr interessant an!", fragte Scully mit gespieltem Interesse.
Elaine konnte ihr Glück gar nicht fassen - gab es wirklich noch Menschen auf diesem Planeten, die sich ernsthaft für ihre Erfindungen interessierten, ohne sich lustig über sie zu machen?
"Nun ja, wir hätten da einmal den Gesichts- BH....... *blablablablablabla*........ und ich habe auch eine elektrische Klospühlung mit einem Deckelöffner erfunden. Diese benutzt jetzt John Cage..... *blablabla*....."
Im Eifer ihrer Erzählungen zählt sie aus Versehen den "Männer- Duft" auf, was sie eigentlich gar nicht wollte.
"...Und dann noch die Flüssigkeit in diesem Fläschchen. Es hat noch keinen Namen, weil..."
Elaine schreckte hoch, als sie merkte, was sie da eben gesagt hatte und versteckte das kleine Fläschchen hinter ihrem Rücken, obwohl sie genau wusste, dass Scully es schon längst gesehen hatte.
"Was denn für eine Flüssigkeit? Ein Parfum? Ich liebe Parfums!", erzählte Scully es ihr, um sie entgültig aus der Reserve zu locken.
"Ach, das ist nicht der Rede wert. Es hat eh nicht funktioniert! Ah, ich meine... ich meine, es riecht schrecklich!", grinste sie verlegen.
"Ist es dort in dem Fläschchen? Lassen Sie mich mal riechen. So schlimm kann es doch gar nicht sein."
"Ich,... ähm, nein. Das ist mir unangenehm. Wissen Sie, ich kann Ihnen versichern, dass es nicht gut riecht. Aber Sie können gerne mal meinen Gesichts- BH anziehen.", lächelte sie nervös.
"Wissen Sie, Elaine, ich kenne mich mit Chemie auch sehr gut aus und ich könnte Ihnen ein paar gute Tipps geben."
Oh Nein, jetzt ist sie auch noch Chemikerin!
Zögernd gab sie Scully das kleine Fläschchen mit der rosanen Flüssigkeit und wäre dabei am liebsten im Boden versunken.
Scully drehte vorsichtig den Deckel ab und schnupperte daran.
"Hmm, ich habe da eine Idee. Könnte ich mir davon vielleicht ein paar Tropfen abfüllen?", fragte Scully.
"Nein, lieber nicht!" gab Elaine zurück.
"Ach, kommen Sie schon. Wir sind doch fast schon richtige Freundinnen!", lächelte Scully ihr zu.
Sie scheint ja wirklich Interesse an meiner Erfindung zu haben und wenn es ja eh nicht geklappt hat, was soll’s. Es wird schon nichts passieren!
"Na schön, aber nur ein bisschen."
Scully füllte sich ein bisschen ab und bedankte sich bei ihrer neuen Scheinfreundin..
"Ich werde mal rüber zu meinem Partner gehen. Danke, Elaine."
Die kleine rothaarige Agentin drehte sich um und wollte rüber zu ihrem großen, gutaussehenden Partner, doch Ally stoppte sie mit ihrer Stimme. Sie stand die ganze Zeit neben Scully und Elaine und war einfach nicht zu Wort gekommen.
"Sagen Sie mal,... Agent,... äh,... Agent Scully. Was macht Agent Mulders Frau eigentlich immer, wenn er unterwegs ist? Ich meine,... ach, Sie wissen schon."
"Ähm, Mulders Frau? Mulder ist nicht verheiratet. Aber Ally, wenn Sie sich das nächste Mal nicht sicher sind, dann prüfen Sie doch einfach mal den Ringfinger.", versuchte sie zu scherzen.
Die soll sich bloß nicht an ihn ranmachen! Scully hatte schon fast zornige Gedankengänge in ihrem Kopf.
"Ach, er ist gar nicht verheiratet? Auch keine Freundin?"
"Nein, zur Zeit nicht!", sagte Scully genervt.
Und alles nur, weil ich meine Klappe nicht aufkriege, um es ihm zu sagen.
Scully wendet sich erneut zum Gehen, doch auch diesmal wird sie von Ally gestoppt.
"Agent Scully, warten Sie!"
"Ja?"
"Wie lange werden Sie noch hier sein?"
"Das kann ich Ihnen nicht sagen. Wenn der Fall abgeschlossen ist, dann werden wir zurück flie-gen."
"Oh,... schön,... sehr gut,... ich meine,... okay."
Mulder stand am Fenster und blickte über die Stadt. Cage und Fish hatten sich mittlerweile wie-der in Cages Büro verzogen, um sich wieder die Schuhe auszuziehen, um in das Dachfenster zu starren.
"Hey, vielleicht ist meine Theorie doch nicht falsch!", sprach Scully, als sie Mulder leicht von der Seite anstubbste.
Mulder drehte sich zu ihr um und sah ihr triumphierendes Lächeln, als sie ihm die rosane Flüs-sigkeit unter die Nase hielt.
"Tadah! Das ist Elaines neueste Erfindung und wenn mich nicht alles täuscht, hat Ally sogar die-ses Zeugs hier benutzt, um Sie willig zu machen."
"WIE BITTE?!"
"Mulder, ich werde das jetzt untersuchen und dann weiß ich mehr darüber. Es ist wieder eine meiner Theorien.", lächelte sie.
Scully wandte sich von ihm ab und Mulder rannte ihr hinterher.
"Warten Sie! Ich komme mit."
Sie stiegen zusammen in den Aufzug.
Einige Zeit später im Kennedy Hospital...
Mulder saß auf einem der weißen Vinylstühle, die im Flur des langen Ganges standen, und warte-te auf Scully. Als er sie aus dem abgetrennten Bereich kommen sah, sprang er auf und eilte zu ihr rüber.
"Hey! Und? Was haben Sie rausgefunden?", erkundigte sich Mulder voller Neugier.
"Kommen Sie mit, ich werde es Ihnen zeigen, Mulder."
Sie packte ihm am Arm und nahm ihn mit ins Labor.
"Ich glaube, Ihnen zu 100% versichern zu können, dass es keine grünen Aliens in der Kanzlei ‚Cage & Fish’ gibt, Mulder! Höchstens beziehungswillige Frauen!", sagte sie, während sie ihm die Papiere der Analyse zeigte.
Scully nahm das Reagenzglas mit Elaine s Mixtur und gab es Mulder.
"Ich habe herausgefunden, dass dieses Mittel hier pflanzliche Halogene enthält. Jetzt wissen Sie, woher Ihre Aliens kommen.", äußerte sie mit einem Hauch Schadensfreude im Unterton.
Als Mulder das Fläschchen näher betrachtete, bekam er wieder Panik.
"Scully, da ist es schon wieder! Dieses Ding macht mich wahnsinnig!"
"Das heißt also: Test erfolgreich abgeschlossen!", lächelte sie.
"Sehen Sie, Mulder, jetzt haben Sie das ultimative Mittel für Alienvisionen nach Wunsch.", scherzte sie.
"Sehr witzig, Scully. Machen Sie lieber, dass es aufhört!"
Mulder rannte raus auf den Flur.
"Aber ich versichere Ihnen, Mulder, dass Sie keine Belästigungen von denen ertragen müssen!", rief sie ihm noch hinterher.
"Ja ja, machen Sie sich nur wieder lustig über mich!", rief er zurück.
Mulder setzte sich wieder auf einen der Stühle, Scully kam zu ihm rüber und nahm neben ihm Platz.
"Na, kommen Sie schon. Ihnen tut hier keiner etwas. Das einzige real existierende Lebewesen hier bin ich und vor mir werden Sie sich doch wohl nicht auch noch fürchten, oder?"
Mulder musste schmunzeln.
"Dann wäre der Fall wohl gelöst, Agent Scully."
Sie nickte stumm.
"Na, was ist? Haben Sie Lust, Ally heute Abend mal so richtig eifersüchtig zu machen?"
"Was?"
Hat er das jetzt wirklich gefragt?
"Das ist doch kindisch, Mulder. Wir sind hier, um den Fall zu bearbeiten."
"Haben Sie mir nicht gerade gesagt, das wir hiermit durch sind? Für heute bekommen wir eh keinen Flug mehr. Also, was ist?"
Scully runzelte die Stirn und zögerte mit ihrer Antwort, um Mulder etwas zu ärgern.
"Haben Sie einen Plan?"
"Also, mein Plan sieht folgendermaßen aus: Wir klären den Fall auf und machen uns dann einen schönen Abend unten in der Bar. Ally wird mit Sicherheit auch dort sein..."
"Sie wird heute also da sein?", lächelte sie ihm verschwörerisch zu.
"Ich meine, wir sind hier ja eh bald weg, aber das kann ich mir einfach nicht nehmen lassen.", sagte er, knuffte Scully leicht in die Seite und stand auf.
"Los, kommen Sie! Lassen Sie uns das Rätsel aufklären."
Scully sah ihm lächelnd hinterher, bevor sie ihre Sachen zusammenpackte und ihm folgte.
Etwas später in der Kanzlei ‚Cage & Fish’
Die Aufzugstür öffnete sich mit dem gleichen Geräusch wie immer und die beiden Agenten er-blickten den ganzen Haufen Mitarbeiter. Mulder musste an den Plan denken und sah Scully von der Seite an. Beide mussten grinsen.
Ally kam auch schon sofort angewackelt.
"Die gibt wirklich nicht auf.", flüsterte Mulder Scully noch schnell ins Ohr.
Die beiden gingen rüber zur Menge, um Bericht zu erstatten. Scully legte dabei ihren Arm leicht um Mulders Taille und erfreute sich an Allys Gesicht, dass Bände sprach.
"Mr. Fish? Wir haben herausgefunden, was hier passiert ist. Können wir uns irgendwo unterhal-ten?", begann Scully.
"Ja, natürlich. Ich bin froh, dass sich das alles nun endlich aufgeklärt hat. Kommen Sie, lassen Sie uns in mein Büro gehen."
Mulder nahm neben Scully auf der bequemen Couch Platz.
"Mr. Fish,... leider keine Aliens!", grinste Mulder, vermischt mit etwas Enttäuschung.
"Und was ist es dann? Ich meine, Sie haben es doch auch gesehen, Agent Mulder. Ich bin doch nicht verrückt."
"Es behauptet ja auch niemand, dass Sie verrückt sind, Mr. Fish, aber es gibt eben Situationen, in denen sich unsere Sinne täuschen lassen und wir etwas sehen, was gar nicht da ist.", versuchte Scully zu erklären.
Sie holte die Flüssigkeit aus ihrer Tasche.
"Diese Substanz ist von Elaine. Eine chemische Analyse hat ergeben, dass sich pflanzliche Halo-gene darin befinden, die für die Visionen verantwortlich sind.", fuhr Scully fort.
"Wir haben uns das alles nur eingebildet. Elaines ‚Männerwunder’ hat leider, oder sollte ich zum Glück sagen, nicht funktioniert. Es hat nicht erreicht, was es erreichen sollte."
",Männerwunder?’", fragte Fish ungläubig nach.
"Ja, so etwas in der Art. Elaine hat dieses Zeug hier zusammengemixt, um Männer willig zu ma-chen.", erklärte Scully.
"Sie meinen, Elaine hat das erzeugt, um Männer rumzukriegen?"
"Ja, so könnte man es nennen. Jedenfalls hat sie nicht erreicht, was sie wollte.", sagte Mulder.
"Aber... aber,...", stotterte Fish.
"Keine Aliens mehr, Mr. Fish!", verdeutlichte Mulder das Untersuchungsergebnis.
"Zumindest so lange nicht, bis Elaine wieder ihre Finger in irgendwelchen Reagenzgläsern hat.", beendete Scully seinen Satz.
,,Also, das heißt, dass der Fall abgeschlossen ist?", fragte Mr. Fish erleichtert.
,,Sie haben es erfasst, Mr. Fish!", erwiderte Mulder.
,,Ja, Mr. Fish, ich denke, dass sich alles aufgeklärt hat und es zu keinen weiteren Vorfällen kom-men wird.", fügte Scully hinzu.
,,Gut, dann wäre das ja geklärt! Scully? Ich denke, Mr. Fish, dass Sie es ihren Mitarbeitern mittei-len werden, nicht wahr?", erkundigte sich Mulder.
Fish nickte sprachlos.
,,Scully? Kommen Sie? Wir müssen noch unsere Flüge buchen und... der Plan!", grinste er ihr in Ohr.
Scully sah in mit einem schelmischen Blick an, bevor sie antwortete: ,,Ja, Sie haben recht, Mul-der, hier gibt es nichts mehr für uns zu tun!", und zwinkerte ihm kurz zu, bevor sie weitersprach, ,,Jedenfalls nichts, was diesen Fall betrifft! Und noch einmal danke für ihre Kooperation während den Ermittlungen, Mr. Fish."
,,Das war doch selbstverständlich, Agent Scully, ich bin nur heilfroh, dass es sich nicht um real existierende Lebewesen gehandelt hat.", lächelte er sie erleichtert an.
"Gut, Mr. Fish. Dann werden Agent Scully und ich uns mal auf den Weg zurück zu unserem Ho-tel machen.", bedeutete ihm Mulder, bevor er aufstand und ihm die Hand gab, um sich zu verab-schieden.
Scully tat es ihm gleich und wenige Minuten später saßen sie in ihrem Mietwagen, dann startete Mulder den Motor und fuhr los. Als sie am Hotel ankamen, schmiss er sich erst mal auf sein Bett, kurz darauf auch gleich unter die Dusche. Scully musste das Gleiche getan haben, denn sie stand pünktlich, zur verabredeten Zeit, vor seiner Hotelzimmertür.
,,Hey, pünktlich wie immer, ich bin gleich soweit. Lassen Sie mich nur noch eben kurz die Kra-watte zu Ende binden."
,,Ich will ja nichts tun, das schlecht für mein Image ist.", antwortete Scully lächelnd.
,,Ich hab´s gleich,... scheiße,... das dumme Ding will einfach nicht!"
Mulders Flüche traten deutlich hörbar aus dem Badezimmer hervor und brachten Scully zum Schmunzeln. Schließlich hörte Scully ihn von jenseits der Badezimmertür meckern: ,,Wenn ich mich gleich nicht erwürgt habe, dann bin ich in einer Sekunde fertig!"
,,Brauchen sie etwa die fachmännische Unterstützung einer Frau?", rief Scully lachend zurück, als sie es sich auf Mulders Bett bequem machte.
,,Nicht nötig.", hörte Scully ihn sagen und als sie in Richtung Badezimmertür sah, stand Mulder schon im Türrahmen.
,,Tadah! Fertig! Und es kann losgehen."
Hm,... Mulder sieht ja zum Anbeißen aus,... also wenn das kein schöner Abend wird, dann weiß ich auch nicht! Sie stand auf und zusammen gingen sie zum Wagen. Als sie diesen erreicht hat-ten, hielt Mulder ihr noch richtig ‚gentlemanlike’ die Wagentür auf, bevor er sich hinter das Steu-er setzte und losfuhr.
Wenige Minuten später trafen sie in der Bar ein, und hörten auch schon Vonda Shepards Gesang, als sie die Türe öffneten.
,,Die werden Augen machen, wenn die uns hier zusammen sehen. Die denken doch alle, das sie uns nie wieder sehen werden.", sagte Mulder und legte vorsichtig seinen Arm um Scullys Taille und wies ihr den Weg zur Bar.
,,Tja, Agent Spooky Mulder ist halt immer für eine Überraschung zu haben!", flüsterte sie, als sie sich näher an seinen Körper schmiegte und sie den Raum betraten.
,,Was darf ich Ihnen denn zu trinken bestellen?", fragte Mulder.
,,,Sex on the beach’, das ist mein absoluter Lieblingsdrink!", zwinkerte sie ihm zu.
Mulder riss die Augen auf, so kannte er Scully ja gar nicht. Er hatte jetzt mit einem dezenten Rotwein gerechnet, wenn überhaupt mit etwas alkoholischem.
,,Na gut, Dana. Auf Ihre Verantwortung!"
Er wandte sich zum Kellner, bestellte diesmal für sich den dezenten Rotwein und stieß mit Scully an. Seine liebe Kollegin nippte an ihrem Strohhalm, nahm einen großen Schluck und sah Mulder dabei tief in die Augen, bevor sie fragte: "Möchtest du auch einen Schluck, Fox?"
Hat sie jetzt Du gesagt?!? Oh mein Gott, jetzt bloß nicht nervös wirken, Mulder...
Er lächelte verlegen.
,,Also, willst du?", Scully hielt ihm das Glas immer noch einladend hin.
Na schön, Sie hat es nicht anders gewollt...
Vorsichtig nahm Mulder ihr das Glas aus der Hand und probierte einen ganz kleinen Schluck. Plötzlich fing er wie er wie ein Wilder an zu husten: ,,Ächtz,... krächtz,... hust,... röchel! Was zum Teufel ist das? ... Hust,... hust!"
"Hey, Agent Mulder?", Ally hatte ihn bemerkt und begrüßte ihn überschwänglich. Und Mulder verschluckte sich ein weiteres Mal. Muss die denn gerade jetzt kommen?
,,Hallo, Ally, das ist ja schön, dass Fox und ich Sie hier treffen, bevor wir abfliegen."
Fox??? War es nicht eben im Büro noch Agent Mulder?
,,Ganz meinerseits!", versuchte Ally so normal wie möglich zu antworteten, während Mulder genervt zu Scully hinübersah.
Gut, dann werde ich ihn jetzt auch Fox nennen.
Dann setzte sich Ally neben ihn auf den Barhocker, der leider noch frei war.
,,Und Fox? Gab es wirklich keine Aliens bei uns?"
,,Nein, Miss McBeal, aber fragen Sie doch Mr. Fish. Wir haben ihn bereits aufgeklärt und würden es ungern für jeden Mitarbeiter wiederholen. Außerdem sind Dana und ich hier, um uns vor unse-rer Abreise noch etwas zu amüsieren."
,,Ja, äh,... natürlich. Ich hoffe, ich störe Sie nicht dabei,... ich meine,... hätten sie Lust zu tanzen? Es läuft grad mein Lieblingssong.", flüsterte sie ihm verführerisch zu.
,,Ich wollte gerade mit Dana tanzen. Es tut mir leid, Miss McBeal."
Mulder nahm Scullys Hand und führte sie in das Getümmel der tanzenden Leute. Scully warf noch einen kurzen Blick zu Ally, bevor sie sich Mulder zu wandte und ihn scheinbar verliebt an-lächelte.
Mir wird gerade zum 1789 Male klar, wie sehr ich sie doch liebe... Nein, es muss öfter gewesen sein!
Mulder überkam ein leiser Seufzer.
Wenigstens jetzt werde ich ihre Nähe genießen, nur dieses eine Mal.
Auf dieser Seite war er Ally mehr als dankbar, dass sie anwesend war und ihn sichtlich anbetete. Denn wenn sie nicht gewesen wäre, dann wären er und Scully jetzt nicht hier und würden die Wärme des anderen spüren. Ally ging wutentbrannt zu ihren Kollegen.
,,Da scheinen ja zwei mächtig verliebt zu sein!", stellte Elaine fest.
,,Danke für den Tipp, Elaine!", grummelte Ally patzig.
,,Tja, du kannst nicht immer gewinnen, Ally.", sagte sie zu ihr, während sie den beiden schmol-lend zusah.
,,Hör mal, Ally, du wirst doch wohl nicht jetzt schon aufgeben wollen, nur weil es nicht gleich geklappt hat!", bemerkte Richard Fish.
,,Und was soll ich denn deiner Meinung nach tun? Ich habe schließlich schon alles versucht!", antwortete sie gereizt.
,,Du hast eben noch nicht alles versucht! Ich sage nur Stichwort: Cocktail."
Mit leuchtenden Augen antwortete Ally: ,,Ja, natürlich, wie konnte ich das nur vergessen!"
Hm,... ich muss zu geben, dass Mulders Nähe sich richtig gut anfühlt, aber hier geht es ja nur darum, Ally eins auszuwischen. Wenn ich ihr Gesicht jetzt sehen könnte,... hihi! Da schloss Scully ihre Augen und schmiegte sich fest an seine Schulter.
Als die letzten Töne des Liedes verhallten, machten sie sich wieder auf den Weg zur Bar, setzten sich hin und sahen schon, wie Ally sich auf sie zu bewegte. Sie hielt zwei Cocktails in den Hän-den.
,,Fox, ich habe Ihnen was mitgebracht.", sagte Ally, als sie sich auf den Barhocker setzte und den Cocktail zu Mulder rüberschob... und dieser aus Versehen auf Mulders Hose landete!
,,Oh, Fox, es tut mir ja so leid!", entschuldigte sich Ally gespielt unschuldig.
Scully verdrehte unauffällig die Augen und schluckte ihr Lachen runter, denn sie wusste genau, was Ally damit bezwecken wollte.
Mulder starrte genervt auf seine Hose!
Auch das noch! Hoffentlich besteht sie jetzt nicht auch noch darauf, mir die Hose...
Er kam nicht einmal dazu, seine Gedanken zu Ende zu führen, denn Ally schritt schon zur Tat über. Mit geweiteten Augen starrte er auf Allys Hände hinab, die feinsäuberlich versuchten, die klebrige Flüssigkeit von seiner Hose zu wischen und er konnte nur noch ein: ,,Nein, nein, ich mache das schon, die Hose ist sowieso nicht mehr zu retten, am besten fahren wir ins Hotel, o-kay, Dana?"
Scully nickte stumm und nahm ihm die Serviette aus der Hand, Ally sah sprachlos zu. Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, wurde aber von Mulder unterbrochen.
,,Sagen Sie jetzt nichts!", warnte Mulder sie mit hartem Blick. Und dann waren sie auch schon durch die Eingangstür verschwunden. Kaum waren sie an der frischen Luft, konnte Scully sich nicht mehr zusammenreißen und fing an, sich vor Lachen zu krümmen.
,,Was ist denn daran so witzig?"
Sie war nicht fähig zu antworten. Mulder fand das alles jedoch gar nicht so lustig und wollte nur noch schnell ins Hotel, um endlich die nasse Hose austauschen zu können.
Langsam beruhigte sich Scully wieder, aber sie lächelte selbst dann noch, als sie sich im Flur vor ihren Hotelzimmertüren ‚Gute Nacht’ sagten. Mulder kam sich ziemlich dämlich vor, als er die Tür hinter sich schloss.
Er ging ins Bad und musste dann doch selbst über sich lachen, als er seine Gestalt im Spiegel betrachtete. Der Fleck bedeckte mittlerweile sein halbes Hosenbein und klebte unangenehm an seiner Haut. Er dachte plötzlich wieder an Scully und ihr süßes Lächeln. Warum dachte er jetzt an sie? Es war nichts neues, dass er an sie dachte, aber heute war es anders als sonst. Irgendwie machte ihn der Gedanke an seine Partnerin und Freundin traurig, aber dann auch wieder nicht. In seinen Gedanken ließ er die schönsten Erlebnisse mit ihr Revue passieren und fing dabei fast an zu weinen. Er wusste nicht warum. Er dachte doch eigentlich gerne an sie, aber an diesem Tag tat es ihm verdammt weh. Als er sich geduscht hatte, zog er sich seine Schlafkleidung an, legte sich auf sein Bett und starrte die Decke an. Doch als er merkte, dass dies auch nicht half, schaltete er den Fernseher an. Doch auch dort kam nichts besonderes. Er sah eh nicht wirklich hin, denn sei-ne Gedanken schweiften immer und immer wieder ab... und zwar zu Scully. Nach einer Weile schaltete er auch den Fernseher aus und wollte versuchen zu schlafen. Nervös wirbelte er im Bett hin und her. Es ließ ihm einfach keine Ruhe.
Was Scully wohl jetzt macht? Was für eine dumme Frage. Schlafen, wie jeder normale Mensch auch. Was sonst, Mulder...
Er atmete tief ein und hörbar wieder aus. Der Kloß in seinem Hals wurde mit jedem Atemzug dicker und dicker. Er knipste das Licht ein und ging ins Bad. Das kalte Wasser sollte ihn etwas beruhigen. Hastig klatschte er sich das kühle Nass ins Gesicht und trocknete sich anschließend ab. Er ging mit gesenktem Kopf zurück zu seinem Bett und legte sich erneut hin. Nein, so konnte das nicht weitergehen. Was um alles in der Welt war nur mit ihm geschehen? So etwas hatte er schon lange nicht mehr gehabt. Hatte er es denn überhaupt jemals gehabt oder gefühlt? Er wusste es nicht. Er konnte sich nicht daran erinnern. Er liebte Scully. Ja, das tat er wirklich und er fühlte tief in seinem Inneren, dass es richtig war, was er fühlte. Er wusste nicht, woran es lag. In jeder anderen Situation hätte er anders reagiert. Aber heute hörte er auf sein Herz. Er beschloss, zu ihr zu gehen. Ganz egal, welche Zeit seine Uhr anzeigte. Ihm war heute alles völlig egal,... außer dieses Gefühl, was immer und immer stärker wurde. Er stand von seinem Bett auf und machte sich auf den Weg zur benachbarten Zimmertüre, hinter der sich Scully befinden musste. Er zöger-te, doch dann klopfte er schließlich an. In der ganzen Aufregung hatte er noch nicht mal daran gedacht, sich etwas überzuziehen. Er stand in seinen Shorts und einem weißen T- Shirt vor Scul-lys Hotelzimmer und wartete darauf, dass sie öffnen würde. Er wollte schon zum Gehen anset-zen, da niemand öffnete, doch plötzlich ertönte sein Name aus dem Munde von Scully. Sie stand in der Türe und sah Mulder ungläubig an. Sie hatte Angst, ihm sei etwas passiert.
"Mulder?", fragte sie ein zweites Mal.
Er starrte sie an und sagte kein Wort.
"Was ist denn los? Ach, kommen Sie erst mal rein und setzen Sie sich!", sagte sie, als sie ihn in ihr Zimmer zog und leise dir Tür hinter sich schloss. Sie schob ihn in Richtung Bett, wo er dann schließlich Platz nahm. Mittlerweile war er sich nicht mehr sicher, ob er hier auch tatsächlich das Richtige tat. Eben war ihm noch alles egal gewesen, doch jetzt bekam er ein komisches Gefühl. Aber er wollte nicht wieder gehen. Er bemerkte zum hundersten Male, wie schön sie doch war. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Um die unangenehme Stille zu brechen sagte er nur: "Es tut mir leid. Ich habe Sie geweckt. Ich sollte wieder gehen."
Er wollte noch gar nicht gehen, aber was hätte er denn sagen sollen?
"Nein, Mulder. Sie bleiben jetzt hier und sagen mir, was los ist!", erwiderte Scully sanft und setz-te sich zu ihm.
Was los ist? Sehr witzig! Ich liebe dich, verdammt.
"Ach, es ist nichts. Ich konnte nur einfach nicht schlafen und,... ach, es war dumm von mir, hier-her zu kommen und Sie zu wecken. Ich gehe besser wieder."
Mulder wollte aufstehen, doch Scully hielt ihn am Arm fest und zog ihn zurück.
"Bitte bleiben Sie hier und sagen Sie es mir!", bat sie ihn schon fast flüsternd und sah ihm dabei tief in die Augen, als wüsste sie ganz genau, was in ihm vorging.
Er konnte jetzt nicht mehr zurück. Er musste jetzt etwas sagen. Er musste ihr DAS jetzt sagen, aber wie nur? Die drei Worte kamen ihm zu wenig vor und es war so verdammt schwer, sie über die Lippen zu bringen. Er fixierte einen Stuhl mit seinen Augen. Etwas anderes konnte er sich in diesem Augenblick einfach nicht ansehen. Außerdem befand sich auch nicht besonders viel im Zimmer. Ein Bett, ein Stuhl und... Scully! Und sie konnte er jetzt nun wirklich nicht ansehen. Doch was sollte er jetzt zu ihr sagen? Was würde passieren, wenn sie ihn danach hassen würde? Das könnte er nicht verkraften. Sie war alles, was er hatte und was ihm die Kraft zum Leben gab. So etwas wertvolles konnte er nicht verlieren. In seinem Kopf ging er mindestens 1000 verschie-dene Möglichkeiten durch, wie er es ihr sagen könnte, doch es kam nichts gescheites dabei her-aus.
Jetzt oder nie...
"Scully, ich wollte Ihnen nur ‚Danke’ sagen. Danke, für den schönen Abend."
Hä? Was sollte das jetzt? Was faselte er denn da zusammen? Hatte er sich nicht gerade vorge-nommen, ihr die Wahrheit zu sagen? Seine Lippen formten nun auch schon vollkommen andere Sätze. Scully war verdutzt. War er etwa wirklich nur deshalb gekommen? Und dann auch noch um diese Uhrzeit? Nein, das war nicht typisch für ihn. Sie dachte nach. Sie wusste nicht genau, was sie jetzt sagen sollte. Sollte sie den Dank erwidern und so tun, als würde sie ihm glauben, dass er deshalb um diese Uhrzeit und in diesem Zustand bei ihr war? Oder sollte sie ihm sagen, dass sie ihn so nicht gehen lassen würde, weil sie wissen wollte, was er hier tat und sie doch merken würde, dass etwas nicht stimmte? Ihm lag etwas auf der Seele, was er noch nicht mal ihr offenbaren konnte. Was war es nur? Einige Sekunden vergingen, in denen Scully, unentschlossen was zu tun, ihren Blick durch das Zimmer schweifen ließ und schließlich wieder bei Mulder lan-dete. Dann nahm sie seine Hand, um ihm zu zeigen, dass sie für ihn da war. In jeder Situation! Was auch immer es sein würde. Mulder zuckte bei der Berührung zusammen. Es überflog ihn ein Gefühl von Panik. Er hatte keine Angst davor, ihr seine Liebe zu gestehen. Er hatte Angst davor, dass sie es nicht erwidern würde.
Jetzt oder nie!
"Scully,...", begann er und fuhr dann fort, "Scully, ich... Sie sollen wissen, dass der Abend wirk-lich sehr schön war. Er bedeutet mir sehr viel. Er hat mir etwas klar gemacht. Etwas, was mir unbewusst schon lange klar war. Ich habe es jedoch immer unterdrückt. Aber heute hat sich das alles verändert. Scully, ich habe so viele Gefühle in mir. So viele Gedanken... Ich würde diese Ihnen so gerne anvertrauen, aber ich denke, dass dies der falsche Weg ist. Es gibt nur einen rich-tigen Weg, der all meine Gefühle und Gedanken auf einmal beschreibt!"
Er nahm ihre andere Hand auch noch dazu und sah sie an.
"Scully, diesen Weg möchte ich jetzt gehen."
Langsam näherte er sich ihr. Er war nervös. Er dachte daran, was wohl gleich passieren würde, doch als er ihre Lippen berührte, waren alle Gedanken auf einen Schlag verschwunden. Scully hatte zwar innerlich gespürt, dass es zu diesem Kuss kommen würde, aber nun, da sie Mulders Lippen auf ihren spürte, drehte sich alles in ihrem Kopf. Sie konnte keinen klaren Gedanken fas-sen. Ihr wurde nur eines klar: Sie würde nicht mehr von ihren Gefühlen davon laufen. Sie wollte sich selbst nicht mehr täuschen, indem sie sich immer und immer wieder einredete, dass diese Gefühle nicht existierten. Sie konnte das alles nicht mehr. Der sanfte Druck von Mulders Lippen machte ihr bewusst, was genau sie sich immer tief in ihrem Herzen gewünscht hatte: Mulders Wärme und seine Nähe zu spüren... und zwar für immer!
ENDE
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Betareader, zum 1. Mal übrigens, winkt mal schnell zum Abschied... bye bye, little Mari!