Autor: Runy (Auch bekannt als das kleine Runylein)
Kontakt: cs_sg1@web.de
Spoiler: Just the real old good Matrix
Rating: PG-13
Kategorie: X-Files; später vielleicht (mal) MSR, Crossover
Disclaimer: Wenn sie mir gehören würden, nur mal eine Sekunde, angenommen es wäre so, würde ich bestimmt jetzt nicht hier sitzen und diesen Satz aus meinen grauen Gehirnzellen reimen… so und "The Matrix" gehört auch nicht mir, sondern Warnerbros., Larry & Andy Wachowski und Anhängsel...
Short-Cut: Die Welt, wie wir sie kennen, bunt und vielfältig, geheimnisvoll und bezaubernd. Doch wenn jetzt nun jemand der Meinung ist, dies zu ändern, wer würde sich bereit erklären, es zu stoppen? ...



Seitlich der Linie (Part 1)

Die Technik, eine Sache auf die die Menschheit nicht mehr verzichten kann, oder will.
Was wäre, wenn das ganze Leben, das ganze Universum nur ein Programm ist, entworfen von einer Macht, die niemand spürt und auch niemand zuvor gesehen hat?
Wären wir dann allesamt nur Dateien, die aufgerufen und nach Belieben wieder geschlossen werden können(der Tod)?
Doch was wäre, wenn dieses doch so perfekte Programm, einen Fehler in seiner präzisen Berechnung hätte, und es dadurch seinen Schatten verliert?
Wie würden wir Menschen reagieren, würden wir schreiend davonlaufen oder gespannt warten, was es als nächstes tut, würden wir uns fragen, warum wir es noch nicht vorher bemerkt hatten, oder würden wir einfach weiterleben wie zuvor?
Würde uns das Gewissen Angst einjagen, dass es etwa gibt, was unsere Handlungen, unsere Vorstellungen und unsere Gedanken völlig überwacht?
Waren die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit nur Teil eines Source Codes, der Schritt für Schritt, Zahl für Zahl wie bei einem Kartenspiel, aufgedeckt wird?
Wer könnte dieses Programm stoppen oder gar zum Zusammensturz bringen?
Wo müsste man anfangen?
Wo würde das Ganze enden?
Gibt es wirklich eine Zukunft, in der alles perfekt ist, oder würde uns das Programm nie so weit kommen lassen?
Ist wirklich jemand in der Lage diese Fragen zu beantworten?


©Runy

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Rick Rush, ein unangefochtener Computerspezialist, betrat gerade seine heiligen vier Wände, sein Arbeitszimmer. Seine Frau, Lucy, hatte beim Vorbeigehen bemerkt, dass er wieder abgenommen hatte, und von Tag zu Tag blasser aussah. Rick hatte sich von diesen Kommentaren nicht beirren lassen und hinter sich lautstark die Tür zufallen lassen. Er stellte sich vor den Spiegel, der rechts neben der Tür hang, und betrachtete sein Eigenbild. Er hatte sich nie sehr viel um sein Äußeres gekümmert, also würde er jetzt auch gar nicht damit anfangen, schwor er sich, was soll’s, er war Anfang 40, glücklich verheiratet, hatte ein Dach über dem Kopf und einen soliden Job.
Der Kopf, er war irgendwie oval geraten in den letzten Jahren, das muss wohl daran liegen, dass er ab zwölf Stunden aufwärst an einen PC saß und kaum herauskam. Die Haare, er musste dringend mal zu einem Friseur gehen, sein blondes Haar ging ihm fast schon bis zu den Schultern. Entweder seine Frau hatte Recht, oder er musste den Spiegelhersteller verklagen, er hatte abgenommen, für seinen Geschmack etwas viel ... was war nur aus dem gut gebauten Footballspieler von der Highschool geworden? , fragte er sich selbst in Gedanken.

Der Tagesablauf war stets der Gleiche: Morgens um halb sieben ging Rick aus dem Haus, um siebzehn Uhr kam er nach Hause und ging direkt in sein Arbeitszimmer. Zwischen achtzehn und zwanzig Uhr kam er heraus, um sich etwas zu Essen zu machen und um 21 Uhr ging er ins Bett. Was er in seinem Arbeitszimmer allerdings machte, das wusste selbst Lucy nicht. Rick war ein sehr ruhiger Typ, der alles etwas langsamer anging, aber auch wirklich alles. Seit einem Jahr ging das schon so, dass er kaum noch aus seinem Arbeitszimmer hinauskam. Lucy hatte wirklich alles versucht, um ihn von seiner PC-Sucht loszureißen, aber es gelang ihr nicht. Sie hatte ernsthaft mit den Gedanken gespielt, sich von ihrem Ehemann zu trennen und zurück zu ihren Eltern aufs Land zu ziehen, die Stadtluft von Sacramento tat ihr sowieso nicht wirklich gut.

Rick schaute in das Spiegelbild seines PCs. Er hatte heute vor genau einem Jahr etwas Erschreckendes herausgefunden, das ihm immer noch das Blut in den Adern gefrieren ließ. Mit 25 hatte er angefangen sich mit dem "Hacken" zu beschäftigen. Für seine Firma sollte er eine "Firewall" errichten, die es Hacker fast unmöglich machte in den Hauptdatenserver der Firma einzudringen, und wichtige Daten zu stehlen, zu manipulieren oder ähnliches. Gesagt getan, aber das ewige "Updaten" und immer auf dem neusten Stand der "Hacker-mania" zu sein, war eine lästige Arbeit. Das wirklich einzig Gute daran war, dass er viele "Freunde" unter den Hackern gefunden hatte. Das hatte ihn auch dazu gebracht, sich der "Dunklen Seite der Macht" anzuschließen. In der Firma war er Rick Rush, der PC Spezi. In seinem Arbeitszimmer in den Weiten des Internets, R!5h(Rish). Man könnte sagen, dass es zwei Leben waren, ausgeführt von einer Person. Die Daten, die er gefunden hatte, waren zuerst nicht viel von Bedeutung. Er hatte sie an andere Konkurrenzfirmen verkauft und sich nicht weiter darum geschert. Bis eine dieser Firmen bei ihm vor der Tür stand, mit der Polizei im Rücken und einen Durchsuchungsbefehl. Zu seinem Glück hatte die Polizei nichts gefunden, was darauf hingewiesen hätte, dass er etwas anderes war, als ein Computerfreak. Doch vor einem Jahr fingen die Droh-E-Mails an, deren Inhalte sehr kurz gehalten waren. Man würde ihm das Leben zur Hölle machen, wenn er sich nicht IHNEN anschließen würde. Er wollte sich ihnen anschließen, nur wie sollte er das anstellen ohne Kontaktadressen oder ähnliches? Die Stunden vergingen und seine Augen wurden schwerer, denn den ganzen Tag auf einen viereckigen Kasten zu schauen, ist nicht gerade gesund. Schließlich gab R!5h den Kampf gegen die Müdigkeit auf.

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Er überprüfte noch einmal sein Waffenmagazin und lugte auf die Zahl auf dem abgerissenen Stück Papier. Eine Vierzehn. Man würde nichts mitbekommen, er würde in das Haus reingehen, die Zielperson ausschalten, die Daten auf Diskette laden und wieder verschwinden.

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Ein knarrendes Geräusch, ließ Rick unsanft aus dem Schlaf reißen. Er stand auf, um nach zusehen, wer dieses Geräusch hervorgebracht hatte und öffnete die Arbeitszimmertür. Plötzlich spürte er etwas Kühles gegen seine Stirn drücken. Das Nächste, was er fühlte, war ein durchbohrender Schmerz. Ricks lebloser Körper fiel wie ein Stein zu Boden und blieb dort liegen.


Der Mann im schwarzen Tarnanzug stieg über die Leiche, um in das Arbeitszimmer zu gelangen. Er zog die Leiche an den Beinen hinein, um die Tür zu verriegeln. Er schob die mitgebrachte Diskette in das dafür vorhergesehene Laufwerk und kopierte die Dateien auf die Diskette. Was das für Daten waren, wusste er selbst nicht, man hatte ihm nur die Dateinamen genannt und die Wichtigkeit dieses Auftrages. Alles andere war an zweiter Stelle. Bei Achtuzneunzig Prozent des vorrangegangenen Kopiervorgangs, blieb die Anzeige stehen. Der Bildschirm wurde schwarz. Das einzige Geräusch, in dem völlig dunklen Raum, war ein Piepen, das immer höher wurde.

Lucy schaute gequält auf den Wecker neben ihrem Bett. Die ersten Sonnenstrahlen suchten sich ihren Weg durch die Gardine. Sie ging langsam die Treppe hinunter, um in die Küche zu gelangen. Die Jacke von Rick hing noch am Hacken und für den normalen Tagesablauf war dies unnormal. Das fiel auch Lucy auf, die gleich darauf in Richtung Arbeitszimmer stolzierte. Die Tür war verriegelt, also suchte sie den Ersatzschlüssel. Dieser war schnell gefunden und sie öffnete damit die Tür. Was da hinterlag würde sie ihrer Lebtage nicht vergessen. Der leblose Körper ihres Mannes zu ihren Füßen und ein unbekannter Mann in der Ecke des Raumes. Lucy schluckte den Kloß in ihren Hals hinunter und schritt langsam rückwärts zum Telefon.

XXXXX

Scully betrat das Kellerbüro ihrs FBI-Partners Fox Mulder mit einem leisen "Morgen" und nahm die Kaffeemaschine in Angriff. Mulder, der gerade eben noch in einer seiner X-Akten vertieft war, blickte zu Scully hinauf, die schon ahnte, was jetzt kommen würde.

"Scully ..."
"Mulder, lassen Sie mich raten, wir haben wieder einen Fall. Um was geht es?"

Mulder staune mal wieder über die Fähigkeiten von Scully.

"Die örtliche Polizei von Sacramento benötigt unsere Hilfe in einem ihrer Fälle ... "
"Das ist ja mal ganz was Neues."
"... zwei Männer, mittleren Alters, wurden vor zwei Wochen von einer Person Namens Lucy Rush tot aufgefunden. Einer der beiden Opfer war ihr Ehemann. Die Polizei hat keine Anzeichen eines Streits gefunden, nur eine H&K USP Tactical .45 aus der einmal gefeuert wurde. Keine Fingerabdrücke, kein gar nichts. Rick Rush, auch bekannt als Rish, hat für eine große Internet Firma gearbeitet. Gegenüber seinen Mitarbeitern war er sehr ruhig, hat keiner Fliege was zu Leide getan und er ist auch nicht straflich aufgefallen, bis vor einem Jahr. Er hatte angeblich geheime Firmendaten an Konkurrenzfirmen verkauft. "
"Und wie ist er da rangekommen?"
"Er war professioneller Hacker, daher auch der Name Rish. Er hackte sich in den Hauptdatenserver und kopierte die Daten, um sie dann an Interessenten zu verkaufen."

Mulder machte eine kurze Pause, um seine Worte wirken zu lassen.

"Unser Flüge gehen in drei Stunden. Ich werde Sie dann abholen kommen, okay?"
"Meinetwegen, also bis dann Mulder."

XXXXX

Mulder hatte sich, ehrlich gesagt, die Ankunft in dem Polizeirevier am nächsten Tag etwas anders vorgestellt. Erst wurden beide Agenten gar nicht registriert, und dann auch noch eine Stunde warten gelassen. Umso schneller ging es dann aber zum Tatort.

Das Gras im Garten hatte schon länger keiner mehr gemäht, was auch kein Wunder war. Die Polizei war schon seit zwei Wochen drum und dran den Umstand der Tat herauszufinden. Mulder und Scully betraten das Arbeitszimmer, um sich ein Bild des Chaos zu machen, das die Spurensicherung zurück gelassen hatte.

Mulder räusperte sich kurz, um die Aufmerksamkeit des Officers zu bekommen.
"Die Spurensicherung hat wohl alles mitgenommen was tragbar ist, aber warum steht der Computer noch dort?"
"Der Kollege meinte, dass sie den nachholen würden. Aber das haben die anscheinend verpasst."
"Officer würde es Ihnen etwas ausmachen, uns den Computer zu überlassen?"
"Was wollen zwei FBI-Agenten mit einem Computer?"
"Eine Menge, vielleicht finden wir etwas, das uns sehr behilflich sein kann."
"Wenn das so ist, wünsche ich Ihnen viel Spaß mit dem grauen Kasten."

Scully blickte etwas verstohlen zu Mulder hinüber, der sich daran machte die Lone Gunman zu kontaktieren.

XXXXX


Scully hielt die Hotelzimmertür für Mulder auf, der mit dem Tower auf dem Arm ins Zimmer geschaukelt kam. Er wischte sich mit der Hand den Schweiß von der Stirn und machte sich auf den Monitor aus den Mietwagen zu holen. Scully dagegen machte sich gar nicht erst die Mühe, von ihrem bequemen Platz aufzustehen. Sie hatte mit Technik sowieso nie viel am Hut gehabt und jetzt würde sich das auch bestimmt nicht ändern. Mulder war bereits zum letzten Mal die Treppen runtergelaufen, um die restlichen Kabel zu holen.

"Mulder, ich hoffe doch Sie haben eine Ahnung, wie man das alles verkabelt."
"Hey, ich habe nicht umsonst unsere Freunde hier nach Sacramento gebeten. Außerdem muss Langly mal wieder an die frische Luft, als ich das letzte Mal bei ihm war, sah er nicht sonderlich gesund aus und er hatte schon irgendwie eckige Augen."
"Na, wenn Sie meinen, ich werde mir mal den Autopsiebericht abholen."

Scully ging aus dem Zimmer und Mulder blieb alleine zurück, mit vielen Kabeln, einem Monitor, einem Tower und eine Menger CDs. Da die Drei erst Morgen kommen würden, verstaute Mulder die Kabel und die CDs bei sich im Zimmer. Mit dem Rest kann sich Scully begnügen, dachte er leicht lächelnd. Er beschloss ein bisschen das Hotelgelände zu erkundigen, bis Scully wieder da sein würde.

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Es war schon oft hilfreich gewesen, sich vorher anzukündigen, um einen Autopsiebericht oder ähnliches abzuholen. Und auch heute bewährte diese Praktik wieder ihre Gültigkeit. Das Aushändigen der Akte dauerte keine fünf Minuten und schon war Scully wieder auf den Weg zum Hotel.

Mulder machte sich einige Gedanken, über den aktuellen Fall. Er hatte den vorläufigen Polizeibericht rauf und runter gelesen, aber weiter als, dass es etwas mit den Datenverkauf zu tun hatte, kam er nicht. Und so lange er nicht wusste, wie das andere Opfer denn nun gestorben war, könnte er auch nichts zur Auflösung des Falls beitragen. Er hoffte, dass Scully nicht allzu lange brauchen würde, um den Bericht in die Finger zu kriegen.

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Scully betrat ihr Zimmer und fand Mulder ausgestreckt auf ihrem Bett vor. Seinen Kopf leicht zur Seite geneigt, so dass er Scully ansehen konnte.

"Na, wie wäre es, wir beide Scully, in einem Be ..."
"Vergessen Sie es, Mulder. Hier ist die Akte, ich hatte nicht wirklich Zeit sie schon mal durchzulesen, also können Sie das in Ruhe tun."
"Als ob ich nicht darauf gewartet hätte."

Tja, Mulder wusste nun wie das zweite Opfer gestorben war, aber wirklich weiter gebracht hatte ihn das auch nicht. Er hoffte nun darauf, dass die morgige Computerauswertung etwas bringen würde.

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Egal wie oft Sheena Scott diesen Korridor schon entlang gegangen war, egal wie oft sie es noch müsste, sie würde nie dieses komische Gefühl in der Magengegend loswerden. Es war stets das Gleiche, wenn es Probleme mit der Polizei gab, wurde sie gerufen um alles wieder einigermaßen gerade zu biegen. Sie wusste zwar nicht genau, was ihre Arbeitgeber immer wieder anstellten, aber sie waren von ihr abhängig. Und wieder war es soweit, in spätestens fünfzehn Minuten würde sie auf dem Weg zum nächsten Flughafen sein, um wieder ein Missgeschick aus dem Weg zu räumen. Diesmal war ihr Ziel etwas angenehmer als das letzte Mal. Keine Minusgrade und auch kein Schneefall, so wie in Russland, wo ihr letzter Auftrag gewesen war. Sie würde sich mit dem FBI treffen, alles Beweismaterial mitnehmen und wieder verschwinden. Wenn man sie nicht kannte, hätte man sie für ein Model halten können, lange Beine, blondes langes Haar, braune Augen, das, was man in Mailand jedes Jahr sah.

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Scully hatte gestern Abend nicht mehr den Nerv gehabt, um Mulder zu sagen, er solle den grauen Kasten gefälligst in sein Zimmer mit rüber nehmen, schließlich war es auch seine Idee gewesen ihn mitzunehmen. Aber was man nicht alles tut, um schnell seine Ruhe zu haben und einzuschlafen. Heute würden endlich die Lone Gunman kommen und hoffentlich etwas zu dem Fall beitragen. Sie und Mulder hatten sich darauf geeinigt um zwölf Uhr dreißig am Flughafen zu sein, um die drei abzuholen. Geeinigt, getan.

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"Sir, unser Kontaktmann hatte sich seit zwei Wochen nicht mehr gemeldet. Es war sehr unwahrscheinlich, dass er hier noch mal aufkreuzen würde. Deswegen habe ich Mrs. Scott damit beauftragt alle Beweise verschwinden zu lassen. Ich wusste nicht, dass Sie damit nicht einverstanden waren und lieber jemand anderes diesen Job gegeben hätten."

Der junge Mann schaute Lange auf den Boden. Er wusste, dass er einen riesigen Fehler begangen hatte und nun dafür bestraft werden würde. Er fing an zu zittern, als er die alte, kratzige Stimme hörte.

"Das hasse ich an euch jungen Knaben, ihr macht was euer Kopf sagt und denkt dabei nicht an die Konsequenzen. Dein Fehler kostet uns eine menge Zeit, um mit dem Projekt voran zu kommen. Ich erwarte, dass du das Beste daraus machst. Und nun geh zurück zu deinem Arbeitsplatz, du kannst dir nicht erlauben, dass dein Überwachungssektor im Chaos versinkt."

Tom blickte zu dem Mann im dem Lederdrehstuhl auf, um zu sehen was er damit meinte. Er hatte schon von den anderen Mitgliedern gehört, dass er nicht lange fackelte einen seiner Arbeiter umzubringen.

"Sir, da... das heißt, Sie werden mich nicht bestrafen?"
"Nein, ich habe mit dir noch etwas Anderes vor und jetzt geh."

Er nahm seine Beine in die Hand und verließ so schnell er konnte den Raum. Der Mann, der von seinen Arbeitern als machtsüchtig bezeichnet wurde, drehte sich um und blickte weiter auf den Computermonitor. Das Projekt bestand darin, jeder und jeden zu überwachen, mit der modernsten Technik, versuchen seine Tätigkeiten zu kontrollieren und zu sehen, was die Auswirkung waren, wenn man einen freilebenden Menschen einschränkt. Aber auch sie wurden von etwas kontrolliert, von dem sie nicht wussten was es genau vorhat oder noch vorhatte.

XXXXX


Mulder schaute schon zum x-ten Mal auf seine Armband Uhr. Der Flug hätte dreißig Minuten Verspätung, hieß es vor gut fünfzig Minuten und Scully las zum dritten Mal die gleiche Zeitung. Doch letztendlich kamen die drei Jungs doch noch an und Mulder fragte etwas sauer, ob sich der Pilot verflogen hätte.
Die Autofahrt zum Hotel verlief sehr fragereich. Natürlich wollten die drei Jungs unbedingt wissen, wofür das FBI Hilfe von drei Verrückten bräuchte.

"Also Jungs macht euch ran, sonst gibt es heut Abend kein Essen."
"Ich meine, wenn wir dann schon mal auf FBI Kosten fliegen dürfen, können wir doch auch mal auf FBI Kosten essen gehen, nicht war Mulder?"

Dieser kam gerade aus dem Badezimmer. Er verstand zwar nichts, aber nicken schadete noch nie jemanden. Während die Drei versuchten das Geheimnis der unendlichen Weiten der Schaltkreise zu erkunden, saß Mulder mit der Akte in der Hand vor Scully. Sie unterhielten sich darüber, ob es überhaupt etwas bringen möge diesen grauen Kasten in seine Einzellteile zu zerlegen.

"Nun mach schon, Langly. Wir haben nicht ewig Zeit."
"Ich weiß Frohike, aber nett, dass du mich darauf hinweißt. Woher sollte ich denn wissen, dass der Besitzer ein Computerspeziallist war? So wie der seinen PC gesichert hat, könnte es noch Monate dauern."
"Wie gesagt, wir haben aber nicht so lange Zei-heit."
"Noch was, was ich nicht wusste. Unser Besitzer hier war ein Philosoph. Hört euch das mal an Jungs:

Das Leben, ist es alles nur Einbildung? Oder gibt es jemanden, der aus diesem komplexen Regelwerk hinausfindet? Gibt es wirklich so etwas wie Gott? Eine Gestal,t die alles unter Kontrolle hat, überwacht, dass wir unsere "Lebensaufgabe" erfüllen? Oder ist das Leben nur eine kranke Phantasie, herbeigerufen von jemandem, der keine Gedanken an die Auswirkung verschwendet? Oder bestimmen wir sogar selbst, was unsere Lebensaufgabe ist? Haben wir unser Leben in der Hand, oder müssen wir damit rechnen, dass es bald vorbei ist, so wie ein Blatt von einem Baum abfällt?
Wer oder was, könnte auf diese Fragen antworten? Wir selbst, oder eine Gestalt, die es sich erlaubt Gott zu spielen? Oder der Jemand, der seine kranken Phantasien auslebt? Können wir Menschen wirklich sicher sein, dass es auch UNSER Leben ist? Oder werden wir bald Beweise finden, die dies wiederrufen? Sind wir dann noch wirklich die dominante Spezies, werden wir bald unterdrückt werden, von einer Macht, die man falsch eingeschätzt hat?"
©Runy

Byers und Frohike gingen zu den beiden Agenten um Langly in Ruhe arbeiten zulassen. Sie beide rechneten nicht wirklich damit, dass er etwas wirklich Brauchbares finden würde. Doch ihre Rechnerei wurde widerlegt, als Langly eine Landkarte mit drei Kreuzen darauf fand. Mulder und Scully wussten nicht recht, was sie davon halten sollten. Langly beteuerte immer wieder, dass es was mit dem Fall zutun haben müsste, aber überzeugend klang dies auch nicht. Überprüfen konnte man es ja mal, vor allem, weil es in der Umgebung von Sacramento lag.

XXXXX


Das Zuschlagen der Autotür vertrieb einige Vögel aus den Baumkronen der einzelnen Bäume. Scully blickte sich zu allen Himmelsrichtungen um, überall nichts als Bäume. Selbst Mulder zweifelte, ob sie hier irgendetwas zu dem Fall finden würden.

"Bestimmt waren die Kreuze nur Stellen zum Campen und wir vergeuden hier nur unsere Zeit, Scully."
"Ach, und wer war der Meinung, dass wir es doch mal überprüfen sollten?"
"Da wusste ich ja auch noch nicht wie einfarbig es hier ist. Wollen wir trotzdem etwas den Wald erkunden?", versuchte Mulder zu retten, was noch zu retten war.

Scully ging ohne ein weiteres Wort an Mulder vorbei, weiter hinein in den Wald. Der Wald war so, wie Wälder nun mal so sind, ein Baum dort, ein umgesägter Baumstamm da und jede menge Vogelgezwitscher.

"Hey Mulder, ist Ihnen schon was aufgefallen?"
"Oh ja, es gibt hier weder Ufos, noch Monster, einfach ein stink normaler Wald. Aber wieso, sollte mir was auffallen?"
"Nein, ich frage ja nur, vielleicht haben Sie ja etwas entdeckt."

Kopfschüttelnd ging Mulder weiter. Die Chancen standen wirklich schlecht, dass sie etwas finden würden, davon war Mulder immer noch überzeugt, Scully ebenfalls. Sie wollte gerade ansetzten und Mulder sagen, dass sie umdrehen sollten, doch er kam ihr zuvor.

"Hey Scully, hören Sie das auch?"

Scully antwortete nicht, sondern nickte nur. Das Geräusch von Schritten kam näher. Beide Agenten blickten sich stürmisch um, aber konnten niemanden entdecken. Jemand warf eine Rauchgranate in die Mitte der Agenten, die darauf sich vor Keuchen auf den Boden knieten. Scully spürte noch wie ihr etwas in den Oberarm gespritzt wurde, bevor alles schwarz um sie herum wurde. Mulder erlitt das gleiche Schicksal.

XXXXX

Als Mulder seine Augen öffnete, brauchte er einige Sekunden um sich an die Helligkeit und die ungewohnte Umgebung zu gewöhnen. Er lag auf dem kalten Steinboden. Seine Zivilkleidung war gegen ein weißes T-Shirt und eine weiße Sträflingshose getauscht worden. Als er seine Gedanken einigermaßen geordnet hatte, blickte er sich in dem Raum um. Nein, es glich eher doch einer Gefängniszelle. Die Stahltür wurde aufgeschlossen und Mulder blickte auf den Mann, der hineintrat. Sein Gesicht war starr, seine Augen groß und auf ihn blickend. Die zwei Männer, die hinter ihm hervortraten, packten Mulder an den Oberarmen und zerrten ihn Richtung Tür. Er versuchte Widerstand zu leisten, aber gegen zwei Männer hatte Mulder einfach keine Chance. Der Flur, den Mulder entlang "geschliffen" wurde, ähnelte eher einem Krankenhausflur, der gerade renoviert werden wurde. Kabel hingen von den Decken hinunter, Werkzeugkisten standen herum. Erst jetzt fragte sich Mulder wo Scully sei und was die mit ihr angestellt hatten und zugleich stieg auch Angst in ihm auf. Angst, sie ein weiteres Mal verloren zu haben, ohne irgendetwas tun zu können. Die beiden Männer stoppten plötzlich neben ihm, Mulder hob seinen Kopf an, um zu sehen was denn los war. Sein Blick fiel auf einen älteren Mann, der sich seitlich zu ihnen gewandt hatte. Seine tiefe, kratzige Stimme ließ Mulder erschaudern.

"Nun gut, junger Mann, ich sollte Sie wohl erst einmal darüber aufklären, was hier vor sich geht, nicht wahr?"

Der Mann lachte über seinen eigenen Witz und deutete mit einem Nicken auf den freien Stuhl neben Mulder. Er schickte die beiden anderen Männer aus dem Raum.
"Wo ist Scully?", fragte Mulder scharf.
"Scully?"
"Ja, meine Partnerin. Klein, rothaarig, blaue Augen."
"Bei Ihnen war niemand als man Sie fand. Nun, ich wollte Sie aufklären. Sie befinden sich in einer Art, wie soll ich sagen, Traumwelt?"
"Traumwelt", wiederholte Mulder unglaubwürdig.
"Ja, so ein Mix aus alternatives Universum und Traumwelt, verstehe Sie?"
"Nein, ich will es auch nicht, ich will hier nur weg und meine Partnerin zurück."
"Tja, das sind die einzigen Sachen, die sich nicht bekommen können. Sie können sich entscheiden, entweder gehen sie durch Tür eins ...", er zeigte mit dem Finger in die Richtung "...und leben frei von weiteren Sorgen oder Sie gehen durch die Tür, durch die Sie gekommen sind und leben weiter in Ihrer Gefängniszelle in dem noch nicht fertig renovierten Krankenhausflur. Entweder, oder…"
"Wie sieht es hinter dieser Tür aus?"
"Och, wie Sie es nicht anders gewohnt sind, vieles Autos, volle Straßen, so wie in Washington D.C. eben."
"Woher wissen Sie wo ich herkomme?"
"Ich sagte doch, ein Mix aus alternativem Universum und..."
"Schon gut, den Teil habe ich verstanden."
"Ach doch verstanden, wie schön. Sehen Sie, die Umgebung ist meine Traumwelt, die Handlungen Ihre."
"Was ist hier los und wo bin ich überhaupt?"

XXXXX

Sheena betrat das Foyer des Hotels und blickte sich suchend nach dem Fahrstuhl um. Der vierte Stock war ihr Ziel. Sie klopfte an die Hotelzimmertür und wartete darauf, dass sie jemand öffnete, aber nichts rührte sich.
Byers und Co. näherten sich einige Minuten später dem Zimmer, nur um fest zustellen, dass die Zimmertür nur angelehnt war. Er stupste die Tür etwas an und schlich hinein. Spätestens als Byers einen Fluch ausstieß folgten ihm die anderen Beiden in das Zimmer.

"Das sieht sehr, sehr schlecht aus, oder Langly?"
"Tja, selbst ich kann da nichts mehr machen. Schwarze Bildschirme waren noch nie ein gutes Zeichen."
"Und wer erklärt das jetzt Mulder? Ich jedenfalls nicht."
"Wieso nicht Byers, du warst doch derjenige, der unbedingt mal an die frische Luft wollte. Und dich wird er ganz bestimmt nicht so zusammen falten wie uns."

Byers zückte sein Handy.

"Vielleicht ist Fortuna ja mit uns."
"Oh ja Byers, wer’s glaubt."

XXXXX


Scully war müde als sie ihre Augen öffnete. Die grauen Wände ließen den Raum heller erscheinen, als er in Wirklichkeit war. Scully hatte sich selten so mies gefühlt. Sie blickte sich um, aber Mulder war nicht hier. Sie betastete ihren Oberarm und fühlte durch den rauen Stoff die Verkrustung, die ihr Körper um die Einstichwunde gebildet hatte. Das Aufschließen der Tür riss sie aus ihren Gedanken, das nächste, was Scully spürte, waren Hände, die sich um ihren Oberarm schlossen und sie in die Höhe zerrten.

"Hey, lassen Sie mich los! Was soll das, wo bin ich hier? ... Hey warum redet ihr zwei Typen eigentlich nicht mit mir, ich bin Bundesagentin!"

Scully bekam keine Antwort, sondern wurde durch den gleichen Krankenhausflur geschleift wie Mulder zuvor. Kein einziger Handwerker lief herum, was bei den Kabeln, die von der Decke hingen und dem flackernden Licht einer Halogenlampe eher ungewöhnlich war. Ihr Blick fiel auf einen Kalender, der an der Wand hing: er war datiert mit dem elften, elften zweitausendelf.

"Entweder ich Träume und wache glücklicher Weise gleich auf, oder ich habe hier irgendetwas verpasst.", murmelte Scully leise und nur für sie verständlich. Sie betraten einen weiteren Raum, der, wie Scully vermutete, ein Büro war. Sie drehte sich um, aber die beiden Männer waren schon aus dem Raum gegangen und hatten die Tür hinter sich zugemacht. Ihre Blicke durchwanderten den Raum wieder. Die aufgeschlagene Akte auf dem Tisch vor ihr, erweckte ihre Aufmerksamkeit.

XXXXX

Mulder schien einen Kampf mit seinen Gefühlen zu führen. Das eine sagte ihm, er solle gefälligst seinen Hintern in Bewegung setzen und sich auf die Suche nach Scully machen.
Das andere Gefühl drängte ihn dazu, zu erfahren, was hinter dieser Tür war. Okay, es war ja nicht so, dass er die Tür öffnete und D.C vor sich hatte oder sonst eine Stadt, aber der Reiz war da. Er beschloss das Spiel mitzuspielen.

"Hey, Mister" , der Mann amte einen Scheibenwischer mit seiner Hand vor Mulders Gesicht nach, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. "Sie scheinen ja sehr tief in Gedanken zu sein. Sehen Sie, Sie haben die einmalige Chance Ihr Leben zu ändern, ohne dass jemand zu schaden kommt, oder Sie tot sein müssen. Ein Leben, dass Sie sich von Anfang an neu aufbauen können, mit einer Frau oder auch ohne, mit einer Familie."

"Und was ist der Preis, den ich zahlen muss? Ich hoffe, Sie nehmen auch Schecks."
"Sie müssen aufhören nach der Wahrheit zu suchen und sich von Ihrem bis hierher gelebten
Leben trennen."
"Und wenn ich nein sage?"
"Ich würde es nicht tun. Was die dann mit Ihnen anstellen werden, ist schon fast schlimmer als die Hölle an sich."
"Nein, das mache ich nicht mit."
"Nein?"
"Nein!"

Nachdem Mulder es verdeutlicht hatte, kamen die beiden Männer wieder herein. Das nächste, was Mulder spürte, war einen weiteren Stich in seinen Oberarm und es wurde wieder schwarz vor seinen Augen.

XXXXX

Eine schwere Hand presste sich auf Scullys Schultern und zwang sie sich umzudrehen. Sie starrte in ein faltenloses Gesicht, dessen Augen von einer schwarzen Sonnenbrille verdeckt blieben. Seine schwarzen Harre waren nass, anscheinend kam er von draußen. Der Unbekannte hob seinen Zeigefinger um ihn auf Scullys Lippen zu legen, sie sollte keinen Ton machen.

"Sie wissen gar nicht in was Sie da reingeraten sind.", fing er leise an und nahm seine Brille ab. "Haben Sie eigentlich eine Ahnung davon, wo und warum Sie sich hier befinden?"
"Wer sind Sie überhaupt? Und was wollen Sie von mir?"
"Mein Name ist Neo. Ich versuche nur gerade Ihren Arsch zu retten und riskiere mein Leben, falls Ihnen das noch nicht aufgefallen ist."
"Und warum sollte ich Ihnen vertrauen ... Neo?"
"Weil ich der Einzige von uns beiden bin, der hier rausfindet. Und nun kommen Sie schon, Agent Scully."
"Hey, woher kennen Sie meinen Namen?"
"Erkläre ich Ihnen später."

Er navigierte Scully Richtung Tür, die offen stand. Neo spähte am Türrahmen vorbei nach links und rechts, als er niemanden entdecken konnte, ging er den Krankenhausflur schleichend hinunter.

XXXXX

Mulder wachte wieder in seiner einfarbigen Zelle auf. Sein Arm fühlte sich taub an, sein Kopf drohte zu platzen und er versuchte seinen Puls wieder zu normalisieren. Mulder richtete sich langsam und sachte auf. Sein müder Blick fiel auf die Wand rechts von der Zellentür. Es waren einige Zahlen dort eingeritzt worden, die Mulder versuchte zu entziffern. Er wusste, dass er sich nicht lange darauf konzentrieren konnte, denn seine Gedanken wandertet immer wieder zu Scully, wo war sie? Wie ging es ihr? Oder noch schlimmer, wo war er selbst?

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Sie hatte es sich sichtlich einfacher vorgestellt, als es am Ende doch war. Sie wusste noch genau was Neo zu ihr gesagt hatte "Es sieht viel komplexer aus, als es ist. Du sollst den Laden ja nicht auseinander nehmen, sondern nur diesen FBI-Agenten finden und ihn da sicher hinausbringen, der Rest wird schon von ganz alleine seine Anschlüsse finden Trinity, vertrau mir". Nun gut, das hatte sie. Und nun befand sie sich auf der Suche nach dem FBI-Agenten. Sie hatte das Gefühl, dass die Korridore immer länger wurden, auf welchem Level befand sie sich eigentlich jetzt? Sie schüttelte ihren Kopf, als wolle sie sich selbst ermahnen nicht weiter zu denken, sondern weiter zu suchen.

XXXXX

"Mulder nimmt nicht ab, Scully eben sowenig. Jungs, das gefällt mir nicht." Beyers schaute seine beiden Kollegen mit fragendem Blick an. "Und was sollen wir deiner Meinung nach jetzt machen, Byers?" Bevor er überhaupt Luft geholt hatte, um zu antworten, wurde die Hotelzimmertür zugeschlagen.
"Ihr drei werdet nichts mehr machen, außer euch auf das Bett setzen und die Klappe halten."
Langly war der Erste, der sich umgedrehte und die Waffe gesehen hatte.
"Ich habe nicht unbedingt vor den schönen Teppich hier mit eurem Blut zu versauen, also tut mir den Gefallen und sagt mir wo eurer Freund von FBI-Agent sich befindet."
Tom wartete einige Augenblicke auf eine Antwort, doch diese kam nicht. Er strich sich mit seiner freien Hand durch sein blondes Haar.
"Okay, spielen wir heute mal die Dummen."

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Mulder hatte sich mit dem Gesicht zur Tür gesetzt. Obwohl er einige Stunden geschlafen haben musste, war er müde und etwas benommen. Die Erinnerungen an die letzten Stunden waren zwar da, aber nur sehr verschwommen. Er wusste weder wo Scully sich befindet, noch wo er war. Mit der rechten Hand massierte er leicht seinen Nacken und spitzte seinen Verstand, wie konnte er hier rauskommen? Sollte er beim nächsten Mal, wenn die ihn wieder holten, einfach weglaufen, oder sollte er auf ihr Spiel eingehen? Bevor er eine Entscheidung treffen konnte, öffnete sich die Tür und jemand trat herein. Mulder schirmte seine Augen mit seiner Hand ab, bis er eine Frauenstimme hörte, die ihm sagte, er solle aufstehen und ihr folgen. Mulder gehorchte nur langsam und stand auch genauso langsam auf. Etwas wackelig auf den Beinen, sah er zum ersten Mal wer überhaupt mit ihm sprach. Seine Schätzung über das Alter der Frau, lag zwischen fünfundzwanzig und dreißig. Sie schien nicht zu den Leuten zu gehören, die ihn hierher gebracht hatten.

"Was wollen Sie von mir und warum sollte ich Ihnen folgen? Ich kenne Sie ja gar nicht."
"Das Gleiche kann ich von Ihnen sagen", konterte Trinity.
Als Neo ihr von dem Auftrag erzählt hatte, wunderte sie sich schon einwenig, warum sie den Agent retten sollte und nicht die Agentin.
"Mein Name ist Trinity."
"Mulder, sehr angenehm", er streckte seine Hand aus, als er aber bemerkte, dass sie die Geste nicht erwiderte, zog er seine Hand leicht lächelnd zurück. "Eine Frage hätte ich da noch Trinity, warum sollte ich Ihnen vertrauen, Sie könnten mich auch genauso gut in irgendeinen Raum bringen und mich dann erschießen."
"Sie haben Recht, das werde ich auch gleich machen, wenn Sie mir jetzt nicht einfach folgen. Ich werde sie hier rausbringen. Wenn Sie wüssten in was Sie da reingeraten sind, würden Sie mir sicherlich zustimmen. Also kommen Sie nun, Mr. Mulder."

Er folgte ihr auf dem Flur hinaus.

XXXXX

Scully blickte sich etwas verwirrt um, waren Neo und sie nicht eben schon mal hier lang gegangen?! Sie bekam langsam Zweifel, ob er wirklich wusste, wo sie sich befanden und wie sie hier rauskommen sollten. Neo blickte rechts um die Ecke und seine Schultern sanken nach unten.

"Verdammt ich wusste, dass sie es herausfinden."
Neo sah sich um, während er sein Handy zückte.
"Was, Sie haben ein Handy, und haben es mir nicht gesagt? Und wer hat was herausgefunden?"
"Die Agents, die vor denen ich Sie beschützen sollte. Wen die erst mal wissen was Sie für eine Gefahr darstellen, sind Sie froh mich getroffen zu haben und von dem Handy habe ich Ihnen nichts gesagt, weil es nur eine Verbindung ken..."

Weiter kam er nicht, denn die Schritte von drei Personen kamen schnell näher. Scully ging während dessen um die Ecke, um zu sehen was Neo gestoppt hatte. Eine Sackgasse. Scully drehte sich wieder zu Neo um. Sein Gesicht gab eine Mimik von sich, die Scully bis jetzt bei ihm nicht gesehen hatte, er schien über etwas Wichtiges nachzudenken.

"Und nun, Mr. Anderson? Dachten Sie wirklich, dass Sie so einfach davon kommen?"

Scully blickte auf. Neo tat es ihr gleich. Er hatte zwar gewusst, dass die Agents sie früher oder später finden würden, aber dass es jetzt und mit einer Wand im Rücken passieren würde, hatte er nicht geplant. Sein Instinkt sagte ihm, er solle kämpfen, sein Verstand, er solle nicht das Leben andere gefährden. Er entschied sich zu kooperieren, soweit man mit Agents kooperieren konnte.

"Nehmt die Beiden mit und bringt sie auf Station 4E, dann sucht die anderen beiden Ausreißer."

Sein Gesicht ließ keine Emotionen zu. Zwei Männer in identischer Kleidung kamen im eiligen Schritttempo um die Ecke.

"Was denken Sie, was wir mit Ihnen machen sollten?"
"Das, was wir immer mit Ausreißern machen, Agent Jones. Wir werden sie dazu bringen, nicht noch einmal eine Flucht zu planen."

Agent Smith folgte den Trupp bewaffneter Soldaten den Flur hinunter.

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Mulder lief Trinity schon geschlagene fünfzehn Minuten hinterher, ohne auch nur eine Tür passiert oder ein Wort gewechselt zu haben.
"Ähm, dürfte ich Sie mal etwas fragen?", brach Mulder nun endlich das Schweigen.
"Wenn Sie dann glücklich sind, ja."
"Sie scheinen ja über das hier alles ziemlich gut bescheid zu wissen. Sie wissen dann bestimmt auch über den Todesfall in Sacramento bescheid, der uns hier her geführt hatte."

Mulder wartete auf ein "Ja" oder ein Nicken, aber es kam nichts dergleichen, sie drehte sich nur langsam zu ihm um.

Mulder fuhr fort: "Er ist professioneller Hacker gewesen, und wurde durch einen Kopfschuss getötet."
"Ja, er hatte angeblich geheime Firmendaten an Interessenten verkauft."
"Genau, aber es gab dort noch eine Leiche und die ist nicht durch Kopfschuss gestorben."

Mulder sah wie die Farbe aus dem Gesicht seiner gegenüber wich. Da hatte er wohl ins Schwarze getroffen.

"Noch eine Leiche. Männlich, nicht wahr?!"
"Ja noch eine männliche Leiche und bei der Autopsie hat man festgestellt, dass Gefäße in seinem Gehirn geplatzt sind."
"Und Sie haben keine Ahnung, wie das passieren konnte, richtig? Und Sie wollen jetzt von mir wissen wie.", stellte Trinity mit leiser Stimme fest.
"Genau."

Ihr Inneres sträubte sich dagegen, ihm irgendetwas zu sagen, aber im Gegenzug, er hatte ein Recht darauf zu erfahren, warum und wieso. Doch bevor sie eine Teufel-Engel Entscheidung treffen konnte, versuchte Mulder ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.

"Ich hoffe doch das dort drüben sind Freunde von Ihnen, Trinity."

Mulder zeigte mit einen Kopfnicken in die Richtung der Soldaten.

"Schön wäre es ja, aber ich denke wir sollten uns doch langsam zurückziehen."
"Oh ja und dann heldenhaft in einem Kugelhagel sterben. Fällt Ihnen denn nichts Besseres ein?"
"Sollen wir etwa mit denen reden?", Trinitys Augen weiteten sich bei dieser Aussage.
"Wäre doch schon mal ein Anfang."

Einer der Soldaten gab per Funk durch, dass sie die Zielpersonen gefunden hatten.

"Jack, Russel bringt die Beiden auf Station 4E. Mike, David begleitet sie."

XXXXX

Agent Smith kam um die Ecke, klopfte dem Soldaten auf die Schulter und widmete sich den beiden Ausreißern in Handschellen.

"Dann haben wir ja jetzt alle. Zu schade, Mr. Mulder, dass Sie diesen Weg gewählt haben."
"Ich habe gar nichts gewählt!"
"Und nun schafft sie weg, Soldaten."
"Ja Sir. Bewegung, etwas schneller wenn ich bitten darf...."

Agent Smith ging in die andere Richtung. Bis hier hin hatte er seinen Auftrag, mit kleinen Ausnahmen, ohne Zwischenfälle erledigt. Doch das Schwerste stand ihm noch bevor.

XXXXX

Trinity konnte sich nicht daran erinnern, jemals kampflos aufgegeben zu haben. Jetzt würde es auch nichts mehr bringen. Sie hoffte, dass Neo wenigstens fliehen konnte. Sie glitt aus ihren Gedanken als sie beinah Mulder angerempelt hätte. Der Soldat schloss die Handschellen und die Tür vor ihnen auf.

"Los rein da!"

Mulder und Trinity gingen durch die Tür. Als sie über die Schwelle traten, zuckten ihnen helle Blitze entgegen und alles um ihnen herum wurde schwarz.

Fortsetzung Folgt...